Steinmeier: Freiheit der Wissenschaft schützen – im Zeitalter der Fake News

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BERLIN. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aufgerufen, die Freiheit der Wissenschaft zu schützen. Steinmeier erklärte anlässlich der Kampagne «Freiheit ist unser System» der Allianz der Wissenschaftsorganisationen in Berlin, es gelte vor allem, die Freiheit der Forschung in der Gesellschaft abzusichern. Das «post-faktische Zeitalter» sei nicht nur in anderen Weltteilen ausgebrochen. Auch in Deutschland sagten bereits 43 Prozent der Befragten, dass Fakten Ansichtssache seien. «Dieser Befund kann und muss uns beunruhigen.» Aber man müsse damit umgehen.

Setzt auf geprüftes Wissen: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Foto: Bundespräsidialamt

Die Wissenschaft dürfe jedenfalls nicht unter dem Druck einer polarisierten Öffentlichkeit «zu einer Meinungsblase unter vielen verkommen». Denn gesellschaftlicher Fortschritt brauche die Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. «Die großen Zukunftsthemen brauchen nicht nur den emotionalen, sondern auch den gut informierten Streit», heißt es in einem Redemanuskript.

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Es sei aber auch nötig, Vertrauen in Verfahren und Vorgehensweisen der Forschung zu stiften und gegebenenfalls zu erneuern. Der Prozess hin zu wissenschaftlicher Erkenntnis müsse glaubwürdig sein, indem er auf nachvollziehbare Argumente setze sowie auf überprüfbare Fakten und transparente Methodik.

Der Bundespräsident erklärte weiter, es gebe Angriffe auf die freie Wissenschaft – weltweit und sehr konkret. Dazu müsse man nicht erst über den Atlantik blicken, wo jahrzehntelang erarbeitete wissenschaftliche Erkenntnisse mit einem Tweet beiseite gewischt würden. Auch in Europa gebe es bedenkliche Entwicklungen, «wo eine ganze Universität außer Landes getrieben wird», hieß es in dem Manuskript weiter.

US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt Darstellungen zum Klimawandel angezweifelt. Unter Druck der ungarischen Regierung von Viktor Orban beschloss die Central European University (CEU) im vergangenen Dezember, nach 26 Jahren Tätigkeit in Budapest nach Wien umzuziehen. dpa

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