1.546! Landkreis verzeichnet bei Schülern neuen Inzidenz-Rekord – Arzt berichtet von Corona-Partys unter Jugendlichen

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MÜNCHEN. In Bayern gerät die Corona-Lage insbesondere unter Kindern und Jugendlichen außer Kontrolle. Im Kreis Berchtesgadener Land ist die Inzidenz unter Fünf- bis 14-Jährigen auf den schlimmsten Rekordwert in Deutschland überhaupt gestiegen: 1.546 Corona-Neuansteckungen in der Altersgruppe binnen sieben Tagen auf 100.000 Menschen bezogen werden dort aktuell registriert. Zur ohnehin prekären Situation, die offenbar durch den Verzicht auf die Maskenpflicht im Unterricht des Freistaats angeheizt wurde – Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Wiedereinführung bereits in Aussicht gestellt –, könnte problemverschärfend ein neues Phänomen hinzukommen: Offenbar feiern Jugendliche Corona-Partys, um sich gegenseitig anzustecken.

Feiern statt impfen? Offenbar finden unter Jugendlichen Corona-Partys statt, um sich die jungen Leute bewusst gegenseitig anstecken. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

In Bayern gibt es mittlerweile sechs Landkreise, in denen die Inzidenzen unter Fünf- bis 14-Jährigen auf Werte über 1.000 gestiegen sind. Der oberbayerische Landkreis Miesbach gehört dazu: Dort beträgt die Inzidenz unter Fünf- bis 14-Jährigen 1.359, unter 15- bis 34-Jährigen 934. Treiber sind offenbar auch Corona-Partys unter Jugendlichen. „Früher gab es Rötel-Partys, bei denen sich Kleinkinder mit Röteln anstecken sollten. Heute veranstalten Einige Partys bei Corona-Positiven, um sich zu infizieren und danach sechs Monate als genesen zu gelten, um keine Tests machen zu müssen“, so berichtet Dr. med. Florian Meier, Ärztlicher Pandemie-Koordinator des Landkreises Miesbach, in einem Interview mit dem „Merkur“.

„Als ich es am Anfang gehört habe, habe ich es auch nicht geglaubt. Bei jungen Leuten ist das derzeit die ganz große Masche. Wenn sie weggehen wollen, brauchen sie einen PCR-Test und der kostet um die 80 Euro. Wenn ich aber als genesen gelten, kann ich mir den Test sechs Monate lang sparen.“ Auf die Frage, warum sie sich nicht einfach impfen lassen, antwortet der Arzt: „Das weiß ich nicht. Es wäre natürlich das Schlauste. Aber das machen sie nicht.“

„Schwere Verläufe sind bei jungen Menschen zwar selten, aber es gibt sie. Auch Long Covid ist nicht zu verharmlosen“

Dabei seien Infektionen auch für Heranwachsende gefährlich. „Das ist der Punkt. Schwere Verläufe sind bei jungen Menschen zwar selten, aber es gibt sie. Die Patienten auf der Intensivstation in Agatharied werden immer jünger. Wir reden von gesunden, sportlichen Menschen in ihren Zwanzigern und Dreißigern. Auch Long Covid ist nicht zu verharmlosen. Viele kämpfen Monaten mit den Folgen. Sich zu infizieren, um die Rechte zu haben, ist äußerst leichtsinnig“, sagt Meier.

Miesbachs Landrat Olaf von Löwis hat sich gestern mit einem dramatischen Appell an die Öffentlichkeit gewandt. „Innerhalb kürzester Zeit ist das gesamte Gesundheitssystem ans Limit gekommen. Unser regionales Gesundheitssystem ist überlastet! Zum Beispiel sind in unserem Krankenhaus in Agatharied, Stand heute Vormittag, alle Covid-19 Betten belegt. Die Intensivstation ist voll, aktuell kämpfen vier Patienten auf Intensiv gegen das Virus, 26 Patienten sind auf Normalstation und weitere 2 Patienten werden auf der Intermediate Care betreut. Im gesamten Rettungszweckverband gibt es kein Intensivbett für Covidpatienten mehr“, so berichtet er.

„Es ist wichtig, dass man das große Ganze betrachtet. Wenn regional keine Kapazitäten mehr vorhanden sind, müssen andere lebensbedrohliche Gesundheitszustände wie Verkehrsunfälle oder Herzinfarkte in weitergelegene Krankenhäuser verbracht werden, dringend notwendige Operationen z.B. für Krebspatienten sind in Gefahr. Jetzt gilt es, die Kurve der vierten Welle gemeinsam zu brechen. Ich appelliere an alle Veranstalter und Besucher, geplante Großveranstaltungen zu überdenken. Bedenken Sie bitte: Nicht alles, was erlaubt ist, ist derzeit auch sinnvoll. Die zusätzlichen Maßnahmen, die wir gemeinsam mit den anderen stark betroffenen Landkreisen erarbeitet haben und welche ab Montag gelten, sind nur ein Puzzleteil im Kampf gegen die aktuelle Welle. Es bedarf der Eigenverantwortung jedes Einzelnen, um die Welle zu brechen!“

Auch im nicht weit entfernten Berchtesgadener Land schrillen die Alarmglocken. „Seit Wochen haben wir im Landkreis steigende Coronazahlen, sowohl bei Inzidenz als auch Belegung in den Kliniken. Deshalb müssen in den Krankenhäusern bereits jetzt schon wichtige Untersuchungen und Eingriffe — wie im letzten Jahr — verschoben werden. Das geht massiv zu Lasten einer guten Gesundheitsversorgung. Auch die Arztpraxen sind zunehmend mit Infekten ausgelastet“, sagt Dr. med. Reinhard Reichelt, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands.

„Die Politik will uns glauben machen, dass die Pandemie vorbei sei. Die Ampeln stehen allerdings jetzt schon auf tiefrot“

„Die Politik will uns glauben machen, dass die Pandemie vorbei sei. Die Ampeln in den Südostbayerischen Landkreisen stehen allerdings jetzt schon auf tiefrot. Und der Winter steht vor der Tür. In der kalten Jahreszeit halten wir uns mehr in geschlossenen Räumen auf, in denen dann die Ansteckungsgefahr größer ist als im Sommer. Den Lockdown haben wir alle miterleben müssen. Nach der Anfangseuphorie zu Beginn des Jahres, als unser Landkreis als einer der ersten im Bundesgebiet mit Impfungen in den Arztpraxen begonnen hat, ist die Impfbereitschaft gesunken. Die Impfzahlen im Landkreis sind immer noch deutlich zu niedrig. Die Impfung ist die einzige Möglichkeit, irgendwann wieder zur Normalität zurückzukehren“, betont der Mediziner.

Die Landräte der betroffenen Landkreise in der Region und der Oberbürgermeister der Stadt Rosenheim hätten sich darauf verständigt, eine FFP2-Maskenpflicht einzuführen. „In allen Bereichen, wo bisher die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske galt, ist das Tragen einer FFP2-Maske Pflicht. Hierzu zählen beispielsweise Supermärkte, Einzelhandel, Freizeiteinrichtungen und der öffentliche Personennahverkehr.“ Ausgenommen von der FFP2-Maskenpflicht blieben Schulen und der Arbeitsplatz – „hier gelten weiterhin die bayernweiten Regelungen“. Bislang galt für den Unterricht: ohne Maske am Platz. In der kommenden Woche sind im Freistaat Herbstferien. Und anschließend wird es wohl wieder eine Maskenpflicht im Unterricht geben, wie Ministerpräsident Markus Söder in Aussicht stellte (News4teachers berichtete).

Auf Twitter schrieb er: „Wir stehen vor einem schweren Winter. Wir wollen keinen Lockdown, aber es gibt zwei Prioritäten: Die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs sowie die Sicherheit und Stabilität von Krankenhäusern.“ Ein Versprechen, dass es keinen Lockdown mehr geben wird (und wie es Söder eigentlich bereits gegeben hat), ist das nicht mehr. News4teachers

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71 KOMMENTARE

  1. Das war klar, dass es bei den aktuellen Regelungen zu solch völlig absurden Reaktionen wie Corona-Parties kommen würde! Ein herzliches Dankeschön an die Politik. Das habt ihr schön gegen die Wand gefahren mit der Spaltung der Gesellschaft.

    Ich bin auch 100% für das impfen, aber die aktuelle Route so Druck auszuüben führt in die falsche Richtung!

    Und Corona hat die Politik damit immer noch nicht im Griff!

    Good luck an alle!

    • Corona Partys als Folge von 2G und 3G, damit hätte ich nicht gerechnet. Zeigt aber wieder einmal, dass Überregulierung unvorhersehbare Folgen hat.

      • Mich nicht. Habe mich eher gewundert, das es so lange gedauert hat.
        Warum 8 Wochen warten bis die Impfung anerkant wird, dazu die teuren PCR Test, wenn man auf eine gscheite Party gehen möchte, wenn das Ganze auch in zwei Wochen zu haben ist.

        • Warum auch nicht.

          Leider ist in der Logik nicht die Gefährdung der eigenen Familie einkalkuliert. Die meinen bestimmt, dass die geimpften Eltern und Grosseltern safe sind.

          Tja, leider sprechen Impfdurchbrüche innerhalb der Familie eine andere Sprache. Und bei den Grosseltern ist die Impfung sicher über 6 Monate alt.

          Es haben einfach so viele verkackt, allem voran m.E. die Impfkommission, die für die Sommerferien die Freigabe hätte geben müssen. Dann wurden sie durch die Massnahmen der Schliessung von allem was Spass macht (nicht Schule) abgeschnitten.
          Und jetzt hocken sie wieder Wange an Wange maskenlos im Klassenzimmer. Wie soll man da auch einsehen, dass man ein Jahr lang am langen Arm verhungert ist, und sie jetzt wieder am Ende der Fresskette angelangt sind. Dann fallen auch noch die kostenlosen Tests weg, mit denen man Party machen konnte.

          Das ist auch ziviler Ungehorsam. Sie schiessen jetzt mit eigenen Mitteln zurück. Auf dumme Art, aber sie haben einfach keinen Bock mehr.

          Diese Hin und Her hat alle zermürbt, jetzt kommt sie Rechnung aus einer überraschenden Richtung. Das ist frustriertes Trotzverhalten von enttäuschten Teenagern.

          Gut gemacht, Politik. So klappt es noch schneller mit der Durchseuchung. Das wolltet Ihr doch.

      • Wenn überall die Masken fallen, warum dann keine Partys? Das Verhalten der Jugendlichen ist logisch! Die Politik redet gerade ständig davon, Corona quasi vorbei ist. Also endlich Party! Völlig nachvollziehen Ar.
        Das Elend ist ist vollkommen verschwurbelte Corona Politik. Sie, Dip, gehören leider dazu.

    • Hier beschwert man sich über die Regelungen, die zu solchen Exzessen geführt haben.
      An anderer Stelle fehlen die Regelungen, die Verhalten sinnvoll steuern.

      Solange die Gefahren durch die Entscheidungen der Politik verschwurbelt, verharmlost, verschleiert werden, muss sich keiner wundern, wenn die Menschen „sehr individuell und verhaltenskreativ“ reagieren.

      Klare Signale wären gewesen:
      Überall da, wo Gefahr besteht sich zu infizieren (auch an/für Geimpfte) gibt es verpflichtende Sicherheitsvorkehrungen.
      Da, wo Menschen hingehen müssen, werden sie geschützt und gezwungen, sich gegenseitig zu schützen – Luftfilter und Masken und Abstand in Geschäften, an der Tankstelle, in der Schule, beim Arzt. Vielleicht brauchen wir in gewissen Bereichen auch die Impfpflicht (mit medizinischen Ausnahmen, die dann aber anders geschützt werden und schützen müssen).
      Keiner darf dazu gezwungen werden, sich in ungeschützte Situationen zu begeben – genau das aber ist in der Schule der Fall.
      Überall da, wo Menschen freiwillig hingehen, kann jeder für sich die Verantwortung selbst übernehmen. Wer das Risiko zu hoch findet, sich aber nicht impfen lassen will, kann dann darauf verzichten in die Kneipe zu gehen.
      Vielleicht würden dann nicht so viele Menschen – und sicher auch Kinder/Jugendliche – falsche Schlüsse ziehen und die o.g. Fehlentscheidungen treffen…

      Ich denke, unser Bildungssystem ist schon so lange marode, dass es einfach zu viele gibt, die merkwürdigen Theorien aufsitzen und dies nicht aufgrund ihrer Vorbildung und eines gesunden Menschenverstandes bemerken (können?).
      Es ist ja im Grunde genug erklärt worden. Ich denke, auch in Schulen war das der Fall.
      Da aber gleichzeitig genug schlechtgeredet wurde, die „armen Kinder“ über die Maßen bedauert, ihnen schon fast das „psychische Leiden“ nachgetragen wurde, ist doch klar, dass sie sich dann auch so verhalten.
      Wir kennen das Phänomen schon lange von sog. LRS- oder ADHS-Kindern – einmal herbeigeredet, brauchen weder Eltern noch Kinder eine Diagnose, um sich zu jeder Zeit und in jeder (ihnen gerade unangenehmen) Lebenssituation mit dem Spruch rauszuziehen „Ich muss das nicht machen, ich habe doch…“ Im Zweifelsfall lernen diese Kinder dann niemals richtig lesen, ihnen wird niemals soziales Verhalten oder Empathie nahegebracht, geschweige denn von ihnen verlangt… (Ich rede hier ausdrücklich nicht von tatsächlich eingeschränkten oder kranken Kindern – nur, damit mir hier nicht gleich ein Shitstorm folgt nach dem Motto: Mein Kind kann aber wirklich nicht… Ja, solche Kinder gibt es und glauben Sie mir, liebe Eltern, ein halbwegs erfahrener Kollege weiß das schon zu unterscheiden, den Fall der Fälle zu erkennen und differenziert zu berücksichtigen!)

  2. Mein Tipp als „Hobby-Psychologe“ 😉 ist, dass die Jugendlichen angesichts der vollkommen abstrusen und permanent widersprüchlichen Aussagen und Entscheidungen seitens der Politik, die sie zu Objekten derselben machen, nun das Heft des Handelns wieder in die eigenen Hände nehmen wollen – entgegen der damit verbundenen bestehenden Risiken.

    Sie sind es schlicht leid, immer nur als Verfügungs- und Verschiebemasse behandelt und entmündigt zu werden.
    Stattdessen wollen sie endlich wieder „Selbstwirksamkeit“ spüren – auch wenn damit entsprechende Rsiken verbunden sind.

    Man kann das als unverantwortlich verurteilen – auf der anderen Seite entziehen sie sich aktiv dem Zugriff z.T. schwachsinniger, rücksichtsloser und – wie gesagt – überwiegend widersprüchlicher Anweisungen von oben.

    Das ist insofern ein nachvollziehbarer Akt des zivilen Widerstandes gegen offenkundige Willkür des Staates, die sich eben erkennbar gegen genau diese Altersgruppe wendet.

    Dass hier weiter Gefährdungspotentiale für andere wieder zunehmend vulnerable Gruppen wird außer Acht gelassen…denn an allen Ecken und Enden wird ja bestätigt, dass diese Altergruppe bereits gewaltige Oofee gebracht hat … allerdings ohne spürbare sinnvolle Maßnahmen zugunsten eben dieser Gruppe zu ergreifen.

    Sie eignen sich eben gut dazu, die ideologischen Ziele und Beschlüsse der entsprechenden Ministerien zu untermauern – aber dass diese Ministerien faktisch etwas für diese Gruppe tun – dazu reicht es eben nicht.

    Wie hieß doch gleich die berühmte Auto-Reparatur-Buchserie in den 70ern??
    „Jetzt helfe ich mir selbst!“

    Das fanden die Werkstätten damals auch scheiße, weil sie dadurch weniger verdient haben. Similarität???

    • „Das ist insofern ein nachvollziehbarer Akt des zivilen Widerstandes gegen offenkundige Willkür des Staates, die sich eben erkennbar gegen genau diese Altersgruppe wendet.“

      Ach ja? Willkür des Staates? Jede/r Zwölfjährige kann sich inzwischen problemlos impfen lassen, und wenn davon ausreichend Gebrauch gemacht wird, gibt es auch keine Einschränkungen mehr. Kann man mal aufhören, böse Absichten gegen bestimmte Bevölkerungs- oder Altersgruppen zu erfinden?!

      Corona-Partys: Das ist neben der Selbstschädigung vorsätzliche Gefährdung der Allgemeinheit, dafür sollte es vierstellige Bußgelder geben, die bei Minderjährigen die Eltern zu zahlen haben!

      @Ich muss da mal was loswerden: „Ich bin auch 100% für das impfen, aber die aktuelle Route so Druck auszuüben führt in die falsche Richtung!“

      Demnächst schlägt noch jemand vor, Juwelierläden nicht mehr mit Panzerglas zu sichern, damit die Einbruchsschäden am Gebäude geringer ausfallen.
      Und bloß kein Druck auf die Impfunwilligen, die in Gruppen mit heruntergezogener Maske in der S-Bahn herumpalavern und sich ‚ihres Lebens freuen‘.

      • Ja, das verstehe ich ja, aber das es so wie jetzt gerade nicht weiter geht, sieht man ja auch, oder? Die Impfquoten steigen ja nicht.

      • „@Corona-Partys: Das ist neben der Selbstschädigung vorsätzliche Gefährdung der Allgemeinheit, dafür sollte es vierstellige Bußgelder geben“
        Wenn die Bevölkerung da zur Kasse gebeten wird, müssten da aber auch die Kultusminister für ihre Coronadauerparty in den Schulen zur Kasse gebeten werden.

        „Und bloß kein Druck auf die Impfunwilligen, die in Gruppen mit heruntergezogener Maske in der S-Bahn herumpalavern und sich ‚ihres Lebens freuen‘.“
        Die geimpften Rüpel, für die sich Corona erledigt hat, sind aber leider auch nicht zu unterschätzen. Abstand halten wird immer schwieriger und dumm angemacht wird man auch, wenn man um Abstand bittet.

      • @Willi: Zu ihrer Anmerkung: „Ach ja? Willkür des Staates? Jede/r Zwölfjährige kann sich inzwischen problemlos impfen lassen, und wenn davon ausreichend Gebrauch gemacht wird, gibt es auch keine Einschränkungen mehr. Kann man mal aufhören, böse Absichten gegen bestimmte Bevölkerungs- oder Altersgruppen zu erfinden?!“.

        Erstens bedeutet eine hohe Impfquote leider nicht unbedingt, dass es keine Einschränkungen gibt. Das wurde von der Politik lange so erzählt, aber darauf würde ich mich nicht verlassen. Und in diesem Forum ist oft genug zu lesen, dass viele trotz der Impfung bspw. auf eine Maskenpflicht bestehen (und dies ist eine Einschränkungen).
        Zweitens ist insbesondere die Impfquote und Booster-Impfquote bei den älteren Personengrupppen entscheidend. Warum? Weil das Risiko schwer zu erkranken für einen 60-jährigen, selbst wenn er geimpft ist, immer noch deutlich höher ist als für einen ungeimpften Jugendlichen. D.h. der geimpfte 60-jährige, der auf 2G Veranstaltungen geht, bei denen keinerlei weitere Schutzmaßnahmen vorhanden sind, geht – statistisch gesehen – ein viel höheres Risiko ein, als ein ungeimpfter Jugendlicher auf einer Corona Party. Dennoch wird dem 60-jährigen in einer solchen Situation nicht vorgeworfen, dass er rücksichtslos ist, weil er möglicherweise dadurch unser Gesundheitssystem an die Belastungsgrenze bringt.
        (Um noch eines klarzustellen – Ich befürwortekeine Corona-Parys von jugendlichen – ganz im Gegenteil. Aber man muss die Risiken schon ins Verhältnis setzen).

      • @Willi: Bzgl. ihrer Idee mit den Bußgeldern: Das ist wieder mal eine dieser Ideen, die scheinbar das Problem beseitigen könnten, aber in der Praxis kaum Wirkung haben werden. Wie soll man solche Partys finden? Wie möchte man denn bitte nachweisen, dass jemand eine solche Corona-Pary feiert? Wie möchte nachweisen, dass alle Besucher einer solchen Party davon wussten, dass ein Gast infiziert ist und dass sie dorthin gekommen sind um sich zu infizieren.

        Im Laufe der Pandemie gab es leider schon viel zu viele Ideen, strikte Maßnahmen, die nicht funktioniert haben noch strikter zu machen, bis diese endlich funktionieren. Am Ende hat es meist nicht viel gebracht. Am Beispiel der No-Covid und Zero-Covid Strategien sieht man sehr schön, wie „im Modell“ erdachte Funktionsweisen in der Praxis scheitern. Wo sind denn eigentlich die ganzen ehemaligen No-Covid und Zero-Covid „Experten“ heute? Hat ja toll geklappt in Australien bisher.

        Im konkreten Fall kann man sagen, dass 2G und 3G sowie das Zurückfahren der kostenlosen Tests offenbar die Corona-Partys begünstigen. Anstelle also 2G/3G zu überdenken wird von Ihnen die nächste Maßnahme vorgeschlagen: Hohe Strafen. Für deren Umsetzbarkeit wären dann aber wieder mehr Kontrollen – auch im Privatbereich – notwendig. Glauben Sie wirklich, dass dies wirkt? In einem Kommentar zu einem anderen Artikel gab es böse Sprüche, weil ich zwischen solchen Maßnahmen und dem späteren Wahlverhalten von Erstwählern einen Zusammenhang hergestellt habe. Aber glauben Sie wirklich, dass die Jugendlichen ihre Enttäuschung bei ihrer nächsten Landtags- oder Bundestagswahl vergessen haben werden? Die Corona-Partys an sich spiegeln doch schon eine Abstimmung mit den Füssen wieder.

        M.E. hat die Politik viel Vertrauen verspielt, indem sie viele unsinnige und widersprüchliche Maßnahmen beschlossen hat. Manchen davon, gerade in Bayern, wurden von den Verwaltungsgerichten entweder direkt gekippt oder im Nachgang als nicht zulässig erklärt (z.B. Ausgangssperre). Und dieser Vertrauensverlust färbt nun auch auf sinnvolle Maßnahmen, wie die Impfung ab. Das Vertrauen, dass im Rahmen der Pandemie verspielt wurde, kann erst über Jahre wieder aufgebaut werden.

  3. Logo. Wer 6-8 Stunden täglich mit 30 Personen ohne Maske VERPFLICHTEND nebeneinander hockt, kann auch Parties feiern. Und schließlich gelten SuS als getestet. Damit sind doch alle Vorsichtsmaßnahmen erfüllt und die Party kann als 3G Veranstaltung gelten.

    Das wird doch von Politik genau so kolportiert. Und das ist das Ergebnis. Wer hätte das nur gedacht?

    Herzlichen Glückwunsch an die Politik, die GAR NICHTS tut, um Schulen zu sicheren Lernorten zu machen, an denen sich ALLE wohlfühlen: Maskengegner und – befürworter.

    Z.B. flächendeckende, vielleicht sogar verpflichtende und vor allem unbürokratische Ausstattung mit Luftfiltern! Aber das kostet ja. Hauptsache die Landtage sind bestens ausgestattet und unsere wichtigen, gewählten Volksvertretern angemessen geschutzt.
    Das „restliche“ Geld eben „sinnvoller“ investiert, als in die Gesundheit der an Schule Beteiligen: z.B. in die Gorch Fock, die von Herrn Scheuer verursachten Kosten für den Irrsinn mit der Maut, …

  4. Die Jugendlichen machen genau das, was ihnen die Politik vorgemacht hat. Es gilt die Losung isch over. Die Pandemie ist vorbei und eine Ansteckung für Jugendliche wird als Schnupfen betrachtet. In der Schule sitzen diese Jugendlichen ohne Maske nebeneinander, es gibt klassengemischte Fächer, Schulausflüge, Theaterbesuche und Schulbälle werden geplant. Am Wochenende ist Partytime in der Disco, die die Regeln nachlässig kontrolliert. Ich würde als 16 jähriger so eine Pandemie auch nicht mehr ernstnehmen.
    Im oberbayerischen Seenland ist auch die Schwurblerdichte relativ hoch, die Anzahl der chakren bestimmenden Heilpraktiker übertrifft wahrscheinlich jedes andere bundesdeutsche Gebiet. Man vertraut auf das eigene Immunsystem und die persönliche berggestählte Fitness, die beim Privatdoc jährlich analysiert wird.
    Das Virus blieb in diesen Enklaven abstrakt. Das erklärt das fahrlässige Verhalten dieser Jugendlichen. Ich mache diesen Jugendlichen keinen Vorwurf, sie reagieren nur auf das, was ihnen diese dekadente Gesellschaft vorlebt.

    • Ich glaube eher nicht, dass die Jugendlichen sich über Chakren irgendwas schön reden. Ansonsten stimme ich zu. Sie werden sowieso dem Virus zwangsausgesetzt, Party ist nur die Kür zu dem, was sie ohnehin erleben.

      • Ich bezog mich dabei auf die Eltern. Ich habe in Elternbeiräten sehr viele Querdenker erlebt, deren einziges Bestreben die Abschaffung der Maskenpflicht war. Die Freien Wähler sind in dieser Gegend auch sehr aktiv.

      • Was haben Sie denn seit Krefeld oder seit Schulmails oder Baden-Würtemberg oder Bayern oder Thüringen etc.nicht mitbekommen? Landesregierungen????

        • Bei dem Fall in Krefeld geht es aber darum, dass die Landesregierung die von der Stadt verordnete MaskenPFLICHT gekippt hat. Das jemand gezwungen wird, eine Maske abzulegen, die er freiwillig trägt, wäre mir auch neu. Da schließe ich mich mal „Mupitz“ an bei der Frage nach Belegen!

  5. Wer sich morgens in der Schule zwangsdurchseuchen muss, sollte das abends auch freiwillig tun dürfen. Auf ihre körperliche Gesundheit nimmt die Politik keine Rücksicht und für ihre psychische Gesundheit sorgen sie jetzt selbst. Hier wird dieser verlogenen Schulen-sind-sicher und junge-Menschen-haben-nur Erkältung- Politik eiskalt der Spiegel vorgehalten. Wenn Politiker auf diesem Schulwahnsinn bestehen und dauerwiederkäuen, dass Infektionen ausschließlich in Schulen hinein- aber nicht hinaus getragen werden, bekommen sie jetzt genau das. Im übrigen feiern auch die jüngeren Kinder selbstverständlich Geburtstag zusammen, denn morgens spielen und lernen sie schließlich auch gemeinsam ohne Abstand und Masken. Das ist die neue Realität und nein, die jungen Leute leiden jetzt nicht mehr unter Kontaktbeschränkungen!

    • Mir kam auch als Erstes der Gedanke… jetzt da auch in NRW die Maskenpflicht im Klassenzimmer fällt, ist es nichts anderes als eine riesen Party – und das jeden Tag! Wo ist da der Unterschied (ob morgens oder abends)? Die Jugendlichen sind ja auch nicht blöd.

  6. Mooooooment mal, wie viele Coronaparties und wie viele Teilnehmer sind denn verlässlich überhaupt bisher dokumentiert?
    Erinnert bissl arg stark an die Phase, wo „die bösen Lehrer die Viren in die Klassen trugen“ … oder?

    • Genau, Dill, da bei den Parties wohl keine Lehrer dabei sind, kann ja auch nix passieren!
      Es sind ja die bösen, geimpften Lehrer, die in ganz Deutschland die Inzidenzen in die Höhe treiben, weil sie partout nicht zu Hause bleiben, die faulen Säcke, die!

    • @Dil: Guter Einwand. Wenn ich genau überlege, können die Corona-Partys eigentlich nur ein seltenes Randphänomen sein, welches kaum Einfluss auf die Gesamtsituation hat, da die Inzidenzen dafür sonst zu niedrig sind. Aber ich frage mich dennoch, wieso nach vier Wochen ohne Maskenpflicht in Bayern einige Jugendliche die Corona-Partys als notwendig erachten. Offenbar geht die Durchseuchung über die Schulen doch nicht so schnell wie befürchtet.

      • Lieber Dip,
        …guter Gedanke…dann liegt es vielleicht doch wieder an den LuL,die sich standhaft gegen eine Durchseuchung wehren, indem sie – als Superspreader – diesem Plan der KuMis einen Strich durch die Rechnung machen und zum einen Abstand halten (pfui bah), zum zweiten Lüften (pfui Teufel) und zum dritten FFP2- MAsken tragen (ohGott-ohGott).
        Da müssen wir uns dann nicht wundern, wenn die KuMis sich absehbar gezwungen sehen, den LuL das Masketragen zu untersagen (als Argument wird dann wahrscheinlich die psychische Gesundheit der SuS angeführt, die durch die Dauervermummung der Lehrkräfte emotionale Defizite aufbauen und somit langanhaltende Deformationen erleiden 😉 )

        Wir sind aber auch einnundankbarer Berufsstand…immer am Meckern, nie sind wir zufrieden, manipulieren die armen SuS mit links-ökologisch-versifften Ideologien und haben dabei doch nur unsere eigene Freizeit im Blick, die wir feiernden und passend in Bars und Edelrestaurants verbringen und dabei die Massen von „Kohle auf den Kopp kloppen“, die wir für unser Nichts-tun von Vater Staat bekommen.
        Herrlich ist es ein Diener diese Systems zu sein!!

        Ironie oft 😉

  7. „Ein Versprechen, dass es keinen Lockdown mehr geben wird (und wie es Söder eigentlich bereits gegeben hat), ist das nicht mehr. “

    So ein Versprechen war und ist verantwortungslos und alle, die sowas gesagt haben, sollten besser zurücktreten. Corona ist doch nicht Teil einer PLANwirtschaft… es ist eine Pandemie, die aktuell bewusst und vorsätzlich befeuert wird. Mit jeder sinnlosen Infektion steigt das Risiko auf die Omega-Mutation… jene, gegen die alle Impfstoffe wirkungslos sind.

    Dann ist Lockdown… und zwar ganz schnell.

  8. Und dann die GEW. Naiv? Dumm? Völlig praxisfern? Hauptsache, mal wieder eine Luftblase abgesondert? Mir fehlen die Worte.

    „[…] Die GEW-Chefin forderte dagegen generell eine Test­strategie, „die drei Tests pro Woche vorsieht“. Auch die Einhal­tung der AHA-Regeln sei für den best­mögli­chen Gesund­heits­schutz für Schüle­­rinnen und Schüler, deren Eltern und die Lehr­kräfte maßgeblich.[…]“
    https://www.rnd.de/politik/lehrergewerkschaften-pochen-auf-luftfilter-an-schulen-das-ist-schlicht-zu-wenig-TQQLPGIFVJD2VEMCIDVS7WQAX4.html

    Welche AHA-Regeln? Maskenpflicht wird bzw. wurde zum großen Teil schon abgeschafft, Abstände sind bei vollen Klassen ohne Wechselunterricht überhaupt nicht möglich! Wann war die Frau das letzte Mal in einem Klassenraum mit 30 SuS? Da kann oft nicht mal der Lehrer 1 Meter Abstand zur ersten Reihe halten. Handhygiene? In vielen Räumen gibt es nicht mal Waschbecken. Und ein Schuss Desinfektionsmittel am Morgen kann es ja nicht sein. Und natürlich gibt es bei uns auch Werder Luftfilter noch CO2-Ampeln.

    • @Leseratte
      Und wir haben nicht mal den Schuss Desinfektionsmittel, von den anderen Sachen ganz zu schweigen (Desinf.-mittel kaufen die Lehrer selbst oder auch nicht, Handwaschbecken werden trotz mehrfacher Bitten der KuK bei der derzeitigen Sanierung unserer Schule nicht wieder eingebaut).

  9. Ware Corona für Jugendliche wirklich gefährlich, würde niemand zu „Corona Parties“ gehen.
    Die Jugendlichen haben den Hype längst durchschaut und nutzen ihn clever für ihre Zwecke.

    • Wäre Strom wirklich gefährlich würden Jugendliche nicht auf Hochspannungsmaste oder Züge klettern.
      Wäre Alkohol wirklich gefährlich würden Jugendliche kein Koma-Saufen machen.
      Wären Stürze aus großer Höhe wirklich gefährlich würden jugendliche keine Selfis an Gebirgshängen oder auf der Brüstung des Eiffelturm machen.
      Könnte man sich bei Autounfällen ernsthaft verletzen würden junge Autofahrer weder zu schnell noch betrunken fahren.
      Hört auf den Mann ihr Leute. Es ist seit Jahren bekannt, dass Jugendliche sich und die Gefahren in ihrem Umfeld immer genau einschätzen könnten.
      Jugendlich ist eigentlich ein Synonym für überlegtes und vernünftiges Handel.
      Es besteht also auch bei Coronapartys keinerlei Grund zur Beunruhigung.

      • @ Schattenläufer

        nur, dass ihre Beispiele fast immer tödlich sind, Corona nicht. Wie viele Jugendliche sind an Corona verstorben? Nicht mit Corona? Na?

        • @ Redaktion

          Wie viele dieser Opfer, so bedauerlich sie sind, waren vorerkrankt oder immunschwach?
          Wie viele Jugendliche sterben jährlich im Strassenverkehr oder an anderen Krankheiten? Es geht um die Relation und ob Zwangsmaßnahmen wie OP Masken dagegen sinnvoll sind.

          • Ganz genau, darum geht es. Wer erklärt eigentlich den Eltern der verstorbenen Kinder, dass ihr Kind den Aufwand nicht wert war?

            Herzliche Grüße
            Die Redaktion

          • @Michael Proper
            Ich hoffe, Sie haben keine Kinder und Enkel! Falls doch, scheinen Sie ein sehr guter Arzt zu sein, der 100%ig irgendwelche, eventuell noch unerkannte, Vorerkrankungen ausschließen kann.

          • „Wie viele dieser Opfer, so bedauerlich sie sind, waren vorerkrankt oder immunschwach?“

            Soll das heißen, wer Vorerkrankungen hat, ist nicht schützenswert?
            Soll das heißen, die (immun-)Schwachen können aussortiert werden?
            Soll das heißen, all diese Menschen haben dann eben Pech gehabt???

            Sollte es das heißen sollen, fühle ich mich an andere Zeiten erinnert. Das wäre dann aber schon eine harte Nummer…

            Will mal hoffen, dass ich o.g. Aussage dann doch falsch verstanden oder fehlinterpretiert habe…

            Sollte sie gemeint gewesen sein, wie ich sie verstanden habe:
            Wenn nicht mehr jedes Leben jeden Aufwand zu seinem Schutz wert ist, können wir bald alle einpacken!!!

          • Und im Strassenverkehr haben wir doch auch Schutzmaßnahmen, nennt man Verkehrsregeln, Sicherheitsgurte usw.

      • @Nevaegen: Jepp, wie Schattenläufer weiter oben richtigerweise feststellte, gibt es auch Jugendliche, die Komasaufen machen. Bestimmt gibt es sogar welche, die auf den Corona Partys Maske tragen…

        • @DerDip 🙂
          … elende Spalter gibt es immer und überall….diese Seuche lässt sich ebensowenig beseitigen wie Corona… 😉

  10. Die entscheidende Information zur Bewertung solcher Nachrichten wäre: wie viele (%) der infizierten Jugendlichen werden schwer krank?

    Der Artikel enthält dazu keinerlei Aussagen, „Schwere Verläufe sind bei jungen Menschen zwar selten, aber es gibt sie.“ ist ja nur Nebel. Da Corona schon fast 2 Jahre bei uns existiert, aber kaum jemand Fakten veröffentlicht, könnten Kritiker vermuten, dass die Fakten nicht zur offiziell gewünschten Politik passen.
    Wie bei einem Politiker, der seine Einkommenssteuererklärung nicht veröffentlichen will?

    • Sehr geehrter Pälzer,

      wir schreiben nicht in jeden Artikel alle Fakten zu Corona, die wir bereits berichtet haben – dann müssten wir jedes Mal ein Buch veröffentlichen. News4teachers berichtet fortlaufend (auch) über wissenschaftliche Erkenntnisse, die Kinder und Jugendliche betreffen, hier zum Beispiel: https://www.news4teachers.de/2021/10/symptome-noch-nach-drei-monaten-kinder-von-long-covid-betroffen-wie-erwachsene/

      Die Frage, wie viel Prozent der Kinder „schwer krank“ werden, ist allerdings nicht so einfach zu beantworten, weil es sich bei Covid-19 um eine sehr komplexe Erkrankung und nicht um Fußpilz handelt – und gesundheitliche Folgen offenbar auch zeitversetzt auftreten. Schon die Definition von „schwer krank“ ist ja nicht gegeben.

      Aber mal in die Runde gefragt: Macht es einen Unterschied, ob 0,5 Prozent der Kinder im Krankenhaus landen – oder fünf Prozent? Ist Gesundheitsschutz in der Schule erst ab einer bestimmten Größenordnung angezeigt? Sicher ist: Kinder sind von schweren Corona-Erkrankungen betroffen, was ja auch den Deutschen Ethikrat zu einer klaren Position bewogen hat: https://www.news4teachers.de/2021/10/ethikrat-stellt-sich-gegen-kultusminister-schutz-der-kinder-muss-prioritaet-haben/

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

      • Liebe Red. …
        …diese Frage ist die eigentlich einzig zulässige. Danke dafür!!

        Es scheint aber auch dazu immer noch … oder mit der Dauer der Coronabedingten Einschränkungen auch immer mehr Leute zu geben, die eine einfache – oder auch problematische – Antwort darauf entwickeln.

        Darwin scheint in vielen Köpfen die moralischen Standards und die ethischen Grenzen verschoben zu haben.

        Da wir aber Menschen sind sollten wir uns bzgl dieser Idee der „extinsion of the less worth“ vielleicht doch nicht einfach hingeben.

        Neoloberalismus und Egoismus haben hier spürbare und bedauerliche Schneisen in unsere Wertmaßstäbe geschlagen, die wahrscheinlich langanhaltendere Schäden verursachen als das CoronaVirus es zu tun vermag.

    • „wie viele (%) der infizierten Jugendlichen werden schwer krank?“

      Dazu gibt es Statistiken… wozu aber bislang nur wenig veröffentlicht ist, sind Spätfolgen wie LongCovid, Organschäden usw. Das, was es dazu gibt, ist besorgniserregend!

      Genesen ist nicht gesund!

      Die Langzeitfolgen treten auch bei denen auf, die keine schweren Verläufe hatten, teilweise nicht mal gemerkt haben, dass sie infiziert waren. Wir haben es hier nicht mit einen gut bekannten Schnupfen zu tun, sondern mit einer immer noch zum Teil unverstandenen Gefäßkrankheit.

      • Das ist in der Tat problematisch. Nur leider fehlen hier für die Daten und Erfahrungen.
        Ganz besonders problematisch finde ich, dass selbst die als Schutz gedachten Maßnahmen wie Lockdown und Distanzunterricht wohl Langzeitfolgen hervorrufen können, die bisher noch nicht abschätzbar sind. Über das Thema „Long-Lockdown-Syndrom“ liest man leider wenig bzw. sind sich einige Wissenschaftler nicht mal einig, ob bestimmte Symptome eher dem einen ode dem anderen zuzuordnen sind.

  11. Wäre Autofahren mit deutlich erhöhter Geschwindigkeit wirklich gefährlich, würde auch niemand rasen? Boah echt, sind diese Jugendlichen vernunftbegabter als sooo viele Erwachsene, die im Straßengraben landen?

    • @soso
      Und da nur wenige Kinder pro Jahr vor der Schule totgefahren werden, brauchen wir Tempo 30 vor Schulen auch nicht mehr!
      Da sind mal wieder die Maßnahmen-Hysteriker am Werk! Solange es deren Kinder nicht erwischt, ist doch alles gut! Die paar hundert Kinder, die sterben oder an Long-Covid leiden (aktuell eine 8-jährige mit Niereninsuffizienz an unserer GS) interessieren einen Pfälzer nicht.
      Hauptsache, die Maßnahmen bedrohen in in seinem Normalitätsdrang nicht!
      „Heiliger St. Florian, verschon mein Haus, zünd andere an!“

  12. Ich bin kein Mathematiker, aber diese (rasante) Entwicklung im Positivantel der PCR-Testungen überrascht mich, wo die Masken an Schulen nun fallen.

    Zu Statistiken:
    RKI 28.10.2021 zu PCR-Testungen mit Stand 26.10.2021 0:00 Uhr (Seite 27)
    (Meldewoche * Anzahl Testungen * Positivanteil %)
    39 * 963.970 * 6,40 %
    40 * 955.740 * 6,50 %
    41 * 842.373 * 8,21 %
    42 * 895.974 * 10,95% <— !

    Ein Zuwachs des Positivanteils in nur einer Woche von 33 %!

    "Da Labore in der RKI-Testzahlerfassung die Tests der vergangenen Kalenderwochen
    nachmelden bzw. korrigieren können, ist es möglich, dass sich die ermittelten Zahlen nachträglich ändern. "

    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Wochenbericht/Wochenbericht_2021-10-28.html;jsessionid=D62D74E69BD900104B9B7D5CBAD6C2AD.internet062?nn=13490888

  13. Wenn ich Frau Gebauer in NRW richtig verstanden habe, wäre es ja quasi gar nicht möglich, dass sich die Jugendlichen auf Partys infizieren, wenn diese nur in Schulgebäuden stattfinden würden und kein Lehrer anwesend ist. Schulen sind schließlich sichere Orte und Infektionen gehen quasi immer nur vom Lehrer aus.

    Ob da Filter sind, Masken getragen werden, ein richtiges Lüften möglich ist, spielt alles überhaupt keine Rolle.

    Außerdem werden ja diese total tollen Tests gemacht, die ja bei richtiger Anwendung zu 60% eine Infektion erkennen.

    Also: Partys einfach in Schulen stattfinden lassen, die sind sicher!

    Und jetzt alle: Hier fliegen gleich die Löcher aus’m Käse…

    • @MB…
      Yeah!!!! That’s it!!! 🙂

      Das Leben kan so einfach sein, wenn man endlich mal der genialen (and mostly underrated) NRW-KuMi zuhören und ihren Ideen folgen würde.
      Ich schäme mich so sehr, nicht einfach das zu tun, was man mir sagt und nicht das zu glauben, was man mir erzählt.

      Liebe Yvonne: Mea culpa.. mea culpa … mea Maxima culpa ….. ich werde mich bessern – versprochen. 😉

  14. merkur.de

    „Keine Infektionstreiber seien indes Schulen, meldet die Behörde weiter. „Es gibt so gut wie keine Übertragungen in der Schule, sondern fast ausschließlich bei privaten Treffen von Schülern.“ Da in Schulen gleichzeitig viel getestet werde, würden diese vielen Fälle auch aufgedeckt.“

    • Wenn Behörden das melden – dann muss es ja stimmen.

      Zur Erinnerung: Die Gesundheitsämter kommen ab einer Inzidenz von 50 nicht mehr mit dem Nachverfolgen der Infektionsketten hinterher. Wir reden jetzt über Inzidenzen (bei Schülern) im 1000er-Bereich. Natürlich wissen dabei „die Behörden“ ganz genau, wer sich wo angesteckt hat.

      Dass diese Lügen allerdings immer noch verbreitet werden, ist schon krass. Hätte ich in einem Land wie Deutschland nicht vermutet, eher so in Russland.

  15. Wenn das RKI Ähnliches meldet, darf es dann auch nicht stimmen?

    Dass Grundschüler in Bayern mindestens um 100 Mal häufiger getestet werden und somit die vergleichsweise hohen Inzidenzen dort erklärbar sind…auch alles „Lüge“?

    Zur Erinnerung!

  16. Auf Schulschließung brauchen wir nicht mehr zu hoffen, wenn die Inzidenz ins Unermessliche steigt. LuL müssen die Durchseuchung der SuS mit ansehen und selber hoffen, dass ihr Impfschutz gut genug ist, hoher Viruslast in schlecht zu lüftenden Räumen ohne AHA zu trotzen…
    Von weitergehenden Schutzmaßnahmen an Schulen sagt Lindner natürlich gar nichts.

    +++ 11:08 Lindner gegen erneute Schulschließungen: „Die sozialen Schäden sind schon jetzt sehr hoch“ +++
    FDP-Chef Christian Lindner hat erneuten Schulschließungen in der Pandemie eine Absage erteilt. „Mit der von uns geplanten Rechtsgrundlage sind Schließungen nicht mehr vorgesehen. Das müssten die Länder selbst prüfen, aber wir raten von dieser Maßnahme mehr denn je ab. Die sozialen Schäden sind schon jetzt sehr hoch. Statt darüber zu sinnieren, sollte unbedingt das Tempo auch der Impfungen zur Auffrischung erhöht werden“, sagte Lindner „Rheinischen Post“. Mit Blick auf das von den Ampel-Parteien geplante Auslaufen der pandemischen Notlage im November sagte Lindner: „Der Staat ist weiter handlungsfähig. Aber besonders intensive Eingriffe wie Lockdowns und Ausgangssperren sind angesichts des Pandemiegeschehens nicht mehr angemessen. Leichte Eingriffe wie die Maskenpflicht, die man jetzt im Herbst noch braucht, bleiben erhalten.“

    https://www.n-tv.de/panorama/12-49-Knapp-2000-Covid-19-Intensivfaelle-in-Deutschland–article21626512.html

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