Volkshochschulen starten mit kleineren Kursen, Abstand und Masken

0

MAGDEBURG. Eine Sprache lernen, etwas für die Gesundheit tun oder gemeinsam mit anderen kochen – Volkshochschulen bieten für jeden etwas. Doch die Corona-Krise hat Vieles verändert, wie das Beispiel Sachsen-Anhalt zeigt.

In Volkshochschulen gilt Maskenpflicht. Foto: Shutterstock

Kleinere Kurse, Abstand und teils schlichtweg Verzicht auf einige Angebote: Die Volkshochschulen setzen im neuen Semester auf Vorsichtsmaßnahmen angesichts der Corona-Pandemie. Zu den Zielgruppen der Kurse gehörten teilweise Hochrisikogruppen. «Wir haben viele ältere Teilnehmende», sagte der Geschäftsführer des Landesverbands der Volkshochschulen Sachsen-Anhalt, Uwe Jahns. Hygiene und Abstand gehörten deshalb dazu, um das Risiko von Infektionen zu minimieren. «Es ist nicht wie in der Schule: Maske weg und ohne Abstand.»

„Viele sind erleichtert, dass die Kurse wieder starten“

Es passten dadurch weniger Teilnehmer in einen Kurs. Wo früher zehn oder 15 zusammen lernten, seien es jetzt sieben, acht oder neun. Das gelte für die gefragten Sprachkurse ebenso wie für Gesundheitsangebote. Andere Angebote könnten gar nicht stattfinden, Kochkurse etwa seien problematisch. Rückmeldungen zeigten aus Jahns Sicht die Bedeutung der Kurse: «Für uns war bemerkenswert, dass viele Kursteilnehmer die Kurse vermisst haben. Viele sind erleichtert, dass sie wieder an unseren Bildungsveranstaltungen teilnehmen können.»

Mitte März war angeordnet worden, dass die Volkshochschulen in Sachsen-Anhalt schließen müssen. Der Kursbetrieb lief erst Anfang Juni in Teilen wieder an. Die Lösungen seien in der Zeit sehr unterschiedlich gewesen, sagte Jahns. Einige Kurse seien abgebrochen, andere unterbrochen worden. Einige Angebote seien deshalb bis August gelaufen. Andere seien auf Online-Unterricht ausgewichen. Laut Jahns wurde da schonmal Yoga vor dem Computer gemacht.

Volkshochschulen wollen künftig stärker auf Online-Angebote setzen

Auf Online-Angebote wollen die Volkshochschulen in der Zukunft noch stärker setzen. «Der Haupthinderungsgrund ist der Stand des Internetausbaus in der Fläche», sagte Jahns weiter. Nicht alle Volkshochschulen hätten die nötigen Breitbandanschlüsse. «Das ist und bleibt Thema.» Die Volkshochschulen wünschten sich, wie die allgemeinbildenden Schulen in den Digitalpakt aufgenommen zu werden. Erwachsenenbildung solle darin gleichbehandelt werden.

Derzeit entsteht laut Jahns eine VHS-Plattform. Sie solle alle geförderten Bildungsangebote präsentieren, sagte Jahns. Zudem solle sie eine digitale Infrastruktur bieten mit der Lernplattform Moodle, einer Möglichkeit für Videokonferenzen, einer Videoplattform, einer Cloud und einem Webshop zum Vertrieb. «Bis Jahresende soll die Plattform fertig sein», sagte Jahns. Der Bereich Sprachen oder die Vorbereitung auf einen Schulabschluss seien besonders sinnvolle Anwendungsfelder.

In finanzielle Nöte seien die Volkshochschulen glücklicherweise nicht geraten, sagte Jahns weiter. Es seien zwar Teilnehmerentgelte in erheblichem Umfang weggefallen. Das Bildungsministerium habe als Hilfe vorfristig die Landeszuschüsse ausgezahlt und Einnahmeausfälle anteilig ausgeglichen. In Sachsen-Anhalt gibt es 15 Volkshochschulen. 2018 hatten sie den Angaben zufolge 71.500 Teilnehmer in 6700 Kursen mit 220.000 Unterrichtsstunden. dpa

Volkshochschulen fordern mehr Unterstützung – konkret: auch einen Digitalpakt

Anzeige


HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here