Neuer Auftrag für Lehrer: Digitales Lehren und Lernen kommt ins Schulgesetz

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Das digitale Lernen und Lehren an Schulen soll in Nordrhein-Westfalen künftig gesetzlich verankert werden. Das sieht eine Novelle des Schulgesetzes vor, die Schulministerium Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstag in Düsseldorf vorstellte. Demnach soll es dann ausdrücklich zum Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schulen gehören, «dass Schülerinnen und Schüler digitale Kompetenzen erwerben, um zukünftige Anforderungen und Chancen in einer digitalisierten Welt bewältigen und ergreifen zu können».

Eine Aufgabe qua Schulgesetz mehr – keine weniger. Ressourcen dafür? Fehlanzeige Foto: Shutterstock

Zudem werde eine gesetzliche Rechtsgrundlage für die Nutzung digitaler Lernsysteme und Kommunikationsplattformen geschaffen. NRW ist nach Ministeriumsangaben das erste Bundesland, das das Thema Digitalisierung ins Schulgesetz aufnimmt. «Damit wird schulgesetzlich klargestellt, dass es zu den wichtigsten Aufgaben von Schule gehört, Schülerinnen und Schüler auf die digitalen Herausforderungen vorzubereiten», so heißt es in einer Pressemitteilung.

Dass bei bestehender Vollauslastung zusätzliche Aufgaben auch zusätzliche Ressourcen erfordern (oder eine Kürzung bisheriger), dazu findet sich darin nichts.

Das geplante 16. Schulrechtsänderungsgesetz sieht außerdem mehr Gestaltungsfreiheit für die Schulen vor, damit diese ihr Profil schärfen können. So können sie von den vorgegebenen Stundentafeln abweichen, um zum Beispiel einen Schwerpunkt auf eine Fremdsprache zu legen. Zudem sollen die Mitwirkungsrechte von Eltern und Schülern im Rahmen der Schulkonferenz gestärkt werden. Die Gesetzesnovelle soll nach Worten von Gebauer in der kommenden Woche in den Landtag eingebracht und dann voraussichtlich im Frühjahr 2022 vom Landtag verabschiedet werden. dpa

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12 KOMMENTARE

  1. Tja, bei all den Forderungen was Schulen noch alles mal eben ZUSÄTZLICH leisten sollen und der Tatsache, wie verloren und leidend die Kinder doch alle in ihren Familien zu Hause sind, sollte man doch wirklich vielleicht mal überlegen, ob die Kinder nicht am besten in den Schulen einziehen bis zur Volljährigkeit… ach ja, und die Leibeigenen, Pardon, die Lehrkräfte gleich mit, um das alles zu stemmen. Die haben ja eh kein Recht auf ein eigenes Privatleben…

  2. Die Digitalisierung läuft als wie alle Veränderungen der Schule in den letzten Jahren!
    Da habt ihr den Scheiß, kümmert euch drum.
    Seht zu, dass es super wird. Die KMK kann euch leider nicht unterstützen aber das Ministerium ist bereit das Endergebnis der Presse vor zu stellen.

    Was man braucht auch Rechner zur Digitalisierung? Das geht doch sicher auch mit Kreide an der Tafel! Gebt euch mal ein bisschen Mühe!!!

    Außerdem besitzen die meisten Schulen 2-3 TOP Rechner. Da muss man sich halt einteilen.
    Also TOP Rechner an. Liste der E-Mails aufrufen. Sieh an, erste E-Mail „Heil mein Führer, die Lage in Stalingrad ist ernst“.

    Digitalisierung läuft.

    Für alle Nicht-Lehrer hier ein Beispiel wie Schulreformen laufen.
    Der Kapitän der römischen Galeere kommt zu den Rudersklaven und verkündet. So Leute heute müsst ihr euch etwas Mühe geben. Der Senator will Wasserski laufen, also spuckt in die Hände.

  3. Was heisst hier „auf digitale Herausforderungen vorzubereiten“? Ist doch schon Alles da: kein oder ausgefallenes W-Lan, zusammenbrechende Leitungen, veraltete Hardware, überstürzt zusammengeschusterte Lehrpläne für neue „digitale“ Fächer, für die es weder Leute noch Bücher gibt, ungültige Passwords, ein LMS zum Knutschen. Was könnte da jetzt noch schief(er)gehen?

  4. „«Damit wird schulgesetzlich klargestellt, dass es zu den wichtigsten Aufgaben von Schule gehört, Schülerinnen und Schüler auf die digitalen Herausforderungen vorzubereiten», so heißt es in einer Pressemitteilung.“

    ALLE Aufgaben von Schule sind AM WICHTIGSTEN !
    Wie bitte? … Das klingt UNLOGISCH? … Ja eben genau DESWEGEN wird es so
    – angeordnet
    – „verkauft“.
    Also: Alles wie immer, läuft … und läuft … und läuft.

    Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein wenn es heißt: „Neues FÜR 😉 UNSERE Schulen“.
    Geplantes Resultat diesmal:
    «Damit wird schulgesetzlich klargestellt, dass es zu den wichtigsten Aufgaben von Schule gehört, Schülerinnen und Schüler auf das Küchenbauen vorzubereiten, um die Zukunft des Landes NRW zu sichern»

  5. Ohne hauptamtlochen Systembetreuer und einer guten digitalen Ausstattung, die permanent gewartet und aktualisiert wird, verlaufen diese Forderungen im Sand. Und so ist es leider. Wenn man nicht seine eigene Ausstattung mitbringt in den Unterricht, ist man so gut wie verloren. Es liegt wirklich nicht am fehlenden Weiterbildungswillen der Lehrer, aber es ist so einfach, die Defizite darauf zu reduzieren.
    Man muss ganz klar sagen: alle notwendigen Neuerungen scheitern am Budget. Dabei hält man noch an alten und unsinnigen Fächern fest, Religion und Latein sollten wichtigeren Fächern wie den hier im Portal erwähnten Digital- und Wirtschaftsunterricht weichen und allenfalls als Wahlfach angeboten werden, zusätzlich Inhalte draufpacken ist jetzt einfach nicht mehr möglich!!!

  6. Schön was alles geht. Außer A13 natürlich….
    Die Motivation der Kollegen an GS und Sek1 ist da natürlich gigantisch sich in neue Aufgaben rein z arbeiten

  7. sollte die wichtigste aufgabe der schule die digitalisierung sein?
    was hat corona gezeigt?
    die kinder und jugendlichen sollten ansprechpartner haben,verantwortungsvolle pädagogen,die ihre kinder im blick haben und entsprechend versorgen und unterstützen.
    dem widerspricht ja nicht,dass die kinder fit sind im umgang mit dem computer,aber wieso soll ein lehrer auf einmal ein halber informatiker sein? dies wird den „coronaschülern“emotional und psychisch nicht helfen,es handelt sich nur um eine problemverlagerug.lehrer sollten zusätzliche unterstützung im umgang mit den herausforderungen der kinder und jugendlichen bekommen!das wäre eine lohnende investition.ohne beziehung geht nichts und der computer und die neuen medien haben gezeigt,dass sie keine bindungspartner oder unterstützer in schwierigen lebenssituationen sein können.sie führen in die sucht. das sollte man bedenken!

    • Das bedenkt leider keiner. Alles schreit nach Digitalisierung, über die Folgen macht sich niemand Gedanken, außer vielleicht die Lehrer, die mit diesen Suchtproblemen schon in den Klassen zu tun haben und oft hilflos dem gegenüber stehen. Diese Bildschirm Hockerei den ganzen Tag wird uns neben den psychischen auch erhebliche physische (Herz-Kreislauf, Haltungsschäden, …) Probleme bereiten. Und dann sind die Gesichter wieder laaaaaaang!!!

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