NRW macht bei Digitalisierung der Schulen (endlich) Tempo. Gebauer startet „Aufholjagd“

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DÜSSELDORF. Die digitale Transformation soll in den Schulen in NRW an Fahrt gewinnen. Das Schulministerium stellt ein neues Strategiekonzept bis zum Jahr 2025 vor. Ministerin Gebauer spricht von einer Aufholjagd. Noch vor den Herbstferien soll ein Programm starten, aus dem digitale Endgeräte für Schülerinnen und Schüler bezahlt werden.

„Das ist ein Quantensprung“: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer stellt ihr Digitalkonzept vor. Foto: Land NRW / Martin Götz

Bei der Digitalisierung an den Schulen will NRW Tempo machen und bis 2025 bei Unterrichtsgestaltung, Lehrerfortbildung und Ausstattung vorankommen. Dafür wendet die Landesregierung weitere 184 Millionen Euro auf, um Schülerinnen und Schüler mit digitalen Endgeräten auszustatten, wie Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in dieser Woche ankündigte – und zwar für besonders belastete allgemeinbildende Schulen oder auch Förderschulen. Rund 370.000 Schülerinnen und Schüler könnten davon demnächst profitieren, sagte Gebauer. Sie erklärte: «Mit einem zweiten Ausstattungsprogramm für Schülerinnen und Schüler werden wir an besonders belasteten Schulen eine Vollausstattung für alle Schülerinnen und Schüler umsetzen. Das ist ein digitaler Quantensprung.»

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Das Programm, das noch vor den Herbstferien starten soll, ist Teil einer «Digitalstrategie Schule NRW» bis 2025, die Gebauer vorstellt. Digitale Kompetenzen ergänzten die grundlegenden Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen, sagte sie. Es handle sich um ein Gesamtkonzept mit Zielen und Maßnahmen für das «Lehren und Lernen in der digitalen Welt» und umfasse im Kern drei Handlungsfelder.

Der Unterricht solle, erstens, konzeptionell weiterentwickelt werden, um pädagogische und didaktische Chancen der Digitalisierung voll auszuschöpfen. Es brauche, zweitens, entsprechend qualifizierte Lehrkräfte, eine Fortbildungsoffensive sei in Gang gesetzt. Der Nachweis digitaler Kompetenzen für angehende Lehrkräfte sei seit Frühjahr 2019 prüfungsrelevant. Als drittes müsse der Zugang zu digitalen Medien und digitaler Infrastruktur sichergestellt werden. Inzwischen seien rund 70 Prozent der Schulen an ein leistungsfähiges Gigabit-Netz angeschossen. Das Ziel, alle anderen bis Ende 2022 anzuschließen, werde erreicht, meinte die Ministerin.

Beim digitalen Lernen setze der Prozess schon in der Grundschule an. Dort erfolge eine erste «informatische Grundbildung». Im neuen Schuljahr 2021/22 sei zudem das Pflichtfach Informatik an den weiterführenden Schulen ab Klasse 5 gerade eingeführt worden.

«Ein paar Computer in die Klassenzimmer zu stellen, reicht nicht aus»

Ab dem Schuljahr 2022/23 soll es an jeder Schule einen Digitalisierungsbeauftragten geben, der Unterrichts- und Schulentwicklungsprozesse unterstützen werde, kündigte Gebauer an. «Ein paar Computer in die Klassenzimmer zu stellen, reicht nicht aus», betonte sie in Düsseldorf. Die Pädagogik stehe im Mittelpunkt. Derzeit seien 180 Medienberater in den Schulen im Einsatz, 2022 weitere 30 Stellen vorgesehen.

Für die digitale Weiterentwicklung des schulischen Bildungsbereichs von 2020 bis 2025 sind insgesamt fast zwei Milliarden Euro vorgesehen – zum Teil schon investierte Summen und das 184-Millionen-Euro-Ausstattungsprogramm eingerechnet. Die FDP-Politikerin sprach von einer «digitalen Aufholjagd». Man habe die «Digitalstrategie Schule NRW» in einem intensiven Prozess mit Schulaufsicht, Schulen und Schulträgern erarbeitet. Um Investitionen in die Digitalisierung zu verstetigen, brauche es einen «Digitalpakt 2.0». Dazu strebe das Land NRW nach der Bundestagswahl Gespräche mit der neuen Bundesregierung und den Kommunen an.

Nach Ansicht des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) ist es «höchste Zeit, dass eigentlich Selbstverständliches nicht nur mittels einer theoretischen Strategie, sondern auch durch praktische Umsetzung und Unterstützung selbstverständlich wird.» Die Probleme in NRW seien flächendeckend und vielfältig, aber zu spät angegangen worden, monierte die Lehrergewerkschaft GEW. An vielen Schulen gebe es noch immer kein funktionierendes WLAN, es mangele an IT-Fachkräften zur Unterstützung, es brauche dringend umfassende Fortbildungen.

„Um ein pädagogisch-didaktisch passgenaues Digitalkonzept zu implementieren, brauchen die Schulen mehr Personal“

Das Gesamtvolumen von zwei Milliarden Euro, davon 184 Millionen Euro für ein zweites Ausstattungsprogramm für Schülerinnen und Schüler, sei sehr beachtlich – meint der Verband lehrer nrw. „Das zeigt, dass die aktuelle Landesregierung das Thema Digitalisierung offenbar endlich ernst nimmt. Ob die Digitalstrategie Schule NRW ein Erfolg wird, hängt allerdings maßgeblich von der Umsetzung vor Ort ab. Geld und guter Wille allein reichen nicht“, betont Vorsitzender Sven Christoffer. Damit aus der Digitalstrategie eine wirkliche Digitaloffensive für die Schulen werden kann, sind aus seiner Sicht drei Punkte entscheidend:

Mehr Personal: „Die meisten Schulen sind schon jetzt personell am Limit oder darüber hinaus. Um ein sinnvolles und pädagogisch-didaktisch passgenaues Digitalkonzept zu implementieren, brauchen die Schulen mehr Personal“, meint lehrer nrw.

Mehr zeitliche Ressourcen: „Ab dem Schuljahr 2022/23 soll es an jeder Schule in NRW eine Digitalisierungsbeauftragte bzw. einen Digitalisierungsbeauftragen geben. Die Kolleginnen und Kollegen, die diese Aufgabe übernehmen sollen, brauchen mehr als nur eine symbolische Entlastung. Digitalisierung nebenbei funktioniert nicht“, so heißt es.

Mehr Funktionsstellen: „An den Schulen muss es Koordinatoren für Digitalisierung geben, die das Bindeglied zwischen Schulleitung und Kollegium bilden und den Digitalisierungsprozess steuern. Das erfordert neue Funktionsstellen, denn gerade in kleineren Systemen ist die Führungsebene viel zu dünn besetzt, um eine solche Herkulesaufgabe zu stemmen.“ News4teachers / mit Material der dpa

Bürokratie, Fachkräftemangel, Datenschutz: Scheitert die Digitalisierung der Schulen, bevor sie richtig begonnen hat?

 

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29 KOMMENTARE

  1. Könnte jemand dieser Frau mal erklären, dass „fehlende Digitalisierung“ gerade definitiv das kleinste Problem ist, das Schulen in NRW haben?
    Kurz: 1. Zu wenig Personal (grundständig ausgebildete LehrerInnen fehlen -> Lösung: mehr Studienplätze, A13 für alle)
    2. Fehlende oder marode Räumlichkeiten (-> Verfahren entbürkratisieren, Schulbau vorantreiben
    3. Unkoordinierter Mischmach aus zwei- und dreigliedrigem Schulsystem je nach Ort (entweder Sekundarschule und Gymnasium oder Hauptschule und Realschule und Gymnasium oder Gesamtschule, häufig aber ein Gymnasium, zwei Gesamtschulen und keine/eine Realschule)

    300. Digitalisierung

      • Sorry wir haben am Gymnasium eher zu viele Lehrer. Daher wird ja das Angebot gemacht für 4 Jahre an die Grundschulle zu gehen, um dann eine Festanstellung am Gymnasium zu erhalten.
        So will man den Mangel an der GS etwas ausgleichen.

        Warum wir zu viele Gymnasiallehrer haben? Ist wie in den anderen Bundesländern eigentlich auch:
        Top Gehalt, weniger Unterrichtsverpflichtung, Aufstiegschancen bis A16, bessere Lobby.

      • An den Gymnasien existiert de facto kein Lehrermangel (ausgenommen Physik, Informatik und teils Mathe), an den Gesamtschulen auf den Sek II Stellen ebenso wenig. Vielmehr beginnt in diesem Bereich gerade eine Lehrerschwemme. Es ist also wichtig, gezielt gegenzusteuern, sodass weniger Abiturienten Lehramt GY studieren und mehr HR, Sopäd oder GS. Daher untermauert Ihr Beispiel lediglich meine oben angeführten Vorschläge.

        • Ich habe vor 2 Jahren mit den Fächern Mathematik und Informatik kein Stellenangebot am Gymnasium erhalten, obwohl fast jede Schule dort einen Mangel aufweist. Am Gymnasium fehlen definitiv Lehrer in bestimmten Fächern, aber aktuell werden bis auf die Abordnungen keine neuen Stellen geschaffen. Die neuen Stellen sind dann aber erst ab 2026 einplanbar. Selbst die wenigen vorhandenen Lehrkräfte werden dort aktuell nicht eingestellt.

          Zudem wird man durch gegensteuern wenig bewirken. Im Primärbereich sicherlich durch mehr Studienplätze. Nur wird mehr Geld nicht zur Arbeit in der Sonderpädagogik oder der Hauptschule führen. Man entscheidet sich bewusst für oder gegen eine Schulform bzw. Fächer. Die wenigsten werden nach dem Abi aufgrund der Besoldung entscheiden Deutsch und Geschichte für Sek 2 zu studieren, sondern wollen in aller Regel an einem Gymnasium bewusst arbeiten. Im Bekanntenkreis gibt es viele mit einer Abordnung an die Grundschule und Gesamtschule. Kaum jemand möchte dort dauerhaft bleiben. Es ist für die meisten ein notwendiges Übel, um danach ans Gymnasium zu gehen.

          • „Im Primärbereich sicherlich durch mehr Studienplätze.“

            Nein. Sie unterschätzen die Studieninteressierten. Keiner macht eine gleichwertige 7 Jahre dauernde Ausbildung, um dann mit A12 lebenslang 500 Euro weniger zu verdienen als am Gymnasium, BK oder Sopä.
            Das ist nebenbei dann auch schlicht unfair und in Zeiten von Gleichberechtigung und gleichwertiger Ausbildung nicht mehr zu vermitteln.
            Oder glauben sie jeden Tag steht ein Blöder auf, der sich trotz gleichlanger Ausbildung für A12 abspeisen lässt?
            Aber ob das reicht die Stellen zu füllen?
            Schon jetzt fragen sich die aktuellen Studierenden des Grundschullehramts wieso ihr Master weniger wert sien soll als der eines Sopä? In Dortmund sind über die Hälfte der Kurse identisch…

      • Mit A13 für Gymnasiallehrkräfte stellt man sicher, dass diese in Zukunft mit A13 die Aufgaben in den Grundschulen und den SekI-Schulen übernehmen, die wenigen Lehrkräfte dort arbeiten sie dann gleichzeitig mit den Studierenden und Vertretungen unentgeltlich ein und gehen mit A12 nach Hause.

    • Entbürokratiesierung? Es gibt doch keine Schulneubauverordnung mehr in NRW, so dass zwischenzeitlich die Leitlinien für Ersatzschulen herangezogen werden mussten.

    • Die anderen 299 Punkte wuppt die mit Digitalisierung beauftragte Lehrkraft ganz nebenher,
      natürlich unentgeltlich und ohne Ausgleich, das hat sich ja bei allen anderen Sachen bisher auch bewährt.

  2. Erstmal bitte mehr Lehrer und mehr Zeit für die Kinder, damit die lesen und schreiben lernen.
    Dann können wir über Digitalisierung reden.
    Digitalisierung ist sicherlich sinnvoll und notwendig, kann aber nicht ohne die Grundlagen – und die Ressourcen zur Vermittlung derselben – stattfinden.
    Lesen und Schreiben lernen als Grundlage für alles, auch für die Nutzung digitaler Möglichkeiten, beginnt in der Grundschule und wird weitergeführt in den ersten Klassen der Sekundarstufe. Genau da müssen mehr Ressorucen hin, nicht zu vergessen auch eine andere Besoldung!

    • Das extrem zeitaufwändige Lesen und Schreiben lernen, kann man doch auch bleiben lassen.
      Alle Kinder sitzen mit Kopfhörer und Mikrofon vor ihrem Tablet, lassen sich die Texte vorlesen und bearbeiten entweder Multiple Choice Aufgaben oder sprechen ihre Antworten ein!
      Statt einen Aufsatz zu schreiben, stellen sie kleine animierte Bildergeschichten her.
      Rechnen wird gestrichen, das kann der Rechner eh besser und schneller, dafür kommt Programmieren auf den Lehrplan.
      Selbst die Pausen könnten sie mit Logik-Spielen am Tablet am Platz verbringen. Das würde auch den Reinigungsaufwand senken.
      Schule muss einfach mal neu gedacht werden! Packen wir es an!
      Ironie off

  3. Es lahmte schon lange, stolperte mehr und mehr, und jetzt geht es gar nicht mehr voran. Vielleicht hilft ein neuer Sattel für das tote Pferd.

    • Mit dem iSattel wird es gehen! Den schnallt sich der motivierte Reiter um und trägt das tote Tier, unter ätzen und schnaufen, in Richtung Ziel. Dafür bekommt er jetzt auch endlich etwas: Einen schönen neuen Digitalisierungsbeauftragen-Orden für die Brust.

      Toll! So wird es gehen!

  4. Rofl. Jede Schule einen Breitbandanschluss bis Ende 2022. Ja, in 3 Monaten kommt der Weihnachtsmann.

    Als iPad Schule haben wir jetzt eine 200Mbit Leitung bekommen, welche sehr wackelig ist. Wir Lehrer können mittlerweile meist recht sicher ins Netz. Dafür die Schüler nicht. Nur funktionieren mache Apple Produkte nur, wenn sie mit dem Internet verbunden sind.

    Wie kommen die Schüler ins Netz? entweder dee Lehrer spendiert eine Runde Hotspot über sein privates Handy oder die Schüler machen es mit ihrem Handy. Wobei aber eigentlich das Handy ja ausgeschaltet im Spind liegen soll.

    Das Glasfaserkabel liegt in 500m Entfernung. Da könnte man dann eine 1Gbit Leitung bekommen. Für 800 Endgeräte.

    • Brennpunkt geht auch ohne Breitband.
      Brennpunkt mit Kuperkabelanschluss geht gar nicht, so blöd, dass die SuS die Buntmetallpreise nicht auf dem Schirm haben, sind sie dann doch nicht. Zumindest weiß der Baba bescheid.

  5. – Zunächst stellt sich doch die Frage, warum die Gelder aus dem Digitalpakt bislang nicht vollständig abgerufen worden sind. Was ist aus diesem Versagen gelernt worden? Was soll in Zukunft besser werden? Wer nicht aus seinen Fehlern lernt, wird sie wiederholen.

    – Welche Vorbildung benötigt man als Digitalisierungsbeauftragte/r? Braucht man beispielsweise ein Informatikstudium oder einen Master in eEducation? Und wer verfügt heute bereits über diese Vorbildung? Oder sollen sich die LuL ohne Vorkenntnisse in die neue Aufgabe einarbeiten und damit dem Vorbild ihrer NRW-Schulministerin folgen?

    – Weiterhin stellt sich die Frage, wann LuL und zukünftige Digitalisierungsbeauftragte fortgebildet werden sollen. Solange es noch so viele unbesetzte Stellen im Schuldienst gibt, können LuL gar nicht für die umfangreichen Fortbildungsmaßnahmen freigestellt werden. Genauso wie die Digitalisierungsbeauftragten nicht freigestellt werden können. Denn wer unterrichtet dann noch?

    – Genauso stellt sich die Frage, wann die Digitalisierungsbeauftragten ihren umfangreichen Aufgaben nachkommen werden. Wird dafür noch mehr Unterricht ausfallen?

    – Fazit: Das Schulsystem, das bereits jenseits seiner Kapazitätsgrenzen arbeitet, bekommt umfangreiche neue Aufgaben, aber keine entsprechenden (insbesondere temporären und personalen) Ressourcen. Das kann nicht gut gehen.

    • „– Zunächst stellt sich doch die Frage, warum die Gelder aus dem Digitalpakt bislang nicht vollständig abgerufen worden sind. Was ist aus diesem Versagen gelernt worden? Was soll in Zukunft besser werden? Wer nicht aus seinen Fehlern lernt, wird sie wiederholen.“

      – Aufwändiges Medienkonzept muss von den Schulen erarbeitet werden, die nicht einmal Fachlehrer für Informatik haben (wenn sie überhaupt Informatikunterricht haben)
      – der Träger muss für alles in Vorkasse gehen und kann nur beten, dass er das am Ende vom Bund auch wieder erstattet bekommt (quasi eine finanzielle Runde Russisch Roulette)

      „– Welche Vorbildung benötigt man als Digitalisierungsbeauftragte/r? Braucht man beispielsweise ein Informatikstudium oder einen Master in eEducation? Und wer verfügt heute bereits über diese Vorbildung? Oder sollen sich die LuL ohne Vorkenntnisse in die neue Aufgabe einarbeiten und damit dem Vorbild ihrer NRW-Schulministerin folgen?“

      ‚Frau Schulze, da Herr Meier bereits Beauftragter für X und Y ist und Frau Schröder Beauftragte für Z, beglückwünsche ich Sie zu ihrer Ernennung zur Digitalisierungsbeauftragten.
      Leider gibt es keine Anrechnungsstunden und eine Höhergruppierung der Dienstbezüge gibt es selbstverständlich auch nicht.‘

      „– Weiterhin stellt sich die Frage, wann LuL und zukünftige Digitalisierungsbeauftragte fortgebildet werden sollen.“

      1) in den Ferien und am Wochenende
      2) nach 17 Uhr
      3) gar nicht

      Eins, zwei oder drei – letzte Chance vorbei. Ob du wirklich richtig stehst, siehst du wenn das Licht an geht.

      „– Genauso stellt sich die Frage, wann die Digitalisierungsbeauftragten ihren umfangreichen Aufgaben nachkommen werden. Wird dafür noch mehr Unterricht ausfallen?“

      Natürlich wird dafür kein Unterricht ausfallen oder fällt für die anderen zusätzlichen Aufgaben Unterricht aus? Und ob die Beauftragten ihren Aufgaben nachkommen werden? Kommen denn die anderen Beauftragten ihre umfangreichen Aufgaben vollumfänglich nach? Die Antwort kennen Sie doch hoffentlich.

      „– Fazit: Das Schulsystem, das bereits jenseits seiner Kapazitätsgrenzen arbeitet, bekommt umfangreiche neue Aufgaben, aber keine entsprechenden (insbesondere temporären und personalen) Ressourcen. Das kann nicht gut gehen.“

      Ach was, nicht so pessimistisch! Et hätt noch immer jot jejange und irgendwo sind die Lehrer ja auch selber Schuld, denn so einen richtigen Aufstand gegen die Maßnahmen (wie auch immer der aussehen soll) habe ich auch noch nicht erlebt (aber da bewerte ich mich keineswegs besser als meine Kollegen – wir funktionieren alle, immer, jederzeit, still weiter).

  6. Na klar ist die Digitalisierung gaaaanz wichtig. Ich kenne eine Klasse, die im Ganztag lediglich 27 Wochenstunden hat ….

    Da ist jeweils nach der letzten Stunde vor der Mittagspause Schulschluss. Und ohne Ausbau der Netze bis an die letzte Milchkanne können einige der SuS zuhause nicht daddeln.

  7. Tempo ist das große Thema. Tempo beim Impfen, Tempo beim Umweltschutz, Tempo bei der Digitalisierung. Ja. Bald geben wir Gas! Da drücken wir mal richtig auf die Tube! Und wem die Änderungen vom Schulministerium jetzt schon schnell vorkamen, der wird sich wundern was noch kommt! Da wird die eine oder andere aber Tränen in die Augen bekommen, von soviel Geschwindigkeit.
    Mal eben Handzeichen: wer glaubt noch, dass nach den Wahlen das Tempo wo anders hingeht? In die Wirtschaft vielleicht und von da mit Tempo in die Taschen der Politiker? Wer weiß.
    Vor den Wahlen spielten Kinder keine Rolle, nach den Wahlen sicher auch nicht. Wenn die nicht mal für die Wahlversprechen genutzt wurden, glaubt doch keiner ernsthaft, dass sich etwas ändert.
    Leider ist alles eine halbherziger Kaschperleveranstalltung. Angefangen bei der Demarodisierung der Schulen, über die Lehrerinnengehälter und die Digitalisierung, hin zu Arbeits- und Gesundheitsschutz.
    Alles Scheinversprechen, die von vornherein nicht umsetzbar waren. Und ich denke ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass die Damen und Herren Juristenpolitiker das auch genau so geplant haben. Bundesweit. Denn gibt es auch nur ein einziges Bundesland, in dem das Thema Bildung auch nur ansatzweise akzeptabel angegangen wird? Es sind ja nun mal alle Parteien beteiligt. Da kann keiner auf den anderen zeige (was aber natürlich keine Partei davon abhält, es dennoch zu tun).
    Der Wahlkrimi am heutigen Sonntag wird das auch nicht ändern.
    Vielleicht sollte man politische Propaganda in den Schulen einführen. Staatlich gefördert würde das der Renner.
    Aber solange wir ein Wirtschafts(bestimmtes)land sind, ist das ja nicht nötig.
    Gute Nacht! Weckt mich, wenn die Stunde vorbei ist.

  8. Na dann war jetzt genug Zeit, sich mit Unternehmen, Betrieben und Autor*innen abzusprechen, damit dann auch nur deren Produkte demnächst verwendet werden. Die Schulbuchindustrie hat jetzt fast 20 Jahre die Digitalisierung mit sowas wie Kopier Verträgen und lower Stimmung über open educational ressources beschränkt, die KMK unterschrieben und die Länder fröhlich millions bezahlt. Der Brockhaus war nur die Spitze des Eisbergs. Digitalisierung bedeutet auch Abkehr von curriculum und vorgesetzter Unterrichtsplanung, das muss erstmal gewollt sein…

  9. Müssen auch keine Rolle spielen, adipöse Kinder rollen von selber.

    Wenn Sie von einem Raum-Zeit-Kontinuum ausgehen bedeutet Distanzunterricht ja, dass in ferner Zukunft – also zeitlicher Distanz – die digitalen Ressourcen zur Verfügung stehen könnten. Außer natürlich es kommt zu einem Linksrutsch, dann verschiebt sich natürlich alles – hat die CDU gesagt. Wenn die FDP ohne Pinkwart und gebauer an der regierung ist, könnte es vermutlich besser werden. Besser schlecht digitalisieren als gar nicht. Mit Lindner ist im binären System der FDP die Null schon besetzt, fehlt der FDP nur noch die Eins

  10. Ich sehe das ähnlich wie einige Vorposter hier. Ich arbeite an einer sehr gut ausgestatteten Gesamtschule (digitale Whiteboards und AppleTV in allen Klassenräumen, IPad Oberstufe, mehrere Sätze IPads für die S1, 3 Informatikräume), die Qualitär unseres Unterrichts ist dadurch aber nicht besser geworden. Der Administrationsaufwand ist enorm (2 Kollegen teilen sich 9 Entlastungsstunden), es gibt Softwareprobleme (müssen auf den Schulgeräten Office 2016 nutzen, obwohl der Träger für Office365 zahlt -> Datenschutz), Hardwareprobleme dauern häufig Wochen bis siw gelöst sind, der Datenschutz zwingt uns zwei Systeme parallel laufen zu haben (Pädagogisches und Verwaltungsnetz), viele Kuk nutzen keine 10% der Möglichkeiten (gute anwendungsbezogene Fortbildungen sind mangelware), digitale Unterrichtsvorbereitung dauert je nach individuellen Fähigkeiten der Lehrkraft u.U. viel länger als die analoge Vorbereitung, es mangelt in der Oberstufe an guter Verwaltungssoftware (SuS zocken extrem viel auf ihren IPads) usw usw

    An meiner alten Schule (Gymnasium mit Kreidetafel) war die durchschnittliche Unterrichtsqualität eindeutig besser.

    Digitalisierung der Digitalisierung wegen ohne entsprechende Konzepte und zeitlichen Vorlauf um die Infrastruktur aufzubauen und LuL aus- fortzubilden ist Gift für das System.

    • „2 Kollegen teilen sich 9 Entlastungsstunden“. Ich bin MeKo einer Grundschule. Auch wir haben Whiteboards, iPads usw., wir müssen Konzepte erstellen, bei Förderanträgen der Stadt „mal eben“ x Seiten Anträge ausfüllen, uns selbst und die Kollegen fortbilden und sind bei Problemen natürlich erster Ansprechpartner. Entlastungsstunden? Fehlanzeige. Insofern darf sich die SL gern jemand neues als „Digitalbeauftragten“ suchen.

    • „(2 Kollegen teilen sich 9 Entlastungsstunden)“

      Wow, das sind ja ganze 4,5 Entlastungsstunden, die Glücklichen! Ihr werdet ja ganz schön verwöhnt bei euch an der Schule 😉

      Bei uns ist der Höchstsatz 2 Entlastungsstunden für den Hauptbetreuer (das heißt, der Rest der Betreuer bekommt 1 oder keine Entlastungsstunde dafür).

      Ansonsten kann ich die Zustände 1:1 (wobei es da sogar noch mehr Pools und außerschulische Akteure gäbe) auf meine Schule übertragen.

  11. Sorry, was Schule nicht braucht, sind Lehrkräfte, die „nebenbei“ und zusätzlich noch für die IT an ihren Schulen zuständig sind. Wir haben insgesamt 3 Kollegen, die sich echt gut kümmern, aber zusätzlich zu ihren 25,5 Stunden. Immerhin bekommen sie einen Teil ihrer IT Arbeit vergütet. Trotzdem, da gehört ein echter IT-Mensch hin. Ja, mit einem gescheiten Gehalt. Aber nein, Schule darf ja nichts kosten. Dummerweise hab ich noch in den Ohren, dass die Kinder und die Schüler sooo wichtig sind. Würden die KuMis das ernstnehmen, würde man in IT, Gebäude, A13, kleinere Klassen usw. investieren müssen. Also doch lieber nur Lippenbekenntnisse…

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