Der Deutsche Schulleiterkongress: Balsam für die Seelen der Teilnehmer

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Ein Kommentar von News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek.

DÜSSELDORF. Der Deutsche Schulleiterkongress hat sich in den mittlerweile fünf Jahren seines Bestehens zu einer echten pädagogischen Leitveranstaltung entwickelt – von hier gehen Impulse aus (wie die Debatten um Flüchtlingskinder und Inklusion, aber auch um die Arbeitsbedingungen in den Schulen gezeigt haben), hierhin wird aber auch andersherum immer öfter verwiesen.

Mehr als 2000 Schulleiter aus ganz Deutschland sind in diesem Jahr wieder zum Deutschen Schulleiterkongress nach Düsseldorf gekommen. Foto: Wolters Kluwer
Mehr als 2000 Schulleiter aus ganz Deutschland sind in diesem Jahr wieder zum Deutschen Schulleiterkongress nach Düsseldorf gekommen. Foto: Wolters Kluwer

So von der Kultusministerkonferenz, die die Schirmherrschaft für den Kongress übernommen hat. So von immerhin bereits sechs Bildungsministerien in Deutschland, die Länderforen mit jeweils spezifischen Themensetzungen auf dem Kongress anbieten. Aus Thüringen ist sogar Bildungsministerin Birgit Klaubert eigens nach Düsseldorf gereist, um am Samstagmorgen mit drei Dutzend Schulleitern aus dem Freistaat über den neuen Bildungsplan zu diskutieren. Manche Bundesländer, so war zu erfahren, übernehmen für ihre Schulleiter die Teilnahmekosten. Gibt es ein höheres Maß an Anerkennung in der Bildungspolitik, als Geld aufzuwenden?

Aber im Ernst: Der Deutsche Schulleiterkongress bietet – neben einer Fülle von fachlichen Vorträgen in mehr als 100 Vorträgen und Workshops und so manchem Blick über den Tellerrand der eigenen Profession – vor allem eines: Wertschätzung. Nicht nur die zahlreich vertretenen Prominenten, auch die Politik nutzt den Deutschen Schulleiterkongress, um die Bedeutung von Bildung und den daran arbeitenden Lehrkräften und, natürlich, Schulleitungen zu unterstreichen. Und das ist gut so.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Bremens Bildungssenatorin Claudia Bogedan ist zwar nicht persönlich gekommen (sie hatte eine gute Entschuldigung: den parallel laufenden internationalen Bildungsgipfel ISTP in Berlin nämlich, bei dem die KMK Gastgeberin ist). Sie war allerdings via Bildschirm präsent, um den Teilnehmern in einer Botschaft den „ausdrücklichen Dank der Kultusminister angesichts Ihrer großartigen Integrationsleistung“ auszusprechen.

Und Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) nutzte die Bühne, um vor den rund 2000 Kongressteilnehmern das riesige Engagement der Schulen für die Hundertausenden von Flüchtlingskindern zu loben – und zwar auf eine sehr persönliche und überzeugende Art. „Mit Ehrfurcht und Respekt schauen die Kultusminister darauf, was Deutschlands Schulen hier leisten“, sagte er. Wenn der Bundespräsident vom „hellen Deutschland“ spreche, seien vor allem auch Lehrkräfte und Schulleitungen gemeint. Rabe: „Es ist anrührend und begeisternd, was Sie alle hier leisten.“ Der lautstarke und langanhaltende Beifall zeigte: Das war Balsam für die Seelen vieler Anwesender.

Zum Bericht: Deutscher Schulleiterkongress: Lob von Ties Rabe und ein Appell von Auma Obama

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1 KOMMENTAR

  1. Man könnte noch nachtragen, dass die im Artikel genannte Bildungsministerin Birgit Klaubert (Linkspartei) vor der Wende eine stramme SED-Genossin war. Ihr Lebenslauf bei Wikipedia nennt nur „Geschichte“ als ihr Fach und verschweigt ein Detail:
    „Ich wurde zur Fachgruppenleiterin im Marxistisch-leninistischen Grundlagenstudium berufen.“
    Das bezieht sich auf eine nicht näher genannte Institution zur Lehrerausbildung oder -fortbildung. Weiter heißt es: „Die eigentlich sorgsam ausgewählten Studentinnen und Studenten stellten immer offener kritische Fragen.“
    Im Anschluss schreibt sie, sie habe die Wende als „frischen Wind“ begrüßt. Man könnte freilich auch an Wendehälse denken. Direkt nach der Wende wurde sie nach eigenen Angaben auf kommunaler Ebene zur Fraktionsvorsitzenden der PDS-Fraktion gewählt.
    Quelle ist das Buch: „Menschen zur Wendezeit in Thüringen“, Materialien Heft 103, Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien, Seite 110. Das Buch beginnt mit einem Grußwort (datiert auf 2004) des damaligen Thüringer Ministerpräsidenten, Dieter Althaus, der dann auch selbst seinen Werdegang im Detail schildert.
    Das war frei im Internet verfügbar (ich habe mir eine Kopie abgespeichert) und verschwand irgendwann. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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