„Magnetismus des traditionellen Männerleitbilds“: Warum im Schnitt Jungen (noch immer) schlechter in der Schule sind

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PFORZHEIM. «Wann ist ein Mann ein Mann?», fragte Herbert Grönemeyer 1984. Damals dürfte die Antwort anders ausgefallen sein als heute. Das Bild von Männlichkeit hat sich seither gewandelt – allerdings: Nicht so stark, wie manche meinen. Es gibt «eine Art Magnetismus des traditionellen Männerleitbilds», so heißt es in einer Studie des Bundesfamilienministeriums. Tatsächlich wirkt das bis in die Schule hinein. Auch heute noch.

Wo sind die Männer? In den Grundschulen jedenfalls nicht (Symbolbild). Foto: Shutterstock

Als Peter Boch im Alter von vier Jahren mit seiner Kindergartenfreundin zum Ballettunterricht ging und mit einem Anmeldeformular zurückkam, war seine Mutter erstmal verdutzt. «Ich hab‘ damals tatsächlich in langer Unterhose zum ersten Mal im Ballettsaal gestanden und da mitgemacht», erzählt der heutige Pforzheimer Oberbürgermeister. Sein Opa, selbst Ringer und Boxer, habe damals gesagt: «Wenn der Junge Ballett machen will, dann zahle ich das von meiner Rente.» Die Frage sei nie gewesen, ob ein Junge das machen darf. «Ich bin eigentlich immer unterstützt worden.»

Mit elf Jahren zog der gebürtige Lauchringer allein nach Stuttgart ins Ballettinternat John-Cranko-Schule. Das Ziel: Profitänzer werden. Doch wegen Wassereinlagerungen in der Hüfte musste er die Karriere ein halbes Jahr vor dem Ballettdiplom abbrechen und wurde Polizist. «Als kleiner Bub wollte ich auch Polizist werden», sagt Boch. «Ich glaube, das ist von vielen Jungs ein Traum.» Einfacher Beamter sollte es aber nicht sein: «Für mich war klar, ich möchte bei der Polizei unbedingt mal etwas tun, das nicht selbstverständlich ist.»

So wurde Boch Personenschützer im Kommando Ministerpräsident Baden-Württemberg, der damals Günther Oettinger (CDU) war. Durch diesen Job kam er in Kontakt mit der Politik, was ihn in die Kommunalpolitik und letztlich ins Pforzheimer Rathaus führte.

«Wir sind vermutlich Zeitzeugen und Akteure einer erheblichen Umwälzung im Selbstverständnis sowie im Lebens-/Arbeits-/Familienstil von Männern»

Balletttänzer und Bodyguard – zwei Extreme, die ganz unterschiedliche Rollenbilder und Bilder von Männlichkeit erzeugen. Und die auf den ersten Blick nicht recht zusammenpassen mögen. Doch in beiden Fällen gehe es auch um Wettbewerb, darum, aus der Gruppe herauszustechen, sagt Diana Lengersdorf. Die Professorin für Geschlechtersoziologie an der Uni Bielefeld hat zur Neujustierung von Männlichkeiten geforscht und sieht in Wettbewerb nach wie vor etwas typisch Männliches: «Männlichkeit wird sehr stark unter Männern ausgehandelt.»

Allerdings habe sich im Vergleich zu den 1990er Jahren etwas Gravierendes geändert, sagt Lengersdorf. Inzwischen werde über Männlichkeit allgemein und auch die eigene Männlichkeit nachgedacht. «Früher wurde die Frage nach Männlichkeit zurückgewiesen.» Immer mehr Menschen lehnten heutzutage stereotype Männlichkeitsbilder ab. Die Geschlechterordnung sei im Umbruch, weiche auf. Zentrale Motoren seien dabei der Wandel von Vaterschaft und Erwerbsarbeit.

Heute nehmen Väter Elternzeit. Es gibt Transmänner und queere Männer, Männerbeauftragte, Männerhilfetelefone und Kurse, in denen Männer den Umgang mit ihren Gefühlen lernen. Vor Jahrzehnten kaum vorstellbar.

Doch gerade bei wichtigen Ereignissen wie der Geburt eines Kindes hole das klassische Bild des Mannes als Ernährer der Familie viele wieder ein: «Unsere Männlichkeitsvorstellung ist sehr kapitalistisch geprägt», so Lengersdorf. Eine Studie des Bundesfamilienministeriums kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass rationale, ökonomische Erwägungen in so einer Situation oft dazu führten, dass eine gleichgestellte Vision schlagartig in ein traditionelles Rollenmodell kippe und Männer sich um die Existenzsicherung der Familie sorgten. Die Rede ist von einer «Art Magnetismus des traditionellen Männerleitbilds».

Weiter schreiben die Autoren: «Wir sind vermutlich Zeitzeugen und Akteure einer erheblichen Umwälzung im Selbstverständnis sowie im Lebens-/Arbeits-/Familienstil von Männern.» Sie sprechen von höchst unterschiedlichen Männeridentitäten, vom «Mainstream-Mann im Spagat».

Manche würden Rollenbilder vom Mannsein weiterentwickeln, heißt es in der Auswertung. Neue soziokulturelle Anforderungen etwa in Bezug auf die Gleichstellung von Frauen und Männern spielten dabei eine Rolle. Andere wollten die Komplexität des neuen Mannseins wieder reduzieren und auf «einfache» Leitbilder zurückgreifen. Professorin Lengersdorf spricht von einem diffusen Moment: Einerseits verfestige sich heroische Männlichkeit, andererseits verändere sich gerade viel.

Den Jungs fehlten jedoch Vorstellungen, wie sich das Leben jenseits tradierter Muster führen lasse, heißt es in der Studie. «Sie haben ein Gespür für Ungleichheiten im Geschlechterverhältnis, sehen aber keine Lösungsansätze.» Jungen wie Mädchen folgten bei der Berufswahl traditionellen Geschlechterrollenbildern. Um vom Rollenspagat in ein stabiles Gleichgewicht zu kommen, gebe es bisher kaum Vorbilder.

Auch die Schule trägt wenig zur Klärung bei – obwohl (oder weil?) die Lehrkräfte mittlerweile weit überwiegend weiblich sind. Jungen haben im Schnitt schlechtere Noten und machen niedrigere Abschlüsse. Auch Schulabbrecher sind überwiegend männlich. Für den Bildungsforscher Prof. Marcel Helbig, der in der Studie des Bundesfamilienministeriums ausführlich zitiert wird, ist dies aber nicht auf eine „Feminisierung“ der Schule zurückzuführen, sondern auf gesellschaftliche Rollenbilder, die mangelnde Leistungsbereitschaft bei Jungen zur Folge haben und zu deren Vermittlung die Peergroup der Gleichaltrigen wesentlich beiträgt.

„Alle Studien zeigen, dass Mädchen im Schnitt in der Schule disziplinierter, fleißiger und motivierter sind“

Jungen bewerten danach Lernen als fehlende Begabung, Fleiß als uncool. „Schulische Brillanz und Männlichkeit stehen sich nicht im Weg, solange die Leistungen scheinbar mühelos erreicht werden.“ Helbig betont laut Bericht, dass Jungen schon seit mehr als 100 Jahren schlechtere Noten bekommen als Mädchen und dass die schlechteren Noten der Jungen auf ihre niedrigere Leistungsbereitschaft zurückgeführt werden können. Der Hauptgrund für ihre geringere Leistungsbereitschaft sind gesellschaftliche geschlechtstypische Kompetenzzuschreibungen, die Jungen in stärkerem Maße als Mädchen glauben lassen, dass sie sich aufgrund ihrer „natürlichen Begabung“ in der Schule weniger stark anstrengen müssen.

Die Selbstüberschätzung hat für Helbig gesellschaftliche Wurzeln: Da Männer noch immer die besseren Positionen in Wirtschaft und Politik innehaben, wird ihnen größere Kompetenz und Intelligenz zugeschrieben. „Alle Studien zeigen, dass Mädchen im Schnitt in der Schule disziplinierter, fleißiger und motivierter sind, Sie haben eine höhere Lern- und Leistungsbereitschaft, verbringen mehr Zeit mit Hausaufgaben, arbeiten mehr, als verlangt wird, sind besser auf den Unterricht vorbereitet. Jungen hingegen erreichen höhere Durchschnittswerte bei der Arbeitsvermeidung und beim Zuspätkommen zum Unterricht.“

Diese geschlechtstypischen Kompetenzzuschreibungen hätten ihren Ursprung in der gesellschaftlichen Stellung des Mannes in Relation zur Frau. Über die Eltern und andere Sozialisationsagenten werde Jungen eine höhere Kompetenz zugeschrieben. Diese strengen sich in der Folge weniger an und bekämen schlechtere Schulnoten. Mädchen hingegen hätten keine sozialen Nachteile, wenn sie fleißig sind.

Jungen mitunter schon. Als Teenager in der Pubertät bekam er zu spüren, dass nicht alle Mitschüler in der öffentlichen Werkrealschule Verständnis für seine Ballettambitionen hatten, berichtet der Pforzheimer OB Boch. Der 43-Jährige drückt es diplomatisch aus: «Ich hatte auch schwierige Zeiten.» Mancher habe den Unmut körperlich ausgedrückt. «Ich bin auch mal die Treppe runtergeflogen», erinnert er sich. «Sinngemäß ging es um so Themen, ob ich das Klischee bediene, dass ich vielleicht doch nicht auf Mädchen stehen könnte.»

Am Ende habe das erst recht seinen Ehrgeiz bestärkt, sagt Boch. Auch die Klasse sei letztlich stolz auf ihn gewesen, weil er eine Art Alleinstellungsmerkmal war. Und er lernte auf dem Internat Monika kennen – damals «das schönste Mädchen der Welt», heute seine Ehefrau. Boch findet auch, dass seine Berufszweige gut zusammenpassen: «Das, was ich beim Ballett gelernt habe, konnte ich bei der Polizei auch gut gebrauchen: nämlich Disziplin.» In beiden Berufen gehe es gleichermaßen um die Leidenschaft für das, was man tut – und den Anspruch, richtig gut zu sein in dem, was man macht. News4teachers / mit Material der dpa

Hier geht es zur Studie des Bundesfamilienministeriums zu Rollenbildern.

Junge Männer pflegen traditionelle Rollenbilder (viele legitimieren sogar Gewalt gegen Frauen)

 

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Georg
1 Jahr zuvor

Oder kurz: Männer und Frauen gleicher Gruppen sind im Schnitt gleich intelligent oder begabt, Männer streuen aber stärker.

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich muss doch schon bitten!
Was hat dieser – indiskutable und in keinster Weise passende – Kommentar mit dem kommentierten zu tun?

Georg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie vergessen, dass Männer am unteren Ende ebenfalls schlechter abschneiden. Dadurch gleicht sich das im Mittel wieder aus.

Lisa
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

Man könnte auch sagen, dass Intelligenzminderung mehr Männer betrifft. Und das passt wieder zu der erhöhten Anzahl von Schulabbrechern.Nein, ich bin nicht beleidigt über diese Feststellung.

Last edited 1 Jahr zuvor by Lisa
A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Das hat jetzt immer noch nichts mit der sehr persönlichen Unterstellung oben zu tun

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Okay, ich versuche es noch einmal, gaaaanz langsam:

Ich habe mich im obrigen Post NICHT inhaltlich zum Thema geäußert. Deshalb verstehe ich nicht, was der (zum Thema gehörige) Link in einer Antwort an mich soll. Ich habe mich allein zu Ihrem Diskussionsstil geäußert.

Ein Fori schreibt etwas, und natürlich können Sie sich sachlich und inhaltlich dazu äußern. Und hier wäre vielleicht der Link angebracht gewesen.

Statt dessen antworten Sie unsachlich und sehr persönlich, zu allem Überfluss noch mit einer Unterstellung. DAS habe ich bemängelt.
(Auf dem Schulhof ist bei gerade nicht verfügbarer Argumentationshoheit oft ähnliches zu hören, nach dem Motto: „Ey, Alta, hält’s dich wohl für besonders schlau, wa?“.)

Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Ändert man die Bedingungen beim 100 Meterlauf auf 20 Meter bei Frauen, dann haben Frauen auch schnellere Zeiten als die Männer.
Ja, absichtlich absurdes Beispiel gewählt. Aber das Prinzip ist klar – oder?

Kritik ist ja in Ordnung. Aber Georg hat halt auch recht bei den Studien. Kann man mögen oder nicht. Momentane Studienlage. Kritik an die „Ersteller der Studien“ und nicht an die Boten.
„Es gibt mehr weibliche Lehrkräfte als es männliche Lehrkräfte gibt“ -> Weiblich dominierter Beruf? vs. „Es gibt mehr männliche Schulrektoren“ -> Männliche Vorgaben?
„Mädchen verhalten sich angenehmer/unauffälliger und werden besser benotet“
Dort gibt es immer Reflexionsbedarf. Ganz klar. Aber soo pauschal kann man das nicht abtun finde ich.

Diskreditieren, weil es „eben Georg“ ist … Ist halt schwach und nicht sachlich. So kommt es gelegentlich irgendwie rüber finde ich.

Georg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Dann soll Ihr Vorschlag umgesetzt werden. Das Risikooder die Angst, dass dabei genau das herauskommt, was andauernd abgestritten wird, scheint aber so groß zu sein, dass das niemand verantworten möchte.

Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Oh, okay. Dann sind die Studien ja offensichtlich alle falsch. Danke für die Einordnung … Haben wohl viele Menschen umsonst studiert und sich ewig damit beschäftigt und geforscht. Danke. Klasse, dass es jetzt mal so fix mit „nene, so ist das nicht“ abgetan ist. Top.

Mal im Ernst … Zu nahezu jedem Thema kann man „Gegenstudien“ finden. Immer Pro- und Kontra-Studien.
Ich bin mir ja nicht so sicher, ob das zielführend ist. Egal bei welcher Thematik …
Ansonsten sind Schulen auch für Krankheiten einfach nicht existent … Dazu gab’s auch Studien.

Und nein, ich halte von IQ-Tests herzlich wenig. Das sehe ich grundsätzlich sowieso kritisch.

Genauso wie die oftmals falsch verwendeten Ergebnisse und Verwendung von Hattie und co.

Zu dem Link/der Studie von Fynn: Ja, aber das widerspricht doch gar nicht die Aussage von Georg? Im Durchschnitt sind Frauen evtl. intelligenter. Oder beide Geschlechter sind etwa gleich intelligent. Mehr sagt die Studie nicht aus.

Laut Timothy Bates ist es ähnlich. Aber hier wird eben auch stark auf die Extremen („Außreiser“) eingegangen. An der Spitze stehen hier deutlich die Männer und auch im untersten Bereich stehen deutlich die Männer. Die starke Mitte stellen die Frauen.
Genau das … Was halt auch Georg erwähnte. Und die Bates Studie ist zeitlich nach der Fynn Studie.
Zu beiden Studien gibt und gab es weiterhin Kritik und Diskurs. So ist das halt eben mit solchen Studien.

Inzwischen wird auch bemerkt, dass der Fynn Effekt rückwirkend sein soll … Naja, bis das halt dann vllt. sich wieder ändert oder es neue Erkenntnisse gibt. So ist das halt eben mit solchen Studien.

Die wichtigere Frage ist: Warum ist es so wichtig zu sagen „Aaaaaber die xy sind intelligenter!“?
Eigentlich sollte sich doch jeder selbst um die eigene Intelligenz Gedanken machen und nicht Pauschal nach Geschlechtern „wir aber“ und „ihr aber“ denken.

Was wäre auch das Ziel dahinter? Wir müssen xy mehr fördern? Oder mit dem Finger auf nen Geschlecht zeigen? Das doch quatsch.

Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Daher sind es ja auch repräsentative Umfragen und Studien.
Das gilt natürlich für alle Studien … In keiner einzigen Studie wurde jeder einzelne Mensch befragt. Da bin ich mir zumindest eindeutig seeehr sicher. Auch der Einbezug jeglicher Länder und Ethnien usw. ist kaum bis gar nicht Möglich. Das sollte man natürlich bei jeder Studie in solchen Bereichen bedenken.

Ja, allerdings immer noch besser, als ganz ohne Studien mit Behauptungen anzukommen … Gibt es leider auch sehr häufig. „Stammtischgeplapper“ dann eben.
Daher braucht es Studien und die Fähigkeit solche richtig zu interpretieren, werten und einzuordnen.

Das ist sowieso klar. Tests sind oft trainierbar. Wenn man dann noch den Test kennt oder ähnliche Tests (bestenfalls mit Musterantworten), dann sowieso.

Die Erklärungsversuche (!) sind wieder eine andere Nummer … Die sind eben in dem Bereich äußerst vielseitig und komplex.
Mal eben „Männer sind …“ und „Frauen sind …“ ist demnach generell kritisch zu sehen.
Nein, sind sie nicht. Einzelleistungen sind Einzelleistungen. Viele (am besten alle) Einzelleistungen zusammen ergeben dann ein (jeweiliges) (Gesamt-)Bild. Die (Mögliche) Ursachenforschung ist dann eben bei zu hoher Differenz sehr interessant und ggf. sinnvoll, um etwas zu (ver-)bessern.

Bringt auch einem Mann/einer Frau nichts zu sagen … Männer sind aber im Sportbereich in der Weltklasse führend … -> Ja, aber bist DU das?
Weniger auf alle anderen achten in dem Zusammenhang wäre für einige bei „Gendersachen“ vielleicht mal ein vernünftiger Weg zur Akzeptanz. Denke ich. Hoffe ich.
Das „wir“ gegen „euch“ stört halt einfach in der Gesellschaft.

Georg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Das alles könnte man dann ja gefahrlos untersuchen. Warum tut man es trotzdem nicht?

Ähnlich dachte man auch lange Zeit mit dem Äther, dessen sicher geglaubte Existenz mit dem michelson-morley-Experiments nur bestätigt werden sollte.

Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Gibt doch genug Quatsch-Studien. Also das sehe ich nicht als Hauptgrund.
Quatsch wäre es trotzdem. Sehe ich auch so.

Freiya
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Es ist völlig irrelevant, ob jemand intelligent ist. Relevant ist, was er – oder sie – aus dieser vorhandenen Intelligenz macht!

SoBitter
1 Jahr zuvor
Antwortet  Bla

Ich muss gleich weinen…

Georg
1 Jahr zuvor
Antwortet  SoBitter

Freudentränen?

Ingo
1 Jahr zuvor

Vielleicht sind Jungs in ihrer Freizeit einfach zu sehr mit Fußball und anderen Sportarten beschäftigt, um im Sportunterricht zu glänzen und sich auf die Bundesjugendspiele vorzubereiten, anstatt lieber für die Mathe- und Lateinolympiade zu lernen. Sie müssten sich ja ansonsten den Vorwurf von konservativen Politikern und alten Lehrern gefallen lassen,
a) gepampert zu werden, b) keine Leistung erbringen und sich nicht anstrengen zu wollen und c) nicht bereit sein, zu verlieren und Enttäuschungen zu lernen.
/Sarkasmus off.

Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  Ingo

Nee, heute nicht mehr. Heute daddeln Jungs Ballerspiele bis der Arzt kommt.

Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Freiya

Ballspiele? Also doch Fußball?

Ballerspiele gibt es ja eigentlich nicht … Außer man geht eventuell zur Bundeswehr. Nutzen wir doch gleich nen noch diffamierenderen Kampfbegriff wie „Killerspiele“. Alle Jungs zocken Killerspiele und sind (potentielle) Amoktäter.
Uff. Jetzt wird’s wild. Die letzten 15 Jahre verschlafen?

Lisa
1 Jahr zuvor
Antwortet  Ingo

Sie zocken auch mehr.

Freiya
11 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Manche haben halt Probleme mit Synonymen…. Damit meine ich NICHT Lisa!

Sebastian
1 Jahr zuvor

„Alle Studien zeigen, dass Mädchen im Schnitt in der Schule disziplinierter, fleißiger und motivierter sind, Sie haben eine höhere Lern- und Leistungsbereitschaft, verbringen mehr Zeit mit Hausaufgaben, arbeiten mehr, als verlangt wird, sind besser auf den Unterricht vorbereitet. Jungen hingegen erreichen höhere Durchschnittswerte bei der Arbeitsvermeidung und beim Zuspätkommen zum Unterricht.“
Diese geschlechtstypischen Kompetenzzuschreibungen hätten ihren Ursprung in der gesellschaftlichen Stellung des Mannes in Relation zur Frau. Über die Eltern und andere Sozialisationsagenten werde Jungen eine höhere Kompetenz zugeschrieben. Diese strengen sich in der Folge weniger an und bekämen schlechtere Schulnoten. Mädchen hingegen hätten keine sozialen Nachteile, wenn sie fleißig sind.“

Aha, und woher nimmt man diese scheinbar selbstverständliche Schlussfolgerung? Jungs schneiden schlechter ab als Mädchen, weil die Eltern ihnen sagen, sie seien tolle Helden und deswegen strengen sie sich nicht so in der Schule an? Ich weiß nicht, ob ich die modernen Bemühungen, jegliche m/w-Unterschiede konsequent nur auf Sozialisierung und Gesellschaft zu schieben, traurig oder amüsant finden soll. Für letzteres spricht, dass sie teilweise immer kreativer werden. Meinem persönlichen Erleben auf Basis von Elternsprechtagen und Beobachtungen bei Freunden (Achtung: genauso unbelegt wie obige Schlussfolgerung) ist es in der Mehrheitskultur schon lange nicht mehr der Fall, dass Eltern zu Hause nur ihre Söhne hofieren und die Mädchen links liegen bleiben. Viel mehr habe ich den Eindruck, dass die schlechten Schulleistungen der Jungs zu Hause auch eher zu einer Abwärtsspirale von Druck, Abgrenzung und noch schlechteren Leistungen führt.

Aber nun ja, dass anderer Körperbau, Hirn- und Nervenströme, Hormone u.v.m eine TEIL-Rolle spielen könnten, das darf anscheinend nicht sein, zumindest spielen derlei Erklärungen in diesem Artikel keine Rolle.

Georg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich wiederhole mich: Männer streuen stärker als Frauen, weshalb unter den intelligentesten und dümmsten Menschen die Männer deutlich in der Mehrzahl sind.

Fresh L
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

„Männer streuen stärker als Frauen, … “

Vor Allem Salz im Winter bei Glatteis.
Naja, Spass beiseite.

Weil Männer bei statistischen Überprüfungen von Eigenschaften einer extremen Streuung unterliegen, heißt dies nicht zwangsläufig, dass sie deshalb z.B. zu den intelligentesten und/oder dümmsten Menschen gehören.

Wenn der Mittelwert einer untersuchten Eigenschaft bei den Frauen höher oder niedriger liegt, können Männer in ihrer statistischen Gesamtheit trotz extremer Streuung in Relation zu deren Mittelwert entsprechend niedriger oder höher liegen.

Eine starke Streuung umfasst meines Wissens auch nicht nur die ganz äußeren Pole, sondern auch sämtliche Bereiche dazwischen.
Weshalb Männer vermutlich deshalb schon gar nicht zwangsweise jeweils in den extremen Ausprägungen „deutlich in der Mehrzahl“ sein müssen.

Last edited 1 Jahr zuvor by Fresh L
Georg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Fresh L

Bei ungefähr gleicher Anzahl Männer und Frauen muss eine zahlenmäßige Überlegenheit der Männer in gewissen Bereichen zwangsläufig zu einer zahlenmäßigen Überlegenheit der Frauen in anderen Bereichen führen.

Fresh L
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

Es ging nicht um den Aspekt der Verteilung an sich, sondern um Ihre Aussage, dass Männer aufgrund der extremen Streuung automatisch insgesamt zu den Besten bzw. Schlechtesten einer geprüften Eigenschaft gehören müssen.

Dem ist eben zwangsläufig nicht so.

Wenn sich 1000 Frauen bei einer Eigenschaft bei einem statistischen Mittelwert von 10 bewegen und dabei sehr homogen dicht an diesem Wert streuen und 1000 Männer bei der selben Eigenschaft stattdessen bei einem Mittelwert von 5 bewegen und dabei mit 500 Männern beim Wert 9 und 500 beim Wert 1 extrem streuen, gehören die Männer trotzdem nicht zu den Besten.

Georg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Fresh L

Bei akademischen Leistungen ist es nachweislich so spätestens seit Frauen nicht mehr zur Hausarbeit und entsprechend geringerer Schulbildung verpflichtet werden.

Sebastian
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Zunächst einmal: Ich habe die letzten Tage ein paar Kommentarspalten hier auf N4T gelesen und fand Ihre Reaktionen als „Redaktion“ eher unangemessen. Gerade wenn es um Kritik oder andersartige Meinungen geht, reagieren Sie meistens relativ patzig und schreiben nur kurze „One-Liner“ mit „gottcha!“-Charakter, gehen aber selten konkret und differenziert auf Argumente ein. Das ist Ihr gutes Recht und Sie können auf Ihrer Seite tun, was Sie wollen, aber in Kommentarspalten von anderen seriösen Medien (z.B. Zeit Online) agiert die Moderation häufig deutlich moderater (wenn sie überhaupt reagiert und Position bezieht).

Nun, ich habe nicht gesagt, dass Jungen dümmer und fauler als Mädchen sind, sondern dass die Erklärung, dass Jungs genau dies deswegen seien, weil ihnen von Eltern mehr zugetraut/zugesprochen wird, für ziemlich hanebüchen halte. Warum Jungs in der Schule schlechter abschneiden und sich häufig weniger Mühe geben, ist ein vielschichtiges Problem. Von der körperlichen Seite können Faktoren wie höheres Testosteron eine Rolle spielen, welches eher Impulsivität statt Reflexion fördert (vgl. https://www.mpg.de/11287105/jugendliche-entscheidungen-testosteron). Bestimmte Gehirnareale (z.B. graue Masse) entwickeln sich bei Mädchen tendenziell schneller, wodurch Bereitschaft und Fähigkeit für bestimmte kognitive Fähigkeiten wie Bücherlesen erhöht wird (vgl.https://medicalresearch.com/pediatrics/gender-differences-in-brain-connectivity-and-school-performance-in-late-childhood/). Ich kann hier angesichts des Platzes Dinge nur anreißen, aber zu glauben, dass körperliche Beschaffenheit überhaupt keinen Einfluss auf die Schulperformance hat, ist eher Ausdruck eines modernen Wunschdenkens als wissenschaftlich-belegbare Realität. 

Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sebastian

So ist es.
Und ja, es gibt Studien, welche darauf hindeuten (!), dass Eltern den Jungs mehr kognitiv zutrauen.
Allerdings ist hier dann im Gegenzug oft die Erwähnung, dass die Mädchen daher elterlich auch mehr Förderung zukommt.
Hm. Kann man mal auch drüber nachdenken in dem Zusammenhang. Kann man.

S. Y.
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Liebe Redaktion,
leider seid ihr bei diesen Themen wirklich manchmal mit Zuviel Zynismus unterwegs. Klar ist, dass Jungen und Männern eben vieles zugeschrieben wird.
Hier hat der Kommentar aber doch gar nichts in diese Richtung gesagt.
Eventuell lernen Jungen ja aufgrund biologischer Gegebenheiten tatsächlich anders; sie haben beispielsweise im Durchschnitt mehr Interesse an Sport, haben ihre Pubertät (und die damit eben häufig auch einhergehenden Probleme mit der Schule) in einem anderen Alter, und sind ganz allgemein nach meiner Erfahrung im Unterricht etwas weniger angepasst.
Hier wäre individuelle Förderung von Stärken und der Versuch des Ausgleichs von Schwächen angebracht, welche eben teilweise auch mit der Lern- und Unterrichsstruktur in der Schule zu tun haben.
Das muss man wirklich nicht auf diese Art abkanzeln. Wobei ich das bspw. bei Georg nach den zahlreichen Kommentaren durchaus nachvollziehen kann, so oft wie er die immer gleichen Platitüden wiederholt.

Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  S. Y.

Hey … Sie wollen doch nicht sagen, dass Männer/Jungs und Frauen/Mädchen andere „Voraussetzungen“ haben? Wo sind die Steine? Steinigt ihn/sie!!
Alle sind gleich. Punkt.

Ne, mal ganz im Ernst: Ja.
Dazu kommt natürlich bspw. das gesellschaftlich Soziale dazu. Beispielsweise die Erwartungshaltungen.
Wenn ein Junge mal rülpst … Ach, das ist halt so … Das wird gesellschaftlich nicht so sehr in Frage gestellt.
Wenn ein Mädchen rülpst …huihui. Da ist aber jemand unerzogen. Die Eltern haben da offensichtlich was nicht so im Griff.

Gibt halt viele Faktoren, welche in Bildungssachen und dem sozialen Wirken eben reinspielen …

Ja, Georg schreibt oft Unfug. Trotzdem muss man sich nicht generell gegen alle Aussagen von ihm stellen – aus Prinzip gefühlt.
Was ist, wenn er schreibt „Bildung sollte an oberster Stelle stehen.“?
„Neeeee, die Gesundheit!!!! Boaaah Georg. Du Wicht … Die Gesundheit sollte ganz oben stehen.“
Kommt irgendwie ab und an so vor. Entweder jemand schreibt einen Scheiß, dann kann (und sollte) man Kontra geben. Oder er/sie schreibt etwas vernünftiges, dann kann man das doch auch mal akzeptieren. Oder zumindest in Diskurs gehen.

Fresh L
1 Jahr zuvor
Antwortet  Bla

Georg schreibt erfahrungsgemäß jedoch niemals nur „„Bildung sollte an oberster Stelle stehen.“ PUNKT!

Sondern meiner bisherigen Wahrnehmung nach im obigen Vergleich bleibend:

„Bildung sollte an oberster Stelle stehen, aber …. (*hanebüchener Murks*)“

Last edited 1 Jahr zuvor by Fresh L
Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Laut Böttger und seinen wissenschaftlichen Ergebnissen bspw.:
– Lernortgestaltung auf eher weiblicher Seite oft -> Still sitzen
-> Statt auch mal Bewegung, Stehen, „Schaukeln“ usw. als Ort des Lernens (zuzulassen)
– Stühle oft zu klein
– Hormon: Östrogen (Sprachwissenschaftlich gesehen halt eben mitunter vorteilhafter für Sprachlernen)
– Hirnbereiche: Andere Lehr- und Lerntypen
Ich denke … Das ist damit gemeint.

Klar … Pubertät sollte man auch bedenken. Also der Unterschied im Alter.

Kim P
1 Jahr zuvor

Der Artikel enthält eine Reihe von Falschaussagen.

  • In den 80er Jahren wurde sehr viel – und differenzierter als heute – über Männlichkeit nachgedacht. Kennt Prof. Lengersdorff die historischen Fakten?
  • «Unsere Männlichkeitsvorstellung ist sehr kapitalistisch geprägt» kann gar nicht zutreffen. Kapitalismus begann mit der industriellen Revolution, und früh wurden Frauen aus Not in den Arbeitsprozess mit hinein gezwungen.
  • „Kurse, in denen Männer den Umgang mit ihren Gefühlen lernen. Vor Jahrzehnten kaum vorstellbar.“ – Gruppendynamik gab es in den 70ern. Das „Enneagramm“ war in den 80ern in, ebenso Selbsterfahrungsgruppen aller Art. Es ließen sich viele weitere Gegenbeispiele finden.

Wer immer diesen Artikel geschrieben hat, hat keine Ahnung, betreibt vermutlich reine Propaganda.

Freiya
1 Jahr zuvor

Als Lehrkraft und Mutter sowohl eine (älteren) Sohnes und einer Tochter bemerke ich immer wieder, dass Jungs einfach länger brauchen. Gebt Jungs ein bis eineinhalb Jahre länger Zeit zum Spielen bevor sie eingeschult werden und viele Probleme wären entschärft, in der Familie, den Leistungen und dem sozialen Miteinander von Jungs und Mädchen im Klassenzimmer. Individuelle Anpassungen sollten sich von selbst verstehen.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Freiya

Das Kinder unterschiedlich sind, würde ich nicht nur am geschlecht fest machen. Ich habe 2 Söhne, beide ganz unterschiedliche Lerntypen. Ein Spruch meiner Mutter fällt mir dazu ein: „Du kannst 10 Kinder haben, JEDES ist ANDERS.“

Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das ist so!

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

Noch eine Anmerkung zur Rolle der Mütter in der Erziehung (nur persönliche Beobachtungen): Bei Gesprächen mit alleinerziehenden Müttern, wegen Problemen des Sohnes in der Schule, fiel öfter der Satz: „Das hat er vom Vater, der war genauso.“ – oftmals standen die Kinder daneben! = selbsterfüllende Prophezeiung?
Mütter haben aber nicht nur Söhne, die von ihnen nicht zu Machos erzogen werden sollten. Es wäre auch gut, wenn die Töchter zu selbstbewussten jungen Frauen erzogen würden und nicht zu zickigen Püppchen. Beides ist zwar nicht die Regel, kommt aber noch zu oft, unterstützt von diversen Medien, vor.
Gegen die Erziehung im Elternhaus kann die Schule auch bei diesem Problem m. M. n. nur sehr wenig ausrichten.

Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

Wir sind da SEHR einer Meinung!

Fräulein Rottenmeier
1 Jahr zuvor

Tatsächlich habe ich den Unterschied zwischen Jungen und Mädchen in der Grundschule noch nicht festgestellt. Das die beiden Geschlechter sehr unterschiedlich sind, liegt wohl in der Natur der Sache, aber in punkto Lernverhalten habe ich beobachtet, dass es nicht am Geschlecht liegt, sondern an der Sozialisation. Egal ob Junge oder Mädchen, wer ein zugewandtes, empathisches Zuhause hat, der ist auch erfolgreicher in der Schule, hat mehr Leistungsvermögen, eine bessere Konzentration, mehr Willen, etwas zu lernen und hat insgesamt bessere Chancen…..wer da intelligenter ist, ist meines Erachtens total unerheblich.
Vielleicht erkennen wir einfach an, dass Jungen und Mädchen unterschiedlich sind….und versuchen nicht alle gleich zu machen….
Das sagt auch eine Mutter (ich) mit einem Jungen und einem Mädchen…..verdammt, die sind eben nicht gleich!!!!

Bla
1 Jahr zuvor

Vielleicht können wir auch einen Schritt weiter gehen und sagen: Jedes Kind ist anders. Bitte? Vielleicht? So bei manchen zumindest?

Fräulein Rottenmeier
1 Jahr zuvor
Antwortet  Bla

*klatsch ab*, so geht das auch…. 🙂

Tigrib
1 Jahr zuvor

Ist ja eine gaaaaaanz neue Erkenntnis, gähn.

Lisa
1 Jahr zuvor

Wenn es wirklich nur die Gesellschaft ist, dann ist ein Lösungsansatz doch ganz einfach: Macht den Nerd cool. Einstein, Oppenheimer, Newton, Galileo als Superhelden. Da lassen sich dich bestimmt Games und Filme entwickeln. Die IQAvengers. Super- Edison etc. Die Wissenschaften wurden jahrhundertelang durch Männer dominiert, und jetzt sollen Männer auf Grund des antiquierten Männerbildes die Schlechteren sein? Welches Bild denn? Mein Schluss: Es ist nicht das allgemeine Männerbild, sondern das einer Subkultur, nämlich des eher schwere Goldketten tragenden Machismo, der die Jungs gerade beeinflusst.

Dr. Klaus Miehling
1 Jahr zuvor

Ich habe da eine andere These: Den Medien-, insbesondere den Musikkonsum. Jungen neigen dazu, „härtere“ Musikrichtungen zu hören, deren Texte Hedonismus, Leistungsverweigerung und Gewalt glorifizieren, und deren Interpreten ein entsprechendes Vorbild sind. Bereits in den 1980er Jahren stellte Keith Roe bei schwedischen Kindern und Jugendlichen fest, dass schwache Schulleistungen mit Präferenzen aus dem Bereich der Rock- und Popmusik korrespondieren, gute Schulleistungen dagegen mit einer Vorliebe für klassische Musik; und zwar dergestalt, dass sich durch den Musikgeschmack sogar der spätere Berufserfolg und Sozialstatus vorhersagen ließ!
Heute spielt klassische Musik für Kinder und Jugendliche leider kaum noch eine Rolle, aber es liegt nahe, dass der von Jungen bevorzugte Rock und Rap einerseits und der von Mädchen bevorzugte Pop andererseits ebenfalls Unterschiede in der Leistungsbereitschaft bewirken.

PaPo
1 Jahr zuvor

… was für ein Unsinn, der u.a. auch Korrelationen und Kausalitäten durchinanderwirft.

Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  PaPo

Na klar. Eigentlich logisch. Musik ist schuld.
Easy.
Die Politik freut sich.
Musik und Lehrkräfte sind schuld.
Jetzt haben wir’s. Danke Herr Dr. Klaus Miehling.
Einfache Ergebnisse und Erklärungen sind klasse.

Wer Rap macht und/oder hört kann wenig mit Sprache anfangen … Ist doch klar. Die singen ja nur. Oder sprechen. Ehm … Sagen Worte. Ehm … Egal. Böse Musik.

Könnte vielleicht auch daran liegen, dass Kinder, welche klassische Musik hören (und dann oft auch selbst nachspielen) oft aus einem doch eher gehobeneren Elternhaus stammen? Frühkindliche Förderung und so … Frühkindliche Musik. Privatlehrer oft. Dazu oftmals auch andere Förderungen.

In anderen Ländern hat man das ja auch schon festgestellt, dass ein Musikinstrument als Kind zu erlernen durchaus auch für Gedächtnistraining, Konzentration, Mathematik (Wiederholungen … Üben und Fleiß belohnt), usw. gut ist bzw. sinnvoll fördern wirkt.

Aber egal: Musik abschaffen. Vor allem Rap und Rock und so’n Zeugs.

Ich stelle jetzt mal eine andere These auf:
Tiktok wirkt in Bezug auf die Schulleistungen wahrscheinlich (!) deutlich negativer als „Rock“.
Knaller, oder? Echt brillant.
Ohne Dr. wage ich mir die These sogar aufzustellen. Aaaber: Verbannt bitte Musik. Vogelgesang ist okay. Aber auch nur von echten Vögeln.

Ingo
1 Jahr zuvor

Ihr in den 1980ern propagiertes und klischeebehaftetes Weltbild war schon damals überholt.
Und dann auch noch von einem Schweden?
Ich schließe derzeit mein Lateinstudium ab, war beim Abitur einer der Jahrgangsbesten und bin seit vielen Jahren Fan härterer Klänge, für die „Rock“ noch relativ soft ist, und die in Skandinavien als Mainstream (!) gelten.
Da bin ich im Lateinstudium auch nicht der einzige Anhänger härterer Klänge. Auch dieses Schubladendenken und die Bezeichnungen sind überholt, wo sich heutzutage viele diverse Stile überschneiden, was auch für den Geschmack der Hörer gilt.
Es mag sie schocken,manche Interpreten haben sogar universitäre Abschlüsse!

Fräulein Rottenmeier
1 Jahr zuvor

Ich halte das für hanebüchen. Aber gut, ich frage mal nach: Wie viele Kinder und Jugendliche hören klassische Musik, außer die Kinder und Jugendliche, die ein Instrument spielen und auf die Weise mit klassischer Musik in Berührung kommen? Das Spielen eines Instruments fördert kognitive Fähigkeiten, vielleicht, so ganz eventuell ist da der Zusammenhang zu suchen.

Auch in den 80 er Jahren war der Anteil der Klassik hörenden Kinder und Jugendlichen mit Sicherheit nicht höher…..da gab es die neue deutsche Welle…..aber vielleicht hat Markus mit seinem „ich will Spaß“ mit den vielen schlechten Noten zu tun…..mmmhhhh

Der Rest Ihrer Ausführungen ist an Haaren herbeigezogen!

Last edited 1 Jahr zuvor by Fräulein Rottenmeier
Ingo
1 Jahr zuvor

Ich schließe mich an und weise darauf hin, dass auch Instrumente, die für das Spielen härterer Musik (was wohl unter „Rock“ subsumiert wird, aber jenseits davon ist) gelernt und beherrscht werden wollen. Da gibt es Virtuosität, die der Klassik in nichts nachsteht oder gar von ihr inspiriert ist. Ein wegweisender Virtuose kommt gar aus Schweden.
Und was die Texte angeht: auch die Texte in anderen Sprachen wollen verstanden werden.

Fräulein Rottenmeier
1 Jahr zuvor
Antwortet  Ingo

Meine Familie hat immer Guitar Hero gespielt….zählt das auch? 🙂

Ingo
1 Jahr zuvor

Wenn es die Yngwie Malmsteen Version mit 256 Noten pro Sekunde und sie die Techniken wie Arpeggios, 6-String-Sweep-Picking, 8 Finger-Tapping auf der guitar-hero-Gitarre umsetzen können, dann ja.

Last edited 1 Jahr zuvor by Ingo
Fräulein Rottenmeier
1 Jahr zuvor
Antwortet  Ingo

Ohhhh, da bin ich überfragt….. ^^

Freiya
1 Jahr zuvor

Es geht nicht um die Musik, sondern um die TEXTE mancher Stilrichtungen. Und da darf man durchaus mal genauer hinsehen! Rassismus ist ja nun glücklicherweise out, jedenfalls im denkenden Teil der Bevölkerung. Nun sollte ebenso mit Sexismus verfahren werden: weg damit!

Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Freiya

Aber trifft das jetzt auf Klassik dann nicht zu?
In den letzten 5-10 Jahren wurden doch auch „Otello“ und die „Zauberflöte“ als diskriminierend (und rassistisch) empfunden.
Dazu dann den deutlich geringeren Frauenanteil in der Branche. Von der Bekanntheit von männlichen Klassikern und weiblichen Klassikern mal ganz abgesehen.

Genauer hinsehen darf (und sollte) man bei allen Themen.

Das aber auf die Musik alleine zu schieben … Finde ich sehr schwach.
Dazu gibt es einfach viel zu viele Faktoren, welche als Gesamtheit eben zusammenwirken …

Medien – Tiktok, Influencer, „Beef“ dort
Gesellschaft – Klagegesellschaft, Bespaßungsgesellschaft, mit wenig zufrieden – viel wollen
Gewalt durch Medien (gezeigt und angewendet) – Gewalt und Krieg sind halt starke Topics für Medien … Dementsprechend wird man hier oft konfrontiert. Den Umgang damit muss man aber halt auch irgendwie bekommen und lernen
Oft wenig Zeit für Kinder – beide Elternteile arbeiten
Oft wenig Zutrauen in Kinder – kann man keine 15 Minuten alleine lassen gefühlt … Wie sollen die dann selbständig werden ? Alles trägt man nach.
Überforderung des sozialen Sektors – Pflege, Krankenhäuser, Kitas, Schulen … Es fehlt an Personal und (dementsprechend logischerweise) an Zeit
Handy/Smartphone Nutzung im frühkindlichen Alter. Ohne dass viele Eltern einen sinnvollen Umgang damit selbst haben und dem Kind auch keinen als Orientierung geben (können)
Weniger Bereitschaft sich mal durchzuquälen … Ich will aber nicht … Enttäuschungen werden grundlegend vermieden (Bundesjugendspiele). Viele sind dafür – viele sind dagegen. Also die Spaltung der Gesellschaft in verschiedene „Bubbles“ wird immer mehr ersichtlich -> Stärkere linke und rechte Ansichten als Ausdruck.
Unzufriedenheit mit der Politik bzw. politischen Entscheidungen … Protestwähler, Bubblebildungen, Streit(-igkeiten), Nicht-Wähler …

Aber ja … Die Musik wird das Schlimmste sein. Die ist das Problem … Die Texte.

Und ne, das trifft nicht auf alle zu. Natürlich nicht. Sind halt Extremen. Welche gefühlt (rein subjektiv) immer mehr werden.

Freiya
11 Monate zuvor
Antwortet  Bla

Vieles dieser Analyse trage ich mit! Natürlich werden die fraglichen Texte des Gansta-Raps aus purer Provokation gehört, und sie sind sicher nur ein Baustein. Nichts destotrotz werden hier Aussagen getätigt, die jeden Rassismuskritiker sofort auf den Plan rufen würde. Nur: Es geht nicht um Rassismus – es geht in besagten Texten „nur“ um Frauen….
Was die Opern angeht…wieviel % der damaligen Gesellschaft konnte sich „Othelli“ zu Gemüte führen? Und wie vielen ist das mit besagtem Rap-Genre möglich?

Fresh L
1 Jahr zuvor

Wenn Sie wüssten wieviel Klassik in der Rap-Musik liegt.
Alleine all die Abwandlungen vom „Kanon in D“ von Pachelbel im Hip Hop und Rap.

Was den textlichen Inhalt und die Message der gehörten Musik angeht, besteht sicherlich langfristig ein gewisser Einfluss auf die Entwicklung von Sichtweisen und Verhalten der Jugend.
Wie jeder andere gesellschaftliche Einfluss, spielt sicherlich auch der Inhalt von Musik dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Last edited 1 Jahr zuvor by Fresh L
PaPo
1 Jahr zuvor

So… google.de bemüht.
Sind Sie wirklich der „Gewaltmusik“-Klaus Miehling ode rhaben SIe sich lediglich des Namens bemächtigt? ^^