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Baden-Württemberg: CDU soll Kultusministerium übernehmen – Schopper vor dem Aus

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STUTTGART. Die grün-schwarze Koalition in Baden-Württemberg steht vor einer Neuauflage – doch die Machtverhältnisse verschieben sich offenbar deutlich. Nach Informationen aus Sondierungskreisen soll die CDU zentrale Ressorts übernehmen, darunter das Kultusministerium. Für Amtsinhaberin Theresa Schopper (Grüne) hätte das unmittelbare Konsequenzen. 

Auf Abruf? Baden-Württembergs Noch-Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne). Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg deutet sich im Zuge der laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen Grünen und CDU ein Wechsel im Kultusministerium an. Wie die „Stuttgarter Zeitung“ unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, soll die CDU künftig sowohl das Kultus- als auch das Verkehrsministerium übernehmen. Beide Ressorts werden bislang von den Grünen geführt.

Offiziell bestätigt ist die Ressortverteilung noch nicht. Allerdings verdichten sich die Hinweise, dass die Christdemokraten ihren Einfluss in der Landesregierung deutlich ausbauen könnten. Neben den genannten Ministerien soll die CDU auch das Vorschlagsrecht für das Amt der Landtagspräsidentin oder des Landtagspräsidenten erhalten. Insgesamt käme die Partei damit auf sechs Ministerposten, während die Grünen fünf Ministerien sowie weiterhin das Amt des Ministerpräsidenten stellen würden.

Die Verschiebung hätte unmittelbare Auswirkungen auf die derzeitige Kultusministerin Theresa Schopper. Sie hatte das Amt seit 2021 inne und verantwortete unter anderem die Bildungspolitik während und nach der Corona-Pandemie sowie zentrale Reformvorhaben im Schulbereich. Sollte das Ressort tatsächlich an die CDU gehen, wäre ein Verbleib Schoppers im Kultusministerium ausgeschlossen.

Auffällig ist der Zeitpunkt der bekannt gewordenen Absprachen. Üblicherweise werden Ressortzuschnitte erst am Ende von Koalitionsverhandlungen festgelegt. Dass entsprechende Informationen bereits jetzt kursieren, deutet darauf hin, dass Fragen der Machtverteilung frühzeitig eine zentrale Rolle gespielt haben.

Cem Özdemir, der als designierter Nachfolger von Ministerpräsident Winfried Kretschmann gilt (und als ehemaliger Kurzzeit-Bundesbildungsminister sowie ausgebildeter Erzieher als ambitioniert im Themenfeld Bildung gelten kann), hatte gemeinsam mit CDU-Landeschef Manuel Hagel die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen verkündet. Bereits am Mittwoch sollen erste Arbeitsgruppen ihre Gespräche in Stuttgart aufnehmen.

Für die Bildungspolitik im Land würde ein Wechsel an der Spitze des Kultusministeriums einen politischen Einschnitt bedeuten. Die CDU hatte in den vergangenen Jahren wiederholt Kritik an einzelnen Reformvorhaben der grün geführten Bildungsverwaltung geäußert. Unter Schoppers Vorgängerin Susanne Eisenmann (CDU) war das Bundesland in Vergleichstudien von Schülerleistungen abgestürzt. News4teachers 

“Schlichtes Auswendiglernen von Fakten macht kaum noch Sinn”: Wie KI den Unterricht verändert (laut Kultusministerin Schopper)

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ed840
1 Monat zuvor

Nach meinen Informationen fiel zwar die Verkündigung des Absturzes in ihre Amtszeit, nicht aber das Jahr der Testdurchführung.

siehe z.B. hier:

https://www.news4teachers.de/2016/10/iqb-studie-15-jaehrige-sind-besser-in-englisch-und-rechtschreibung-als-erwartet-vor-allem-in-schleswig-holstein/

Die Balkon
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Beginn des Absturzes: Schavan 2004

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Die Balkon

Steht im verlinkten Artikel anders.
2009 noch Spitzengruppe, 2015 dann auf hintere Ränge abgerutscht.

Pädagogische Fachkraft
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Nota bene: 2011 begann die grün-rote Koalition unter Kretschmann…
Schnelle Wirkung auf die Bildungsqualität, leider.

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor

Der Absturz erfolgte nach den grün-roten Bildungsreformen ab 2011 – so ehrlich sollte man sich schon machen.

Pädagogische Fachkraft
1 Monat zuvor

Die Darstellung ist schlicht falsch: Die Bildungsqualität in BW ging nicht unter Eisenmann den Bach runter, sondern vorher! Eisenmann versuchte, die schlimmsten Fehler seit Beginn der Kretschmann-Ära zu korrigieren, wie etwa die Streichung der Grundschulempfehlung.
Pragmatismus und gesunden Menschenverstand wieder in die Bildungspolitik einzubringen statt “alle sind gleich”-Ideologien war als kleinerer Koalitionspartner jedoch schwierig….

Kabro
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ganz schön parteiisch, liebe Redaktion! Frau Eisenmann konnte gegen die in dieser Legislatur (2016-2021) sehr starken Grünen nur das Schlimmste verhindern, was Kultusminister Stoch initiiert hatte. Das differenzierte Schulsystem kann man aber nur durch eine sinnvolle, ineinandergreifende Struktur und eine Verbindlichkeit im Übergang wieder stark machen. Das haben die Grünen mit aller Gewalt verhindert. “Berappeln” konnte man sich vielleicht die letzten Jahre, mehr aber auch nicht…

Pädagogische Fachkraft
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Fragen wir mal die Experten aus der täglichen Schulpraxis, und schauen wir auf defintiv schlechten Ergebnisse bei Vergleichsstudien der Bundesländer, die sich dem “längeren gemeinsamen Lernen” als Allheilmittel verschrieben haben, siehe hier:

https://www.phv-bw.de/phv-und-rlv-zur-staerkung-des-differenzierten-schulsystems/

Auszug aus dieser gemeinsamen Pressemitteilung, die aber trotzdem zur Gänze als Lesestoff dringend empfohlen wird:

John Hattie wird missverstanden – nicht logisch korrekt interpretiert
In der Debatte um Einheitsschulmodelle wird immer wieder der neuseeländische Bildungsforscher John Hattie als Kronzeuge angeführt. Ihm wird unterstellt, er habe nachgewiesen, dass leistungsdifferenzierte Schulsysteme wirkungslos seien. Diese Lesart ist sachlich falsch.
Eine differenzierte Betrachtung der „Visible Learning“-Studien zeigt: Hatties Daten sprechen nicht gegen das gegliederte Schulsystem, sondern zeigen lediglich, dass bloße äußere Differenzierung allein noch keinen Lernerfolg garantiert. Daraus jedoch die Abschaffung differenzierter Schularten abzuleiten, ist ein folgenschwerer Trugschluss.
Tatsächlich belegen Hatties Daten etwas anderes:
Die wirksamsten Unterrichtsmethoden entfalten ihre Wirkung gerade dann, wenn sie in differenzierten, leistungsangemessen homogenen Lerngruppen angewendet werden können.
Dazu zählen unter anderem:
• anspruchsvolle kognitive Lernprozesse („Cognitive Task Analysis“),
• tiefgehende fachliche Diskussionen,
• beschleunigtes Lernen für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler und
• klar strukturierter, lehrergeleiteter Unterricht mit systematischem Feedback.
„Diese hochwirksamen pädagogischen Instrumente benötigen einen geschützten Rahmen“, erklärt Broszat. „Extreme Heterogenität, wie sie in Sekundarschulen angelegt ist, erschwert oder verhindert ihren Einsatz und verwehrt Kindern tatsächliche Lernerfolge.“
„Hatties Bemerkung, das differenzierte Schulsystem in Deutschland sei ungerecht, ist aus der Luft gegriffen. Zumindest muss man ihm unterstellen, dass er sich nicht mit den verschiedenen Bundesländern und ihrer doch sehr unterschiedlichen Differenzierung beschäftigt hat. Prof. Hartmut Esser hat in Aufarbeitung von PISA nachgewiesen, dass die deutschen Bundesländer mit mindestens drei Schularten im Ranking noch vor Kanada, Estland und Finnland liegen. Dagegen liegen Bundesländer mit einem zweigliedrigen Schulsystem wie Berlin und Bremen weit abgeschlagen hinten, national ebenso wie international“, ergänzt die RLV-Landesvorsitzende.
Vorsicht vor pädagogischen Heilsversprechen
Einheits- oder Sekundarschulkonzepte setzen häufig auf offene Lernformen, personalisierte Lernbüros und weitgehende Selbststeuerung der Schülerinnen und Schüler. Auch hier liefert die empirische Bildungsforschung ein klares Bild: Lernarrangements mit hoher Selbstverantwortung und geringer Strukturierung zeigen nur geringe Effekte auf den Lernerfolg.
Gerade Schülerinnen und Schüler, die Orientierung, Anleitung und Verlässlichkeit benötigen, profitieren nachweislich von gut strukturiertem, professionell geführtem Unterricht. Bildungsgerechtigkeit entsteht nicht durch pädagogische Beliebigkeit, sondern durch klare Ziele, fachliche Tiefe auf angepasstem Niveau und stabile Lernumgebungen.
Im Klartext: Methodik und Didaktik haben sich an allen Schularten längst pädagogisch weiterentwickelt und sind auf der Höhe der Zeit, unsere Lehrkräfte sind als Experten für ihre Schule ausgebildet. Das oft kolportierte Old School-Bild einer Lehrkraft, die 45 Minuten lang frontal vor der Klasse steht und doziert, entspricht schon lange nicht mehr der Unterrichtsrealität. „Wer dieses Zerrbild verbreitet, um die bewährten Schularten zu diffamieren, der diskreditiert damit die hervorragende Arbeit an den Seminaren zur Lehrerbildung“, warnt Scherer. „Mit einem vielfältigen Strauß an Möglichkeiten moderner Didaktik und Methodik werden junge Lehrkräfte auf den Berufsalltag vorbereitet“, so Scherer weiter.
Internationale Vergleiche sprechen gegen neue Einheitsschulmodelle
Auch der oft bemühte internationale Vergleich rechtfertigt die Einführung der Sekundarschule nicht. Länder, die als Vorbilder für Einheitsschulsysteme galten, verzeichnen seit Jahren Leistungsrückgänge. Deutschland hingegen liegt mit seinem differenzierten Schulsystem stabil über dem OECD-Durchschnitt. Insbesondere innerdeutsche Vergleiche zeigen konstant seit Langem: Bundesländer mit gegliedertem Schulwesen wie z. B. Bayern und Sachsen erzielen dauerhaft weitaus bessere Ergebnisse als Länder mit starkem Fokus auf „längeres gemeinsames Lernen“, (Negativ-)Beispiele dafür: Berlin, Brandenburg und Bremen.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

man muss sich nur die PISA-Studie anschauen”

Könnte man tun, aber kaum jemand sieht da genauer hin.

Sonst würde man schnell erkennen, dass die Punktzahlen einiger Länder aufgrund der Stichprobengestaltung positiv verzerrt sind und zwei deutsche Bundesländer bei Übertragung der der IQB-Ergebnisse auf PISA höhere Punktwerte aufweisen würden als alle anderen Länder in Europa und Nordamerika.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

So ist. Man kann auch mit gegliederter Schulstruktur Spitzenwerte bei SuS der unteren / oberen Schicht und ohne/mit Migrationshintergrund erreichen.

Ich schaue mir bei PISA neben den erreichten Kompetenzwerte, u.a. auch die Quoten der SuS an , die angaben sich an der Schule nicht wohl / fehl am Platz zu fühlen.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Gibt es denn Zusammenhänge zwischen der Schulstruktur und den Leistungen dieser Schülergruppen?

Falls ja müssten ja in Bundesländern mit zweigliedriger Schulstruktur die Kompetenzwerte dieser Gruppen besonders hoch sein und die sozialen und migrationsbezogenen Paritäten besonders niedrig sein.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Umso unverständlicher, dass die Schulstrukturen in den 16 BL so regelmäßig kritsiert und für schlechte Ergebnisse bei PISA und IQB verantwortlich gemacht werden.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Dann sehen Sie also in Bundesländer mit besonders großen sozialen und migrationsbezogenen Disparitäten bei IQB deren Schulstrukturen als eine Hauptursachen an?

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Dann geht es vermutlich eher um die Schulstrukturen in Bundesländern in denen SuS aus der unteren Schicht oder mit Migrationshintergrund besonders häufig ohne Schulabschluss und Berufsausbildung bleiben und die Quote junger Menschen ohne SEK II Abschluss besonders hoch ist?

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Das würde ich nicht widersprechen.
Ich finde es auch nicht gerade integrationsfördernd, wenn die Quoten ohne Schulabschluss oder Berufsausbildung bei jungen Menschen aus der unteren Schicht oder mit Migrationshintergrund in manchen Bundesländern besonders hoch sind.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

“Gesellschaftlich werden die beiden in ihrem Leben aber kaum jemals zusammenkommen.”

Das entspricht zwar nicht meiner Wahrnehmung, aber das ist vermutlich individuell verschieden.

Pädagogische Fachkraft
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Sorry, ich war über 40 Jahre Gymnasiallehrerin in einer nicht zu großen Stadt: Wir haben und hatten eine sehr verschiedenartige Schülerschaft, sehr unterschiedliche Herkünfte, darunter auch viele Migrantenkinder, eine Reihe Kinder von Geflüchteten oder Kinder (die Sie verächtlich als “Rest” bezeichnen!) mit schwierigem sozialem Hintergrund. Ich war aufgrund meines ersten Faches IMMER Klassenlehrerin: Was glauben Sie, wie oft die Kosten für ein Landschulheim vom “Amt” kamen, ja, kommt recht zahlreich auch an Gymnasien(!) vor, wie oft wir mit dem Jugendamt Kontakt hatten, wie oft wir sehr diverse und schwierige familiäre Situationen erlebten. Irgendwie habe ich das Gefühl, Ihre Erfahrungen kommen aus den 60er oder 70er Jahren, echt! Es gibt eine Menge schlauer, interessierter und lernwilliger Kinder aus allen sozialen Schichten, und genau diese Kinder werden auch (per Grundschulempfehlung) aufs Gymnasium geschickt und packen das gut, und diese unsere öffentlichen Schulen kosten natürlich nichts! Auch mit wenig Budget der Familie kommt man aus, auch weil in BW beispielsweise Lernmittelfreiheit herrscht, d. h. Bücher, Taschenrechner, Tablet usw. kostenfrei ausgeliehen werden. In manchen anderen Bundesländern muss man die Schulbücher kaufen.
Ihre tiefsitzenden Vorurteile gegenüber dem differenzierten Schulsystem, speziell dem Gymnasium, klingen wirklich wie vor mehr als 50 Jahren – aber an den Schulen ist die Zeit nicht stehengeblieben.
Aber eines haben sehr viele Lehrkräfte und auch ich in den Vielen Berufsjahren erfahren (müssen): Wenn Kinder an Schulen geschickt werden, deren Leistungsanforderungen eben (zu der aktuellen Entwicklungsphase) gar nicht passen, dann ist das ein Verbrechen an den Kindern – egal, aus welchem “Milieu” sie stammen. Kinder sollten hier nicht als Versuchskaninchen dienen, egal wie groß die Ambitionen der diversen Eltern sind.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

In anderen Bundesländern wie z.B. Baden Württemberg sehen die Zahlen anders aus.

Dort besuchten laut Statistik z.B. 34,4% der SuS mit Migrationshintergrund ein Gymnasium, 35,3 % eine Realschule, 15,6% eine Gemeinschafttschule und 8,4% eine Hauptschule /Werkrealschule.

Bei ausländischer Staatsangehörigkeit 27% GYM, 32,7% RS, 19,6% GEM, 11,4% HS.

Konfutse
1 Monat zuvor

Die CDU hatte in den vergangenen Jahren wiederholt Kritik an einzelnen Reformvorhaben der grün geführten Bildungsverwaltung geäußert.“
…obwohl die CDU im Januar 2025 einstimmig über das mit grün geplante verheerende neue Schulgesetz abgestimmt hat: Sekundarschule 1, also die Schule für alle Restkinder, die den Gymitest nicht schaffen.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Ernüchternd, aber es war ja nicht so, als wäre Bildung zuletzt Thema gewesen oder so.
So viel lässt sich also von den BWünen erwarten -__-

Ceterumcenseo
1 Monat zuvor

Frau Schopper, die mit Giftzähnen gegen die Lehrer vorgehen wollte, darf nun endlich ihre sogenannten “Kompetenzen” in der Wirtschaft unter Beweis stellen. Während Corona zu Taschentüchern geriet, hat sie es geschafft, das Bildungsniveau in Baden-Württemberg erheblich zu senken. Ihr Lieblingsprojekt, die Gemeinschaftsschulen, ist grandios gescheitert. Laut IQB-Studien sinkt das Niveau in Baden-Württemberg drastisch: In der vierten Klasse verfehlen rund 19 Prozent der Schüler den Mindeststandard in Deutsch, und in der neunten Klasse sogar 34 Prozent in Mathematik – 10 Prozentpunkte mehr als 2018. Siehe dazu den offiziellen IQB-Bildungstrend 2021 hier: https://www.iqb.hu-berlin.de/media/documents/IQB_Bildungtrend2021_Berichtsband.pdf. Hoffen wir also, dass nun endlich wieder die Durchlässigkeit und das Prinzip von Fördern und Fordern Einzug halten – auch wenn wir wissen, dass es wohl noch ein weiter Weg ist. Und während die 1440 Geisterlehrer sich unter den Grünen türmten, hat Frau Schopper zwar keine Schuld an ihrem Ursprung, aber während ihrer Amtszeit haben sich diese noch weiter aufgetürmt – und das, obwohl die Vorgängerregierung, inklusive der CDU, maßgeblich daran beteiligt war. Auch hinsichtlich einer Wertschätzung gegenüber den seit Jahren und Jahrzehnten überbelasteten und engagierten Lehrkräften, die Überstunden aufgrund fehlender bzw. vorhandener Geisterlehrer machen mussten, gab es keinerlei Konsequenzen für die Fehlplanungen im Kultusministerium.

Jochen Schembera
23 Tage zuvor

Als Realschul-Lehrer an der IGH in Heidelberg erwarte ich vom KM in BW auch in Zukunft nullkommagarnix mehr, so bitter es klingt. Man muss nur mal schauen, welche Rolle die Bildungspolitik im Wahlkampf gespielt hat – genau, gar keine. Es ging immer nur um Arbeitsplätze, Wirtschaft, the holy Automobilindustrie etc.

Mehr Lehrerstellen? Vertretungsreserve? Umsetzung des Digitalpakts 2.0 (oder hier zumindest mehr Druck auf den Bund machen)? Kleinere Klassen? Mehr Autonomie der Schulen? Nö mit Ö, es hat nur für ein “kostenloses letztes Kindergartenjahr” und ein “generelles Handyverbot an öffentlichen Schulen” gereicht.

Zum geplanten Handy-Verbot: Aktionismus ohne Sinn und Plan, dafür quasi kostenfrei umsetz- und an die Schulen delegierbar und toll für den Wahlkampf. Damit hat man dann auch gleich den Schuldigen gefunden, wenn es nix wird, nämlich die Lehrkräfte, wen sonst? Eine Investition in bessere digitale Infrastruktur ist dem Land a) zu teuer und man ist b) zum Glück ja nicht “zuständig”.

Zudem: Damit dürfte halbwegs digitaler Unterricht Geschichte sein. Dokumente teilen? Untis für den Stundenplan? SDUI Messenger? Alles weg. Kaum eine Schule in BW hat die Masse an digitalen Endgeräten, die man vorhalten müsste, um das “DSGVO-konform” abzufedern. Aber so weit denkt man in Stuggi nicht. Warum auch? Hardware ist ja eh ein Problem der Kommunen! Und es gibt ja den “Computerraum!!!!111”.

Die Bildungspolitik in BW macht immer noch der Finanzminister. Das sollte klar sein. Der Posten für das Kultusministerium wird nicht umsonst wie saures Bier rumgereicht. Keiner will, aber wer zuerst zuckt, ist dabei!

Leute, ich bin jetzt Mitte 50, in 10 Jahren habe ich diesen Unfug zum Glück hinter mir! Das kann man sich nicht mehr geben.