Vorbild Bayern? Auch andere Länder erwägen jetzt, Schulbetrieb einzuschränken – Merkel macht Druck auf Verschärfungen

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BERLIN. Nachdem die bayerische Staatsregierung eine Verschärfung der Corona-Regeln im Freistaat beschlossen hat – unter anderem wird Wechsel- und Distanzunterricht an den Schulen eingeführt –, mehren sich die Anzeichen, dass der Schulbetrieb auch in anderen Bundesländern eingeschränkt wird. „Wir sprechen in der Regierung darüber, was es noch für Möglichkeiten gibt. Wir werden da sicherlich im Laufe dieser Woche auch noch weitere Entscheidungen treffen“, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Man werde auch über Maßnahmen im Schul- und Kindergartenbereich sprechen müssen, unterstrich er. Der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) fordert längere Weihnachtsferien.

Ist Bayern der erste Stein? Foto: Shutterstock

Die sächsische Landesregierung will über weitere Verschärfungen der Corona-Regeln im Freistaat beraten, so kündigte Kretschmer an. Es müsse „nachgesteuert werden in den Hotspots, in den Regionen, in denen die Zahl zu hoch ist, in denen die Kontaktnachverfolgung nicht mehr möglich ist.“

Kretschmer appellierte an die Eigenverantwortung der Menschen. Die meisten Bürger hielten sich an die Regeln und nähmen sich zurück. Ein Teil lehne die Maßnahmen aber ab. So entstehe ein Infektionsgeschehen, das sehr gefährlich sei und am Ende unschuldige Menschen in Mitleidenschaft ziehe. „Die Zahlen haben sich anders entwickelt, als es notwendig ist“, betonte Kretschmer. Deshalb müsse man handeln, um die medizinische Versorgung zu sichern. Laut Kretschmer sollen die Maßnahmen für alle Bürger kalkulierbar sein und mit einem entsprechenden Vorlauf verkündet werden. Geplant sind unter laut MDR unter anderem strengere Regeln in Schulen und Kindergärten.

Beim letzten Bund-Länder-Gipfel war Merkels Vorstoß, Wechselunterricht in der Fläche einzuführen, zurückgewiesen worden

Der saarländische Regierungschef Tobias Hans forderte rasch eine zusätzliche Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU). Er plädiere „dafür, kurzfristig, am besten im Laufe der kommenden Woche, in der Runde der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin erneut zusammenzukommen, um uns mit der aktuellen Lage zu befassen“, sagte Hans dem „Spiegel“.

Im Saarland werde der Ministerrat, so Hans, an diesem Dienstag „eine kritische Bilanz über die Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen und Entwicklungen ziehen“. Dabei werde auch entschieden werden, „ob gegebenenfalls härtere Einschränkungen nötig sind und welche Erleichterungen über Weihnachten und Silvester möglich sind“, sagte er in Saarbrücken.

Die Kanzlerin stieß ins gleich Horn. Gegenwärtig werde ihr zu viel über Glühweinstände gesprochen und zu wenig über die Krankenschwestern und Pflegekräfte, sagte Merkel am Montag nach Angaben von Teilnehmern in einer Video-Sitzung der Unionsfraktion. Mit den bisherigen Maßnahmen komme man von den auf einem viel zu hohen Niveau stagnierenden Infektionszahlen nicht herunter. Das heiße, man werde den Winter nicht ohne zusätzliche Maßnahmen durchstehen können. Was wo zu tun sei, müsse noch vor Weihnachten entschieden werden.

Man dürfe nicht auf das Prinzip Hoffnung setzen, dass die seit einigen Tagen wieder steigenden Zahlen heruntergehen würden, sagte Merkel demnach. In den nächsten Tagen werde es Beratungen mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder geben. Akzeptanz würden die Maßnahmen immer dann finden, wenn Bund und Länder gemeinsam entscheiden würden. Bislang ist eine neue Ministerpräsidentenkonferenz für den 4. Januar geplant. Merkel war beim letzten Bund-Länder-Gipfel mit ihrem Vorstoß gescheitert, den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts für den Schulbetrieb zu folgen – und Wechselunterricht einzuführen.

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach fordert längere Schulferien „bis weit ins neue Jahr hinein“

Angesichts der sehr hohen Corona-Infektionszahlen fordert der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach deutschlandweit schärfere Beschränkungen und eine Schließung von Geschäften nach Weihnachten. „Wir brauchen eine neue Ministerpräsidentenkonferenz schon in der kommenden Woche“, forderte der Epidemiologe gegenüber dem Berliner „Tagesspiel“. Nötig seien „vorgezogene und längere Schulferien bis weit ins neue Jahr und ein Schließen der Geschäfte zumindest nach Weihnachten“.

Er bekräftigte seine Warnungen vor einem Silvesterfest mit Lockerungen der bisherigen Beschränkungen und sagte dem „Tagesspiegel“ mit Blick auf die geforderten Maßnahmen: „Sonst haben wir Ende Januar noch einmal zusätzliche 25.000 Tote.“

Söder: „Wir reduzieren die Anzahl der Schüler im Präsenzunterricht um ein Drittel“

In den bayerischen Schulen sind nach dem gestrigen Kabinettsbeschluss in München alle Schüler ab der achten Klasse (mit Ausnahme der Abschlussklassen) von den Neuerungen betroffen (News4teachers berichtet aktuell ausführlich über die Beschlüsse der bayerischen Staatsregierung). Sie müssen ab Mittwoch in den Wechselunterricht, in Hotspots muss gar die ganze Klasse in den Distanzunterricht wechseln. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält, nachdem in der vergangenen Woche bereits eine Verschiebung des Abiturs angekündigt worden war, auch eine Verschiebung anderer Abschlussprüfungen für möglich. Man müsse schauen, dass auf Dauer alles angepasst werde, sagte er mit Blick auf den Wechsel- und Distanzunterricht. Das gelte etwa für Schulaufgaben und Leistungsnachweise, die nachgeholt werden müssten, aber auch für den zeitlichen Ablauf von Prüfungen im kommenden Jahr.

Im Januar werde man sehen, wie das weitere Verfahren sein werde. Söder dankte den Schülerinnen und Schülern, aber auch den Lehrkräften und Schulleitungen. Sie müssten in kurzer Zeit immer wieder umorganisieren. «Aber ich bin der festen Überzeugung, dass das richtig ist. Wir reduzieren die Anzahl der Schüler im Unterricht insgesamt um ein Drittel.» News4teachers / mit Material der dpa

Philologen: Wechselunterricht nur für einige Schüler sorgt für organisatorische Probleme

 

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63 KOMMENTARE

  1. Wechselunterricht finde ich nur für höhere Klassen „einigermaßen sinnvoll“ und auch dort nicht gerade ideal. Hier haben sich ja in einigen Kommentaren schon Schüler/Studenten selbst zu Wort gemeldet und die negativen Seiten genannt.

    Unterricht in halben Klassen bedeutet in der Regel nämlich oft auch nur halb so viel Unterricht. Da fällt nicht nur ein bisschen Stoff weg, sondern quasi der Stoff eines halben Schuljahres. Das ist schon eine Hausnummer. Bei uns z.B. darf ja im Heimunterricht nichts Neues vermittelt werden, das darf nur im Präsenzunterricht geschehen. Somit ist der Heimunterricht nur eine Art „erweiterte Hausaufgaben“. Machen die dann eigentlich alle? Können die alle machen?

    Verlängerte Ferien, wie Lauterbach sie jetzt wieder fordert, sind natürlich ganz nett für Lehrer und Schüler, aber sie bedeuten defacto Schulschließungen. Dann fällt zusätzlich Unterricht aus, aber vor allem stellen sie viele Eltern vor ein immenses Betreuungsproblem. Sollen die Eltern dafür ihre Urlaubstage nehmen? Aber selbst wenn Arbeitgeber das erlauben, es fehlen dann überall Beschäftigte in Größenordnungen. Ob die Lehrer einzuspringen bereit wären, denn die sitzen ja bei verlängerten Ferien zu Hause.

    • Also ich finde keien aktuelle Verordnung, die neues im Heim-/Wechselunterricht verbietet. In Berlin bspw. galt das nicht mal im ersten Lockdown und da habe ich mein Curriculuum komplett von zuhause mit den Schülern geschafft. Die Leistungen dazu waren im Schnitt der bisherigen Leistung der Lerngruppe und anderer Jahrgänge zuvor. Zudem bin ich bei geteilten Lerngruppen effektiver, demzufolge also auch nicht ein halbes Jahr was wegfällt. Und die, die zuhause nicht können, bekommen andere Angebote (Lernräume in der Schule, vom Wechselmodel ausgenommen etc).

      Und notfalls verlängern wir halt das Schuljahr um ein halbes oder ganzes Schuljahr und drehen das in den nächsten 10 Jahren oder so langsam zurück.

      Niemand sagt, dass das Ideal ist. Darum geht es auch nciht. Es geht um Gesundheitsschutz.
      Und Ihre Fragen sind doch die Klassiker. Meine Schüler machen für mich die Aufgaben, weil sie gerne in meinen Matheunterricht kommen und da Spaß haben. Und wer zu Hause nicht lernt sind interessanterweise die selben, die auch in der Schule verweigern und zwischen ungenügend und mangelhaft stehen. Daher erhalten diese eine andere Aufmerksamkeit. Alles eine Frage der Organisation. Wenn Ihre Schüler nicht lernen, tja, dann fragen Sie sich mal was Sie ändern können, damit es klappt.

      • @teachinginberlin,

        aber gerade aus Berlin weiß ich, dass jetzt im Wechselunterricht zu Hause nichts Neues vermittelt werden soll. Das soll nur im Präsenzunterricht in der Schule geschehen.

        Vielleicht sind das ja schulinterne Verabredungen?

        • Ich wäre übrigens gegen die Idee, ein Schuljahr zu verlängern oder eins ranzuhängen oder Ferien zu kürzen und was da alles schon vorgeschlagen wurde.

        • Und gerade in NRW wurde explizit schon nach dem Sommer darauf hingewiesen, dass im DU auch neue Inhalte vermittelt und auch in anschließenden Leistungsüberprüfungen abgefragt werden können.

        • Das Wissen, was Sie bekamen, scheint mir falsch zu sein. Eine Verifizeriung würde mich freuen, konnte weder in den Briefen an die Schullleitungen noch in den AVs oder im Handlungsrahmen Schule 2020/21 o.ä. etwas zu Ihrer Behauptung finden. Eher im Gegenteil. Es werden Konzepte und Ideen vorgestellt, die genau die Vermittlung von weiteren Kompetenzen und Inhalten unterstützen soll.

          Sollte es eine solche schulinterne Verabredung geben, wäre diese sogar entgegen den Arbeitsanweisungen des Senats und somit entsprechend zurückzunehmen.

          Ich bin auch gegen eine Verlängerung der Schulzeit, finde die Idee aber bisher am sinnvollsten, wenn es stimmen sollte, dass durch den Unterrichtsausfall langwierig negative Konsequenzen für die Generation entsteht. Können Sie eventuell auch Ihre Meinung begründen und diese sachlich fundiert im Sinne der Urteilsbildung darstellen? Nur so ein „Nö, find ick doof.“ ist jetzt nicht so hilfreich für eine bereichernde Diskussion, die eine eventuelle Reversibilität meines bisherigen Urteils zulässt.

    • Hallo Oka, ich bin selber Schüler 11te Klasse und ich sähe den Wechselunterricht im Moment sehr positiv. Ich selber wohne in NRW und ich finde es ist an der Zeit das auch wir dieses System einführen.

    • Sind denn unzählige Tode besser?? Lieber mal einige Wochen ein kompletter Lockdown als das hin und her derzeit. Dann sind auch viele Eltern betroffen und können nicht arbeiten und haben dann Zeit sich um ihre Kinder zu kümmern….Es sind nun mal IHRE Kinder, auch wenn viele Eltern Kinder derzeit leider nur noch als Vorzeigeobjekt missbrauchen, frei nach dem Motto….ich habe Kinder, bin ich nicht toll…und dann muss halt mal zur Not Urlaub genommen werden.

      • Das können nur Leute schreiben, die nicht mit vier Kindern in einer Zweizimmerwohnung leben. Wir nehmen auch die Grippetoten jedes Jahr hin, auch die Verkehrstoten. Wir sind noch biologische Wesen und durch Viren angreifbar, thats it. Sterben ist traurig, gehört aber zum Leben dazu. Früher sind Menschen sogar für die Freiheit gestorben, auf die Idee käme heute offenbar keiner mehr ….

        • @Vinca

          „Früher sind Menschen sogar für die Freiheit gestorben, auf die Idee käme heute offenbar keiner mehr ….“

          Sie kommen auch nicht in letzter Konsequenz auf diese Idee – nur darum konnten Sie das posten.
          Mit anderen Worten: Was soll der Blödsinn?

      • Ich denke viele Eltern haben überhaupt kein Urlaub mehr durch den Lockdown im Frühjahr. Und viele Arbeitgeber nehmen keine Rücksicht auf die Eltern, besonders wenn kein Homeoffice möglich ist oder wenn Präsenz am Arbeitsplatz erwartet wird. Im schlimmsten Fall droht Jobverlust.
        Ich betreue 24/7 eine autistisches Kind mit geistiger Behinderung. Nur mal so zur Info. Und missbrauche meinen Sohn ganz bestimmt nicht als Vorzeigeobjekt. Das ist einfach nur Stuss. Ja und Entlastung gibt es für uns als Familie auch nicht wegen Personalmangel in der Betreuung. Das alles wegen Corona. Wir hätten gerne mal mehr Zeit als Familie, das ist hier Luxus. Und es gibt genug Eltern die arbeiten müssen. Da wird nicht nach Corona gefragt.
        Willkommen in der Realität, wir müssen mit diesem Virus leben. Ja die Fallzahlen sind der Hammer und es wäre schön, wenn wir uns alle an die AHA und Kontaktbeschränkungen halten würden. Ja es ist bitter, dass es soviele Corona-Tote gibt. Aber was ist mit den ganzen Unfalltoten, die an Krebs erkranken und sterben müssen? Das finde ich genauso schlimm.

    • Man, Oka, schreib doch einfach nur noch „Erster“ in deine Posts rein und gut ist. Alles andere können wir doch woanders schon mehrfach nachlesen von dir!

  2. Sie könnten ebenfalls einspringen. Sie haben ja – ihren vielen Kommentaren nach – offensichtlich auch eine Menge Zeit. Die könnten Sie doch der Gesellschaft wesentlich sinnvoller zur Verfügung stellen.

  3. „ Unterricht in halben Klassen bedeutet in der Regel nämlich oft auch nur halb so viel Unterricht. Da fällt nicht nur ein bisschen Stoff weg, sondern quasi der Stoff eines halben Schuljahres. “

    Falsch, denn mit einer halben Klasse kann man deutlich effektiver arbeiten, so dass man weitaus schneller vorankommt. Die Übungsphasen werden einfach in die „Homeofficewoche“ verlagert.

    „ Ob die Lehrer einzuspringen bereit wären, denn die sitzen ja bei verlängerten Ferien zu Hause.“ Genau, die Lehrer übernehmen einfach die Jobs der Eltern. Ich wollte schon immer mal Herz-OPs durchführen, LKW fahren oder im Streifenwagen herumfahren.
    Wenn man die Ferien verlängert, wäre es m.M. nach sinnvoll, die Lehrer z.B. im Gesundheitsamt einzusetzen, so wie es im Frühjahr bereits geschehen ist.

    • @UB

      Mir gefällt am besten die Idee mit dem Streifenwagen, so Marke „Die Straßen von San Francisco“. 😉
      Wie bekloppt durch die Gegend rasen, Blaulicht an und mittags immer mit diesem spektakulären Auftritt ab inne Dönerbude.

      UB, ich wäre dabei.
      🙂
      (Vorausgesetzt, dass auch für den Streifendienst die Klischeevorstellungen gelten – ebenso wir für unsere Branche …

  4. „ Unterricht in halben Klassen bedeutet in der Regel nämlich oft auch nur halb so viel Unterricht. Da fällt nicht nur ein bisschen Stoff weg, sondern quasi der Stoff eines halben Schuljahres. “

    Falsch, denn mit einer halben Klasse kann man deutlich effektiver arbeiten, so dass man weitaus schneller vorankommt. Die Übungsphasen werden einfach in die „Homeofficewoche“ verlagert.

    „ Ob die Lehrer einzuspringen bereit wären, denn die sitzen ja bei verlängerten Ferien zu Hause.“ Genau, die Lehrer übernehmen einfach die Jobs der Eltern. Ich wollte schon immer mal Herz-OPs durchführen, LKW fahren oder im Streifenwagen herumfahren.
    Wenn man die Ferien verlängert, wäre es m.M. nach sinnvoll, die Lehrer z.B. im Gesundheitsamt einzusetzen, so wie es im Frühjahr bereits geschehen ist.

  5. Nöö, NRW-Gesundheitsminister Laumann wollte den Solinger Weg nicht, weil er diesen jeder anderen vergleichbaren Stadt dann hätte zubilligen müssen. Wie schlimm aber auch … bin mal auf seine zusätzlichen Maßnahmen gespannt, mit Schulen haben die dann aber wohl eher nichts zu tun.

    • Scheinbar ist nur ein lokales Infektionsgeschehen mit einer Inzidenz > 200 überhaupt erst ein Infektionsgeschehen für Herrn Laumann, über das man dann überhaupt auch erst reden muss. Und das bitte auch nur mit „passgenauen“ Maßnahmen, da in den 4 betroffenen Kommunen das Infektionsgeschehen unterschiedlich sei. Ich bin durch mit diesen inkompetenten allwissenden Halbgöttern in NRW. Wäre er mal an der Werkbank geblieben dieser Quereinsteiger, der das Infektionsschutzgesetz bestens im Griff hat! Das hätte uns viel Kummer erspart.

  6. @oka Inzwischen dürfte in den meisten Bundesländern das Distanzlernen mit einer gewissen Obligatorik verbunden sein, in NRW darf inzwischen auch ganz normal neuer Stoff unterrichtet werden. Beim Wechselunterricht sind die SuS ja ohnehin häufig in der Präsenz. Viele KollegInnen berichten außerdem davon, dass bei halben Klassen besser und auch schneller gelernt wird, kann ich persönlich bestätigen.
    Es läuft also nicht notwendig auf halben Stoff, sondern nur auf (sicher von Klasse zu Klasse und Schulformen zu Schulformen unterschiedlich) weniger Stoff hinaus.
    Blöd ist halt, dass es, je länger man wartet, eben doch nur noch Distanz- und dann nicht mehr Wechselunterricht geben wird. Aber das schrieben ja schon unzählige andere mahnende und dennoch besonnene Personen.

  7. @Oka
    Da ist er wieder.
    Dann können wir das Geschwurbel, das übrigens genau so schon in einem anderen Bericht als Kommentar war, über 50 Kommentare zerpflücken.
    Über das Thema selbst wird dann wieder nichts geschrieben. Nur Gegenargumente und Gezeter.
    Gratuliere Oka Ziel erreicht. Die KMK ist ihnen zu Dank verpflichtet.

    • Sehr richtig, bin’s auch jetzt langsam leid. Man dringt nicht durch. Das sind eben die Leute, die auf alles nur brüllen: „Was ist mit Betreuung, was ist mit Bildung, was ist mit etwas weniger Schulstunden und Schulstoff?“ – Todesfälle, eine Wirtschaft im Würgegriff über Monate, das alles nur wegen paar blöden schulischen Inhalten, an die man einfach nicht ran gehen will. Priorität hat im Moment nicht Schule! Und die KMK ist die größte Gurkentruppe der Republik – nicht erst jetzt in der Pandemie, aber da besonders… von denen kommt doch seit Jahren kaum Sinnvolles…

      • Warum erwarten Sie, dass Sie durchdringen? Weil Sie (immer) Recht haben? Ich erwarte nicht, dass ich durchdringe. Ich sage einfach nur meine Meinung.

        • Sinnlos…. statt Wortklauberei zu betreiben… nicht nur ICH möchte mit ARGUMENTEN, eben keinen Meinungen, „durchdringen“, sondern wie Sie sicher hier lesen können, so einige versuchen es bei Ihnen vergebens, weil Sie Ihnen nicht passende Befunde schlicht ignorieren. (Mit der Begründung: „wird man wohl noch sagen dürfen / ist halt meine Meinung“)

          • Hab da mal einen netten Satz gehört, der mir ab und an tatsächlich hilft, solche „Diskussionen“ einfach sein zu lassen:

            Never wrestle with a pig. You both get dirty, but the pig likes it.

        • So viel Zeit hätte ich auch mal gerne. Angeordnet ans Kumi um die Kommentarspalten mit Geschwurbel zu füllen!? Wie viele Deputatsunden springen dabei denn raus?

  8. Auch wird es nicht auf verlängerte „Ferien“ hinauslaufen, sondern höchstens auf Voll-Distanz, in der die KollegInnen dann wieder eher mehr zu tun bekommen.
    Außerdem wird dies nicht ohne Notbetreuungsprogramme geschehen, in die dann die KollegInnen mit weniger Distanzunterrichtsarbeit eingespannt werden.
    Und natürlich findet das kein Mensch toll – gerade auch wir LehrerInnen nicht, denn wir haben die Kinder im Blick und bei den Älteren noch sowas wie Prüfungen im nächsten Jahr vor Augen und bereits erlebt, wie problematisch die Situation mit dem Distanzunterricht im Frühjahr für alle Beteiligten war.

  9. Virologe HENDRIK STREECK im Interview mit Günther Jauch

    https://www.tvnow.de/shows/2020-menschen-bilder-emotionen-11820/staffel-5/episode-1-2020-menschen-bilder-emotionen-3807941
    Kapitel 4, ab Minute: 41:00
    „Menschen, Bilder Emotionen 2020“ , Jahresrückblick von Günther Jauch im Interview mit dem Virologen Hendrik Streeck:

    Günther Jauch:
    „Wenn wir jetzt nicht ganz doll aufpassen, kann es sein, dass wir dann so Bilder wie in Norditalien bekommen? Dass man die Leute in den Krankenhäusern eben nicht mehr alle behandeln kann und dass da reihenweise die Särge rausgefahren werden?“

    Hendrik Streeck:
    „Ja im Moment kommen wir sehr gut durch die Pandemie, aber es kann natürlich auch kippen, wenn wir zu sorglos werden. Aber man sieht ja schon eine Stagnation in den Infektionszahlen und JETZT NICHT, DASS ES AUßER KONTROLLE GERÄT. Ich glaube, wenn wir weiterhin in den nächsten Monaten und Wochen aufpassen und vor allem auf aufeinander achtgeben – darum geht es ja am Ende -. Darum, dass wir nicht nur die Verantwortung für uns übernehmen, sondern auch für unsere Mitmenschen ….
    DANN HABEN WIR AUCH KEINE ÜBERLAUFENEN INTENSIVSTATIONEN.“

    Auf Nachfrage von Jauch, ob die Menschen nicht langsam ermüden und in einen Konflikt laufen, wenn sie immer das gleiche hören, ohne dass sich die Zahlen groß verändern, antwortet
    Streeck:
    „… ich würde mir wirklich wünschen, dass wir mehr den Dialog wahren – mit verschiedenen Gruppierungen -. Ich glaube, häufig resultiert das in einem Unverständnis oder Mißverständnis von so einer Pandemie und so einem Virus … und dass wir dann auch gemeinsam versuchen, das GEMEINSAM zu diskutieren und AUSZUDISKUTIEREN.“

    Da verschlägt es einem die Sprache, wenn man liest, dass das Klinikpersonal in Görlitz bereits infiziert zur Arbeit gehen muss, um die Patienten auf der Intensivstation zu versorgen.
    http://www.taz.de/Pandemie-in-Ostsachsen-um-Goerlitz/!5729187/
    Der TAZ-Artikel wurde 3 Tage vor dem Live-Interview veröffentlich!

    Welch eine Überheblichkeit, welch ein Hohn, welche Missachtung von Leid und Tod sowie der Überlastung des Klinikpersonals, spricht an dieser Stelle aus den Worten des Virologen Prof. Streeck.
    Leider werden sich noch immer Politiker finden, die sich den STREECK-SPRECH zu eigen machen und in dieser Situation weiterhin behaupten, alles halb so schlimm, Deutschland hat die Pandemie im Griff!
    So sieht auch Herr Weil im Interview des MIMA vom 07.12.2020 keine Veranlassung, die Corona-Maßnahmen für Niedersachsen – trotz Hotspots in Osnabrück, Cloppenburg und Delmenhorst – zu verschärfen.

    Die meisten KuMis werden die Sache sicher weiterhin im Präsenzunterricht aussitzen, außer (vielleicht) wenn die Intensivstationen kollabiert sind und die Bundeswehr aushelfen muss. 🙁

    • Gönnen sie es Herr Streek doch.
      Unter Mitwirkung unser Bundes- und Landesregierung und insbesondere der KMK sammelt der Mann gerade Daten zu Pandemien im größen Feldversuch an lebenden Menschen seit den NS Ärzten im 3. Reich.
      Er fand es ja auch schade, dass ein großes Konzert abgesagt wurde. Er sagte im Fernsehen, dass es eine riesige Chance gewesen wäre durch Tests vor und nach dem Konzert die Ausbreitung des Virus auf solchen Veranstaltungen mit Hygienekonzepten zu studieren.
      Mit der Menge an gesammelten Daten steht einen Karrieresprung zu einem der Weltbesten Virologen nichts mehr im Wege.
      Strenger Maßnahmen würden das unterbinden, Daten weg, Karriereknick.
      Daher die emsige „Beratungstätigkeit“ bei den Entscheidungsträgern der Regierungen von Bund und Ländern.
      Etwas Kooperation müssen wir für das Fortkommen von Herr Streek schon zeigen.
      Die Intensivstationen sind sicher, ach ne es muss ja heißen „Die Schulen sind sicher“ sorry.

      • Leider ist Herr Streeck nicht nur Teil des „Corona-Expertenteams“ in NRW, er ist auch noch „Hofvirologe“ der FDP, in NRW also von Vize-Ministerpräsident Stamp und Schulministerin Gebauer.
        Zusammen mit Herrn Laschet, der wohl bis heute nicht so genau weiß, was ein Virus ist und wie es die Gesundheit von Menschen schädigt, ein absolutes Dreamteam für den Infektionsschutz an Schulen

        • JA, Herr Laschet ….
          Da fällt mir gerade das Zitat seiner Frau in der aktuellen SPIEGEL-Ausgabe Nr. 50 vom 05.12.2020 auf S. 42 ein:

          –> Befragt zu ihrer Liebe sagte seine Frau (Frau Laschet), beide hätten halt „nichts Besseres gefunden“.

      • Vielleicht sollte man mal in das Propagandaministerium fahren und Gebauer, Streeck und Konsorten in den Allerwertesten treten, bzw. Ihnen anraten den Kopf aus dem selbigen zu nehmen und sich ein mal die Intensivstationen anzusehen. Denn die sind nämlich Voll mit Coronapatienten. Zimmer wurden zu Isolierstationen umfunktioniert, und auf Grund von Personalmangel, (die Politiker haben den Sommer über geschlafen, und nein wir haben nicht mehr Personal bekommen wie versprochen) haben einige Abteilungen auf der Intensiv zu gemacht damit die Coronapatienten versorgt werden können. Noch können wir die ZNA in gang halten, aber wehe ein kleiner Schubster bei den Infektionszahlen und wir haben Bilder wie in Italien.
        Bei den nächsten Wahlen wird sich das hoffentlich rächen, dass man diverse Politiker mit einer solchen Menschen verachtenden Gesinnung herumwerkeln lässt.

  10. Was mir in der Debatte noch fehlt ist der Aspekt, dass tatsächlich auch Lehrer*innen Knder haben, welche betreut werden müssen. Als in meiner Schule vor dem Sommer das Wechselmodell mit gedrittelten Klassen erfolgreich (!) und engagiert (!) gefahren wurde, hatte ich v i e r volle Präsenztage in der Schule Dienst plus den gesamten übrigen Distanzunterricht zu leisten, während meine jüngere Tochter z w e i Tage lang in den eingeschränkten KITA-Betrieb durfte, weil die anderen Tage von Kindern systemrelevanter Anwälte etc. schon besetzt worden waren. Nur durch massiven Abbau von Überstunden seitens meiner Frau war diese Zeit überhaupt zu schaffen, während man zudem noch teils kritisch beäugt wurde, zu viel frei zu haben. Will sagen: Ohne Abspecken des Lehrplanes, ohne Anerkennung der Tatsache, dass dieses Schuljahr kein reguläres ist und bleibt, geht es nicht. Und ohne Anerkennung der Leistung vieler Lehrer*innen im übrigen auch nicht.

    • Ja, das fehlt mir auch immer in den Diskussionen. Ich hatte das gleiche Thema. Daher bin ich organisatorisch gesehen erstmal froh, dass die unteren Klassen nicht von der Teilung betroffen sind, auch wenn mir insgesamt unwohl ist mit den vollen Klassen… Aber ich könnte nicht Präsenz- und Distanzunterricht machen und noch meine Grundschulkinder betreuen… Ich kann mich ja nicht zerteilen!

  11. Das ist doch sowieso alles nur Blabla. Wechselunterricht in Klassen >7 aber nicht in Abschlußklassen, da machen sich die Politiker doch wirklich lächerlich, das bedeutet für eine normale deutsche Schule (nicht Gymnasium), dass um die 60-90 Schüler in den Wechselunterricht müssen, und alles andere läuft wie bisher.

    Vollkommen bescheuert, was manche Leute sich da ausdenken.

    • @Heinz … korrekt, so sehe ich das auch.

      Sie reden viel und und verschleiern dabei, dass im Endeffekt nur die Klasse 8 gemeint ist.
      Denn in Klasse 9 steht der ESA-Abschluss an und in Klasse 10 dann der MSA-Abschluss.

      Was die Oberstufe betrifft, bin ich mir nicht sicher, was da als Abschlussklassen gilt. Ich vermute aber mal alles, weil ja aus beiden Jahren der Oberstufe die Noten mit ins Abi zählen. Und bei SchülerInnen die G9-Abi anstreben ist die Vorstufe und ein entsprechender Notenschnitt zwanghafte Voraussetzung für den Übergang in die eigentliche Oberstufe.

      • Bei uns ist es so, dass die 8. und 9. an den G8 Schulen und 8. und 11. an den G9- Schulen in den Wechselunterricht dürfen. Auch wenn das nur unter 30% der Schüler betrifft, sind es immerhin 15% weniger plus die Quarantäneschüler und Klassen gut 18% weniger im Haus. Das macht schon viel aus, aber immer noch zu wenig.

  12. https://www.sueddeutsche.de/bildung/schulen-duesseldorf-nrw-bleibt-bei-praesenzunterricht-trotz-bayern-vorstoss-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-201207-99-604854h
    Auch NRW will weitermachen wie bisher: Es sind ja „nur“ 0,4 LuL derzeit infiziert, dass macht bei 150000 LuL in NRW gerade mal schlappe 600 Menschlein aus oder als Inzidenz ausgedrückt 400! Bei SuS sind es sogar „nur“ 4750 Infizierte derzeit. Und die Fmilienangehörigen, die evtl. bald dazukommen?

    • In Berlin ist die Inzidenz aktuell infizierter LuL bei 970/ 100 000 … höchststand war vor 2 Wochen bei 1040/100 000. Da ist es ja in NRW gut am laufen. (Übrigens ist das mehr als das 5-fache der Bevölkerung im Vergleich)

    • Es gibt inzwischen rund 19.000 Corona-Todesopfer in Deutschland. Es ist um jeden schade. Immer stecken Schicksale und Angehörige dahinter.

      • @Oka
        Makaber Ihr Kommentar!
        Habe Sie auch so viel Empathie für Ihre Schüler?
        Bei Ihnen wahrscheinlich alles nur Nummern gemäß Schülerakte …

        Generell sollte die Verpflichtung eines jeden Erwachsenen, dem Schutzbefohlene anvertraut wurden, darin bestehen, Gefahr von diesen abzuwenden.
        Dies gilt auch in Pandemiezeiten und besteht darin, endlich die Vorgaben des RKI vom 12.10.2020 umzusetzen.

      • Ich verstehe nicht, warum alle so auf Oka eindreschen. Er/Sie hat nur die Meinung vieler Eltern widergegeben, die sich im ersten Lockdown darüber beschwert haben, ihre eigenen Kinder betreuen zu müssen. Da war die Kritik an den „überzogenen“ Maßnahmen der Politik ja sehr groß. Ausbaden durften es LehrerInnen, die nichts für den Lockdown konnten, aber natürlich Schuld an der Misere waren.

  13. Sie reden und reden und reden.
    Egal welcher Ministerpräsident, egal welcher Kultusminister.
    Bis die mal in die Pötte kommen, sind viele Menschenleben massiv und mindestens mittelfristig in Mitleidenschaft gezogen.

    Ich habe langsam echt aufgegeben zu hoffen, dass dort noch jemand wirklich zur Vernunft kommt.

  14. Halbklassenunterricht bringt vor allem den Schülern etwas, weil dann ja auch nur die Hälfte von ihnen jeweils mit Bussen und Bahnen zur Schule fährt und dort dann Sicherheitsabstände besser eingehalten werden können. Versetzter Unterrichtsbeginn geht in die gleiche Richtung und verstärkt diesen Effekt noch mehr! Es heißt ja nicht umsonst, dass Schüler und Lehrer sich vor allem außerhalb der Schule anstecken, nicht in der Schule. Damit sind proppenvolle Busse und Bahnen gemeint.

  15. Wie üblich… nur Gerede…

    Wie ich vor ein paar Tagen schonmal schrieb:

    15 Neunfizierte in einer Millionenstadt in Asien -> voller Lockdown, alle testen, dann wieder alles aufmachen, wenn man sich sicher ist, dass keiner mehr infiziert herumläuft.

    15 Neuinfizierte in einer deutschen Schule -> naja… so ganz genau weiss man die Zahl nicht, weil man das ja gar nicht testet. In jedem Fall gehen nur die bekannt Infizierten in Quarantäne, alle anderen und auch Eltern und Geschwister gehen weiter zur Schule und zur Arbeit

    Was wird wohl LANGFRISTIG für die Wirtschaft besser sein? Die aktuelle Politik, möglichst wenig zu beschränken und damit die Zahlen auf sehr hohem Niveau zu stagnieren, schadet nicht nur den Opfern, sondern auch der Wirtschaft viel mehr als ein harter, aber recht kurzer Lockdown.

  16. Der baden-württembergische Sozial- und Gesundheitsminister appellierte an die Kulutsministerin, Wechselunterricht und Homeschooling zuzulassen.
    Er kann ja mit gutem Beispiel voran gehen:

    Auch das Sozialministerium gibt bisher keine neuen Richtlinien zur Gruppentrennung in Kindertageseinrichtungen, Horten und Homeschooling in jenen Berufsschulen, die ihm unterstehen, heraus.

  17. Also echt unmöglich. Wenn man hier liest was einige Schreiber für Meinungen zu Wechselunterricht haben. Wir können froh sein dass endlich was passiert an den Schulen.

  18. Wenn nicht endlich was passiert an den Schulen , sind irgendwann keine Lehrer:innen mehr da um im Wechselunterricht zu unterrichten. Nämlich dann,wenn der große Teil selbst krank ist. Dann geht was Schulen betrifft alles den Berg runter.

  19. Das wollte ich auch mal loslassen.was hier manche schreiben ist ja nicht zu lesen,wie vinca wenn die ersten in ihrer Familie sterben ,möchte ich mal wissen ob sie genauso einen Blödsinn schreibt. Aber was erwartet man bei manchen Leuten ,sieht es an Merkel Händeklatschen und Kniebeugen. Meine Meinung sollte man denen gegen den Kopf eine Klatschen. Bin schon ein paar Jahre auf der WELT und schon einiges gesehen, aber noch nicht so unfähige Leute an der Regierung. Und Leiter sind viele Leute genau so.

  20. Liebe Vinca, das Du mit 4 Kindern in einer 2-Zimmer Wohnung lebst ist leider Dein eigenes Problem. Und Schulen sind und sollten nicht als Aufbewahrungsort gesehen werden. Natürlich sterben wir Menschen irgendwann und irgendwie, aber eine Pandemie ist nun mal da und täglich sterben hunderte Menschen. Da ist Dein Problem wohl eines der kleinsten….

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