Jetzt doch: Nordrhein-Westfalen geht mit Schulen und Kitas in den Lockdown

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DÜSSELDORF. Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp (FDP) tritt nicht zurück – obwohl er garantiert hatte, dass es mit ihm im Amt keine landesweiten Schul- und Kitaschließungen mehr geben werde. Schulen werden für den Präsenzunterricht jetzt doch den gesamten Januar über geschlossen und für die Kitas gilt: Die Kinder sollen möglichst zu Hause bleiben. Lehrerverbände betonten die Notwendigkeit, der (so VBE-Landeschef Stefan Behlau) „harten Entscheidung, die uns allen viel abverlangt“.

„Ein Stück weit relativiert“: NRW-Familienminister Stamp bei der Pressekonferenz am heutigen 6. Januar. Foto: © 2021, Land NRW

«Mit der FDP in der Regierung und in meiner Verantwortung als Familienminister wird es keine landesweite Schließung von Kitas und Schulen mehr geben», so hatte FDP-Landeschef und NRW-Familienminister Joachim Stamp im September erklärt – und eine „Bildungs- und Betreuungsgarantie“ abgegeben. Sollten die Fallzahlen im Winter wieder steigen, werde man mit lokalen Eingriffen reagieren. Zudem würden „vielversprechende technische Möglichkeiten“ geprüft, um die Verbreitung des Virus in den Einrichtungen zu erschweren.

Das sieht jetzt deutlich anders aus. Über „vielversprechende technische Möglichkeiten“ (gemeint waren offenbar mobile Luftfilter) verfügen nur einige wenige Klassenräume, und zwar dort, wo sich einzelne Schulträger – wie etwa die Stadt Münster – darum besonders gekümmert haben. Und landesweite Schließungen von Kitas und Schulen gibt es jetzt doch, aus Sicht der Eltern jedenfalls.

«Dieser Kampf um Präsenzuntericht war richtig, ich führe ihn auch weiter»

Die 2,5 Millionen Schüler im Land sollen ab Montag komplett zu Hause unterrichtet werden. Zugleich bieten die mehr als 10.000 Kitas ab Montag nur noch eine eingeschränkte Betreuung mit weniger Stunden an – wenn möglich, sollen Eltern ihre Kinder ganz zu Hause lassen. Die Maßnahmen gelten zunächst bis Ende Januar, kündigten Stamp und Schulministerin Yvonne Gebauer (auch FDP) am Mittwoch nach einer Sitzung des Landeskabinetts an. Für den Bildungsteil müsse er seine Garantie «ein Stück weit» relativieren. Aber niemand habe sich in dieser Pandemie bisher nicht korrigieren müssen, ob Politik oder Wissenschaft, so meinte der FDP-Landesvorsitzende. Rücktritt ist offenbar für ihn kein Thema.

Stamp verwies lieber auf das in England aufgetauchte mutierte Virus, von dem auch die Wissenschaft noch nicht wisse, welch ein «Brandbeschleuniger» es sein könne. «Wir haben kein Drehbuch, was die Pandemie angeht. Es gibt immer wieder Einschläge, mit denen wir nicht gerechnet haben.» Auch Gebauer relativierte ihr bisheriges Festhalten am Präsenzunterricht. «Dieser Kampf war richtig, ich führe ihn auch weiter», sagte sie. «Kinder und Jugendliche leiden am meisten unter dieser Pandemie.» Bei Lockerungen sei klar, dass die Schulen «von Anfang an dabei sind». Derzeit aber müssten auch die Schulen ihren Beitrag zu Kontaktreduzierungen leisten.

GEW: „Es ist noch zu klären, was die weitere Perspektive des Schuljahres betrifft“

„Das ist vernünftig und der derzeitigen nicht kalkulierbaren Infektionslage geschuldet. Alles andere wäre auch mit der Verlängerung des allgemeinen Lockdowns nicht in Einklang zu bringen. Sicherlich sind eine Reihe von Fragen noch zu klären, welche konkreten Ausnahmeregelungen gelten sollen und was die weitere Perspektive des Schuljahres, sowie die Halbjahres- und Abschlusszeugnisse betrifft“, erklärte heute GEW-Landesvorsitzende Maike Finnern.

Die SPD-Opposition forderte den Verzicht auf Halbjahreszeugnisse für die Sekundarstufe 1 und auf Nicht-Versetzungen wie im vergangenen Halbjahr. Gebauer sagte zu, dass das Ministerium die Lage prüfe. Keinem Schüler solle durch die Pandemie ein Nachteil entstehen.

Die Maßnahmen in NRW im Einzelnen:

SCHULEN: Alle Schüler in NRW gehen nach den Weihnachtsferien ab kommenden Montag in den Distanzunterricht. Der Präsenzunterricht in den Klassenräumen wird bis zum 31. Januar ausgesetzt – auch für Abschlussklassen. Wenn eine Schule mehr Vorbereitungszeit braucht, kann das Homeschooling dort auch erst am 13. Januar beginnen. Alle Schulen bieten eine Betreuung für Schüler der Klassen 1 bis 6 an, wenn dies etwa aus Gründen der Kindeswohlgefährdung erforderlich ist. Es finde dort aber kein regulärer Unterricht statt, sagte Gebauer. Mit dem kompletten Verzicht auf Präsenzunterricht verschärft die Landesregierung ihre Maßnahmen von Dezember, als Eltern unterer Klassen noch die Wahl hatten, ob ihre Kinder in der Schule oder von zu Hause aus am Unterricht teilnehmen sollten.

PRÜFUNGEN: Bis Ende Januar, wenn auch das Halbjahr endet, sollen an den Schulen laut Gebauer grundsätzlich keine Klassenarbeiten geschrieben werden. Ausnahmen gebe es lediglich für Abschlussjahrgänge an Gymnasien und Berufskollegs. In Einzelfällen könnten auch noch für das Halbjahr zwingend notwendige Klassenarbeiten geschrieben werden. Die Abiturprüfungen und Abschlussprüfungen der Klasse 10 seien für 2021 bereits um neun Unterrichtstage nach hinten verschoben worden. Der Aufgabenpool werde erweitert.

FERIEN: Gebauer empfahl den Schulen, auf die Karnevalsferien zu verzichten. Viele Schulen nutzten die vier beweglichen Ferientage in der Regel dafür, den Kindern in den Tagen um Rosenmontag frei zu geben. Da Karneval wegen der Pandemie dieses Jahr ausfalle, könnten die Tage dafür genutzt werden, Unterrichtsinhalte nachzuarbeiten.

KITAS: In den Kindertagesstätten wird der maximale Betreuungsumfang für jedes Kind um 10 Stunden pro Woche reduziert. Gruppen sollen strikt voneinander getrennt werden. Zugleich appellierte Stamp, die Kinder möglichst zuhause zu betreuen. Mit den von Bund und Ländern vereinbarten zusätzlichen Kinderkrankentagen soll eine Betreuung laut Stamp bis Ende Januar ermöglicht werden, ohne dass die Eltern «parallel am Laptop mit dem Kind auf dem Schoß» arbeiten müssten.

TESTS: Lehrkräfte und Kita-Beschäftigte können sich weiter anlasslos und kostenfrei auf Corona testen lassen. Bis zu den Osterferien sei dies bis zu sechs Mal möglich, sagte Stamp.

GEBÜHREN: Stamp will sich für eine Aussetzung der Kita-Gebühren während des Lockdowns stark machen. Dazu würden Gespräche mit den kommunalen Spitzenverbänden und dem Finanzminister geführt. Die SPD forderte, die Gebühren für Kitas und den Offenen Ganztag (OGS) für Dezember und Januar auszusetzen. News4teachers / mit Material der dpa

Von wegen Corona-Strategie: Gipfel-Beschluss löst Chaos um den Kita- und Schulbetrieb aus – jedes Bundesland macht jetzt, was es will

 

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66 KOMMENTARE

  1. Ein sehr sinnvoller und durchdachter Plan! Gebauer hat bewiesen, dass sie aus ihren bisherigen Fehlern gelernt hat. Statt Beschluss am Wochenende vorher schon Mitte der Woche, zusätzlich zwei Organisationstage. Auch dass sie die Leistungen der Lehrkräfte betont, empfinde ich als positiv (Lorz oder Eisenmann sind da ganz anders drauf). Außerdem wirkte ihr Presseauftritt insgesamt erstaunlich souverän.
    Der SPD-Vorschlag ist ja niedlich. Man merkt, dass die SPD inhaltlich nach dem nun weitestgehend mit Zufriedenheit und Erleichterung aufgenommenen Beschluss der Schulministerin keine ernsthafte Kritikmöglichkeit verzichtet. Der Vorschlag des Verzichts auf Halbjahreszeugnisse, obwohl die Noten jetzt bereits ehe großteils feststehen, wirkt absurd.
    Mal schauen, wie es Ende Januar weitergeht, aber die Januarregelung in NRW scheint mir gelungener als in vielen anderen BL.

    • Das unterschreibe ich auch. Da ich in der Vergangenheit nicht mit Kritik an Fr. Gebauer und der NRW Landesregierung gespart habe, möchte ich in diesem Fall auch im Gegenzug gerne ein Lob aussprechen.
      Es wird ja häufig behauptet hier bei N4T fände ausschließlich Kultusminister-Bashing statt. Ich glaube dem ist nicht so. Wenn sinnvoll und nachvollziehbar gehandelt wird, wird das auch anerkannt (auch wenn ich aus den Erfahrungen der letzten Monate „leichte“ Bedenken habe, wie lange das anhält).

      Im Vergleich mit anderen Bundesländern sind die NRW-Maßnahmen zum Schulbetrieb schärfer und damit angemessener, was ich ehrlicherweise nicht erwartet hätte. Gerade eben habe ich noch ein Interview mit Hr. Weil aus Niedersachsen gesehen. Bei dessen Aussagen zur Rolle von Schule und der Einschränkung von Schulbetrieb wird mir schlecht – völlig vermessen.

      Also, Fr. Gebauer, Danke in diesem Fall für das umsichtige und konsequente Handeln!

      Aber auch ein Tipp für die weiteren Entscheidungen:

      Wie Christian Drosten im Podcast gestern treffend festgestellt hat: „Man muss da einfach vorwärtsdenken. Man muss unbedingt aufhören jetzt zu sagen: Die Wissenschaft sagt aber, das kommt in Schulen nicht vor. Das sagt die Wissenschaft schon lange nicht mehr. Das sagen manche Einzelwissenschaftler, die man sich vielleicht herbeizitiert, weil sie auch die Tendenz haben, so etwas zu sagen. Aber insgesamt international, europäisch und auch
      in Deutschland sagt die Wissenschaft das eigentlich schon nicht mehr. Jetzt muss man eben weiterdenken.“

      • Ehrlicherweise fiel aber auch der berühmte Satz, Schulen wären keine Pandemietreiber… Trotzdem auch von mir ein dickes Lob für diese Entscheidung. Hätte ich nie so erwartet, bin aber dankbar, dass ich damit nicht ab Montag täglich um die 100 Kontakte habe.

      • Ich war auch erstaunt über Gebauer und sie zeigt sich wie Prien lernfähig. Auch Piazolo macht es richtig. Man muss auch mal loben 🙂

    • Stamp nennt Erzieher „Helden“, Frau Gebauer liest Text vom Manuskript ab. Das Ergebnis ist gut, aber mit Sicherheit nicht von ihr. Ihre Mimik spricht Bände! Und von einer Anerkennung der Leistungen der Lehrer ist sie kilometerweit entfernt!!!

      • Zumindest hat sie öffentlich zugegeben, dass gleichzeitiger Präsenz-und Distanzunterricht eine extrem hohe Arbeitsbelastung ist. Ich bin mal gespannt auf die Notbetreuungsregelung in unserer Schule, die sollen ja keine Lehrer übernehmen. Dafür muss die Stadt mitspielen und die OGS-Mitarbeiter in den Vormittag schicken (und dafür bezahlen), ansonsten blieben dafür die Sekretärin und der Hausmeister.

        • Alex – Kann mir jemand mal erläutern, warum „Notbetrieb = Betreuung“ sein soll? Um LuL vor Infektion zu schützen, dafür aber das Risiko für die Mitarbeitenden in der Betreuung drastisch zu erhöhen (Dauer)? Und zudem einen Teil der SuS von Bildung aus zu schließen?
          Die Parallel-Kooperation zwischen beiden erscheint naheliegend – und möglich, mit den wenigen anwesenden SuS. Macht das jemand? Und wenn ja, wie?

    • Ich glaube nicht, dass wir es Frau Gebauers Erkenntnisdazugewinn zu verdanken haben, dass die neuen Anordnungen dieses Mal nicht erst zum Wochenendbeginn kamen. Vermutlich liegt es nur daran, dass die MPK an einem Dienstag war und die KMK sich daher schon Montags treffen musste.

      • Na ist doch gut, dass ihr Kabinettschef als vermuteter Nachfahre von Karl dem Großen Ambitionen auf den Parteivorsitz seiner Partei und die Kanzlerschaft angemeldet hat. Hätte er seinen Vizekabinettschef und die Schulministerin, die der kleinere Koaltionspartner stellt, trotz deren Ankündigungen von vor Weihnachten, Schulen und Kitas nach dem 10.01.2021 in jedem Fall wieder zu öffnen, nicht zu Räson bringen können, wären die Chancen des Sauerländers vermutlich noch weiter durch die Decke gegangen. Es tobt nämlich der alte Machtkampf der beiden ehemaligen Landesgruppen in der NRW-CDU – also Westfalen contra Rheinland. Und da die Rheinländer idiotischerweise zwei Protagonisten ins Feld führen, ist der Westfale automatisch in der Pole-Position.
        Mit Vernunft hat die Schulschließung also weniger zu tun als mit Parteiarithmetik. Der Grund ist aber letztendlich egal, man kann eben auch aus den falchen Gründen das Richtige tun.

        • Feiner Schachzug. Damit lassen Laschet und Co. einige MP’s und KM’s alt aussehen. Zum Beispiel Hern Tonne, der gerades das S. seiner Partei neu belebt-Nähe in Distanz- und so… Und wer nach Bremen guckt wird sich fassungslos schnell weg drehen. Auch so ne Tante mit dem S. Und dann haben wir ja noch bei uns im Norden den unsäglichen „Pechvogel“ Rabe. Hat wohl jemand geschnallt, dass bald Wahl ist und gerade Lehrkräfte motivierte Wähler sind.

        • „Der Grund ist aber letztendlich egal, man kann eben auch aus den falchen Gründen das Richtige tun.“

          In diesem Punkt kann ich ohne Abstriche zustimmen.

          Freuen wir uns so lange es geht, denn wenn es an die Umsetzung im Schulalltag geht, kann das nämlich schnell vorbeit sein:
          – Ende Januar werden die Karten wieder neu gemischt. (Wie gut können Hütchenspieler mit Karten umgehen?)
          – Wie viele SuS müssen (wirklich?) in den Schulen vor Ort betreut werden?
          – Wie viele SuS werden dort tatsächlich auftauchen?
          – Wer kann dann seine bis dato gesunden „Knochen hinhalten“? – Inklusionshelfer, …?
          – Und Kitas sind immer noch sicher ???

          Also ist im Hinblick auf das eigentliche Ziel (… ist es das wirklich?), nämlich die Zahl der Infektionen extrem zu senken, jetzt wirklich alles getan?
          Wird das jetzt jeder verstehen?
          Oder werden Maßnahmen im Alltag weiter unterlaufen?

          Ich habe zuvor diesen Artikel gelesen:
          https://www.news4teachers.de/2021/01/bremer-bildungssenatorin-bogedan-spd-unterlaeuft-die-gipfelbeschluesse-sie-empfiehlt-eltern-ihre-kinder-in-die-schule-zu-schicken/

          „Isch glaub‘ et disch!“

          Und „souverän“ sah Yvonne gestern gar nicht aus … Wie sollte Sie auch, bei einer derartigen „Handbremswende“? (Die Idee soll von ihr selbst stammen und auf Einsicht beruhen? – Abwarten, s.o.)

          Aber wie eingangs und zuvor von @dickebank gesagt:
          „Der Grund ist aber letztendlich egal, man kann eben auch aus den falchen Gründen das Richtige tun.“

    • Ein Vergleich: Ein Feuerwehrmann begutachtet ein Haus und missachtet sämtliche Vorschriften des Brandschutzes, beschwichtigt die Hausbewohner, dass man keine Rauchmelder braucht und auch sonstige Vorschriften missachtet werden können, es ist alles sicher. Als das Feuer entfacht, verwendet er Brandbeschleuniger, um das Feuer zu löschen. Als dann endlich alle Hausbewohner und auch andere Feuerwehrleute auf ihn einreden, dass das so nicht geht, fängt er an den Brand mit einem Feuerlöscher zu löschen. Alle sind begeistert von seinem grandiosem Einsatz und dass er endlich aus seinen Fehlern gelernt hat. Ein toller Feuerwehrmann, oder?

      Mag sein, dass der Vergleich etwas hinkt. Aber die Kultusminister*innen haben weiterhin zu verantworten, dass es überhaupt soweit gekommen ist. Effektiver Distanzunterricht ist weiterhin nicht überall und bei jedem möglich. Sicherer Präsenzunterricht durch vorhandene technische Lösungen wurden nicht in Erwägung gezogen. Ein Lob kann ich deswegen nicht aussprechen. In der jetzigen Lage bleibt aber natürlich nichts anderes mehr übrig, insofern macht sie aufgrund ihrer Untaten das (leider) einzig richtige.

  2. Gebauer: „Kinder und Jugendliche leiden am meisten unter dieser Pandemie“. Diese Aussage ist Hohn für alle alten Menschen, die aus Todesangst alleine zu Hause sitzen, für alle Risikopatienten, die um ihr Leben fürchten, für alle Krankenschwestern, Pfleger , Intensivmediziner, die sich den Arsch aufreissen. Kinder müssen nicht LEIDEN, nur weil sie von zu Hause aus unterrichtet werden und nicht mehr soviel Freunde treffen dürfen. Sie hungern nicht, sie haben ihre Familie um sich, sie haben ein Dach über dem Kopf. Im Jemen verhungern Kinder, dort herrscht LEID. Nur weil unsere verhätschelten Wohlstandszöglinge mal ein Jahr weniger Bildung kredenzt bekommen, geht die Welt nicht unter. Einfach ein Schuljahr dranhängen. Die ganze Bildungsdiskussion mit psychischen Wohlstandskrankheiten etc .kotzt echt an

      • Nur das der Stamp Familienminister ist. Somit ist er für die Alten und die Jungen zuständig. Von der seite ist der Einwand von @Maria durchaus berechtigt.

        Im übrigen muss man keine Kinder haben, um selbst Kind zu sein, dass sich um seine Altvorderen sorgt.

      • Gerade weil ich Mutter und Lehrerin bin und den Kindern zuhöre und mit ihnen rede, weiß ich dass die meisten nicht leiden. „Leidend“ sind die Eltern, weil sie sich endlich mal mit ihrem Nachwuchs abgeben müssen, anstatt den Erziehungsauftrag an andere abzuschieben. Genau deswegen waren die Schulen doch solange offen.

        • Ich hoffe, Sie müssen in Ihrer Schule die Notbetreuung leisten und Ihre Kinder sind noch unter 12 Jahre alt! Arbeitnehmer haben im Durchschnitt weniger als 30 Tage Urlaub, wie sollen Sie Ihre Kinder unter 12 Jahre betreuen? Alleine die Ferien sind nicht ohne Großeltern zu stemmen. Die Großeltern die zur Risikogruppe gehören. Hören Sie auf zu jammern und gehen Sie arbeiten! Unterhalten Sie sich mal mit Eltern die nicht unseren Beamtenstatus haben oder im öffentlichen Dienst stehen. Die Eltern haben Existenzängste. Die 10 Tage zusätzlich Kinderkrankgeld ist ein Hohn, da die Mütter und Väter Angst um Ihren Job haben. Des weiteren ist es ein Aufruf der Politik zum Betrug. Wie will man sich auf ein gesundes Kind krankschreiben lassen? Ein befreundeter Arzt, wird die Bescheinigung nicht ausstellen, da es Beihilfe zum Betrug ist. Wir motivierten Lehrer vermissen die Schüler und Schule!

          • Müssen immer beide Elternteile in die Arbeit, wenn die Kinder noch so klein sind? In vielen Familien ist Geld für 5mal Urlaub im Jahr da, aber keiner erbarmt sich der Kinderbetreuung. Das muss nicht immer die Frau sein, man kann sich abwechseln. Es ist nur eine kurze Zeit bis die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, dann kannst du ja malochen bis zur Rente, aber diese kurze Zeit, die ich als Geschenk empfand, nimmt sich keiner mehr

    • Ich hab 3 Kinder und sehe das genau so.
      Kinder leiden vor allem deshalb, weil die ganze Welt sich schützt, Trennwände aufbaut und Masken trägt und sie nicht verstehen können, warum das für sie in der Schule nicht gelten soll.
      Sie haben angst, dass Papa oder Mama sich dann bei ihnen anstecken und eventuell schwer krank werden oder sterben. Das ist hart für die Kinderseele.
      Natürlich ist es doof kaum die Freunde zu treffen, aber wenn man mehrere Kinder hat, dann spielen die eben miteinander. Das seit einem Jahr nichts für die Schuleng gatan wurde außer Fensterlüftung ist eine Schande für die ganze Politik. Die Politik hat die Kinder ganz vergessen. Die Argumente die bisher für Schuöffnungen geliefert werden sind scheinheilig.
      Und ein ganz wichtiger Punkt: Nur weil es Kinder aus „Problemfamilien“ gibt für die es besser ist wenn die Schulen offen sind, kann doch nicht deren Wohlergehen vor die Gesundheit aller gestellt werden.

      • Ganz schön kalte Worte einen Lehrerin und Mutter. Wir leben vielleicht nicht im Jemen, doch es heißt nicht umsonst Kinder brauchen Kinder. Wer richtig die Kinder beobachtet, merkt, dass sie nicht so glücklich und ausgelastet wie sonst sind. Meine Tochter kann ihre Uroma, an der sie sehr hängt, seit einem Jahr nicht sehen und versteht nicht warum…

        • Mir fällt auf, dass die Kinder insgesamt nicht mehr so glücklich sind, wie z.b. in den 80ern , 90ern. Da waren nachmittags Scharen von Kindern auf der Straße zum Spielen. Heutzutage, auch schon vor Corona, gähnende Leere, kein freies Spiel mehr, höchstens im Verein von Erwachsenen betreut. Die Kinder sitzen beim Ergotherapeuten, Logopäden, bei der Nachhilfe, dass sie ja aufs Gymnasium gehen können oder einsam vor der Playstation. Warum hatten wir den schon vor Corona soviel psychisch erkrankte Schüler: Adhs, burn-out, etc. Bei mir schluckt jeder zweite Schüler Globuli wegen diversen Krankheiten. Sehn so glückliche Kinder aus?Vielleicht haben sie jetzt mal wieder Zeit für freies Spiel.

          • @Maria:
            Ich nehme es genau so wahr wie Sie!
            (Habe selber einen Sohn und eine 90jährige Mutter).

            Vor der Pandemie hatten die Erstklässler an „meiner“ Schule Unterricht bis 12, die Ganztagskinder hiervon danach Mittagessen, HA-Betreuung und anschließend 3(!) verpflichtende AGen. Viele berichteten, dass sie danach noch Schwimmsport u. Musikschulunterricht hätten o.ä…teilweise ein 10-Stunden-Programm mehrmals pro Woche.
            Wäre dies in meiner Kindheit so gewesen: Ich hätte sehr gelitten!!!

    • Liebe Maria, Chapeau!!!! Absolut richtig…dieses Geschwätz von Fr. Gebauer verweist ihre innere Grundhaltung in den düstersten Keller der moralischen Grundfesten unseres Gemeinwesens.

    • Meine Kinder leiden auch nicht. Und großartig Bildung haben sie auch nicht verpasst. Sie hatten bis kurz vor Weihnachten „regulär“ Unterricht. Sie waren nicht auf Klassenfahrt, haben keine Schulausflüge gemacht, hatten keine Berufsfindungstage. Sie hatten bisher noch nie so viel Unterricht wie letztes Halbjahr. Ich unterrichte am.beruflichen Gymnasium und war im Dezember mit meinem verbindlichen Themen durch, denn meine Schüler waren nicht auf Klassenfahrt, hatte keine Schulausflüge, keine Projektwochen, es gab keinen Tag der offenen Tür, es müsste kein Tag der offenen Tür vorbereitet werden…………

    • @Maria: Sie vergleichen die Situation von Kindern im Jemen mit den Kindern in Deutschland. Dann sollten Sie aber auch die Ängste und das Leiden der alten Menschen in Deutschland mit den alten Menschen im Jemen vergleichen. Aus Sicht der alten Menschen im Jemen müssen auch die Ängste der alten Menschen in Deutschland lächerlich erscheinen.

      • @derdip. Ich glaube, man muss hier differenzieren zwischen psychischem und physischem Leid. Mein Bruder ist Entwicklungshelfer. Die Menschen im Jemen leben in Großfamilie. Einsamkeit im Alter oder einsame Kinder gibt es kaum, dafür fehlt es an Grundbedürfnissen. Hunger tut weh.Meiner Meinung nach wird diese Coronasache so aufgebauscht, weil tatsächlich mal die wohlhabenden Industrieländer betroffen sind, man sich mal einschränken muss, kein Urlaub, keine Partys wie üblich. Über diese Einschränkungen können die Menschen in Entwicklungsländern nur lachen. An Malaria sterben dort Menschen jährlich wie die Fliegen. Wen kümmert?

        • @ Maria: Ja, verglichen mit dem Jemen mag das ja stimmen, allerdings kann das doch nicht der Maßstab sein, an dem wir uns messen wollen. Maßstab sollten die Länder sein, die die besten Lebens- und Lernbedingungen für Kinder weltweit bieten. Wir vergleichen ja auch nicht die Lebensbedingungen von Lehrern in D mit denen im Jemen.

          • Müssen immer beide Elternteile in die Arbeit, wenn die Kinder noch so klein sind? In vielen Familien ist Geld für 5mal Urlaub im Jahr da, aber keiner erbarmt sich der Kinderbetreuung. Das muss nicht immer die Frau sein, man kann sich abwechseln. Es ist nur eine kurze Zeit bis die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, dann kannst du ja malochen bis zur Rente, aber diese kurze Zeit, die ich als Geschenk empfand, nimmt sich keiner mehr

    • @Maria: noch eine Ergänzung: Ob jemand leidet oder nicht kann nicht von anderen definiert werden. Das kann nur jeder für sich entscheiden, woran und weshalb man leidet. Die einen leiden an der Angst zu erkranken, während die anderen den den Folgen der Maßnahmen leiden. Dabei kann es sich um dieselbe Personengruppe handeln.

      • @DerDip

        „Ob jemand leidet oder nicht kann nicht von anderen definiert werden.“

        Klingelingeling, klingelingeling, hier kommt … der Durchblick:
        Na eben drum.
        Dann kann auch „unsere“ Yvonne genau das nicht.
        (Ebenso können die anderen Checker aus Kultus- und Schulministerien genau das nicht.)

        Dennoch ersparen wir uns da jetzt eine weitere groß angelegte Langzeitstudie, man verwendet die nächsten Monate lieber sinnvoller.

    • Ich sag den Kindern gleich bescheid das sie keinen Grund haben sich schlecht zu fühlen, ist notiert…
      Nebenbei erkläre ich Ihnen auch diese ominösen Verhaltensweisen wieder einzustellen, die deutlich machen das es sie mit der Situation nicht klar kommen das mal eben seit 4 Wochen nix mehr gibt und das wohl auch für die nächsten Wochen bis Monate so bleibt… stellt Euch nicht so an, was sind schon Sozialkontakte, die stehen nur „alten Menschen“ zu ihr braucht die nicht, Euch hat das nicht zu fehlen, Alltag auch nicht…
      Notiz für mich, die Kinder nicht ernst nehmen, das bilde ich mir nur ein das sie gerade sehr offensichtlich unter der Situation leiden! Ich hab ja nur keine Lust mich um sie zu kümmern…

      • @svebel Kinder übernehmen viel von ihren Eltern
        Wenn Sie aus dem ganzen so ein Drama machen , empfinden es die Kinder auch so. Meine Kinder freuen sich, dass ihr Vater, der sonst im Ausland ist, einfach da ist und dass es mal selbstgekochtes Essen gibt. Wir freuen uns über jeden Tag, an dem wir gesund sind und versuchen das Beste draus zu machen. Alles andere ist „schöner wohnen“

  3. … kaum zu glauben, aber offenbar wahr, wenn es auf der Seite des Minsteriums steht…

    Meine Erleichterung ist groß und ich bin wirklich positiv überrascht… auch wenn es wieder auf Distanz mit vielen Schülern sehr schwierig werden wird.
    Leider sind auch immer noch keine Endgeräte für die Schüler da, die keine haben. Also doch wieder Arbeitsblätter…
    Leider kamen nicht rechtzeitig Maßnahmen, die hätten verhindern können, dass es so weit kommen muss.

    Und lasst uns nicht vergessen:
    Präventive Maßnahmen fehlen immer noch. Luftfilteranlagen wird es auch in drei Wochen nicht geben, Abstand muss für die Zeit danach erst noch beschlossen werden, das Essen in Mensen wird weiter ohne Masken stattfinden müssen, warmes Wasser ist bis dahin sicher nicht in die Klassen verlegt usw.

    Oder plant man jetzt wirklich? Ich würde es gerne glauben!
    Kleine, feste Gruppen mit Abstand, Luftreinigung, Pausen umorganisieren und Ganztag aussetzen…
    DAS alles wird bei einer evtl. Rückkehr der Schüler in die Schulen auch im Febraur, im März und noch viel länger notwendig sein. Bis die Kinder mal geimpft sind…

    • @kdnws – und wie soll das konkret gehen mit den „festen Gruppen mit Abstand“, die doch wohl Unterrichtsgruppen sein sollen? Wie unterrichten LuL die vielen Gruppen? Wer sorgt für ihre Begleitung/Aufsicht, wenn die Mitarbeitenden des GT weg sind?
      Und was passiert mit einer Gruppe im Infektionsfall – alle SuS in Isolation?

      Die Idee, die GT-Mitarbeitenden im „Notbetrieb“ auch vormittags einzusetzen, ist echt weiterführend, aber nur in Kooperation mit LuL.
      Bitte mal auf Facebook die Seite „SCHULE kanns“ aufsuchen – Ihre Einschätzung würde mich sehr interessieren…

      • Eben, geht nicht mit dem bisherigen Anspruch an Schule – weil zu wenig Lehrer da sind oder die Kinder eben nicht jeden Tag da sein könnten…
        Wenn Rückkehr in die Schulen, dann müsste es dann anders laufen.
        Abstand und Luftreinigung müssen her, damit Infektionen vermieden werden können.
        Ohne das kann man m.E. die Schulen nicht wieder aufmachen.

        Ich fürchte nur, beides wird es nicht geben.
        Sobald die Zahlen „besser“ sind, werden unsere Chefs uns wieder im alten Setting in die Schule schicken und einen neuen Anstieg der Zahlen riskieren.

        Oder glaubt noch jemand, dass die drei Wochen jetzt genutzt werden, um Luftfilteranlagen anzuschaffen?
        Glaubt jemand, dass wir dann die KLassen halbieren dürfen, die Stundenzahl zu reduzieren, um jeden Schüler wenigstens in Kernfächern unterrichten zu können?
        Ich würde es gerne glauben…

        Wir brauchen m.E, noch lange kleine, feste Gruppen und deshalb in logischer Folge einen reduzierten Stundenplan, da man leider keine Lehrer backen kann.
        Wir werden so lange auf unser „normales“ (fraglich, ob weiterhin erstrebenswertes) Bild von Schule verzichten müssen, bis wirklich keine Ansteckungsgefahr mehr besteht oder alle geimpft sind.

        Im Grunde haben wir doch jetzt nur diese Wahl – ach nein, ich verbessere mich: wir Lehrer haben die Wahl nicht, was wir zu tun haben, geben die KM vor so wie sie meinen, bei der nächsten Wahl am besten dazustehen und wie sie meinen der Mehrheit der Eltern zu dienen. Also damit hat eigentlich die Elternschaft oder auch die gesamte Gesellschaft die Wahl, ob wir Kinder zu Hause, Kinder in den Schulen mit Infektionsgefahr oder Kinder in den Schulen mit minimmierter Infektionsgefahr haben…
        Also, die Gesellschaft muss sich dieser Wahl stellen:
        Nach der Zeit der kompletten Schließung geht es weiter wie bisher mit allen Risiken und Nebenwirkungen – oder man schafft Schutzmaßnahmen und lässt uns Lehrer für die Kinder das Beste draus machen, erlaubt Wechselunterricht/Schichtunterricht oder wie immer das am besten vor Ort organisierbar ist und stellt sicher, dass wir den Kontakt zu den Schülern halten und ihnen die unter diesen Umständen bestmögliche Bildung mitgeben können.

        Ich wünschte mir einfach, dass man uns Lehrern vertrauen und uns endlich machen lassen würde, was wir können – und zwar ohne uns weiterhin unangemessen und ungeschützt einer Infektionsgefahr auszusetzen und ohne uns weiterhin in den persönlichen Zusammenbruch oder die Resignation zu treiben.
        Ohne ein Minimum an Schutz geht es aber nicht. Also: halbierte Klassen, dadurch Abstand, Stunden auf Kernzeiten runter, damit es zu schaffen ist – der Rest sind wohl nur Tagträume… Luftfilter… Wärme im Klassenraum…

  4. Christian Lindner hat heute in der Stuttgarter Staatsoper eine schöne Rede beim traditionellen Dreikönigstreffen gehalten.

    Mir viel dazu allerdings auch der alte Slogan wieder ein: Digital first, Bedenken second.

    Gebauer hat aber Städten als erstes den Digitalunterricht verboten. Bedenken first. Obwohl ihr Handeln wenig mit Denken zu tun hat.

    Diese Frau ist Balast für die FDP.

  5. Ich freue mich sehr für die Lehrer, dass sie erstmal aufatmen und fürs erste in “Ruhe „gelassen werden. Leider gehen wir Erzieher in NRW leer aus, mit anderen Worten es bleibt, wie es ist! Keine komplette Schließung wie im Frühjahr, um die Eltern, die nicht in einem systemrelevanten Beruf arbeiten,zu verärgern!
    Unfassbar! Wir haben nun mal keine Lobby, und auf eigene Faust Reform zu betreiben fällt aus Lethargie unserer Berufsgruppe leider aus, mit dem Wissen dass wir kein “hinter“ uns haben!!

    • Mal eine Frage: unterscheidet sich die Arbeit in der Notbetreuung in Kindergärten & Co. eigentlich von der sonst üblichen Arbeit und falls ja, worin? Einfach nur mal um das besser einschätzen zu können, wenn von Notbetreuung die Rede ist.

    • Ellen – die „Lethargie der Berufsgruppe“ ist eine schrecklich deprimierende Sache – aber schon Ihr Betrag hier zeigt, dass es die „Willigen“ gibt.
      Ich war in meiner Aktivzeit KitaManager für ganz Westfalen-Lippe, also u.a. Lobbyist in Düsseldorf beim Fachministerium. Und zusammen mit dem Kollegen im Rheinland haben wir an einem Tag den Innenstadtverkehr in D’dorf lahmgelegt – mit 12.000 Päd.Mitarb.+Eltern aus ganz NRW. Für die Finanzierung eines erweiterten Stellenplanes – damals die feste Zweitkraft je Gruppe. Es hat funktioniert, aber auch Konsequenzen gehabt – für uns beide… seis drum, es war es wert.
      Und heute? Es sind andere Zeiten und Verhältnisse, aber keinesfalls völlig andere.

      Und einen Vorteil haben die Kitas gegenüber den Schulen: die Zentralsteuerung von Landesebene fällt aus, die fachlichen Standards u. die Aufsicht durch das LJA reichen – die konkreten Entscheidungen fallen und gelten vor Ort.

      Daraus leite ich ab – Kooperation der Willigen auf Gemeinde- Stadt- u. Kreisebene. Gibt es solch einen Austausch nicht – aktuell zur wechselseitigen Info über den Umgang mit der Pandemie/Gesundheitsamt/ELtern/Träger nicht?

      Diese Chance sollten zumindest die Leiter*innen wahrnehmen… zunächst innerhalb der Trägergruppe, dann zusätzlich trägerübergreifend. Wenn das Vertrauen gewachsen ist, Forderungen bedacht und formuliert sind, dann gehts nach außen – die Einzelne im Schutz der Gemeinschaft. Und mit fortdauernder Begleitung durch die Lokalpresse.
      Auf eine SuperLobby

    • Wir Integrationsassistenzen sind angewiesen worden: *wenn unser Klient in die Notbetreuung geht, diesen dahin zu begleiten oder
      *wenn dieser im Distanzunterricht lernt, ggfs. in den Haushalt des Kindes zu gehen.
      ……… :/

    • Ich bin da völlig bei Ihnen, Ellen. Einerseits freut es mich und meine Frau ja, dass wir unsere Jungs in die Kita bringen können. Dann machen wir vernünftigen Distanzunterricht in der Zeit und die Kinder freuen sich darüber, endlich wieder Freunde zum Spielern zu haben.
      Aber zu welchem Preis passiert das? Wenn die aktuellen Daten stimmen, stehen die Chancen gut, dass es bald auch an unserer Kita Corona gibt. Und selbst, wenn die Kinder es uns nicht nach Hause schleppen, wir mögen alle Erzieherinnen dort sehr und niemand möchte, dass sie krank werden, geschweige denn Schlimmeres. Kaum auszumalen, was das für die Kinder bedeuten würde.
      Aber letztlich sind uns dank Gebauer und Stamp die Hände gebunden. Wir müssen arbeiten und da die Kita offiziell offen ist, dürfen wir uns nicht wegen der Kinder vom Dienst abmelden. Den Applaus vieler Kollegen hier finde ich doch verfrüht.

  6. Und Berlin so ab 11.01.:
    • Die abschlussrelevanten Jahrgänge (Jahrgangsstufen 9, 10, 12, 13 an ISS und Gemeinschaftsschulen sowie 10, 11, 12 an Gymnasien, 12 und 13 an beruflichen Gymnasien und 10 an Schulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Lernen) werden mindestens in halben Lerngruppen gemessen an Klassenstärken unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen unterrichtet, ebenso die Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge an den beruflichen Schulen.
    https://www.berlin.de/sen/bjf/service/newsletter/newsletter.1029619.php

    Ich freue mich für die Kollege_innen in NRW. 🙁

  7. Für mich gibt es auch „Daumen hoch“! Ich bin auch sehr froh darüber nochmal zwei Wochen Regenerationszeit, nach dem stressigen Herbst zu haben. Das Vernünftigste wäre einen Monat lang die Versäumnisse des letzten Jahres nachzuholen. Dann das Schuljahr beenden und ab September frisch und erholt das Schuljahr nocheinmal zu beginnen.

  8. Fr. Gebauer ist sich wohl inzwischen bewusst, dass Schule nur mit ausreichend LuL aufrecht erhalten kann. Wer sollte sonst in der nächsten Zeit den wiederaufgenommenen schulischen Regelbetrieb leisten, wenn sich noch mehr LuL infizieren, vom Präsenzunterricht befreit werden müssen oder die Doppelbelastung Präsenz-und Distanzunterricht und Betreuung der eigenen Kinder nicht mehr leisten können können? Natürlich „sind Schulen keine Hotspots „…nur rund um Schule gab es überdurchschnittliche Infektionen, bei LuL und SuS! Die ersten drei Wochen seit Ferienbeginn hat die Inzidenz bei Sus um die Hälfte sinken lassen! Laut einer Physikerin der ARD ist durch rigorose Kontaktbeschränken auch ein exponentieller Rückgang möglich sein, d.h. jede Woche um die Hälfte der Infektionen. Das sind mal positive Ausdichten!

  9. Morgen am 7.1.2021 spätestens übermorgen überholt NRW Bayern bei den Corona-Todesfällen.

    Das hat das Kabinett von Herrn Laschet zu verantworten.

    Daher überrascht mich die Kehrtwende nicht.
    Ob sie es schaffen, den Kopf aus der Schlingel zu ziehen?

    Ist mir egal. Jetzt geht es darum das Richtige zu tun.
    Verantworten können sie sich später.

  10. Wenn Laschet & Co den zuvor angerichteten Schaden wieder gut machen wollen, sollten sie sofort alle Lehrer und Erzieher impfen lassen.
    Dann kann der Lockdown irgendwann aufgehoben werden

    • Dann wäre der Arbeitsschutz der Lehrer*innen gewährleistet, zumindest zu 95% für diejenigen, die sich impfen lassen (Impfstoff wirkt ja nicht zu 100%). Aber die Kinder können das Virus trotzdem bekommen und in ihre Familien und damit in die Gesellschaft tragen und weiterverbreiten. Deswegen müssen auch unbedingt die Schüler*innen geimpft werden, was ja jetzt auch sinnvollerweise die Kinderärzt*innen, namentlich Fischbach, fordern. Etwas verwundert habe ich diese Forderung dann schon gelesen, denn Fischbach geht ja, dachte ich, eigentlich davon aus, dass Kinder sich nicht infizieren und nicht zum Infektionsgeschehen beitragen. Warum also aus seiner Sicht impfen?

      • Es gab einen Artikel bei RTL dass geimpfte das Virus nicht weiter geben. Höchstens diejenigen die trotzdem krank werden.
        Die Forderung der Kinderärzte ist wirklich das Gegenteil von dem was sie bisher kundgetan haben.

        Anscheinend lernen alle dazu.
        Vielleicht auch hoffentlich bald, dass geimpfte so gut wie überhaupt nicht ansteckend sind.

  11. Na NRW geht doch. Souverän präzise und mit klaren Lösungen. Hätte ich mir auch so gewünscht in Hessen.
    Hessen dagegen alte Herren treffen sich zum schoppe nippen und schwafeln und erzählen sich Geschichten.
    Ich kam mir beim schauen vor als würde ich zwangsweise mit trinken müssen. Etwas benebelt und betäubt nach viel bla bla und stellenweise mit ausgeprägtem Brechreiz.

    Was macht dieser schicke geleckte Typ da am Rednerpult dessen Antuzugnshtaht das Rückgrat wohl ersetzt und lamentiert über Schulen und Kitas? Grinst hämisch und zeigt ein Gebahren von : Jetzt friss doch den Krümel den ich dir hingeworfen habe und sei gefälligst dankbar dafür. Muss dieser Jurist nicht vielleicht was ganz anderes machen? wichtigtuen? Seinem Sekretär beauftragen mit der Ausgestaltung von Einzelfragen?

    Nein alle wie sie da standen, Bouffier, Al Wazir, und Lorz hatten den Mief eines Altherren Vereinskränzchen an.sich. Geschwafel, Verschleierung und Einlullung.

    Die Hoffnung von der Herr Bouffier da gesprochen hat die macht sich bei mir nicht breit eher so nen Kater und Walk of Shame feeling mit Pelz auf der Zunge.

  12. @ellen

    Naja die klare Aussage einer Stundenreduzierung und Notbetereuung ist doch ziemlich präzise.
    Bin auch Erzieherin und mich ärgert es auch dass wir so oft vergessen werden, mir fehlt auch das Gefühl einen hinter mir zu haben.

    Allerdings haben die Lehrer auch keine wirkliche Lobby. Nur ein generell höheres Ansehen. Studium, Schulpflicht, Wissenvermittlung.
    Ein größerer Anteil an Kindern die verwahrt werden damit die Eltern arbeiten können.
    Fand es absolut gut,dass klar gesagt wurde dass es sich um eine Notbetreuung handelt und Schulstoff gekürzt wird und keine Klassen arbeiten mehr geschrieben werden.

    Als Erzieher fühlt man sich doch häufig noch reduziert auf Betreuungstante mit Bastelambitionen.

    Und es ist richtig dass wir für Systemrelevante da sind und schutzbedürftige Kinder.

    Da ist es leider abhängig vom Träger wie gut sie ihre Abfragen gestalten und eine Sache der verantwortungsvollen Personalplanung.

  13. Ich als Lehrkraft habe höchste Anerkennung. Sie als ausgebildete Fachkraft leisten vieles in der aktuellen Situation.
    Die Reduzierung Ihrer Tätigkeit auf die Betreuung ist meiner Meinung nach aber nach Einteilung systemrelevant/nicht systemrelevant geschehen. Hier wurde bewusst Ihre Arbeit auf die reine Betreuung reduziert. Wichtige Kompetenzen, die größtenteils im Kindergarten entwickelt werden, blieben da außen vor.
    Anders gesagt: Der Beruf der Eltern sorgte hier für eine große Ungerechtigkeit, gerade in Sachen Bildung.
    Denn Bildung fängt ja schon im Kindergarten an.

    • Gustav -Reine „Betreuung“ ist genauso eine Erwachsenenerfindung wie reine „Bildung“ – mit nachvollziehbaren Gründen. Aber aus Sicht von Kindern bilden sie eine derart verflochtene Einheit, dass eine Trennung sinnlos, ja grob missverständlich ist. Jede und Jeder, der verantwortlich im Dauerkontakt mit Kindern und Jugendlichen steht, weiß das – Sie auch. Es sind Schwerpunkte – ok, aber allen, die auch hier im Forum die Trennung bemühen, widerspreche ich ausdrücklich!
      Und Ellen samt allen Ihren Kolleginnen und Kollegen sage ich : nichts ist für das Lernen und das Lernen lernen effektiver als die spieloffene, informelle Bildung. Es gibt sie auch in der offenen Jugendarbeit – und dürfte gerne in den Schulen einen größeren Raum bekommen. Passende Rahmenbedingungen denke ich immer mit.

  14. Das hätte wohl niemand erwartet, ich bin zufrieden und kann jetzt meinen digitalen Unterricht ohne großen Zeitdruck planen. Dass auch die Lehrer nicht für die Notbetreuung herangezogen werden sollen, damit wir unseren Unterricht geben können, Chapeau. Ich hätte es durchaus verstanden, wenn Abschlussklassen Präsenzunterricht erhalten würden, doch mit so einem konsequenten Vorgehen in NRW hätte ich nicht gerechnet. Das freut mich und ich werde mein Bestes geben, meine SuS auf Distanz zu unterrichten und Online-Stunden zu geben.
    Allerdings glaube ich auch nicht, dass das Frau Gebauers eigene Entscheidung war. Das haben wir Herrn Laschet und seinen Kanzlerambitionen zu verdanken, der sich nun von Merz abgrenzt, da dieser Eisenmann zuvor unterstützt hatte, die Schulen um jeden Preis offenzuhalten. So meine Vermutung. Wie dem auch sei, gut gemacht!

  15. „ Das hätte wohl niemand erwartet, ich bin zufrieden und kann jetzt meinen digitalen Unterricht ohne großen Zeitdruck planen“. Das dachte ich bis eben auch. Da berichtete die Aktuelle Stunde auf dem WDR von einem Interview mit Frau Gebauer. In diesem hat sie wohl gesagt, dass bei sinkenden Zahlen die Schulen früher wieder geöffnet werden. Ich fasse es nicht. Alle organisieren gerade für 3 Wochen: Eltern, Schulen und Lehrer. Und dann kommt sie mit so einer Aussage um die Ecke. Da plant man intensiven DU, um dann irgendwann zu hören, ach übrigens, ab morgen alles auf Anfang?

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