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Sommerferien schon im Juni: Philologen fordern bundesweite Neuregelung – zu viel Stress für Schüler und Lehrer im Abitur

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BERLIN. Der Deutsche Philologenverband (DPhV) fordert die Bildungsministerkonferenz auf, den Ferienkalender der Länder grundlegend zu ändern. Sommerferien sollten künftig in keinem Bundesland mehr vor dem ersten Juli-Wochenende beginnen. Hintergrund sind nach Angaben des Verbands die Belastungen während der Abiturphase. Frühe Ferienstarts verkürzten die Zeitfenster für Prüfungen, Nachprüfungen und Korrekturen und führten zu unterschiedlichen Bedingungen für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte.

Nicht zu früh! (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Anlass der Forderung sind die für mehrere Jahre bereits festgelegten Ferientermine der Länder. Nach Angaben des DPhV beginnen die Sommerferien in einzelnen Bundesländern regelmäßig noch im Juni. Besonders kritisch sieht der Verband die Planung für Mecklenburg-Vorpommern, wo die Sommerferien im Jahr 2029 bereits am 18. Juni starten sollen. Schon in der Vergangenheit habe es Ferienstarts ab dem 21. Juni gegeben.

DPhV-Bundesvorsitzende Susanne Lin-Klitzing erklärte: „Es ist in jedem Jahr dasselbe Dilemma! Ein Sommerferienbeginn vor dem ersten Wochenende im Juli verkürzt die Prüfungszeitfenster mit deutlichen Konsequenzen: Ein früherer Ferienstart schon im Juni erschwert nicht nur die sinnvolle Unterrichtsplanung, sondern verdichtet die zentralen und dezentralen Prüfungszeiträume für die Prüflinge und erhöht den Stress für die Lehrkräfte angesichts geringer Zeit für die sorgfältige Bewertung der Abiturabschlussprüfungen in manchen Ländern.“

Der Verband verweist auf die unterschiedlichen Zeiträume zwischen den schriftlichen Abiturprüfungen und dem Beginn der Sommerferien. Als Beispiel nennt er Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2021. Dort begann die unterrichtsfreie Zeit bereits am 21. Juni, während die letzte zentrale schriftliche Abiturprüfung am 12. Mai stattfand. Zwischen den schriftlichen Prüfungen und dem Ferienbeginn lagen jedoch noch mündliche Prüfungen, Nachprüfungen und Korrekturarbeiten. Nach Darstellung des Verbands verblieben dadurch nur wenige Tage für die eigentliche Vorbereitung auf weitere Prüfungen und für die Bewertung der Arbeiten.

Ähnliche Konstellationen habe es nach Angaben des DPhV auch in anderen Bundesländern gegeben. In Schleswig-Holstein begannen die Sommerferien ebenfalls 2021 bereits am 21. Juni. In Nordrhein-Westfalen starteten sie 2023 am 22. Juni; dort liefen die mündlichen Abiturprüfungen nach Angaben des Verbands noch bis zwei Tage vor Ferienbeginn. Für Sachsen und Thüringen verweist der DPhV auf Ferienstarts am 20. Juni im Jahr 2024.

„Die Belastung an den Schulen ist während der Abitur-Prüfungen ohnehin sehr hoch“

Nach Auffassung des Verbands verschärft sich die Situation zusätzlich dadurch, dass Lehrkräfte während der Prüfungsphase häufig parallel regulären Unterricht erteilen müssen. Lin-Klitzing erklärte: „Hinzu kommt, dass Lehrkräfte während der Abiturprüfungen nicht grundsätzlich vom nebenher regulär stattfindenden Regelunterricht befreit sind.“ Ob Entlastungen gewährt würden, hänge vielfach von schulorganisatorischen Entscheidungen vor Ort ab.

Der DPhV hatte sich bereits im vergangenen Jahr mit der Forderung nach einer Änderung des Ferienkalenders an die Kultusministerkonferenz gewandt. Eine Anpassung der langfristigen Ferienregelung erfolgte bislang jedoch nicht. Die bis 2030 veröffentlichten Termine sehen weiterhin sehr frühe Ferienstarts in einzelnen Ländern vor.

Nach Darstellung des Verbands geht es dabei nicht nur um Arbeitsbelastung, sondern auch um vergleichbare Bedingungen für die Abiturvorbereitung. Schülerinnen und Schüler in Ländern mit späterem Ferienbeginn verfügten häufig über längere Zeiträume zwischen den einzelnen Prüfungen. Gleichzeitig hätten Lehrkräfte dort mehr Zeit für die Korrektur der Arbeiten. Ein späterer Ferienbeginn würde deshalb nach Ansicht des Verbands die Vergleichbarkeit der Bedingungen zwischen den Ländern verbessern.

Die Sommerferientermine werden seit Jahrzehnten zwischen den Ländern abgestimmt, um die Reisezeiten zu entzerren. Für 14 der 16 Bundesländer wechseln die Termine regelmäßig. Bayern und Baden-Württemberg nehmen an dieser Rotation nicht teil und beginnen ihre Sommerferien traditionell erst im August. Forderungen, die beiden Länder in die Rotation einzubeziehen, waren zuletzt erneut laut geworden. Die Landesregierungen beider Länder lehnten dies jedoch ab.

Für das laufende Jahr beginnen die Sommerferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland bereits am 29. Juni. Damit liegen sie nur knapp vor dem Zeitpunkt, den der Philologenverband nun als bundesweite Untergrenze fordert. „Das kann verändert werden! Die Belastung an den Schulen ist während der Prüfungen ohnehin sehr hoch. Lernende haben in den Ländern mit sehr frühem Ferienbeginn im Juni weniger Zeit zwischen den einzelnen Prüfungen, Lehrkräfte kürzere Korrekturzeiträume als in Bundesländern mit späterem Ferienstart. Das erzeugt nicht nur Stress, es ist schlicht ungerecht!“, sagte Lin-Klitzing. Der Verband fordert die Bildungsministerinnen und Bildungsminister deshalb auf, die langfristige Ferienplanung entsprechend anzupassen. News4teachers / mit Material der dpa

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