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Die Grenzen der Inklusion: Immer mehr Schüler werden von der Schulpflicht „entbunden“ – heißt: Sie müssen zu Hause bleiben

WIESBADEN. Die Inklusion stellt die Schulen vor große Herausforderungen. Früher gab’s Förderschulen. Heute nicht mehr überall. Was aber tun mit einem Kind, das sich aufgrund einer Störung in einer Gruppe nicht zurechtfindet? Ein Fall aus dem hessischen Schwalbach zeigt die denkbar ungünstigste Lösung auf: Der Junge wird von der Schulpflicht entbunden. Offenbar kein Einzelfall.

Autismus ist eine Störung des Zentralen Nervensystems. Foto: hepingting / flickr (CC BY-SA 2.0)

Autismus ist eine Störung des Zentralen Nervensystems. Foto:
hepingting / flickr (CC BY-SA 2.0)

Der zehnjährige Vito (Name geändert) ist hochbegabt, ein Überflieger, dem der Stoff zuzufliegen scheint. Er leidet allerdings auch unter einer Autismus-Spektrum-Störung. Die macht sich in seinem Fall so bemerkbar, dass Vito einem Bericht des „Höchster Kreisblatts – Frankfurter Neue Presse“ zufolge immer wieder in Prügeleien mit seinen Klassenkameraden verwickelt ist. Auch ein Schulbegleiter, der dem Jungen auf Empfehlung eines psychiatrischen Gutachtens hin bewilligt worden war, weil er sich aufgrund von Defiziten im sozial-emotionalen Bereich in Gruppensituationen schwer tut, konnte das offenbar nicht verhindern. Anfang März ordnete das Staatliche Schulamt dann laut Bericht die Aufhebung der Schulpflicht an, weil die Schule Vito als Gefahr für seine Mitschüler ansah. Es ist allerdings strittig, ob der Junge die anderen Kinder unvermittelt angriff – oder ob er zuvor das Opfer von Mobbing geworden war.

Beziehungsprobleme von Autisten

Autismus gilt dem Informationsdienst www.autismus-online.de zufolge als „tiefgreifende Entwicklungsstörung“, die schwere Beziehungs- und Kommunikationsprobleme verursachen kann und bereits im frühen Kindesalter beginnt. Beeinträchtigt ist dabei das zentrale Nervensystem, insbesondere im Bereich der Wahrnehmungsverarbeitung. Sowohl kognitive als auch sprachliche, motorische, emotionale und interaktionale Funktionen sind betroffen – was sich in zahlreichen Verhaltensauffälligkeiten äußert, die im alltäglichen Umgang mit autistischen Menschen belastend sein können.

Tatsache aber ist nun: Vito, der dem schulärztlichen Gutachten zufolge eigentlich aufs Gymnasium gehört und offenbar auch schon über die Aufnahme-Zusage eines solchen in Mainz verfügt, wo er nach den Ferien begleitend auch eine Autismus-Therapie anfangen soll, darf derzeit gar nicht zur Schule gehen. Er hat seit Monaten „Ferien“ – auf unbestimmte Zeit. Das Schulamt beruft sich dabei auf ein psychologisches Gutachten, das zu anderen Ergebnissen als das schulärztliche gekommen war. Ein Widerspruch der Eltern gegen die Aufhebung der Schulpflicht sei gerichtlich zurückgewiesen worden, hieß es. Ihnen sei bei einem Gespräch ein „häuslicher Sonderunterricht“ vorschlagen worden, verlautete das Schulamt. Ein augenscheinlich unbefriedigendes Angebot: Nach Angaben der Mutter sollte dieser Unterricht sechs Stunden wöchentlich (!) umfassen.

Immer mehr Kinder „beurlaubt“

Ein Einzelfall? Offenbar nicht. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel werden zahlreiche Kinder mit Behinderungen einer Übersicht der Diakonie Rheinland-Westfalen zufolge nur noch verkürzt unterrichtet – oder über längere Zeit gar nicht mehr. Laut Umfrage (Stichtag 1. März) wurden von 1131 förderbedürftigen Kindern und Jugendlichen 180 reduziert beschult; 41 von ihnen nahmen für nur zwei bis fünf Stunden pro Woche am Unterricht teil. Zudem gab es 608 Beurlaubungen, die sich größtenteils (530 Fälle) auf mehr als vier Wochen erstreckten.

Auch in Menden im Sauerland gibt es aktuell den Fall eines Fünftklässlers, der seine Schule – eine Gesamtschule – aufgrund einer Autismus-Spektrum-Störung verlassen muss. Wegen einer permanent lauten und unruhigen Lernumgebung sei es bei dem Jungen zu einer ständigen Reizüberflutung gekommen, zu Stress, der ein sinnvolles Lernen kaum möglich gemacht habe. Die Schulleitung sah sich dem Bericht zufolge nicht in der Lage, ihm eine ruhigere Klasse oder verlässliche Rückzugsmöglichkeit anzubieten. Bevor der Junge vom Unterricht „freigestellt“ wurde, fanden die Eltern in der Nachbarstadt allerdings ein Gymnasium. Das verfüge über ein funktionierendes Inklusionskonzept und wolle sich des Kindes jetzt annehmen, heißt es. Agentur für Bildungsjournalimus

Material für Lehrer zum Thema Autismus

Broschüre

Um das Thema Inklusion künftigen Lehrkräften näher zu bringen, bietet die Universität Würzburg in ihren Lehramtsstudiengängen immer wieder entsprechende Lehrveranstaltungen an – etwa das Seminar „Es ist gut, wenn alles ein System hat – ist Inklusion eine Illusion? Gelingenheitsfaktoren für Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS)“ von Dozentin Birgit Carl. Als Seminararbeit erstellten die Studierenden am Ende die Broschüre „Was tun, wenn Schüler Autismus haben? Erklärungen, Hilfemaßnahmen, Beispiele“. Unterstützt wurden sie dabei von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg.

In der Folge haben Studierende weitere Materialien für den Unterricht entwickelt und zusammengestellt, ausgehend von der Idee, mit Hilfe eines Ordners zum Herunterladen rasch umsetzbare Hilfen zur praktischen Verwendung im Unterricht anzubieten. „Dank des großen Arbeitseinsatzes der Studierende und des Praxisbezugs ist eine sehr informative Handreichung entstanden, die Studierenden, Studienreferendaren und Lehrkräften Tipps und Anregungen für die Arbeit in Regelschulklassen geben kann“, so Birgit Carl.

Hier sind die Broschüre und das ergänzende Material herunterladbar.

 

106 Kommentare

  1. wenn autisten schon solche Probleme machen, was ist dann mit den aggressiven maximal normalintelligenten inklusionsfällen ?!?

  2. Gerade Asperger- Autisten KÖNNEN (müssen nicht) unkontrolliert aggressiv sein.

    • Ich bin von Aspergern eher das Gegenteil gewöhnt: Eher ruhig und sehr verschlossene Schüler, mit denen man aber sehr gut arbeiten kann. Allerdings weiß ich nicht, wie Asperger-Kinder in der Grundschule sind.

  3. Die Tatsache, dass es im emotional-sozialen Bereich sehr auffällige und kaum beschulbare Kinder und Jugendliche gibt, hat mit der Diagnose Autismus oder Autismus-Spektrum-Störung nur bedingt etwas zu tun.

    Die Ordnungsmaßnahme, eineN SuS vom Unterricht auszuschließen – womöglich auch für längere Zeit – dürfte es in allen Bundesländern geben und sie wird und wurde sicher auch schon häufiger eingesetzt – unabhängig von Förderschulen.

    Schulämter machen sich solche Entscheidungen sicher nicht leicht, rechtlich muss alles sehr genau verlaufen, damit ein Bescheid überhaupt vollzogen werden kann und nicht am Widerspruch scheitert.
    Dass ein Kind als nicht beschulbar eingestuft wird, kommt nicht von heute auf morgen, meist gehen jahrelange Fördermaßnahmen (ohne Ressourcen zu haben), andere Erziehungsmittel und Ordnungsmaßnahmen, diverse Gespräche und Konferenzen vorweg (ein einzelnes Kind bindet unter diesen Umständen unfassbar viel Zeit).

    Die andere Seite der Medaille: Unterricht wird über Jahre in nahezu jeder Stunde massiv gestört, SuS wird über Wochen und Monate nachgestellt, Lehrkräfte leisten Dauer-Aufsichten um diese Kinder im Blick zu behalten, das übergriffige Kind findet immer wieder Möglichkeiten für Grenzüberschreitungen, die alle dokumentiert, gemeinsam besprochen und geklärt oder aufgearbeitet werden müssen (während des Unterrichts … also wieder kein Unterricht … oder nach dem Unterricht… also Mehrarbeit), Inklusionshelfer/Schulbegleiter werden nicht beantragt (müssen bei uns die Eltern), nicht bewilligt, nur für wenige Stunden bewilligt, Schulwege werden nicht begleitet, Eltern halten sich an keinerlei Absprachen.
    Das muss nicht für dieses Beispiel „Vito“ gelten, es ist aber doch deutlich, dass Schulen mit der Aufgabe der Inklusion allein gelassen werden und Kritik und der Ruf nach Unterstützung und Ressourcen nicht gehört wird. 2 FörderschullehrerInnen-Stunden pro Woche pro Klasse unabhängig von Bedarf und Anzahl der Kinder sind viel zu wenig.
    … und dann wundert man sich, wenn Inklusion auf diese Weise nicht gelingt.

    • Sie wird auch sonst nicht gelingen, außer bei Schülern, deren Regelschulbesuch weder ihnen selbst noch den Mitschülern große Nachteile bringt, wie z.B. Rollstuhlfahrern.
      Das scheinheilige Modell mit seinen künstlichen und unehrlichen Humanitätsgründen kann nicht funktionieren.
      Das Schüler- und Lehrerelend durch die Inklusion ist ein Paradebeispiel für das Ergebnis einer Dominanz von pharisäischer Moral über Vernunft, die seit Jahrzehnten auf dem Vormarsch ist, nicht nur in der Bildungspolitik.

      • Jede Art von rein körperlicher Behinderung kann gut in Regelschulen unterrichtet werden, weil diese Kinder sich kognitiv und vom Verhalten her nicht von den Regelkindern unterscheiden. Blind/taub/stumm zähle ich auch dazu, weil es Vorsager gibt, die Mitschüler bzw. Lehrer können das Kind beim Sprechen anschauen usw.. Für Rollstühle gibt es Rampen.

        Jede andere Beeinträchtigung oder Behinderung passt nicht in die Hochglanzprospekte der Landesregieurungen und soll möglichst unter Aussschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

        • Auch hörbeeinträchtigte Kinder benötigen Hilfe bei der Kommunikation und können Aggressivität entwickeln, wenn es ständig zu Missverständnissen kommt, weil sie nur einen Teil der Äußerungen anderer Kinder verstehen.

          Wie man blinden/ tauben/ stummen SuS Lesen und Schreiben vermittelt ist mir ebenfalls nicht klar, auch benötigen sie zusätzlich Unterricht im Umgang mit weiteren Hilfen (Blindenschrift, Gebärdensprache, …), den einE LuL ohne Zusatzausbildung im normalen Unterricht nicht übernehmen kann.

          Lehrkräfte fangen durch sehr hohes Engagement vieles auf und treffen auch auf Eltern, die sich sehr um Unterstützung und Zusammenarbeit kümmern. Im Team mit Schulbegleitern kann man einige Kinder allmählich in eine Selbstständigkeit führen, was aber dennoch eine anspruchsvolle Aufgabe bleibt.

          Wegen mangelnder Unterstützung haben Kinder mit besonderen Bedürfnissen viel zu häufig nicht die Chancen, die sie haben sollten und unter denen ihnen Teilhabe und Integration möglich wäre (Inklusion ist noch etwas anderes).

          „Die Öffentlichkeit“, nicht die Hochglanzprospekte der Landesregierungen sondern Eltern und Kinder der Klassen, lernt, dass i-Kinder schwierig, auffällig, nicht beschulbar sind.

          Inklusion braucht bessere Bedingungen, damit sie gelingen kann.
          Spar-Inklusion führt zu Spar-Ergebnissen.

          • Sie haben vollkommen Recht, Palim. Die Schwierigkeiten durch Blindheit, Taubheit und Stummheit werden hier maßlos unterschätzt.
            Bessere Bedingungen zum Lernen und sich Wohlfühlen sehe ich allerdings niemals in einer Inklusion, die ihre gedankenlosen Webfehler durch einen unerschwinglichen Aufwand zu korrigieren versucht.
            Diesen finanziellen Kraftaufwand kann sich der Staat einfach nicht leisten. Da kann noch so viel kritisiert und geklagt werden.
            Es war jedoch eine Sauerei, diese Tatsache vor der Einführung zu verschweigen. Nur wenige haben mutig gewarnt und wurden deswegen als unmenschlich und behindertenfeindlich beschimpft.
            Nun zeigt sich allmählich, was dabei rauskommt, wenn die Stimmen der Vernunft von den Stimmen der Moral übertönt oder sogar zum Schweigen gebracht werden.

    • Die Problematik haben Sie gut zusammengefasst.

    • Guten Tag.
      Wie könne sich Sie per mail erreichen, Palim? Ich bin Journalistin für das Bayerische Fernsehen und bereite eine Dokumentation vor zum Thema Inklusion. Würde mich diesbezüglich mit ein paar Fragen gerne an Sie wenden.
      Danke Christine

  4. Es werden doch nicht nur Inklusionsschüler vom Unterricht ausgeschlossen. Das ist eine reguläre Ordnungs- und Erziehungsmaßnahme lt. jeweiligem Schulgesetz. Der Ausschluss vom Unterricht kann für bis zu zwei Wochen ausgesprochen werden, dazu bedarf es einer Anhörung und eines Beschlusses einer Tellkonferenz für Ornungs- und Erziehungsmaßnahmen (§ 53 Schulgesetz NRW). Gegen diesen Beschluss können Rechtsmittel bei der Schulaufsicht eingelegt werden.

    Wenn I-Kinder an regelschulen unterrichtet werden, unterliegen sie den Regularien dieser Schulen. Inklusion mit dem Rechtsanspruch auf Sonderbehandlung ist eine Crux.

    • Meinst du mit „Inklusionskindern“ alle Kinder , die am Gemeinsamen Unterricht teilnehmen?

      • Inklusionskinder sind die Kinder, die vor der politisch gewollten und diletantisch umgesetzten Inklusion an der Förderschule untergebracht worden wären. Unterrichtsauschluss als Ordnungsmaßnahme gab es schon vorher´, in dem Artikel klingt es aber eher nach Unterrichtsauschluss wegen Überforderung des schulischen Umfeldes (Schüler, Lehrer, Schulleitung, Behörde). Gerade bei Asperger ist alles andere als eine ruhige gymnasiale Klasse eine Katastrophe für das Kind, weil es kognitiv unter- und strukturell überfordert wird.

        • Dass Menschen mit dem Asperger-Syndrom besonders intelligent sind, ist eine Mär. Sie können es sein, wie jeder andere auch, doch hohe Intelligenz gehört nicht zu ihren besonderen „Markenzeichen“.
          Außerdem gehört das Asperger-Syndrom zu den leichteren Formen von Autismus. Allerdings haben die Asperger in der Regel auch Verständnisprobleme mit anderen und im Umgang mit ihnen.

          • Asperger-Kinder sind zumindest normal intelligent, können also auf das Gymnasium, vorausgesetzt, beide kommt mit den Eigenheiten des anderen klar. Das Kind mit dem sozialen Aspekt, wobei klare Strukturen helfen, die Mitschüler und Lehrer mit den zum Teil merkwürdig anmutenden Ansichten oder Verhaltensweisen des Asperger-Kindes. Nicht umsonst kann man (leichten) Asperger auch scherzhaft mit „Sheldon Cooper-Syndrom“ übersetzen, wobei die Asperger-Fälle meist selbst darüber lachen können.

            Alle Asperger-Kinder, mit denen ich bislang zu tun hatte, waren (zumindest im naturwissenschaftlichen Bereich) weit überdurchschnittlich begabt und durch die Bank sehr umgänglich, wenn man ihnen die im Vergleich zu den Mitschülern deutlich längere Eingewöhnungszeit zugesteht.

            Ich gehe sogar so weit, dass eine gesunde Portion Asperger jedem Menschen gut tun würde.

  5. oder sie werden halt von der Schulpflicht entbunden, hier (Hamburg), haben/Hatten mehrere Schüler/innen mir persönlich sind mehr als 30 bekannt, über mehrere Monate, teilweise Jahre keinen oder unzureichenden Unterricht.

    Deutschland hat keinerlei Ressourcen, nur unsere Kinder, und die Geburtenrate sinkt aus verständlichen Gründen, wann wachen wir endlich auf?

  6. Der Artikel wäre weniger populär -wissenschaftlich, hätte sich der Verfasser mal mit ASS auseinandergesetzt.
    Ich glaube nicht das Vito an seiner ASS leidet, eher das Umfeld.
    Auch die Verknüpfung zum Gemeinsamen Unterricht ist für diesen Fall unerheblich , da SuS auch an Förderschulen häufig nur kurz beschult werden, da einzelne häufig keinen längeren Schultag bewältigen können. Das gilt auch bei Beurlaubungen.
    Der Verfasser hätte sich vielleicht auch nicht nur bei den Eltern informieren sollen.
    Schlecht recherchiert und reißerisch formuliert.

  7. Fest steht jedenfalls, das SchülerInnen mit ASS wie ich oben schon erwähnte einfach von der Schulpflicht entbunden werden.

    Aggressivität von sich aus, kann ich nicht zwingend bestätigen aber auch nicht widerlegen, ich kenne Beides.

    • Waren die aggressiven Kinder wirklich von sich aus aggressiv oder wussten sie sich irgendwann einmal nicht mehr anders zu helfen? Die Begriffe Aktion und Reaktion unterscheide ich deutlich, weil ich Asperger-Kinder durchweg als sehr ruhig erlebt habe.

    • Meine Tochter, 13 Jahre, schwerstmehrfachbehindert, kann seit dem 25. Jan nicht am Unterricht teilnehmen. Sie benötigt eine Schulassistenz. Diese werden aber so schlecht bezahlt, so dass niemand gefunden werden konnte, trotz intensiver Suche. Die Förderschule war nicht in der Lage, diese Assistenz zu leisten.

  8. Aggessiv nur zu jüngeren SuS und gegenüber Mädchen, aber oft die volle Breitseite, um es mal so auszudrücken.

  9. Die Schwierigkeiten durch Blindheit, Taubheit und Stummheit werden hier maßlos unterschätzt.

    • Es geht ja nicht um Blinheit sondern in den meisten Fällen um sehr stark eingeschränkte Sehfähigkeit (geringer Visus). Die technischen Möglichkeiten, diesen auszugleichen, gibt es an Schulen für Sehbehinderte. An staatlichen Regelschulen müssen diese erst beantragt werden oder der Schüler bringt sie mit. Dann verfügt dieser Sehbehinderte über eine entsprechende Ausstattung im Klassenraum, sie fehlt aber im fachunterricht in den jeweiligen Fachräumen.

      Mit den technischen Hilfsmitteln für Hörgeschädigte sieht es auch nicht anders aus.

      • Es reicht nicht aus, diesen SuS technische Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen.

        Wer sich z.B. mit Hörschädigungen beschäftigt, lernt sehr schnell, dass die technischen Mittel nur ein Stück weit Brücken bauen können. Betroffene SuS müssen vieles zusätzlich Lernen und benötigen im Unterricht und im Umgang mit anderen Kindern Unterstützung, damit Lernen und Kommunizieren gelingen kann.

        Dass die technischen Hilfsmittel zudem beantragt werden müssen, dieser Prozess länger dauern kann oder Hilfsmittel auch in dieser Hinsicht abgelehnt werden, erleichtert die Integration nicht.

  10. Lernen ohne Schule ist vielleicht das beste, was dem Jungen passieren kann. Lernen ganz ohne Lehrplan funktioniert nämlich viel besser, als die meisten denken. Tausende Unschooler weltweit machen es vor.

  11. Stephanie Köhl

    Komisch dass es in anderen Ländern geht, nur in Deutschland nicht.

    • Komisch, dass ANGEBLICH so vieles in anderen Ländern geht, nur in Deutschland nicht.

      • Homeschooling geht in Australien, Kanada, USA wirklich, nicht angeblich.

        • Oh, da habe ich etwas missverstanden. Ich dachte der Satz sei auf die Inklusion gemünzt und so gemeint: In anderen Ländern geht (funktioniert)die Inklusion, nur in Deutschland nicht.
          Von Homeschooling oder Unschooling halte ich viel und glaube auch, dass sie in anderen Ländern funktioniert. Schade, dass sie bei uns verboten ist.

        • Homeschooling geht noch in vielen anderen Ländern. Nur noch China hat eine ähnliche Schulpflicht wie Deutschland (von Ländern wie Nordkorea usw. sehen wir mal ab).
          Australien, USA o. Kanada mögen aufgrund ihrer schieren Größe für Homeschooling nachvollziehbar sein, aber auch (dagegen) kleine Länder wie Dänemark, Belgien, Schweiz oder Frankreich bieten die rechtlichen Möglichkeiten dafür.

          • Homeschooling hat bei uns zu Unrecht einen schlechten Ruf, weil immer nur von Fällen berichtet wird, in denen obskure Sektenmitglieder ihre Kinder privat erziehen und unterrichten wollen.
            In Wirklichkeit aber gibt es weit mehr bildungsbewusste und weltaufgeschlossene Elternhäuser, die aus Unzufriedenheit mit dem jeweiligen Bildungssystem die schulische Bildung ihrer Kinder lieber in die eigene Hand nehmen.
            Wie schon mehrfach gesagt, ist Homeschooling in Deutschland leider so gut wie unmöglich.

          • Auch in den USA muste homeschooling gegen den Staat erkämpft werden, nur sind die Amis in der Beziehung hartnäckiger und eigensinniger als Durchschnittsdeutsche, und sie waren (wie meistens) früher dran.

        • Stephanie Köhl

          Ich habe 20 Jahre lang in Frankreich gelebt, mein Sohn mit Downsyndrom wurde dort an der Regelschule unterrichtet, ich habe den Riesenunterschied zu Deutschland hautnah erfahren. Es ist noch nicht perfekt in Frankreich, aber in Deutschland ist die Bereitschaft und die Einsicht dass es einfach normal ist dass alle gleiche Chancen bekommen nicht sehr verbreitet. Die Inklusion ist eine grosse Chance für die Gesamtgesellschaft, es könnte ein Schulsystem dabei herauskommen das jeden Schüler nach seinen Talenten fördert, das ist ein weiter Weg, aber alles andere ist einfach eine Menschenrechtsverletzung. Es gibt wunderbare Modelle in anderen Ländern, in Deutschland könnte man sich so viel dort abschauen, aber wie ich an den Kommentaren hier lese ist da nicht besonders viel Interesse vorhanden. Solange 2 verschiedene Schulsysteme finanziert werden müssen ist es eine teure Angelegenheit, warum nutzen nicht z.B. ALLE Schüler die fantastischen Einrichtungen der bisherigen Förderschulen, warum wird nicht die gute Ausbildung der Förderschul-Lehrer für alle genutzt? WARUM LERNT AUSGERECHNET DIE SCHULE SELBST IN DEUTSCHLAND SO LANGSAM? Es ist dabei auch nicht gerade von Vorteil, dass in Deutschland Bildung Ländersache ist und daher jeder sein eigenes Süppchen kocht.

          • Stephanie Köhl

            Homeschooling ist eine tolle Sache, es ist aber gerade für Menschen mit besonderen Bedürfnissen sehr wichtig mitten in der Gesellschaft zu stehen und nicht wie in Deutschland bisher üblich in Sondereinrichtungen ausgegrenzt zu werden. Genauso wichtig ist es für die Gesellschaft es endlich als normal zu betrachten dass alle Menschen gleich viel wert sind und Ängste und Vorbehalte gegenüber allem was anders ist abzubauen, bzw gar nicht erst entstehen zu lassen. Bisher wird die Diskussion auf dem Rücken der falschen ausgetragen, der Lehrer und der Menschen mit besonderen Bedürfnissen, es wäre toll wenn diese sich zusammentun könnten um gegenüber dem Staat und den Bundesländern zu einem wirklichen Inklusionsmodell zu kommen das funktioniert.

  12. Die Suspendierung eines im sozial-emotional auffälligen Schülers geht bei uns einher mit Aufgabenzusammenstellungen oder Arbeitsplänen, die die Lehrkräfte sämtlicher Fächer zu erstellen und mitzugeben haben.
    Eltern und SuS können aber nicht in die Verantwortung genommen werden, diese Aufgaben zu erledigen. Ebenso darf die Lehrkraft diese Aufgaben nicht bewerten (Hausaufgaben dürfen in unserem Bundesland nicht bewertet werden).

    Davon abgesehen kann eine Schule nur so viele Stunden Unterricht für die Beschulung eines solchen Kindes zu Hause bieten, wie der Schule Stunden zur Verfügung gestellt oder sie aus anderen Aufgaben herausnehmen kann. Diese Stunden müssen zugewiesen werden, ähnlich dem Unterricht für erkrankte Kinder, die nicht zur Schule kommen dürfen.

    Die Lösung, für diese Kinder oder Kinder mit anderen Beeinträchtigungen Homeschooling zu empfehlen, halte ich für absurd: Wenn Schule als Vertretung der Gesellschaft das Kind nicht beschulen kann oder will, sollen Eltern es richten?

    • Das wäre ja nochmal was Gutes, hier werden die SUS umgehend nach Hause geschickt, und dann bekommen die Eltern eine EMail, dass die SUS zuhause bleiben dürfen

    • Ich glaube, Homeschooling wurde von einigen hier (u.a. von mir) nicht speziell im Hinblick auf behinderte Kinder gesehen, sondern im allgemeinen Sinn.
      Bei Kindern mit Beeinträchtigungen sehe ich die Sache auch anders. Hier habe ich aber auch noch nie gehört, dass Eltern mit den Problemen allein gelassen werden wollen und sich Homeschooling wünschen.
      Es geht doch um die grundsätzliche Frage, warum in Deutschland Homeschooling verboten ist, während viele westliche Länder es interessierten Eltern erlauben.

  13. @Stephanie Köhl
    Ich habe mich im Internet ein wenig über Frankreichs Bildungssystem erkundigt und über die dortigen Regelschulen wenig Lobenswertes gelesen.
    Es stimmt, dass inklusiver Unterricht in Frankreich schon lange Usus ist. Ob er dort gut funktioniert, kann ich dem Lesestoff nicht entnehmen.
    Ansonsten scheint es so zu sein, dass Frankreichs Regelschulen mehr oder weniger Restschulen sind. Wer kann, schickt seine Kinder auf Privatschulen oder betreibt Homeschooling, das in Frankreich erlaubt ist und unter strenger staatlicher Aufsicht steht.
    Ein Artikel aus dem Jahr 2006 widmet sich diesen Homeschoolern, die hier „Heimschüler“ genannt werden:

    „Nach den Herbstferien sind Frankreichs Kinder in die Schule zurückgeströmt – die meisten jedenfalls, denn für mehrere zehntausend Schüler findet der Unterricht zu Hause statt. Wachsendes Misstrauen gegenüber dem einst renommierten staatlichen Schulsystem ist einer der Hauptgründe, aus denen Eltern ihre Sprösslinge lieber zu Hause lassen und sie selber unterrichten. Die amtliche Zahl der Heimschüler liegt bei etwa 20.000, doch Privatschulen, die Fernkurse anbieten, berichten von explosionsartigem Wachstum.“

    Heute, nach 10 Jahren, dürfte die Kluft zwischen staatlich und privat weit größer sein als der Artikel von
    2006 beschreibt.
    http://www.spiegel.de/schulspiegel/heimschueler-in-frankreich-das-sofa-als-schulbank-a-383099.html

    • Stephanie Köhl

      Keine Frage, das französische Bildungssystem ist verbesserungswürdig, ich schreib ja es ist nicht perfekt. ABER es ist dort einfach normal dass niemand wegen besonderer Bedürfnisse ausgegrenzt wird, die Inklusion ist wesentlich weiter als in Deutschland. Nur darüber schrieb ich. Es gibt von Anfang an Strukturen, die in Deutschland fehlen, welche Kinder auf die Regelschule vorbereiten und auch in der Schulzeit mit Rat und Tat für Eltern und Lehrer da sind. (SESSAD)

      • Mir fällt auf, dass Sie nichts zu der Frage schreiben, ob die französische Inklusionspraxis die Kinder beim Lernen fördern kann, ob sie die Fähigkeiten der Kinder entwickelt und Ausbildung ermöglicht.
        Ich las oft, dass Down-Syndrom-Kinder besonders angenehm und gut integrierbar seien. Sie machen Ihre Aussagen und Anklagen aber sehr global. Eine Reihe von Störungen/ Behinderungen/ „besonderen Bedürfnissen“ sind sehr viel schwerer zu integrieren, können den normalen Unterricht erheblich stören oder gar die „Kinder ohne besondere Bedürfnisse“ gefährden. Ich meine, Sie sollten das differenzierter betrachten. Und genau darum geht es im Beitrag oben: um besonders problematische Fälle, welche die Lehrer trotz aller Anstrengung nicht schaffen zu inkludieren.

    • Stephanie Köhl

      Ganz nebenbei, der Artikel ist von 2005, dem Jahr als in Frankreich das Gesetz für Menschen mit besonderen Bedürfnissen grundlegend geändert wurde. In den letzten 11 Jahren gab es regelrechte Umbrüche in Schulsystem in Frankreich, wie sich diese auswirken bleibt zu beobachten.

  14. Stephanie Köhl

    Hinzu kommen organisierte Schulhelfer, die man sich nicht selbst suchen muss (AVS)

  15. Stephanie Köhl

    In Deutschland wäre es nicht anders, wenn Homeschooling zugelassen würde, das Bildungssystem lässt zu wünschen übrig, je nach Bundesland unterschiedlich.

  16. @Stephanie Köhl um 12:12
    Es steht doch außer Frage, dass Eltern, die vor allem einen Regelschulbesuch ihres behinderten Kindes wünschen, ein entsprechendes Schulsysteme (im Ausland) gut finden.
    Dass dabei am Ende ein Wunderwerk herauskommt, „das jeden Schüler nach seinen Talenten fördert,“ darf jedoch bezweifelt werden.
    Bis heute ist es Frankreich nicht gelungen, dieses Ziel auch nur annähernd zu erreichen, obwohl es das schon seit Jahrzehnten versucht, auch mit seinem Ganztagssystem.
    Wie lange soll denn herumgedoktert werden, bis endlich eingesehen wird, dass Regelschulen nicht unbeschadet zu illusionären Erfüllungsgehilfen sozialer Gerechtigkeitswünsche gemacht werden können?

    Hier ein Artikel von 2010! mit dem aufschlussreichen Titel „Frankreichs Schulen sollen deutscher werden“:

    http://www.welt.de/politik/ausland/article7794784/Frankreichs-Schulen-sollen-deutscher-werden.html

  17. Stephanie Köhl

    Die gesamte Einstellung mit der die Lehrer auf diese Seite an das Thema herangehen zeigt wie weit Deutschland von einem menschlichen und humanen Umgang mit allem was anders ist entfernt ist. An jeden von ihnen: Habt ihr Kinder? Wenn euer Kind morgen böse stürzt und eine schwere Kopfverletzung davon trägt die es in seinen geistigen Möglichkeiten einschränkt, wollt ihr dann, dass es für sein Leben lang weggesperrt wird und von der Gesellschaft ausgegrenzt … ist es mit dieser Vorstellung immer noch eine Utopie eine Gesellschaft zu formen die mit jedem Menschen respektvoll umgeht und Menschen nach ihren Möglichkeiten fördert? Nicht zuletzt werdet ihr alle einmal alt und auf Hilfe angewiesen sein – wollt ihr auch dann weggesperrt werden weil die Gesellschaft eben noch nicht so weit ist humane Formen des Umgangs mit Nicht-Leistungsträgern zu entwickeln? Ich habe hier Frankreich als Beispiel gewählt weil ich es aus eigener Erfahrung kenne, habe das Schulsytem in keiner Weise als perfekt beschrieben, sondern nur darauf hingewiesen dass es was Inklusion anbelangt weiter ist als Deutschland, die Kommentare über das Schulsystem an sich sind damit irrelevant und zeigen die Hilflosigkeit in der Argumentation gegen etwas das einfach zu den Menschenrechten gehört. Dass das System in Deutschland noch nicht funktioniert macht nur eines klar – wir brauchen dringend neue Wege … dass Lehrer hier in unzumutbaren Masse beansprucht werden ist ein Unding – es gibt so viele Ideen – bitte öffnet Euch endlich für Beispiele aus anderen Ländern. Je mehr die Lehrer sich gegen Veränderungen stellen desto länger wird es dauern ein für alle befriedigendes System zu bekommen. Wenn jemand Interesse hat erkläre ich gerne im Detail was mir als gut und was als nicht so gut begegnet ist und welche Ideen ich schon live erlebt habe.
    http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/von-kanada-lernen-reise-ins-gelobte-land-der-inklusion-1649799.html
    http://wasbildetihrunsein.de/2012/09/28/kanadas-forderschuler-gehoren-einfach-dazu/
    es gibt unendlich viele gute Beispiele.

  18. Stephanie Köhl

    Im übrigen stammt die Formulierung jeden Schüler nach seinen Möglichkeiten fördern nicht von mir sondern aus einem Entwurf der Bundesregierung, die eine Kommission einsetzte um genau mit diesem Ziel neue Wege zu ergründen.

    • blöd nur, wenn dabei der Haushalt stärker wiegt als das wohl aller Kinder und Lehrer. blumige Worte der Politik, die wirklichen Absichten und die tatsächliche Umsetzung sind drei strikt voneinander zu trennende Dinge. leider ist nicht jeder dazu in der Lage. sie hoffentlich schon.

      • Stephanie Köhl

        Manche Vorschläge würden Geld sparen … ich habe bereits darüber geschrieben dass es nicht nötig wäre zwei verschiedenen Schulsysteme zu finazieren und wenn alle Schüler die bisherigen Förderschulen nutzen könnten wäre die Umsetzung vieler Ideen in greifbarer Nähe.

      • Es geht zwar um Haushalt, aber auch um Bildungsideologie.
        Alle Schüler in einen Topf, das gilt dann als Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit.

  19. Stephanie Köhl

    Es müssen doch gar nicht alle in einer grossen Klasse zusammensitzen… wäre schön wenn von Lehrerseite auch mal Lösungsvorschläge kämen.

    • Was sollen Lösungsvorschläge, die Sie nicht hören wollen? Hier die Probe: Was halten Sie von einem gegliederten Schulsystem und einer Abkehr vom Weg in die inklusive Gemeinschaftsschule?

      • Stephanie Köhl

        Das ist keine Lösungsvorschlag sondern Rückkehr zu Menschenrechtsverletzungen aus Bequemlichkeit.

        • Sehen Sie, wegen solch verununglimpfender Reaktionen kommen oft auch keine Lösungsvorschläge. Menschenrechtsverletzungen dieser Art wurden ideologisch durchgedrückt und festgesetzt, um ein bestimmtes Schulsystem durchzudrücken.
          Demnächst gilt vielleicht auch noch als Menschenrechtsverletzung, wenn nicht jeder ein Anrecht auf das Abitur und einen Studienplatz erhält.
          Nur die Wirtschaft wird sich nicht zwingen lassen, per Menschenrecht jedem einen höheren Posten zu geben. Im Berufsleben schlägt dann die bittere Realität zu und jeder wird nach seinem Können beurteilt und eingestellt. Manche kriegen noch nicht mal einen Job. Aber der wird vielleicht auch noch Menschenrecht.

        • Bitte – Klischees zu reproduzieren bringt die Diskussion nicht weiter, und hate speech ist auch nicht schön!

    • Welche Lösungsvorschläge sind denn genehm?
      Was sollen Lehrkräfte vorschlagen, die zwar die Vorgaben umsetzen müssen und täglich die Anforderungen vor Augen haben, die aber die Bedingungen gar nicht beeinflussen können, sondern sich mit den dürftigen Ressourcen irgendwie arrangieren müssen?
      Wenn etwas gefordert wird, wird es gerne als Jammerei abgetan oder unterstellt, man wolle sich nicht mit dem Thema beschäftigen oder sei nicht bereit, sich für seine SuS oder die Aufgaben einzusetzen.

      Ich weiss schon, was ich mir wünschen würde und wie eine bessere Integration in etlichen Fällen womöglich gelingen könnte, aber letztlich führen diese Wünsche immer dazu, dass die personelle Ausstattung und anderes verbessert werden muss.
      Weitere Wünsche kann ich nur für meine Region und mein Bundesland formulieren und meine Schulform, da es überall anders läuft.

    • Warum werden nicht Regelschüler an Förderschulen inkludiert?

      • Stephanie Köhl

        100% Zustimmung!

        • und bei uns an der Bethesda-Schule wird das auch gemacht, hörte ich. Da es ja auch Körperbehinderte mit normaler Lernfähigkeit gibt, haben die Lehrer den normalen Lehrplan drauf – also kein Problem!

      • Das funktioniert sowieso alles nur, wenn die Lerngruppen halb so groß sind. Aber dafür ist kein Geld da. Wie sagen die Schwaben immer: „I kann mi ned verreeiße.“

        • Hallb so groß? In den Förderschulen waren sie in der Regel kleiner.

          • richtig. oft weniger als 10 im vergleich zu oft über 30 …

          • … aber dafür doppelt gesteckt …

          • An welchen Schulen in welchem Bundesland soll es das denn gegeben haben?
            FöS Lernen hatte hier eine Klassengröße von 16 mit einer Lehrkraft.

          • FöS ESE – 10 bis 12 Jugendliche plus doppelter „Bewachung“, um Selbst- und Fremdgefährdung ausschließen zu können – sicher ist sicher.

    • @palim: Oft handelt es sich (bei uns) um eine/n Förderschullehrer/in und eine „pädagogische Fachkraft“, das sind Erzieher/innen mit einer sonderpädagogischen Zusatzausbildung. Bei uns haben viele auch eine/n FsJler/in.

      • Da das hier ständig durcheinander geht: von welcher FöS oder welchem Schwerpunkt geht es?
        GE hat hier einen anderen Schlüssel, KB bekommt häufiger pädagogische Fachkräfte,
        aber bei der bisherigen Inklusion in den Grundschulen und weiterführenden Schulen reden wir überwiegend von L und ESE, zum Teil auch Sprache, Hören, manchmal GE.
        Autismus wird bei uns nicht zu den Förderbedarfen gezählt.
        Den oben beschriebenen Schüler würde ich als Autist mit ESE-Bedarf einschätzen.

        … aber auch die Einteilungen nach Schwerpunkten und die jeweiligen Zuweisungen sind überall verschieden
        … und die (nennen wir es) „Grundausstattung“ ist ebenfalls von Schulform und Bundesland abhängig und recht unterschiedlich.

        Sinnvoll fände ich den Einsatz von FsJlern (als Zubrot, nicht als angerechnete Kraft), aber mir scheint, dass die Finanzierung reichlich kompliziert ist.
        DA wären Änderungen womöglich am ehesten zu erreichen.

        Im übrigen – das gilt für viele solche Diskussionen – sprechen einige von der „Vision Inklusion“, andere von Notwendigkeiten, die an die Politik gerichtet sind, und viele vom Alltag, der sich von den anderen genannten Standpunkten meist drastisch unterscheidet.

        • Asperger Autisten bekommen bei uns auch bestenfalls eine Lernbegleitung, so zwei Stunden am Tag. Ich habe von einer Schule für Geistigbehinderte gesprochen, die z.B. von Kindern mit Down-Syndrom besucht wird.

    • schade, dass auch sie die Begriffe jeder und alle, gleichstellung und Gleichberechtigung sowie toleranz und akzeptanz nicht trennen können.

  20. Stephanie Köhl

    Es ist eigentlich schade, dass hier alle nur mit Pseudonym auftreten, ich finde z.B. die Anmerkungen von Palim sehr interessant und könnte mir vorstellen in einem persönlichen Gespräch auf gute Lösungsmöglichkeiten zu kommen. Es ist schon merkwürdig hier zu schreiben, wo Kommentare in anderer Reihenfolge erscheinen als ich sie zuvor las, evtl gleichzeitig geschrieben. Im übrigen sieht mein Avatarbildchen hier echt negativ aus 😉

    • Ja, das mit den Avatarbildchen ist so eine Sache. Schade, dass man sich keins aussuchen kann, obwohl mir meins gefällt. Ein user meinte ja mal „Arme hoch“ bedeutet Mann, „Arme runter“ bedeutet Frau… Manche haben`s auch nicht so genau definiert. Schade finde ich auch, dass man nichts mehr korrigieren oder jemandem eine PN schreiben kann…

      • Stephanie Köhl

        JAA! Ich habe absichtlich meinen echten Namen angegeben – falls jemand bei facebook ist könnte man sich da persönlich austauschen, unter Stephanie Koehl ich bin dort zu finden. Bin dort ua in verschiedenen Gruppen in denen ich mich mit anderen Eltern von Kindern mit Downsyndrom austausche – es wäre so schön wenn man dort alle Seiten hören würde, und evtl zusammen Wege finden könnte wie es sich ändern lässt was, wie ich jetzt sehe uns alle belastet – auch gegenüber Behörden usw. Im übrigen bin ich echt nett und sehe nicht aus wie dieses Avatar hier 😉 Ich habe leider an der Schule meines Sohnes einiges Unerfreuliche erlebt, ich sehe hier inzwischen dass es auch wirklich aufgeschlossene Lehrer gibt.

  21. Mir reichen zwar die Bedingungen an sich auch nicht (hier heißt es Grundversorgung), aber letztlich geht es ja im Beitrag oben um die wirklich auffälligen ESE-Fälle, die übergriffig sind und unter durchgängiger Beobachtung sein müssten, damit sie sich und anderen (oder andere ihnen) keinen Schaden zufügen.

    Um alle muss man sich kümmern und wenn es gut sein soll, müssten eben die Bedingungen anders sein.
    Aber die, die im obigen Artikel beispielhaft genannt sind, beeinträchtigen den Schulfrieden und den Unterricht so heftig, dass in keiner Stunde mehr an Lernen zu denken ist.
    Das sind recht wenige Kinder (wenn womöglich auch mehr als früher), aber diese bräuchten wirklich starke zusätzliche Unterstützung, wenn sie innerhalb der allgemeinen Schule verbleiben sollen.
    Meiner Erfahrung nach ist ein langfristiger oder totaler Ausschluss nicht einfach zu erwirken, in unserem BL war lange in der Diskussion, ob es überhaupt so eine Möglichkeit geben muss, da der Inklusionsgedanke (die Vision) ein anderer ist.
    Dennoch sehen Schulen im Ausschluss letztlich den einzigen (oder allerletzten und rechtlich abgesicherten) Weg, die Ordnung überhaupt wieder herstellen zu können und allen anderen das Lernen wieder zu ermöglichen.
    Vermutlich könnte es andere Wege geben, hiermit stehen die Schulen aber allein und bekommen keine Angebote, Hilfen, Hinweise, Ausnahmen, Projekte oder zusätzliche Förderungen oder Ressourcen. Gehandelt wird wahrscheinlich erst, wenn heftige Vorfälle publik werden und Elternschaften sich vehement Gehör verschaffen.

  22. Ich glaube nicht, dass eine Inklusion um jeden Preis eine gute Idee ist. Da kann man mir noch so viel von Menschenrecht oder Nicht-Ausgrenzung erzählen. Diese Begriffe sind für mich nur leere Worthülsen, wenn der inklusive Unterricht für die Schüler keinen Gewinn bringt.
    Ich hätte gern Vernunftgründe, die für die Inklusion sprechen und nicht Moralkeulen, die nicht annähernd sicherstellen, dass sich die behinderten Kinder auf einer Regelschule wirklich wohler fühlen und besser entwickeln als auf einer Förderschule.
    Ich kann allerdings auch Eltern behinderter Kinder verstehen, denen die Moralbegriffe nahegebracht werden und die dann das Gefühl haben, ihren Kindern ein Menschenrecht vorzuenthalten und sie der Ausgrenzung auszusetzen, wenn sie sich nicht für einen Regelschulbesuch einsetzen.
    Zitat: “Inklusion hat nur dann Sinn, wenn das Recht auf Bildung auch gewährleistet wird und sich nicht als Sparpolitik auf Kosten der Kinder entpuppt.
    Denn ein paar Wochenstunden sonderpädagogischer Förderunterricht sind nicht ausreichend. Selbst dann nicht, wenn bisherige Förderschulen zum Beratungszentrum umfunktioniert werden, um andere Schulen bei der Inklusion zu unterstützen. Die Konvention verbietet nämlich nicht die Förderschulen. Sie verbietet lediglich, ein Kind per Bescheid in eine solche Schule zu zwingen. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied.“

    http://www.t-online.de/eltern/schulkind/id_72371510/inklusion-ein-schreckgespenst-foerderschule-contra-regelschule.html

    • Es war eigentlich schon immer eine blöde Idee, Kinder alleine aufgrund des Wohnortes und des Alters und unabhängig von Interesse und Wissensstand in Schulen bzw. Klassen aufzuteilen und dann pro Klasse gleichförmig zu unterrichten. Das haute schon ohne Inklusion nicht hin. Inklusion deckt lediglich ein Grundproblem unserer heutigen Schulen auf, das es auch schon ohne Inklusion gab. In einer Schule, wo sich Kinder nach Interessen und Wissensstand zusammenfinden, wäre Inklusion kein so großes Problem.

      • „In einer Schule, wo sich Kinder nach Interessen und Wissensstand zusammenfinden, wäre Inklusion kein so großes Problem.“

        Mag sein.
        Aber das denkt das System komplett neu und ist mit dem, was jetzt als „Inklusion“ in Schulen umgesetzt werden soll, gar nicht zu vergleichen.

        • Nee, ich denke auch nicht, dass Inklusion einfach als Zugabe zum jetzigen System funktioniert. Es ist bloß für die Politiker die billigste Lösung, die Inklusion den Lehrern als Zusatzaufgabe mitzugeben. Und wenn es schief geht, werden sie sagen, dass Inklusion eben doch nicht funktioniert.

          • „Und wenn es schief geht, werden sie sagen, dass“ … die Lehrkräfte sich mehr anstrengen müssten und noch mehr Konzepte und Evaluationen vorschreiben. Leider wird dadurch noch weniger Zeit sein, Kinder angemessen zu fördern.
            Ein anderes System bräuchte Vorbereitungszeit und Zeit zum Wachsen und auch dann immernoch: angemessene Ressourcen.

          • Zustimmung, Palim. Jedes System braucht bei seiner Änderung eine vorsichtige Umstellung und Zeit zum Wachsen, falls die ersten Erfahrungen dazu ermutigen.
            Etwas im Hauruck-Verfahren bundes- oder landesweit umzustellen und nur auf Hoffnung und Moral zu setzen, geht in den seltensten Fällen gut.
            Ich fürchte auch, dass die Politiker sich scheuen werden zu sagen, „dass Inklusion eben doch nicht funktioniert“ und ihre Planungsfehler mal wieder den angeblich faulen, unaufgeschlossenen Säcken als Schuld in die Schuhe schieben.
            Es wäre gut, wenn möglichst viele Lehrer offen und ehrlich von den Schwierigkeiten und teilweise chaotischen Zuständen im Unterricht berichteten. An dieser Stelle aus kleinmütiger Ängstlichkeit zu schweigen, ist ein schwerer Fehler, der nur den Politikern und ihrer Schönmalerei nützt, nicht aber den Schülern und Lehrern.

          • Richtig, U.B., jede Umstellung will gut überlegt sowie geplant sein und die Evaluation braucht viel Zeit, im Zweifel einen kompletten Schülerjahrgang und damit mindestens 10 Jahre. Weiter bis zur nächsten Wahl, also maximal fünf Jahre denkt aber kein Politiker.

            Als Beispiel bringe ich die vermurkste Umstellung auf G8 in NRW, wo die ersten zwei oder drei Schuljahrgänge bereits in der Oberstufe waren, bis der G8-Lehrplan Sek I verbindlich wurde und schon vier Jahre lang studieren konnten bis der Lehrplan Sek II verbindlich wurde. Ähnlich wird aktuell die Inklusion vermurkst …

            Wesentlich besser ist der Beschluss, danach die theoretische Umsetzung in Form von Lehrplänen usw., danach erst die praktische Umsetzung am Schüler. Dann können allerdings die Lehrer nicht mehr ehrenamtlich aka unbezahlt an der konkreten Ausgestaltung der theoretischen Umsetzung mitarbeiten, was dem Ministerium wiederum zu teuer kommt, weil es zu wenig eigenes Personal für diese Arbeiten hat.

          • @xxx – und es bedarf einer Anlaufzeit und der Fähigkeit abzuwarten, ob eine Umstellung „Früchte trägt“. Die nächste Sau durch’s Dorf zu treiben bevor die erste das Dorf verlassen hat, ist purer Aktionismus. Der führt allenfalls dazu, dass niemand mehr bereit ist Konzepte für die Umstellung zu erarbeiten und diese behutsam umzusetzen. Warum auch, spätestens nach drei Jahren wird die nächste Reform angekündigt und die gerade erarbeiteten Konzepte sind bereit für die Rundablage P.

          • Meine Worte. Die so genannten Bildungsforscher und -firmen wollen ja ihre möglichst häufig Forschungs“ergebnisse“ finden, veröffentlichen und verkaufen. Dafür sind deren Meinung nach sogar drei Jahre eigentlich schon zu lang. Die Forschungsergebnisse sind dann die neuen Konzepte, die die Lehrer dann wie auch immer instantan in die Praxis umzusetzen haben. Behutsamkeit ist schlecht für die jährliche Dividende, auf die es heutzutage weitaus mehr ankommt als auf die (langfristige) Zukunft der Kinder bzw. des gesamten Landes.

          • Bildungsforschung läuft ja nicht anders als andere Forschung auch. In erster Linie sind es Doktoranden, die die Arbeit machen. Für eine Diss in den Kulturwissenschaften sind so ca. drei Jahre vorgesehen, eine längere Finanzierung einer Doktorandenstelle ist nicht vorgesehen.

            Im ersten Jahr werden die Grundlagen erarbeitet und ein Konzept erstellt, dass dann im zweiten Jahr umgesetzt und evaluiert wird. Anschließend werden die Ergebnisse der Versuchsgruppe denen einer Vergleichsgruppe gegenüber gestellt. Da die Unterschiede zwischen Korrelation, Kausalität und Koinzidenz nicht klar sind, wird das angestrebte Ergebnis schon nachweisbar sein Die Daten werden nämlich benötigt, um mit der abgeschlossenen Diss promoviert zu werden und sich im Anschluss auf eine Juniorprofessur bewerben zu können oder um bei Leibnitz, Frauenhofer oder der B.-Stiftung anheuern zu können. Wenn alles schief geht, bleibt noch die OECD.

            Wichtig im Bereich der Bildungsforschung ist nur die allgemeine Erkenntnis, dass “ die Frösche nicht gefragt werden sollten, wenn es darum geht, den Sumpf (an Schulen) trockenlegen zu wollen“.

            Wer wohl Frosch ist, dürfen Sie raten.

  23. Stephanie Köhl

    Das blöde ist dass die Politik 10 Jahre verstreichen liess ohne intelligente Lösungen ins Leben zu rufen – und die Lehrer und Schüler es immernoch ausbaden müssen.

    • Abgesehen von den ach so warmherzigen und ehrenwerten Begriffen, auf der die Inklusion als Sparmodell fußt, ist für mich die Frage, ob behinderte Kinder sich in Regelschulen wirklich wohler fühlen sowie besser gefördert und auf ihr zukünftiges Leben vorbereitet werden. Ich glaube das nicht und finde, dies allein sollte zählen.
      Was sind „intelligente Lösungen“? Ihre vielen Ausführungen haben mich trotz allen Engagements nicht überzeugt. Sie kleben mir zu sehr an dem, was als Menschenrecht deklariert wurde, während ich mich ganz nüchtern frage, welche Schulen behinderte Kinder am besten auf ihr zukünftiges Leben vorbereiten. Regelschulen scheinen mir das nicht zu sein und auch niemals sein zu können.
      Ich neige nicht wie Sie zu der Meinung, “ dass die Politik 10 Jahre verstreichen liess ohne intelligente Lösungen ins Leben zu rufen“. Ich bin vielmehr der Auffassung, dass sie auf sehr intelligente Weise teure Förderschulen mit der Begründung „Menschenrecht“ schließen ließ.

      • Ich gebe Frau Köhl durchaus recht, dass die Politik 10 Jahre seit der Ratifizierung der Behindertenrechtskonvention ins Land streichen ließ. Ausbaden müssen das die Lehrer und Schüler im Gegensatz zu ihrer Aussage meiner Meinung nach erst seit der tatsächlichen Umsetzung der Inklusion auf die aktuelle Weise. Was das mit intelligent zu tun hat, weiß ich nicht, die althergebrachte Methode mit den Förderschulen, ggf. ergänzt um einen Zusatz, dass Förderschulkinder eine Regelschule besuchen dürfen, so lange sie ggf. mit einem dauerhaften Helfer dem Unterricht folgen können und mit dem Regelschulumfeld klar kommen, halte ich für wesentlich intelligenter. Ein Verstoß gegen die Behindertenrechtskonvention oder irgendwelche Menschenrechte sehe ich darin nicht.

        • „Intelligent“ meine ich andersherum. Sie gehen davon aus, dass wirklich eine Lösung beabsichtigt war, die den Begriff „Menschenrecht“ verdient.
          Ich gehe davon aus, dass man von vornherein nur an das Sparmodell „Ab in die Regelschule und Einsparung der aufwändigen Förderschulen!“ dachte.
          Und das wurde doch ziemlich raffiniert mit hehren Parolen wie „Menschenrecht“ und „Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“ als absolut erstrebenswert verkauft.
          „Intelligent“ messe ich also an dem, was ich als wahres politisches Ziel vermute. Ob Eltern oder Lehrer, viele sind doch voll abgefahren auf diese „intelligente“ Masche mit der Humanität und dem Menschenrecht.

          • Ich bin genauso wie Sie sehr skeptisch, dass eine Inklusion im Sinne der mehr oder weniger bedingungslosen Schließung der teuren Förderschulen gelingen kann. Ob diese das ursprüngliche Ziel oder nur positiver Nebeneffekt der Politiker war, schiebe ich mal ins Reich der Verschwörungstheorien.

            Ich möchte nur, dass jedes Kind die seinen kognitiven und sozialen Möglichkeiten optimal entsprechende Schulform besucht. In Gruppen ab 10 Personen mit wechselnden Lehrkräften aggressiv werdende Kinder haben insbesondere an herkömmlichen Regelschulen nichts verloren. Gleichzeitig soll eine erforderliche Barrierefreiheit einen ansonsten gesunden Schüler vom Besuch der Regelschule abhalten.

          • Eine Schließung ist ja nicht einmal beschlossen. Das Problem liegt darin begründet, dass die Mindestschülerzahlen der FöS durch das Anmeldeverhalten der Eltern nicht erreicht werden, weshalb dann die FöS in einem Landkreis zusammengelegt werden.

            Bei nur einer FöS mit dem Schwerpunkt ESE z.B. im HSK ergeben sich Fahrtzeiten, die nicht mehr zumutbar sind. Was passiert also mit Kindern mit Förderbedarf, die nach dem Doppeljahrgang 5/6 auf Wunsch der Eltern von der Regelschule zurück an eine FöS gehen sollen, wenn es nur noch eine gibt, die dann natürlich zu klein ist?

          • einen solchen Beschluss hätte man wohl auch nicht durchbekommen. über die Menschenrechte in Verbindung mit der Mindestschülerzahl kann man das Ziel genauso gut erreichen …

          • Der gesamte Unfuf ist extrem überflüssig. Bereits früher gab es die Möglichkeit Schüler von FöS an Regelschulen hospitieren zu lassen, und wenn das mit Unterstützung in der Anfangszeit funktionierte, auf dem Verwaltungswege – ohne Aufhebung des Förderstatus – an einer Regelschule beschulen zu lassen. Die Bezirksregierung bestimmte die Regelschule lediglich als Förderort. Die Förderung beruhte auf Absprachen zwischen betreuendem Sonderpädagogen und der Klassenleitung des betroffenen Kindes.

            In der jetzigen Situation ist der Schüler mit abgeschlossenem AOSF-Verfahren Regelschüler ohne Aussicht auf einen Abschluss oberhalb des HA, da die Voraussetzungen zur Versetzung in den 10. Jahrgang für Schüler mit dem Förderschwerpunkt L(ernen) nicht erreicht werden. Selbst wenn ein Lerner in die 10. Klasse kommen sollte, muss er dei ZP10 nicht mitschreiben, da er ja zieldifferent unterrichtet wird. Folglich müssten eigenständige Kriterien erstellt werden, die die Vergabe des Schulabschlusses festlegen. Die bisherigen Bestimmungen fußen auf den Noten, die Schüler, die zieldifferent unterrichtet werden, aber nicht bekommen.

            Folge der Inklusion wird sein, dass die Zahlen von Abgängern ohne Schulabschluss an Regelschulen steigen werden. – Nur prozentual fällt das weniger auf. Wenn 10 Lerner in einem Jahrgang von 170 Schülern keinen Abschluss erreichen, entspricht das einer Quote von 5,9% – wohlgemerkt unter der Annahme, dass alle keinen HA (nach Klasse 9) zuerkannt bekommen.

          • Außerdem kann man die Veränderung von 5 auf 10 von 170 Schülern ohne Abschluss geschickt in 94% mit Schulabschluss statt vorher 3% ohne Schulabschluss verpacken. Wenn es besser klingt, kann man sich mit anderen Bezugsgrößen die Welt noch schöner reden als sie sowieso schon schön geredet wird. Die Soziologen unter den Inklusionsfans haben von Mathematik ja wenig genug Ahnung …

  24. Die http://www.flexschule.de vom Don Bosco Werk (Caritas Freiburg) hilft dabei das Kinder zu Hause bleiben können und beschult werden. Es ist eine Rückkehr in die reguläre Schule immer erwünscht.

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