Corona-Tests für Thüringer Schulen werden knapp – Schulschließungen?

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ERFURT. Thüringens Schulen gehen allmählich die Corona-Tests aus. «Wir können derzeit nicht garantieren, dass es in den kommenden Wochen und Tagen für jeden Schüler in Thüringen zwei Tests pro Woche geben wird», sagte ein Sprecher am Donnerstag. Grund dafür seien Lieferprobleme. Man arbeite mit Hochdruck daran, mehr Tests zu beschaffen.

Ohne Tests sollen die Schulen geschlossen bleiben – das sieht der Entwurf für ein neues Bundesinfektionsgesetz vor. Foto: Shutterstock / nitpicker

Der Sprecher des Ministeriums sagte, es gebe mehrere Ursachen für die Lieferschwierigkeiten. Eine größere Lieferung sei beim österreichischen Zoll bei der Einfuhr in die EU aufgehalten worden. Mehrere Lieferanten hätten zudem auf Probleme aufmerksam gemacht, die mit der zwischenzeitlichen Blockade des Suez-Kanals zusammenhingen. Auch gebe es offenbar Produktionsengpässe im Ausland.

Der Sprecher wies darauf hin, dass auch andere Bundesländer mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hätten. Inzwischen habe das Thüringer Bildungsministerium vereinbart, dass sich künftig das Deutsche Rote Kreuz um die Beschaffung der Tests kümmern soll.

«Damit stehen Thüringens Schulen wieder einmal vor Schließungen»

Die Thüringer CDU-Fraktion kritisierte das Bildungsministerium scharf. «Damit stehen Thüringens Schulen wieder einmal vor Schließungen», erklärte CDU-Fraktionschef Mario Voigt. Man habe bereits in der Osterwoche vor dem Engpass gewarnt.

Die Pläne zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes auf Bundesebene sehen bislang eine Testpflicht für Schüler vor. Zwei Tests pro Woche und Schüler sollen als Bedingung für Präsenzunterricht festgeschrieben werden. Dafür müssten den Schulen aber genügend Tests zur Verfügung gestellt werden – die Beschaffung ist Ländersache. News4teachers / mit Material der dpa

Drosten: Schnelltests erkennen 40 bis 60 Prozent der Corona-Infektionen zunächst nicht

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9 KOMMENTARE

  1. Im Gegenteil. Kreis Gotha öffnet sogar weiter. Inzidenz heute: 339!!!
    „Präsenzunterricht für Klassenstufen 7 bis 9
    Im Landkreis Gotha öffnen am Montag wieder die Schulen für alle Schüler. Das teilte das Landratsamt am Donnerstag mit. Damit können auch die Klassenstufen 7 bis 9 in die Schule zum Präsenzunterricht zurückkehren. Seit Ende letzten Jahres mussten die Schüler zuhause lernen. Für Grundschüler ebenso wie für Förderschüler gilt das Lernen in festen Gruppen.
    Bedingung für die Teilnahme am Präsenzunterricht ist laut Landratsamt ein negativer Corona-Test. Darüber hinaus gilt Maskenpflicht innerhalb der Schulgebäude. Erstmals genau vorgeschrieben wird das Lüften im 20-Minuten-Takt. Sportunterricht oder Singen im Unterricht sind untersagt. Kindertagesstätten bleiben weiterhin geschlossen. Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Gotha lag am Donnerstag bei 339.“

    https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/corona-news-inzidenz-impfung-infektion-selbsttests-schulen-100.html

    Und gleichzeitig werden aus Thüringen bereits Coronapatienten in andere Bundesländer verlegt, weil die ITS voll sind. Ist denn gar keiner mehr bei Verstand?

    https://www.n-tv.de/panorama/Kliniken-in-Jena-und-Greiz-vor-dem-Kollaps-article22492585.html

    https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/ost-thueringen/saalfeld-rudolstadt/thueringen-kliniken-verschieben-operationen-100.html

    Und unser Datenschützer hat auch schon wieder was zu meckern bezüglich der Tests. Dabei fliegt uns die Pandemie gerade richtig um die Ohren…
    Thüringens Landesdatenschützer Lutz Hasse hat das bisherige Vorgehen bei Selbsttests an Thüringer Schulen kritisiert. Seiner Ansicht nach sind Einwilligungserklärungen der Eltern nötig, damit Schülerdaten bei den Tests erhoben und verarbeitet werden dürfen, wie Hasse am Donnerstag sagte. Zuvor hatte die „Thüringische Landeszeitung“ darüber berichtet.
    Hasse sagte der dpa, das Bildungsministerium habe ausgeblendet, dass bei der Durchführung der Tests Daten erhoben würden, „und zwar Gesundheitsdaten und Kinderdaten“, sagte Hasse. Dabei gehe es zum Beispiel um die Erfassung, ob ein Schüler positiv oder negativ getestet worden sei.
    Hasse: Positiv Getestete sollen nicht identifizierbar sein

    In einem Schreiben an die Schulen, das der dpa vorliegt, wies Hasse auf die Datenschutzbedenken hin und betonte unter anderem, dass positive Testergebnisse vertraulich behandelt werden müssten. „Eine Identifizierbarkeit von positiv getesteten Schülern/innen, bspw. durch eine offenkundige Separierung dieser Schüler auf dem Schulhof oder im Klassenraum, sollte vermieden werden“, heißt es in dem Schreiben.
    Bislang war aber vorgesehen, dass die Tests in den Klassenräumen gemacht werden. Hasse sagte der dpa, seine Behörde habe inzwischen bereits ausgefertigte Einwilligungserklärungen an die Schulen geschickt. Seiner Einschätzung nach müssen die Eltern jeweils zwei Datenschutzformulare unterzeichnen.“

    https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/corona-test-schulen-datenschutz-100.html

    • „Erstmals genau vorgeschrieben wird das Lüften im 20-Minuten-Takt.“. Was für eine Lachnummer. Das Virus lacht sich kaputt. Und wir alle werden bald gar nichts mehr zu lachen haben.

      • Jetzt wird das umgesetzt, was im Sommer 2020 vielleicht geholfen hätte.

        Inzwischen haben wir B117. Nach den Berechnungen, über die es hier auch schonmal einen Artikel gab, braucht man 105 m^3/h frische Luft pro Kind, um HALBWEGS sicheren Unterricht machen zu können.

        Wie man das mit 5 Minuten Fenster auf alle 20 Minuten schaffen will, ist mir vollkommen unklar. Da hilft auch nicht ein kleiner PC-Lüfter und ein paar Rohre aus dem Baumarkt. Auch billige Luftfilter kommen nicht im Ansatz auf die nötigen Volumenströme.

    • Danke für den Beitrag. Er spricht mir aus der Seele. Ich arbeite an einer Grundschule in Greiz (INZIDENZ HEUTE BEI 521,0!!!) und bekomme es langsam wirklich mit der Angst zu tun. Was IMMER vergessen wird ist, dass schon die offiziellen Regeln und Vorgaben zum gruseln sind. ABER selbst diese Vorgaben Lüften, Abstand, Bedingung für Notbetreuung etc) werden bis in die unterste Instanz aufgeweicht und individuell interpretiert. Man fühlt sich ausgeliefert und geopfert. DAS MUSS ENDLICH AUFHÖREN!!!!

  2. Inzwischen bin ich für kurz und schmerzlos/schmerzvoll – ALLES auf! 35/9 ist das neue 24/7.

    Wir machen diese nutzlosen Testungen ab Montag. Völlig frei und unbeschwert.

    Witzig ist, dass wir uns auf alle Fälle strafbar machen: Denn – die Schüler dürfen die Schule erst betreten, wenn sie getestet wird. Da das aber im Klassenverband im Klassenraum stattfindet – dumm gelaufen.

    Wir in SH sind noch recht gut davor, arbeiten uns aber ran! Immer Schlusslicht sein ist nicht gut.
    Damit bekommen wir sicher einen Solidaritäts-Preis für die Einhaltung der Chancengleichheit bei der Bildung. (Ein Paketchen nutzloser Masken für das Land?!)

    Man könnte ja auch die Städte und Kreise grün färben auf der RKI-Übersicht – prima Farbe.
    Und wer diese Farbe als erstes erreicht – bekommt eine Verwarnung.
    Wer da nie hinkommt, bekommt einen Platz auf der ITS, so das noch geht.

    Wegen der Chancengleichheit in Bezug auf Gesundheit, Beatmungsgeräte, Platz auf der ITS sollte gelost werden. Alle Namen in einen Topf, heute ist Montag, da darf Klaus ziehen. Dienstags ist wer anders dran.

    Himmel, bin ich genervt und angefressen. (Das hier ist keine Ironie; das oben schon eher Galgenhumor.)

    Was wohl passiert, wenn ein Test positiv anzeigt und die Eltern das Kind erst nachmittags holen können/wollen/werden?

  3. Wenn es sowieso keine Tests mehr gibt, braucht sich unser Oberdatenschützer auch nicht mehr aufregen.

    „Hasse: Positiv Getestete sollen nicht identifizierbar sein

    In einem Schreiben an die Schulen, das der dpa vorliegt, wies Hasse auf die Datenschutzbedenken hin und betonte unter anderem, dass positive Testergebnisse vertraulich behandelt werden müssten. „Eine Identifizierbarkeit von positiv getesteten Schülern/innen, bspw. durch eine offenkundige Separierung dieser Schüler auf dem Schulhof oder im Klassenraum, sollte vermieden werden“, heißt es in dem Schreiben.
    Bislang war aber vorgesehen, dass die Tests in den Klassenräumen gemacht werden. Hasse sagte der dpa, seine Behörde habe inzwischen bereits ausgefertigte Einwilligungserklärungen an die Schulen geschickt. Seiner Einschätzung nach müssen die Eltern jeweils zwei Datenschutzformulare unterzeichnen.“

    https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/corona-test-schulen-datenschutz-100.html

    Wie er sich die Geheimhaltung positiver Testergebnisse praktisch vorstellt, würde mich mal interessieren. Wer erst anwesend war und nach dem Testen weg ist, ist positiv getestet. Basta.
    Langsam wird es absurd. Haben wir eine nie da gewesene gefährliche Pandemie? Oder Ringelpietz mit Anfassen?
    YouTube ist tabu, die LucaApp nicht datenschutzkonform, alles außer der Schulcloud sowieso nicht… Wie wäre es mal mit besseren Vorschlägen??? Achso, geht ja nicht aus wettbewerbsrechtlichen Gründen.

  4. Hasse, wenn ich den Namen schon höre da geht mir vor Hass ….. Nur verbieten, aber keine Alternativen. Man testet in der Klasse und nimmt die Schnelltest entgegen und schaut sich die Ergebnisse der Schüler an. Schutzausrüstung dabei, stimmt die Maske. Identifiziert man einen doppelten Strich, darf ich ihn lt. Hasse, so interpretiere ich Hasse, nicht von der Klasse trennen. Wenn dieser Schüler morgen fehlt, denken bestimmt die anderen SuS, das hat nichts mit dem Test zu tun.
    Ich kann nicht mehr vor Lachen, weil Weinen ist keinen Option mehr. Es ist für mich nur noch eine Farce.
    PS: Es war nur ein Schnelltest für LuL und SuS die Woche an meiner Schule vorhanden. Der Rest steckt wahrscheinlich noch im Suez-Kanal fest. Lt. der neuen Verordnung soll zweimal die Woche getestet werden, sonst können die Schulen schließen. Es bleibt aber alles offen.Herr Holter (KuMis) ist Ingenieur für Betonwesen, hat das etwas mit Betonköpfen zu tun bei solchen Inzidenzzahlen in Thüringen die Schulen offen zu halten?!

  5. Schulen sollen mit zweimaligem Testen sicher gemacht werden….
    Für nächste Woche haben wir noch keine Lieferung. Trotzdem Unterricht. Interessiert keinen.
    Insgesamt waren Schulleitung und Sekretärin 9 Stunden damit beschäftigt, die Tests für die Klassen zu sortieren, abzuzählen, zurückzunehmen und Bürokratie zu erledigen. Mehr als 90% der Schüler haben sich testen lassen, fast alle Kollegen. Jetzt warten wir auf das nächste Paket. Heute ist Freitag, am Montag soll wieder getestet werden. Womit? Es ist absurd.

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