Gegen Lehrermangel: GEW fordert zehn Stunden Altersermäßigung für Lehrkräfte ab 55

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Wenige Tage vor Beginn des neuen Schuljahres in Baden-Württemberg hat die Bildungsgewerkschaft GEW von der Landesregierung mehr Einsatz gegen den Lehrermangel gefordert. Die Zahl der Studienplätze fürs Lehramt müsse dringend deutlich erhöht werden, damit langfristig genügend Lehrkräfte zur Verfügung stünden, sagte GEW-Landeschefin Monika Stein am Dienstag in Stuttgart.

Ab 55 weniger arbeiten? (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

«Das Land ruht sich noch auf der Erhöhung um 200 Studienplätze für Grundschullehramt aus, die es vor fünf Jahren gegeben hat», so Stein. Ziel muss es aus Sicht der Gewerkschaft sein, auch über den absehbaren Bedarf hinaus Lehrkräfte auszubilden. Zudem müsse das Land kurzfristige Maßnahmen gegen den Mangel, wie etwa die Anwerbung von Seiten- und Quereinsteigern, mit mehr Geld unterfüttern.

Das Kultusministerium wies die Kritik der Gewerkschaft zurück. Die Zahl der Studienplätze für Grundschullehramt sei in mehreren Schritten von knapp 970 auf 1672 erhöht worden, teilte eine Sprecherin mit. Die letzte Erhöhung um 400 Studienplätze habe es von 2017 auf 2018 gegeben. Derzeit profitiere man von den ersten Schritten der Studienplatzerhöhung, der letzte Schritt werde sich ab dem kommenden Jahr bemerkbar machen.

Zum neuen Schuljahr rechnet die Gewerkschaft erneut mit einem großen Mangel an Lehrkräften, besonders prekär sei die Lage an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ). Dort sei jede vierte Stelle nicht besetzt, sagte Stein. Aber auch anderswo sei der Mangel groß. «Es ist für die Lehrkräfte an den 4500 Schulen frustrierend, dass sie auch im nächsten Schuljahr jonglieren müssen, um den Pflichtunterricht einigermaßen sicherzustellen», sagte Stein. Die Gewerkschaft habe dem Kultusministerium schon seit langem eine Liste mit Vorschlägen vorgelegt.

Sinnvoll wäre aus Sicht der GEW eine sogenannte Altersermäßigung für Lehrerinnen und Lehrer über 55 Jahren. Diese sollten zehn Stunden weniger unterrichten müssen. «Ziel ist es, die Zahl derjenigen, die bis zum Ruhestand durchhalten können, in die Höhe zu schrauben», sagte Stein. Das neue Schuljahr beginnt in Baden-Württemberg am kommenden Montag. News4teachers / mit Material der dpa

KMK-Kommission sagt 20 Jahre Lehrermangel voraus – sie empfiehlt: Mehrarbeit für Lehrkräfte, Hybridunterricht, größere Klassen

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Tigrib
10 Monate zuvor

10 Stunden Ermäßigung?! Ich bin dabei!

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  Tigrib

Ich auch! Das wäre ein echtes Argument für BaWü!

Anne
10 Monate zuvor
Antwortet  Tigrib

Die GEW sagt ja nur, dass 10 Stunden weniger Unterricht gehalten werden sollen, es heißt nicht, die Wochenarbeitszeit soll gesenkt werden. Da wird man dann in den 10 Stunden zur Sekretärin erklärt o.ä. Ob das besser ist?

Riesenzwerg
10 Monate zuvor
Antwortet  Anne

Ist besser – nichts vorbereiten für etwa 180 Schüler, keine Elterngespräche, keine Klassenarbeiten korrigieren – kein Druck, alle durch die Prüfungen zu kriegen.

Nicht mehr für a l l e s und jeden verantwortlich sein…. Bin dabei! 😉

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Oder es heißt, dass Sie die Korrekturen anderer Kollegen übernehmen….

Der Zauberlehrling
10 Monate zuvor
Antwortet  Tigrib

Schon 55?

Dörte
10 Monate zuvor

Ist das dann ihre 4.Tage Woche?
Vielleicht können sie sogar auch mal montags oder freitags homeoffice (homeschooling) machen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute

Hr. Richterich
10 Monate zuvor

Warum nicht 20?

Riesenzwerg
10 Monate zuvor
Antwortet  Hr. Richterich

Da könnte ich auch mit leben 😉

Dietmar
10 Monate zuvor
Antwortet  Hr. Richterich

20 Stunden – warum nicht! Wenn ich daran denke, wieviel Geld Cum-Ex, Warburg, Wirecard, Maut-Skandal usw. gekostet haben.

Und natürlich wollen wir einen vollständigen Inflationsausgleich von über 25 Prozent bei der nächsten Tarifrunde. Immer das Alimentationsprinzip umsetzen.

Tim Bullerbü
10 Monate zuvor
Antwortet  Hr. Richterich

Warum nicht einfach 40 Jahre lang vernünftige Arbeitsbedingungen? Dann müsste man nicht überlegen, wie man verhindert, dass 90% der Lehrkräfte vorzeitig aufhören (müssen)….

Lisa
10 Monate zuvor
Antwortet  Hr. Richterich

Oder halbes Deputat. Da habe und hatte ich mehrere ältere Kolleginnen über 60, die 14 Stunden gearbeitet haben und auch junge Mütter . Allerdings waren sie in der Regel mit Gutverdienern / Pensionären verheiratet. Wenn das Geld auch für einen Lehrer alleinstehend zum Leben reichen würde, würden das einige machen.
Eine teilweise Steuerbefreiung wie es sie für Pflegekräfte in Florida gibt, könnte noch dazu kommen. Diese ueberhaupt für alle relevanten gesuchten Berufe.

Dil Uhlenspiegel
10 Monate zuvor
Antwortet  Hr. Richterich

Mit Volldeputat ist man über der 100%-Leistungsanforderung, was ja bekanntermaßen sehr viele bzw. immer mehr krank macht. Mit etwa einem 70-80%-Stundendeputat ist man zu etwa 100% eingespannt, daher treffen 10 Stunden Reduktion ganz gut die Sache, sofern man ab 55 Jahren entlastet werden soll, im Sinne von: Man muss dann weniger als 100% leisten. Klingt seltsam, ist es auch, aber so ist es, es ist ja Schule.

Rotstiftprofi
10 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Als Inhaberin eines Volldeputats am Gymnasium in NDS kann ich dazu nur anmerken: Mag sein, dass die Anforderungen die 100% übersteigen – tatsächlich leisten kann ich aber nur maximal 100%. Heißt, da bleibt dann leider einiges länger oder gar ganz liegen bzw. wird nicht mit 100% Akribie erledigt. Seitdem ich nach dieser simplen Regel verfahre (noch nicht allzu lange, aber man sieht klarer mit den fortschreitenden Jahren, und ich muss – und will eigentlich auch – noch ein Weilchen durchhalten bis zur Pensionierung), geht mir der Lehrerberuf wieder etwas leichter von der Hand.

gehtsnoch
10 Monate zuvor
Antwortet  Hr. Richterich

Fehlende Lehrerstellen einfach mal mit zehn Stunden weniger unterrichten müssen (schon Kopfkino on) als Altersermäßígung ab 55 kompensieren, kann man sich nüchtern denkend nur an den Kopf fassen.
Kommen dann sicher auch noch Schattenstundenbudgets und Nebenarbeitszeithaushalte.

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Kann man ja mal durchrechnen, was mehr bringt: Durchschuften lassen, die Leute gehen vermehrt in den Dauerkrankenstand und mit 63 in Pension, oder ab 55h eine deutlich! spürbare Arbeitsentlastung mit dem Ergebnis, dass die Menschen länger durchhalten.

Lisa
10 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Das ist wie im Kapitalismus: Die Masse macht’s. Wenn durch die Arbeitszeitsverkuerzung mehr Lehrer arbeiten können, hat man MEHR davon.

Moosmutzl
10 Monate zuvor

Ganz ehrlich, das wäre tatsächlich hilfreich beim „Durchhalten“. Werde „erst“ in zwei Jahren 50, aber beim Gedanken daran, das bis 67 schaffen zu müssen, wird mir ganz anders. Und ich liebe meinen Job. Also…Das ‚Kerngeschäft‘, sprich, Unterricht, pädagogisches Arbeiten mit den Kids, Unterricht passend für mfnbe Lerngruppen passend und differenziert vorbereiten… Es ist sau anstrengend, aber nach wie vor mein Traumberuf. Das ganze Drumherum ist aber in den letzten Jahren (nicht erst seit Corona (so viel Nerven- und Zeit raubender geworden, bei gleichzeitiger Verschlechterung der Arbeitsbedingungen (versuche mich kurzzufassen, dazu schreiben in den sozialen Medien schon so viele, es liest halt keiner der Verantwortlichen…)… Ich weiß nicht, ob ich das bis 67 schaffe.

Förderschule hier, mit Beratung in Regelschulen.
10 Stunden weniger wären eine echte Entlastung, auch wenn sich das wie üblich nur auf die reinen Unterrichtsstunden bezieht.

Rodi
10 Monate zuvor

Wenn die GEW sich doch Mal für die Erzieher so einsetzen würden, die können ja nicht Mal von der Rente leben, wenn sie bis zum Schluss durchhalten, Lehrer können sich viel schneller aus dem Beruf davon machen entweder bekommen sie ewig lange Lohnfortzahlung, wenn sie krank sind und eine so üppige Pension, dass sie im Gegensatz zu Erziehern nicht bis zum Ende durchhalten müssen

Riesenzwerg
10 Monate zuvor
Antwortet  Rodi

Das stimmt so nicht.

Man gerät ganz schnell in die Dienstunfähigkeit.

Und – die üppige Pension ist nur drin bei 40 Jahren Vollzeit.

Und A13 und höher.

Aber auch davon lässt sich kein Pflegeheim mehr bezahlen.

Wenn viele EuEs in der GEW wären, würden sich die Forderungen auch mehr in diesem Bereich finden.

Selber drin? Und aktiv? Sonst eäre das ein guter erster Schritt 😉

Meinetwegen
10 Monate zuvor

In Berlin streiken die Lehrer für kleinere Klassen, was im Endeffekt bedeutet, dass man mehr Lehrer braucht, weswegen den Streikenden auch hier immer nur entgegenschall, das sei eine Illusion zur Zeit.

Und in BaWü soll man ab 55 zehn Stunden wöchentlich weniger unterrichten müssen, was ja auch mehr Lehrerbedarf bedeutet!? Das wäre allerdings super. Ich bin auf die bissigen Kommentare gespannt. Los geht’s!

Torsten
10 Monate zuvor

Was soll nun das wieder?
10 Stunden weniger! Soll so der Lehrermangel bekämpft werden?

gehtsnoch
10 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

10 – 20 oder 25, eine effekthascherische Kürzung ausgehend von welcher Stundenzahl auch immer ist deutlich biegsam. Zumindest solange es keine aufgezeichneten Arbeitsszeiten als Grundlage für hypothetische Abzüge gibt. Und waren es 10 Stunden einmalig; die Woche; im Monat; Quartal; Deputat; Schulhalbjahr; Schuljahr; Kalenderjahr; Restarbeitszeit ab 55 bis zum Ausscheiden …

Klara
10 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

…oder pro Schule? (nachdenklicher Smiley)

Lisa
10 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Ja, die Rechnung geht auf: Lehrer , 55 Jahre alt, hat ein Deputat von 25 Stunden. Er kann nicht mehr, und steht auf Grund massiver Belastung und damit bereits körperlicher Probleme vor der Frühpensionierung. Dann hätte er 0 Stunden. Wenn er mit 10 Stunden weniger aber weiter arbeiten kann, gewinnt die Schule 15 anstatt O. Ist das so besser zu verstehen? Es ging auch nicht um alle Lehrer sondern um Altersteilzeit.

ConnyE
10 Monate zuvor

In Sachsen gibt es bereits Abminderungsstunden. Ab 58 Jahren eine Stunde, ab 60J. zwei und ab 63 J. sind es 3 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Das ist umsetzbar und entlastet. Es gibt auch finanzielle Anreize, wie die Bindungszulage ab 63 Jahren. Mit Geld allein ist die reguläre Altersrente jedoch auch nicht immer zu erreichen. Es wäre wünschenswert, dass die vorhandenen Regelungen erhalten bleiben. Eine weitere Entlastung um gesund das Rentenalter zu erreichen, wäre die Gewährleistung gesundheitsfördernder kostenfreier/vergünstigter Maßnahmen, wie Massagen, … Ab 63 J. könnte auch die Pflicht zur Teilnahme an Fortbildung erlassen werden. Ab 60J. sollten Teilzeitanträge immer genehmigt werden. Realisierbare Vorschläge gibt es reichlich…
Der Vorschlag der GEW ist jedoch purer Aktionismus. Jeder weiß, dass diese Forderung nicht umsetzbar ist, sinnlos ist. Das Problem wird damit nicht gelöst. Das sich jeder darüber lustig macht, ist verständlich.

gizi
10 Monate zuvor

Da kann man nur noch den Kopf schütteln

Reinhold Böhmer
10 Monate zuvor

Leute, ist es denn zu fassen!? Während in jedem Wirtschaftsunternehmen kein Mensch weniger arbeiten muss, weil er alt ist, im Gegenteil sogar an den Jüngeren gemessen wird, tut die GEW so, als ob man ab 55 zum alten Eisen bzw. in eine beschützte Werkstatt gehört. Dabei reduziert sich schon jetzt ab 55 die Arbeitszeit schrittweise. Der/die Fabrikarbeiter/in oder die Aldi-Angestellte in diesem Alter, die mit ihren Steuern die Lehrer bezahlen, können darüber nur den Kopf schütteln und schauen, wie sie mit ihrer täglichen Arbeitsverdichtung zurecht kommen. Wann begreifen die Lehrer endlich, in welch privilegierter Position sie sind?

Lanayah
10 Monate zuvor
Antwortet  Reinhold Böhmer

Man arbeitet bei gleicher Unterrichtsstundenzahl im Alter länger. Die außerunterrichtlichen Arbeitsprozesse verlangsamen sich, weil die Konzentrationsfähigkeit nachlässt. Wenn jemand eine fest vorgegebene Stundenzahl im Job hat, gilt diese unabhängig vom Arbeitstempo. Bei Lehrer*innen ist das anders. Je langsamer ich arbeite, umso mehr Stunden muss ich arbeiten. Ab über 60 gibt es so praktisch kein Wochenende mehr (ist ja auch vorher in diesrm Beruf schon schwierig). Darum ist eine Altersermäßigung völlig berechtigt Kolleg*innen gehen ja nicht mit Abschlägen eher in Pension, nur weil sie es sich leisten können, sondern, weil sie den Job nicht mehr schaffen. Auch die Stressresistenz lässt im Alter nach.

Riesenzwerg
10 Monate zuvor
Antwortet  Reinhold Böhmer

Das stimmt so nicht!

Es gibt tatsächlich auch Wirtschaftsunternehmen, die eine Altersermäßigung haben.

Leider ist aber vor allem dort der Ausquetschfaktor sehr, sehr hoch und – moralisch verwerflich.

Mariechen
10 Monate zuvor
Antwortet  Reinhold Böhmer

Tägliche Arbeitsverdichtung? Damit kann ich auch dienen…. Wenn Eltern bei uns mal einen Blick hinter die Kulissen werfen, schütteln diese oft den Kopf und fragen entgeistert, wie man das nur aushalten kann.
Es kommt auf das Wirtschaftsunternehmen an, würde ich sagen. Es gibt auch genug Unternehmen (z.B. Banken), die schicken ihre Mitarbeiter mit höchsten Abfindungen und Renten mit 57 nach Hause. Und sorry: Sie können den Fabrikarbeiter nicht mit dem Lehrer vergleichen.

Mariechen
10 Monate zuvor
Antwortet  Reinhold Böhmer

Die Aldi Angestellte und der Fabrikarbeiter bezahlen Steuern. Sie bezahlen mich nicht. Ich erhalte vom Staat Bezüge. Außerdem bezahle ich auch Steuern. Nur mal so nebenbei.

Dil Uhlenspiegel
10 Monate zuvor
Antwortet  Reinhold Böhmer

Neueinsteiger*innen für privilegierte Position gesucht! Nur noch ganz wenige Plätze, schnell machen!

447
10 Monate zuvor
Antwortet  Reinhold Böhmer

Ihrer platten Neidargumentation setze ich mal ganz bewusst eine Spiegelung entgegen, um Sie zum Nachdenken anzuregen:

Der Fabrikarbeiter oder die ALDI-Verkäuferin, die mit 55 tatsächlich so rangenommen wird wie junge AN hätte vielleicht in der Schule aufpassen, sich im Beruf mit Arbeitsrecht auseinandersetzen können oder seinen/ihren antisozialen Arbeitgeber schlicht stehen lassen können…dann müsste man sein eigenes berufliches Versagen (mit 55 immer noch „ganz unten“) nicht aus ***puren Neid*** als irgendwie „lobenswerte Tugend“ auf andere projezieren, indem man so tut als man „cool“ oder „krass“ wäre, indem man sich schlecht behandeln, unterbuttern und ausbeuten lässt.

P.S.: Nicht alle Lehrer hier kennen nur Schule-Uni-Schule – selbst im z.B. Sicherheitsgewerbe (sicherlich körperlich mindestens „brisant“) wird sie kein halbwegs normaler AG an eine „harte Tür“ stellen – und wenn doch, sind die Mitarbeiter halt ganz schnell weg. Auf’m Bau genau das gleiche.

Gibt es miese AGs, die bis zur Klagegrenze alles ausreizen? Ja.
Da ist halt eigenes Handeln gefragt.

447
10 Monate zuvor
Antwortet  Reinhold Böhmer

Und noch was: „Privilegiiiiieeert“ sind Leute, die ohne eigene Leistung Millionen erben.

„Lehrer“ ist ein stinknormaler akademischer Beruf, der sich auf dem gleichen Qualifikationsniveau wie Ärzte, Anwälte usw. stattfindet, weswegen er auch gut entlohnt und mit (minimaler) Autorität versehen wird.

Wer verbeamteter Lehrer ist, hat:
– gutes Abi GELEISTET
– Studium GELEISTET
– 1. Staatsexamen GELEISTET
– Referendariat mit Benotung GELEISTET
– 2. Staatsexamen GELEISTET
– Im Bewerbungsprozess überzeugt
– sich von Straftaten und/oder antisozialem Verhalten ferngehalten
– sich per EID (googeln Sie mal die Folgen bei Bruch) dazu verpflichtet, seine Pflicht zu tun

Fabrikarbeiter? Reisst seine Schicht ab (was hart sein kann, ja) – keine Verantwortung, keine Verpflichtung, Gehirn kann ausbleiben, Lebenswandel egal.

ALDI-Verkäufer? Das gleiche.

Also – ja, völlig berechtigt, besser dazustehen. (So wie ein erfolgreicher Arzt wiederum besser als der Lehrer gestellt ist)

Das Wörtchen „privilegiähhhrt“ könnten Sie mal googeln. Oder sich halt schenken.

Christabel
10 Monate zuvor
Antwortet  Reinhold Böhmer

Komisch, viele meiner ABI-Klasse sind bereits mit dicker Abfindung mit 60 in Ruhestand gegangen und fragen mich entgeistert, wieso ich noch so lange arbeiten muss. Also die Wirtschaft kann man so pauschal nicht anführen.
Ich will auch noch gar nicht aufhören, sondern altersangemessene Arbeitsbedingungen haben, z.b keine durchgehenden Achtstundentage ohne Mittagspause mit anschließender Konferenz oder solche Scherze. Wasserspender für alle, einen ruhigen Raum und bequeme Möbel sowie Steckdosen, zu denen ich mich nicht mehr bücken muss. Ach ja, nur eine begrenzte Zahl von Korrekturen und Prüfungen. Mache dafür gerne was Ruhiges in der Verwaltung.

Meine SuS sind nicht das Problem, sondern die Arbeitsbedingungen!

KARIN
9 Monate zuvor
Antwortet  Reinhold Böhmer

In BW ab 60 genau 1 Std. ab 62 die zweite!

Weiterhin bei großen Klassen,immer an vorderster Front, keine kurzen Erholungspausen ( früher noch möglich, wenn Arbeitsblätter ausgeteilt wurden!) Keine WC Pausen, da auf dem Weg in die nächste Klasse!
Oft keine große Pause , da entweder verbindliche Kurzkonferenz im Lehrerzimmer oder anderer Klärungsbedarf mit Lehrkräften.
45 Min. Mittagspause wird gebraucht um den vorherigen Raum ordentlich zu verlassen und den neuen herzurichten. Evtl. noch nachkopieren und ein telefonisches Gespräch mit Eltern ,Praktikumsplatz oder erkrankter Kollegin zu führen, deren Unterricht man nebenbei betreuen darf, zuvor noch deren Unterrichtsunterlagen ausdrucken für die Stilbeschäftigung!
Die erkrankte Lehrkraft bereitet also noch hochfiebrig Material für die Stilbeschäftigung
ihrer Klasse vor um die betreuende Lehrkraft zu entlasten! Andere arbeitende Menschen legen sich meistens ins Bett und lassen Arbeit Arbeit sein!

Hägar
10 Monate zuvor

10 Stunden Ermäßigung oder zumindest die Möglichkeit weniger als 24 Unterrichtsstunden (Bayern-Mindestteilzeitmaß GS) zu unterrichten, wären für mich definitiv eine Maßnahme, mit der ich mir vorstellen könnte, die kommenden Jahre noch gesund und fit durchzuhalten. Kleinere Klassen wären eine weitere Maßnahme. Ich hatte schon seit 20 Jahren nicht mehr unter 25 Kinder in der Klasse und merke mit steigendem Alter, wie mich das Unterrichten in den großen Klassen immer mehr anstrengt. Dabei dachte ich immer, ich sei ziemlich stressresistent.

Der Zauberlehrling
10 Monate zuvor

Frau Stein hat einen Schlag weg.

Die Altersermäßigung wurde gekürzt und wird niemals auf 10 Stunden hochgesetzt, auch nicht stufenweise ab 55 bis 67.

Solche Forderungen sind völlig kontraproduktiv und nicht ziellführend.

Mariechen
10 Monate zuvor

Lass Sie doch mal fordern. Wenn 10 Stunden gefordert werden, kommt am Ende 1 raus. Das läuft halt so bei Verhandlungen.

Stoffel
10 Monate zuvor

Ob 10 Stunden nicht zu hoch gegriffen ist, sei mal dahingestellt. Eine deutliche Entlastung wäre mit Sicherheit ratsam, damit uns diese Lehrer erhalten bleiben und nicht wegen Überlastung komplett aussteigen müssen. Meiner Ansicht nach profitieren die Schulen auch von deren Erfahrungen und man sollte sich prinzipiell um ältere Bestandskräfte mehr bemühen.

Torsten
10 Monate zuvor
Antwortet  Stoffel

Stimmt. Es sind viele Lehrer überlastet- zu viele. Jedoch, wer seinen Beruf gern und mit Freude macht, der spürt die “ Last“ weniger… Und Zeit zur Erholung und Regenerierung findet sich immer.

Dil Uhlenspiegel
10 Monate zuvor

«Ziel ist es, die Zahl derjenigen, die bis zum Ruhestand durchhalten können, in die Höhe zu schrauben»
Klingt nach Schlüsselszene im Endzeitfilm, ist aber eine nüchterne Beschreibung der Lage.

PS: Neue gesucht.

Metalman
10 Monate zuvor

Anstatt solche Fantasieforderungen zu stellen, sollte sich die GEW darauf konzentrieren, wie der Job für alle besser machbar wäre.

Torsten
10 Monate zuvor
Antwortet  Metalman

Vollkommen richtig!

Britta
10 Monate zuvor

Dafür spricht auf jeden Fall, dass man in der Regel gut qualifizierte und ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen hält, die ihren Erfahrungsschatz sonst im Alter von 63 Jahren mit nach Hause nehmen.

Torsten
10 Monate zuvor

10 Stunden weniger? Ich bin gleich 65, Lehrer (GS) im Angestelltenverhältnis und arbeite erst seit kurzer Zeit 27 statt 28 Stunden.- also schon immer Vollzeit.
Weniger jammern und mehr ranklotzen!

Christabel
10 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Warum werden Sie nicht noch Schulminister? Wir brauchen tolle Vorbilder!

Jan
9 Monate zuvor

Und welche Lehrkräfte arbeiten dann die 10 Stunden ab, die die Lehrkräfte Ü55 nicht mehr erbringen sollen?

Realist
9 Monate zuvor
Antwortet  Jan

Die Stunden können die Eltern übernehmen, die im „Home Office“ sind. Zur Abwechslung einmal die Kinder unterrichten, statt mit dem Hund spazieren gehen oder den Rasen zu mähen…