Grundschülerin Valeriia ist tot – Schule wegen möglichem Fehlverhalten unter Druck

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DÖBELN. Die seit vergangener Woche vermisste Valeriia aus dem sächsischen Döbeln ist tot. Bei der am Dienstag in einem Waldstück gefundenen Leiche handelt es sich um die Neunjährige, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Den Angaben zufolge wurde das Mädchen Opfer eines Verbrechens. Ermittelt werde wegen eines Tötungsdeliktes. Absoluter Fokus liege nun darauf, den oder die Täter zu ermitteln, sagte der Chemnitzer Polizeipräsident Carsten Kaempf. Allerdings steht auch die Schule im Blickpunkt.

Die Polizei ermittelt (Symbolbild). Foto: Shutterstock

Noch am Wochenende hatte Valeriias Vater per Video aus der Ukraine an mögliche Entführer appelliert: «Finden Sie in sich den Mut, uns Eltern unser geliebtes Kind zurückzugeben.» Doch seine in der «Bild am Sonntag» geäußerte Hoffnung, das Mädchen bald wieder in den Arm nehmen zu können, hat sich jäh zerschlagen.

Valeriia ist tot. Ihre Leiche wurde am Dienstag gegen 14.30 Uhr in einem unwegsamen Wald bei Döbeln tief im Unterholz gefunden. Nach der Sektion der Leiche gehen die Ermittler von einem Verbrechen aus, ermitteln wegen Totschlag und Mord. Die Suche nach dem Täter oder der Täterin fokussiere sich derzeit auf das soziale Umfeld des Mädchens, erklärte Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart am Mittwoch.

Am Montag voriger Woche hatte sich Valeriia morgens auf den Weg zur Schule gemacht. Doch im Unterricht erscheint sie nicht. Weil es die Schule versäumt, die Mutter anzurufen, fällt ihr Verschwinden erst am Nachmittag auf, als sie nicht nach Hause kommt. Dann wird tagelang intensiv gesucht: per Drohne und Hubschrauber, mit speziellen Hunden und Tauchern; Hunderte Polizisten durchkämmten die Stadt, Bilder und Videos von Kameras werden von sogenannten Super-Recognisern analysiert. Bekannte Sexualstraftäter in der Region werden überprüft und in Fernsehsendungen nach Hinweisen auf das Mädchen gesucht. Auch zu Kollegen im Ausland nimmt die Polizei Kontakt auf – das Mädchen und ihre Mutter waren 2022 vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet, der Vater kämpft dort an der Front. Es findet sich lange keine heiße Spur, auch ein Unfall wird für möglich gehalten.

Doch seit Mittwoch herrscht traurige Gewissheit. Und die geht selbst hart gesottenen Polizisten nahe. «Wir alle hatten über neun Tage hinweg einzig und allein das Ziel, die Suche nach Valeriia zu einem guten Ende zu führen», sagte Polizeipräsident Carsten Kaempf. Die tiefe Betroffenheit und Fassungslosigkeit auch in den Reihen der Polizei sei nicht in Worte zu fassen. «Der Verlust eines Kindes zerreißt einem das Herz.» Es werde alles unternommen, um dieses Verbrechen aufzuklären und den oder die Täter zu finden, versicherte er. «Darauf liegt unser absoluter Fokus.»

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Fundort der Leiche auch der Tatort ist. Es handelt sich den Angaben nach um einen Wald zwischen Hermsdorf und Mahlitzsch – rund vier Kilometer zu Fuß vom Wohnort des Mädchens entfernt. Anzeichen für einen sexuellen Missbrauch des Kindes gebe es nicht, hieß es. Zur genauen Todesursache wurden wegen der laufenden Ermittlungen keine Angaben gemacht.

Laut Polizei hatte es frühzeitig den Hinweis einer Zeugin gegeben, die am Stadtrand Hilfeschreie gehört haben will. Dies habe aber zunächst nicht genauer eingegrenzt werden können, erklärte die Leiterin der Kriminalpolizeiinspektion Mandy Kürschner. Wo die Zeugin den Schrei gehört habe und dem Fundort der Kinderleiche gebe es rund 2 Kilometer Abstand. Die Suche habe sich zunächst auf das unmittelbare Umfeld von Wohnung, Schulweg und Schule konzentriert. Erst an diesem Dienstag hatten mehr als 400 Polizisten Felder und Wälder im südlichen Stadtgebiet durchkämmt und dort die Leiche gefunden.

«Wir alle sind sehr betroffen und schockiert über den Tod der kleinen Valeriia», sagte Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU). «Döbeln ist erschüttert.» Vielen Bürgern und Bürgerinnen sei jetzt nicht danach zu feiern. Daher habe sich die rund 24 000 Einwohner zählende Stadt im Landkreis Mittelsachsen entschlossen, ihr am Wochenende geplantes Stadtfest abzusagen. Stattdessen rief Liebhauser die Menschen auf, am Freitagabend gemeinsam und mit Kerzen in den Händen auf dem Obermarkt des Mädchens zu gedenken. Zudem soll es am Sonntag einen Gedenkgottesdienst geben. Auch ein Spendenkonto zur Unterstützung der Familie wurde eingerichtet.

Auch an Valeriias Schule ringen Lehrer und Schüler mit der Nachricht, dass ein Kind aus ihren Reihen gewaltsam aus dem Leben gerissen wurde. Dazu seien seit Mittwoch wieder mehrere Schulpsychologen für einen Kriseneinsatz vor Ort, sagte der Sprecher des Landesamtes für Schule und Bildung, Clemens Arndt. Die Behörde geht auch einem Fehlverhalten der Schule nach, weil das Fehlen des Mädchens im Unterricht nicht der Mutter gemeldet worden war. Versäumnisse können nach Angaben des Landesamtes arbeitsrechtliche Schritte nach sich ziehen.

In Deutschland werden jedes Jahr Tausende Kinder im Alter von bis zu 13 Jahren als vermisst gemeldet. Die meisten können wieder ausfindig gemacht werden. Laut Bundeskriminalamt lag die Aufklärungsquote in den vergangenen sechs Jahren bei 99,8 Prozent. Bundesweit hatte zuletzt auch die Suche nach dem sechsjährigen Arian aus Bremervörde-Elm in Niedersachsen für Aufsehen gesorgt. Er wird seit 22. April vermisst.  News4teachers / mit Material der dpa

Nach Entführungsfall: Schulen sollen Konzepte zur Anwesenheitskontrolle vorlegen

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Lehrer
1 Monat zuvor

Schlimme Sache!
Nur wie hätte die Schule das verhindern sollen?
Welche Schule hat genug Sekretariatskräfte um zeitnah jedes Elternteil anzurufen, dessen Kind nicht erscheint?

Unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Lehrer

Bei uns gibt’s in jedem Fach – und Klassenraum ein Telefon und wer morgens in den ersten Minuten jemanden vermisst, verfügt über meist mehrere Nummern von Erziehungsberechtigten und fragt ggbf. nach, warum xy fehlt. Erstaunlicherweise klappt das seit Jahren.

Katinka
1 Monat zuvor
Antwortet  Lehrer

Es ist bei uns in Bayern tatsächlich so – in der Grundschule und ich kenne es auch von den weiterführenden Schulen bis zum Alter v. 18 J. Es gibt dann meist Beauftragte in jeder Klasse, die 10 min. nach Unterrichtsstart losgehen und nachfragen. Die Sekretärin ruft dann an; meist wurde die Krankmeldung einfach nur vergessen, aber es sind in aller Regel nicht jeden Morgen 30 Anrufe notwendig.

Robert Wagner
1 Monat zuvor
Antwortet  Lehrer

„Welche Schule hat genug Sekretariatskräfte um zeitnah jedes Elternteil anzurufen, dessen Kind nicht erscheint?“

Tun wir mal nicht so, als ob es die Regel ist, dass jeden Tag zig Schüler oder Vorschüler unentschuldigt nicht zum Unterricht erscheinen. Selbst wenn es 10 sein sollten, so sind die in der Regel recht zügig abtelefoniert.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Robert Wagner

Das kommt auf die Schulgröße drauf an. Und darauf, wann die Eltern aufstehen, um ggf. ihre Kinder abzumelden. Nicht selten ist bereits am Abend vorher klar, dass das Kind nicht zur Schule geht, und dann wird eben erst halb neun angerufen. Wir sehen in unserem System, wann die Kinder abgemeldet werden, da unsere Sekretärin die Schüler während der Entgegennahme des Anrufs im System als abgemeldet erfasst: zwischen 8.30 und 10.00 Uhr scheint sehr beliebt zu sein.

Ali Mente
1 Monat zuvor
Antwortet  Lehrer

Bei uns wurde früher noch vor jeder Stunde durchgezählt und mit Pioniergruß Meldung gemacht.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Ali Mente

Tja, aber die Lehrer konnten damals kaum die Eltern anrufen und nachfragen, warum ein Kind fehlt. Es hatten nur sehr, sehr wenige ein Telefon! 🙂

Einer
1 Monat zuvor

In Sachsen müssen Schulen (nur Grundschulen?) die Eltern informieren, wenn die Kinder nicht in die Schule kommen. Ich habe noch nie von solchen Vorgaben gehört. Ist das nur auf Grundschulen begrenzt? Gibt es solche Vorschriften auch in anderen Bundesländern?

Mathea Kühnel
1 Monat zuvor
Antwortet  Einer

Stellt sich die Frage, wer das Telefonieren übernehmen soll? An der Schule, an der ich arbeite, müsste allein für die täglich unentschuldigten Kinder eine extra Kraft zum Telefonieren eingestellt werden.

Alx
1 Monat zuvor

Das ist wirklich furchtbar und bedrückend.

In RLP gibt es nach dem Vorfall mit einer entführen Schülerin jetzt an allen Schulen verpflichtende Konzepte zur Anwesenheitskontrolle.

Jede Schule sollte sich damit auseinandersetzen und klar kommunizieren, wie die Vorgehensweise in derartigen Fällen ist.

Alle bekannten Rufnummern anwählen und bei fehlender Antwort nach einer Stunde die Polizei verständigen. Dafür wäre auch ein Sekretariat eine tolle Anlaufstelle. Leider gibt es davon immer weniger.

Aber trotz Konzept kann es noch dazu kommen, dass man mal ein Kind übersieht oder im Eifer des Gefechts zwischen Tür-und-Angel-Gesprächen, den anstrengenden verhaltensoriginellen Schülern, Hausaufgabenkontrolle und vielen Fragen mal nicht durchzählt ob alle da sind oder eben nach dem ersten Anruf vergisst, weiter nachzuhaken.

Das wäre vielleicht wirklich mal ein Problem, das technisch lösbar wäre.

Ein kleiner RFID Chip am Rucksack und die Anwesenheit wird an der Schultüre registriert und die Eltern und die Schule gleich automatisch über etwaiges Fehlen informiert.

ExLehrerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Alx

„Ein kleiner RFID Chip am Rucksack und die Anwesenheit wird an der Schultüre registriert und die Eltern und die Schule gleich automatisch über etwaiges Fehlen informiert.“

Eine wirklich gute Idee!Fortgeschrittene Eltern haben schon so ein Chip. Arbeitsaufwand wird reduziert. Für die Mehrheit in Deutschland aber nicht durchsetzbar wegen Datenschutz und Kosten für die Anlagen. An manchen Schulen funktioniert nicht mal ein Verschluss am Eingang, geschweige denn elektronische Anlagen.

Heuwägelchen
1 Monat zuvor
Antwortet  ExLehrerin

Solange der Chip nicht unter der Haut ist….. trägt sich der Rucksack auch von wem anders gut über die Registrierschwelle.

Eine Lösung habe ich ganz gewiss nicht.

Aber wollt ihr wirklich noch mehr Überwachung?

Und nein, ich bin nicht paranoid!

Generische Feminina
1 Monat zuvor
Antwortet  Alx

Gute Idee! Wenn man die Arbeitsstelle betritt, muss man einstempeln, einloggen etc. Gibt’s in vielen Firmen und wäre auch was für die Lehrkräfte- Stichwort Zeiterfassung.

Lisa
1 Monat zuvor

Die Lehrer werden nicht vermisst, sondern Schüler. Doch auch wenn sie sich nicht einloggen – wer hakt bei den Eltern nach? Nicht nur einmal, sondern zwei oder dreimal? Nicht alle Eltern arbeiten an Arbeitsplätzen, an denen sie immer ein Handy an haben.

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Und nicht alle Eltern gehen ans Handy, wenn sie die Nummer der Schule sehen.

S. G.
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Aber auch dort muss man einen Arbeitgeber erreichen können. Wenn das Kind in der Schule einen Unfall hatte, müssen die Eltern (oder eine andere berechtigte Person) ja auch erreichbar sein.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  S. G.

Oha, das hatte ich neulich. Im Sekretariat nachgefragt wegen Verdacht auf Schwänzen, die Mutter geht nicht ans Telefon: „Nummer nicht vergeben“. Beim hinterlegten Arbeitgeber angerufen: Da stellte sich heraus, dass die Frau nicht mehr da arbeitet. Auf dem kurzen Dienstweg von deren Personalstelle trotzdem die Telefonnummer der Frau abgeglichen: schwups, war eine andere Nummer als bei uns hinterlegt. Die Mutter ist dann trotzdem nicht rangegangen.Datenschutzrechtlich geht sowas eigentlich überhaupt nicht. Das Ganze war in meiner einzigen Freistunde an einem ansonsten vollen 8-Unterrichtsstunden-Tag…jippie.

Heide Blume
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Bei manchen Eltern bei uns hat sich *31# bewährt! 🙂

Alx
1 Monat zuvor
Antwortet  S. G.

Wer ist denn der Arbeitgeber wenn man Bürgergeld bezieht?

Hans Hoffmann
1 Monat zuvor
Antwortet  Alx

Chip? Orson Welles und der Große Bruder finden das gut!

Alx
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Hoffmann

Quatsch.
RFID-chips sind mittlerweile sogar manchmal als Diebstahlschutz an Coladosen im Supermarkt in Autoschlüsseln, Zugangskarten, Türschliesssystemen, Smart-home Geräten, Bibliotheken, in Kleidung eingenäht um die Authentizität zu überprüfen und liefern im Vergleich zu einem Smartphone extrem wenig Informationen über den Nutzer.

Sogar in Ihrem Geldbeutel sind solche Chips. Nämlich in der Krankenkassen- und Bankkarte.

Im Vergleich zu einem TikTok Account ist das Pillepalle.

ExLehrerin
1 Monat zuvor

In Sachsen soll das fehlende Kind 15 Minuten nach Unterrichtsbeginn im Sekretariat von der Lehrkraft gemeldet werden und anschließend die Eltern kontaktiert werden. An meiner letzten Schule war entweder die Sekreterin noch nicht da oder beim Frühstück, wo sie nicht gestört werden wollte.
Das hat mir fast jeden Morgen so viele Nerven gekostet, dass ich gekündigt habe. Denn die Schulleitung stand ja auch hinter ihr. In solchen Fällen ist dann die LehrerIn dran. So wurde uns an einer anderen Schule deutlich erklärt.

Das Mädchen tut mir sehr leid und die Eltern. Das hätte man bestimmt verhindern können, wenn sich alle an die Regeln gehalten hätten.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  ExLehrerin

Lässt die Lehrkraft in Sachsen die Klasse dann allein, um ins Sekretariat zu gehen? Wie ist das mit der Aufsichtspflicht geregelt?

Lanayah
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Das scheint offensichtlich so erwartet zu werden.

ExLehrerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

„Das Kind muss sich beaufsichtigt fühlen.“ Es gibt auch private Handys für Anrufe oder Messenger.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  ExLehrerin

„ Es gibt auch private Handys für Anrufe oder Messenger.“

Gibt es. Für private Anrufe oder private Messages außerhalb der Dienstzeit.
Außerdem nehmen Sie in der Zeitspanne, in der Sie telefonieren, nicht die Aufsicht wahr. Da reichen 5 Sekunden Ablenkung, und Paula hat Emil den Stift ins Auge gerammt.
Waren Sie wirklich an einer Schule als Lehrkraft tätig?

ExLehrerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Leider ja, an mehreren sogar. Das war einer der Gründe, warum ich gekündigt habe. Es wird einfach vorausgesetzt, dass man seine privaten Geräte für die Schule einsetzt: Handy, Drucker, Notebook, Laminiergerät, Folien, Regale usw.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Also das mit den privaten Geräten ist bei uns momentan auch noch so. Wird jedoch (bald) geändert. Sollte auch nicht so sein.

Das ist doch Quatsch … Als ob man immer alle Kinder im Blick haben könnte und man keine 5 Sekunden wegschauen kann.
Das ginge schonmal durch die Tafelanschriften bspw. nicht.
Das wird auch nicht so verstanden … „Das Kind muss sich beaufsichtigt fühlen“ trifft in den allermeisten Fällen tatsächlich zu.
Trotzdem: Der Anruf innerhalb der Klasse durch die/eine Lehrkraft ist schon extrem schlecht gedacht und geplant. Auch das sollte definitiv nicht die Regel sein, sondern die absolute Ausnahme darstellen.

Carabas
1 Monat zuvor
Antwortet  ExLehrerin

Ob die Tat dadurch verhindert hätte werden können ist doch noch gar nicht geklärt. Wenn sie bereits auf dem Weg abgefangen und zeitnah getötet wurde: Was hätte eine Meldung da geholfen? Eventuell ist ja noch nicht mal geklärt ist, ob sie ihre Familie nicht am Abend zuvor im Wald abgelegt hat (was ich nicht unterstellen will).

Mika
1 Monat zuvor

Am einfachsten wäre das Benachrichtigungsproblem zu lösen, wenn alle Schulen WebUntis (o.ä.) hätten, und mindestens zur ersten Stunde die Lehrkräfte in WebUntis erfassen würden, wer unentschuldigt fehlt. WebUntis könnte von den Entwicklern so angepasst werden, dass dann automatisch eine Nachricht an die von den Eltern hinterlegte Handynummer rausgeht. Das setzt natürlich voraus, dass in jedem Klassenzimmer ein ans Internet angeschlossener PC/Tablet vorhanden ist.

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Guter Vorschlag.

Ex-Lehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Vor über 15 Jahren habe ich im Austausch mit unserer polnischen Partnerschule gesehen, dass in jedem Raum ein Uraltrechner stand, die Anwesenheit zu Beginn direkt erfasst wurde (elektronisches Klassenbuch im Schulnetzwerk) und die Schulleitung (!) nach zehn Minuten bei den Eltern unentschuldigt fehlender Schüler anrief. Es gibt sicher Gründe wie Datenschutz etc., die das bei uns schwieriger machen, aber es könnte wirklich einfach sein…

DienstnachVorschrift
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Oder die Sekretärinnen sehen direkt im System wer fehlt und telefonieren zeitnah. Dann müsste man selbst auch nicht die Klasse verlassen. Aber ja, das Konzept ist gut, scheitert aber flächendeckend an den technischen Voraussetzungen. Für mich (17 Klassen) ist WebUntis eine enorme organisatorische Erleichterung.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Die Eltern bekommen über den Elternaccount eine Push-MItteilung über die App direkt aufs Handy. Wir müsen aber auch jetzt erstmal überprüfen, ob das ausreicht. Eltern in die Verantwortung zu nehmen ist ja immer schwierig…

S. G.
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Bei uns läuft das über WebbSchule, und das haben ja alle Brandenburger Schulen. Sekretariat trägt morgens bis 8 Uhr alle tagesaktuellen Krankmeldungen ein, Klasselehrkraft mögliche angekündigte Fehlzeiten. Morgens um 8 schaut die erste Lehrkraft der Klasse in den Dienstlaptop (ab nächstem Jahr soll’s ja sogar Tablet-PCs für alle geben, hüst hüst) und meldet fehlende nicht erfasste Kinder per Zettel und Bote ans Sek.
Aber ja, ein PC/Tablet ist Voraussetzung.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  S. G.

In WebSchule kann das Sekretariat sehen, wer als fehlend eingetragen ist: da muss keiner mehr hin und herlaufen. Technisch sollte es einfach sein, auch Webschule an einen Messengerdienst zu koppeln und damit die automatische Benachrichtigung der Eltern auszulösen.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Bei uns geht das über den Schulmanager. Wir schauen nach, wer fehlt und bestätigen jede Stunde die Anwesenheit der SuS. Falls jemand fehlt, dann wird dies dort vermerkt. Das Sekretariat sieht dies in der Früh und klärt es -> Ruft meistens dann die Eltern an und trägt es dann nach.
Falls später ein/e SuS abgeholt wird, dann wird dies ebenfalls eingetragen und für Folgestunden angeglichen. Auch hier gilt dann wieder die Bestätigung der Anwesenheit der SuS. Ggf. schickt man einen SuS in das Sekretariat, falls ein SuS (grundlos) fehlt.
Finde „das System“ wirklich gut. Es braucht allerdings dann auch digitale Geräte und optimalerweise eine gute Zeitabdeckung des Sekretariats.

Philine
1 Monat zuvor

Dass die Anwesenheit der Kinder zu kontrollieren und bei unentschuldigt Fehlenden zu melden ist, wurde im Referendariat mit Nachdruck vermittelt. Das Fehlverhalten ist eindeutig und nicht nur „möglich“, wie im Artikel vorsichtshalber steht.

Stefan
1 Monat zuvor
Antwortet  Philine

Sehe ich ganz genauso. Und was mich obendrein wütend macht, ist die Arroganz mancher, die dann der Meinung sind, die Anrufe könne nur die Sekretärin machen. Oder aber, dass man ja niemals mit dem eigenen Handy die Eltern anrufen würde, weil die ja dann, oje, ganz schlimm, die Rufnummer haben. Solange so etwas wichtiger ist als die eigentliche Meldung an die Eltern abzusetzen und somit seiner Pflicht nachzukommen, Gute Nacht deutsches Schulsystem.

Tigrib
1 Monat zuvor
Antwortet  Stefan

Mal wieder soll das bei den Lehrern anders laufen als anderswo? Welcher Arbeitnehmer muss denn Dienstgeschäfte mit seinem eigenen Handy erledigen?

Gute Nacht deutsches Schulsystem, da haben Sie Recht, Stefan, aber dahingehend, dass da viel Zeit flöten geht, wenn jeden Tag in der 1. Stunde der Lehrer erstmal telefonieren muss.

Welcher Sportverein, welche Musikschule etc. ruft mich eigentlich an, wenn mein Kind fehlt?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Stefan

Sie verkennen das Problem: Ich arbeite an einer weiterführenden Schule. Dort fehlen (ohne vor Unterrichtsbeginn abgemeldet zu sein) auch mal bis zu 5, 6 Schüler einer Klasse, und zwar regelmäßig. Wenn ich aus dem Unterrichtsraum heraus die Eltern anrufe, vergehen pro Anruf (Nummer heraussuchen – wir haben zum Glück WebbSchule und einen ans Internet angeschlossen Laptop – ansonsten müsste die Lehrkraft dafür ins Sekretariat, um in der Schülerakte die Daten händisch herauszusuchen- anrufen – klingeln lassen – Problem abklären) ungefähr 3 Minuten. Das sind 15 Minuten und mehr pro Tag, falls das erstangerufene Elternteil nicht erreichbar ist. Ich nehme in dieser Zeit weder die Aufsicht so wahr, dass sie im Schadensfall dienstrechtlich nicht zu beanstanden wäre, noch kann ich unterrichten. In einer Woche gehen den Schülern so ca. 75 Minuten Unterrichtszeit verloren. Aber selbst, wenn es pro Schulwoche nur 45 Minuten wären, summiert sich das im Schuljahr auf über 30 Unterrichtsstunden. Das ist ineffektiv und ehrlich gesagt, werde ich zu hoch bezahlt, um als Telefonkraft zu arbeiten.

Und ja, ich schätze meine Privatsphäre sehr. Seit wir dienstliche Emailadressen haben, erreichen uns elterliche Emails, die wir aufgrund des Inhalts sofort an die Polizei oder auch den Staatsschutz weiterreichen, die dann diesbezüglich gegen die Verfasser ermitteln. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn unsere privaten Kontaktdaten bei diesen Eltern landen würden.

mississippi
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Bei uns gehen Krankmeldungen über schoolfox. Wir checken kurz am Handy, ob alle die fehlen krankgemeldet sind und wenn nicht, kriegen die Eltern eine kurze Meldung aufs Handy per Knopfdruck quasi und antworten in der Regel in den nächsten Minuten. Wenn nicht, rufe ich die gespeicherten Notfallnummern kurz an und muss nicht mal das Klassenzimmer verlassen. Bei uns wäre sowieso noch keine Sekretärin anwesend.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Stefan

Dann muss man das Aufgabenprofil, die Erwartungshaltung, die Rahmenbedingungen, die Ressourcen und auch das Deputat darauf bitte anpassen.
Wenn das so gewünscht ist: Jede Lehrkraft ein Diensthandy. Die potentielle „Telefoniezeit“ bitte in das Deputat. Den Lehrplan usw. bitte dementsprechend anpassen. Und auch die Rahmenbedingungen („Aufsicht“) usw. zu gunsten der Situation eindeutig rechtlich klären.

Kurzum: Nicht alles auf Schule und LuL abwälzen. Kostenlos und ohne Ressourcen etc.

Also ab und an bin ich echt erstaunt, wie realitätsfern einige LuL sind. Klar ist das oft leider Schulrealität – sollte es aber nicht sein. „In der Wirtschaft“ habe ich sowas echt noch nie mitbekommen. Da gibt es sowas nicht – nichtmal den Gedanken. Da wird das Diensthandy gestellt und Personal für die Zuarbeit sowieso.

Sachma … Dann auch noch mit der emotionalen Nummer. Einfach den Knall nicht gehört.

Lisa
1 Monat zuvor

Nicht nur die Schule, auch das System der Fahndung nach vermissten Kindern und da Medien zu nutzen, ist anscheinend zu behäbig
“ Ein Grund für die Zurückhaltung der Sicherheitsbehörden sind Hoheitsfragen. So werden Vermisstenfälle zunächst auf Landesebene bearbeitet und erst nach einem Tag ans Bundeskriminalamt weitergeleitet. Und selbst dort gibt es keine Spezialeinheiten für Vermisstenfälle.“

https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/menschen-schicksale/id_100426072/vermisste-kinder-valeriia-und-arian-kein-land-ist-so-schlecht-wie-deutschland-.html

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor

Grundsätzlich gut, sofortige Anrufe weisen auch auf Schulschwänzen hin.
Es wäre schön, wenn die Schulen dafür auch z.B. Geld für Honorarkräfte bekämen, die das morgens machen.
Und wo wir gerade beim Wünschen sind, ich wünsche mir Eltern, die auch noch ans Telefon gehen, wenn sie die Nummer der Schule erkennen…