Untersuchung: Zahl der Schüler mit Sprachstörungen steigt stetig – ist das Smartphone schuld?

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HANNOVER. War es (auch) die Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen und Lockdowns? Die Krankenkasse KKH hat ermittelt, dass heute mehr Kinder und Jugendliche mit Sprachstörungen zu kämpfen haben als vor zehn Jahren. Eine ganze Reihe von Gründen kommt als Erklärung in Frage – darunter die Digitalisierung.

Das Smartphone kommt (fast) immer und überall zum Einsatz – auch auf dem Weg zur Schule. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Die Zahl der von Sprachstörungen betroffenen Kinder und Jugendlichen in Deutschland steigt einer Untersuchung zufolge seit Jahren – auch in der Corona-Krise. Zwischen 2019 und 2021 wuchs die Zahl der betroffenen 6- bis 18-Jährigen um rund neun Prozent, bei den 15- bis 18-Jährigen sogar um fast 21 Prozent. Das geht aus Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Hannover hervor.

Im Zehnjahresvergleich seit 2011 stieg die Zahl der Betroffenen demnach insgesamt um 58 Prozent – bei Mädchen wurde ein Anstieg um 59,4 Prozent registriert, bei Jungen um 56,7 Prozent. Zu Sprach- und Sprechstörungen bei Kindern und Jugendlichen zählen ein begrenztes Vokabular, Schwierigkeiten bei der Artikulation von Lauten oder der Satzbildung oder Grammatikschwächen. Die KKH ist nach eigenen Angaben mit rund 1,6 Millionen Versicherten eine der größten bundesweiten gesetzlichen Krankenkassen.

Im vergangenen Jahr waren laut KKH im Schnitt 8,1 Prozent der Kinder und Jugendlichen betroffen – nach 5,2 Prozent zehn Jahre zuvor. In der Altersgruppe der 6- bis 10-Jährigen lag der Anteil der Kinder mit Sprachstörungen bei 16,0 Prozent, bei den 11- bis 14-Jährigen waren es 5,5 Prozent und bei den 15- bis 18-Jährigen 2,4 Prozent.

«Manchmal kann der Sprachentwicklungsstörung keine erkennbare Ursache zugeordnet werden»

Der Krankenkasse zufolge habe die Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen die Entwicklung sprachlicher Kompetenzen vieler Kinder erschwert. Homeschooling und fehlende soziale Kontakte hätten dafür gesorgt, dass etlichen der direkte Austausch mit Lehrern und vor allem Gleichaltrigen gefehlt habe. Weil Kitas und Schulen immer wieder geschlossen waren, sei zudem manche Sprachstörung unentdeckt geblieben – geschlossene Logopädie-Praxen seien dazugekommen.

«Aber auch organische Ursachen wie Hörprobleme sowie genetische Veranlagung oder auch übermäßige Nutzung von Smartphone, PC und Fernseher können für Sprachdefizite ursächlich sein», erklärte Vijitha Sanjivkumar vom Kompetenzteam Medizin der Krankenkasse. «Und manchmal kann der Sprachentwicklungsstörung keine erkennbare Ursache zugeordnet werden.» Die Krankenkasse rechnet auch bei kleinen Kindern mit einer Zunahme logopädischer Behandlungen. Wegen coronabedingter Hygienevorschriften wie Schutzmasken oder Kontaktbeschränkungen sei «der komplexe Spracherwerb von heute Zwei- und Dreijährigen über kommunikatives Erleben mit Lautbildung, Ablesen von Lippenbewegungen oder auch Mimik eingeschränkt gewesen», sagte Sanjivkumar.

«Schenken Sie Ihrem Kind beim Kommunizieren Aufmerksamkeit, und schauen Sie es an. Auch ausreden lassen ist wichtig»

Laut KKH zeigen die Daten aber auch, dass Sprache und Sprechen mehr älteren Kindern und Jugendlichen Probleme bereiten. Die Zahl der betroffenen 11- bis 14-Jährigen stieg demnach zwischen 2011 und 2021 um rund 107 Prozent, bei den 15- bis 18-Jährigen sogar um 151 Prozent. Meist würden Sprachentwicklungsstörungen vom Kinderarzt festgestellt. Sanjivkumar riet Eltern: «Lesen Sie Ihrem Kind vor, spielen Sie mit ihm Spiele und entwickeln Sie gemeinsam Geschichten oder Reime, führen Sie Gespräche und diskutieren Sie miteinander. Schenken Sie Ihrem Kind beim Kommunizieren Aufmerksamkeit, und schauen Sie es an. Auch ausreden lassen ist wichtig.» News4teachers / mit Material der dpa

Lehrerverband beklagt: Schulanfänger sprechen immer eintöniger

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Pit2020
2 Monate zuvor

„Wegen coronabedingter Hygienevorschriften wie Schutzmasken oder Kontaktbeschränkungen sei «der komplexe Spracherwerb von heute Zwei- und Dreijährigen über kommunikatives Erleben mit Lautbildung, Ablesen von Lippenbewegungen oder auch Mimik eingeschränkt gewesen», sagte Sanjivkumar.“

Das kann durchaus eine Erklärung sein, aber auch nach der Kita haben diese Kinder doch wohl Sozialkontakte = Familie?!

Ebenfalls gehört zu einer differenzierten Betrachtung eine später folgende Aussage des Artikels dazu:
„Laut KKH zeigen die Daten aber auch, dass Sprache und Sprechen mehr älteren Kindern und Jugendlichen Probleme bereiten. Die Zahl der betroffenen 11- bis 14-Jährigen stieg demnach zwischen 2011 und 2021 um rund 107 Prozent, bei den 15- bis 18-Jährigen sogar um 151 Prozent.“
Die Kinder ab 11 und Jugendlichen hatten ihren Spracherwerb im Bezug auf die Grundlagen schon lange vor Corona abgeschlossen!

Es scheint doch tatsächlich so, als ob es für ein wahrnehmbares Problem mehrere Ursachen gibt!
Da muss man folglich mit verschiedenen Maßnahmen entgegenwirken und egal welche das sind: Man muss erst einmal offen darüber sprechen – bei schweren Fällen nach einer gesicherten individuellen Diagnose von Kinderarzt oder Kinder- und Jugendpsychologe, um bei den kleinen Kindern organische Ursachen ausschließen zu können. Z.B. wenn ein Kind eine massive Sehschwäche hat, wird dieses Problem den Spracherwerb auf herkömmliche Weise erschweren – auch ohne Corona, egal ob mit oder ohne Maske. Und alle Maskengegner müssen jetzt ganz stark sein: Sogar von Geburt an blinde Kinder können vollkommen korrekt sprechen lernen und tun das auch erfolgreich, sie brauchen dann aber andere Strategien. Dass Kinder und Jugendliche nach erfolgreichem frühen Spracherwerb wieder „stumm“ werden, kann ebenfalls vielerlei Ursachen haben. Das muss nicht immer gleich eine traumatische Erfahrung sein, es kommt ebenfalls pubertäre Allroundbocklosigkeit als Möglichkeit in Betracht.
Das ist ein großes Feld und „jeder Jeck ist anders“, das gilt eben auch für Kinder und Jugendliche. Wichtig ist aber tatsächlich dass man bei erfolgreicher Kommunikation – in jeder Altersstufe, bis hin zu Oma und Opa – erst einmal erfolgreich in Kontakt treten muss. Das zeigen die beiden letzten Sätze in dem Artikel oben und auch ein schöner Podcast:
https://www.gmx.net/magazine/gesundheit/15-minuten-fuers-glueck-hilfe-kinder-ernst-37207290
Und da sind alle Begegnungen von Menschen ein Vorbild von dem man – hoffentlich viel Gutes – lernen kann. 😉
Und klar ist auch: Wenn ich einem physisch anwesenden Menschen zwecks persönlichem Gespräch zuvor mit Blickkontakt den Gesprächswunsch signalisiere, muss ich auch tatsächlich solange Geduld (Jaja!) haben, bis der Gesprächspartner mich anschaut – erst dann habe ich die volle Aufmerksamkeit und erst dann sollte ich mit dem Reden beginnen. Das kostet anfangs bei kleinen Kindern sicher seeeehr viel Geduld, aber wenn es erstmal klar ist, dass das wundervolle Kommunikationsspiel so – und nur so! – funktionieren kann, spart das später im Leben seeeehr viel Zeit ein. Ebenfalls ist klar … Korrektur: … sollte klar sein: Wenn ich jemanden anschaue, kann ich zeitgleich nicht aufs Handy oder anderswo hinschauen. Auch das ist wichtig. Und dann ist auch klar, dass ein Schreien aus einem anderen Raum heraus nicht gleichzusetzen ist mit Kommunikation, wie man sie sich auch für einen selbst wünschen würde. Das zeigt der oben verlinkte Podcast auch sehr schön und praxisorientiert, wobei eine Reihe von Erwachsenen-„Fehlern“ dort sehr schön klar dargestellt werden, im übrigen in einer Form die auch zeigt, wie man „auf nett“ Fehler aufzeigen kann! 🙂
Btw: Eine erfolgreiche Kommunikation funktioniert auf diese Weise sogar unter Erwachsenen – notfalls unter Volljährigen 😉 – ganz prima.

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Morgen Pit!
Ist da wieder ein (teilweiser) Versuch zu zeigen, wie seit 10 Jahren die Pandemie und -maßnahmen alles verschlimmern. Dein Hinweis auf blinde Kinder, die einem flüssig das Ohr ablabern können, passt hier top rein. Schade, Schade, kann man alles gar nicht so einfach als Seuchenfolgen verbuchen.. Aber jetzt zuhause mit den Kinder sprechen, also ich weiß nicht. Weißt du, was das ganze digitale Krimskrams im Kinderzimmer gekostet hat?!

Aber jetzt leg mal das Handy weg und mach wieder bissl im Unterricht mit – bis bald wieder!
Wuaahhh, Fraulau schaut schon ganz streng in meine Richtung, jetzt wirds eng, Kollege.

Sissi
2 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Tja ihr beiden, bei so viel Wahrheit verstehe ich die roten Daumen nicht, da haben wohl einige Angst, sprechen zu müssen und dann vlt noch lesen…..zusammen mit Kindern,….nicht nur am Handy, tablet etc. – für manche mindestens 2te Stufe deeper leaning….
Und: liebe Fraulau, ich habe im neuen Plan noch Riesenlücken, – so wie jetzt gerade, bin also ganz sehr brav.

Schattenläufer
2 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Was sein muss muss eben sein.
Sprachstörungen kommen von den Masken. Basta.

Zur Not auch vom Handy.

Umgekehrt kann eben nicht sein, was nicht sein darf.
Das komische Schulreformen wie schreiben nach Gehör oder Eltern, die ihre Kinder nur verwahren abgeben, aber für die z.B. vorlesen ein Unding sind als Grund für ein schlechtes Sprachvermögen in Voraus ausgeschlossen.

Mit meinem Sohn wurden schon immer länger Gespräche im Elternhaus geführt. Die Anzahl der vorgelesenen und später selbst gelesenen Bücher füllt ganze Regale.

Ein Handy hat er seit er 10 Jahre alt ist. Die Maske trägt er auch noch heut konsequent. Oft konsequenter als ich.

Sprachlich ist er so eloquent, dass oft selbst die LuL an seiner Schule erstaunt sind.

Bestimmt ein bedauerlicher Einzelfall 🙂

Pit2020
2 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

@Schattenläufer

„Bestimmt ein bedauerlicher Einzelfall “

Weitermachen! 😉

Dirk Z
2 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

@Schattenläufer: Oft sehen Eltern ihre eigenen Kinder mit einer rosa Brille als es in Wirklichkeit ist. Bei solchen Aussagen wird man sehr schnell hellhörig und oft ist man dann verwundert, wie es in Wirklichkeit ist.

Schattenläufer
2 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Z

🙂
Sie haben bisher eher weniger den Eidruck vermittelt Realitäten beurteilen zu können.

Also nicht von der Seite anquatschen und schon gar nicht ungefragt in mein Privatleben mischen, sonst muss ich Sie erschrecken.

Maske.
Maskenpflicht
Buh.

Dirk Z
2 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

@Schattenläufer: Ich habe Ihnen nur die Wahrheit gesagt und bestimmt nicht übertrieben. Zudem halte ich Sie absolut realitätsfremd und angst- und panikgetrieben. Solche Eigenschaften sind für eine Lehrkraft überhaupt nicht gut.
Oft habe ich die Erfahrung gemacht dass Nachwuchs wie Sie es beschrieben haben später durchaus Probleme haben, in einer angemessenen Zeit in den ersten Arbeitsmarkt zu kommen. Ein Selbstäufer ist es also nicht sollte Ihr Sohn tatsächlich di von Ihnen beschriebenen Eigenschaften haben.

Schattenläufer
2 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Z

Na ja, mein Sohn hat, wie jeder Mensch, Stärken und Schwächen. Ich hoffe, dass er seinen Weg machen wird. Letzten Endes liegt das jedoch in seiner Hand und in der Zukunft.
Das ändert auch das hinterhältige Geschwätz von Ihnen nicht.

Die schäbige Rache des kleinen Masken-Phobikers der es nicht geschafft hat die Welt von seinem Corona-Durchblick zu überzeugen?

Von meiner Qualifikation als Lehrer wissen Sie rein nichts.
Ich werde mich nicht so sehr selbst erniedrigen mit Vermutungen über Ihre Qualifikation und ihren Charakter zu kontern.

Abschließend noch ein Wort zu angst und panikgetriebenen Menschen.
Ich habe einen gewissen gesunden Respekt vor einer Krankheit die alleine in Deutschland mehr als 150000 Menschen getötet hat.
Sie haben schlicht und ergreifend schreckliche Angst vor einem Stück Stoff, dass man vor Mund und Nase trägt.

Denken Sie mal drüber nach.

Realo
2 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

„… der es nicht geschafft hat die Welt von seinem Corona-Durchblick zu überzeugen?“

Die Welt? Danke! Musste gerade sehr lachen.

Dirk Z
2 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

@Schattenläufer: Ds Sie einen gewissen Respekt vor Krankheiten haben mag sein, kann ich aber bei Corona bei Ihnen auf Basis der zahlreichen Beiträge von Ihnen nicht sehen, sondern sehe hier noch tatsächlich ein angst- und panikgetriebenes Verhalten. Meiner Meinung nach reagieren Sie empfindlich wenn man Ihnen mit Wahrheiten begegnet. Dann stellen Sie auch viele andere Leute einfach in den „Ostwind“. Ich sage es Ihnen nochmal: Mit Ihren Ansichten sorgen Sie nur dafür, dass die Leute die Massnahmen noch mehr hinterfragen und sollte es tatsächlich wieder zu einer Situation kommen, dass Massnahmen wieder erforderlich sind, dann ist die Akteptanz weg. Darüber sollten Sie mal nachdenken.

Peace
2 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Z

Noch mal. Stecken Sie sich an so oft Sie wollen, mir völlig egal. Aber hören Sie auf, anderen zu sagen, was Sie machen sollen oder nicht. Für mich sind Sie nur noch peinlich und es nervt. Jeder weiß selbst, was gut ist oder nicht. Da brauchen wir nicht Ihre Halbweisheiten.

Lera
2 Monate zuvor

Die Handlungsempfehlungen in Richtung Eltern am Ende sind richtig, ich frage mich aber, warum die Familie als primäre Sozialisationsinstanz bei den vermuteten Ursachen im vorherigen Absatz gar nicht vorkommt, stattdessen wird wieder Corona bemüht und irgendwie abstrakt einem Gerät die Schuld zugewiesen…

Ist eine Kleinigkeit, klar, aber es ist mittlerweile schon fast üblich, bloß nicht den Elefanten im Raum zu erwähnen (zumindest nicht direkt) – und das ist einfach ein bisschen verlogen.

Pit2020
2 Monate zuvor
Antwortet  Lera

@Lera

Genau.
Darum habe ich mich im Bezug auf den Elefanten im Raum oben schon gaaaaanz weit „aus dem Fenster gelehnt“ … 🙂

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

.. beim Lüften? ;o)

(Ok, der Gag ist kalt … höhö)

Last edited 2 Monate zuvor by Dil Uhlenspiegel
Pit2020
2 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Dil Uhlenspiegel

Pssssst: Aus dem Fenster lehnen geht doch nur bei offenem Fenster, also so volle beim Lüften!
Aber wir halten ja zusammen wie … äääh … „Glück und Schwefel“ oder so! … Ich sag’s nicht weiter, dass du gefragt hast, sonst gibt Fraulau dir noch ’ne Extra-Hausi zum Thema „Lüften – jetzt so richtig selber machen“. 😉
Da gehen wir heute besser raus und lassen uns lieber noch mal die Sonne auf den Bauch scheinen. (Hoffentlich gibt das nicht wieder rote Daumen von denen, die gelb vor Neid sind, weil wir immer so viel frei haben wenn wir nicht sowieso wieder wie immer nix tun!)
🙂

nurmalso
2 Monate zuvor

Dieses „abstrakte Gerät“ richtet meines Erachtens sehr viel Unheil an, und zwar das der Eltern. Zu 9€-Ticket-Zeiten bin ich sehr viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren und konnte Eltern mit Kleinkindern und kleinen Kindern über längere Zeiträume beobachten. Da gab es meistens keine Kommunikation, heißt noch nicht einmal Blickkontakt, zwischen Eltern und Kind. Mutters oder Vaters Augen klebten ununterbrochen am Smartphone. Erst wenn der Nachwuchs so richtig knatschig wurde, änderte sich etwas. Dann bekam das KInd das Gerät, um irgendwelche Cartoons zu betrachten…

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  nurmalso

Das beobachte ich seit Jahren – beim Einkaufen, an der Bushaltestelle ….. – Kids sind halt unwichtig.

Der Nachwuchs ist nach vorne gedreht – also schön von Mama und Papa weg – und so können zum Glück Blickkontakte vermieden werden.

Ansonsten – wenn die Kids sicher greifen können, kriegen sie ein Digi-Gerät, sind still und beschäftigt.

Warum nur lernen die nicht sprechen?!

Ironie ist drin – leider auch seeeehr viel Wahrheit!

Pit2020
2 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

@Riesenzwerg

„Warum nur lernen die nicht sprechen?!“

Weil sich mit so einem Blödsinn wie Sprechen bald niemand mehr aufhalten muss?
Hilfe naht!
Ey, Rosenkohl is nur für Opfa! 😉
https://www.gmx.net/magazine/unterhaltung/stars/rosenkohl-essen-kanye-west-buch-gelesen-37314214

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

„Weil sich mit so einem Blödsinn wie Sprechen bald niemand mehr aufhalten muss?“

Wenn sie nicht mehr schreiben können, wäre sprechen der Weg. Wenn sie das auch nicht mehr können –

vermute ich mal, dass bei dem link die Lösung darin besteht, dass der Rosenkohl die Gedanken liest

Wobei…. Gedanken?

(Ich schaue mir die „Lösung“ jetzt an)

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

O k a y – der Rosenkohl wird nicht die Lösung sein.

Es ist Yoda!

(Ist der nicht schon verschieden?)

(Und allmählich wird mir klar, wieso Rappertexte immer dieselben Themen haben…. Kein Buch gelesen, aber wortgewandt teure Privatschule…. )

Möge die Macht mit uns sein!

Last edited 2 Monate zuvor by Riesenzwerg
So!?
2 Monate zuvor
Antwortet  nurmalso

Noch ne Anekdote: Während einer Fahrt mit der Straßenbahn versuchte ein Kleinkind von ca. 3-4 Jahren das grüne Schild in Augenhöhe mit Daumen und Zeigefinger größer zu ziehen. So wird die Feinmotorik heutezutage bestens geschult .

Last edited 2 Monate zuvor by So!?
Lessi
2 Monate zuvor
Antwortet  So!?

Ich lach mich schief.

Last edited 2 Monate zuvor by Lessi
Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  So!?

Mir wird schlecht!

Gerade weil ich mir das sooo gut vorstellen kann … Dennoch: eigentlich unfassbar und definitiv erschreckend.

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor
Antwortet  So!?

War vermutlich „off“, also das Schild, nicht das Kind.

Jan
2 Monate zuvor
Antwortet  nurmalso

Bei meiner Tochter haben Kinder in der 1. Klasse Smartphones! Bin schockiert! Andere Kinder unterhalten sich in ihrer Landessprache miteinander und die ist nicht deutsch…

Muss man sich nicht wundern!

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor

Schon mal jemand das Kreideangebot hier rechts in der Spalte gelesen:

„Staubgebundene Tafelkreide in 12 Farben[…] liegt angenehm in der Hand und rollt nicht vom Tisch!
Die KOMA-Schulkreide, hergestellt in der Eifel, ist zudem glutenfrei.“

Koma-Kreide, glutenfrei – für aufgeweckten Unterricht, bon appétit. :o)

Last edited 2 Monate zuvor by Dil Uhlenspiegel
Pit2020
2 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

@Dil Uhlenspiegel

Haaaach jaaaa – die KOMA-Kreide …
Über die haben schon so viele Schüler gelacht! Es geht nichts über einprägsame Produktnamen … Das bleibt hängen.
Und wenn man die jetzt auch noch verfüttern kann? Tolle Idee.

Pit2020
2 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Oh, Nachtrag:
Das mit dem Verfüttern war nur ein Scherz.
Besser, man schreibt es dazu. 😉

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

… knurps, knusper, rülps … zu spät.

Pit2020
2 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

@Dil Uhlenspiegel

Fraulau?
Fraaaaauuuuulaaaaaauuuuu?!
Hiiiiiiiiilfe …

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Hehe, nix bassiert. Saumagen!

Last edited 2 Monate zuvor by Dil Uhlenspiegel
Walter
2 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Sicherlich eine vegane Variante.
Bei Zöliakie und dann evtl. die mit Kreidestaub beschmutzen Hände auch schon mal in den Mund nehmen bzw. an die Lippe wandern lassen … daher der Hinweis?

Last edited 2 Monate zuvor by Walter
Ron
2 Monate zuvor
Antwortet  Walter

Angereichert mit gutem Vitamin C und dem Besten aus 12 Liter Hafermilch.

potschemutschka
2 Monate zuvor

Im Deutschen gibt es den Begriff „Muttersprache“, im Englischen „mother tongue“ (m. M: n. wäre zwar „Familiensprache“ ein besserer Begriff), aber es heißt jedenfalls nicht „Lehrer- oder Schulsprache“.

Walter
2 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Es ist einfach der so übliche „Sprech“.

potschemutschka
2 Monate zuvor
Antwortet  Walter

Genau!

GSinSH
2 Monate zuvor

In Kitas wurden Masken getragen?
Es hieß doch hier immer, EuE können keine Maske tragen.

Lila
2 Monate zuvor
Antwortet  GSinSH

Natürlich haben die Erzieher und Erzieherinnen Masken getragen!

uwe
2 Monate zuvor
Antwortet  GSinSH

In Kitas wurden natürlich nie Masken getragen. Diesen Anti masken schrott kann man nur noch als Hysterisch bezeichnen, ein teil der bevölkerung ist wirklich völlig gestört, da fällt mir inzwischen nichts mehr zu ein.

TaMu
2 Monate zuvor

Mich interessiert auch, ob die Kinder eventuell in einer anderen Sprache, nämlich in ihrer Muttersprache, „besser“ sind und ob das ebenfalls geprüft wird. Deutsch als Fremdsprache ist komplett anders zu bewerten, als die gewohnte Sprache. Vielleicht erfindet das Kind zu Hause den ganzen Tag lang lustige Geschichten beispielsweise auf Suaheli und schweigt überall sonst beharrlich.

potschemutschka
2 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Genau deshalb habe ich bei Erstklässlern nichtdeutscher Herkunft den Wortschatztest bei „LauBe “ (Lernausgangslage Berlin) versucht, zum Abgleich, in der Muttersprache durchzuführen. War mit Aufwand verbunden (einen Schüler finden, der die Sprache des Kindes und gut Deutsch spricht – ich spreche leider nur 2 Fremdsprachen und nur eine davon brauche ich für diese Kinder), hat aber oft zu interessanten Ergebnissen geführt. Manche dieser Kinder hatten einen größeren Wortschatz als einige deutsche Kinder ( viele bildungsferne Eltern). Am Ende der 1. Klasse sprachen die Kinder, die einen guten Wortschatz in ihrer Muttersprache hatten, meist sehr gut Deutsch, auch wenn sie mit wenig D-Kenntnissen eingeschult wurden.

Georg
2 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Ich kann mir kaum vorstellen, dass in Deutschland geborene Kinder mit anderer Sprache zuhause diese nennenswert besser sprechen als deutsch, weil rein deutschsprachig aufgewachsene Kinder auch ein zur sozialen Gruppe passendes deutsch sprechen.

So!?
2 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Sehr guter Hinweis!! Ein geringer Wortschatz und grammatische Fehlleistungen auch in der „Muttersprache“ machen deutlich, dass es dann nicht allein an einem Migrationshintergrund liegt, wenn Kinder und Jugendliche in der Schule schwache Sprachleistungen (in Deutsch) erbringen. Wird bei Elterngesprächen nicht immer nachgefragt.

Last edited 2 Monate zuvor by So!?
TaMu
2 Monate zuvor
Antwortet  So!?

Genau. Eines meiner Tageskinder hatte Eltern mit jeweils einer weiteren Muttersprache, es war also mit 1,5 Jahren bereits von drei täglich gesprochenen Sprachen umgeben. Bei mir war sie sehr still und wollte nicht reden. Sie hat mehr beobachtet. Ich habe mit dem Vater darüber gesprochen und er hat mir dann immer mal ein Video geschickt, wie sie zu Hause lebhaft spielt und pausenlos in drei Sprachen gleichzeitig plappert. Ich denke, sie stellt sich tatsächlich auf drei verschiedene Sprachen ein, wofür ihr Gehirn länger braucht, als nur auf eine Sprache, so dass sie als Momentaufnahme sprachlich „weniger gut entwickelt“ ist, was natürlich nicht stimmt. Ich habe die Eltern ermutigt, sie weiterhin so oft wie möglich mit deutschsprachigen Kindern und Gruppen zusammen zu bringen, mit ihr aber in ihrer eigenen Sprache fehlerfrei zu reden. Mir ist nämlich bei vielen Familien mit mehreren Sprachen aufgefallen, dass die Eltern wohlmeinend mit ihrem Kind in fehlerhaftem Deutsch gesprochen haben, weil sie schließlich wollen, dass es Deutsch lernt, statt in gutem Arabisch, Türkisch, Rumänisch. Das finde ich schade. Es ist meiner Erfahrung nach besser, wenn Kinder mehrere Sprachen muttersprachlich lernen und dabei lieber kognitiv etwas länger brauchen, als schlechtes Deutsch von Eltern und Betreuungspersonen. Ich glaube, die Mehrsprachigkeit in vielen Familien wird als Potential unterschätzt und gleichzeitig als Problem überschätzt. Mehrsprachige Kinder sind im Vorteil, wenn man ihnen genügend Zeit gibt. Das sollte allerdings in der Kita und in der Schule besprochen worden sein. Dieses „und zu Hause reden die nur türkisch, kein Wunder kann das Kind kein Deutsch“ finde ich sinnvoll, denn so lernt es wenigstens ordentlich Türkisch. Das muss allerdings durch viel gut gesprochenes Deutsch ausgeglichen werden. Ich erlebe viele Kinder, die keine einzige Sprache mehr ordentlich lernen , sondern nur diesen Mischmasch und das ist schlimm.

potschemutschka
2 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Danke TaMu. Genau so habe ich das auch sehr oft beobachtet.

Pit2020
2 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

@TaMu

Danke für die ausführliche Schilderung.
Das habe ich auch schon häufiger bemerkt.
Und: Da muss man ja auch erst einmal drauf kommen.

Erst einmal drauf kommen, wie in dem folgenden „Fall“ – auch wenn der nichts mehr mit Mehrsprachigkeit zu tun hat:
Ich meiner ersten 5er-Klasse (Ich war KL und hatte dort zwei Hauptfächer) war ein Mädchen, das durchgehend undeutlich gesprochen hat, was sich natürlich entsprechend auf die Rechtschreibung ausgewirkt hat, der Satzbau war jedoch vollkommen in Ordnung, sie bildete durchaus lange und verständliche Sätze. In den Nebenfächern war sie sehr schnell weitgehend „stumm“, die Noten dementsprechend schlecht. Sie merkte natürlich, wie sie zurückfiel und abgehängt wurde. Es war zeitweilig ein Akt, das Mädchen morgens in die Schule zu bekommen, eine Angststörung kündigte sich an.
Damals konnte noch „abgeschult“ werden und darauf sollte es dann mit aller Macht hinauslaufen. In meinem juvenilen Leichtsinn habe ich mich dann (intern) allein und krabetzig dagegen gesperrt, denn ihr Wortschatz war äußerst positiv auffällig: Reich und treffend in der Darstellungsleistung – was mir als Deutschlehrer natürlich bei jeder Art von Erzähltext aufgefallen ist. Sogar mündlich hat sie „so lala“ mitgearbeitet, brauchte aber eben viel mehr Zeit.
Zusammen mit den Eltern und der größeren Schwester, die ich ebenfalls unterrichtete, haben wir monatelang Detektivarbeit geleistet und schließlich stellte sich so nebenbei im Gespräch heraus, dass das Mädchen noch vor der Einschulung in die GS eine heftige Mittelohrentzündung hatte. Eine Untersuchung hat dann gezeigt, dass die wohl nicht richtig ausgeheilt war, mit den entprechenden Folgen.
Tja, was soll man sagen: Das Mädchen hat Jahre später einen guten mittleren Abschluss gemacht.
Manchmal ist das Leben schön, notfalls „against all odds“! 🙂

Das eigentliche sich immer weiter ausufernde Drama ist aber mittlerweile bekannt:
Für solche Detektivarbeit bleibt einem immer weniger Zeit, denn die Zeit geht für immer mehr hohlen Mumpitz drauf, ich sag‘ nur „Es muss alles dokumentiert werden!!!“

Ich habe mich in den letzten Jahren schon oft gefragt, was aus den Kindern aus genau dieser Klasse von damals werden würde, wenn sie aus einer Zeitreisemaschine heraus wieder in derselben Besetzung als 5er zu mir in die Klasse kommen würden.
Die ehrliche Antwort mir selbst gegenüber ist: „Mir würden gleich mehrere ‚durch die Lappen gehen‘, und für „In meinem juvenilen Leichtsinn habe ich mich dann allein und krabetzig dagegen gesperrt“ würde mir heute sicherlich an allen Ecken und Enden die Energie fehlen – das führe ich nicht (nur) darauf zurück, dass seitdem „viel Wasser den großen Fluss hinunterfloss“ und die Jugend etwas Patina angesetzt hat, es liegt viel mehr an den ganzen – sorry – dummdödeligen Reförmchen und den Umbau der Bildungslandschaft in eine graue Trümmerwüste.

So.
Zeit für ein bisschen Stimmung, wer regelmäßig hier mitliest kenn ja mein Allzeit-gute-Laune-Booster:
https://www.youtube.com/watch?v=DPjnb5fJwDk
Hier genügt auch passiver Genuss! 😉

TaMu
2 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Darauf ein Korn! Danke für den Spaß zum Schluss (immer wieder schön) und Ihre wunderbare Beschreibung der Detektivarbeit und des Erfolgs. Ich bin immer wieder froh, solche wahren Geschichten zu lesen, die gut ausgegangen sind.

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Ganz genau!

Mir hat eine Mutter erzählt, dass sie als Amerikanerin, verheiratet mit einem Deutschen und drei Kindern von einer Lehrerin in den USA den Hinweis erhalten hat, ganz gezielt mit den Kindern beide Sprachen zu sprechen – sie amerikanisch und er deutsch. (Wie wir das ja auch kennen.)

Sie hatte Sorge, dass zwei Sprachen die Kinder verwirren würde.

Daraufhin erhielt sie zur Antwot, dass die Kinder gar nicht merken würden, dass es sich um zwei S p r a c h e n handelt. Sie würden das einfach übernehmen. Ihnen ist nicht bewusst, dass die Wörter aus unterschiedlichen Sprachen stammen.

Und dadurch können sie richtiges Deutsch und richtiges Englisch sprechen

Palim
2 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Nennt sich „doppelte Halbsprachigkeit“ und ist schon lange bekannt, hilfreich ist, wenn die Sprechenden jeweils bei einer Sprache bleiben und nicht ständig mischen,
hilfreich ist auch, wenn diese Kinder dann trotzdem auch Deutsch lernen können, weil sie auch davon umgeben sind.
Aber es gibt auch viele Kinder aus deutschen Familien, deren sprachliche Entwicklung sehr eingeschränkt ist. Die Sprachförderung kostet ja aber Geld, da kann man sie besser streichen. Auch Rezepte für Logopädie erhält man nicht immer vom Arzt, einen Platz bei eine:r Logopäd:in muss man dann auch noch finden.

nurmalso
2 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Zu Sprach- und Sprechstörungen bei Kindern und Jugendlichen zählen ein begrenztes Vokabular, Schwierigkeiten bei der Artikulation von Lauten oder der Satzbildung oder Grammatikschwächen.

Das alles habe ich natürlich, wenn ich eine Fremdsprache/ zweite Sprache lerne.
Von daher bin ich davon ausgegangen, dass sich die in der Untersuchung genannten Sprach- und Sprechstörungen auf die Muttersprache beziehen.
Es wäre wirklich interessant zu erfahren, ob das berücksichtigt wurde.

SonderBar
2 Monate zuvor

Übrigens gibt es auch immer mehr jüngere Lehrkräfte, die kein gutes sprachliches Vorbild sind- im Ausdruck und auch in der Grammatik….

nurmalso
2 Monate zuvor
Antwortet  SonderBar

…und der Rechtschreibung…

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor
Antwortet  SonderBar

… oder bei der Verwendung von Satzzeichen in Posts.

Last edited 2 Monate zuvor by Dil Uhlenspiegel
Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  SonderBar

Und leider lernen sie das weder im Studium, noch im Referendariat.

Rechtschreibung und Zwichensetzung sind auch entsetzlich.

Was lernen wir daraus? ….. Ist nicht so wichtig.

Ah ja!

Leseratte
2 Monate zuvor
Antwortet  SonderBar

Trifft sogar auf ReferendarInnen des Fachs Deutsch zu…

Realist
2 Monate zuvor

„Weil Kitas und Schulen immer wieder geschlossen waren, sei zudem manche Sprachstörung unentdeckt geblieben – geschlossene Logopädie-Praxen seien dazugekommen.“

Weil Logopädie-Praxen immer wieder geschlossen waren, sei zudem manche Sprachstörung unentdeckt geblieben – geschlossene Kitas und Schulen seien dazugekommen.

Übernehmen wir in den Schulen doch auch noch zusätzlich die Diagnose und Behandlung von Sprachstörungen. Dann kann die ursprüngliche Formulierung so stehen bleiben. Man hat ja sonst nichts zu tun, als fauler S…

Ron
2 Monate zuvor

Ich hätte jetzt auch gerne ein paar mehr Daten gehabt. Eine gestiegene Auffälligkeitszahl kann sich schon allein daraus ergeben, dass mittlerweile gezielter hingeschaut bzw. hingehört wird.

– Gibt es Häufungen in best. Gruppen?
– Wie äußern sich die Sprachprobleme?
– Welche Ursachen vermuten die Untersucher?

Neugierig
2 Monate zuvor

Sorry, wenn ich die jungen Mütter sehe, die ihre Kinderwägen an meinem Haus vorbei schieben, haben die Mamas ihr Handy in der Hand und quatschen mit weiß Gott wem, statt mit ihrem Kind. Oder sie haben Kopfhörer auf und das Kind starrt durch die Gegend und hat die zermatschte Berzel in der Hand. Stehen bleiben und etwas erklären (Baustelle, Müllabfuhr, Kran…. ) sehe ich die gestylten Mädels kaum noch. Wenn ich aber mich nicht mit meinem Kind befasse, Kinderlieder singe (egal wie schief), Kinderreime und Fingerspiele mache, wie, soll das Kind dann einen Sprachschatz entwickeln. Aber Hauptsache der Auftritt bei Insta/Ticktock stimmt.

Alla
2 Monate zuvor
Antwortet  Neugierig

Ich war auch immer etwas erstaunt, wenn ich junge Mütter in der Einkaufsstraße gesehen habe, die mit einem seltsam leeren Blick vor sich hinsprachen, ohne das quengelnden Kleinkind anzusehen. Erst vor Kurzem habe ich festgestellt, dass sie in-ear Kopfhörer tragen und telefonieren!

Sissi
2 Monate zuvor
Antwortet  Neugierig

Dazu passt, dass wieder deutlich mehr ge-Schnuller-t wird und Spielhandys von kleinauf sogar in Plüsch richtig gut ( zum Drangewöhnen ?) verkauft werden.
Wir hatten für die Raubtierchen Stoffbücher, die quietschen etc., um Zeitung lesen zu können und haben uns mit diesen gut darüber unterhalten, was bei allen drinnenstand.

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Plüschhandys! Natürlich, das ist der rechtzeitige Einstieg in die digitale Bildung. Kitas nehmt euch in acht, da kommt was …

Samira
2 Monate zuvor
Antwortet  Neugierig

Und die Papas?

potschemutschka
2 Monate zuvor
Antwortet  Samira

Sind entweder auf Arbeit oder zocken zu Hause vorm Computer.

Georg
2 Monate zuvor
Antwortet  Samira

Die arbeiten oder existieren nicht mehr.

Cora
2 Monate zuvor

Mal aus Sicht einer Logopädin zu dem Thema: ‚Masken sind schuld‘ ist Blödsinn. Von dem blinde-Kinder-Argument abgesehen, müssten alle Bezugspersonen des Kindes dann permanent über Monate hinweg Maske getragen haben.
Nebenbei: unsere Praxis (in BW) war wegen Corona nie geschlossen.
Zur allgemeinen Information: Logop. Therapie erhalten mehrsprachig aufwachsende Kinder nur, wenn sie auch in der/den weitern Sprache/n Entwicklungsdefizite oder -auffälligkeiten zeigen. Und ja, das ist nicht so einfach zu diagnostizieren, wenn man als Therapeut leider ’nur‘ 4 Sprachen spricht, zu denen aber Albanisch, Türkisch, brasilianisches Spanisch, Polnisch etc. nicht gehören. Ein Netzwerk an muttersprachlichen Bekannten ist da hilfreich…
Die geschilderten Beobachtungen zur mangelnden Eltern-Kind-Interaktion kann ich aus der Praxis aber bestätigen. Solche familiären schlechten Rahmenbedingungen sehen wir in den letzten 15 Jahren zunehmend häufig. Dazu machen wir die Erfahrung, dass die sehr umfassenden Störungsbilder (‚Großbaustellen‘, wo nicht nur die Artikulation oder nur die Syntax betroffen ist, sondern Defizite und Störungen in mehreren bis allen sprachl. Bereichen vorliegen) immer mehr zugenommen haben. Eine einfache ‚Kann mit fast 6 Jahren noch kein sch, sonst alles paletti‘- Behandlung kommt kaum noch vor und ist dann ein Grund zum Jubeln. Die Regel ist bei uns eher bei Sichtung der Diagnostikergebnisse ‚ Oh mann, wo fang ich da nur an?! Riesenbaustelle mal wieder, das Kind hab ich mindestens die nächsten 2 Jahre lang! ‚ Kommt so ein Kind erst mit knapp 5 zu uns, haben wir es natürlich auch noch in Behandlung, wenn es in der GS ist. (Nebenbei herzlichen Dank an die Verantwortlichen für die Einrichtung der Ganztagesschule! Seither sollen wir Logos bitte erst nach 17 Uhr mit ihrem Kind arbeiten. Dem Kind, das seit 7.30 Uhr morgens durchgehend in der Einrichtung rumsitzen musste und dann abends natürlich supermotiviert und topfit erscheint, um begeistert an seinen sprachlichen Defiziten zu arbeiten…)
Dazu häufen sich (wie auch von GS-Lehrkräften beobachtet) die üblichen Nebenprobleme wie Aufmerksamkeits- und Konzentrationsdefizite, Hyperaktivität, geringe Frustrationstoleranz, Probleme mit der Einhaltung einfachster Regeln, mangelde Grundfertigkeiten in der Spielentwicklung etc. Und von Elternseite vielfach eine, ‚Mc Donalds- Einstellung‘ – ich fahr das Kind da zehn mal hin um ne Therapie abzuholen und dann passt das schon. Es ist sehr mühsam und frustrierend, solchen Eltern klar zu machen, dass das so nicht funktioniert. Natürlich haben wir ebenso mit helikopternden Übereltern zu tun oder völlig desinteressierten, so, wie das wohl auch jede Lehrkraft und jede/r Erzieher/in kennt. Aber auch ganz normale Eltern haben z. T. Kinder mit ‚Riesenbaustelle‘. Komplett pauschalisieren kann man nicht. Ich sage solchen Eltern immer, wenn ich wüsste, woher das genau kommt, würde ich nicht mies bezahlt therapieren und mich mit den Kassen rumärgern, sondern von Tantiemen leben… Aber der Trend zu Großbaustellen und miesen Rahmenbedingungen (mit-) verursacht durch Digitalisierung und veränderte familiäre Kommunikationsstrukturen ist für mich absolut zu beobachten und lässt einen als Therapeut auch manchmal fast verzweifeln. Nachdem diverse Eltern WÄHREND DES ANAMNESEGESPRÄCHES bei der Erstvorstellung ihres Kindes bei mir mehrfach am Handy Anrufe entgegengenommen oder nebenher SMS getippt haben, hängt nun ein Handyverbotsschild am Behandlungsraum. Und wegen x Nachfragen hängt ein Zettel im Wartezimmer an der Pinnwand ‚ Nein, es gibt hier kein W-LAN! Nutzen Sie die Wartezeit, um hier mit dem Geschwisterkind gemeinsam zu spielen, ein Buch zu lesen oder gehen Sie spazieren! ‚
Hätte vor 20 Jahren niemals gedacht, dass so etwas in meiner Praxis mal nötig sein würde…

laromir
2 Monate zuvor

Das fing schon vor geraumer Zeit an und nicht erst mit Corona. Es gibt doch immer mehr Dinge, die das Kind am besten dauerhaft alleine beschäftigen oder ruhig stellen sollen. Das fängt mit Tablett im Auto an, wo schon den Minis videos hoch und runter genudelt werden, damit sie im Auto nicht „stören“. Es gibt Geräte, die den Kinderwagen oder das Bettchen schaukeln etc. usw., im Restaurant das Tablett vor die Nase, bei allen anderen Gelegenheiten auch. Man selbst wird teils als Alien betrachtet, weil das Kind in der GS kein eigenes Tablett hat, kein Smartphone und als Baby kamen komische Blicke, weil wir lange getragen haben, statt zu schieben und Fernsehen tabu war. Im Restaurant gab es kleine Spiele oder Marbacher und später konnte das Kind ja mitreden oder mit anderen Kindern reden ( insofern diese nicht am Tablett hingen) Kenne einige, die das ebenso gemacht haben und die Kinder können erstaunlicher Weise tatsächlich alle gut sprechen. Ich war damals sehr irritiert, als ich sah, was laut Kinderarzt bloß hätte gewusst werden müssen. Da wurden beim Test einfachste Bilder übersprungen usw. Mit dem Kommentar „muss nicht gewusst werden“ . Unser kleines fragte dann auf dem Nachhauseweg, warum es das alles nicht hätte sagen dürfen. Fand ich auch komisch. Mittlerweile kann ich mir das denken, wenn ich sehe wie Wortschatz und Ausdrucksformen immer mehr abnehmen und Texte immer unverständlicher werden. Die Kinder sprechen auch nicht mehr miteinander. Im Schulbus und an der Haltestelle hängen alle über dem Handy und das wars. In der SekII auch in die Pausen und in allen Bereichen, wo ein Handy genutzt werden darf. Ist eben auch schwierig zu sprechen, wenn keiner mehr spricht. Aber schön weiter di Kinder im Unterricht einzeln über Tabletts hängen und sich mit Digitalisierung brüsten. Ach ja, wenn es schief läuft kann man ja Corona bemühen für alle Kinder von 0 bis 18, klar 2 Jahre haben alles ruiniert…

Last edited 2 Monate zuvor by laromir