GEW: Atteste von Lehrern, die Risikogruppen angehören, werden nicht anerkannt

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Aktuell: Erstes Urteil – Lehrerin mit Vorerkrankung muss vorerst doch nicht unterrichten

KIEL. Die GEW hat einen „hartherzigen Umgang“ von Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) mit Lehrkräften beklagt, die einer Risikogruppe angehören. Von 1.600 Betroffenen, die Atteste vorgelegt hätten, seien bislang lediglich 32 Lehrer als schutzbedürftig anerkannt worden. Einige von ihnen ziehen nun mit Unterstützung der Gewerkschaft vor Gericht. Auch die oppositionelle SPD wirft Prien einen „immer schroffer werdenden Umgang“ mit Lehrern und Eltern vor.

Die Gerichte haben zu zu entscheiden. Foto: pxhere

„Sorgenvoll blicken gerade Angehörige von Risikogruppen dem Schulstart entgegen, zwingt das Land sie doch trotz teilweise schwerer Vorerkrankungen ungeschützt in den Präsenzunterricht“, sagt die schleswig-holsteinische GEW-Vorsitzende Astrid Henke. „Das ist unverantwortlich. Mit Unterstützung der GEW haben daher rund 20 Betroffene Klage vor Gericht gegen das Verhalten des Bildungsministeriums eingelegt.“ Das Schuljahr in Schleswig-Holstein beginnt am Montag.

„Jegliche Gefährdung für Lehrer und Schüler wird negiert“

Henke moniert: „Während Frau Prien den Eindruck erweckt, als müssten diese Lehrerinnen und Lehrer keinen Präsenzunterricht erteilen, lässt sie diese Gruppe in Wirklichkeit durch ihren arbeitsmedizinische Dienst wegdefinieren. Warum die Bildungsministerin jedoch auf der einen Seite alle Beteiligten vor der besonderen Brisanz des Schulstarts warnt, auf der anderen Seite aber überhaupt kein Risiko für vorerkrankte Beschäftigte sieht, bleibt ihr Geheimnis. Jegliche Gefährdung wird negiert, ein besonders geschützter Einsatz verwehrt.“

Ganze 32 Lehrerinnen und Lehrer seien bisher als schutzbedürftig anerkannt worden. Mehr als 1.600 hätten hingegen Atteste ihrer Haus- oder Fachärzte vorgelegt, nach denen ihr Einsatz im Präsenzunterricht wegen Vorerkrankungen nicht zu verantworten sei. Andere Bundesländer schützten vorerkrankte Kolleginnen und Kollegen mit besonderem gesundheitlichem Risiko durch den Einsatz im Homeoffice.

SPD: Prien legt Fürsorgepflicht gegenüber Lehrern „eigenwillig“ aus

«Lehrkräfte sollen gegen den Rat ihrer behandelnden Ärzte zum Präsenzunterricht antreten und gehen teilweise juristisch gegen ihren Arbeitgeber vor, der seine Fürsorgepflicht sehr eigenwillig auslegt», kritisiert auch der SPD-Bildungsexperte Martin Habersaat. Die Landeselternbeiräte fühlten sich nicht ausreichend in die Entwicklung des Rahmenkonzepts für das neue Schuljahr eingebunden. Die Ministerin drohe Eltern und Lehrkräften, die ihren Urlaub in Risikogebieten verbracht haben, auch mit dienstrechtlichen Konsequenzen. «Dieselbe Ministerin, die nach einem Urlaub in Südtirol der erste prominente Quarantänefall in Schleswig-Holstein war», sagte Habersaat. Prien hatte im März in Südtirol Urlaub gemacht, noch bevor die Region als Risikogebiet eingestuft wurde.

«Die Ferienzeit wurde nicht gut genutzt, das Chaos droht sich fortzusetzen», sagte die SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli. «Eltern, Lehrkräfte und Schülerschaft schauen besorgt auf mangelhafte Vorbereitung und den immer schroffer werdenden Umgang der Bildungsministerin.» Die SPD präsentierte ein eigenes Konzept zum neuen Schuljahr. Ihr Konzept sieht unter anderem – mindestens bis zu den Herbstferien – Unterricht auch im Freien vor, eine schnellere und bessere Ausstattung von Schulen und Schülern fürs digitale Lernen sowie kostenlose Plexiglas-Visiere und FFP2-Masken für Schulbeschäftigte wie in Hamburg.

Prien hat heute vor der Presse ihren Maßnahmenkatalog für den Corona-Regelbetrieb in den Schulen erläutert – und auch Stellung zu den Klagen der Lehrer genommen (News4teachers berichtet ausführlich darüber – hier geht es zu dem Beitrag). News4teachers / mit Material der dpa

Aktuell: Erstes Urteil – Lehrerin mit Vorerkrankung muss vorerst doch nicht unterrichten

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Lehrermangel weitet sich durch Corona drastisch aus – GEW erwartet extreme Belastungen für die dünn besetzten Kollegien

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84 KOMMENTARE

  1. Wie können ärztliche Atteste revidiert werden? Wo leben wir inzwischen? Ich wünsche den betroffenen Lehrern viel Erfolg!
    Vorerkrankte Menschen zu gefährden ist an Schäbigkeit kaum zu übertreffen.

  2. Ich habe die sehr großzügige Regelung für Lehrer, die sich bei fast allen Vorerkrankungen vom Präsenzunterrich abmelden konnten nie verstanden. Vielleicht wird jetzt endlich mal reell überprüft und siehe da…von 1600, die gerne zuhause bleiben möchten haben nur 32 wirklich einen Grund dazu.
    Kleines Beispiel gefällig? Die Regeln , die bei Meinem Arbeitgeber (große Klinik in Bayern ) gelten, um vo Betriebsarzt eine Versetzung auf einen z.B.Patientenfernen Arbeitsplatz überprüfen zu lassen sind genau 4 Punkte.
    1.Schwere Lungenerkrankung wie Emphysem oder schwere COPD , (nicht!Asthma)
    2. Z.n.Organtransplantation
    3.noch in Behandlung befindliche Krebserkrankung
    4.dauerhafte schwere Immunsuppression
    Diese Punkte dürften nicht auf viele berufstätige zutreffen.
    Wenn diese Regeln auch auf Lehrer angewendet werden ist die Zahl der wenigen anerkannten Atteste ( wo Hausärzte vermutlich von Asthma bis Bluthochdruck alles bescheinigt haben ) nur logisch…
    Der ewige Sonderstatus für Lehrer muss endlich ein Ende haben.

    • „Der ewige Sonderstatus für Lehrer muss endlich ein Ende haben.“

      Ja, weg mit dem Sonderstatus:
      – Umsetung gesetzlicher Arbeitsschutzregelungen in allen Schulen, also entsprechende Schutzmaßnahmen für alle Beschäftigten, einschließlich zur Verfügung Stellung von FFP2-Masken,
      – gerne auch Erfassung der Raumluft und der Möglichkeiten zum Lüften, ermittelt durch unabhängige Prüfer, deren Expertise dann nicht vom Träger negiert werden darf, und entsprechende, termingerechte Abhilfe, sofern das, was vorhanden ist nicht ausreicht, … gleiches gilt im übrgigen auch für Beleuchtung, Lärmschutz, Brandschutz, Fluchtwege uvm.
      – genaue Erfassung der Arbeitszeit,
      – Ausgleich für sämtliche Überstunden,
      – Ausstattung aller Lehrkräfte mit Arbeitsgeräten, sprich Dienst-PC u.a.

      • – Was genau ist eine „Umsetung“? Deutsch-Lehrer?
        – Umsetzung aller Arbeitsschutzgregelungen wie in allen Institutionen des öffentlichen Dienstes (es gibt keinen Grund, dass Schulen hier bevorzugt werden).
        – Jede (!) Krankmeldung ab sofort von Amtsärzten gegen checken lassen. Ggf. Anzeige bei Verdacht auf Gefälligkeitsattest.
        – genaue Erfassung der Arbeitszeit: unbedingt. Wir werden unterschiedliche Wahrnehmungen aber nur verobjektivieren können, wenn Arbeitszeiterfassungssysteme implementiert werden. Nach Corona: Bau von Schulen mit ausreichend Großraumbüros. Stechkartensystem. Jede*r Lehrer*in hat Anwesenheitspflicht an allen Arbeitstagen (ohne Wochenende und Feiertage + 30 Tage Urlaub, für NRW 2019 also 250 Arbeitstage). Arbeitsbeginn 07:00. Wie kann man das finanzieren? Wenn alle Lehrer*innen tatsächlich 41 Stunden pro Woche 46 Wochen im Jahr arbeiten, lassen sich gut die Hälfte aller Lehrer*innen einsparen.
        – Ihr ständiges Gejammer reicht! Fangen Sie an zu arbeiten!

        • Werden Sie doch Lehrer (gerne Deutsch), Rambo, wenn’s so easy ist – und zeigen den Weicheiern im Schuldienst mal, was ein echter Kerl schaffen kann, wenn er die Ärmel hochkrempelt. Die fertig von Ihnen bearbeiteten Schüler können Sie dann im Schulflur stapeln.

          • Ach Gott…
            Man muss kein „echter Kerl sein“, der die „Ärmel hochkrempelt“. Es reicht eigentlich, wenn man seinen Job ausreichend Pflichtbewusst und mit dem nötigen Engagement angeht. Also nicht so wie Sie offensichtlich.
            Das ist allerdings ein wichtiger Aspekt in der Corona-Krise: Mittlerweile wird auch größeren Bevölkerungsschichten klar, dass unsere „Bildungsproblem“ vor allem vor der Tafel steht. Es gibt wenig Berufsgruppen, die in den letzten Wochen lauter als Lehrer*innen gejammert und sich vor ihrer Verantwortung gedrückt haben.
            Das von Axt skizzierte Nach-Corona-Szenario finde ich unterstützenswert. Wert weiß, vielleicht kommt ja auch raus, dass Sie alle deutlich zu viel arbeiten?

        • Was machen wir dann in den drei Monaten, die die Lehrer am Jahresende frei hätten, wenn die Arbeitszeit ( lesen Sie sich mal in der Arbeizszeitstudien ein, evtl auch die letzte Metaszudie der Uni Goettingen), wenn Mitte September die Jahresarbeitzeit voll ist.
          Fangen Sie bitte mal an, sich vorer schlau zu machen. Hier ist kein Stammtisch. Die Kommentarfunktion finden Sie auf Bild. De

          • Sie haben offensichtlich das Prinzip von Arbeitszeiterfassung nicht verstanden. Sollten Sie Überstunden generieren (und das möchte ich in der Unterrichtsfreien Zeit erleben – die jeweils 9 täglichen Stunden bekommen Sie in 6,5 Wochen wie voll?), dürfen Sie diese selbstverständlich abbauen. Aber ich denke, dass Sie insgesamt einen stattlichen Haufen Minusstunden fabrizieren. In den von Ihnen erwähnten „Arbeitszeitstudien“ trugen die Lehrer*nnen selbständig die angeblichen Arbeitszeiten ein. Ihr Ernst? Das sind keine seriösen Evaluations-Studien. DAS ist Stammtischniveau. Die gleiche Erfassung unter Aufsicht Ihrer Arbeitsleistung (und deren Erfassung) würde mit Sicherheit zu einem ganz anderen Ergebnis führen.

          • Wie machen das bloß die anderen ArbeitnehmerInnen, die nun im Homeoffice sind, die an dezentralen Standorten arbeiten etc.
            Wollten Sie denen auch unterstellen, sie würden nur „Minusstunden fabrizieren“?

            Tatsächlich wurde die Studie als gerichtsfest anerkannt.

        • Haben Sie es immer noch nicht gerallt? Eine standardisierte Erafssung der Arbeitszeit, am liebsten in elektronischer Form ist das, was sich alle Lehrerverbände und Lehrkräfte sehnlichst wünschen.
          Die länder als arbeitgebner wissen aber genau, warum sie das entsprechende EUGH-Urteil nicht umsetzen und abwarten, bis sie gezwungen werden.

          Ihre Berechnung der arbeitstage stimmt hinten und vorne nicht. Die Dauer der unterrichtsfreien Zeit beträgt einschließlich der beweglichen Feiertage 13 Wochen zu 5 Unterrichtstagen. Das sind 65 Arbeitstage. In die unterrichtsfreien Zeiten fallen folgende gesetzliche Feiertage: 1. Januar; Karfreitag; Ostermontag; Pfingstmontag, teilweise der 3. Oktober, erster sowie zweiter Weihnachtsfeiertag und 24. und 31. Dezember als halbe tarifliche Feiertage. Von den 65 Tagen sind folglich neben den 30 Tagen Urlaubsanspruch noch einmal 8 Tage abgezogen werden.
          Wir unterhalten uns also über 27 Arbeitstage, in etwa 5,5 Arbeitswochen. Von den 27 Arbeitstagen müssen weiterhin 2 bis 3 Vorbereitungstage der Kollegien am Ende der Sommerferien sowie die Zahl der der Samstage und Sonntage sowie Feiertage abgezogen werden, an denen korrigiert wird. Bei nur einem Hauptfach und mindestens vier Lerngruppen mit sechs Klassenarbeiten je Schuljahr kommen dann locker noch einmal 24 Arbeiten mal 26 bis 30 Teilnehmern dazu. Für eine Mathe-Korrektur benötige ich in der SekI 20 bis 30 Minuten je Heft, also noch einmal 12 Arbeitstage zu 8 Zeitstunden.

          Folglich sind es genau 12 Tage, die bei einer Vollzeitstelle im vergleich zu anderen Arbeitnehmern übrig bleiben. Und diese rund 100 Arbeitsstunden sehen die Länder als Arbeitgeber als Freizeitausgleich für die 39 Schulwochen an. Das ist umgerechnet nicht einmal eine halbe Stunde je abgehaltenem Unterrichtstag.

          Also her mit der Arebitszeiterfassung, den Präsenzzeiten für lehrkräfte in der Schule, her mit dem nach DIN ausgestatteten Arbeitsplatz in der Schule – und nein, ein Klassenraum entspricht nicht den Vorgaben, zumal die im Ganztag die Räume auch ganztägig belegt sind. Und ein lehrerzimmer ist ein Pausenraum und kein Arbeitsraum bzw. Großraumbüro.

          • Ach, was wär das schön!

            Wir erfassen die Arbeitszeit! Welch geniale Idee! Dass darauf noch niemand vorher gekommen ist, verstehe ich gar nicht:
            Tatsächlich haben Lehrkräfte das in der Arbeitszeitstudie über ein ganzes Jahr gemacht. Diese Studie wurde als gerichtsfest anerkannt.
            Und es gibt Lehrkräfte, die eine entsprechende Erfassung per App oder Datei vornehmen.

            Angesetzt wären z.B. „41 Stunden pro Woche 46 Wochen im Jahr“, also 1886 h,
            in Nds. gilt die 40h-Woche, wären demnach ja nur 1840h,
            andere Berechnungen der Jahresarbeitszeit gehen von 2024h aus (z.B. Nds. 2020: 253 Arbeitstage à 8 Std.), zieht man 30 Tage Urlaub ab, bleiben es noch 1784h.
            Da sollte man sich zuvor einigen, welche Grundlage den festgelegten Arbeitszeiten entspricht.

            Alles, was darüber geht, wird per Freizeitausgleich abgegolten?
            Zählt das von Schuljahresbeginn bis -ende (Stichtag 1.8.) oder lieber von Januar bis Dezember?
            Soll lieber Anwesenheit gelten oder wird die Arbeitszeit z.B. per App erfasst?

            Wann darf ich meinen Urlaub nehmen und wann den Freizeitausgleich?

            Können wir sofort damit anfangen und kann ich die in diesem SJ geleisteten Stunden einbringen?
            Bis wann muss ich meinen Resturlaub nehmen?

            Fragen über Fragen.
            Ist es eigentlich „Gejammer“, wenn ArbeitnehmerInnen ihre Rechte einfordern?

        • Herrmann Axt, zackig stillgestanden! Ich darf hoffen, dass Sie keine Mitarbeiter haben, die Sie drangsalieren können. Lehrer sind keine Soldaten, die für das Vaterland sterben würden. Selbst Soldaten haben meist eine ausreichende Schutzausrüstung.
          Aus eigener Erfahrung kann ich mitteilen, dass meine Frau als Lehrerin ein ähnliches Arbeitsmaß wie ich hat, aber nur die Hälfte verdient. Warum denken nur immer alle, dass alle Nichtbeamten sklavisch schuften, während sich Lehrer im lauen Luxusleben suhlen? Ich möchte nicht tauschen. Nach diesem Dauergebashe von Zu Kurz Gekommenen hat jeder Lehrer mein Mitgefühl.

        • Lesen Sie die Meta Studie aus Goettingen, da würde das von Ihnen benannte Problem durch querschittsvergleichw im Mittel erfasst und berücksichtigt. Wenn Ich heute einem einem Tag meines Erholungsurlaub aus den von Ihnen genannten 30 Tagen nach Hause komme, kannjch auch gerne die PDF raussuchenen

        • Wie schön. Um 7 Uhr anfangen, dann wäre ich ja um 15 Uhr schon fertig. Pause hab ich im Normalbetrieb eh keine. Wochenende frei – ein Traum. Ich hoffe ihre Forderungen werden bald umgesetzt. Einfach mal an Brückentagen Urlaub nehmen. Einen Pc-arbeitsplatz gestellt bekommen. Hätte ich während des Lockdown auf Ressourcen zurückgreifen müssen, die mir mein Arbeitgeber zur Verfügung stellt, hätte ich Kopien von Arbeitsblättern mit der Post verschicken müssen.

    • J.G., wenn Ihr Betriebsarzt selbst Mitarbeiter mit einem schweren Asthma bronchiale patientennah arbeiten lässt, sollten Sie die Gesetze, die ihn dazu veranlassen, hinterfragen. Wer hat aufgrund welcher Motivation oder welcher medizinischen Erkenntnisse (beim Letzteren würde mich interessieren, ob es bzgl. des schweren Asthmas schon qualitativ hochwertige Studien gibt, die das Risiko einen schweren Verlauf durch Infektion zu erleiden, negieren) die Gesetze verfasst?
      Was Ihnen und Ihren Kollegen angetan wird tut mir leid. Aber Klinikmitarbeiter haben meist einen wachen Verstand. Was hindert Sie die Gesetzesgrundlage, auf die sich Ihr Betriebsarzt beruft, infrage zu stellen? Würde der Gesetzgeber so zur Vorsicht gezwungen, wären vermutlich auch die Aluhutträger der Hygienedemos gewarnt. Solange aber aus den Krankenhäusern zu vernehmen ist, dass landesweit noch ausreichend Beatmungskapazitäten zur Verfügung stehen und natürlich alle (bis auf straff definierte Risikogruppen) dienstbereit sind, fühlen sich einige Zeitgenossen, und ihre Anzahl scheint zu steigen, vermutlich nicht wirklich bedroht.
      Seien Sie also mutig und stellen Sie Fragen an ihre Klinikleitung und bedrängen Sie nicht eine andere Berufsgruppe Unachtsamkeit, Unrecht und Grausamkeit jetzt auch ertragen zu müssen. Werden Sie ein Vorbild in Zivilcourage, vielleicht möchte sich dann der ein oder andere an Sie messen – mit reeller Überprüfung selbstverständlich.

      • Asthma ist keine strukturelle Lungenerkrankung, das beinhaltet schon die Definition der Erkrankung. Und ja, es gibt Studien, die belegen dass gut therapierte Asthmatiker kein relevant erhöhtes Risiko haben.
        Der Punkt ist der, dass in vielen Bereichen, u.a.in der medizinischen Versorgung der gesamten Bevölkerung ,alles zusammenbrechen würde wenn überall die Risikogruppen so großzügig eingeteilt würden wie im Schuldienst (außer offenbar in Schleswig Holstein) . Ein gewisses Risiko müssen alle, auch Lehrer, nunmal tragen damit der Sozialstaat weiter funktioniert. Im medizinischen Bereich sind sich die meisten ihrer Verantwortung bewusst . Was würden Sie sagen wenn Sie demnächst im Krankenhaus nicht mehr vernünftig versorgt werden mit der Begründung; Sorry, 30 Prozent der Schwester und Ärzte gehören zur Risikogruppe und sind zuhause.
        Und es ist schon auffällig, dass es die Berufsgruppen sind, die ein sicheres Einkommen auch unabhängig von ihrer geleisteten Arbeit haben, die sich am meisten beklagen wenn sie nun nach Monaten wieder Präsenzunterricht in einer Art Regelbetrieb halten sollen.
        Ich finde allerdings auch , dass der Staat den Lehrern Masken stellen sollte und dass diese,v.a.auch im Unterricht sowohl von Lehrern als auch älteren Schülern verpflichtend getragen werden sollten.

        • Wie schoen, dass ich zwar keine Stechuhr habe, bestimmte Dinge aber nur über meinen Dienst PC machen kann. Und das Login- Programm protokolliert nicht Ur, wann ich mich anmelde und Bmelde, sondern auch, ob ich aktiv bin oder nicht. Zumindest fuer die Zeit am Schulschreibtisch kann ich behaupten, dass ich Dana zu Hause die Fuesse hochlegen muesste. Aber natuerlich arbeiten alle anderen richtiger und mehrer als der fleissigste Lehrer. Erklärt vielleicht auchdie 4,7offene Stellen, die ich nur noch mit Bachelor Studenten abdecken kann.

        • Ob Asthma eine strukturelle Lungenerkrankung ist, hängt von der Schwere ab, ich hoffe Sie sind kein Arzt. Es gibt Mischformen mit COPD und es gibt Schweregrade mit einhergehender Obstruktion. Deshalb wird in den angloamerikanischen Studien Asthma mit dauerhafter Obstruktion als COPD geführt.

          • Ich rede von reinem Asthma ,nicht von Mischformen mit dauerhafter Obstruktion , also COPD.
            Und ja, ich kenne persönlich einen jungen ,gesunden 30 jährigen Lehrer , der zu Beginn des Lockdowns sogar aktiv angeschrieben wurde vom Kultusministerium, dass er zu Hause bleiben könnte da er ja bei seiner Verbeamtung angegeben habe, Asthma zu haben.
            Fand er natürlich super und hat das völlig selbstverständlich in Anspruch genommen . Lustigerweise kenne ich diesen Lehrer weil wir im gleichen Orchester spielen. Er spielt Posaune (wo man ja bekanntlich viel Puste braucht) , tja…soviel dazu.
            Er fand es völlig unverschämt, dass er jetzt wieder in die Schule soll.

      • Unser zuständige Amtsarzt Macht sich au h immer über das RKI lustig. Auch bei Nicht Lehrern. Das zumindest aprichtja fuer ihn, dass er alle gleich „behandelt“

      • Asthma ist kein Risikofaktor für Covid, wurde ganz offiziell vom RKI im Mai verkündet. Das RKI hat damals die Risikogruppen geändert. Ein höheres Risiko für schweren Verlauf haben nur aktiv Krebskranke, Ältere ab 60, schwere Organschäden und Transplantierte. Mehr ist da nicht mehr.

        • Genau so ist es. Diese Regeln wenden auch die meisten Betriebe an, womöglich auch das Land Schleswig Holstein für Lehrer und dann bleiben eben nicht mehr viele Atteste übrig was die geringe Zahl akzeptierter Atteste in SH erklärt.
          Die anderen Bundesländer legen die Regeln für Lehrer (noch?) deutlich großzügiger aus. Sollten auch da zukünftig amtsärztliche Überprüfungen
          eingeführt werden werden auch da wieder mehr Lehrer für Präsenzunterricht zur Verfügung stehen.

        • Sabine: Es gibt zuden Autoimmunkranke mit unterdrücktem bzw. geschädigten Immunsystem, Herzkranke und einiges mehr….
          Es geht ja grade darum, den Einzelfall zu begutachten.
          Ihre Aussage beinhaltet die Einstellung, Kranke verächtlich zu machen und herabzustufen, was ich mehr als frageürdig finde. Es wirkt etwas schadenfroh und menschenfeindlich. Gleiches gilt für ähnliche Äußerungen in dieser Diskussion. Ich glaube an Karma, sie hoffentlich bald auch!

          • Ihr Urteil über Sabines Kommentar kann ich nicht nachvollziehen. Ich merke weder etwas von „Kranke verächtlich machen“ noch etwas von „schadenfroh und menschenfeindlich“.
            Sabine hat sehr sachlich mitgeteilt, was das RKI im Mai verkündete. Es muss aufhören, dass Personen beschimpft werden, nur weil sie etwas mitteilen, was man nicht geäußert haben will.

          • Fh: ich beziehe mich auf die verkürzten infos…. Und vorangegangeme Äußerungen von Sabine sowie den Kontext… Sie nervt mich einfach… Und in Internet-Foren muss ich nicht sachlich sein…. Das ist hier nicht die Uni oder der Arbeitsplatz. Jeder der Atteste in Frage stellt, hat für mich halt ein dickes Problem und sollte das nicht pffen äußern dürfen. Punkt

    • Mein Mann ist wegen einer Blutstammzellentransplantation immunsupremiert und ich muss als Lehrerin los in den Präsensunterricht, da meine Rektorin das Attest nicht akzeptiert. Mir ist jeden Tag mulmig zumute, wenn ich das Schulhaus betreten habe.

      • Ich würde da an Ihrer Stelle umgehend den Lehrerrat und die Gewerkschaft einschalten und klären, wie die aktuelle Vorgabe in Ihrem Bundesland aussieht. Wenn die Möglichkeit des Attestes bei vorerkrankten Angehörigen existiert, muss Ihre SL das akzeptieren. Falls nicht, werden Sie wohl um Präsenzunterricht nicht herum kommen, es sei denn, sie erkranken selbst ( an irgend etwas…).

        • Pe Do, sehe, dass wie Katja. falls es möglich ist, sollten Sie sich jetzt aber schon mal räumlich von Ihrem Mann trennen. Wäre eine eigene kleine Wohnung ein Option?

  3. Krass! Kaum zu glauben.
    Ich hoffe nur, dass der Rechtsweg hier eine aufschiebende Wirkung hat.
    Hinterher Recht bekommen, wenn man verstorben oder evtl. schwer gezeichnet ist, bringt dann nämlich auch nichts mehr.

    • Der Rechtsweg ist sehr schmal. Wie wir ais verschiedenen Urteilen der jüngsten Vergangenheit sehen, sind die Chancen auf Erfolg… Nennen wir es mal mutig :begrenzt.
      Will sagen, unabhängig von der Rechtssprechung sollte jeder der gerade aufpassen muss (z. B. als Risikopatient… oder als verantwortlich handelnde Eltern, Lehrer…) seinen eigenen Weg finden, sich zu schützen und aus dieser Pflichtveranstaltung zu entziehen.

      Im Nachhinein wird es erst Recht keine Gerechtigkeit geben.

  4. Alles nicht mehr darstellbar…
    Überlegen wir nochmal von wo wir gestartet sind und wo wir nun angelangen.
    Risikopatienten sind Bittsteller in einem System, welches Fakten ausblendet, um seine wirtschaftlich und wahlstrategisch motivierten Interessen durchzusetzen.
    Unfassbar in welche Situation wir geraten… nach der Solidarität mit den Schwächsten frage ich schon gar nicht mehr. Dies ist eine Frage der Ethik.
    Offenbar ist es gerade schick Modelle zu fahren, die die Alten und alle Kranken aussortieren. Vorbild Schweden.

    Ich weiß nicht in was für einem Land ich lebe und wo ich die freiheitlich demokratischen Grundsätze hier wiederfinde.

    Wir leben gerade weltweit in einer Ausnahmesituation, die Ausnahmeregelungen braucht um Zeit zu gewinnen, bis es Möglichkeiten der Therapie gibt. Diese werden kommen! Nicht wie hier gerne behauptet wird in 10 Jahren, um den Druck zu erhöhen.

    Wir haben hier in Deutschland wirklich das erste Problem, dass unsere Kinder ihr Recht auf Bildung nicht wahrnehmen können? Dazu peitschen wir jetzt alle durch den Apparat SChule ungeachtet der Tatsache, dass Vorerkrankte dieses Infekt entweder nicht oder als Gemüse überleben?
    Warum: Weil keiner bereit ist Alternativen zu entwickeln. Seit März ist NICHTS in der Ausarbeitung der Konzepte und dem notwendigen Digitalen Ausbau der Schule geschehen.
    Stattdessen wird nun so getan, als ob Maskenpflicht im Unterricht die Lösung ist.
    Nein, ist sie nicht. Wir machen jetzt alles wie zu Zeiten vor der Pandemie nur mit Mundschutz. Ohne weiteres Konzept. Das sind also die Ergebnisse unserer hartarbeitenden und durch unsere Steuergelder finanzierten Ministerien? Es bleibt einfach alles so wie es ist. Dabei hätten wir Möglichkeiten schaffen können das Schulsystem zum Schutz aller pandemiebedingt zu verändern – selbst wenn es nur zeitweise erfolgt.
    Aber das was jetzt geschieht ist nur noch menschenverachtend.

    Gibt es wirklich gerade nichts wichtigeres als das Abitur, das neue Auto, der Urlaub…Konsum.
    Wirtschaftsaufschwung… ernsthaft? Wer soll denn bitteschön in Zukunft die Wirtschaft aufschwingen? Schadensbegrenzung auf Kosten derer, die eh schon am untersten Zipfel hängen.
    Mit Menschenexperimenten hat unser Land ja schon ganz andere Erfahrung gemacht… jetzt ist das Versuchslabor Schule inklusiver aller Risikopatienten/ Angehörigen eröffnet.
    Eigentlich müssten nicht nur wir, sondern aus geschichtlichen Gründen, die ganze Welt auf uns schauen.

    Dazu werden unwürdige und was noch viel denkwürdiger ist willkürliche Entscheidungen getroffen, die nachhaltige gesundheitliche Konsequenzen für viele Menschen haben werden.
    Konzeptionelles und bedachtes Handeln sieht anders aus.

    Wo ist eigentlich unsere Bundeskanzlerin?

    • „Wo ist eigentlich unsere Bundeskanzlerin?“ Da wo ihr das GG eine Zuständigkeit zuweist. Für die Maßmahmen auf der Grundlage des Bundesinfektionsschutzgesetzes sind allein die Länder bzw. die räumlich und sachlich zuständigen Behörden in der Pflicht. – Und das ahben ihr auch die 16 Ministerpräsident*innen klar zu Verstehen gegeben. Der „Sonnenkönig“ als Chef der Ministerpräsidentenkonferenz mag zwar in der Sache genauso wie sein Stellvertreter aus Hamburg der gleichen Meinung wie dei BK‘ sein, das hindert sie wie die anderen aber nicht sich klar von der Bundesebene abzugrenzen.

      Und für die Anerkennung von Attesten, die von Landesbediensteten vorgelegt werden, sind einzig und allein Landesbehörden zuständig. Selbst der Klageweg gegen die Entscheidungen der Landesregierungen wird es bis zu einem Bundesgericht bringen.

    • @Illy Ein wichtiges juristisch zu prüfendes Argument wäre, wer für die Spätfolgen der Covid-19 Erkrankung aufkommen wird, wenn Covid-19 nicht versicherbar ist. Pandemien sind nicht versicherbar. M.a.W., Menschen, die eine BU oder eine Risikolebensversicherung abgeschlossen haben und an Corona sterben oder dauerhaft arbeitsunfähig werden, bekommen von dem Versicherer keine Entschädigung. Es stellt sich die konkrete Frage, wer dafür aufkommt. Lassen Sie das bitte von einem Fachanwalt prüfen. Wäre ein gutes Argument für eine Sammelklage. Viel Erfolg!

    • Die Bundeskanzlerin braucht Steuergeld um es in der EU zu verteilen. Das erwirtschaften Sie nicht, deshalb müssen Sie die Kids betreuen, dass Eltern diese Steuern erwirtschaften. Böse aber wahr.

      • @Sabine Szidlovszky
        Seit wann zahlen Lehrer bzw. Angestellte im öffentlichen Dienst keine Steuern. Und was verstehen Sie unter „erwirtschaften“? Lehrer und Erzieher legen die Basis für das Spätere Erwerbsleben.

        • Da glaubt tatsächlich jemand, dass der zeitweise Unternehmenswert von Wirecard erwirtschaftet worden wäre …

          Die Eindimensionalität im Denken einiger erschreckt immer wieder. Der ehernwerte Bandarbeiter eines OEM „erwirtschaftet“ also etwas, während die Pflegerin im Altenheim lediglich auf Kosten der Sozialversicherungen durchgefüttert wird, während der Bandarbeiter das auch noch finanzieren muss.

          Dass die Losung „Privat vor Staat“ und das Staatsziel „schwarze Null“ ein Irrtum war, es folglich eine staatliche Daseinsvorsorge geben muss, müsste selbst dem letzten Hardcore-FDP-Mitglied und bezahlten Lobbyisten der INSM aufgegangen sein. Und Bildungsvermittlung gehört laut Landesverfassungen zu den staatlichen Aufgaben, Dass der Staat sich zur Erledigung der hoheitlichen Aufgaben seiner verbeamteten Kräfte bedient, heißt ja nicht, dass diese nichts „erwirtschaften“. Rechtssicherheit ist z.B. ein immatrielles Gut, das – wäre sie nicht gegeben – zu hohen Kosten führen würde.
          Die Bildung von Eigentum an Grund und Boden im Grundbuch oder die gewaltsame Landinanspruchnahme und deren dauerhafte Durchsetzung mit Hilfe von bezahlten Söldnern – welche Alternative soll es denn sein?

        • Lehrer werden von Steuergeldern finanziert, sie zahlen schon Steuern, aber das sind im Prinzip, die Steuern von den Steuern. Renten und Beamte und auch Politiker werden aus dem Staatssäckel bezahlt, immer weniger Steuerzahler….Beamte, Rentner und andere Staatsbedienstete tragen nicht zur Wertschöpfung bei.

      • Sabine Szidlovszky 6. August 2020 um 07:40
        Die Bundeskanzlerin braucht Steuergeld um es in der EU zu verteilen. Das erwirtschaften Sie nicht, deshalb müssen Sie die Kids betreuen, dass Eltern diese Steuern erwirtschaften. Böse aber wahr.

        ———————
        …ohne entsprechende Bildung findet Ihr Wirtschaftskreislauf ein jähes Ende…

      • Ohne Steuergeld keine Infrastruktur. Dann könnten keine Waren mehr transportiert werden. Firmen kümmern sich darum nicht. Jammern nur, dass sie Steuern zahlen müssen. Auch der Rechtsstaat kostet Geld. Von diesem profitieren die Unternehmen. Auch vom Bildungssystem profitieren die Unternehmen. Schüler auszubilden ist für Unternehmen unprofitabel deswegen soll es der Staat richten.

  5. Mal ehrlich, wenn überall die Risikogruppen aufhören würden zu Arbeiten, würde es kaum noch Arbeiter geben. Alleine bei uns im Einzelhandel wäre die Hälfte der Belegschaft weg. Und in anderen Berufsgruppen ist die Gefahr auch groß sich anzustecken. Daher finde ich es richtig genau hinzusehen, wer wirklich Risikobehaftet ist.

    • Also ich bin Schulleiter , es sind Sommerferien, und bei uns in der Straße fahren zwei vor mir zur Arbeit, die Hälfte der Häuser befinden sich im Homeoffice, zwei sogar im bezahlten SOnderurlaub (1x ÖD angebundener Träger, 1x mittelständischer Betrieb). Am Montag war ich um 6.20 im Büro, gestern erst um 7.30, heute um 6.45 Uhr. Erholungsurlaub, also die Hälfte des Jahresurlaubes am Stück kenne ich seit Jahren nicht, ich habe seit dem ersten Ferientag vor dreieinhalb Wochen 102 Zeitstunden Stunden in der Schule verbracht (Aktivitätsprotokoll meines Dienstrechners) und mache den Rest zu Hause im Arbeitszimmer?
      Mach ich was falsch????
      Das ständige „alleine bei uns ….“ nervt gewaltig, denn tauschen will irgendwie auch keiner.

      • Ich kann das „neidische Geheule“ nicht mehr hören:
        Die Firma meines Sohnes hat im März ausnahmslos ALLE (!!!) Mitarbeiter und – innen ins Home office geschickt. Unabhängig von irgendwelchen Erkrankungen! Da sind die alle heute noch, arbeiten von zuhause hart und bekommen ihr volles (nicht unbeträchtliches) Gehalt! Auch die Lehrkräfte tun i.d.R. zuhause ihre Pflicht!
        Diejenigen mit der A-Karte sind aktuell an vorderster Front erstmal die Schulleitungen, die den ministeriellen Murks organisieren und am Ende ausbaden müssen.
        OMG, ich wünsche Ihnen und allen Kollegen (auch den- innen) Kraft und Gesundheit!!!!

  6. Die 1568 Lehrer*innen werden sicher mit großem Einsatz den Präsenzunterricht wieder aufnehmen, nachdem ihnen klar gemacht worden ist, dass sie gar nicht so krank sind, wie sie sich fühlen. 😉

  7. J.G,
    von welcher großzügigen Regelung sprechen Sie? In meiner Firma sind Risikogruppen seit März im Home Office. Dazu gehören Diabetiker, Asthmatiker und viele andere Gruppen. Im medizinischen Bereich gab es in den Hochzeiten bis zu 20% Krankschreibungen. Was soll das Gerede von den bevorzugten Lehrern? Wer denkt noch an die vielen Schüler mit Vorerkrankungen?
    Das Spiel mit dem Virus ist zu gefährlich, um es denjenigen zu überlassen, die die Gesundheit ihrer Angestellten nicht schützen wollen.

    • Ich habe die Infektion durch und gelte als nicht mehr gefährdet. Zumindest habe ich ANtikörper.
      Mein Lungenfacharzt hat Hoffnung, dass in ein paar Monaten wieder alles möglich ist fast so wie früher: z.B. eine Treppe hochgehen, Sport treiben.
      Aktuell bin halt immer aus der Puste.
      Aber ist ja alles halb so wild, ich stelle mich da bestimmt nur an, weil ich Mann bin und Lehrer.

    • Tja,ich arbeite in einer Klinik wie gesagt. Da möchte ich mal das Gejammer hören wenn alle mit Asthma etc.jetzt zu Hause bleiben würden. Das sind schon extreme Privilegien..Das kann man ruhig auch mal zugeben anstatt immer nur zu klagen, dass niemand sonst gefährdet wird außer den armen armen Lehrern….und das genau überprüft wird wer wirklich krank ist ist bei Staatsdiener allemal richtig . Wie gesagt, die Regeln sind in anderen Bereichen auch sehr eng gefasst und Bluthochdruck und Asthma hat ja heutzutage fast jeder. Können aber in den meisten Jobs eben nicht alle zuhause bleiben. Wenn das in manchen Betrieben geht ,o.k. In den meisten Bereichen, zu denen auch Schulen gehören, geht ewiges homeoffice eben nicht .

      • Sie müssen bei Asthma aber schon unterscheiden nach Schweregrad und begleitender Obstruktion bzw. Mischform mit COPD oder macht man das an Ihrer Klinik nicht? Genauso wie sie bei anderen Erkrankungen auch nach Schweregrad das Risiko einschätzen müssen oder macht man das auch nicht an Ihrer Klinik.

      • Es bleibt niemand mit asthma zu Hause. Die Aerzte wissen, dass das nur in Kombi mit anderen Sachen eine Rolle spielt.
        Also, was soll das bitte immer?
        Ich habe drei Befreiungen vom Unterricht. Zwei vom Amtsarzt bestätigt, die Dritte wird sicher folgen, wenn die Lehrkraft das Krankenhaus verlässt. Was wünschen Sie aus dem Einzelhandel nun also noch als Beleg???????????

    • …weil immer nur über die Lehrer berichtet wird. Da gibt es Aufzeichnungen und Statistiken, die in der Presse veröffentlicht werden, aber keinen Vergleich mit anderen Branchen oder Arbeitgebern. Bei meinem Mann („freie Wirtschaft“, wie es ja immer heißt), wird sehr vorsichtig umgegangen mit Präsenz am Arbeitsplatz, sehr viel Home Office und Risikopatienten arbeiten natürlich zu Hause. Das sind viel mehr als 30%. Warum steht das nicht in der Presse?

  8. In diesem Bundesland will bestimmt niemand mehr Lehrer werden. Wer riskiert schon Gesundheit und Leben für einen Dienstherren, der seiner Fürsorgepflicht nicht nachkommt? Lehrermangel – mal wieder hausgemacht…

  9. Lehrer jammern nicht. Lehrer weisen auf die miserablen Zustände in ihren Schulen hin.
    -Zu wenig Räume
    -marode Gebäude
    -zu viele Schülerinnen und Schüler

    … um in einer lebensbedrohlichen Pandemie mit Abstand (wie überall sonst auch) und vernünftigen Hygieneregeln ihren Job zu erledigen.

    Wer von Anfang an jammert sind die überforderten Eltern. Sie bekommen es einfach nicht hin ihre Kinder pandemiebedingt selbst zu betreuen.

    Und dabei fordern sie und fordern sie. Ich lese immer nur: „Ich,Ich,Ich!!/Mir, meines, meine!“ oder „mein Kind, mein Kind, mein Kind“!

    Ganz ernsthaft: Haben sie auch mal an die anderen Kinder gedacht, die vielleicht auch Erkrankungen haben? Oder an die Lehrerinnen und Lehrer, die jahrelang Ihre Kinder gefördert, gefordert und anständig erzogen haben?
    Statt Anerkennung und Respekt erntet man hier nur Spott und Verachtung.

    Das gibt es nur hier in Deutschland!

    Ich habe zwei Wörter übrig für diese Menschen!

    Schämt Euch!!!

  10. Ich finde es grundsätzlich schon richtig, dass auch Lehrer nicht wegen jeder Vorerkrankung zu Hause bleiben, sondern nur bei schweren, die wirklich ein Risiko darstellen. Allerdings sollte es im Gegenzug mehr Schutzmaßnahmen in der Schule geben! An vielen Schulen ist eine angemessene Belüftung der Klassenräume nicht möglich, das geht einfach gar nicht!
    Und immer dieser Vergleich mit Ärzten und medizinischem Personal – hat jemand schonmal einen Lehrer mit so einer Schutzausrüstung im Unterricht gesehen?

    Ansonsten frage ich mich, warum der Artikel gleich wieder eine Diskussion um die Lehrerarbeitszeit auslöst, was hat das eine mit dem anderen zu tun und warum erdreisten sich hier manche, die offensichtlich keine Lehrer sind oder jemals waren, die Arbeitszeiten der Lehrer zu kennen mit all ihren Aufgabenfeldern um den Unterricht herum? Das kann man einfach nicht wissen, wenn mam es nicht selbst gemacht hat!
    (Ich habe mich noch nie zur Arbeitszeit in irgendeinem anderen Beruf geäußert…!).

  11. Mich stört die Doppelmoral mancher Kolleg*innen: Da wird einerseits vom tollen Familien- Urlaub erzählt und andererseits wird gefordert, dass man doch bitte von zu Hause aus arbeiten darf, weil man ja zur Risikogruppe gehört bzw. Risikopatienten zu Hause hat.

    • Das wäre eine Doppelmoral, da stimme ich Ihnen zu. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Risikogruppe im Touribomber nach Mallorca fliegt. Familienurlaub in einem Ferienhaus an der Ostsee ist eine andere Geschichte. Ich vermisse bei Ihrem Beitrag die ganze Geschichte.

  12. Ich denke auch, dass man nicht über die Arbeitzeiten von anderen Berufsgruppen reden sollte. Sicherlich sind alle, die im Gesundheitsbereich arbeiten stärker gefährdet. Und ich finde man ganz dieser Berufsgruppe garnicht genug danken und ihre Arbeit würdigen. Aber wer ein erhöhtes Risiko hat, sollte bestmöglich geschützt werden. Und diesen Schutz sehe ich eben im Schuldienst nicht. Es wurde seit März nicht viel an den Schulen verbessert. Die Sanitäranlagen und die Belüftung der Klassenräume sind nicht akzeptabel und werden auch von alleine nicht besser. Und ohne Maske und Abstand fühle ich mich unter 20-30 Personen ( Kind oder Erwachsene) auch einfach nicht mehr wohl. Da sind mir die AHA Regeln doch schon wichtig.

  13. Bin gespannt, wann die ersten Väter und Mütter sterben, weil ihr Kind das Virus mit nach Hause gebracht hat. Der Aufschrei wird wie immer groß sein. Natürlich sind dann die Lehrerinnen Schule – wer sonst.

  14. Übtigens: In der ach so fleissigen freien Wirtschaft sind die Krankmeldungen sprunghaft gestiegen, als man sich nur telefonisch beim Arzt melden musste um für 2 Wochen krank geschrieben zu werden – man musste sich nur ein wenig unwohl fühlen. Diese Helden der ach so freien Wirtschaft.

    • In den Nachrichten auf ntv war vor Kurzem zu hören, dass die Zahl der Krankenmeldungen in der freien Wirtschaft gegen alle Erwartungen im 1. Halbjahr 2020 in etwa gleich groß war wie 2019.
      Also bitte keine Stimmung machen mit schieren Behauptungen, weil’s vermutlich so gut ankommt!!

      • Es kann beides zutreffen, weil sich GriasDi wahrscheinlich eher auf den Zeitraum März-April bezieht, Sie aber auf Januar-Juni. Eine Quelle für Ihre Behauptung wäre aber ganz angenehm.

  15. Je länger der Betrachtungszeitraum gewählt wird, desto mehr glätten sich die Spitzen der Krankmeldungen aus März und April. Hinzu kommt ja noch die Beobachtung, dass nach Abschaffung der telefonischen „Krankschreibung“ viele Patienten die Praxen und selbst Krankenhäuser für fällige Untersuchungen gemieden haben. Einige Kliniken haben deshalb sogar Kurzarbeit beantragt. Des Weiteren dürfte hinzukommen, dass viele, die in 100% Kurzarbeit sind, sich zuhause auskuriert haben und nicht zum Arzt gegangen sind.

    Da gibt es vielerlei Effekte, die sich auf einen größeren Zeitraum hin betrachtet, gegenseitig aufheben.

  16. Es wird hier immer wieder über die mangelnde schulische Infrastruktur geklagt. Dummerweise sind dafür die Kommunen zuständig. Und die sind klamm an Geld und damit klamm an Personal. Deshalb kommen doch das Schulbauprogramm und die Digitalisierung nicht auf die Kette. O-Ton des zuständigen Abteilungsleiters in einer Großstadt in NRW: „Ist ja schön, aber wer gibt mir die Leute, um das zu betreuen?“ Gleiches gilt für die Betreuung der Schul-IT. Wenn Sie in einer X-beliebigen Kommune zum Rat gehen, um neue Stellen bewilligt zu bekommen werden Sie Wahlweise beschimpft oder ausgelacht. Und wenn Sie dann EINE Stelle bewilligt wird soll der Diplomingenieur bitte für das Gehalt eines Techniker kommen. Funktioniert bloß nicht.

    Dazu kommen die Ausschreibungsregeln. Mit den Vorbereitungen der Reperatur oder des Austauschs aller Fenster einer Schule in den Sommerferien muß man im Januar begonnen werden. Trotzdem sollten sich der städtische Projektleiter und der Schulleiter zum täglichen Gebet treffen, damit alles rechtzeitig fertig wird. Aber glauben Sie bloß nicht, dass das besser würde wenn die Schulgebäude den Ländern gehören und damit die Landesgesellschaften für Bauunwesen zuständig wären. Denkste!

  17. Man kann kaum Worte finden , was Lehrer meinen , wer Sie sind und WER sie BEZAHLT !!!
    Hier sollte man so ziemlich alles überdenken ,was für Privilegien die Herrschaften ohnehin schon alles haben . Bei jedem AG wären die raus .
    Meinen , sich alles zu erlauben und gehen mit 50 mit voller Rente noch in den Ruhestand .
    Hoffentlich tut sich mal was !!!!

    • Lieber Günther, auch Beamte zahlen Steuern! Zudem geht kein gesunder Beamter mit 50 ohne Abschläge in Pension. DA WIR ABER NICHT STEIKEN DÜRFEN, WIE ANDERE BERUFSGRUPPEN, KÖNNEN WIR HIER LEIDER UNSER RECHT AUF DIE AHA REGEL NICHT DURCHSETZEN. Dieses Recht hat aber jeder, nur nicht die Lehrer und die Schüler!, Welche Eltern setzen ihre Kinder dieser Gefahr aus? KÖNNEN die nicht weiterdenken? Wo sind die Helikoptereltern?Glauben die,ihr Kind könnte es nicht treffen und somit ihre Zukunftsplanung für dieses und ihre eigene komplett, durch Ignoranz! ,sehr unschön abändern? ICH WÜNSCHE IHNEN DIESE Folgen nicht, das verändert komplett das Leben in der ganzen Familie und zwar für immer.

      • Die Helikoptereltern beschweren sich gerade über die U-Boot-Eltern, die ihre Kinder krank zur Schule schicken und dann für den Rest des Tages „abtauchen“, also nicht ans Handy gehen.

    • Mit 50 in den Ruhestand?
      Warum Arbeiten die KollgeInnen dann bis 67?
      Weil sie freiwillig den Lehrkräftemangel auffangen?

      Zu den Privilegien warte ich noch auf eine Antwort,
      siehe 2. und 3. Kommentar weiter oben,
      die Aufhebung des „Sonderstatus“ wurde schon gefordert.
      Ich verstehe auch nicht, warum Arbeits- und Gesundheitsschutz in Schulen nicht gelten, kann aber auch nicht erkennen, worin dabei die Privilegien zu sehen sind.

  18. Günther, ich bezahle Lehrer mit dem Höchststeuersatz und ich finanziere auch Hygienedemonstranten und überforderte Eltern. Ich mache das gerne. Da meine Frau Lehrerin ist, kann ich seit Jahren sehen, dass sie teilweise mehr arbeitet als ich. Sie zahlt auch nicht wenig an Steuern. Es mag schwarze Schafe geben, die gibt es in der Wirtschaft und Industrie auch. Oft in den oberen Etagen. Aber ein Großteil der Lehrer leistet gute Arbeit mit vielen unbezahlten Überstunden. Nur dumme Menschen schimpfen auf diese relevante Berufsgruppe.

  19. Ich denke das Thema mit Vorerkrankungen und Risikofaktoren ist durch, Herr Whieler war gerade im Bezug aus Asthma bronchiale eindeutig der Meinung, dass die kein besonderes Risiko für Covid darstellt. Alles andere ist unter der Website des RKI gelistet. Das RKI ist eine Bundesbehörde und diese Empfehlungen gelten für alle Berufsgruppen.

    • … dann aber bitte auch für Lehrkräfte,
      auch wenn der Lehrkräftemangel hoch ist.

      Da hätte ja eine bessere Planung einschließlich Reserve helfen können.
      Die rechtzeitige Umsetzung der Arbeitszeiterfassung hätte helfen können, den tatsächlichen Bedarf deutlicher greifen zu können und Lehrkräfte zu entlasten und gesund zu erhalten.

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