Teilrückzieher: Referendare werden weiterhin im Sommer in die Arbeitslosigkeit geschickt

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STUTTGART. Befristet beschäftigte Lehrkräfte sind während der Sommerferien in einigen Bundesländern immer in die Arbeitslosigkeit entlassen worden – ein Aufreger. Das ändert Grün-Schwarz in Baden-Württemberg nun. Künftig werden sie durchgehend bezahlt. Mit einer (bedeutenden!) Ausnahme allerdings, wie nun bekannt wurde: Referendarinnen und Referendare sollen auch weiterhin zunächst in die Arbeitslosigkeit geschickt werden. Die FDP findet das ungerecht.

„Wichtiges Signal“: Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne). Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg

Das Kultusministerium von Baden-Württemberg hat klargestellt, dass befristet angestellte Lehrkräfte künftig über die Sommerferien hinweg bezahlt werden sollen – für fertige Referendarinnen und Referendare gelte die neue Regelung aber nicht. Die Ausbildung sei immer zu Schuljahresende vor Beginn der Sommerferien abgeschlossen. In den Sommerferien, also zwischen Ausbildungsende und Beginn einer Anstellung als Lehrkraft erfolge keine Bezahlung. «Das ist ein regulärer Vorgang, der sich beim Referendariat für Juristen und bei zahlreichen anderen Berufsgruppen genauso verhält», erklärte eine Ministeriumssprecherin auf Nachfrage des SWR. Würden die Referendarinnen und Referendare weiter bezahlt werden, entstünden für das Land theoretische Mehrkosten von etwa zehn Millionen Euro.

Die Landesregierung will aber nur 15 Millionen Euro ausgeben. Und die werden bereits dafür gebraucht, Vertretungslehrkräfte nicht mehr – wie bislang üblich – über die Sommerferien auf die Payroll der Bundesagentur für Arbeit zu schicken. Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) sprach trotzdem von einem wichtigen Signal der Haushaltskommission der grün-schwarzen Koalition. «Gerade die aktuellen Herausforderungen zeigen uns ja eindrücklich auf, wie wichtig Personen mit befristeten Verträgen wie etwa unsere Vertretungslehrkräfte sind, um auf Ausfälle zu reagieren», sagte Schopper. Es gehe hier um mehr als 4.000 Lehrerinnen und Lehrer, darunter seien auch Pädagoginnen und Pädagogen, die geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine unterrichten.

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«Es muss jetzt darum gehen, engagierte, gute Lehrkräfte in großer Zahl neu zu gewinnen»

Die FDP-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg fordert von Grün-Schwarz nun, dass auch die angehenden Lehrkräfte über die Sommerferien bezahlt werden. Der bildungspolitische Sprecher der Liberalen, Timm Kern, sagte man hätte sich denken können, dass dieses Bildungsgeschenk einen gewaltigen Haken habe. «Nachdem noch letzte Woche groß verkündet wurde, dass man die Sommerferienarbeitslosigkeit für befristete Lehrkräfte und Lehrernachwuchs gleichermaßen beenden möchte, hat die Haushaltskommission von Grün-Schwarz vergangenen Samstag dies für Referendarinnen und Referendare wieder zurückgenommen.»

Es bleibe für diese Pädagogen also bei der unwürdigen Praxis der Sommerferienarbeitslosigkeit – ausgerechnet beim Nachwuchs, sagte Kern. Es gebe einen Lehrkräftemangel, der immer noch seinesgleichen suche. «Es muss jetzt darum gehen, engagierte, gute Lehrkräfte in großer Zahl neu zu gewinnen.» Der Vorstoß für die nun geplanten Änderungen war von Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz gekommen. Die CDU-Seite konnte die Forderung der Grünen-Fraktion schlecht ablehnen, weil ein Parteitag vor kurzem für ein Ende der Regelung gestimmt hatte. Trotzdem gab es Stimmen, die diese Ausgabe als nicht vordringlich ansahen – von einem «Lehrer-Beglückungsprogramm» war die Rede. News4teachers / mit Material der dpa

Schluss mit Lehrer-Arbeitslosigkeit in den Ferien? GEW will mit Sekt feiern

 

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38 Kommentare
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Salentin
2 Monate zuvor

Wie es ja schon mehrfach geschrieben wurde, wird hier einfach nicht differenziert, wie lange denn jemand befristet angestellt war. Waren es die letzten 3 Monate vor den Sommerferien? Und dann soll jemand auch noch die Sommerferien bezahlt bekommen?

Oder waren es Januar, Februar, März …………… dann nicht mehr ………… und dann soll jemand die Sommerferien bezahlt bekommen?? Bzw. diese Leute natürlich nicht, aber sie arbeiteten auch 3 Monate wie der eingangs genannte Fall!

In Berlin beginnt das neue Schuljahr „gehaltsmäßig“ am 1. August. Wer für 1 Schuljahr eingestellt wird, hat dann schon eine Zeit Sommerferien dabei gehabt und hat sie, denn das Schuljahr endet am 31.7. Welche Sommerferien sollen diese Befristeten dann ganz erhalten? Die davor oder die danach?

Hier wird mir einfach alles zu sehr in einen Topf geworfen und das Ganze unredlich mit dem Lehrermangel verknüpft, als ob wir zu wenige Lehrer haben, weil einige/manche/alle Befristeten die Sommerferien nicht bezahlt bekommen.

Wie ist es denn nun in Baden-Würtemberg? Ab wann genau gilt der befristete Einstellungsvertrag? Ab dem ersten Tag NACH den Sommerferien oder wie in Berlin z.B. immer ab dem 1. August? Das wüsste ich mal gerne.

Last edited 2 Monate zuvor by Salentin
ida berlin
2 Monate zuvor
Antwortet  Salentin

Sie stellen die richtigen Fragen, Salentin! Danke. Ob wir eine Antwort erhalten wir??

Matthias
2 Monate zuvor
Antwortet  Salentin

Eingestellt wird in BW zum 1. Schultag im September (z.B 12.09.2022), entlassen wird immer zum 31.7

Bla
2 Monate zuvor
Antwortet  Salentin

Einstellung entweder 1. Schultag (ohne Vorbereitung dann) oder 1-2 Wochen früher (mit kurzem Seminar + Vorbereitung der ersten Tage).
Sommerferien nach dem Schuljahr natürlich.
Wäre doch eigentlich logisch? Denke ich zumindest.

Und klar ist der Lehrermangel nicht aufgrund der nicht-Bezahlung im Ref in den Sommerferien (der Sold im Ref ist sowieso ein Witz für die Studienzeit).
Aber es ist halt trotzdem ein Zeichen der Anerkennung der (angehenden) Neulehrer – welche dementspechend fehlt.
Aber das passt ja dann sowieso zur Lebensrealität vieler im späteren Beruf. Auch hier ist die Anerkennung nur bedingt vorhanden.
Daher … Einfach mal so weiter machen und abwarten. Bestimmt eine tolle Idee.

Salentin
2 Monate zuvor
Antwortet  Bla

So ist es oder so wünschen Sie es sich, @Bla?

Ich schrieb oben ja, in Berlin und ich meine auch in Brandenburg wird man nicht mit dem 1. Schultag eingestellt (wenn es ein Schuljahresvertrag ist), sondern zum 1.8. Da hat man dann schon Anteil an den dem Schuljahr vorhergehenden Sommerferien.

Sie beantworten auch nicht, wie es bei Vertretungen/Befristungen sein soll, die nur Monate währen und kein ganzes Schuljahr, z.B. nur 1 Halbjahr. Dann bekommt der mit dem 2. Halbjahr auch die folgenden Sommerferien bezahlt und der mit dem 1. Halbjahr nur die Winterferien? Die gibt es aber in mehreren Bundesländern gar nicht. Soll der dann auch die folgenden Sommerferien bezahlt bekommen, obwohl er/sie bereits ein halbes Jahr nicht mehr Lehrer war?

Hier wird einfach zu viel, ich sagte es schon, in einen Topf geworfen. Es geht nur um die, die 1 ganzes Schuljahr befristet angestellt werden. Es gibt aber noch viele andere Fälle. Und wie gesagt, hier haben die dann die vorhergehenden Sommerferien bereits zum Teil dabei, je nachdem wann die begannen. Dann bekommt man einen Ausgleich für die Mehrarbeit in der Unterrichtszeit, den man noch gar nicht hatte.

DAS juckt mich nicht weiter, aber das alles wird hier nicht bedacht.

Last edited 2 Monate zuvor by Salentin
Rabe aus NRW
2 Monate zuvor

Referendare, die ihre Ausbildung beenden, haben, auch in Zeiten des Lehrermangels, keine automatische Jobgarantie. Sie müssen sich erstmal bewerben und ausgewählt und dann evtl. eingestellt werden, sie könnten z. B. auch ins Nachbarbundesland gehen oder sich gar umorientieren wollen. Sie könnten tatsächlich auch eine so schlechte Note haben, dass die Schulen, an denen sie sich bewerben, sie nicht wollen oder gebrauchen können wegen falscher Fächerkombi. Das ist bei fast allen Ausbildungsberufen so. Wo ist da die Ungerechtigkeit?

Fräulein Rottenmeier
2 Monate zuvor
Antwortet  Rabe aus NRW

Eigentlich gibt es für Referendare doch feste Termine. In Nrw ist ein fester Einstellungstermin z. B. der 1.11. und ein Endtermin der 31.10. Da stellen sich solche Fragen erst gar nicht. Das gibt es in anderen Bundesländern doch bestimmt auch…. Oder?

mississippi
2 Monate zuvor
Antwortet  Rabe aus NRW

Die Referendare haben doch schon ihre Schule und die Stelle in der Tasche. Und umziehen müssen sie dafür meist auch. Die Bewerbungen sind doch schon lange gelaufen. Oder meinen Sie, dass die Schulen am 1. Schultag mal nach Lehrkräften suchen? 6 Wochen ohne Besoldung! Die normalen Kosten laufen aber alle weiter. Auf dem Konto ist meist auch nicht viel Reserve, weil das Referendariat nicht so üppig bezahlt wird. In Bayern und anderen Bundesländern erhalten die jungen Lehrkräfte in den 6 Wochen Sommerferien wenigstens ihr Referendariatsgehalt. Ferien sind es ja nicht. Man muss Stoffverteilungspläne schreiben, sein Klassenzimmer einrichten, sich mit Teamkollegen treffen, Material vorbereiten usw… Das alles umsonst.

Anne
2 Monate zuvor
Antwortet  mississippi

Ja, und? Wenn ich meine Ausbildung beendet habe, die Stelle aber erst ab dem übernächsten Monat zu besetzen ist, glauben Sie dann, dass der Arbeitgeber vor lauter Nächstenliebe mir jetzt schon mein Gehalt zahlt?

ed840
2 Monate zuvor
Antwortet  Rabe aus NRW

Ich weiß jetzt nicht von welchen Ausbildungsberufen Sie hier reden. Für unsere Azubis beginnt bereits am Tag nach der erfolgreichen mündlichen Prüfung der Arbeitsvertrag. Und das ist nicht die Ausnahme hier , sondern ganz normal, wenn Azubis übernommen werden. Wir haben unseren Sitz aber auch nicht in Baden Württemberg. In „The Länd“ scheint ja manches anders zu sein.

iglaubsnet
2 Monate zuvor
Antwortet  Rabe aus NRW

Also, ich kenne keinen Ausbildungsbetrieb, der nach der Ausbildung die Ausgelernten erst einmal auf die Straße schickt, wenn er sie dann einen Monat später wieder einstellen möchte.

Sofern es klar ist, dass das Land einen Ref im neuen Schuljahr beschäftigen will und wird, sollte er diese entsprechend weiterbeschäftigen.
Zum einen leistet der Ref seinen Dienst bis zum Schuljahresende, in den Sommerferien erholt er sich und wird sich auch auf das neue Schuljahr vorbereiten, sofern er nicht von 0 auf 100 am ersten Schultag starten möchte. Und ich glaube, das möchte keiner.
Und in diesem Fall (und ich gehe mal davon aus, dass sind in der heutigen Zeit genügend Betroffene) ist mehr als gerechtfertigt, diese nicht in die Arbeitslosigkeit zu senden, sondern sie als das zu sehen, was sie sind. Ausgebildete Lehrkräfte, die als Lehrer in diesem Bundesland eingestellt sind.

CoronaLehren
2 Monate zuvor
Antwortet  Rabe aus NRW

Bei fast allen Ausbildungsberufen ist es so, das eine Übernahme ins Angestelltenverhältnis nach Abschluss der Ausbildung vorher angekündigt wird. So ganz spontan, wie Sie das darstellen, passiert das in der Regel nicht.

Tatsächlich gilt die Ausbildung mit bestandener mdl. Abschlussprüfung und Mitteilung des Ergebnisses als beendet, wer dann weiterarbeitet oder weiterarbeiten darf, schließt konkludent einen Arbeitsvertrag. Dem ist bei Referendaren im Lehramtsbereich nicht so.

Selbst wenn man eine Stelle an einer Schule hat, wird man vor den Sommerferien entlassen.

Arbeitslos ist man nicht, denn man war ja Beamter auf Widerruf.

alter Pauker
2 Monate zuvor
Antwortet  CoronaLehren

Das stimmt-und als Folge bekommt man auch kein Arbeitslosengeld, sondern muss sich bei Hartz IV anstellen. Das Länd denkt nämlich nicht im Geringsten daran die Leute nachzuversichern. Das betrifft selbst Beamte, die aus dem Dienstverhältnis ausscheiden.
Diese „Spielchen“ erlebte ich schon vor 45 Jahren: 2 Lehramtsprüfung mit 1,5 bestanden-eingestellt wurde nur bis 1,3. Also auf Warteliste für 3 Jahre-trotz Status verheiratet und 2 Kinder nicht als Härtefall vom KuMi anerkannt (ich war persönlich dort-keine Chance). Einstellung als Angestellter mit reduziertem Deputat, erstes Gehalt nach 4 Monaten-keine Abschlagszahlung vorher bekommen! Deshalb nach dem Unterricht 20 Std/Wo. incl Samstag zum Überleben mit Familie bei einem Getränkegroßabfüller die dreckigen Flaschen v.a. von Gipsern und Schweißern vom Bau mit Messerchen und Salpetersäure saubergekratzt. Andere Jabs als Lehrer? Fehlanzeige-ich habe mehrfach die Antwort bekommen: „Sie sind Lehrer? Nein, die stellen wir nicht ein, die (zwei Mal gehört) sind uns zu renitent“. Unterrichtsvorbereitungen abends und Nachts. Familie fand fast garnicht mehr statt. Schulrats-, Rektoren u-Unterrichtsbesuche und andere Quali-Dinge: echt fies. Am Schuljahresende entlassen. 6 Wochen voll gejobbt. Zum ersten Schultag Folgejahr neu eingestellt, wieder monatelang auf Gehalt gewartet. Nach dem Schuljahr (nach Vorsprache bei Landtagsabgeordnetem, der sich als Mensch segensreich für meine junge Familie einsetzte und wohl „Gespräche“ führte-Halleluja!) diesmal nicht entlassen und endlich zum Beginn des neuen Schuljahr verbeamtet. Teildeputat blieb noch ein Jahr bestehen.

Also nichts Neues, das was heute so läuft, deshalb aber nicht minder besch…eiden!

Student
2 Monate zuvor
Antwortet  Rabe aus NRW

„Das ist bei fast allen Ausbildungsberufen so. Wo ist da die Ungerechtigkeit?“
Welche Berufe bilden denn 7 Jahre aus und vergüten erst in den letzten beiden Jahren?

Fakten sind Hate
2 Monate zuvor
Antwortet  Student

Pilot, Fachärzte, Politiker, Anwälte

Dann gibt es noch die Berufe, wo man Geld mitbringen muss, damit man eine formale Ausbildung erhält:

Nochmals Pilot, Nagellackstudiotussi, Schachlehrer

Student
2 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Politiker??? Ernsthaft??? Und die von Ihnen genannten Berufe sind „fast alle Ausbildungsberufe, die es gibt“ und somit facta odienda? Kein Wunder, dass es in allen anderen Branchen an Azubis mangelt…

gehtsnoch
2 Monate zuvor

„Entsprechend den Vorgaben der Richtlinie 1999/70/EG wird klargestellt, dass einem befristet beschäftigten Arbeitnehmer Arbeitsentgelt oder eine andere teilbare geldwerte Leistung, z. B. Deputat, mindestens anteilmäßig zusteht (pro-rata-temporis-Grundsatz).

Ebenso wird ausdrücklich geregelt, dass bei Beschäftigungsbedingungen, deren Gewährung von der Beschäftigungsdauer des Arbeitnehmers abhängig sind, z. B. Dauer des tariflichen Erholungsurlaubs, für befristet Beschäftigte grundsätzlich die gleichen Zeiten zu berücksichtigen sind wie für unbefristet Beschäftigte.“ (Haufe Personal)

alter Pauker
2 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Seit wann gelten gesetzliche Richtlinien oder Vorgaben für den Kultusbereich (siehe auch Corona und Schule).
Das erste was man bei KultusministerInnen noch vor Amtsantritt löscht, ist der Begriff „Fürsorgepflicht“, oder hat jemand einen anderen Eindruck? Erst dann verschwinden Hirnbereiche für Ehrlichkeit, Wahrheitstreue, Pflichtbewusstsein, ….

gehtsnoch
2 Monate zuvor
Antwortet  alter Pauker

Zwei Spezies der Arbeitnehmerschaft, die die alles mit sich machen lassen und welche, die Rechte kennen und an entsprechender Stelle zu angemessener Zeit gewinnbringend für sich nutzen können.

Rudi Richtig
2 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Was genau wollen Sie denn damit zum Thema sagen? Der tarifliche Erholungsurlaub (angestellter Lehrer) beträgt ja nicht 6 bzw. 5 Wochen Sommerferien!!! (und andere Ferienzeiten dazu) Das ist eine Anzahl Tage, wie in anderen Berufen auch, ich müsste nachschauen, wie viele genau… sagen wir mal 28. Der Rest ist inoffizielles Abarbeiten von Überstunden.

An Privatschulen musst du mitunter für die Ferienzeit Urlaub einreichen, der natürlich kürzer ist als die Sommerferien. In der restlichen Zeit musst du „abrufbar/einsetzbar“ sein, wenn man dich braucht. Die Lehrer im ÖD wissen oft gar nicht, wie gut sie es haben!

gehtsnoch
2 Monate zuvor
Antwortet  Rudi Richtig

TVöD sind mind. 30 Wochenarbeitstage Urlaubsanspruch entspricht dann 6 Wochen.
Nach Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) besteht für alle Arbeitnehmer (AN) mit einer 5-Tagewoche in Deutschland ein Mindesturlaubsanspruch von 20 Tagen (4 Wochen) pro Jahr.

Gibt es Werksferie,n kann ich mir als AN den Jahresurlaub auch nicht legen wie ich möchte.

Das vorher von mir weiter oben zitierte sind die geltenden Regelungen für befristet Beschäftige, die man scheinbar auch gerne mal vergisst anzuwenden.
Wäre „abrufbar/einsetzbar“ nicht im Bereich Bereitschaftsdienst angesiedelt und sicherlich auch abzugelten (Geldwert od. Freizeitausgleich)?

„Inoffizielles Abarbeiten von Überstunden“ wäre bei ordnungsgemäßer Arbeitszeiterfassung neben dem Deputat sicher entbehrlich.

Rudi Richtig
2 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Wenn es 30 Tage sind und somit 6 Wochen (zählen Samstage nicht mehr mit, aber egal …), dann entspricht es den Sommerferien, ja. Aber dann muss man nach Ihrer Argumentation (nicht meine) ja auch alle anderen Ferien mitrechnen. Wer also für ein Schuljahr befristet angestellt ist, hatte dann „seinen Urlaub“ genauso schon in den Herbst-, Winter-, Osterferien!

Es geht mir hier nur um Ihre Argumentation (siehe Zitat).

Wer keinen Urlaub hat, muss seinem Arbeitgeber zur Verfügung stehen, oder (es sei denn, man ist krankgeschrieben)?! Dabei handelt es sich also nicht um Bereitschaftsdienst, der abzugelten ist. Man bekommt ja in dieser „Zeit ohne Unterricht“ auch an den Privatschulen weiterhin sein Gehalt. Erwarten Sie, dass man zusätzlich noch Freizeit oder Geld bekommt??? Wie das?

PS: Ein Zitat zu den Samstagen als Werktage oder nicht:
5-Tage Woche aber der Samstag wird als Urlaubstag angerechnet?https://www.juraforum.de/forum/t/5-tage-woche-aber-der-samstag-wird
17.03.2015 · Wenn im Arbeitsvertrag gesetzlicher Urlaub vereinbart wurde ist die Handlungsweise korrekt. Dort steht 24 Werktage. Samstag ist gem. Gesetz ein Werktag. …“

Last edited 2 Monate zuvor by Rudi Richtig
gehtsnoch
2 Monate zuvor
Antwortet  Rudi Richtig

„Wenn es 30 Tage sind und somit 6 Wochen (zählen Samstage nicht mehr mit, aber egal …)“
Die Sprunghaftigkeit von ÖD zu allgemeinem Arbeitsrecht, Beamtenrecht und Mindestanspruch durch BUrlG hat etwas mit Äpfel und Birnen gemeinsam.

Mein Zitat entstammt aus der öffentlich zugänglichen Arbeitsrechtpraxis von Haufe Personal Office und scheint nicht verstanden. Offensichtlich sind dafür die Grundkenntnisse zu lückenhaft. Freilich muss man nicht alles wissen, sollte aber Kenntnis haben wo es geschrieben steht und bei Bedarf nachschlagen.

Wird an Samstagen als Werktagen (6 Tagewoche) gearbeitet gibt es gesetzlich (BUrlG) mind. 24 Urlaubstage, sonst ohne Samstagsarbeit nur 20 Urlaubstage (5 Tagewoche) wäre die Lösung gewesen.

Last edited 2 Monate zuvor by gehtsnoch
Julia
2 Monate zuvor

Mein Gott, 1x im Berufsleben auf der Schwelle zu Verbeamtung und Lebensstellung nach der Ausbildung mal ohne Einkommen- welch eine Tragödie! Wenn’s knapp ist, jobbt man nach dem Ref. dann noch 3-4 Wochen und hat noch 2-3 Wochen für Vorbereitung und Urlaub.
Angesichts der Notlagen anderer wahrlich ein Luxusproblem!

Student
2 Monate zuvor
Antwortet  Julia

Ich fand es auch ganz toll, mittendrin im Studium dank der Corona-Lage ohne Einkommen dazustehen, weil mir der reguläre Nebenverdienst und dazu der halbjährliche Ferienjob wegbrach, während Abbuchungen für Miete, Nebenkosten und Krankenkasse regulär weiterliefen und freue mich darauf, die Lage nach dem Ref evtl. (nicht zum ersten Mal im Leben) wieder zu erleben. Wahrlich keine Notlage und kein Luxusproblem!

Bla
2 Monate zuvor
Antwortet  Julia

Genau oder man jobbt und erholt sich dann 2-3 Wochen. Vorbereitung erst ab Tag 1 der Einstellung. Aufbewahrung ist dann noch abgedeckt (darum gehts doch vielen?), aber wirklicher Unterricht fängt dann halt verzögert an. Ist doch ein toller Kompromiss? Nicht? Dann zahlen.

alter Pauker
2 Monate zuvor
Antwortet  Julia

Richtig @ Julia, und jeder hat auch einen reiche Onkel und Eltern die nicht wissen wohin mit ihrem Geld. (Siehe auch mein Kommentar weiter oben) Es gibt einfach Leute, die verwechseln Luxusproblem mit existenziellem Problem-das viele einfach haben!

Mary-Ellen
2 Monate zuvor
Antwortet  alter Pauker

Kann ich nur bestätigen, was die Situation meines ’20 bis ’22 noch studierenden Sohnes betraf. Nahezu sämtliche Nebenjobs brachen weg. Über mindestens 14 Monate.
Miete und andere Nebenkosten liefen weiter. Vater sah sich nicht in der Pflicht zu helfen, da Sohn gerade über 25.
Für mich wurde es RICHTIG teuer, obwohl finanziell nicht auf Rosen gebettet.
Es war ein massives Existenzproblem.
Für ihn, und in Folge dann für mich!
Zum Glück hat er nicht den Beruf einer Lehrkraft gewählt!

Julia
2 Monate zuvor
Antwortet  Mary-Ellen

Es geht um eine -1- unbezahlte Ferienphase vor der Aufnahme in den regulären Schuldienst! Ihren Sohn betrifft das doch gar nicht.
Und in diesem einen Jahr dann mal 3-4 Wochen zu jobben, dann 2- 3 Wochen zum Erholen und zum Vorbereiten nutzen, ist kein Problem. Im Zweifel ist dann eben kein Sommerurlaub drin. Andere haben nach Ausbildungsende auf keinen Urlaub vor der Festanstellung.
Wir sind damals auch so eingestiegen in den Schuldienst-on top BAföG- Schulden.
Das Geheule mancher ist wirklich unerträglich!

gehtsnoch
2 Monate zuvor
Antwortet  Julia

Zumindest besteht für Referendare eine immens hohe Jobgarantie mit gewisser Auswahl des Arbeitsortes bei der hohen Zahl unbesetzter Stellen wegen fehlender LuL.

Julia
2 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Eben! Heulen auf hohem Niveau!

Student
2 Monate zuvor
Antwortet  Julia

Darf ich Sie beim Thema A12 vs A13 zitieren? Oder beim Thema Verbeamtung vs Anstellung?

Julia
2 Monate zuvor
Antwortet  Student

Gerne

Mary-Ellen
2 Monate zuvor
Antwortet  Julia

Ich bezog mich auf die Kommentare von @Student und @alter Pauker. Das Beispiel meines Sohnes brachte ich an, um hervorzuheben, wie finanziell mies es vielen Studierenden in der bisherigen Coronazeit ging. Wenn dann noch ON TOP für Referendare die Besoldung in den Sommerferien ausgesetzt wird, fühlt man sich gewiss äußerst wertgeschätzt, vor allem, wenn sich andere noch in der Form daran „abarbeiten“, indem den Betreffenden ‚unerträgliches Geheule‘ nachgeworfen wird.
Kein guter Stil, finde ich.

Student
2 Monate zuvor
Antwortet  Mary-Ellen

In der Tat kein guter Stil, wenn anderswo um echte Luxusprobleme gestritten wird. (Die aus Sicht der Betroffenen sicherlich ihre Berechtigung haben dürften)

gehtsnoch
2 Monate zuvor
Antwortet  Student

JA, die armen Referendare mit nur befristeter aber bezahlter Anstellung haben eher kleinere Existenzproblemchen.
Was ist dagegen mit den anderen Studierenden vor einem Abschluß die keinen Lohn dafür bekommen wie Werkstudenten, die unentgeltlich Ihre Arbeit leisten, so z. B. bei einem Immobilienunternehmen ihre Abschlußarbeit durch ein firmeneigenes Grundstück mit Einkaufscenter und Ärztehaus überplanen und dafür nichts sehen. Später wird nach den Entwurfsplänen des Studenten dann 1:1 nach der Idee gebaut.

Oder die vielen unbezahlten Diplomanden wo die Masterarbeit zur weiteren Verwendung dem Unternehmen unentgeltlich überlassen wird.

Ein Skandal, Referendare werden teils außerhalb der Sommerferien befristet eingestellt und mit mindestens 1.500 € brutto gut bezahlt und das ist gegenüber anderen Studiengangsabschlüssen fair, da man bereits zu Karrierebeginn adäquat auf das schlechtestbezahlte Berufsbeamtentum als Grundversorgung des Lebensunterhalts vorbereitet sein muss?

Student
2 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

1500€ BRUTTO nach 5 Jahren Studiendauer minimum und möglicher Schulden und leben mit existenziellen Probleme ist gut bezahlt? Sie sollten für die Gewerkschaften arbeiten oder in die Sozialpolitik gehen.

Darf ich Sie ebenfalls bei der Diskussion A12 vs 13 oder Angestellte vs Beamte zitieren? Warum werden eigentlich nicht ALLE Lehrer nur noch als Angestellte bis zu Rente jedes Schuljahr befristet eingestellt, in den Ferien wieder entlassen und nach 6 Wochen ohne Bezahlung wieder eingestellt? Dann hat die Diskussion endlich ein Ende. Urlaub kann man auch planen, wenn man in Rente geht. Wissen Sie was? Ich habe in meinem Leben noch NIE einen Urlaub geplant und hebe mir das in weiser Voraussicht nicht für die Zeit nach dem Ref, sondern nach dem ersten Dienstjahr auf…
Und warum führt man nicht E12 für alle ein? Dann hat die oben genannte Diskussion auch ein Ende. Wenn E12 nicht reicht, kann man ja am Wochenende kellnern gehen.

„Was ist dagegen mit…“
Wenn Sie noch mehr Whataboutisms haben, her damit.
Ich kann aus persönlicher Erfahrung echte Existenzprobleme zitieren, die ich keinem wünsche (obwohl… manchen Leute mit echten Luxusproblemen schon) aber deshalb muss mir nicht das Verständnis für Leute fehlen, denen es besser geht, nur weil es ihnen weniger schlecht geht. Ist DAS die Wertschätzung für den Nachwuchs?

gehtsnoch
2 Monate zuvor
Antwortet  Student

Ein bisschen Frieden Erdung:
Studienreferendar im Vorbereitungsdienst mit halben Lehrauftrag für höheren Dienst als praktischen Teil der Ausbildung soll das im Studium erworbenen fachliche, didaktische und pädagogische Wissen im praktischen Unterricht erweitern und vertiefen lautet allgemein die Umschreibung. Also braucht bei der Vorbereitung des Karrierestarts nicht direkt der Studiendirektorensessel ausgefüllt und die dafür vorgesehenen Bezüge erwartet werden.

Deutlich mehr Geld bereits ohne abgeschlossene(s) Ausbildung/Studium oder Lebenserfahrung scheint es noch bei parteipolitischen Mandaten zu geben.

Die Redensart „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ scheint auch 2022 beim Nachwuchs nicht völlig bedeutungslos zu werden.