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Studie: Geringer Lohn an Grundschulen ist Geschlechterdiskriminierung

BERLIN. Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen bekommen weniger Geld als an anderen Schulen – das wird seit Jahren bemängelt. Eine neue Studie sagt: Dies rührt von einer Diskriminierung der Frauen her.

Grundschullehrerinnen werden durch ihr vergleichsweise niedrigeres Gehalt nach einem neuen Gutachten aufgrund des Geschlechts diskriminiert. Da weit überwiegend Frauen in dem Beruf sind, betrifft diese Benachteiligung laut der Studie im Auftrag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auch die männlichen Pädagogen. Im Vergleich zu anderen Schulen sei die Arbeit an Grundschulen gleichwertig. Dennoch bekommen die Lehrerinnen und Lehrer hier demnach im Durchschnitt rund 400 Euro pro Monat weniger. Dies sei nicht akzeptabel, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe.

Dabei handele es sich um keine unmittelbare, sondern eine versteckte Diskriminierung, erklärte die Anwältin Eva Kocher, eine Autorin des Gutachtens. Denn die Vorschriften der Besoldung seien zwar geschlechtsneutral formuliert. Doch da rund 87 Prozent aller Grundschullehrer in Deutschland weiblich seien, handele es sich um eine Diskriminierung von Frauen. Auch männliche Grundschullehrer seien benachteiligt. Sie haben demnach quasi das Pech, einen typischen Frauenberuf gewählt zu haben.

Die höheren Gehälter in weiterführenden Schulen werden dem Gutachten zufolge mit der Ausbildung, Leistung und Verantwortung in dem Beruf begründet. In vielen Bundesländern sei aber die Ausbildung inzwischen für alle Schulformen ähnlich lang. Zudem stelle die pädagogische Arbeit in Grundschulen zwar andere Anforderungen als die Tätigkeit in weiterführenden Schulen. Diese seien aber gleichwertig und müssten daher gleich bezahlt werden.

Die GEW fordert mehr Geld für Grundschullehrer. Alle Hochschulabsolventen im öffentlichen Dienst – abgesehen der Grundschullehrer – gehörten bereits der höheren Besoldungsklasse A13 an, sagte Tepe. Es gebe keinen Grund, warum dies nicht auch für Grundschullehrer gelten solle.

Eine bessere Bezahlung könne unter anderem dem Mangel an Grundschullehrern in Deutschland entgegenwirken, so Tepe. Eine finanzielle «Aufwertung» kann dem Gutachten zufolge den Beruf auch für Männer attraktiver machen und somit die Ungleichheit der Geschlechter wettmachen.

Für das Gutachten wurden Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein untersucht. Die Struktur der Bezahlung von Lehrern ist laut Kocher aber in allen Bundesländern ähnlich. Schulpolitik sowie Lehrerbesoldung sind in Deutschland Ländersache. dpa

160 Kommentare

  1. Äääähhhh, schon einmal den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität beachtet? Da außerdem niemand Lehrer wird alleine aufgrund des Gehaltes, gilt ähnliches auch für Grundschullehrer. Diskriminierung ist das nicht.

    Das für und wider unterschiedlicher Gehälter an unterschiedlichen Schulformen ist eine andere Diskussion.

  2. Bekommen denn Männer an Grundschulen mehr Gehalt?

    • Nein, meines Wissens nach nicht bzw. höchstens indirekt aufgrund von häufigerer Schulleitungsposition, häufiger Voll- statt Teilzeit und kürzeren Auszeiten wegen Mutterschutz. Bei gleichem Dienstgrad, gleichem Dienstalter gleichem alles ist der Stundenlohn derselbe.

  3. Ich stimme zu. Man mag zu der unterschiedlichen Bezahlung von Lehrern unterschiedlicher Schularten denken, was man will, aber hier eine Geschlechterdiskriminierung zu behaupten, finde ich absurd und zieht die ganze Debatte ins Lächerliche.

  4. Ich meinte, ich stimme xxx zu. 😉

  5. Ich habe nichts gegen gute Bezahlung. Aber ich finde es einfach falsch zu behaupten, dass Grundschule und weiterführende Schulen „GLEICH“ seien in ihren Anforderungen an Wissen, Fertigkeiten, Aufwand usw. Das zu behaupten, wertet die Grundschullehrer auf, ja (es sei ihnen gegönnt !!!), aber es wertet die Arbeit an den weiterführenden Schulen ab. Und das ist nicht in Ordnung !

    • Aber eine Aufwertung der einen Seite bedeutet doch nicht eine Abwertung der anderen.

      Da ist logisch der Wurm drin, finde ich.

  6. Aber von der Allgemeinheit als „Grundschultante“ gehen zu werden ist auch nicht in Ordnung. Schon die Arbeit in Klasse 3 und 4 ist weit angenehmer als in 1 und 2. Sie können gerne mal eine Woche mit niedrigerem Gehalt dort verbringen. In der Grundschule gibt es andere Anforderungen an dien Lehrer. Wir haben ALLE Kinder, die Guten die Schlechten, die sehr Guten, Behinderte, Flüchtlinge, aus asozialen Familien stammende. Und wir können niemanden loswerden.

    • Die Arbeit an den Grundschulen ist aus verschiedenen Gründen viel schwerer geworden. Das ist ein plausibles Argument für mehr Geld. Frauendiskriminierung ist dagegen kein zutreffendes Argument.

      • Das gilt für alle Schularten.

      • Nein, das ist nicht plausibel. Im Beamtensystem hängt die Eingruppierung mit dem Abschluss zusammen. Und da war das Studium der Grundschullehrer in aller Regel kürzer.

        Das ändert sich aber nun in vielen Bundesländern. Da haben dann alle Lehrer einen Master. Und dann müssen sie auch das gleiche Gehalt bekommen.

        Das alles hat mit Geschlechterdiskriminierung absolut nichts zu tun, das ist einfach dummes Zeug.

  7. Die These von der Geschlechterdiskriminierung wegen geringeren Lohns an Grundschulen ist absoluter Blödsinn. Allmählich fange ich sowieso an zu glauben, dass die ständige Behauptung von Frauendiskriminierung durch geringere Bezahlung als Männer weitgehend zusammenfantasiert ist und sich diese feministische Klage bei genauerer Betrachtung in Luft auflöst.

  8. Auch in den Gymnasien sind die weiblichen Lehrer mittlerweile in der Mehrheit. Gegenüber wem sind die Grundschullehrerinnen denn nun aufgrund des Geschlechts benachteiligt?

  9. Man geht davon aus, dass, wenn in Grundschulen hauptsächlich Männer arbeiten würden, die Bezahlung schon längst angeglichen wäre.

    • trifft auf andere (eher männlich besetzte) Niedriglohnbereiche wie Geigenbau oder Wachdienste nicht zu. Oder an welche Beispiele denken Sie?

      • habe LKW-Fahren vergessen.
        Allerdings, zugegeben, geht es hier um Berufe, deren Gehalt nicht autonom vom Staat festgesetzt werden kann. Die Argumentation der staatlichen Arbeitgeber ist ja, dass die Bezahlung nach dem Abschluss erfolgt. Die Wahl des Ausbildungsweges steht jeder Person frei, der Erfolg hängt von den persönlichen Fähigkeiten ab.
        Fragt man Abiturient(inn)en, so entscheiden viele eher danach, von welcher Art von Arbeit sie sich persönliche Zufriedenheit versprechen; das Gehalt ist ja bekannt und scheint die Grundschul-Studentinnen nicht abzuschrecken. Ich weiß von 3 Beispielen aus meinem persönlichen Umfeld und von häufigem Lesen des Amtsblattes, dass die (gewiss mageren) Aufstiegsmöglichkeiten zur Rektorin nur von wenigen Frauen genutzt werden. Aus dem Gymnasialbereich weiß ich, dass es eigene Beförderungs“töpfe“ nur für Frauen gibt. Alles in allem: ich kann keine frauenspezifische Diskriminierung erkennen. Mir fällt dagegen auf, dass trotz mehr als 30 Jahren intensiver politischer Arbeit an der Gleichstellung von Frauen die Rhetorik der Aktivisten und Gleichstellungsbeauftragten noch immer genauso klingt wie 1970, und die Vermutung drängt sich auf, dass es auch um den (beamtentypischen) Nachweis der Daseinsberechtigung gehen könnte.

        • Die Aufstiegsmöglichkeiten zur Rektorin werden von Frauen wenig genutzt, weil diese immer noch mehr mit der Familienarbeit zu Hause beschäftigt sind als ihre werten Gatten. Es sei denn, diese sind auch zufällig Lehrer und haben somit schon mittags frei, dann könnte auch aus der Frau noch was werden.

          • Eben. Karriere macht eben immer noch der Mann, nicht die Frau.

            Mit allem, was das dann für Unabhängigkeit, Ansehen, Rente und Perspektiven bedeutet.

          • mehrnachdenken

            @Mississippi
            Es mag regional unterschiedlich sein, aber wo ich lebe, sind die meisten Schulleiterposten von der Grundschule bis zum Gymnasium/Gesamtschule (vor allem hier) mit Frauen besetzt.

            In welchem Beschäftigungsbereich gibt es eine optimalere Vereinbarkeit von Familie und Beruf als im Beschäftigungsfeld Schule?
            Zumindest den verbeamteten Lehrerinnen ist die Stelle sicher, und sie können nach einer Babypause problemlos weiter unterrichten.
            Gibt es Vergleichbares in der „freien Wirtschaft“?

          • Wenn also Frauen in einer freien Gesellschaft ihre Prioritäten gemeinsam mit ihrem Mann anders setzen als auf maximalen Verdienst hin – ist das dann Diskriminierung oder selbstbewusste kluge Entscheidung?

    • In welchen Bundesländern gibt es denn für das Lehramt Primarstufe noch A11? In den meisten Bundesländern bekommen die GS-Lehrkräfte die gleiche Grundbesoldung wie Lehrkräfte mit einem SekI-Lehramt.

  10. Was für eine schräge Schlussfolgerung und Logik. Man könnte von einer Diskriminierung von Lehrerinnen an Grundschulen sprechen, wenn die Kollegen am selben Schultyp besser bezahlt würden. Dies ist aber nicht der Fall. Von daher hat dieses Studienergebnis etwas von der Frage, ob Huhn oder Ei zuerst da waren. Selten einen solchen Blödsinn gelesen. Da hat sich die GEW entweder bei der Fragestellung oder bei der Auswertung gehörig blamiert. Und news4teachers ist sich nicht zu schade, dies auch noch zu verbreiten.

    • Mit Verlaub gesagt: blamieren tun sich eher die, die mit Getöse urteilen, ohne sich mit der Studie beschäftigt zu haben. 😉

  11. „Studie im Auftrag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)“
    Das sagt doch wieder mal alles über die Seriosität von Gefälligkeitsstudien und über die GEW selbst.

    • Diese GEW schon wieder.

      Sind die doch wirklich so frech und verlangen eine Gleichstellung von Grundschullehrkraften mit allen anderen?
      Das ist ja wohl eine Sauerei.

      Zumindest könnte man auf die Idee kommen, wenn man Ihren Kommentar liest, lieber dixo.

      • Genauso ist es eine Sauerei, dass die GEW sich als einzige auch für angestellte Lehrkräfte einsetzt. Hier liegt das eigentliche Problem: hier erhalten Lehrer, die genau die gleiche Arbeit verrichten wie ihre verbeamteten Kollegen bei Vollzeit vergleichbar netto gut 700.-€ weniger Gehalt. Für Quereinsteiger ( z. B. ich, die nach 10jährigem Auslandsaufenthalt knapp die Verbeamtung verpasst hat wegen Alters) ist der Lehrberuf ungerecht vergütet. Leider interssiert sich der BLLV, den ich auf die Ungerechtigkeit hinwies die Bohne dafür.

  12. Meine Empfehlung: sich mal die Studie zur Hand nehmen und einen Blick hineinwerfen, wenn Dinge unklar sind.
    Dann gibt’s vielleicht auch eine alternative Erklärung zum „Auftragsforschung“ Narrativ von dixo.

    http://docs.dpaq.de/10448-gew-gutachten.pdf

    Meist reicht ja ein Überblick und das Fazit, das zentrale Ergebnisse nochmal zusammenfasst. Soviel Zeit muss schon sein, bevor man sich dann genauer überlegt, ob man sich darüber echauffieren kann, dass jetzt schon wieder wer was von Diskriminierung faselt.

  13. Untauglicher Versuch am falschen Objejkt.

    Der überwiegende Teil der Lehrerschaft von GS bis Bk ist weiblich. Die Grundbesoldung in allen Besoldungsstufen ist bei gleicher Dienstzeit die selbe. Dass weniger Frauen als Männer auf Beförderungsstellen säßen, kann ebenfalls nicht nachgewiesen werden.

    Im schulischen Bereich die Behauptung aufzustellen, dass Frauen weniger verdienten als Männer ist an Dämlichkeit nicht zu überbieten.

    Und wenn jetzt einer meint, Männer – vor allem der älteren Jahrgänge – seien übervorteilt, weil ihnen die Zeiten bei Y-Tours als dienstförderliche Zeiten angerechnet werden, den frage ich, wie sieht es denn mit den Kindererziehungszeiten aus?

  14. @ mehrnachdenken: Mein Beitrag bezog sich auf pälzer, der das Gegenteil behauptete.

  15. @ Georg (03.03.2016),

    ich finde das durchaus logisch. Jetzt argumentiert man, Grundschullehrer machen doch nichts anderes als (z.B.) Gymnasiallehrer. DESHALB sollen sie das gleiche Gehalt bekommen (gleicher Lohn für gleiche Arbeit). Es ist doch ganz klar eine Aufwertung des Grundschullehrers, wenn man so argumentiert!

    Wechselt man aber die Perspektive, so bedeutet dies auch, der Gymnasiallehrer macht doch nichts anderes als ein Grundschullehrer (theoretisch könnte man also sogar „aus Arbeitgebersicht“ das Gehalt „nach unten korrigieren“, was natürlich niemand fordert, denn alle wollen ja immer nur mehr und niemand weniger 🙂 ) Sagt man aber also, dass ein Gymnasiallehrer genauso viel wissen, können, korrigieren etc. muss wie ein Grundschullehrer, ist das eine Abwertung seiner Arbeit, denn ein Gymnasiallehrer muss jede Menge mehr wissen, können, korrigieren etc. als ein Grundschullehrer.

    Haben vielleicht doch irgendwann beide das gleiche Gehalt, wird es mit Sicherheit nicht lange dauern, bis die Gymnasiallehrer fordern, für ihren „Mehraufwand“ auch mehr Gehalt zu bekommen (Argument: sonst wollen alle nur noch Grundschullehrer werden). Und dann beginnt das gleiche Spiel von vorne!

    • Ich sehe Ihren Punkt, aber ich glaube, diese Bewegung lässt logisch nur in eine Richtung vollziehen.

      Es gibt einen Standard hinsichtlich Gehalt – die Gymnasiallehrkraft mit A13. Die Grundschullehrkräfte fordern eine Angleichung an diesen Standard. Der Standard selbst bleibt unangetastet. DIn Grundschullehrkräfte haben das Recht, da ihre Ausbildung gleich aufwendig ist, allerdings einen stärkeren pädagogischen Fokus – genau wie die Arbeit später – hat.

      Letztlich muss das über eine genaue Kalkulation der notwendigen Arbeitszeit und damit über eine Stundenreduktion für vorbereitungsintensive Fächer gelöst werden, aber nicht über eine Differenzierung nach Schularten selbst. Das „Hamburger Modell“ ist da guter Zugang. Sportlehrkräfte zum Beispiel unterrichten mehr und Sozialkundelehrkräfte weniger, so dass sich das Zeitpensum am Ende im besten Fall ausgleicht. Das Modell erfreut sich in Hamburg großer Beliebtheit, wie ich gehört habe.

      Sowas ist sicher auch Schultypen übergreifend möglich. Dafür bräuchte es aber erstmal eine realistische Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte. Aber nach dem kürzlichen Urteil in Niedersachsen sind wir der ganzen Sache ja einen großen Schritt näher gekommen.

  16. „Sagt man aber also, dass ein Gymnasiallehrer genauso viel wissen, können, korrigieren etc. muss wie ein Grundschullehrer, ist das eine Abwertung seiner Arbeit, denn ein Gymnasiallehrer muss jede Menge mehr wissen, können, korrigieren etc. als ein Grundschullehrer.“

    Kann man ja auch mal anders herum beleuchten:
    Grundschullehrerinnen verdienen weniger, weil ihrer erzieherischen und pädagogischen Arbeit nicht den gleichen Stellenwert eingeräumt wird bzw. wurde, wie der angeblich wissenschaftlicheren Arbeit an Gymnasien.
    Spezialwissen, das eine Grundschullehrerin auch benötigt, wie z.B. erheblich mehr Fächer didaktisch wie methodisch zu führen, erheblich höhere Differenzierung zu bewerkstelligen sowie die Pädagogik des Erstunterrichts einzusetzen, um grundlegende Arbeitsweisen vorzubereiten, Alphabetisierung und Zahlbergriff zu vermitteln und zu erweitern, wird auch nicht anerkannt (das bisschen Kuscheln und Spielen).

    Ebenso könnte man doch argumentieren, die Schülerinnen und Schüler im Gymnasium sind so selbstständig und gebildet, dass sie einen Großteil des Lernens eigenständig leisten können, sodass die Lehrkräfte dort nur mehr die Aufsicht und Anregung begleiten.
    „Denn ein Gymnasiallehrer muss erheblich mehr wissen…“ DAS ist eine Behauptung. Womit soll sie belegt werden?

    Vielleicht kommen wir zu einer Anpassung der Gehälter, die eben berücksichtigt, das pflegende und erzieherische Tätigkeiten besonders hohen Einsatz der Beschäftigten einfordern … und dies wird entsprechend honoriert.

    Geht doch alle mal in einer Grundschule im nicht-gut-situierten-Viertel eine Woche lang „Kuscheln und Spielen“!

    • Finde ich auch, Palim. Und genau so argumentiert auch die GEW Studie zu Diskriminierung von Grundschullehrkräften.

      Eine ungleiche Bezahlung bei gleich aufwendiger Ausbildung, aber unterschiedlichen Jobinhalten später, ist schlicht nicht rechtfertigbar und kann dann nur auf einer impliziten Abwertung einer Tätigkeit beruhen, die hauptsächlich von Frauen gemacht wird.

  17. @Palim: Danke!

  18. Warum die Verkürzung auf die beiden Lehrämter GS und GY?

    Die allermeisten Lehrkräfte erhalten als Eingangsbesoldung A12. – Und die sind nicht nur in der Primarstufe tätig. Die gesamte SekI wird von A12ern unterrichtet. Es gibt kaum noch ein Bundesland mit eigenständigem Lehramt für RS.

    • Das stimmt so nicht ganz! In meinem Bundesland (Hessen) verdient ein GS- L >>> A12 nach dem 2. Staatsexamen, ein Sek.I – L >>> A13 und die Gymn. -L beginnen auch mit A 13, können aber nach bestimmten Zeiten und Richtlinien (mir jetzt „aus dem Hut“ nicht genau bekannt) auch >>> A 14 erreichen. Ich denke, dass die Debatte genau darauf gerichtet ist.

  19. Ich finde, die (vermeintlichen) Gründe, die eine gleiche Entlohung von Grundschullehrern und allen anderen, belegen sollen, wurden und werden ja schon reichlich genannt. Den Spieß umdrehen wollte ich mal. Klar, dass sich kein Befürworter der gleichen Entlohung davon überzeugen lässt. 😉

    Müssten nach Ihrer Logik dann nicht auch die Kindergärtnerinnen genauso entlohnt werden wie die Grundschullehrerinnen (also letztlich dann Kindergärtnerinnen genauso wie Gymnasiallehrerinnen)? Das würde mich mal interessieren.

    Und werden denn Grundschullehrerinnen schlecht bezahlt?

    • Welche Form von Erzieherinnen meinen Sie denn? Ist es bei den Erziehern nicht wie bei den Polzisten?
      Es muss doch Gründe geben, warum es den Besoldunhsunterschied zwischen einem POK Und einem POR gibt.
      Entsprechend muss bei den Erziehern eben zwischen ausgebildeten Kinderpflegern, staatlich geprüften Erzieherinnen und „studierten“ Sozialpädagogen geben, ähnlich wie es bei zweijährigen und dreijährigen, gelernten Pflegekräften und den Pflegekräften mit Studienabschluss ist.

      In den Gesundheits- und Erziehungsberufen einschließlich Lehramt hat es beginnend mit den 70er Jahren viele Veränderungen gegeben, die sich nicht in den Entsprechenden Tarifen des TV-L bzw. TVöD wiederfinden.

      Bis zur Bologna-Reform gab es in Deutschland – und zwar nur dort – die Unterscheidung zwischen dem (wissenschaftlichem) Hochschulstudium und dem (berufsbildenden) Fachhochschulstudium. Dabei sind die Fachhochschulen aus der Neugliederung und Neuausrichtung der vormaligen „Ingenieur- und Baumeisterschulen“ und sonstiger Akademien hervorgegangen. Voraussetzung für ein FH-Studium war zu damaliger Zeit nicht das „Abitur“ sondern der Realschulabschluss, die abgeschlossene Berufsausbildung und berufliche Praxis. Die Zulassungskriterien zum FH-Studium haben sich in den späteren Jahren verändert. So wurde der Abschluss nach Jahrgang 12 als Fachhochschulreife eingeführt, der später als FHR (schulischer Teil) eingeschränkt worden ist und heute an GY, GeS und BK nach der Q1 vergeben wird.

      Das Pendant zum Fachhochschulstudium in den Erziehungswissenschaften war – bis auf Baden-Würtemberg – das PH-Studium. Dabei sind die PH-Studiengänge aus den alten „Lehrerseminaren“ hervorgegangen. Bis in die 60er Jahre war nämlich die Ausbildung zum „Volksschullehrer“ kein Studium sondern eine Ausbildung vergleichbar der an Ingenieurschulen. Mit Abschaffung der Volksschulen wurde dann auch die Lehrerausbildung von GS- und HS-Lehrern neu geregelt und an die PH verlagert.

      In NRW gibt es ebenso wie in anderen Bundesländern seit mittlerweile mehr als dreißig Jahren keine Phs mehr. Die Lehrerausbildung – egal für welche Schulform – ist auf die Hochschulen übertragen worden. Bis zur Bologna-Reform endeten die Lehramtsstudiengänge mit dem Abschluss „Erstes Staatsexamen“, heute entsprechend mit einem Master-Abschluss.

      Nur im Gegensatz zu allen anderen Studienabschlüssen wird beim Lehramt trotz Master-Abschlusses je nach Lehramt noch zwischen den Laufbahnen im gehohobenen und im höheren Dienst unterschieden.
      Nach dem bestandnen Zweiten Staatsexamen werden LAAs in die letzte Besoldungsgruppe des gehobenen Dienstes übernommen. Die Aufstiegsmöglichkeit zum „Oberlehrer“ ist seil über dreißig Jahren entfallen. Ein Aufstieg in das mit A13 vergütete Verzahnungsamt wird lediglich hin und wieder per Ausnahmeerlass genehmigt, um den Stellenkegel im gehobenen Dienst der Schulen aufrecht zu erhalten.

      Um auf die Eingangsfrage zurück zu kommen, warum muss ein Polizeianwärter als Voraussetzung für die Kommissarlaufbahn einen Bachelor-Abschluss mitbringen und kann über den Laufbahnaufstieg zum PHK (A12) gelangen, während ein LAA einen Masterabschluss“ benötigt, um in die gleiche Besoldungsgruppe zu gelangen?

      Es geht also gar nicht um die Vergleichbarkeit der Abschlüsse innerhalb des Schulsystems sondern um die Vergleichbarkeit der Laufbahnbestimmungen innerhalb des öffentlichen Dienstes der Länder. Dabei kann es nur um formale Kriterien gehen, die den Zugang zu den einzelnen Laufbahngruppen regeln, nicht aber um inhaltliche Aspekte.

  20. Die GY-Lehrer waren für mich nur ein Beispiel, die den meiner Meinung nach durchaus vorhandenen Anforderungsunterschied deutlicher machen @ dicke bank.

  21. Um es mal etwas konkreter zu machen, ein „mittleres GS-Lehrergehalt“ (mittlere Einstufung) hat doch „vorne eine 4“ (4000).

    Ist das schlecht?

    Kann man davon nicht mehr leben heutzutage?

    • das ist nicht schlecht. schlecht ist jedoch, dass ein Schulleiter (A16) bei maximal 7000 brutto oder so aufhört, während etliche Akademiker (z. B. Naturwissenschaftler, Banker) in der freien Wirtschaft bei 7000 netto anfangen. Da bringt der Beamtenstatus aus finanzieller Sicht garnichts.

      • Das erzählen Sie einmal einem Rektor einer GS oder HS rd. 250 Schülern.

        A13Z für eine bis A16 für eine weiterführende Schule mit ca. 1200 SuS, da liegen echte Welten zwischen. Bei der BW wäre das die Spanne vom Hauptmann bis zum Oberst, im zivilen Leben die vom Oberamtsrat bis zum Ministerialdirigenten oder Ltd. Direktor bzw. Abteilungsleiter.

    • Nein, A12 so mit 20 Dienstjahren (Anrechnungszeiten) hat alles, nur keine 4 an erster Stelle im Bruttotarif.

      Über 4 kEuro erhalten angestellte Lehrer in E11/5 und E12 ab Stufe 4 bei Lohnsteuerklasse I, gesetzlich versichert, KiSt-pflichtig in NRW.

      E11/5 ist Endstufe – also nix mittlere Stufe wie bei E12.

    • Nachtrag

      Ein zukünftiger StR hat eine Studiendauer (Regelstudienzeit) für das Lehramt GY/BK, die maximal zwei Semester länger ist als die anderer Lehramtsstudenten. Für dieses eine Jahr, das er länger an der Uni sitzt, erhält er als StR 40 Jahre lang jeden Monat eine Grundvergütung, die ca. 430 Euro höher liegt als die der „Lehrer“. Also brutto satte 200.000 Euro mehr für eine 12 Monate längere Studienzeit.
      Das entspricht 23,56 Euro für jede Stunde in diesem Jahr.

      Hinzu kommt, dass diese 206.000 EUR nur durch (in NRW) 25,5 WS anstatt durch 28 WS geteilt werden müssen.

    • …aber nur „Brutto“ …

      • Sorry, vertippt, die Antwort war für Sofawolf, wegen seiner Meinung, dass beim mittleren L.
        – Gehalt vorne eine 4 …. stünde.

  22. „Kann man davon nicht mehr leben heutzutage?“
    interessante Frage
    Gegenfrage: Ob wohl ein Gymnasiallehrer vom Gehalt eines Bäckereifachverkäufers leben kann?

    Es geht nicht um Leben oder Überleben, sondern darum, dass sehr viele Lehrkräfte Bildungspläne umsetzen und dabei auf die speziellen und individuellen Bedürfnisse ihrer Schüler eingehen.
    Und ja, das muss man weder auf Grundschule noch auf das Gymnasium beschränken, allerdings bieten sich in der Grundschule keine Beförderungsämter, gleich wie viele zusätzliche Aufgaben zur Fach- oder Schulentwicklung übernommen werden (müssen). Den Ansatz der Schulleiter, dass jede Schule einen Konrektor benötigt, teile ich, die Alternative wären eine gleichwertige Anzahl Verfügungsstunden, die besondere Aufgaben aufwerten würden.

    Es will keiner dem anderen etwas wegnehmen. Schulpolitisch wäre es im übrigen erheblich sinnvoller, wenn Lehrer untereinander solidarisch wären, dann würde die Stimme des Philologenverbandes gehört, aber eben auch die des Grundschulverbandes oder anderer Verbände, die sich für die Belange von Lehrkräften einsetzen. Statt sich gegenseitig vorzuhalten, dass die einen per se besser sind als die anderen, wäre es sinnvoller, FÜR Bildung und FÜR gute Bedingungen an allen Schulen einzutreten.

    Abgesehen von der oben schon beschriebenen, anspruchsvollen Arbeit leisten Grundschullehrkräfte zur Zeit auch einen Großteil der Inklusion, haben dabei wenig Unterstützung, sondern sehen selbst zu, das notwendige sonderpädagogische Handwerkszeug im Alltag einzusetzen. Auch diese Tätigkeit wurde bisher mit A13 vergütet – bei geringerem Stundenanteil, jetzt übernehmen es zum Großteil Grundschullehrkräfte, wohlgemerkt gleichzeitig in vielen Unterstützungsschwerpunkten und möglichst ohne Vernachlässigung der höher Begabten.

    Es ist an der Zeit, deutlich zu erläutern, dass die schlechtere Besoldung derjenigen, die mit jüngeren Kindern arbeiten, unfair ist. Nur weil die Kinder kleiner sind, ist die Aufgabe als solche nicht weniger anspruchsvoll und die intensive Vorbereitung des differenzierten Unterrichts wie der extrem gestiegenen außerunterrichtlichen Aufgaben rechtfertigt nicht länger, dass Grundschullehrerinnen und -lehrer mehr Stunden Unterricht erteilen als Lehrkräfte an anderen Schulen.
    Dass es historische Gründe hat, ist klar, aber darum ist es ja nicht festgeschrieben.

    Und ja:
    Ich halte es für sinnvoll, Erzieherinnen universitär zu bilden. Die Ausbildung dauert schon jetzt 5 Jahre und ein Teil ist wie ein kleines Referendariat. Frühförderung halte ich für immens wichtig und finde ebenso, dass sie mit der Einschulung nicht enden sollte. Auch Erzieherinnen setzen Bildungspläne um und wer schon vor der Schule ein gutes Sprachvorbild ist und naturwissenschaftliche Ansätze und vieles mehr vermitteln und dabei individuell fördern soll, dies dann in Entwicklungsberichten dokumentiert und Förderziele benennt und aufgreift, darf auch angemessen bezahlt werden.

    • ich stimme ihrem letzten Absatz voll zu. Das Gehalt müsste dann auf mindestens Grundschule angehoben werden, was den Kommunen als Finanzierer wenig gefallen dürfte …

      in Holland wurden Kindergarten und Grundschule zu einer achtjährigen Einheit zusammengefasst, die weiterführende Schule fängt dort mit Klasse 7 an. das Personal hat durchweg studiert.

      • Die Benachteiigung besteht ja nicht nur in der unterschiedlichen Besoldung sondern darüber hinaus auch noch in den unterschiedlichen Wochenstundendeputaten.

        Grundschule bedeutet also geringere Besoldung bei gleichzeitig höherer Wochenstundenzahl. Gleiches gilt eben auch für HS- und RS-Lehrkräfte, die A12 besoldet sind. Lediglich Lehrkräfte an „Schulen des längeren, gemeinsamen Lernens“ – also Gesamt- Skundar- und Gemeinschaftsschulen hier in NRW – haben das gleiche Wochenstundendputat wie ihre Kollegen mit Lehramt GY/BK.

        Und noch eines, beim vergleichbaren Unterrichtseinsatz von A12 besoldeten Lehrern und A13 besoldeten Studienräten ist bei gleichen Fächern kein Unterschied zwischen den Leistungen ihrer jeweiligen Kurse feststellbar. Entweder bleiben die StR unter ihren Möglichkeiten oder sie können auch nur „mit Wasser kochen“.

        • mehrnachdenken

          Ich schrieb bereits an anderer Stelle: Ich kann diese Jammerei über das angeblich zu geringe oder ungerechte Lehrergehalt langsam nicht mehr lesen!!
          Deutschlands Lehrkräfte liegen im internationalen Vergleich in der Spitzengruppe.

          Niemand ist gezwungen, L zu werden. Wer L werden mö. und dabei primär auf sein Gehalt schielt, sollte diesen Beruf m.E. sowieso nicht ergreifen.
          Natürlich sind die pädagogisch/fachlichen Anforderungen von der Kita bis zum Gymnasium kaum miteinander zu vergleichen.
          Ich unterrichtete in meiner L – Zeit SuS von der GS bis zur 10. Klasse. Besonders freute ich mich jedes Mal auf den Sportunterricht mit den „Zwergen“.
          Kleine Kinder finde ich großartig. Sie sagten mir ehrlich und authentisch, wie sie meinen Sportunterricht fanden. Ich ließ mich von ihrer Begeisterungsfähigkeit und von ihrem Lern- sowie Leistungswillen regelrecht anstecken.
          Es gab aber auch Lehrkräfte, die sich überhaupt nicht vorstellen konnten, bspw. in einer dritten Klasse Sport zu geben.
          Genauso war es für mich fast ausgeschlossen, z.B. in der gymnasialen Oberstufe zu unterrichten.

          Ich orientierte mich bei meiner Entscheidung für den Lehrerberuf nicht am Gehalt, sondern ich stellte mir die Frage, in welcher Schulform ich mich am wohlsten fühlte – nicht ganz unwichtig für meine berufliche Zufriedenheit.

          • volle Zustimmung hierfür, danke für die klaren Worte.

          • Gut – dann eben Eingangsbesoldung A12 für alle Lehrämter sowie Streichung der Studienratszulage und gleiche Wochenstundendputate für alle Lehrämter. Deneben muss dann noch die Angleichung der Netto-Ruhestandsbezüge für tarifbeschäftigte und verbeamtete lehrkräfte angepasst werden.

          • „Natürlich sind die pädagogisch/fachlichen Anforderungen von der Kita bis zum Gymnasium kaum miteinander zu vergleichen.“
            Warum nicht? Man kann Äpfel mit Birnen vergleichen, z.B. im Garpunkt. Man kann Brecht mit Kafka vergleichen. Warum sollte man pädagogische Berufe und deren Anforderungen nicht miteinander vergleichen können?
            Die Klienten sind unterschiedlich in Körpergröße und Entwicklungsstand. Die Aufgaben der Beschäftigten ist, alle Kinder bzw. Jugendlichen individuell und so gut es geht zu fördern. Ich sehe die Vergleichbarkeit durchaus und scheue einen fairen Vergleich nicht, so er denn nicht in Abrede stellt, dass die Aufgaben, die in Einrichtungen mit jüngeren Kindern zu verrichten sind, nicht ohne Betrachtung abqualifiziert werden.

            „Ich orientierte mich bei meiner Entscheidung für den Lehrerberuf nicht am Gehalt, sondern ich stellte mir die Frage, in welcher Schulform ich mich am wohlsten fühlte“
            Was bekommt denn ein Lehrer, der sich am Gymnasium wohl fühlt oder nicht wohl fühlt mehr oder weniger an Gehalt?
            Und wurden die Sportstunden „mit den Zwergen“ entsprechend der Vorgaben angemessen abgerechnet und ausreichend Lohn vom sonst üblichen Gehalt abgezogen, weil es sich um eine niedere Tätigkeit handelte?

            Es geht nicht um ein „aufgepasst bei der Berufswahl“, nicht um den „Spaß am Beruf“ oder „ein bisschen Spielen mit den Kleinen“. Wer den Unterschied nicht erkennt, sollte hospitieren gehen (eine Woche samt außerunterrichtlicher Tätigkeiten) und nicht die Schule von heute mit der vom vorherigen Jahrhundert gleichsetzen. Eine größere Heterogenität der Klasse bzw. jahrgangsübergreifender Unterricht indiziert ja auch nicht automatisch, dass das Schulmeistergehalt von 1800 ausreichend ist, oder?

            Dass man sachliche Kriterien anführt und für eine Gleichstellung in der Entlohnung eintritt, in einem Beruf, der im Alltag eine hochwertige Ausbildung, vielfältiges dezidiertes Fachwissen und enormen Einsatz erfordert, bedeutet doch nicht, dass man den Beruf nicht mögen würde oder die Kinder nicht professionell beschulen würde oder möchte.
            Auch hier kann man den Spieß wiederum umdrehen: Wenn doch Gymnasiallehrkräfte so gerne in Leistungskursen mit Schülern auf hohem Niveau diskutieren und forschen, sollte es ihnen so viel Vergnügen bereiten, dass sie mit A12 gut bedient sind.

            Ich schließe mich dickebank an:
            – gleiche Eingangsbesoldung für alle Lehrämter
            – gleiche Chancen an allen Schulen für Zulagen oder Aufstiege
            – gleiche Wochenstundendeputate
            – gleiche Anrechnung von speziellen Anforderungen in allen Schulstufen (z.B. Doppelzählung von Mirgranten ohne Deutschkenntnisse, Inklusionsschülern, Hochbegabten; Zuschläge für Brennpunktschulen; Anerkennung von Beratungszeiten mit Sonderpädagogen/ Schulpsychologen)
            – gleiche Anrechnung von Ämtern/ zusätzlichen Aufgaben in der Schule sowie in Leitung und Ausbildung
            Dazu sollten ALLE Schulen täglich mit Verwaltungsangestellten ausgestattet sein, die das Sekretariat betreuen und diese Tätigkeiten ausüben, sodass Lehrkräfte sich ihren Aufgaben widmen können.

          • Warum gibt es GY Koordinatorenstellen und an Hauptschulen und Grundschulen nicht?

            An GY und HS werden die gleichen MINT-Fächer unterrichtet – also gleich bezüglich der Anzahl. An den GY gibt es MINT-Koordinatoren zu A15, an den HS gibt es generell keine A14-Stellen geschweige denn Koordinatoren …

  23. Die Vergütung der Lehrkräfte
    @ dicke bank,

    keine 4 vorne??? Hier sehen Sie die aktuelle Besoldungstabelle für angestellte Lehrer in Berlin, mit der Erfahrungsstufe 5 (!!!). Soweit ich weiß (?), handelt es sich bei den Lehrern mit einem Wahlfach um die Grundschullehrer.
    —————————————————-

    Zum 01.03.2016 wurden die Tabellenentgelte um 2,3 % erhöht. Daher gelten ab diesem Zeitpunkt folgende Beträge:

    Laufbahn Brutto
    Lehrer mit 1 Wahlfach 4.447,97 EUR
    Lehrer mit 2 Wahlfächern 4.993,00 EUR
    Lehrer an Sonderschulen (einschl. einer Zulage) 5.113,90 EUR
    Studienrat 5.000,09 EUR

    ————————————–

    Link: https://www.berlin.de/sen/bildung/lehrer_werden/einstellungen/

    4.447,97 Euro sind nicht genug ???

    • Die Erhöhung vom 1.3. (das war vor 5 Tagen) ist ja schon eingerechnet.
      Wer dann nachliest, erfährt, dass ausgerechnet Berlin alle Lehrkräfte gleich mit der höchsten Stufe (5) als Einstiegsgehalt einstellt.

      http://www.gew.de/publikationsliste/
      Auf der GEW-Seite gibt es eine tabellarische Übersicht der Einstiegsgehälter aller Bundesländer.
      Kein anderes Bundesländ gewährt diese Beträge, weder für A12 noch für A13.
      … und da Berlin nicht verbeamtet, sieht das Netto auch entsprechend aus („Lasst Zahlen sprechen!“)

      Weiteres zu Lehrergehältern findet sich in der Zusammenstellung vom Lehrerfreund,
      regelmäßig mit neuen Zahlen
      http://www.lehrerfreund.de/schule/1s/lehrer-gehalt/3707

      Im übrigen geht es nicht um das „Wieviel“ oder „Genug“, sondern um die Unterschiede, die es gibt und die als Diskriminierung eingeschätzt werden.

      • Mir geht es nicht nur ums Geld, sondern auch ums Ansehen. Ich finde, dass man Grundschullehrerinnen oft so einschätzt, als würden sie bequem einem Hausfrauennebentätigkeitserwerb nachgehen können.

  24. Und verbeamtete Lehrer bekommen doch „angeblich“ noch einige hundert Euro mehr?!?

    • Bundesland Grundschullehrer/in BesGr. A12* Studienrat/-rätin (Gym., BS) BesGr. A13*
      Berlin brutto 4.340,71* brutto 4.887,67*
      netto** 2.455,31* netto** 2.700,83*
      NRW brutto 3.233,63 brutto 3.868,04
      netto** 2.575,41 netto** 2.969,18

      Bemerkungen ** Lohnsteuerklasse I (ledig, keine Kinder), gesetzliche KV

      Berlin
      keine Verbeamtung, TV-L E11 und E13, außertariflich Stufe 5 ab Beginn;
      Netto: VBL West, VBL Ost etwas höher

      NRW
      Jahressonderzahlung 30 % eines Monatsgehalts

      Es geht nur um das Netto, Brutto interessiert lediglich die Finanzverwaltung.

  25. @ mehrnachdenken, Zustimmung auch von mir !

  26. @ Palim und dicke bank,

    eure Einwürfe verstehe ich nicht recht. Ich sprach von einem mittleren Gehalt eines Grundschullehrers, vor das mit einer 4 beginnt. Natürlich brutto, nicht netto !

    @ Palim: Was soll nun der Hinweis, dass es zum 01.03. eine Gehaltserhöhung um 2,3 % gibt? Dann hatten die Grundschullehrer eben bisher nicht rund 4300 Euro brutto, sondern nur rund 4200 Euro brutto? Das rüttelt nicht an meiner Meinung, dass das ein gutes Gehalt ist – auch wenn netto nur rund 2400 Euro übrig bleiben. Welcher Normalverdiener hat das schon ?!? Da sind es oft 1000 Euro weniger !!!

    @ dicke bank: Ist das NRW-Gehalt auch ein Gehalt nach der Erfahrungsstufe 5 ? Wenn nein, macht es ja wenig Sinn ein Anfangsgehalt mit einem Gehalt nach ? Dienstjahren zu vergleichen. Und dafür, dass man in Berlin gleich die Erfahrungsstufe 5 bekommt, wird man eben nicht verbeamtet. In NRW aber doch, oder?

    Ich bin ja kein Experte in diesen Dingen, aber auch diese Tabelle (SJ 2014/15) zeigt doch für A 12 (Grundschullehrer ?) Werte von um die 4000 Euro brutto an! Und @ dicke bank, A 12 hat laut dieser Übersicht mehrfach mit Erfahrungsstufe 9 ein Gehalt um die 4000 (im Schuljahr 2014/15) !!!

    • siehe oben:
      Wer dann nachliest, erfährt, dass ausgerechnet Berlin alle Lehrkräfte gleich mit der höchsten Stufe (5) als Einstiegsgehalt einstellt.

      Berlin stellt alle Lehrkräfte gleich auf Stufe 5 ein … das tun andere Bundesländer nicht.
      Und das war dein Vorschlag, nicht der von dickebank.
      Er hat lediglich aus der angegebenen Tabelle zitiert um den Unterschied zwischen Brutto und Netto anzuführen.

      Man kann die Zahlen nicht einfach nebeinander stellen, ohne weitere Parameter mit einzubeziehen.
      Stufe 9 bedeutet etwa 20 Jahre Tätigkeit im Beruf, also kein Eingangsgehalt.

      Und:
      Offenbar bist du den Argumenten nicht zugänglich, trotzdem wiederhole ich gerne noch einmal: Es geht nicht um das „Wieviel“ oder „Genug“, sondern darum, dass es in der Bezahlung der Lehrkräfte unterschiedlicher Schulstufen große Differenzen gibt.

      Da hilft es nicht die Besoldung einer einzelnen Gruppe in einem einzelnen Bundesland, dessen Besoldung sich mit denen der anderen Bundesländern gerade nicht deckt, anzuführen. Es lenkt nur vom eigentlichen Punkt des obigen Artikels und der Diskussion ab: die vergleichsweise geringe Bezahlung von Lehrkräften im Grundschulbereich verglichen an anderen Lehrkräften mit gleichwertigen Aufgaben (Sek I. und Sek II.)

      • mehrnachdenken

        „Da hilft es nicht die Besoldung einer einzelnen Gruppe in einem einzelnen Bundesland, dessen Besoldung sich mit denen der anderen Bundesländern gerade nicht deckt, anzuführen. Es lenkt nur vom eigentlichen Punkt des obigen Artikels und der Diskussion ab: die vergleichsweise geringe Bezahlung von Lehrkräften im Grundschulbereich verglichen an anderen Lehrkräften mit gleichwertigen Aufgaben (Sek I. und Sek II.)“

        Nach wie vor bestreite ich entschieden, dass es sich bei den Anforderungen von Grundschul – Lehrkräften und Lehrkräften an der Sek. I oder gar der Sek. II um vergleichbare gleichwertige Aufgaben handelt.

        Ich argumentiere so: Sie sind anders, aber deswegen nicht weniger herausfordend
        oder leichter. Rechtfertigt dieses „Anders“ aber eine höhere Einstufung?
        Darüber sollte sich mal ein unabhängiges Expertenteam Gedankem machen.

        • Wir könnten Herrn Brügelmann fragen. Der ist Jurist und hat ja ihrer Meinung nach keinerlei praktische Erfahrung. Wäre doch schon einer für das unabhängige Expertenteam, oder?

          • mehrnachdenken

            Ja, so stelle ich mir exakt die Zusammensetzung eines Expertenteams vor, lach.
            Inzwischen ist er im Ruhestand, mischt aber leider immer noch kräftig mit.
            Wenn solche Leute maßgeblich pädagogische Entwicklungen beeinflussen, brauche ich mich über gewisse Ergebnisse nicht zu wundern.
            Sein Sohn ist ja bis zum Vize bei der „Blöd“-zeitung aufgestiegen.
            Kam er ebenfalls in den Genuss der Reichen – Methode?

            Mal ernsthaft: Sind Sie bei dem Thema eigentlich an einer seriösen Debatte interessiert?
            Ihr letzer Post lässt mich stark daran zweifeln.

          • „Mal ernsthaft: Sind Sie bei dem Thema eigentlich an einer seriösen Debatte interessiert?
            Ihr letzer Post lässt mich stark daran zweifeln.“

            Ja, bin ich.
            Aber diesen konnte ich mir nicht verkneifen 🙂

    • Es geht doch nur um die Einstiegsgehälter. Die Besonderheit ist, dass Berlin allen lehrkräften – also auch den Berufsanfängern – die Erfahrungsstufe 5 zumisst. In NRW erhält, wer tarifbeschäftigt wird, nach dem bestandenen 2. StEx die Erfahrungsstufe 2 des jeweiligen Eingangsamtes. Er behält diese auch nach Beendigung der einjährigen Probezeit.

      Warum soll hier wegen der Erfahrungsstufe 5 ein 26-jähriger Berufsanfänger in Berlin mit einem über 50-jährigen „alten Hasen“ in NRW vergleichen werden?

    • Warum werden die unterschiedlichen Entgeltsysteme hier andauernd verwechselt?

      Die Tarifbeschäftigten-Gehälter wachsen nicht proportional zur Beschäftigungszeit wie die Besoldungen. In der Entgeltgruppe E11 ist die Erfahrungsstufe 5 die Endstufe. Und da gibt es bei Lohnsteuerklasse III, freiwillig tariflich krankenversichert, Kirchensteuerpflichtig gerade einmal knapp über 4,4 kEuro – das sind netto um die 2800 EUR.

      Und wegen der tollen Arbeitsbedingungen habe ich den Beruf garantiert nicht ausgesucht. Ebenso sind mir die Fächer und die Kinder, die ich unterrichte egal. Ich mache den Job nur wegen des Entgeltes.

  27. @ dicke bank, hier ist noch eine Übersicht.

    Das sind doch die Einstiegsgehälter ( = Erfahrungsstufe 1), oder nicht?

    Dann hättest du das Lehrergehalt in Berlin (Erfahrungsstufe 5) mit einem Lehrergehalt NRW (Erfahrungsstufe 1) verglichen. (?)

  28. @ Missisippi, nein, das finde ich nicht.

    Ich denke, es geht doch vielfach nur ums Geld. Wenn du deine Argumentation ehrlich meinst, müsstest du auch für Kindergärtnerinnen ein Grundschullehrergehalt fordern, weil man sie oft so einschätze, als würden sie nur „kuscheln und spielen“ und einem Hausfrauennebenerwerbsjob nachgehen!

    Ich freue mich über die gute Bezahlung der Lehrer, keine Frage !!! Ich wünsche mir, dass mehr Geld in die Schulen investiert wird, in die Ausstattung, in sanitären Anlagen, in die Gebäude und in die Arbeitsbedingungen (mehr Lehrer durch kleinere Klassen, Vertretungsreserve, Stundenzahlsenkung, weniger Bürokratie).

    Unsere Gehälter sind gut ! Irgendwo schrieb jemand, ein GY-Lehrer sollte mal als GS-Lehrer arbeiten. Ich sage, wir sollten vielleicht alle mal ein halbes Jahr als Briefträger, Blumenverkäufer oder Lagerist arbeiten.

  29. @sofawolf: Die haben wenigstens ein Wochenende und geregelten Feierabend.

  30. @ Missisippi,

    das ist doch sicher nicht als ernsthaftes Argument gedacht? Das wussten Sie vorher und hätten sich ja ggf. einen anderen Beruf auswählen können!

    Dafür haben wir Ferien und die genannten Berufsgruppen nicht.

  31. @ dicke bank,

    Sie haben doch aber das Gehalt der Erfahrungsstufe 5 in Berlin mit einem Einstiegsgehalt in NRW verglichen, wenn ich nicht irre, um damit zu zeigen, dass „mittlere Lehrergehälter“ nicht mit einer 4 beginnen.

    Oder warum haben Sie die 3200 in NRW den 4300 in Berlin gegenübergestellt?

    • Weil es in Berlin kein mittleres Lehrergehalt gibt. Die fangen ja alle direkt bei der Einstellung mit der Erfahrungsstufe 5 an, da sonst kein Mensch tarifbeschäftigter Lehrer in Berlin werden möchte.

      Hessen stellt die in NRW ausgebildeten Lehrkräfte für die SekI ja auch zu E13 ein oder verbeamtet sie zu A13, teilweise sogar mit Zulage, wenn Inklusionskinder in den Klassen sind.

      So lange die Einstellungsbedingungen nach Gutsherrenart bestimmt werden, so lange wird dieses Thema die Politik beschäftigen müssen. Bis jetzt haben die Politiker mit Zustimmung der Beamten, die im DBB organisiert sind, abgeblockt. Das wird dauerhaft aber nicht immer gelingen können. – Auch wenn mittlerweile immer mehr Bundesländer verbeamten und die Altersgrenzen für die lebenszeitverbeamtung angehoben werden.

  32. @ Palim, ZITAT: „Offenbar bist du den Argumenten nicht zugänglich, trotzdem wiederhole ich gerne noch einmal: Es geht nicht um das „Wieviel“ oder „Genug“, sondern darum, dass es in der Bezahlung der Lehrkräfte unterschiedlicher Schulstufen große Differenzen gibt.“

    Offenbar bist du meinen Argumenten auch nicht zugänglich, trotzdem wiederhole ich gerne noch einmal: Ich bestreite eben, dass es für die unterschiedliche Bezahlung der Lehrkräfte unterschiedlicher Schulstufen nicht trifftige Argumente gibt!

    Um es noch einmal aus der Gegensicht zu formulieren: Ich fände es zutiefst ungerecht, wenn ein GY-Lehrer „nur so viel“ wie ein GS-Lehrer verdienen würde, denn der Aufwand ist schon enorm größer! Wer will denn ernsthaft bestreiten, dass es keinen Unterschied gibt, wenn man 25 x ein 20-Wörter-Diktat einer 2. Klasse oder 25 x ein 180-Wörter-Diktat einer 8. Klasse kontrollieren muss; wenn man eine Mathearbeit Addition und Subtraktion im Zahlenraum bis 20 oder eine Mathearbeit einer 11. Klasse (ich erinnere mich dunkel an Permutationen, Logarithmen u. dgl. mehr) kontrollieren muss oder einen Aufsatz, der mehrere A-4-Seiten umfasst statt der halben A-4-Seite eines 4.-Klässlers.

    Wer das negiert, ist meiner Meinung nach einfach nur ignorant oder geldgeil oder beides.

    • Nur das an vielen Schulen die Kollegen der SekII zusätzlich noch Entlastungsstunden für die Korrekturen erhalten. Die Anzahl von Oberstufenkorrekturen und die Anzahl der Schüler je Kurs ist übrigens geringer als in der SekI. Nicht vergessen die Abi-Enten gehen auch schon immer vor den Osterferien …

  33. Um Missverständnissen vorzubeugen: Nein, niemand hat gesagt, GY-Lehrer sollen weniger verdienen. Aber, wenn GS-Lehrer das Gleiche wie GY-Lehrer verdienen, dann verdienen GY-Lehrer „nur so viel“ wie GS-Lehrer.

    Wird nicht lange dauern und dann finden die das ungerecht und begehren dagegen auf. 😉

    • Falsch, ich habe die Forderung erhoben, dass das Eingangsamt für alle Lehrkräfte auf A12 abgesenkt wird und die Wochenstundendeputate angeglichen werden.

      Lediglich für Tarifbeschäftigte fordere ich eine prozentuale Absenkung der Wochenarbeitszeit analog zu den Dienstzeiten im sonstigen Öd.

      Tarifbeschäftigte 38,5 und Beamte 41 WS. Für Schule heißt das, StR, verbeamtet 25,5 WS und Lehrer, tarifbeschäftigt 24 WS.

  34. Von dem Forum hier scheinen nur wenige Eltern Kenntnis zu nehmen. Ich aber schon ganz lange und die meisten Kommentare stoßen mich als Mutter zweier Schulkinder so ab, wie sich das die hier kommentierenden Lehrer offenbar gar nicht vorstellen können.
    Vor allem „sofawolf“ , aber auch „mehrnachdenken“ halten mit ihren Kommentaren die Ehre von Lehrern noch ein bisschen aufrecht. Ansonsten bestätigt sich mein Bild, dass Lehrer vor allem an sich, ihr gesichertes Einkommen und ihr Ruhegehalt denken. Es ist traurig, da sie sonst doch immer behaupten, ihren Beruf hätten sie nicht aus finanziellen Gründen, sondern aus reiner Kinderliebe, Leidenschaft und Berufung gewählt.
    Die Debatte hier ist für Lehrer entlarvend und beschämend.

    • mehrnachdenken

      Danke! Ich freue mich darüber, dass ich aus Elternsicht mit meiner Meinung nicht so falsch liegen kann.
      Als Kind einer Lehrerfamilie der 50er Jahre bekam ich schon mit, wie wenig die damaligen Volksschullehrer verdienten. Dagegen geht’s der Pädagogenzunft heutzutage vor allem finanziell richtig gut!!
      Nicht umsonst gehörten zu einer Schulleiterstelle auf dem Dorf auch mehre Morgen Land sowie ein großer Garten. Wir waren so was wie Selbstversorger.
      Wegen der geringen Verdienstmöglichkeiten war der Lehrerberuf nicht gerade attraktiv. Erst als der CDU – Mann Georg Picht 1966 die Bildungskatastrophe an die Wand malte und der Beruf auch finanziell stark aufgewertet wurde, entdeckten plötzlich zahlreiche Frauen und Männer ihr Herz für die Pädagogik.
      Ich vermute, dass es einigen von ihnen weniger um die SuS ging, sondern eher um ihren Geldbeutel.

      • Die 50er Jahre waren aber auch eine Zeit, in der Eltern und Kinder Respekt vor den Lehrern hatten, in der nicht individuell gefördert wurde und in der Lehrer Kinder geschlagen haben. Die ganzen Problemfälle gab es nicht. Notfalls wurde man geprügelt oder blieb sitzen.

        • Gut, dass die Zeiten von Schläg und dem zwangsläufigen Sitzenbleiben als einzige Möglichkeit, Leistungsruckstände auszugleichen, vorbei sind.

          Gut auch, dass man nicht mehr Lehrer*in zu sein und dabei einen Hungerlohn verdient.

          Ich finde den Kommentar von Mutter schon ein wenig blauäugig und mit zweierlei Maß messen.Überall sonst ist es in Ordnung, wenn gutes Geld für gutes Arbeit gefordert wird, kaum jemand muckt auf, wenn sich Finanzjongleure durch Quasiwetten horrende Gehälter einstreichen, die Boni von Managern immer weiter in die Höhe wachsen, „Steuergestaltungsmöglichkeiten“ nur für Topverdiener möglich sind.

          Lehrer*innen hingegen sollen Verzicht üben und Ihre 50h Wochen bestenfalls aus purer Begeisterung und Hingabe ableisten. Was für eine Welt!

      • Volksschullehrer hatten auch nicht studiert, sie wurden an den Lehrerseminaren ausgebildet.

        Erst die Aufspaltung der Volksschulen in Grund- und Hauptschulen ging mit der Verlagerung der lehrerausbildung an die PHs einher. Letztere wurden hier in NRW in den 70ern also vor mehr als 40 Jahren aufgelöst und die Lehrstühle für die Lehrämter in die Hochschlen integriert.

        Da es nie Fachhochschulen für das Lehramt Primar- und Sekundarstufe I gab, war die Unterscheidung zwischen gehobenem und höherem Dienst bei Lehrkräften schon immer zweifelbehaftet.

    • Lehrer ist ein Beruf – Beruf bitte nicht mit Berufung verwechseln. Für die geleistete arbeit gat der Arbeitgeber ein Entgelt zu zahlen.

      Und an dieser Stelle wird es äußerst kompliziert, vor llem weil „Lehrer ein Sammelbegriff ist.

      Die Dienstbezeichnung Lehrer – hier in NRW – führen zum einen alle verbeamteten Lehrkräfte, die an Schulen der Primar- und der Sekundarstufe I mit Ausnahme der Gymnasien und der berufsbildenden Schulen eingesetzt sind, und zum anderen alle tarifbeschäftigten Lehrkräfte in allen Schulformen. Für Letztere gibt es die Dienstbezeichnung Lehrer i.T.

      Alle anderen Lehrkräfte, die die Lehrbefähigung GY/BK haben, sind als Beamte in der Eingansstufe A13 und tragen die Dienstbezeichnung Studienrat.

      Die Streitigkeiten um die Entlohnung wären ganz einfach vom Tisch zu bekommen, wenn die Arbeitgeber sich auf eine Lehrereingruppierungsordnung einigen könnten. Z.Zt. wird nämlich bei der Eingruppierung neuer tarifbeschäftigter Lehrkräfte nach Gutsherrenart verfahren.

      So arbeiten in der Sekundarstufe I vollausgebildete Lehrkräfte mit Zweitem Staatsexamen zu vollkommen unterschiedlichen Konditionen.

      Zum einen sind da die Lehrkräfte mit Lehrbefähigung für die Sek I+II, die als Beamte zu A13 und als Tarifbeschäftigte zu E13 beschäftigt werden.
      Zum anderen sind das die lehrkräfte mit einem Lehramt für die SekI, die entweder mit A12 besoldet oder mit E12 bzw. E11 entlohnt werden.

      Zwischen den Besoldungsgruppen der A-Besoldung und der Tabelle des TV-L klaffen gewaltige Spannen. Bezogen auf Brutto können zwischen einem Beamten und einem Tarifbeschäftigten bis zu 900 EUR/Monat Entgeltdifferenz liegen (Gleiche Lohnsteuergruppe, gleiche Tätigkeitsmerkmale usw.)

      Hinzu kommt dass – anders als im sonstigen ÖD – Lehrkräfte der SekI und der Primarstufe trotz abgeschlossenem Master-Studiengang und Zweitem Staatsexamen nicht in den höheren Dienst übernommen werden. Die Begründung besteht in dem ein semester längeren Studiengang für Lehramt GY/BK. Die Länder verstoßen mit ihrer Eingruppierungspraxis gegen die Grundsätze des Berufbeamtentums, Einstellungsvoraussetzung für den höheren Dienst ist ein mit Master oder Erstem Staatsexamen abgeschlossenes Hochschulstudium und der erfolgreich abgeschlossene Vorbereitungsdienst.

      Wie jede andere Berufsgruppe haben tarifbeschäftigte Lehrer das Recht für ihre Interessen notfalls auch zu streiken, um so Verbesserungen – auch Entgeltverbesserungen – zu erreichen.

      Die innerhalb des DBB organisierten Berufskollegen, die ja alle verbeamtet sind, verstehen die Tarifbeschäftigten als fünfte Kolonne, die zwar streiken darf, um höhre Gehaltsforderungen durchzusetzen, blockieren aber andereseits die Bemühungen um die sonstigen tariflichen Forderungen wie der Lehrereingruppierungsordnung.

    • Mein Studium dauerte 8 Semester, 1 Semester Prüfungen, 2 Jahre Referendariat, in dem man sehr wenig verdient. Dann ist man 26,5 Jahre alt, bis man das erste richtige Gehalt bekommt. Andere, die so eine lange Ausbildung hinter sich haben, verdienen auch nicht schlechter. Soll man aus Kinderliebe auf eine angemessene Bezahlung verzichten? Die meisten Lehrer/innen sind wegen der Kinderliebe schon engagierter als sie sein müssten, aber das erkennt ja niemand an.

      • Und heute sind in NRW und einer Reihe weiterer Bundesländer die Regelstudienzeiten für alle Lehrämter gleich lang …

        Die „Grundschiögabis“ können nur froh sein, dass ihre Besoldungsgruppe sich nicht nach dem Durchschnittsalter der SuS bemisst, die wären sonst unterhalb von A10:)

        Für Sek:-Lehrer wäre der vorgeschlagene Weg besser, sie kämmen über den Altersdurchschnitt der Schülerschaft auf mind. A13.

    • Laut statistischem Bundesamt (aus dem Jahr 2006) arbeiten Gymnasiallehrer ca. 2100 Stunden im Jahr. Das bedeutet knapp 48 Stunden in der Woche. Da Lehrer aber ca. 40 Stunden in der Woche arbeiten müssten, verzichten diese auf ihren Jahresurlaub. Da sage noch jemand Lehrer engagieren sich nicht.

      • @ GriasDi: Dazu gehören auch die Grundschullehrer, auch wenn das manche nicht glauben wollen.

        • In der Studie sind ausdrücklich Gymnasiallehrer genannt.

        • Ich hab auch nirgends gesagt, dass Grundschullehrer viel weniger arbeiten.

        • Zitat aus einem Artikel der Zeit:
          Eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2006 ermittelte für Gymnasiallehrer eine durchschnittliche Jahresarbeitszeit von 2092 Stunden. Auch Lehrer anderer Schulformen erreichten ungefähr diesen Wert.

          • Und warum reiten Sie einen 10 Jahre alten Gaul? Die Arbeitsbelastung ist seit dieser Zeit vor allem an Grundschulen und Schulen der Sekundarstufe I erheblich gewachsen.

            An den GY ist lediglich die Zahl der Schüler je Jahrgang gewachsen bzw. konstant geblieben. Ansonsten sind die GY durch die Umstellung von G9 auf G8 de facto entlastet worden.

            An anderen Schulformen ist durch die unzureichend unterstützten Inklusionsbedingungen der Arbeitsaufwand mittlerweile exponentiell gestiegen.

          • Da sollten wir entsprechende Erhebungen abwarten. Auch an Gymnasien ist die Belastung gestiegen (dort soll es auch Sek I geben).

          • … aber de facto keine Inklusion von Kindern mit Förderbedarf L und ESE.

            Gymnasien sind doch nicht einmal in der Lage Kinder zu inkludieren, die keine uneingeschränkte Gymnasialempfehlung haben. Im Regelfall reichen sie ihre Problemfälle nach ausführlicher Beratung der Eltern bis zum Ende des sechsten Schuljahres auch gerne an „Schulen des längeren gemeinsamen Lernens“ weiter.

          • Ich wusste gar nicht, dass das Abi-Zeugnis schon nach der 4ten Klasse verteilt wird. Gymnasialempfehlung = Abitur kann nicht funktionieren. Es ist nicht Ziel des Gymnasiums, allen ein Abitur zu schenken.

          • Der Unterschied ist aber, dass an den anderen Schulen die durchschnittlichen und begabten Schüler durchaus weiterhin durchschnittliche und bessere Leistungen bringen und ihre Schulabschlüsse erreichen sollen und ZUSÄTZLICH auch die anderen Schüler in der Klasse BLEIBEN. Schwache Schüler, Schüler mit Förderbedarf L, ESE und eben auch Sprache oder Hören oder KM oder…
            Man beschult sie ALLE und keiner geht!

          • Ich komme aus einem Bundesland, in dem es so gut wie keine Gemeinschaftsschulen gibt.

          • „dass an den anderen Schulen die durchschnittlichen und begabten Schüler durchaus weiterhin durchschnittliche und bessere Leistungen bringen“

            bessere Leistungen im Vergleich wozu?

          • Der Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Professor Jürgen Baumert attestiert dem Gymnasium eine sehr gute Förderleistung, gerade „im schwächeren Segment der neu hinzugekommenen Schulbevölkerung“ (Jürgen Baumert).

            Der Professor für Pädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin, Heinz-Elmar Tenorth, bestätigt diesen Befund. Er attestiert er dem Gymnasium das „anregendste Lernmilieu“ aller Schulformen. Es könne ein Vorbild für die leistungsschwächeren Schulformen sein.

          • besser als durchschnittlich

            Aber wenn die Förderleistung im Gymnasium so herausragend ist, kann ich ja meine I-Kinder L und H nach der 4. Klasse zum Gymnasium schicken, damit sie mal angeregt werden.
            Das sind allerdings Kinder, die schon immer so zu Grundschulen gegangen sind.
            Was genau meint Herr Baumert denn mit „neu hingekommenen Schulbevölkerung“? Wo kommen die denn her?

  35. Jedenfalls fühlt man sich auf dieser Seite als Lehrer/in doch dauernd geprügelt. Was Positives gibt es anscheinend nicht zu berichten. Unterstreicht auch noch das „gute“ Ansehen.
    Gerechte Bezahlung gibt es sowieso nirgends, auch nicht in anderen Berufen. Solange faule Leute genauso gut durchkommen wie engagierte.

  36. Die Gesamtrichtung der Diskussion bestärkt mich in meiner Meinung, dass man über Gehaltsstrukturen sehr wohl diskutieren sollte, dass es aber in Wahrheit gar nicht um Geschlechterdiskriminierung geht.

  37. Warum redet eigentlich niemand über die Angleichung der Ausbildung d. h. der Studieninhalte? Dann ergäbe sich das mit dem Gehalt von selbst.
    Wer nun einwendet, dass z. B. Gymnasiallehrer weniger Pädagogikvorlesungen hätten, dem muss ich beipflichten. Allerdings hatten diese Vorlesungen (in den 90er Jahren) mit dem späteren Alltag als Lehrer nix zu tun. Mehr davon wäre Zeitverschwendung (4×0 ist immer noch 0). Ich hoffe, dass die Pädagogik-Vorlesungen im GS-Bereich besser waren bzw. heutzutage für alle besser sind.

    • Richtig. Meine Pädagogikveranstaltungen waren die wissenschaftlichen Seminare der Hauptfachpädagogen und entsprechend wenig haben die mit dem späteren Lehreralltag zu tun. Sogar das Studienfach Pädagogik hat mit dem Unterrichtsfach Pädagogik noch weniger gemeinsam als die Mathematik, wo zumindest im ersten Semester der komplette Schulstoff (und mehr) durchbewiesen wird.

      Man kann natürlich wieder über den Tellerrand philosophieren, aber das Verhältnis aus vergleichsweise hohem Zeitaufwand, geringem bis keinem Nutzen und fehlendes Interesse macht die Sache nicht besser. Zum Ausgleich war die (fach-) didaktische Ausbildung mangels Existenz eine Katastrophe. Heutzutage soll es aber besser sein, wobei zumindest gerüchteweise die didaktische Ausbildungsqualität beim Studium naturwissenschaftlicher Fächer noch immer arg zu Wünschen übrig lässt.

      • by the way

        „Heutzutage soll es aber besser sein, wobei zumindest gerüchteweise die didaktische Ausbildungsqualität beim Studium naturwissenschaftlicher Fächer noch immer arg zu Wünschen übrig lässt“

        Dieses Gerücht stimmt nun wirklich nicht!! Was soll dieser Einwurf??
        (Hat nichts mit dem Thema hier zu tun – ist einfach – weil so „einfach“ und voller Unkenntnis – so ärgerlich.)

      • Eigentlich sollte es heutzutage keinen Didaktik-Lehrstuhl mehr geben, der keine Schule angegliedert hat, um dort Feldforschung zu betreiben. Meines Wissens ist das heute auch noch nicht der Fall.

    • Japp, Angleichung der Ausbildung fände ich auch gut.
      Grundstudium für alle, samt Entwicklungspsychologie, Lernstörungen, Inklusion, Medienerziehung, Deutsch als Zweitsprache (z.B.) UND Praktika
      und im Anschluss darauf aufbauend die Qualifikation für bestimmte Schulstufen. Da können sich alle mit notwendigen Kenntnissen für altersspezifischen und hoch differenzierten Unterricht auseinandersetzen.

      • @palim

        Angleichung der Ausbildung ist m. E. sicherlich der richtige Weg. Durch die Umsetzung von Bologna (z. B. mit BA/MA bzw. BSc/MSc) wurden hier ja an vielen Unis/PHs schon die studienorganisatorischen Voraussetzungen geschaffen.
        Aber so wie vorgeschlagen „Grundstudium für alle“ und dann „im Anschluss darauf aufbauend die Qualifikation für bestimmte Schulstufen“, das kann nicht gut gehen. Ich will jetzt nicht das hohe Lied der Fachlichkeit singen, doch diese würde zwangsläufig bei dieser Konstruktion leiden. Sicherlich könnten manche Studienpläne (und hier überblicke ich viele wie die Studienfächer im nawi Bereich oder auch Germanistik, Anglistik oder Romanistik oder oder oder) fachlich „entschlackt“ werden. Doch wir an der Uni und am Studienseminar stellen immer wieder fest (bezieht sich auf die Gy und Realschulausbildung), dass eine gute (passende!) vertiefte fachliche Ausbildung mit entsprechender fachdidaktischer Begleitung ein (!) solides Fundament ist – natürlich neben anderen -, um als junge Lehrkraft in der Praxis nicht zu scheitern.
        Das bedeutet, dass die Fachausbildung (bei 2-Fach-Lehrern) durchgängig vom 1. Semester erfolgen muss – wie gesagt mit entsprechender fachdidaktischer Begleitung. Studierende definieren sich ja auch über ihre Fächer. Zwar nicht als Mathematiker oder Physiker oder Chemiker, aber ihre Interessen und vor allem ihre Berufsmotivation begründen sich in den Fachdomainen. Zeigen jedenfalls seit Jahrzehnten viele Untersuchungen. Interessant ist auch, dass sich eine mangelnde Fachausbildung von Lehrpersonen (für Naturwissenschaften und für Mathematik durch amerikanische Studien gezeigt) negativ auf den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern auswirkt.
        Aus fachdidaktischer Sicht im Sinne einer Professionalisierung der Lehrerbildung ist dann natürlich die Frage, wie in der Ausbildung und in der Berufseinstiegsphase das Spannungsfeld „Transmission von Wissen“ und „Orientierung an der Entwicklung der Lernenden“ gelöst werden kann. Und hier sind wir m.E. wieder bei der Stärkung der Fachdidaktiken, die dieses aus dem Fach heraus (und nicht aus den Erziehungswissenschaften!) leisten könn(t)en.

      • Umgekehrt wird ein Schuh draus. Erst gemeinsames Fachstudium und dann die altersspezifischen pädagogischen Inhalte. Laut Teds-M-Studie darf das Fachstudium auf keinen Fall vernachlässigt werden.

        Siehe auch:
        http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/paedagogen-pisa-wehe-wenn-der-mathelehrer-rechnen-muss-a-689146.html

        • Das ist doch der Weg nach Bologna in der Lehrerausbildung;
          zunächst der Bachelor im ersten und zweiten Fach und anschließend der Abschluss im Masterstudiengang Erziehungswissenschaften.

          Ein angehender M/PH-Lehrer macht genauso wie die B.Sc. seinen Bachelor in Mathematik und Physik um anschließend den Masterstudiengang im Bereich Erziehungswissenschaften als Master of Education abzuschließen.

          Dabeneb kommen dann in NRW noch drei Praxisphasen; eine (am besten) vor Aufnahme des Bachelor-Studiums, eines zu Beginn des Masterstudienganges und einkomplettes Praxissemester am Ende des Master-Studienganges.
          Im Anschluss kommt dann das 18-monatige Referendariat.

          Diese Bedingungen gelten für alle Lehrämter von der Primar- bis zur Sekundarstufe II.

          • Ja eben – nur den Bachelor.

          • Achtung Vorurteile und Ironie: Angehende Grundschullehrerinnen in der Hauptfachvorveranstaltung zur Numerischen Mathematik bzw. Mediävistik ;-). Alle davon Betroffenen — Studentinnen und Seminarleiter — werden sich freuen. Wissenschaftliches Rechnen und Mittelhochdeutsch ist grundlegend für das Grundschullehramt

            Im Ernst: dickebanks Vorschlag eines reinen fachwissenschaftlichen Bachelors und eines rein (fach-) didaktischen bzw. pädagogischen Masters hat etwas, zumal sich die Studenten am Ende des Bachelors doch noch für die reine Fachwissenschaft (m.sc., m.a. etc) entscheiden oder doch zum Lehramt (m.edu.) wechseln können.

            Aufgrund meines ironischen Einwandes oben könnte man das Studium des Grundschullehramt vielleicht mit dem des (akademisierten) Erzieherberufs zusammenlegen und natürlich auch identisch besolden, sprich Erzieher hoch auf Grundschule. Den Bachelor könnten diese Studenten vielleicht in Erziehungswissenschaften mit entsprechenden Schwerpunkten in (Klein-) Kindpädagogik absolvieren.

          • Umgekehrt wird ein Schuh draus, man stelle sich Gymnasiallehrkräfte und Berufsschullehrkräfte einmal an einer Grundschule – und nicht auf Elternseite – vor. Watt’n Spaß!

            So’n 40-jähriger Latein- und Geschichtslehrer vor ’ner Horde Schnodderbacken in einer jahrgangsgemischten Eingangsklase.

            Der gibt natürlich für so’ne Kinderkacke den A12 übersteigenden Anteil seiner Besoldung direkt wieder beim Dienstherren ab …

          • @GriasDi – ja eben – aber besoldet wird er aufgrund seines Master-Abschlusses in Erziehungswissenschaften.

            Entscheidend für die Übernahme in den Schuldienst ist nämlich der universitäre Hochschulabschluss mit einem Master und der erfolgreich absolvierte Vorbereitungsdienst.

          • Eines vorweg: Ich möchte nicht an einer Grundschule unterrichten. Wobei dort das Unterrichten wahrscheinlich nur 5 min von 45 min einnimmt, die restlichen 40 min gehen drauf, um einigermaßen Disziplin in der Klasse herzustellen.
            Gespannt wäre ich allerdings auch, wenn ein Grundschullehrer in der 12ten Klasse Quantenphysik oder Spezielle Relativitätstheorie unterrichtet. Ein Kommentar einer GS-Lehrerin, die in einer 5ten Klasse am GY Mathe unterrichtete: Ich hätte nicht gedacht, dass die Leistungen schon nach wenigen Wochen so weit auseinander liegen. Also nicht nur an der GS muss differenziert unterrichtet werden.

          • Das wird bestimmt ein Spaß. Besonders wenn dieser Grundschullehrer Physik nach Klasse 10 mit großer Freude abgewählt hat.

            Bei mir, dem eine Grundschulklasse ebenfalls viel zu wuselig ist, dürfte Musikunterricht in der Grundschule ähnlich interessant werden. Ich bräuchte eine monatelange Ausbildung um das Level von Troubadix wenigstens halbwegs halten bzw. überhaupt erreichen zu können.

          • Nachtrag: Die Leistungsbreite in Klasse 5 hängt ganz extrem von der Grundschule bzw. der Grundschullehrerin ab. Bei der Anmeldung kann man sich schon denken, dass der Wissensstand der Kinder bei Frau XY ein ganz anderer ist als der bei Frau AB aus dem Vorjahr.

      • Ich habe mich zu den Fächern gar nicht geäußert… und finde es auch gar nicht so leicht: Einerseits möchte man eine hohe fachliche Qualifizierung, ja, andererseits befähigt einen das Studium zum Lehramt und nicht zum Fach-Wissenschaftler.
        Es geht eben nicht allein um das Fach als solches, sondern darum die Schüler, ihren Lernprozess etc. in den Blick zu nehmen, angemessen vermitteln zu können, Lernschwierigkeiten zu erkennen, aber eben auch, etwas dagegen setzen zu können. Das dazu benötigte Handwerkszeug gehört eben auch in ein Studium…

        Breit aufgestellt sein für viele Fächer in Klasse 5-10 müssen viele Lehrer an vielen Schulen – wie auch immer diese Schulform dann genannt wird.
        Spezialisiert für den Unterricht in der Sek II oder den Erstunterricht müssen bestimmte Lehrkräfte sein. Sicherlich würde man noch andere Schwerpunkte finden, die meines Erachtens dann sozusagen einen Aufbaustudiengang, einen Schwerpunkt oder ähnliches bilden würden.

        Und wenn wir dann schon bei der Ausbildung sind: Praktika in jedem Fall, dabei gehört die Betreuung durch Mentoren etc. in die Anerkennung der Arbeit für alle Beteiligten (Kritik an GHR 300 in Nds.).
        Und wenn das Referendariat eine AUSBILDUNG sein soll, dann muss auch hierfür Zeit für Mentoren und Anwärter zur Verfügung gestellt werden. 1/2 Lehrerstelle und 15 Besuche in 18 Monaten kommt eher eine Dauerprüfungssituation gleich.

        • Klasse 5/6 würde ich mir in jedem Fach außer Sport, Kunst und Musik noch zutrauen, die Kirche würde mir ihren Segen für Religionsunterricht glücklicherweise verweigern. In der Sek I ab Klasse 7 würde ich jede Naturwissenschaft problemlos, jede Gesellschaftswissenschaft mit entsprechend viel Arbeit am heimischen Schreibtisch hinbekommen, ebenso die grammatischen Teile in Englisch. Bei Französisch, Latein, Spanisch hätte ich Null Chance, in Erörterungen sowieso nicht. Unterrichtsmethoden zum Spracherwerb müsste ich ir von den Kollegen abschauen. Bei den nicht-Naturwissenschaftlern sähe es in den Naturwissenschaften mindestens genauso übel aus wie bei mir im literarischen Teil. Ferner gibt es versicherungstechnische Bedenken, den Deutsch-Historiker, der Chemie mit Freuden nach Klasse 10 angewählt hat, auch nur ohne Aufsicht in der Chemiesammlung experimentieren zu lassen, schon garnicht mit Schülern. Mit der Breite der Aufstellung darf man es also nicht übertreiben. Das meinten Sie aber auch nicht so extrem wie mein Beispiel.

          Beim Referendariat kommt neben der Vielzahl an Unterrichtsbesuchen und den Seminartagen auch noch die hohe Anzahl eigenverantwortlichen Unterrichtsstunden hinzu. In NRW waren es zumindest einmal 9 von 12 Wochenstunden, also nur 3 Stunden Ausbildungsunterricht.

  38. @ Mississippi, Sie verweisen darauf, dass wir Lehrer lange studiert haben (ohne Verdienst) und erst spät begannen zu verdienen. Dass Ihre gesamte Ausbildung kostenlos war, das vergessen Sie dabei ganz.

    Ich sage nicht, Lehrer sollen schlecht verdienen. Wer hat das gesagt? Lehrer verdienen gut. Mehr als viele andere. Hier geht es darum, dass Sie die Grundschullehrer auf die gleiche Stufe stellen wie die Gymnasiallehrer, um noch mehr zu verdienen, weil Sie meinen, da gäbe es keine Unterschiede (mehr). Auch anderswo gibt es Gehaltsunterschiede, weil es auch in den Tätigkeiten Unterschiede gibt. Und die gibt es eben auch zwischen Grundschullehrern und Gymnasiallehrern. Auch wenn sie alle Kinder unterrichten!

    Das ist unser Streitpunkt. Haben Gymnasiallehrer deutlich mehr zu tun als Grundschullehrer oder nicht. Ich sage ja.

    • Nein, es reicht aus die Lehrkräfte mit Lehramt GY/BK ebenfalls in der Eingangsstufe zu A12 zu besolden. Die „Lehrer“ wollen doch gar unbedingt nicht mehr haben.

      A13 also nur noch wie in der SekI an die Übernahme von Funktionen knüpfen.

    • „Das ist unser Streitpunkt. Haben Gymnasiallehrer deutlich mehr zu tun als Grundschullehrer oder nicht. Ich sage ja“

      nein, kann nicht sein. Das Entgelt gibt es ja eben nicht für die größere Arbeitsbelastung. Der Dienstherr muss nämlich darauf achten, dass die Arbeitsbelastung für alle gleich ist (Fürsorgepflicht). Die verantwortung für die Schülerschaft der SekII ist auch nicht größer als die für die der SekI oder der Primarstufe.

      Wenn die Belastung als größer empfunden wird, ist das eine subjektive Bewertung oder aber Ausdruck von Überforderung, die durch mangelde Kompetenzen begründet ist.

      Wer zu blöd ist seine Arbeit in der vogesehenen Zeit zu erledigen, der muss eben unbezahlte Überstunden ableisten. Das ist bei Behörden nicht anders als in der freien Wirtschaft.

    • Meine Ausbildung war kostenlos? Schluck!!! Ich habe jahrelang an Bafög und Studienabschlussdarlehen zurückgezahlt, nebenher gejobbt. Wollen sie meinen noch vorhandenen Bafög-Ordner sehen?

      • Das ist eben der Unterschied zwischen „umsonst“ und „vergeblich“.

        Ich will damit aber nicht unterstellen, dass ihr Studium , dass es – wie Sie ja selbst schreiben – nicht umsonst war, evtl. vergeblich gewesen sein könnte:)

        • @dickebank: Danke für die Aufklärung. Habe das Wort „umsonst“ tatsächlich anders interpretiert. Vergeblich war es auch nicht. Neben der Didaktik hat mir das fachwissenschaftliche, v.a. in Deutsch und Kunst sehr viel Spaß gemacht und den Horizont erweitert, mich in viele Ausstellungen und sogar nach Rom geführt. Im Angebot waren auch Malkurse in der Toskana, konnte ich mir leider nicht leisten. Man hat ja seine Lieblingsfächer studiert.

  39. @ dickebank,

    nein, kann nicht sein! Ich sehe das vollkommen anders. Ich akzeptiere das höhere Gehalt (z.B.) für Gymnasiallehrer, weil sie eine höhere Arbeitsbelastung haben. Das meine ich nicht in erster Linie zeitlich, sondern in erster Linie inhaltlich. Daraus ergibt sich dann u.U. auch mehr Zeit.

    Aus welchem Grund hat man denn deiner Meinung nach unterschiedliche Gehälter festgesetzt für Erzieher, Kindergärtner, Grundschullehrer, Gymnasiallehrer, Dozenten, Professoren?

    Außerdem bestreite ich, dass die Verantwortung für jüngere und ältere Schüler gleich sei. Es äußert sich z.B. auch darin, dass man einen älteren Schüler durchaus „vor die Tür stellen“ darf; einen jüngeren aber nicht. Da wurde und wird (von Seiten der Gerichte) durchaus auch das Alter unterschiedlich berücksichtigt und so ist es auch bei anderen pädagogischen – sagen wir mal so – Erwartungen und Einflussnahmen.

    • Seien Sie doch ehrlich und sagen Sie, dass Sie den Nicht-gymnasial-Lehrkräften keine A13 gönnen.

      Der ÖD besoldet in allen Bereichen nach der formalen Qualifikation, also Master-Abschluss oder vergleichbar und bestandnenem Vorbereitungsdienst – nur bei lehrkräften verfährt er anders. Und das nur deshalb, weil die Mitglieder der im DBB organisierten Verbände die Lego verhindern.

  40. „Ich akzeptiere das höhere Gehalt (z.B.) für Gymnasiallehrer, weil sie eine höhere Arbeitsbelastung haben. Das meine ich nicht in erster Linie zeitlich, sondern in erster Linie inhaltlich. Daraus ergibt sich dann u.U. auch mehr Zeit.“
    An anderen Schulen liegt die Arbeitbelastung dann eben an anderer Stelle. Die Belastung durch vielfältigere Aufgaben, zusätzliche Aufgaben hinsichtlich des Schulstandortes, intensivere Betreuung der jüngeren Schüler und neuer Eltern, vielfältigere Unterrichtsplanung durch Integration, Inklusion und Migration, intensivere Vorbereitung durch größere Anforderungen an die Differenzierung, intensivere Nachbereitung durch enge Kontrollen von Schüleraufgaben und Hausaufgaben sowie durch die eingesetzte Differenzierung, intensivere Elternarbeit sowie zusätzliche Fachgespräche mit Ämtern und Therapeuten durch Integration, Inklusion und Migration etc.
    Jüngere Schüler kann man eben nicht sich selbst überlassen, sie sind klein, können vieles nicht überblicken und die Verantwortung ist demnach doch größer, da man als Erwachsener für das Kind mitdenken und es heranführen oder begleiten muss. Dies gilt für den Unterricht, wie auch für den außerunterrichtlichen Bereich.
    Viele Aufgaben müssen bei jüngeren Schülern von Erwachsenen (also Lehrkräften) übernommen werden, die an weiterführenden Schulen die SuS selbst übernehmen können, weil sie älter, erfahrener und in ihrer Entwicklung weiter sind. Zudem sind die selbständigeren und mitdenkenden SuS wohl eher am Gymansium zu finden, sodass sich auf die anderen Schulen die SchülerInnen aufteilen, die mehr Hilfe, Aufmerksamkeit, Zuwendung, Betreuung etc. benötigen. Auch hier braucht es erheblich mehr Einflussnahme durch die Lehrkräfte.

    • Die Lehrkräfte der SekI+II, also die mit dem Lehramt GY/BK, unterrichten ja nicht ausschließlich in der SekII. An einem stinknormalen GY mit 8 Jahrgängen, von denen drei der gymnasialen Oberstufe zuzurechnen sind, fällt der überwiegende Anteil der Unterrichtstätigkeit in der SekI an. Und da machen sie den gleichen vorgeschriebenen „Blödsinn“ wie SekI-Lehrkräfte.

  41. @ dickebank,

    ich finde, Sie haben meine Frage nicht ausreichend beantwortet, wenn Sie meinen, es läge nur an den unterschiedlichen Abschlüssen, dass Lehrer unterschiedlicher Schularten unterschiedlich bezahlt werden, also uns weismachen wollen, das sei rein formal. Auch den unterschiedlichen Abschlüssen liegt ja eine inhaltlich unterschiedliche Ausbildung („Tiefe“) zugrunde. In einer ganzen Schulstunde dann lediglich einen Satz geschrieben zu haben (erst münlich, dann schriftlich, dann Kontrolle, dann Essenpause) ist eben doch etwas anderes, als in einer Schulstunde über die Ursachen des 2. Weltkrieges gesprochen zu haben – inklusive einer möglichen Kontrolle in einem Test. Dabei bleibe ich.

    Und aus DIESEM Grunde akzeptiere ich die unterschiedliche Vergütung und finde NICHT, dass Grundschule und weiterführende Schule KEINE Unterschiede aufweisen, wie uns hier manche erzählen wollen. Das nichts mit gönnen zu tun, ich sagte es schon an anderer Stelle, aus Sicht eines Gymnasiallehrers fände ich es zutiefst UNGERECHT, wenn ein GY-Lehrer „nur so viel“ verdient wie ein GS-Lehrer. Würde das eingeführt werden, werden mit 100%iger Sicherheit die GY-Lehrer eine entsprechend höhere Vergütung fordern, weil sie mehr „leisten“.

    • „In einer ganzen Schulstunde dann lediglich einen Satz geschrieben zu haben (erst münlich, dann schriftlich, dann Kontrolle, dann Essenpause) ist eben doch etwas anderes, als in einer Schulstunde über die Ursachen des 2. Weltkrieges gesprochen zu haben – inklusiv (…)“

      Ja, das verstehe ich vollkommen.

      Da wir in der Grundschule inklusiv unterrichten und die Ursachen des 2. Weltkrieges oder etwas anderes den Schülern verständlich, differenziert und vielfältig erläutert haben oder sie selbst die erarbeiteten Lösungen dargestallt haben, bin ich doch erstaunt, dass am Gymnasium so weig geschrieben wird und innerhalb der Stunde gegessen werden darf.
      Das ist an Grundschulen nicht üblich.
      Wenn im Gymnasium so wenig Bildung und Erziehung erbracht wird, sollten Gymnasiallehrkräfte lieber zur Unterstützung in Grundschulen eingesetzt werden. Hier wird jede Lehrerstunde ausgewrungen und mehrfach genutzt. Frühstücken und chillen können Sek.I-SchülerInnen sicher auch allein.

    • @sofawolf: Ich wünschte mir, ich könnte einen georganischen Ton anschlagen. Es ist einfach unfair, die Arbeit eines Grundschullehrers/einer Grundschullehrerin derart abzuwerten. Gehe ich auf die homepage des hiesigen Gymnasiums, das meine Kinder besuchen, sehe ich laufend „Entfall“. Allein das geht bei uns nicht. Notfalls hat man gleichzeitig 2 Klassen oder 10 „aufgeteilte“ Schüler – „verlässliche Grundschule“ nennt sich das. Wie viele Minuten Aufsicht haben sie in der Woche? Ich derzeit, weil Not am Mann/Frau ist 130.
      Und wenn meine Ausbildung kostenlos war (ich war 450km von zu Hause weg), dann bin ich wohl die Einzige im ganzen Land, bei der das so ist. Liebe/r sofawolf, gehen sie bitte mal 4 Wochen in eine Brennpunktgrundschule. Gefrühstückt und gechillt? Man sieht, dass sie völlig falsche Vorstellungen haben.

    • @sofawolf: Ich nehme an, die Ursachen des 2. Weltkrieges beherrschen sie aus dem FF. Was ist daran so schwierig?

    • Doch @sofawolf, genau das ist die offizielle Begründung der Kultusbehörden bezüglich des Besoldungsunterschiedes.

      Ein Tiefbau-Ingenieur einer Hochschule für angewandte Wissenschaften wird nämlich mit Masterabschluss genauso besoldet wie der, der seinen Master-Degree von einer wissenschafttlichenFakultät einer TU oder TH verliehen bekommen hat.

      Bezüglich der Regelstudienzeit und der Inhalte unterscheiden sich diese beiden Studiengänge vergleichbar zu den Unterschieden bezüglich der Regelstudienzeiten und inhaltlichen Schwerpunktsetzung von Lehrkräften für die Primarstufe/ Sekundarstufe I und SekII.

      Welcher standespolitische Dünkel reitet Sie, den Abschluss non Lehrkräften mit einem Lehramt für die Primar- und Sekundarstufe I und die davon abhängende Einstufung bei der Besoldung abwerten zu müssen?

      Sie können nicht mehr, Sie können ggf. etwas Anderes. Dass Sie ggf. etwas Anderes können als andere, ist aber kein Grund für eine höhere Eingangsbesoldung. Hier ist der formale Aspekt des Abschlusses bei aller Unterschiedlich keit der Inhalte maßgeblich.

  42. @ dickebank,

    warum gönnen Sie dann nicht einfach allen Berufsgruppen (mindestens im öffentlichen Dienst) A 13 ?

    • Ich missgönne den anderen Berufsgruppen doch gar nicht die A13. Ich bin sogar der Meinung, dass dieses Verzahnungsamt zwischen gehobenem und höherem Dienst viel öfter zuerkannt werden sollte.

      Im Polizeivollzugsdienst gibt es mehr Beförderungsstellen für A12-besoldete PHK zu A13- besoldeten PHKs als es diese an Schulen gäbe.

      Auf der anderen Seite gibt es im Polizeivollzugsdienst weit weniger Dienstposten für Polizeiräte, bei denen als Beamte des höheren Dienstes A13 bereits Eingangsbesoldung ist.

  43. @XXX: Mittelhochdeutsch war tatsächlich ein Bestandteil meines Studiums, das ich als Studentin des „Lehramtes Grundschule , Hauptfach Deutsch“ abgelegt habe, hieß damals „nichtvertieftes Fach“, gleichzusetzen mit dem Studium eines Realschullehrers. Bis jetzt von Nutzen beim Thema „Mittelalter“, Minnesang und mittelhochdeutsche Gedichte.

    • ist das heute auch noch so und war das eine gemeinsame Veranstaltung mit den hauptfachgermanisten? Auf das dach Mathematik bezogen würde ich antworten mit „nein“ (1. Frage) und „hoffentlich nicht, können Grundschulstudenten nicht oder sie studieren das falsche“ (2. Frage).

      • Also unsere Mathematiker (damals Lehramt Grund- und Hauptschule) haben mit den Informatikern gemeinsam Mathe studiert. Ob das heute auch noch so ist, weiß ich nicht.

        Für das Lehramt braucht es nicht allein eine fachwissenschaftliche Begabung, sondern eben auch eine pädagogische, da das, was man fachwissenschaftlich erlernt hat, ja auch vermittelt werden muss. Da geht es nicht um dozieren und an der Tafel vorrechnen, sondern auch darum, Modelle und Hilfestellungen zu beherrschen, differenziert diagnostizieren zu können und aus den Defiziten heraus spezielle Übungen zu entwickeln und diese im inklusiven Unterricht umzusetzen.

        Zu den Inhalten der Fächer:
        Im Fach Deutsch werden in den wenigsten Fällen Kinderbücher gelesen, sondern Kafka, Brecht, Fontane und andere.
        Und im Fach Religion nutzen Studierende für das Grundschullehramt nicht allein eine Kinderbibel, sondern setzen sich genauso mit Dogmatik auseinander.
        Dennoch muss man als Lehrkraft für die Primarstufe eben diese weiteren Aspekte mit im Blick haben, man kennt Kinderbiblen und kann sie im Hinblick auf das Alter der Schülerschaft beurteilen – aber auch hinsichtlich der theologischen Aussagen und Schwerpunkte, die durch Darstellungsweise und Auswahl der Texte getroffen werden.

        Gerade weil es im Primarstufenbereich so viele zusätzliche Kenntnisse und Begabungen braucht, ist eine spezielle Ausbildung notwendig, die als „Spezialist“ auch eine entsprechende Anerkennung und Besoldung verdient.
        An meinem Praktikanten, der mich zurzeit begleitet, erkenne ich gerade einmal wieder deutlich, dass sich die Allgemeinheit vorstellt, man müsse bei einer Rechenaufgabe nur noch einmal wiederholen, um welche Schritte es geht, dann können Kinder diese leisten. Ohne die Hintergründe kindgerecht darzustellen, ist dem aber nicht so.

        • Danke für die ausführliche Antwort. Sicherlich schauen die Grundschullehrer in ihrem Studium weit über den Tellerrand der für ihre Berufsausbildung benötigten Fächer hinaus, es sind halt im Vergleich zum Lehramt Gymnasium zwar deutlich kleinere Teller, aber dafür sehr viel mehr Teller und das zum Essen benötigte Besteck kann man bei Grundschule und Gymnasium überhaupt nicht miteinander vergleichen.

          • Der Unterschied – zumindest hier in NRW nach der reformierten Lehrerausbildung – liegt an anderer Stelle.

            Zu den Zeiten des Lehramtes GHR mit den Schwerpunkten G und HRGe hatten die Lehrkräfte der Primarstufe, wie die der SeKi zwei Fächer. Sie wurden als reine Fachlehrer ausgebildet. Diejenigen, die den Schwerpunkt G hatten, mussten allerdings nicht nur an der Uni sondern auch am Studienseminar (ZfsL) sich mit Grundlagen Didaktik entweder für Deutsch oder Mathematik befassen.

            Das wiederum bedeutet, dass nur die Lehrkräfte mit der eigentlichen Fakultas für das Fach Mathematik formal die gleichen Voraussetzungen erfüllen müssen, wie die der SekI.

            Eine „Primi-Maus“ mit den Fakulten Sport und Hauswirtschaft kann sich zwar für den die Grundlagendidaktik Mathematik entschieden haben und sich so qualifiziert haben, „Rechnen“ an der GS zu unterrichten, sie ist aber nicht vergleichbar mit „Mathe-Lehrern“

            Einige hier haben einen gewaltigen Standesdünkel, aber leider wenig Kenntnisse von den formalen Voraussetzungen der einzelnen Lehrämter. Die Debatte, die sich daraus ergibt, erinnert mich an die Querelen der KBV. Bei den Fachärzten liegen die Vergütungen für die Spezialisten (Kardiologen, Radiologen etc.) weit über denen der „Hausärzte“ (Fachärzte für Allgemeinmedizin), die eben als „Generalisten“ arbeiten müssen. Einigen ist dringend angeraten, sich diese Analogie einmal durch den Kopf gehen zu lassen. Die Nachteile der kassenärztlichen Vergütungspraxis sind nämlich offensichtlich, und jeder kennt und kritisiert sie. – Und Letzteres zu recht. So kann der Hausarzt zwar begründet vermuten, dass ein Patient ggf. einen Herzklappenfehler hat, eine genaue Diagnose und einen entsprechenden Behandlungsplan überlässt er aber besser dem Spezialisten bzw. führt die nachgelagerte Therapie unter dessen fachkundiger Beratung durch, nachdem der Spezialist die notwendigen Voruntersuchungen und die OP durchgeführt hat.

            Auf der anderen Seite ist dann der Spezialist dem Genaralisten hoffnungslos unterlegen, wenn es um irgendwelche Allerweltssymptome geht, die eine ganzheitliche Betrachtung des Patienten erforderlich machen, die dann so gar nichts mit dem Spezialgebiet zu tun haben und von denen er ggf. in grauer Vorzeit, im Studium etwas gehört haben müsste.

          • Da Grundschullehrerinnen nach dem Klassenlehrerprinzip unterrichten, haben sie zwar – um im Bild zu bleiben – kleinere Teller, aber dafür sehr viel mehr als die Studienräte. Wobei bei letzteren nicht alle wirklich tiefe Teller haben. Da gibt es auch viele vor sehr sehr flachen Tellern.

            Der Generalist weiß sehr wenig über alles.
            Wer sich spezialisiert weiß dann immer mehr über immer weniger.
            Die Vertreter des höheren Dienstes hier begründen dann ihre absolute Spezialisierung vermutlich damit, dass sie alles über nichts wüßten, weshalb ihnen eine höhere Grundbesoldung gebühre..

  44. In Bayern hat(te) man als Grundschullehramtsstudent/in 1 Hauptfach und 3 Didaktikfächer dazu die ganze Pädagogik und Psychologie. Im Hauptfach, bei mir Deutsch war man/frau teilweise zusammen mit den Germanistikstudenten, Lehramt Realschule, Lehramt Hauptschule. Wir hatten aber in Deutsch natürlich noch die ganze Didaktik, was die Germanisten nicht hatten. Die hatten aber noch ein Nebenfach. Die mit Hauptfach Bio waren bis zum Vordiplom mit den Biologiestudenten zusammen. Ich hatte Bio nur in der Didaktik, aber hier waren alle Lehrämter zusammen, auch die Gymnasiallehrer. Die mussten natürlich noch viel mehr Theorie studieren, aber viele aufwändige Praktika hatten wir zusammen. Führen von Versuchsprotokollheften usw. Frösche sezieren, mikroskopieren, usw. Aber mein Studium war ja laut sofawolf kostenlos, juhuuu!

  45. @ Mississippi, Sie wissen genau, was ich meinte, als ich schrieb, Ihr Studium war „kostenlos“, insofern finde ich Ihr Herumgereite auf Formulierungen (?), ein bisschen albern. Oder haben Sie für Ihr Studium zahlen müssen, ich meine, das, was es wirklich kostet und nicht nur fürs Studententicket. ICH NICHT. Und ja, meine Wohnung, mein Essen und meine Diskobesuche hat mir der „böse Staat“ nicht auch noch finanziert!

    @ Palim, doch, genau das kenne ich von nicht nur einer Grundschule. Da wurde in einer ganzen Unterrichtsstunde im Endeffekt nur 1 Satz geschrieben. Die letzten 10 – 15 Minuten waren Essenpause und dass Kinder im Unterricht trinken dürfen, kenne ich von mehreren Schulen (Grundschulen), wobei das nun hier nicht Diskussionsthema ist.

    Unsere Standpunkte werden sich sicherlich nicht annähern, egal, was doch noch ernsthaft oder spottend geschrieben werden wird. Ich werte die Arbeit eines Grundschullehrers nicht ab, genauso wie die Arbeit eines Kindergärtners, eines Erziehers, eines Frisörs oder eines Bäckers usw., weil ich unterschiedliche Verdienste akzeptiere. Ich meine nur, dass es aufgrund (z.B.) Ausbildung und Arbeitsaufwand gerechtfertigt ist, wenn GY-Lehrer mehr verdienen. Das werden Sie natürlich immer kleinzureden versuchen, weil Sie es nicht einsehen WOLLEN, weil Sie dann ja nicht mehr für das gleiche Gehalt plädieren könnten – auch wenn wir hier noch jahrelang weiterdiskutieren würden. 🙂 (Nur werde ich mir ab und zu vorbehalten, eine Gegenmeinung zu formulieren, damit Sie mit Ihrer hier nicht so alleine dastehen.) 😉

    • Das ist eben der Unterschied zwischen verdienen und bekommen. Sie sind der Meinung, dass die Gymnasiallehrer mehr verdienen sollten als alle anderen Lehrkräfte außer Sonderpädagogien und Berufsschullehrern, und ich bin der Meinung, sie sollten eben nicht mehr als alle anderen bekommen.

  46. Nachtrag:

    @ Mississippi: Ich wünschte mir auch, ich könnte einen georganischen Ton anschlagen. Es ist einfach unfair, die Arbeit eines Gymnasiallehrers derart abzuwerten. Schaue ich auf den Stundenplan, den mein Grundschulkind letztes Halbjahr hatte, sehe ich permanent „Ausfall“ (tatsächlicher oder solcher, in dem die Vertretung irgendetwas machte, aber nicht den eigentlichen Unterricht).

    • „Es ist einfach unfair, die Arbeit eines Gymnasiallehrers derart abzuwerten.“

      Sie halten es für unfair, die Arbeit eiens Gymnasiallehers überhaupt mit irgendetwas zu vergleichen, scheint mir.

      Im Gegenzug schließen Sie aber aus dem Stundenplan eines Grundschulkindes auf die Professionalität des gesamten Berufsstandes.
      Da ich ja der Meinung bin, dass Lehrkräfte den gleichen Beruf ausüben mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung, fällt der Schatten diese Überlegungen auf Sie selbst.

      Wie viel Einblick in den Lehreralltag und in schulische Belange kann man haben, um solche Rückeinzelnenschlüsse zu formulieren?
      An andere Stelle schrieb ich schon, dass es für den Berufsstand besser wäre, wenn Lehrkräfte unterschiedlicher Schulformen sich nicht gegenseitig Vorhaltungen und Vorwürfe machen würden, sondern gegenseitig die unterschiedlichen Aufgaben der anderen wahrnehmen, wertschätzen und würdigen würden.

      (Im übrigen ist selbst im anderen Zipfel der Republik bekannt, dass auch in Berlin Lehrkräftemangel herrscht und dort besonders viele Gymnasiallehrkräfte an Grundschulen aushelfen müssen. Vielleicht kommt ja die Leiterin der Grundschule Ihres Kindes bald auch auf Sie zu.)

      • Bitte die Fehler zu entschuldigen, leider kann man sie nachträglich nicht verbessern.

      • Kann das Geschriebene nur unterstützen!

      • „An andere Stelle schrieb ich schon, dass es für den Berufsstand besser wäre, wenn Lehrkräfte unterschiedlicher Schulformen sich nicht gegenseitig Vorhaltungen und Vorwürfe machen würden, sondern gegenseitig die unterschiedlichen Aufgaben der anderen wahrnehmen, wertschätzen und würdigen würden.“

        Das ist der richtige Ansatz!

  47. Nachtrag 2: 🙂

    Man erzählt – ich weiß nicht, ob es stimmt -, dass im sozialistischen Kuba alle Berufe gleich entlohnt werden. Da viediene, heißt es, derArzt genauso viel wie die Putzfrau. Ich muss ja sagen, die Idee, dass jede Arbeit gleich viel wert sein soll, ist mir gar nicht sooo unsympathisch. Zu meinen Schülern sage ich ja auch immer, dass jede Arbeit „wichtig“ sei, sonst gäbe es sie ja nicht.

    Nur die Betroffenen sehen das nicht wohl nicht ein.

    Mein Punkt ist auch ja nicht die Wertigkeit einer Arbeit, sondern die hier geäußerten Behauptungen, dass es keine großen Unterschiede gäbe und der GY-Lehrer letztlich auch nur das macht, was der GS-Lehrer macht. Das bestreite ich nachwievor. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass es irgendeinem hier diskutierenden GS-Lehrer um „gerechte“ oder „gleiche“ Bezahlung für „alle“ geht, sondern nur darum, genauso VIEL zu verdienen wie ein GY-Lehrer. Alle anderen Berufe sind den Befürwortern dieser „Gleichheit“ doch nach wie vor egal.

    • Ach @sofa im Schafspelz …

      Nur in Kuba musste die Putzfrau genau so lange für das gleiche Entgelt wie der Arzt arbeiten …

      Da sind wir ja schon bedeutend weiter, bei uns muss der A12er-Lehrer nicht nur für eine niedrigere Besoldungsstufe als der A13er-StR arbeiten, nein er darf in der Regel auch zwei bis drei Wochenstunden länger arbeiten

  48. Wenn ich hier so die Foren betrachte und die Argumentationen einzelner, dann kann ich schon im Voraus sagen, aus welcher Richtung die Argumentation kommt. Ich sehe hier nur einen sprichwörtlichen Schlagabtausch, Argumente, die man mit Beweisen zu untermauern versucht, aber keine Deut an Bewegung in der Diskussion. Kann man sich dann eine solche Diskussion in diesem Rahmen nicht auch schenken?

    Das Problem ist aus meiner Sicht vielschichtig:
    – Es geht darum, in wie weit man ein vertieftes fachwissenschaftliches Studium später in der Bezahlung berücksichtigt.
    – Es geht darum, in wie weit man ein vertieftes pädagogisch – didaktisches Studium später in der Bezahlung berücksichtigt.
    – Es geht darum, in wie weit man den Arbeitsaufwand in den Schularten, der in verschiedenen Aufgabenbereichen schulartenspezifisch ist, in der Bezahlung berücksichtigt.
    – Es geht darum, in wie weit sich die Arbeitsfelder des Berufes in den letzten beiden Jahrzehnten geändert haben.
    – Und es geht darum, ob man sich des Problems bewusst ist, dass der Mensch gerne erworbene Pfründe zu verteiden versucht.

    • Dieses Problem ließe sich ja mit einer Lehrereingruppierungsordnung – LEGO – lösen, wofür die tarifbeschäftigten ja auch schon länger streiken. Bis jetzt ist diese Forderung in den Tarifverhandlungen mit der TdL ja immer am der fehlenden Unterstützung der im DBB organisierten Interessenverbände des ÖD gescheitert, die den Tarifabschluss mitgetragen und die anderen Forderungen hinten angestellt haben.

      Bezüglich des LEGO kann die GEW also nach wie vor zum Streik aufrufen. Dies wiederum würde aber bedeuten, dass der 2015 ausgehandelte Tarifabschluss für den Bereich Lehrer ausgesetzt werden würde. Daran haben die verbeamteten Lehrkräfte aber kein Interesse, also bleibt die LEGO für die Tarifbeschäftigten weiterhin unerreichbar. Die fehlende Solidarität mit den tarifbeschäftigten Lehrkräften ist das Problem.

      Ob die StR höher eingruppiert werden, ist nicht einmal das entscheidende Problem. Die Tatsache, dass aufgrund der prozentualen Tarifanhebung die Nettospreizung zwischen den einzelnen Gruppen immer größer wird, ist das vorrangige Problem, das einer Lösung bedarf.

      Ein höheres Entgelt führt bei Tarifbeschäftigten nämlich auch immer zu höheren Abgaben in die sozialen Sicherungssystem, während eine Besoldungsanhebung bei Beamten nicht zu einer prozentual gekoppelten Erhöhung der Beitragssätze in die private Krankenzusatzversicherung führt.

      Das Problem ist also weitaus vielschichtiger, als es hier dargestellt wird.

  49. @ ysnp,

    naja, der „Wert“ solcher Diskussionen besteht wohl am wenigsten darin, dass etwas entschieden wird. Es ist halt ein Meinungsaustausch. Warum denkst du so, wie du denkst und warum denke ich, wie ich denke. Mehr ist nicht zu erwarten und irgendwann reicht es auch, aber das muss jeder selbst entscheiden.

    Deinen Punkten stimme ich zu. Die müssten mal geklärt werden.

    Ich akzeptiere jedenfalls, wenn – sehr allgemein gesprochen – mehr Aufwand auch mehr Gehalt bringt.

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