Kultusministerium atmet auf: Großteil der Lehramtsstudierenden in Sachsen wollen später auch im Freistaat arbeiten

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DRESDEN. Die meisten der angehenden Lehrer in Sachsen wollen nach Ende des Studiums auch im Land unterrichten. Das geht aus einer vom Wissenschaftsministerium am Donnerstag in Dresden vorgestellten Absolventenbefragung hervor. Demnach bewarben sich 58 Prozent der Befragten, die ein Referendariat begonnen oder absolviert haben, ausschließlich in Sachsen. 21 Prozent wollten nur außerhalb Sachsens unterrichten, die anderen Absolventen bewarben sich sowohl innerhalb als auch außerhalb des Freistaates. Fast 70 Prozent der Lehramtsstudenten entschieden sich dafür, den Vorbereitungsdienst in Sachsen zu absolvieren.

Sachsen – hier: das Denkmal Luthers vor der Dresdner Frauenkirche – sucht händeringend Lehrkräfte. Foto: pxhere

«Die Studie zeigt, dass die massive Erhöhung der Studienplätze im Lehramt Wirkung zeigt‎», so Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD). Laut Erhebung schlossen zwischen Oktober 2013 und September 2014 insgesamt 818 Absolventen ihr Lehramtsstudium ‎ab, im ‎Prüfungsjahr 2017 stieg deren Zahl auf gut 1300. ‎Zudem hätte die Möglichkeit der Verbeamtung und die bessere Bezahlung von Grund- und Oberschullehrern für steigende Attraktivität gesorgt. dpa

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Im Teufelskreis: Lehrermangel sorgt für höhere Belastung im Schuldienst – und immer mehr Lehrer flüchten in Teilzeit

 

Angehende Lehrer, die sich außerhalb bewarben, gaben dafür vor allem eine bessere Arbeitssituation, finanzielle Vergütung und familiäre Gründe an. «Erschreckend ist, dass die Unzufriedenheit mit dem politischen Klima in Sachsen offensichtlich für ‎viele junge Lehrer – besonders wenn sie aus einem anderen Bundesland kommen – ein triftiger ‎Grund ist, eine Beschäftigung außerhalb Sachsens zu bevorzugen», sagte Stange. Für die Studie wurden 1225 Absolventen der Prüfungsjahrgänge 2014 bis 2017 befragt. ‎

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2 KOMMENTARE

  1. Letztendlich geht daraus auch hervor, dass es gar nicht in Größenordnung etwas mit dem Angestellten- oder Beamtenstatus zu tun hat, wie “von interessierter Seite” behauptet wurde. Es ist immer eine Reihe von Faktoren, die eine Rolle spielt – ansonsten hätten ja die ostdeutschen Bundesländer nach 1989 “lehrerleer” werden müssen, denn sie verbeamteten ja alle damals nicht (außer Berlin bis 2005?).

    Dass manche in ihre Heimatorte zurückgehen, da man ja nun auch nicht in jeder Stadt auf Lehramt studieren kann, ist doch auch mehr als logisch. Dass andere ihren Partnern folgen ebenso. Dass manch einer nicht “auf dem Lande” bleiben will und es einen anderen gerade dorthin zieht, dürfte ebenso normal sein.

    Ich staune nur immer wieder, wie die Politikern solchen falschen Ratschlägen (Verbeamtung behebt den Lehrermangel) auf den Leim gehen können.

    • Zufällig stoße ich auf diese aktuelle Studie, aus der ich zwei Aussagen gegenüberstelle:

      (1) “94 Prozent der befragten Ex-Referendare in Sachsen blieben laut Studie auch danach als Lehrer im Freistaat.” (trotz Nicht-Verbeamtung seinerzeit !)

      (2) “Von denen, die nicht in Sachsen blieben, hätten die meisten dies mit der besseren Arbeitssituation und finanziellen Vergütung woanders begründet. Die Hälfte kreuzte “Unzufriedenheit mit der sächsischen Bildungspolitik” und den – in Sachsen ja erst seit 2019 erfüllbaren – “Verbeamtungswunsch” als zutreffend an. Dass jeder Dritte sein Abwandern auch mit der “Unzufriedenheit mit dem politischen Klima in Sachsen” erklärte, nannte Stange einen “erschreckend hohen Anteil”. Knapp zehn Prozent gaben an, in Sachsen abgelehnt worden zu sein – was durch die Verdopplung auf jetzt 2050 Referendariatsplätze mittlerweile nicht mehr vorkommen soll.”

      https://www.freiepresse.de/nachrichten/sachsen/warum-kuenftige-lehrer-sachsen-verlassen-artikel10534591

      Das heißt, von den 6 %, die nicht in Sachsen blieben, nannte die Hälfte u.a. die Verbeamtung anderswo (in Sachsen ja erst kürzlich wiedereingeführt) als Grund. Heißt 3 % gingen wegen der Nicht-Verbeamtung weg, für 97 % war das kein Grund !!!

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