Ex-Ski-Profi Felix Neureuther will schon Kita-Kindern Freude am Sport vermitteln

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DÜSSELDORF. Das Fitnessniveau von Kindern sinkt; aktuell weist darauf das Fitnessbarometer der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg hin (News4teachers berichtete). Auffällig: Der Anteil an übergewichtigen Kindern nimmt nach dem Wechsel von der Kita in die Grundschule deutlich zu. Es geht also darum, Kindern nicht nur frühzeitig, sondern auch nachhaltig Freude an Bewegung zu vermitteln. Diesem Ziel hat sich Felix Neureuther, erfolgreichster deutscher Ski-Weltcupfahrer, verschrieben. Über seine Beweggründe und das speziell für den Kita-Bereich entwickelte Bewegungsprogramm sprach er mit News4teachers.

Mit seinem Bewegungsprogramm „Beweg dich schlau!“ will Felix Neureuther unter anderem Kindertagesstätten unterstützen, schon die Jüngsten niedrigschwellig in Bewegung zu bringen. Foto: ServusTV/Alexander Gruber

News4teachers: 2020 haben Sie die Felix-Neureuther-Stiftung gegründet, mit dem Ziel, Bewegung und Gesundheit – besonders bei Kindern und Jugendlichen – zu fördern. Was war der Anlass für diese Entscheidung?

Felix Neureuther: Ich habe in meiner sportlichen Karriere so viel Unterstützung erhalten, dass ich das Bedürfnis habe, etwas zurückzugeben. Bei uns zu Hause hatte der Sport schon immer einen besonderen Stellenwert. Früh durfte ich mitbekommen, wie es sich anfühlt, sich ein Ziel zu setzen und zusammen mit Eltern, Trainer*innen und Freund*innen darauf hinzuarbeiten. Diese Gefühle sind es, die uns körperlich und mental stark machen. Doch viele unserer Kinder können diese Erfahrungen gar nicht machen, da ihnen der Zugang zum Sport fehlt. Corona hat die Situation weiter verschlechtert. Das hat gravierende Folgen für jedes Kind persönlich und für die Gesellschaft insgesamt. Bewegung und Sport sind essenzielle Grundlagen für eine gesunde Zukunftsentwicklung. Genau deshalb engagiere ich mich in diesem Bereich mit meiner eigenen Stiftung.

News4teachers: Über Ihre Stiftung bieten Sie mit Ihrem Bewegungsprogramm „Beweg dich schlau!“ ganz praktische Unterstützung bei der Bewegungsförderung. Das dazugehörige Kita-Modul richtet sich bereits an Kinder ab einem Jahr. Wieso setzt Ihr Angebot so früh an?

Neureuther: Grundsätzlich ist „Beweg dich schlau!“ für alle Menschen geeignet, egal welcher Altersgruppe. Die Übungen sind auch für Senior*innen super, um nicht nur körperlich, sondern auch mental fit zu bleiben. Ansetzen wollen wir aber dennoch möglichst früh, um Kindern von Beginn an einen gesunden und bewegungsorientierten Lebensstil und Freude an der Bewegung zu vermitteln. Damit legen wir ein wichtiges Fundament, auf das sie später zurückgreifen und aufbauen können.

News4teachers: Das „Beweg dich schlau!“-Programm soll sowohl die motorischen als auch die kognitiven Fähigkeiten fördern. Wie sieht das beispielhaft in der Praxis mit Kita-Kindern aus?

Zum Kita-Modul des Bewegungsprogramms „Beweg dich schlau!“ gehören Boxen mit Spiel- und Sportgeräten. Foto: Brauer Photos/S.Brauer

Neureuther: Unsere Übungen sind so angelegt, dass die Kinder – egal, wie sportlich sie sind – sie schaffen und schnell ein Erfolgserlebnis haben. Das bringt Spaß an der Bewegung. Und nur wer Spaß am Sport hat, bleibt dabei. Idealerweise ein Leben lang. Wir versuchen auch die Kinder abzuholen, die vielleicht schon übergewichtig sind, die bisher noch keinen Zugang zum Sport hatten oder aktuell noch total unmotiviert sind. Und das gelingt uns. Jede teilnehmende Kita erhält von uns eine Box mit qualitativ hochwertigen Spielgeräten und Karten, die die Übungen erklären und weitere Alternativen anbieten. Zudem gibt es kindgerechte und lustige Videos mit Bewegungsübungen und dem Programm-Maskottchen Fauli, einem Faultier. Außerdem wird das Kitapersonal in Workshops von unseren erfahrenen „Beweg dich schlau!“-Coaches geschult. Das Team begleitet die Pädagog*innen dauerhaft und steht bei Fragen auch immer zur Verfügung. Die Kita muss hier nicht jeden Tag drei Stunden Programm bieten. Kleine Einbindungen in den Alltag sind ja auch schon ein Schritt in die richtige Richtung.

News4teachers: Wie lässt sich das Bewegungsprogramm in den Kita-Alltag integrieren?

Neureuther: Das funktioniert super. Unser Ziel ist ja nicht, den Pädagog*innen mehr Arbeit zu machen, sondern sie in ihrem Alltag zu entlasten. Und das tut das Programm, das zudem für die Kita kostenlos ist. Die Kinder kommen selbst auf total kreative Ideen, wie sie die Materialien noch verwenden können. Vor allem aber kann jedes Kind mitmachen, egal ob sportlich oder nicht. Gemeinsam mit Ravensburger haben wir zudem innovative Trainingsmodule entwickelt. Diese sechs Module können in der Kita an der Wand montiert werden und halten nochmal ganz andere Herausforderungen bereit. Auch hier ist das Ziel, die Erzieher*innen zu entlasten und die Kids mit spannenden Aufgaben zu beschäftigen, aber auch zu fordern.

News4teachers: Ihr Bewegungsprogramm haben Sie in Kooperation mit der Technischen Universität München entwickelt. Welche Rolle spielte die wissenschaftliche Begleitung dabei?

Neureuther: Alle Inhalte sind durch mehrjährige Praxis erprobt, dennoch ist der wissenschaftliche Input für uns sehr wichtig. Wir haben den Anspruch, uns kontinuierlich weiterzuentwickeln und unsere Übungen den Bedürfnissen der Teilnehmenden, aber auch den wissenschaftlichen Erkenntnissen anzupassen. Beispielsweise durchlaufen all unsere Coaches regelmäßig Workshops, um immer auf dem aktuellen Stand zu sein und die Pädagog*innen bestmöglich unterstützen zu können. Insgesamt haben in den vergangenen Jahren 68.000 Kinder aus 134 Schulen und 371 Kitas an unserem Programm teilgenommen.

News4teachers: Mit Ihrem Bewegungsprogramm besuchen Sie auch selbst Kindertageseinrichtungen und führen die Übungen gemeinsam mit den Kindern durch. Was ist Ihre Erfahrung: Wie lassen sich Kinder am besten zu Bewegung motivieren?

Neureuther: Eigentlich müssen die Kinder gar nicht motiviert werden, denn der Bewegungsdrang und die Spielfreude stecken in ihnen drin. Leider wird das im Laufe der Schulzeit abtrainiert, weil sie so viel sitzen. Nach ein paar Stunden können sie sich nicht mehr konzentrieren und es bleibt beim Lernen nichts hängen. Das kann aber nicht die Lösung sein. Bei „Beweg dich schlau!“ fördern wir sie nicht nur körperlich, sondern auch kognitiv und trainieren damit auch ihr Gehirn. Wir merken immer wieder, dass die Kids echt schnell dazulernen. Oft setzen sie die kognitiven Übungen besser um als Erwachsene. Wichtig ist aber, dass wir Erwachsene mit gutem Beispiel voran gehen und selbst Freude an der Bewegung haben: Wenn wir bei Regen nicht drinnen bleiben, sondern raus in die Natur gehen, wenn wir selbst neue Übungen ausprobieren und uns nicht gleich entmutigen lassen, wenn etwas nicht klappt und wenn wir selbst aktiv sind, viel zu Fuß gehen oder radeln statt immer gleich das Auto zu nehmen. Wir können von den Kindern nicht nur mehr Bewegung einfordern, wir müssen das auch selbst vorleben!

News4teachers: Und wenn Sie an Ihre eigene Kindheit zurückdenken: Was hat bei Ihnen die Begeisterung für körperliche Bewegung geweckt?

Neureuther: Wir leben ja – schon als Kind – von Träumen. Und wie schön ist es, wenn man seinen Traum letzten Endes auch erfüllen kann? Als kleines Kind hatte ich den Traum, Skirennfahrer zu werden. Den Traum durfte ich leben. Mein großes Vorbild früher war der Skirennläufer Alberto Tomba. Für mich der mit Abstand coolste Typ aller Zeiten. Ich wollte immer so sein wie er. Und dann durfte ich ihn in Garmisch-Partenkirchen beim Weltcuprennen als Startnummernkind kennenlernen und mein Idol das erste Mal treffen. Das war für mich ein ganz entscheidender Moment und eine Riesenmotivation. Danach wollte ich Skifahrer werden.

News4teachers / Anna Hückelheim, Agentur für Bildungsjournalismus, führte das Interview.

Mehr zum Thema
Das Interview mit Ex-Ski-Profi Felix Neureuther ist zunächst in der Ausgabe 2/2024 der Zeitschrift DIE KITALEITUNG erschienen. Das aktuelle Heft widmet sich der Frage, in welchen Bereichen sich externe Kooperationen in der Kita-Praxis lohnen und zeigt beispielhaft zwei Möglichkeiten auf. Im ersten Themenschwerpunkt erfahren Kitaleitungen, wie sie die Bewegungsförderung in ihrer Einrichtung in Zusammenarbeit mit einem Sportverein ausbauen können. Der zweite Themenschwerpunkt fokussiert auf die herausfordernde Phase des Übergangs von der Kita in die Grundschule und bietet Anregungen, wie eine Kooperation mit den Verantwortlichen der nächsten Bildungsstufe, also der Grundschule, diesen Prozess erleichtern kann – sowohl für die Kinder als auch die Pädagog*innen.

Produziert von der Agentur für Bildungsjournalismus (die auch News4teachers inhaltlich gestaltet) im Auftrag des Informationsdienstleisters Wolters Kluwer erscheint DIE KITALEITUNG seit 2018 vierteljährlich.

Die digitale Version der Ausgabe 2/2024 können Sie hier kostenfrei herunterladen – eine gemeinsame Aktion von Wolters Kluwer und der Agentur für Bildungsjournalismus.

Bewegungsmangel bei Kindern: Sind übervorsichtige Eltern schuld?

 

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A.M.
19 Tage zuvor

Noch ein Förderprogramm nach dem üblichen Strickmuster: Gute Absicht plus Bildungsgedanke, dazu noch ein „toller Name“, nämlich „Beweg dich schlau“…. innovative Trainingsmodule und erfahrene „Beweg-dich-schlau-Coaches, die dann auf der Fortbildung zu „Beweg-dich-schlau“ ErzieherInnen beibringen, wie sie die Kinder erfolgreich mit Hilfe des Programm-Maskottchen Fauli, einem Faultier ankommunizieren und animieren…

Habe mal gegoogelt: Das Maskottchen heißt auch noch „Felix-Fauli“, wird als „Teammitglied“ geführt und auf der Webseite als „Motivator“ bezeichnet. https://bewegdichschlau.com/felix-fauli

Kann nicht bitte mal jemand eine Umfrage in Auftrag geben, was Kinder von den „verschiedenen“ Förderprogrammen und den vielen hässlichen, glubschäugigen Projektmaskottchen halten!!! (Vielleicht denken die Kinder, dass ihre Erzieher irgendwie nicht normal wären… Oder noch schlimmer: Sie denken, dass es normal wäre…)
Auf dem Bildungssektor wird so viel Geld verbrannt, da kommt es auf eine Befragung der zu verschlaubessernden Kinder wirklich nicht mehr an.

A.M.
18 Tage zuvor

Gestern habe ich mir meinen Unmut angesichts von Förderprogrammen deutlich anmerken lassen und möchte deshalb ergänzend mitteilen, dass ich selbstverständlich nichts gegen solide Weiterbildung und vernünftige Anregungen habe. Aber ich suche wirklich gern nach gehaltvollen Büchern und lasse mich lieber selbst auf Feldenkrais oder Tai Chi ein, als dass ich mir Gedankenarbeit abnehmen lasse. Sich selbst etwas zu erarbeiten macht mir auch als Erwachsenem mehr Freude, als mich „bearbeiten“ und anleiten zu lassen. So gut es auch immer gemeint sein mag. „Verschont uns von diesen „beglückenden Maskottchen“, den „Bausteinen“, „Ordnungspunkten“ und dem ganzen Brimborium, an dessen Ende die Kinder auch noch oft genug ne Urkunde erhalten. So überflüssig wie ein Kropf, aber üblicher Scheinbeweis dafür, dass etwas bildungsmäßig super gelaufen wäre.
Von Bella Bär über Felix Fauli bis hin zu Wilder Willi – ich bin dieser Masche so was von überdrüssig! Wer sich für Kinder einsetzen will, soll doch selbst den Erzieherberuf ergreifen oder Lehrer werden! – Oder Geld zur freien Verfügung der Fachkräfte spenden. Muss auch gar nicht von der Steuer abgesetzt werden können oder groß durch die Presse gehen. (In meinem alten Kindergarten gab es früher einen Pfarrer, der eine „blaue Kasse“ eingeführt und auch immer wieder Geld reingesteckt hat. Die Erzieher brauchten nicht anzugeben, ob sie davon Frühstück für ein ungesund ernährtes Kind bezahlt haben oder was immer sie auch damit getan haben. Fanden alle toll!)

Realist
17 Tage zuvor
Antwortet  A.M.

Tja, leider gibt es ja schon eine ganze „Industrie“, die sich mit solchen Programmen, Förderungen, Zertifizierungen usw. befasst. Ist das gleich wie bei den ganzen Öko-„Zertifikaten“: Kosten viel Geld, müssen jährlich erneuert werden und nur ein Bruchteil der Gelder kommt bei den wirklich Bedürftigen in Entwicklungs- und Schwellenländern an. Aber man hat dann ja als Unternehmen etwas für das ESG-Image (Environment, Social, Governance) getan und die Beschäftigten in den NGOs (so etwas kann man ka mttlerweile auch schon „studieren“) bzw. Zertifizierungstellen können sich rühmen einen „sozialen“ (und gleichzeit gutbezahlten!) Job zu machen ohne sich mit den wirklichen Problemen vor Ort im Inland oder Ausland herumschlagen zu müssen… das müssen dann andere tun (i.d.R. deutlich schlechter bezahlt).

A.M.
16 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Und obwohl der Schmu von vielen durchschaut wird, wird manches zumindest pro forma durchgezogen, weil es Kitaträger, Kitaleitungen oder Schulleitungen erwarten. Aufgrund der Arbeitsbelastung und je nach Arbeitsort besonders vielen Infekten und ein extrem hoher Grad der physischen Erschöpfung ist mit unerwünschten Diskussionen in Teamsitzungen und vermutlich auch in Lehrerkonferenzen kaum noch zu rechnen.
(Ernsthafte Frage am Rande: Muss ma jetzt „Lehrendenkonferenzen“ sagen? Hab extra nur „ma“ anstatt „man“ geschrieben. Ma kriegt ja so allmählich ein Problembewusstsein.)

😉

Ulrika
16 Tage zuvor
Antwortet  A.M.

Ernsthafte Antwort: Müssen muss man nicht, es gibt keine Pflicht zu geschlechtersensibler Sprache, aber präferieren würde ich letztere schon. Ein Problembewusstsein ist doch ein guter Anfang.

A.M.
16 Tage zuvor
Antwortet  Ulrika

Danke. Das ist mir auch schon klar. Selbstverständlich würde es mir nicht im Traum einfallen, es zu beanstanden, wenn heute jemand „Lehrerkonferenz“ sagt und nichts anderes.

So gendersensibel wie mit Anfang zwanzig bin ich schon lange nicht mehr. Ich mache Rückschritte. Nur manchmal bin ich noch pingelig. Vor circa 15 Jahren beispielsweise habe ich in einem Erzieherforum regelmäßig über ein von der Politik besonders gehätscheltes (meiner Meinung nach grauenhaftes) Förderprogramm namens „Papilio“ gespottet. In einem Kinderbuch ohne ISBN, gefördert vom Bundesfamilienministerium!!! – kam als Erzieherin der vier Gefühlsbolde ein „Fräulein Pädagogibold“ vor. Es war zwar witzig, dass sich Peter Scheerbaum als Autor diesen Scherz erlaubt hat, aber warum „Paula im Koboldland veröffentlicht und auch noch mit Steuergeldern gefördert wurde, finde ich immer noch unbegreiflich und nicht in Ordnung. Zumal die „Erfolgsgeschichte“ noch nicht zu Ende ist.

Zitat von Seite 46: „Fräulein Pädagogibold heißt die beiden herzlich willkommen im Koboldkindergarten und fordert die Kobolde auf, auf ihren Sitzwurzeln Platz zu nehmen.“ Quelle: Paula im Koboldland“, erschienen 2012 und gefördert vom Bundesministerium für Familie. Senioren, Frauen und Jugend.

In den Theateraufführungen von Papilio kommt das „Fräulein Pädagogibold“ übrigens (sofern sich daran nichts geändert hat) gar nicht vor. Ob das Bundesfamilienministerium kritisch geworden ist, und auf einer Überarbeitung des geförderten Werks bestanden hat, weiß ich nicht. Festzuhalten ist jedenfalls, dass sich das Geschlecht der Fräuleins oder aber auch die Berufsgruppe der Erzieherinnen diskriminiert fühlen könnten. Und das darf ja eigentlich nicht sein, oder?

Scherz beiseite: Schade, dass es von Seiten der Fachpresse keine nennenswerte Auseinandersetzungen mit fragwürdigen Inhalten von Förderprogrammen gibt. Die Interessen potenzieller Anzeigekunden werden vorrangig berücksichtigt.

Ulrika
16 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Fachpresse Nius lässt sich regelmäßig über Demokratieförderung, diesbezügliche Maßnahmen und ihre Träger aus. Möglicherweise ist das die Expertise, die der Herr- es muss ein solcher sein, was sich aus den Einlassungen zu geschlechtersensibler Sprache schließen lässt- bevorzugt.

A.M.
14 Tage zuvor
Antwortet  Ulrika

Sehr geehrte Ulrika,

Sie haben sich was mich betrifft gründlich geirrt. Ich bin weder männlich noch rechtsradikal, noch nicht mal CDU-Wähler und selbstverständlich nicht Anhänger der AfD.

Der Redaktion könnte bekannt sein, dass ich eine Frau bin. Weder IP-Adresse noch Schreibstil haben sich geändert. Im Allgemeinen schreibe ich unter meinem richtigen Namen https://www.news4teachers.de/2020/10/zum-tarifstreit-der-erzieherinnen-lasst-euch-nicht-laenger-mit-billigem-lob-abspeisen/ .

Dies habe ich hier vor einiger Zeit aus einem triftigen Grund geändert. Grenzwertige Bemerkungen über meine angebliche Rechtslastigkeit haben mich dazu bewogen, lieber nur unter meinen Initialien zu schreiben, denn es wäre mir unangenehm, wenn jemand den spitzen Bemerkungen Glauben schenkt.

Freundliche Grüße

Angelika Mauel

A.M.
15 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Meinen Sie als Medienschaffende nicht, dass ein Vorwurf, ich hätte jemandem Korruption vorgeworfen, nicht sehr weit her geholt ist? Tut mir leid, dass Sie es so sehen.
Wäre ich an Ihrer Stelle, würde ich mich von dem zweiten Satz des letzten Absatzes nicht angesprochen fühlen. Es ist doch ziemlich bekannt, unter welchem wirtschaftlichen Druck gerade die Printmedien stehen. Das Internet hat dafür gesorgt, dass die Abonnentenzahlen gesunken sind und um so wichtiger sind leider die Einnahmen aus den Inseraten geworden. Die Inhalte von Fachzeitschriften werden oft ein Jahr vor dem Erscheinungstermin festgelegt. Man kann es als eine win-win-Situation zwischen Geschäftspartnern und eine Form von Kundenservice gegenüber den Abonnenten ansehen, dass nun so geschickt aufeinander abgestimmte Inhalte für die Leser präsentiert werden. Eine Entwicklung mit Vor- und Nachteilen.
Was mir aufgefallen ist: Fachliche Kritik kommt oft zu kurz.

Die Justiz geht aus gutem Grund nur bei sehr wenigen verallgemeinernden Äußerungen von einem Straftatbestand aus. „Die Römer spinnen“ wäre darum auch bei uns heute kein Ehrverletzungsdelikt. Auch als der Altkanzler Lehrer als „faule Säcke“ bezeichnet hat (mittlerweile hat er es revidiert!) war das kein Anlass für die Justiz gegen ihn zu ermitteln.

In Zukunft werde ich bedachter formulieren und hoffe, dass es mir gelingen wird.

PS: Übrigens stelle auch ich einiges aus dokumentarischen Gründen ein. Zum Beispiel, wenn es um Papilio geht. Kristina Schröder hat im Bundesfamilienministerium vor Kindergartenkindern aus „Paula im Koboldland“ vorgelesen. (Ich wage zu behaupten, dass frühere Bundesfamilienministerinnen dies höchstwahrscheinlich nicht getan hätten.)

Ulrika
16 Tage zuvor
Antwortet  A.M.

Wenn Ihnen das klar ist, warum fragen Sie dann?
Nur mal wieder einen Stein ins Wasser werfen und warten, bis die Papas aus den Löchern kriechen?

A.M.
15 Tage zuvor
Antwortet  Ulrika

Selbstverständlich weiß ich, dass niemand wirklich gezwungen ist, zu gendern. Aber was ich immer noch nicht weiß, ist ob das Lehrerzimmer in Schulen jetzt ebenso umbenannt worden ist wie beispielsweise das ehemalige Studentenwerk, dass nun Studierendenwerk heißt.

Eine Antwort darauf interessiert mich nach wie vor.

potschemutschka
14 Tage zuvor
Antwortet  Ulrika

@Ulrika
Wen meinen Sie mit „Papas“? Ich verstehe Ihren Kommentar nicht.

A.M.
14 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das mit den „Papas“ habe ich auch nicht verstanden.

A.M.
15 Tage zuvor

Damit Lehrkräfte und ErzieherInnen sich ein Bild vom Förderprogramm machen können einige Links:
Laut Fauli sind er und Vroni im Klassenzimmer:
https://www.youtube.com/watch?v=3GzxaAH89ao
Felix Neureuher stellt das Programm selbst vor: https://www.youtube.com/watch?v=PCzSD7A_E4Q
Der Buchstabencode: https://www.youtube.com/watch?v=wKwvbhBZWsw

potschemutschka
15 Tage zuvor
Antwortet  A.M.

Hm, diese Übungen sollen ja nicht nur Kita-Kinder sondern auch Senioren ansprechen – … Ich bin ü60, irgendetwas stimmt mit mir nicht (vielleicht bin ich noch nicht alt genug?), ich fühlte mich durch diese 2 Videos verar…t. Ich hoffe Kita-Kinder nicht.

A.M.
15 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich habe mich gefragt, inwieweit Felix Neureuther und die Wissenschaftler, die hinter „Beweg dich schlau stehen“ sich von ihrer eigenen Kindergartenzeit und frühen Grundschulzeit haben inspirieren lassen. – Alter Wein in neuen Schläuchen soll uns nun als etwas Besonderes präsentiert werden. Als Berufsanfängerin habe ich schon Bewegungsangebote in diesem Stil gesehen, die mir als Kind besser gefallen hätten als die Präsentation von Felix Fauli, dem Motivator und er jungen Frau Vroni.
Verar…t fühlte ich mich ebenfalls und fände es absolut in Ordnung, wenn es Kindern ebenso geht.

potschemutschka
14 Tage zuvor
Antwortet  A.M.

Früher als Kind sah ich im Fernsehen gern die Sendung „Mach mit, mach´s nach, mach´s besser“ – da hab ich tatsächlich so manches nach gemacht.

potschemutschka
14 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Vielleicht sollte ich noch ergänzen, dass ich grundsätzlich die Idee und Stiftung von Felix Neureuther gut finde und dass das, was er anspricht, richtig ist. Aber die Umsetzung – die Videos mit Fauli – finde ich persönlich sehr schwach.

A.M.
14 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

So geht es mir auch.

In Erinnerung an Stan und Ollie verlinke ich mal „Kniechen, Näschen, Öhrchen“: https://www.youtube.com/watch?v=Oeaq8FA4rCk

potschemutschka
14 Tage zuvor
Antwortet  A.M.

🙂

potschemutschka
14 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

P.S. Übrigens habe ich diese „Übung“ gerade mal versucht – bloß gut, dass keiner mich dabei gesehen hat 🙂 Da muss ich wohl noch ein bißchen üben! Aber „Übung macht den Meister!“ – ab jetzt täglich 5 Minuten!

A.M.
14 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Weil ich ein Filmchen mit einem Lied, tänzelnden Kindern und Felix Neureuther zu affig fand, fand ich die entsprechenden Bemerkungen von Oliver Hardy „Das kann jeder Affe, wenn er es will“ und Stan Laurel „Das kann eben nicht jeder Affe“ richtig erfrischend.

Auch ich habe manche Geschicklichkeitsübung mal kurz oder auch wiederholt geübt, bevor ich sie Kindern gezeigt habe. Auf Superlative und gekünstelte Begeisterung aber wurde selbstverständlich konsequent verzichtet. Als ob Dick und Doof meine Lehrmeister gewesen wären… 😉 Stan hat niemanden aufgefordert, es so zu machen wie er!

Wie kann es nur dazu kommen, dass so viele Erwachsene Kinder zum Mitmachen, ja zu einem gefälligen Mitläufertum animieren? Kinder tun dann, was angesagt wurde… Grimassen schneiden, sich schütteln, mit dem Po wackeln oder ein fremdes Kind massieren…
Grundschüler zeigen nach dem Programm vor einer Kamera das Victory-V, strecken beide Daumen hoch oder werfen ihre Arme „gemeinsam“ in Jubelpose hoch.

Schade um die Zeit, die Kinder dadurch nicht mit selbst gewählten Spielen verbringen können!

Einhorn68
14 Tage zuvor
Antwortet  A.M.

Danke für die Links. Es ist schlimmer, als ich dachte.

A.M.
14 Tage zuvor
Antwortet  Einhorn68

Es gibt aber noch Schlimmeres. Als Springerin habe ich mir in vielen Kitas die pädagogische F(l)achliterartur angesehen und manches war wirklich kabarettreif.

Wenn ich in Kitas mal ein urkomisches, groteskes Animationsbuch verkehrt herum ins Regal gestellt habe, fand ich es manches Mal Monate später dort noch so vor, wie ich es hingestellt hatte. Diese Bücher werden bestellt, weil der Etat es vorsieht, aber weil die Fachkräfte auch schon vor fünfzehn Jahren wenig Zeit zum Lesen hatten, fiel manche Peinlichkeit nicht auf. Wobei ich leider auch zugeben muss, dass etliche Erzieherinnen bunt illustrierte Bücher voller Lachmunskinder sehr gemocht haben. Auch wenn es fachlich einiges zu beanstanden gegeben hätte.

potschemutschka
14 Tage zuvor
Antwortet  A.M.

Was wurde eigentlich aus „Die Häschenschule“ in der Neufassung von Anke Engelke? Da habe ich nichts mehr gehört. Steht die jetzt in den Kitas und das Original ist im Giftschrank?

A.M.
14 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das 1924 erstmalig erschienene Buch habe ich noch nie in einem Kindergarten gesehen. Und solange die erheblich vom Original abweichende Fassung von Anke Engelke (von der ich nur eine kurze Textprobe kenne) nicht auf Empfehlungslisten landet oder durch Mund-zu-Mund-Propaganda empfohlen wird, wird das Buch von Kitas vermutlich nicht gehäuft bestellt werden. Dass es umstritten ist, könnte viele ErzieherInnen eher von einer Bestellung abhalten. Zum Osterfest gibt es sowieso ein reiches Angebot an Bilderbuchgeschichten, darunter einige bewährte „neue Klassiker“.

Aber manche Kinder kennen die „gruselige“ Häschenschule, weil ihre Eltern oder Großeltern sie ihnen vorgelesen haben. Wegen der Spannungselemente – Bedrohung und erfolgreiches Weglaufen nach Hause – spricht das Buch auch nach 100 Jahren immer noch Kinder an. Und inwieweit Überarbeitungen des alten Stoffs besser ankommen als das Original, bleibt abzuwarten. Als Janosch auf seine Art Grimms Märchen erzählt hat, hat er Kindern damit durchaus Freude gemacht. Auch denen, die ansonsten wenig Wert auf Märchen gelegt haben. Es gibt es einige gelungene Adaptionen.

potschemutschka
14 Tage zuvor
Antwortet  A.M.

Danke, für die interessante Antwort.