Kommt nun doch der Wechselunterricht? Druck auf die Bundesländer wächst

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BERLIN. Die Schulen bleiben in der zweiten Corona-Welle offen – darauf haben die Kultusminister stets gepocht. Doch der Teil-Lockdown wirkt nur begrenzt. Und nun rücken doch die Schulen stärker in den Fokus. Was bahnt sich bei den Bund-Länder-Verhandlungen an?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am kommenden Mittwoch mit den Ministerpräsidenten Konsequenzen aus der Corona-Lage ziehen. Foto: Michailidis / Shutterstock

Vor den Beratungen der Länder über die künftigen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie erhöht sich der Druck für eine Verlängerung oder Ausweitung der Beschränkungen. Unter anderem rücken nun die Schulen stärker in den Fokus, auf deren uneingeschränkte Offenhaltung die Kultusminister bisher gepocht haben. Denn das Ziel des Anfang November verhängten Teil-Lockdowns – eine starke Senkung der Infektionszahlen – ist bis jetzt verfehlt worden, wie Virologen und Mediziner beklagen.

Unklar ist noch, ob sich die Länder auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können, nachdem sie am vergangenen Montag die Bestrebungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem wirkungsvolleren Vorgehen blockiert hatten. Die Landesregierungschefs wollen sich am Montag auf eine eigene Vorlage für die Beratungen mit Merkel am Mittwoch verständigen.

CSU-Fraktionschef: «Die Schulen können zum Beispiel auf Wechselunterricht oder Hybridunterricht umstellen.»

Der Chef der CSU-Bundestagsabgeordneten, Alexander Dobrindt, forderte «zusätzliche Beschränkungen», um bis Weihnachten die Infektionszahlen stark einzudämmen. So müsse das Infektionsgeschehen an den Schulen stärker gebremst werden, sagte der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe der «Passauer Neuen Presse». «Die Schulen können zum Beispiel auf Wechselunterricht oder Hybridunterricht umstellen.» Schüler könnten auch mit besser schützenden FFP2-Masken ausgestattet werden. Zu diskutieren sei, ob die Schulferien früher beginnen und später enden sollten. Bisher beginnen sie je nach Land am 19. oder 23. Dezember und enden zwischen dem 3. und 10. Januar.

Auch Kanzleramtschef Helge Braun hatte auf die hohen Infektionsraten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen hingewiesen. Vor allem in den weiterführenden Schulen müsse «alles getan werden, um die Abstandsregeln einzuhalten», hatte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gesagt und vorgeschlagen, ältere Schüler vermehrt auch digital zu Hause zu unterrichten.

Wie das Wirtschaftsmagazin «Business Insider» unter Berufung auf Länderkreise berichtet hatte, könnten die bisherigen Maßnahmen bis 20. Dezember verlängert und die Winterferien bundesweit bis 10. Januar ausgedehnt werden. Trotz möglicher Verschärfungen setzt Kanzleramtschef Braun darauf, dass das Weihnachtsfest im Familienkreis gefeiert werden kann. «Es ist für mich nicht vorstellbar, dass die Großeltern an Weihnachten nicht mitfeiern», sagte er dem RND. «Wichtiger als die Anzahl der Menschen, die zusammenkommen, ist, dass man vorher seine Kontakte reduziert und darauf achtet, dass niemand Symptome hat.» Nordrhein-Westfalen hat als bislang einziges Bundesland den Beginn der Weihnachtsferien deshalb vorgezogen.

Kein Bundesland hält die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts für den Schulbetrieb ein

Für Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil kommt es bei den Bund-Länder-Beratungen darauf an, «verlässliche Regelungen zu treffen, die über Weihnachten und Neujahr hinaus reichen». Der SPD-Politiker schlug im «Handelsblatt» vor, oberhalb von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überall dieselben Regeln gelten zu lassen. «Das gilt nicht für jedes Detail, aber die Linie muss über die Grenzen der Bundesländer hinweg möglichst klar und einheitlich sein», sagte er. «Sollte sich das Infektionsgeschehen im Laufe des Dezembers in einzelnen Ländern belastbar unterhalb des Schwellenwertes einpendeln, könnte man möglicherweise dort über Lockerungen nachdenken.»

Empfehlungen für solche Regeln in Schulen gibt es längst. Das RKI empfiehlt ab einem Inzidenzwert von 50 für alle Schulen des betroffenen Gebiets eine generelle Maskenpflicht im Unterricht (also auch in Grundschulen) sowie eine Verkleinerung der Lerngruppen, damit die Abstandsregel in den Klassenräumen eingehalten werden kann (News4teachers berichtet ausführlich über die Empfehlungen des RKI für den Schulbetrieb – hier geht es hin). Kein Bundesland beachtet bislang diese Empfehlungen. RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler hatte am Donnerstag noch einmal an die Länder appelliert, sich an die Vorgaben zu halten. «Die Message, die ich hier schicke, ist die: Es gibt Empfehlungen, von denen wissen wir, dass sie funktionieren, und wenn sie umgesetzt werden, dann kann man das Geschehen in Schulen auch kontrollieren», so sagte er.

Die Zahlen in den Landkreisen sind sehr unterschiedlich, im Norden und Nordosten liegen sie teils unter dem 50er-Wert, im Westen, Süden und Südosten hingegen teilweise über 200. Schleswig-Holstein plant laut «Welt» (Samstag) unter anderem bereits die Wiedereröffnung von Restaurants und Gaststätten, Hamburg die Wiedereröffnung von Kulturbetrieben unter Einhaltung strenger Hygiene-Auflagen.

Virologe Kekulé: An den weiterführenden Schulen die Klassen sofort teilen!

Für Verschärfungen der bisherigen Maßnahmen plädieren auch Mediziner und Virologen. «Dazu sollte gehören, dass an allen weiterführenden Schulen die Klassen sofort geteilt werden und auf Wechselunterricht umgestellt wird», sagte der Virologe Prof. Alexander Kekulé von der Universität Halle-Wittenberg der «Neuen Osnabrücker Zeitung». «Zweitens sollten die Weihnachtsferien bundesweit eine Woche vor dem 24. Dezember beginnen.» Das könne helfen, um bis zum Jahreswechsel zurück in den grünen Bereich zu kommen. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sagte der «Passauer Neuen Presse»: «Man muss davon ausgehen, dass der Lockdown light im Dezember fortgesetzt wird. Das ist auch angesichts der Lage auf den Intensivstationen geboten.»

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland hatte am Freitag einen neuen Höchststand erreicht: 23 648 meldeten die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden, mehr als in der Vorwoche. Die Zahl der Todesfälle wuchs um 260. Auf den bereits hoch belasteten Intensivstationen stieg die Zahl der Patienten nach Daten des Fachverbandes Divi auf 3615, davon wurden 58 Prozent beatmet (Stand: 20.11., 12.19 Uhr). News4teachers / mit Material der dpa

Streit um Schulen auf dem Bund-Länder-Gipfel: Die Geduld der Kanzlerin mit den Kultusministern ist am Ende – eine Analyse

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41 KOMMENTARE

  1. Schon krass, wie hier in einer pandemischen Notlage, die immerhin den Gesetzgeber genötigt hat, die Gesetze zu ändern, – wie hier von seiten der Bundesländer getrödelt wird.

    Mo., 2.11. offizieller Lockdown-Beginn

    Mo., 9.11. Zahlen gehen nicht runter – naja, man muss warten, der Lockdown wirkt erst nach 10 bis 14 Tagen…

    Mo., 16.11. Zahlen gehen nicht runter. Treffen Merkel mit MPs: vielleicht wirkt der Lockdown ja doch irgendwann, hoffentlich, bitte bitte.. Sicherheitshalber machen wir mal: … Nichts! Schulen bleiben trotz RKI-Empfehlung weiter voll offen. Obwohl Restaurants, Kinos, Bars, alles dicht ist, bleiben die Zahlen bei 20000 Neuinfektionen täglich! Woher die kommen, wenn keiner mehr in Bars und Museen geht? Das Offensichtliche – Schulbusse und Klassenzimmer – wird trotz Merkels Mahnung ignoriert. Es geht ja auch nicht, dass man ein Papier am Sonntagabend verschickt und am Montag dann darüber beraten wird. Sowas: Sontags verschicken, montags soll es umgesetzt sein, sowas geht nur an Schulen. Die MPs: Wir beraten mal…

    Mo., 23.11. Zahlen steigen weiter. Gesundheitsämter warnen. Intensivstationen warnen! Wieder eine Woche rum. Man trifft sich aber erst am Mittwoch. Warum eigentlich? Herrscht nicht grade eine Notlage? Lasst euch ruhig Zeit. Es geht hier ja nicht um Menschenleben.

    Zum Kotzen.. wie schlecht wir regiert werden!!! Kaum auszuhalten.

    • Realitätsverlust bei Jens Spahn?
      Heute: „Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bewertet den seit Anfang November geltenden Teil-Lockdown als einen Erfolg im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus. “

      Der Wellenbrecher funktioniert doch“, sagte der CDU-Politiker der Welt. “

      Das exponentielle Wachstum ist gebrochen.
      Wir sind uns einig, dass das nicht reicht.
      Aber es ist gelungen – einmal mehr.“

      Belgien hat seit dem 30.10. nach bereits nach zwei Wochen die Neuinfektionen von Ø 23.900 auf um die Ø 5.000 gesenkt. – Hier kann man von gelungen oder Erfolg reden.

      • Von Spahn kommt nun eine revolutionäre Idee für die Schulen: „Gesundheitsminister Jens Spahn hat ein neues Konzept zur Eindämmung von Corona-Infektionen in Schulen vorgeschlagen. “
        ‚Infektionsketten wirklich unterbrechen und gleichzeitig lebenspraktisch bleiben, das ist die Aufgabe’, sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Konkret schlug er vor, dass beim Auftreten eines Infektionsfalls umgehend die betroffene Klasse in die häusliche Isolation geschickt wird. Bisher ist das teilweise nicht oder nur bei den unmittelbaren Sitznachbarn Infizierter der Fall.“
        PANORAMA
        22.11.20
        Erleichterung für Fernunterricht
        Bund hält Millionen für Lehrer-Laptops bereit
        „Nach negativen Schnelltests am fünften Tag könnten die Schülerinnen und Schüler wieder in die Schule zurückkehren“, sagte Spahn. Ob das aus Sicht der Länder vor Ort umsetzbar sei, darüber müsse man am Mittwoch sprechen.
        […] Immerhin haben sich die Kultusminister nach Informationen aus Länderkreisen am Freitag darauf verständig, nun einen verstärkten Unterricht von Oberstufen-Schülern zu Hause sowie eine Ausweitung der Maskenpflicht zu akzeptieren. Doch Zahlen der Kultusministerkonferenz und der nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina zeigen, warum es bisher so schwierig war, eine Einigung zu finden – weil unklar ist, welche Rolle Schulen in der Corona-Pandemie spielen.“

        https://www.n-tv.de/politik/Spahn-fuer-neues-Corona-Konzept-an-Schulen-article22185459.html

        Man weiß immer noch nicht, welche Rolle Schulen spielen??? Was muss noch passieren?
        Gerade wurden die Testkapazitäten heruntergefahren. Asymptomatisch wird im Prinzip gar nicht mehr getestet. Aber nun Schnelltests?
        Und die Bundesländer? Verstärkter Fernunterricht für die Oberstufe? Natürlich ohne die Abschlussklassen, bei uns 10 und 12. Was bleibt da übrig? Die 11er?Und das natürlich sowieso nur in extremen Hotspots, auf eine Inzidenz wird man sich sicher auch wieder nicht festlegen. Überall sonst darf das Russische Roulette weitergehen. Wahnsinn. Virologen warnen, aber unsere KM und MP wissen alles besser. Bin gespannt auf Mittwoch, erwarte aber rein gar nichts.

    • Ja ganz genau es ist lächerlich was di sich erlauben dann sollen die den ganzen tag auf 20 m3 mit 37 personen arbeiten da machen die sich keine sorgen drum
      (Bin schüler und wir sind 38 schülrr auf 20 m3 lächerlich)

  2. Der beste Kompromiss wäre weiterhin:
    – Lehrstoff halbieren
    – Schulstunden halbieren
    – Klassen halbieren
    – Schichtuntericht einführen
    (Schicht A vormittags Schicht B nachmittags)
    – Betreuung für Schüler sofern erforderlich wegen Berufstätigkeit der Eltern

    Dadurch:
    – alle Schüler haben täglich Unterricht
    – alle Schüler werden mitgenommen, kein Kind bleibt auf der Strecke
    – Lehrer haben gleich viel Unterrichtsstunden wie vorher

    • Wenn man auf die Straßen sieht, sieht es wohl eher so aus, als dass Teile des Souverän die Landesprinzen und Landesprinzessinnen sehr bald unterbinden wird.

  3. …. Verlängerte Weihnachtsferien.

    Haben die KuMis schon in den Fokus genommen, dass ein Zentralabitur in den Bundesländern für den Abitur-Jahrgang 2021 langsam vollkommen unrealistisch wird?

    ‚Zentral‘ vergleichbar – unter den momentanen Gegebenheiten – ist bereits NICHTS mehr.
    Geschweige denn, dass ein ‚Zentralabitur‘ in Pandemiezeiten für das Schuljahr 2020/2021 mit unterschiedlich langen Quarantäneauflagen für einzelne Schüler, Jahrgänge, Kohorten oder gar gesamte Schulen nicht auf vergleichbaren Voraussetzungen beruht und daher nicht als ‚gerechter‘ Vergleich auf Landesebene anzusehen wäre.

    Daher:
    Nehmt zumindest für den Abschlussjahrgang 2021 Abstand von einem ZENTRALABITUR!
    Macht es so wie früher, LuLs reichen 2 Abi-Klausur-Vorschläge ein, von denen einer am Klausurtag aus dem versiegelten Umschlag genommen wird – wie vor 30 Jahren auch -.

  4. Korrektur zu „NRW hat bisher als einziges Bundesland den Beginn der Weihnachtsferien vorgezogen.“
    Die Gebauer hat das in die Kamera gesagt. Eine offizielle, schriftliche Bestätigung habe ich als Schulleiter bisher nicht bekommen! Daher beginnen aus meiner Sicht die Ferien am 23.12.. Außerdem wollte die Gebauer das ja auch noch alles mit den Schulen besprechen. Wie denn? Per Interview in der aktuellen Stunde? Die kann gar nichts! Weg mit der!!!!!!

    • aus Wikipedia:
      „Geboren und aufgewachsen in Köln, besuchte Yvonne Gebauer das dortige Heinrich-Heine-Gymnasium in Köln-Ostheim, an dem sie 1985 ihr Abitur absolvierte. Sie ist die Tochter von Wolfgang Leirich, der von 1975 bis 1987 Schuldezernent der Stadt Köln war.[2] Es folgte bis 1987 eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten, in diesem Beruf arbeitete sie bis 1989 in Köln. Von 1989 bis 1992 war sie für einen FDP-Abgeordneten im Bundestag in Bonn angestellt. Ab 1994 leitete Yvonne Gebauer ein Boardinghouse, bis sie sich 2004 in der Immobilienbranche als Kauffrau selbstständig machte.

      • @Eisquelle: Tochter des Schuldezernenten, also doch irgendwie qualifiziert, äh … angeborene Begabung oder so …
        So wie der US Präsident! Dessen Onkel war auch ein großes Medizin-Genie! Deshalb hat ja auch Mister Donald T. die Corona Krise so wunderbar im Griff!
        Frau Gebauer ist einfach genauso großartig wie dieser großschnäuzige, sorry, großartige Präsident. Let’s make NRW schools great again! Und wenn’s ein paar mehr Schüler-Omas oder ältere Lehrer das Leben kostet, who cares?

  5. Das Problem ist, dass die Krsnkenhäuser mancherorts keine freien Betten mehr haben, aber die Schulen fröhlich geöffnet bleiben. Im Grunde ist das wie eine Wette: Entweder das geht gut, oder eben nicht.

    Was wird wohl passieren, wenn die Wette schief geht?

    • Wir stellen dann einfach Betten in den Schulen auf, Lehrer müssen ja das machen, was man ihnen aufträgt, auch fachfremd und rund um die Uhr (sieht ja keiner, also keine Arbeitszeit).
      Sorry, werde langsam zynisch.

  6. Nur die weiterführenden Schulen, Herr Kekule?
    Heute wurde im Tagesspiegel eine Statistik des Berlines Senates veröffentlicht.
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/neue-corona-zahlen-des-senats-rund-20-000-berliner-schueler-in-quarantaene/26645106.html

    Dort sieht man ganz klar, dass die Grundschulen mindestens genauso betroffen sind, wie die weiterführenden Schulen, wenn nicht sogar schlimmer.
    Nur die weiterführenden Schulen zu schließen wäre in meinen Augen hier sogar vorsätzliche Körperverletzung.

  7. „Vor allem in den weiterführenden Schulen müsse «alles getan werden, um die Abstandsregeln einzuhalten»“
    Klar und einheitlich, aber welche Abstandsregeln sind da gemeint?
    a,) AHA – Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen gem. allgemeiner Mindestabstand 1,5 m oder
    b.) Regelung für Schulen bei unterschreiten des Mindestabstands eine Maske tragen.

  8. a) natürlich.

    Maske STATT Abstand taugt allerbestens für kurze Begegnungen im Supermarkt oder so. Wenn man lange dicht beieinander sitzt/steht, ist die Maske wegen der Aerosolproblematik kein ausreichender Schutz.

    Masken UND Abstand UND Lüften. Das ist bei den aktuellen Zahlen nötig.

    „Schüler könnten auch mit besser schützenden FFP2-Masken ausgestattet werden. “

    Vorher aber mal einen Blick in die Arbeitsschutzbestimmungen zu FFP2-Masken werfen. Die Dinger werden bei vielen Tätigkeiten seit vielen Jahren verwendet und es ist ganz klar geregelt, wie lange man sie tragen darf und wie lange man dann Pause machen muss. Ein „Regelunterricht“ ist damit nicht zulässig. Man müsste also die ganzen Unterrichtszeiten an die betreffenden Regeln anpassen. Wenn man es an vielen Orten nicht einmal schafft, den Schulanfang zu entzerren, wird man es auch nicht schaffen, den Zeitplan an die Anforderungen des Tragens von FFP2-Masken anzupassen.

    • Ist doch easy, wenn Tragezeit erschöpft nimmt man die Alltagsmaske B dann dazu im Wechsel.
      Wen sollten Tragezeiten stören, wenn nicht einmal Abstände oder Luftwechselraten eine Rolle spielen.

      • Dann verliert man aber jeglichen Schutz, den man von der FFP2-Maske erwartet.

        Zudem habe ich größte Bedenken, dass es vielen schwerfallen dürfte, eine FFP2-Maske so zu tragen, dass sie wirklich funktioniert, sprich, ALLE Luft durch die Maske gefiltert wird und wirklich nichts vorbeigeht.

        Wenn man sieht, wie die Alltagsmasken teilweise getragen werden, dann sehe ich das wirklich als ein ernstes Problem.

        Dazu wird man dann sagen, dass das richtige Lüften und der Abstand usw. mit FFP2-Masken ja irrelevant sind und einfach weitermachen wie immer.

        RICHTIG getragene FFP2-Masken halten etwa 95% zurück. Eine undicht getragene FFP2-Maske wird kaum mehr schützen als eine Alltagsmaske.

  9. Wie haben als Eltern gestern eine Anzeige bei der obersten Arbeitsschutzbehoerde erstattet. Das kann jeder machen der den Arbeitsschutz gefaehrdet sieht, sogar anonym.

  10. Ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster und behaupte (!) ohne wissenschaftliche Kenntnisse und Beweise: Solange alle Schulen wie bisher geöffnet sind und der ÖPNV dazu, werden die Zahlen nicht deutlich sinken.
    Jedes Gasthaus, Kneipe, Hotel und Restaurant hatte/hat erfolgreichere Konzepte zur Pandemie – bekämpfung als diese verantwortungslosen MP und KM. Wie hirntot muss man sein, um das nicht zu bemerken bzw. absichtlich nicht wissen zu wollen? Sie WOLLEN nichts ändern!!! Der Himmel allein weiß warum??? Vielleicht gibt’s dafür auch einen Bonus!? Aber bestimmt nicht von Frau Bundeskanzlerin. Doch dies ist gewiss: Der liebe Gott (egal welcher!) VERGISST nichts!

    • Das sehe ich ganz genauso. Der jetzige Lockdown light hat gereicht, um in etwa eine stabile Lage zu erreichen. Das ganze hat aber einen Beigeschmack, weil man zugleich weniger testet bzw. die Testkriterien angepasst hat.

      Absolut absurd wird es durch die veränderten Testregeln im Schulbereich. Es ist verantwortungslos, gerade da kaum noch zu testen, wo Infektionen am wahrscheinlichsten sind und sich dann hinterher auf die Schulter klopfen, dass es da kaum Infektionen gibt.

      Die Infektionszahlen werden erst dann wirksam sinken, wenn man die Schulen komplett schließt. Das haben viele andere Länder schon bewiesen.

  11. Die Verantwortungslosigkeit setzt sich ungeniert fort.

    Schulen sind sichere Orte behauptet die Bildungsministerin in MV.
    https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/mv-schulen-sind-trotz-corona-krise-sichere-orte-2141471211.html?amp&__twitter_impression=true

    Internationale Studien werden ignoriert. Schulen sind keine sicheren Orte, sondern sehr unsichere Orte bei hoher Inzidenz.
    Ist das schon Fahrlässigkeit?
    Was ist los in den Kultusministerien dieser Republik?

  12. Die benutzen halt auch Textbausteine wie „Schulen sind sichere Orte“ und das Mantra „Infektionen werden in die Schule hinengetragen“…

    • @Die Elfe: Ja, zudem enthalten Äußerungen von Kultusministern ebenso wie von ihnen herausgegebene Pressemitteilungen die Worte und Wortverbindungen „Präsenzunterricht“ bzw. „Recht auf Bildung“ durchschnittlich alle 20 Worte einmal.

      Das entspricht auf 100.000 Worte gerechnet einer 5.000-Inzidenz! Somit sind Kultusministerien unzweifelhaft Hotspots des unreflektierten Glaubens an den Präsenzunterricht.

      Wirksame Gegenmaßnahmen wären spätestens bei einer 50-Inzidenz angezeigt gewesen – ich befürchte daher, es ist längst zu spät: Die verbale Pandemie ist in den Kultusministerien definitiv außer Kontrolle geraten! Da helfen weder die Plexiglasscheiben noch die Raumlüfter, die dort angeschafft wurden…

  13. Das Einzige, das die Landesregierungen über den Sommer veranlasst haben, war offensichtlich PR-Firmen zu beauftragen. In Hessen wurde ganz eindrucksvoll auf die exponentiell steigenden Fallzahlen reagiert mit : „Ab nächster Woche läuft eine plakatkampagne an!“

    • @bittedieTrumpsrausausdemSystem: Interessant wäre ja jetzt zu erfahren, was auf den Plakaten stehen soll? Ich hätte da auch schon einige Vorschläge:

      „Denken Sie an die anderen! Patientenverfügung aktualisieren – jetzt!“

      „Kinder brauchen Bildung! Hinterlassen Sie Ihr Vermögen den Kindern! Für eine bessere Zukunft! Anfragen nimmt Ihr Kultusministerium unter … entgegen.“

    • Ein Foto von so einem Plakat hat mir mein ältester Sohn, der im Rahmen seiner Ausbildung zum Lokführer kreuz und quer durch Deutschland gondeln muss, am 09.11. mit dem Kommentar „mein Gott…“ zugeschickt.

      Neben dem Foto eines jungen Mädchens mit blauer MNB im Alter zwischen 8 und 11 Jahren, die mit ihren Händen eine Herz formt, prangt der Slogan
      MASKEN AUF STATT SCHULE ZU!
      HESSEN, BLEIBT BESONNEN!
      auf dem Plakat.

      Nichts gegen das Tragen einer MNB, aber sie ist wahrlich kein Allheilmittel.

  14. Solange sich Schule davon ausheht, das Virus total aussperren zu können – und sich deshalb weigert, sich am Infektionsmanagement zu beteiligen, finde ich die meisten Beiträge hier – sagen wir: dringend ergänzungsbedürftig.
    Wenn etwas weiterfüjhrt, dann der Schulterschluss zwischen Schule, Elternschaft und Gesundheitsbehörde.
    Die allgemeinden Vorsorgekonzepte sind das EIne – und sie werden gemeinsam getragen. Aber sobald der erste Infektionsfall auftritt, gibts nur noch leicht panische, wechselseitige Lastenzuweisungen.
    Gemeinsam je betroffene Klasse die BEOBACHTUNGSWOCHE durchführen – in der Schule UND in den Elternhäusern.
    Und wer jetzt sofort wieder in Pauschalabwehr verfallen möchte – bittesehr, das Virus SarsCoVid-2 freut sich über jeden Tag des Streites unter seinen Wirtskörpern….

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