Verband fordert mehr Unterstützung für junge Lehrkräfte mit Kindern

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ERFURT. Da die Corona-Krise junge Lehrerinnen und Lehrer mit eigenen Kindern belaste, pocht der Junge Thüringer Lehrerverband (Junge tlv) auf mehr Entgegenkommen für diese Gruppe. Auch diese Lehrer seien davon betroffen, wenn die Schulen ihrer Kinder pandemiebedingt schließen müssten, denn längst nicht alle hätten Anspruch auf Notbetreuung, so ein Argument des Verbands.

Extrem belastend – auch für Lehrkräfte: Homeoffice mit Kind und Kegel. Foto: Shutterstock

Die Verantwortlichen in der Politik dürften die Probleme nicht ignorieren, sagte Tim Reukauf, Sprecher des Jungen tlv, laut Mitteilung. «Sonst stehen sie in absehbarer Zeit vor einem so großen Personalproblem, dass der heutige Lehrermangel im Rückblick geradezu harmlos aussehen wird.»

Bei der Einsatzplanung müsse mehr Rücksicht auf Kolleginnen und Kollegen mit eigenen betreuungspflichtigen Kindern genommen werden, lautet daher eine Forderung der jungen Lehrer. Auch das Angebot der Notbetreuung solle für sie erweitert werden. Zudem müssten Schulen besser ausgestattet werden. Dabei gehe es etwa um die Funktionalität der Schulcloud, über die Kinder zu Hause unterrichtet werden können. Die Unterstützung von Schulpsychologen, Schulsozialarbeitern, Schulgesundheitsfachkräften, aber auch von IT-Experten werde ebenfalls benötigt, so Reukauf.

Grundlage für die Forderung sind Ergebnisse einer nicht repräsentativen Online-Umfrage, die der Junge tlv Ende März zum Thema Mehrfachbelastung in der Pandemie unter knapp 400 Teilnehmern durchgeführt hatte. News4teachers / mit Material der dpa

„Ich bin an meiner absoluten Belastungsgrenze“: Lehrerin UND Mutter von Kleinkindern – wer soll das leisten? Betroffene berichten

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2 KOMMENTARE

  1. „mehr Rücksicht auf Kolleginnen und Kollegen“
    – Also bitte, bleiben wir doch realistisch …

  2. Wir nehmen schon viel Rücksicht auf die KollegInnen mit Kindern unter 16 Jahren. 20 Krankentage pro Kind, kaum Einsatz bei der Notbetreuung, keine Funktionsstellen (an der GS ohne Stundenausgleich) kaum Fachleitungen….
    Trotzdem muss ja alles aufgefangen werden!
    Inzwischen gehen die „Alten“ auf dem Zahnfleisch. Die meisten arbeiten schon bis 67 und können auch keine Stunden reduzieren, weil sonst der Betrieb zusammen bricht.
    Wir haben zum Glück 2 pensionierte Lehrkräfte, die uns hin und wieder unterstützen, auch wenn es nicht bezahlt wird.
    Aber so kann es auch nicht weitergehen….

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