Mutter schickt Corona-infizierte Tochter zur Schule – 300 Euro Geldstrafe

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BAD HERSFELD. Das Amtsgericht im hessischen Bad Hersfeld hat eine Mutter zu einem Bußgeld von 300 Euro verurteilt, weil sie ihre achtjährige Tochter in die Schule geschickt hat, obwohl sie selbst positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Dass die Strafe nicht höher ausfiel, liegt laut einem Bericht der „Osthessen-News“ an der Reue der Beschuldigten.

Das Gericht hat entschieden. Foto: Shutterstock

In der Verhandlung am Amtsgericht Bad Hersfeld erklärte die Frau am, sie habe an dem Tag im Juli sowohl sich selbst als auch ihre Tochter bei sich zuhause mit einem privaten Schnelltest auf das Coronavirus getestet. Ihr eigener Befund sei positiv gewesen, während das Ergebnis der Testung bei ihrer Tochter negativ gewesen sei. Zur Sicherheit habe sie dann veranlasst, dass das Kind noch einen PCR-Labortest machte. Dessen Ergebnis habe am darauffolgenden Tag aber noch ausgestanden. Deshalb habe sie sich dazu entschlossen, die Tochter trotz des laufenden Testverfahrens weiter zur Grundschule zu schicken. Das Kind war allerdings tatsächlich ebenfalls mit dem Coronavirus infiziert. Einen Strafbefehl über 500 Euro wollte die Mutter trotzdem nicht akzeptieren – sie legte Widerspruch ein.

Das Gericht stellte laut Bericht fest, dass sich die Frau mit ihrem Kind schon nach dem ersten positiven Corona-Test umgehend in Quarantäne hätte begeben müssen. Dass ihr Verhalten zumindest fahrlässig war, räumte sie nun allerdings vor Gericht ein. Das reduzierte die Strafe auf 300 Euro. News4teachers

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12 KOMMENTARE

  1. Soviel zum Thema: Warum in den Schulen getestet werden muss und Tests von zuhause nicht akzeptiert werden.
    Sollten nach dieser Aktion weitere Kinder aus der Klasse in Quarantäne geschickt worden sein, hat sie deren Eltern hoffentlich mindestens den Verdienstausfall zu ersetzen.

  2. Das Kind wäre dann vermutlich in der Schule per Schnelltest auch negativ getestet worden …

    Bei uns in Niedersachsen werden Grundschüler zu Hause getestet. Kindermund tut Wahrheit kund: „Ich habe heute nicht getestet.“ und „Papa hat geschummelt.“ So meine Zweitklässler, während die Eltern versichern, natürlich getestet zu haben, nur vergessen hätten, die Negativ-Bestätigung auszufüllen.

    Mir ist das mittlerweile zu blöd, ich „glaube“ der Angabe der Eltern. Ich habe mir dieses unzuverlässige System nicht ausgedacht und bin dafür nicht verantwortlich. Wenn man es „oben“ so haben will zur Augenwischerei, bitte sehr. Ich bin dann braver Beamter, der nur nach Anweisung handelt.

  3. Ich verstehe gar nicht, warum beanstandet wurde, dass das Kind zur Schule geschickt wurde. Genau so lautet doch eigentlich die Anweisung – Kind getestet, negativ, also MUSS es zur Schule.

    Ebenfalls hat man von zig Fällen gelesen, wo ein Kind der Familie positiv war, das andere trotzdem zur Schule musste. Oder wo ein Sitznachbar positiv war, das aber noch nicht eimmal mitgeteilt wurde. Geschweige denn, dass die umsitzenden Kinder in Quarantäne durften.

    Ehrlich, ich verstehe es nicht so richtig, was jetzt falsch war (mal davon abgesehen, dass es NATÜRLICH so sein sollte, dass das Kind ebenfalls zuhause bleibt. So wurde es aber bisher oft nicht gehandhabt.)

    • @ Tina + 2: Regional ist das unter Umständen unterschiedlich geregelt; je nach Bundesland oder jeweils gültiger Allgemeinverfügung des jeweiligen Landkreises.
      Eine Verurteilung der Mutter wäre jedenfalls ohne rechtliche Grundlage nicht möglich gewesen; also muss es definitiv eine entsprechende Regelung gegeben haben.

  4. Ich war nie positiv beim Schnelltest. Selbst als es mir schlecht ging und ich Fieber hatte, nicht.
    Und ich habe die Schnelltests wirklich richtig gemacht.
    Erst beim PCR wurde es festgestellt.
    Und so ist es bei ganz vielen Menschen.
    Die Dinger sind so was von sinnlos.
    Ich wäre froh, wenn meine Kinder die nicht mehr machen müssten.

    • Ich habe es in jüngster Vergangenheit genau anders herum beobachtet. Positiver Selbsttest, daraufhin positiver Schnelltest in der Apotheke und zu guter Letzt ein negativer PCR-Test. Zweimal im weiteren Bekanntenkreis mitbekommen. Ganz ehrlich… ich traue in diesem Fall dem PCR-Test nicht…

      • Dann ist die Frage, was ist jetzt wirklich richtig?
        Ich mein, ich hatte Symptome wie keinen Geruchs und Geschmackssinn, Fieber, trotz harmlosem Verlauf längere Genesungsphase….
        Aber der Schnelltest war negativ.
        Ich habe mit meinem Arzt darüber gesprochen. Er meinte, die Schnelltests sprechen nicht so gut auf Delta an…. Auf was soll man sich jetzt verlassen?
        Auf der anderen Seite kenne ich auch ihre Variante mit dem PCR Test. Wo sich anhand eines anschließenden Antikörpertests herausgestellt hat, dass es trotz negativem PCR Corona war…..

        • Ja, schwierig… Meiner Meinung nach Quarantäne in jedem Fall (unabhängig vom Testverfahren). Und wenn Sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben, dann sind das keine Einzelfälle. Also sollte auch ein positiver Schnelltest zu Quarantäne führen. Ich kann es nämlich absolut nicht verstehen, dass diese beiden mir bekannten Fälle durch den negativen PCR-Test wieder alle Einrichtungen besuchen konnten und später weitere Fälle aufgetaucht sind.

  5. Zwei Wochen Sozialstunden auf einer Beatmungsstation mit vielen SARS-Patienten aushelfen hätte bei dieser Person für einen nachhaltigen Eindruck gesorgt und einen entsprechenden Sinneswandel bewirkt.

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