Text von Klimaaktivistin Neubauer in Abi-Prüfung: CDU vermutet Einflussnahme

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Ein veröffentlichter Gastbeitrag von Klimaaktivistin Luisa Neubauer ist Materialgrundlage für eine Aufgabe in einer Abiturprüfung in Niedersachsen geworden  und sorgt nun für Aufregung. Die CDU vermutet Einflussnahme durch die grüne Kultusministerin.

Heute wurde in Niedersachsen Politik-Abitur geschrieben – und Teil davon war mein Essay zur Klimapolitik der Ampel & der Notwendigkeit für breiten Einsatz gegen die Klimakrise. Daumen für alle Beteiligten sind gedrückt! ♥️🌍https://t.co/RwTEqrqa6z

— Luisa Neubauer (@Luisamneubauer) April 24, 2023

Der CDU-Landtagsabgeordnete Christian Fühner sieht dies kritisch. Seine Fraktion werde erfragen, ob Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grünen) «direkt oder indirekt Einfluss auf die Auswahl der Prüfung genommen hat. Und warum ausgerechnet ein Text von Klima-Aktivistin und Grünen-Mitglied Neubauer gewählt wurde», sagte Fühner der «Bild-Zeitung». «Dass man ausgerechnet den Text einer Aktivistin wählt, habe ich durchaus mit Verwunderung zur Kenntnis genommen», betonte Fühner. Neubauer gilt als eines der bekanntesten Gesichter der Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future in Deutschland.

Der Gastbeitrag wurde laut Ministerium im Juni vergangenen Jahres von einem Medium veröffentlicht. Bei der Abiturprüfung standen demnach mehrere Aufgaben zur Auswahl für die Schüler – bei einer war der Text von Neubauer Grundlage. Schüler müssen sich für eine Aufgabe entscheiden. Dabei handelte es sich um die schriftliche Prüfung im Fach Politik-Wirtschaft, wie das Kultusministerium in Hannover am Mittwoch mitteilte. Die Prüfung war am Montag.

Das Kultusministerium wies die Kritik des CDU-Politikers zurück. Das Verfahren sei klar und eindeutig. Es sei absolut apolitisch, weder sei die Ministerin Mitglied der Fachkommissionen, die bereits Monate vorher die Aufgaben entwickeln, noch würden die Aufgaben von ihr freigegeben oder vorgelegt, sagte ein Ministeriumssprecher. Dass ein aktueller Bericht Teil einer Abiturprüfung ist, sei nichts Ungewöhnliches. News4teachers / mit Material der dpa, Titelfoto: Shutterstock / Rolf G Wackenberg

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Georg
1 Jahr zuvor

So tragisch finde ich den Text erst einmal nicht. Spannend ist aber der Erwartungshorizont insbesondere im Hinblick auf von Neubauer abweichende Thesen.

An Stelle eines Schülers würde ich diese Klausur nicht auswählen oder unabhängig von der eigenen Meinung nach dem gängigen Modell antworten.

447
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

Goldene Regel, die ich auch meinen Schülern immer empfehle:
1. Wähle die offensichtlich mainstreamigste Klausur
2. Schreib das hin, was große Medien schreiben oder was Du denkst was der typische Lehrer gerne dazu hören will.
3. Forsche selber nach wenn der Prüfungsstress vorbei ist.

Funktioniert Bombe.
Und schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe:
1. Schüler behält die Würde als freier Mensch, ohne Nachteile zu erleiden
2. Übergriffigkeit wird unterlaufen

Und Mal ehrlich: Würde jemand einen Luisa-Text verbal zerreißen – wir wissen doch alle, dass dies im typischen deutschen Lehrerzimmer mit einer fetten Runterstufung der Note quittiert werden würde.

Maggi
1 Jahr zuvor

Schade, dass jetzt schon etablierte Parteien in Populismus verfallen. Jeder, der das Auswahlsystem kennt weiß, dass dazu das Kultusministerium keine Möglichkeit hat.
Außerdem ist die Idee als solche lächerlich, da die Klimadebatte tagesaktuelle Politik ist und natürlich, mit den unterschiedlichen Positionen, im Unterricht behandelt wird.

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  Maggi

Das Kultusministerium bestimmt doch jene Kommission, die die Zentralabituraufgaben erstellt bzw. aus einem Pool auswählt. Und die könnte doch parteipolitisch besetzt worden sein, wissen wir das? Glaubt jemand, bei solchen Dingen ginge es einer grünen Ministerin um fachliche Qualifikationen?

Georg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

Wenn es in Niedersachsen so läuft wie in NRW, werden Schulen zur Erstellung der Aufgaben beauftragt. Die Kommission im Ministerium prüft und wählt endgültig aus.