Lehrer können den geforderten Sicherheitsabstand zu Schülern oft nicht einhalten

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MÜNCHEN. Viele Lehrer in Bayern halten den Gesundheitsschutz in Schulen in der Corona-Krise laut einer aktuellen Umfrage der GEW für dürftig. So fehlten an einem Viertel aller Schulen im Freistaat einfachste Hygienemittel wie Wasser, Seife und Papierhandtücher. Beklagt wird auch, dass immer noch unnötige Präsenzzeiten – etwa Lehrerkonferenzen – angesetzt würden. Jeder achte Lehrer im Freistaat musste der Studie zufolge in der Schule erscheinen, obwohl dort weder Unterricht zu geben noch Notbetreuung zu leisten waren. Und: Der geforderte Sicherheitsabstand zu Schülern kann oft nicht eingehalten werden.

Lehrer haben in der aktuellen Coronakrise mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen. Foto: Shutterstock

Alles in allem, so sagt Sebastian Jung, Gewerkschaftssekretär der GEW, „zeigt sich, dass in den Schulen zwar vieles gut läuft, wenn man aber hört, dass in einem Viertel der Schulen Wasser, Seife und Papierhandtücher fehlen, dann muss hier dringend gegengesteuert werden. Dazu gehören auch die quasi nicht vorhandenen Gefährdungsbeurteilungen.“ Zwar hingen an 60 Prozent der Schulen Hygienepläne aus. Aber nur an 5 Prozent der Schulen wurde während der Corona-Krise eine aktuelle Gefährdungsbeurteilung durch die für den Arbeitsschutz zuständigen Stellen, also eine Sicherheitsfachkraft oder einen Betriebsarzt, durchgeführt.

Weitere Erkenntnisse der Umfrage:

  • Schutzkleidung wie Atemmasken, Handschuhe oder Schutzbrillen stehen nur an 39 Prozent der Schulen zur Verfügung. Auch für die jeweiligen Gruppen getrennte Sanitärbereiche gibt es nur in weniger als der Hälfte der Schulen.
  • Die Einbindung des Kollegiums durch die Schulleitungen ist ausbaufähig, wobei die Informationsweitergabe als grundsätzlich positiv bewertet wird. „Mein Arbeitgeber hat den Personalrat regelmäßig in die Entscheidungen einbezogen“ – diese Aussage bestätigen lediglich 20 Prozent der Lehrkräfte.
  • Der Sicherheitsabstand kann zwar zu Kolleginnen und Kollegen, aber nur sehr bedingt zu den Kindern und Jugendlichen eingehalten werden: 40 Prozent der Befragten erklärten, sie könnten zu Schülern keine 1,5 Meter Abstand halten.
  • Die Kontakte zu den Schülerinnen und Schüler werden grundsätzlich positiv eingeschätzt. Etwa die Hälfte der Teilnehmer hat den Eindruck, dass die Schüler mit den Angeboten fürs Lernen zu Hause gut klarkommen. Auch die Feedbackmöglichkeiten zu Eltern und Schülern werden mehrheitlich als positiv bewertet.
  • Die Nutzung von Online-Angeboten ist für den Großteil der Lehrkräfte – fast 60 Prozent – völlig neu und erfordert einen insgesamt hohen Aufwand. Jeweils rund ein Drittel sehen einen „etwas höheren“ sowie einen „ungemein höheren“ Aufwand.
  • Etwa 20% gehören der Risikogruppe an, davon jeweils ca. 50% altersbedingt und 50% aufgrund einer Vorerkrankung. Wiederum etwa 20% wohnen mit einer Person zusammen, die der sogenannten Risikogruppe angehört. News4teachers

Hier ist die vollständige Umfrage der GEW Bayern herunterladbar.

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

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1 KOMMENTAR

  1. Das mit dem Abstand kann selbst dann nicht funktionieren, wenn sich die Kinder nicht bewegen würden, weil dazu die Tische mindestens 3m Abstand voneinander bräuchten. Das geben die Räume nicht her, wenn 15 Personen hinein passen sollen. Das ist wiederum notwendig, um die Klassendrittelung zu vermeiden.

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