Corona-Impfangebote für alle bayerischen Lehrer im Präsenzunterricht

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MÜNCHEN. Ab sofort können auch alle Lehrer an den weiterführenden und den beruflichen Schulen in Bayern auf eine zeitnahe Corona-Schutzimpfung hoffen. «Wir können jetzt allen Lehrerinnen und Lehrern in Bayern, die im Präsenzunterricht im Einsatz für die Bildung sind, ein Impfangebot machen», sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Montag in München. Bislang hatten nur die Lehrerinnen und Lehrer an den Grund- und Förderschulen die Möglichkeit einer bevorzugten Impfung.

Auch Lehrer weiterführender Schulen können in Bayern nun einen Impftermin bekommen. Foto: Shutterstock

Das Angebot richtee sich explizit primär an die Lehrkräfte, die regelmäßig in Präsenz unterrichteten, in der Notbetreuung tätig seien oder bei den Abschlussprüfungen beispielsweise als Aufsicht in der Schule eingesetzt würden, teilte das Kultusministerium mit. Die Schulleitungen würden den betreffenden Lehrern eine entsprechende Bestätigung zum Nachweis der vorrangigen Impfberechtigung für das Impfzentrum ausstellen. «Mit den neuen Impfangeboten für die Lehrkräfte an Mittelschulen, Realschulen, Gymnasien und beruflichen Schulen machen wir jetzt einen weiteren wichtigen Schritt für mehr Sicherheit», sagte Piazolo. dpa

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8 KOMMENTARE

  1. Schon komisch, dass die Lehrkräfte, die diejenige Schülergruppe mit den höchsten Inzidenzwerten unterrichten auf eine Impfung hoffen können – sollten sie nicht längst geimpft sein?

    • Nein. Schulen sind ja bekanntlich sicher.

      Die Schüler selbst sind natürlich nicht geimpft, deren Eltern nur selten.

  2. Mir graut es schon vor den zahlreichen Abschlussprüfungen, stundenlange Aufsichten in verschiedenen Klausurgruppen, dazu die Tests vor den Prüfungen sowie vor dem täglichen Präsenzunterricht. Meine Nerven liegen mit fast 60 einfach blank, es gibt noch nicht mal eine Perspektive für einen Impftermin. Gibt es eigentlich ein Bundesland, das noch schlechter regiert wird als NRW?

    • Ja. Brandenburg kann mithalten. Impfangebot für Lehrkräfte der weiterführenden Schulen liegt zwar seit 26.4. vor, allerdings gibt es seit über zwei Wochen einen Stopp für die Vergabe von Impfterminen für die Erstimpfung (Grund: Impfstoffmangel). Das hindert das Land nicht daran, die Lehrkräfte der weiterführenden Schulen während der gesamten Pandemie mit Ausnahme der Ferien im Präsenzunterricht der Jahrgänge 10, 12 und 13 bzw. ggf. im Wechselunterricht der restlichen Jahrgänge einzusetzen. Schutz? Nö. Lehrkräfte sind Superhero’s, die können das ab.

  3. Man kommt sich vor wie eine Bittstellerin beim Land. Ich kann nicht verstehen, dass Polizisten, Lehrer, Erzieher und alle Landesbediensteten mit vielen Kontakten immer noch händeringend auf eine Impfung warten. Die Arztpraxen sind voll mit älteren Mitbürgern, das ist doch auch okay. Aber Impfmobile kann man verschicken, warum nicht auch mal für mehrere Schulen in einen Stadtteil?

  4. In Bayern können jetzt zwar angeblich die Lehrer der weiterführenden Schulen geimpft werden (jedenfalls verkündet es Piazolo so), bloß wissen davon weder der Algorithmus in der online-Terminvergabe noch Landräte etwas. Jedenfalls gibt es noch zahlreiche Städte/Landkreise, wo Lehrer immer noch keinen Termin bekommen haben. Zum Wechselunterricht und der Pflicht, Nasepopeltests zu beaufsichtigen, kommen jetzt ab nächster Woche auch noch die Abiturprüfungen dazu, die Schüler sogar ungetestet absolvieren dürfen! Da sitzt man dann als ungeimpfter Lehrer stundenlang mit z.T. ungetesteten Schülern in einem Raum.

  5. Die meisten Medien verbreiten nach wie vor die völlig undifferenzierte Info, dass LehrerInnen geimpft worden sind. Den meisten BürgerInnen ist es eh egal, was mit LehrerInnen passiert, von der Seite ist also kein Verständnis zu erwarten. Aber der Arbeitgeber, also das jeweilige Bundesland, sollte ein Interesse daran haben, dass die sogenannte kritische Infrastruktur geimpft ist. Was sonst ist denn eine Lehrkraft, die Abiturprüfungen und Abschlussprüfungen z.B. im Berufskolleg abnimmt? Ich habe dafür keinerlei Verständnis mehr. Bin übrigens keine Beamtin, wenn ich erkranke, bekomme ich im Ernstfall nach einigen Wochen deutlich weniger Geld als Beamte. Das interessiert aber auch keinen. Von daher, wundert euch nicht, dass wir in Zukunft noch weniger als Dienst nach Vorschrift machen werden. Jedes Land bekommt so das Bildungssystem, das es verdient hat.

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