Schüler stirbt auf Abschlussfahrt in die Toskana – Eltern werfen Lehrkräften Verletzung der Aufsichtspflicht vor

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BREMEN. Eine Klasse fährt auf Abschlussfahrt nach Italien, plötzlich stirbt einer der Schüler. Der Fall wirft Fragen auf. Die Familie des Verstorbenen wirft den begleitenden Lehrkräften eine Verletzung der Auzfsichtspflicht vor.

Beim Ausflug nach Pisa kollabierte der Schüler. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Ein 16 Jahre alter Schüler aus Bremen ist auf Abschlussfahrt in der Toskana plötzlich gestorben. Warum der Jugendliche ums Leben kam und ob die Lehrkräfte ihrer Verantwortung gerecht wurden, soll nun überprüft werden. «Der Vorfall wird derzeit untersucht», bestätigte ein Sprecher des Bremer Bildungsressorts einen Bericht des «Weser-Kuriers». Weitere Angaben machte er mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht. Der Leichnam wird in Italien obduziert.

Der Jugendliche besuchte den zehnten Jahrgang einer Förderklasse einer Bremer Oberschule. Nach dem Bericht des «Weser-Kuriers» wurde er wegen einer Wahrnehmungsstörung mit einem Behinderungsgrad von 80 Prozent im Unterricht von einer Schulassistenz begleitet. Trotz Halsschmerzen habe er unbedingt auf Abschlussfahrt nach Torre del Lago in der Provinz Lucca fahren wollen. Dort habe sich sein Zustand verschlechtert.

Die Familie wirft den Lehrkräften in dem Bericht vor, nicht rechtzeitig einen Arzt kontaktiert und den Jungen mit seinen Beschwerden allein in der Unterkunft gelassen zu haben. Am nächsten Tag hätten sie telefonisch von dem Tod des 16-Jährigen erfahren.

Der Vater des Jungen und dessen Lebensgefährtin berichten laut Kreiszeitung.de, dass sie während der 23-stündigen Anreise aus Sorge engen Telefonkontakt mit dem Sohn gehabt hatten. Auch nach der Ankunft in der Toskana hatte sich der Zustand des Jungen nicht verbessert, erzählen sie. Die jüngere Schwester berichtet, dass sie am Tag nach der Ankunft einen Videochat mit ihrem Bruder geführt hatte und sein Gesicht „knallrot“ gewesen sei. Auch da hatte er wieder über Hals- und Kopfschmerzen geklagt.

Am dritten Tag der Reise, ein Mittwoch, besichtigte die Klasse die Stadt Pisa. Währenddessen verschlechterte sich der Zustand des Schülers so drastisch, dass die Lehrerin den Ausflug abbrach. Als sie die Familie darüber informierte, baten diese sie, mit dem Sohn zum Arzt oder in eine Apotheke zu gehen. Dies sei jedoch nicht passiert.

Stattdessen sei der Junge in den Bungalow geschickt worden, den er während der Reise mit drei Mitschülern und einer Lehrerin bewohnt hatte, um sich auszuruhen – allerdings offenbar ohne Aufsicht. Wegen einer Wahrnehmungsstörung und eines Behinderungsgrads von 80 Prozent sei er sonst täglich von einer Schulassistenz im Unterricht begleitet worden.

Am Abend führt der Teenager einen weiteren Videochat mit seiner Schwester. „Seine Augen waren fast zu, total geschwollen“, sagt sie dem Bericht zufolge. Seinem Vater habe er gegen 20 Uhr noch Fotos geschickt. Das sei die letzte Nachricht von ihm gewesen. Am nächsten Morgen dann der Anruf einer Lehrerin bei der Familie in Bremen: Der 16-Jährige sei in der Nacht verstorben.

Der Fall des gestorbenen Schülers habe tiefe Betroffenheit bei der Bildungssenatorin und in der Behörde ausgelöst, betonte der Sprecher des Bildungsressorts. «Die Familie wurde in dieser schweren Phase durch die Schule begleitet. Es hat einen regelmäßigen Austausch darüber gegeben, welche Unterstützung die Familie in dieser schweren Zeit bekommen kann.» Die Familie allerdings bestreitet das: Weder habe sie jemand besucht, noch ihr persönlich ihr Beileid ausgedrückt. Sie denkt laut Bericht darüber nach, rechtliche Schritte gegen die Schule wegen Verletzung der Aufsichtspflicht einzuleiten. News4teachers / mit Material der dpa

Prozess um Tod der diabeteskranken Schülerin Emily auf Studienfahrt: Lehrerinnen wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

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Ale
19 Tage zuvor

Sorry, warum schickt man einen Schüler mit Halsschmerzen auf Abschlussfahrt? Das kann von harmlosen Infekt, über eine gefährlicheren viralen Infekt (zB Corona kann zum Tode führen) bis hin zu lebensgefährlichen Situationen führen. Kollegen mwd sollen sich dann – obwohl sowieso viel zu wenig für die Anzahl der Schüler – vor Ort drum kümmern.
Und dann ist man wieder im Ausland, anderes Sozialsystem, Sprachbarriere. So wird in Italien die EU Krankenversicherungskarte zwar anerkannt, aber man muss erst einmal den passenden Arzt finden. Und ins Krankenhaus ist oft auch leichter gesagt als getan, weil man zurück geschickt wird.
Die Kollegen will ich aber auch nicht aller Schuld freisprechen: wieso bleibt ein Jugendlicher der dazu krank ist, allein im Hotel?
Mein Tip an alle Kollegen, die im Ausland auf Klassenfahrt sind: nehmt ein Smartphone mit Videocam und eine große Datenflat mit. Bei diversen Onlineportalen kann man auf Kosten der deutschen KV eine Ersteinschätzung abholen, vom Zimmer aus.

Konfutse
19 Tage zuvor
Antwortet  Ale

Ich gehe genau aus diesen Gründen gar nicht mehr ins Ausland. Ich bleibe in Deutschland mit meinen SuS. Da kann ich im Notfall ein Taxi rufen, zum Arzt gehen und verstehen, was der diagnostiziert und ich muss kein Geld für den Doktor vorstrecken.

Monika, BY
19 Tage zuvor
Antwortet  Ale

Sorry, aber es läuft immer alles gut bei kerngesunden Kindern und bei einem problemlosen Fahrt. Sobald ein Problem auftritt, keiner will mehr davon wissen.

Ale
18 Tage zuvor
Antwortet  Monika, BY

Na ja, es kann immer etwas passieren. Ein bakterielle Infektion der Atemwege kann eben einen bakterielle Sepsis hervorrufen und tödlich enden. Drum bekommt man bei solchen Verläufen auch Antibiotika und Bettruhe. Das haben wir aber seit Corona irgendwie verlernt, siehe Beispiel Scharlach. Früher Antibiose Pflicht + 24-48h Betretungsverbot, heut fiebernd ohne Antibiose im Zimmer oder in der Betreuung.
Es geht nur um Risikominimierung, und hier zuvor zum Hausarzt, wenn bakteriell dann entweder direkt Antibiose oder für den Notfall deutsche Medikamente mit genauer Anweisung wie zu verabreichen dabei.

Monika, BY
19 Tage zuvor
Antwortet  Ale

„(zB Corona kann zum Tode führen) “

Wirklich? Sagen Sie das dem Ministerium und dem Jungendamt, die zwei Jahren einer Familien mit Risikofall im Mitte der Pandemie droht die Kinder in de Schule zu schicken zu müssen.

So ein Zirkus, das alles.

Niewiederaufklassenfahrt
18 Tage zuvor
Antwortet  Ale

Datenflat natürlich wieder auf eigene Kosten… und das private Smartphone natürlich sowieso

Ale
18 Tage zuvor

Widerspreche ich inhaltlich überhaupt nicht. Aber dann hat man Sicherheit: ein in deutschland zugelassener Arzt mit einem System ohne Vorkasse. Problematisch wird es dann, wenn dieser sagt: auf zum abulanten Arzt, dann geht es erst mit der Vorkasse los.
Alternativ verpflichtend eine private Krankenversicherung fürs Ausland, die „alles“ abdeckt. Aber soweit werden die Dienstherren/damen nicht denken wollen, kostet ja Geld.

Biene
19 Tage zuvor

Mich interessiert an der ganzen Sache, WARUM haben die ERZIEHUNGSBERECHTIGEN ihren Sohn mit auf die Abschlussfahrt gelassen. Sollte ich urteilen müssen, gebe ich ihnen 50% Haftung.
Ein derartig erkranktes Kind schicke ich nicht auf Klassenfahrt, ganz gleich wie sehr es bittet und bettelt. Verzeihung ein deutliches NEIN von den Erziehungsberechtigten wäre an dieser Stelle sinnvoll gewesen.
Nun ist das Kind im Brunnen und man sucht die volle Schuld an anderer Stelle, um seine eigenes Gewissen zu beruhigen.
Ein Grund mehr, dass ich nicht auf Klassenfahrten gehe.
Es verwundert nicht, dass immer mehr Lehrkräfte es vermeiden auf solche Fahrten zu gehen. Die Gefahr ein Teil der Presselandschaft zu werden ist riesig.

Monika, BY
19 Tage zuvor
Antwortet  Biene

Ich graue mich vor irgendwelcher Fahrt – keiner passt auf diese Kinder wirklich. Es sind schließlich nicht ihre Kinder. Sorry.

Und ich beurteile nicht, ich würde nur diese Fähren nicht mehr als Pflicht machen bzw. als Pflicht verbieten. Dieser Pflicht, immer Pflicht. Schreklich.

Besser das Geld (ca. 1000 eu x tausende von Schüler) auf einer Stiftung zu überweisen, wer es kann, und nicht sich für die Fahrt noch Sozialhilfe holen müssen. Erbärmlich.

Vielleicht dann erziehen wir eine mehr emphatielose und egoistische junge Menschen.

Ulrika
18 Tage zuvor
Antwortet  Monika, BY

Für wen bitte sind denn die Fahrten Pflicht? Wenn Kinder nicht mitfahren- was immer öfter vorkommt, denn Klassen- und Studienfahrten sind ja anstrengend, man muss sich mal ein- und unterordnen, kann nicht immer nur nach hedonistischem Lustprinzip agieren- gehen sie in den Unterricht.
Und als Lehrkraft muss man sich auch nicht dienstverpflichten lassen. Da gibt es Gründe und Möglichkeiten.

Mika
18 Tage zuvor
Antwortet  Ulrika

„ Und als Lehrkraft muss man sich auch nicht dienstverpflichten lassen. “
Das hängt vom Bundesland ab. In BB gehört es zu den Dienstpflichten.

Ulrika
18 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Dann gibt’s- falls keine der unbelehrbaren Klassenfahrtsfans im Kollegium übernehmen- den Weg zum Arzt oder der Ärztin. Vor Jahrzehnten hat ein Kollege, dem Eltern nach einer Fahrt auch so an die Karre fahren wollten, stets voeher Panikattacken usw. bekommen… Er ist bis zur Pensionierung nicht mehr gefahren.

dauerlüfterin
18 Tage zuvor
Antwortet  Mika

In Hessen auch.

Riesenzwerg
17 Tage zuvor
Antwortet  Mika

In SH auch.

anka
18 Tage zuvor
Antwortet  Biene

Schnell geurteilt.
Aber auch richtig?

Metalman
19 Tage zuvor

Warum schicken die Eltern ihren Sohn mit „Wahrnehmungsstörung“ auf Klassenfahrt und das ohne seine gewohnte Betreuung?

Warum macht die Schule das? Warum wurde nicht sichergestellt, dass diese Aufsicht mit an Bord war?

„So gerne“ mitfahren wollen sollte generell nie das entscheidende Kriterium sein. Auch wenn zum Glück selten etwas so schlimmes passiert, wie oft steckt sich gerne mal die halbe Klasse an. Wer kennt nicht die Magen/Darm Ausbrüche auf Klassenfahrten weil sich irgendeiner noch halb krank mitgeschleppt hatte.

Was genau hier so fürchterlich schief gelaufen ist, wird sich erst noch klären müssen.

Heuwägelchen
18 Tage zuvor
Antwortet  Metalman

Ich habe mir auch sofort die Frage nach der Schulassistenz gestellt.

Hoher Behinderungsgrad (80%!) und Wahrnehmungsstörungen (ich möchte nicht taktlos erscheinen, aber können die Halsschmerzen als einziges Symptom gemerkt wirden sein, obwohl es noch andere – nicht wahrgenommene – gab?) des Schülers und dann ohne Begleitung!?

Wer entscheidet denn so was?

Schultag klappt nicht, aber alles paletti bei 24/5(?) auf Klassenfahrt im Ausland?

Macht mich fassungslos.

Spirale
19 Tage zuvor

Das learning daraus muss sein, dass offenbar Kranke und gleichzeitig minderjährige Schüler nicht mitgenommen werden. Die Behinderung des Schülers war hier sicherlich nicht hilfreich.

Ansonsten frage ich mich, warum die Assistenz nicht mitgefahren ist bzw. dazu offenbar nicht die Pflicht bestand.

Ich für meinen Teil mache keine Auslandsfahren mit Schülern mehr. Zu egoistisch ist mir die Elternschaft geworden, welche Krankheiten, Unverträglichkeiten und Co. verschweigt. Und dann finde mal im Ausland schnell Hilfe. Einzige Ausnahme ist hier noch Österreich, aber das ist aufgrund der Kosten in der Regel eh außen vor.

Der Junge tut mir leid.

Ale
18 Tage zuvor
Antwortet  Spirale

Bzgl. der Assistenz: da dürfte die Kostenübernahme durch den Dienstherren das Problem sein, so wie die 24h Aufsichtspflicht. Faktisch zahel ich immer noch einen Teil der Reisekosten selbst, weil sonst die Fahrten nicht möglich wären.

Mariechen
18 Tage zuvor
Antwortet  Ale

Dann fährt man halt nicht.Punkt!

Mariechen
18 Tage zuvor
Antwortet  Spirale

Krankheiten verschweigen… erinnert mich stark an den Fall der Schülerin, die auf Klassenfahrt in England gestorben ist. Der Vater verklagt die Lehrerinnen und informiert nicht mal die Schule über ein derart gefährliches Gesundheitsproblem. Wenn man es weiß? Genau informieren und zur Not weigern! Wenn, dann nur mit einer 1:1 Betreuung für das kranke Kind. Viele (vor allem junge Lehrer) gehen solche Risiken ein und können sich gar nicht ausmalen, was eine Vorerkrankung bedeutet.

Egvina
19 Tage zuvor

Wegen einer Wahrnehmungsstörung und einem GdB von 80 ist er im Unterricht von einer Schulassistenz begleitet worden und auf der Klassenfahrt nicht?

Ulrika
19 Tage zuvor

Wie die Vorredenden schrieben, gehört ein erkranktes Kind- noch dazu geistig eingeschränkt- nicht auf Klassenfahrt. Ob es will oder nicht, als Eltern entscheide ich das und lasse mein Kind nicht krank 23 Stunden Bus fahren. Wenn sich die (Video-) Kommunikation tatsächlich so abgespielt hat, hätte ich mein Kind- mit knallrotem Kopf nach Anreise und Ausflugabbruch abgeholt bzw. wäre hingeflogen.
Aber klar, die Lehrkräfte sollen haften.
Klassenfahrt- schon lange ohne mich!

Ale
18 Tage zuvor
Antwortet  Ulrika

Na ja, man hätte sich auch aus Deutschland um einen Arzt kümmern können, der in die Herberge geht.

Ulrika
18 Tage zuvor
Antwortet  Ale

Natürlich hätte man. Wir bzw. ich hätte(n) bei unserem Kind nicht!

Konfutse
18 Tage zuvor
Antwortet  Ulrika

Ich frage mich die ganze Zeit, ob die LuL genauso engmaschig über den Krankenstand des Schülers von den Eltern während der Busfahrt und der Reise informiert wurden. Oder ob die LuL überhaupt darüber informiert wurden, dass das Kind krank ist und trotzdem die Reise antritt. Wenn die Konversation erst dann stattfand, als das Kind so krank war, dass es schon zu spät für eine Reaktion der LuL war, ist sehr schade für alle Betroffenen.

Johann Friedrich H.
18 Tage zuvor

Es ist unmöglich, denn Fall aus der Ferne zu beurteilen, der für alle Beteiligten nur großes Leid brachte. Ich bitte daher meine Frage nicht als pietätlos zu betrachten:

Klassenfahrten sind oft die Highlights eines Schullebens, sie machen aber davor, während und danach sehr viel Zusatzarbeit. Warum führen Kolleginnen und Kollegen (ich auch) diese immer noch durch, obwohl es keine Sekunde Überstundenausgleich und keinen Cent mehr Lohn gibt?

Auch hier wird wieder unser Idealismus ausgenützt.

Lanayah
18 Tage zuvor

Nicht nur Idealismus, es gibt auch massiven moralischen Druck. Ich bin wegen Corona nicht gefahren, die Parrallelkollegin doch. Da hatte ich ziemliche Diskussionen auf dem Elternabend.

PaPo
18 Tage zuvor
Antwortet  Lanayah

Es gibt Dinge, die diskutiere ich nicht und für die muss ich mich auch nicht rechtfertigen. Die Devise lautet: Klare Grenzen ziehen.

Ulrika
18 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Tatsächlich, gibt es die? Das Leben ist doch schön.

PaPo
17 Tage zuvor
Antwortet  Ulrika

Für Sie nicht?

Lanayah
18 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Habe ich gemacht, genervt hat es trotzdem.

Enjoy your chicken Ted
18 Tage zuvor

Leuchtende Kinderaugen..

Biene
16 Tage zuvor

Klassenfahrten als Highlights zu betrachten, finde ich zweifelhaft. Je nach dem welche Person aus der Schülerschaft Sie befragen, kann die Antwort auch ganz anders ausfallen.

Johann Friedrich H.
18 Tage zuvor

…, den Fall…

Jacky
18 Tage zuvor

Bei uns fährt die Schulassistenz, wenn möglich, mit auf Klassenfahrt. Ansonsten würde ich ein Kind, was auf ständige Unterstützung angewiesen ist, nicht mit zur Klassenfahrt nehmen.
Wenn das Verhalten der Lehrkräfte so stimmt, sehe ich aber auch ein Versäumnis darin, keinen Arzt aufgesucht zu haben.

Maggie
18 Tage zuvor
Antwortet  Jacky

Das ist garnicht so einfach, da man, dank Inklusion, niemanden wegen einer Beeinträchtigung benachteiligen darf. Da gibt es schnell Ärger mit dem Schulamt, aber besser Rahmenbedingungen schaffen die nicht.

Heuwägelchen
18 Tage zuvor
Antwortet  Maggie

Ja, das Schulamt, seufz. Ohne viel Ahnung von der Realität.

Eine Kollegin von mir – Hut ab! – hat damit gedroht, dass sie sich am Abreisetag sofort zum Arzt begibt und krankschreiben lässt, wenn ein bestimmtes Schüly am Bus erscheint….

SL begriff (endlich!) den Ernst der Lage und das Schüly ging (nicht) in den Unterricht.

Es hätte die komplette Klassenfahrt zerstört – und zwar mit Ansage.

Ja, der Fall liegt anders, dennoch … lässt sich was draus lernen.

ginny92
18 Tage zuvor
Antwortet  Heuwägelchen

Und sowas macht mich wahnsinnig wütend. Jeder hat doch das Recht auf eine Sichere Teilnahme an sowas. Warum darf ein einzelner sowas kaputt machen.

Konfutse
18 Tage zuvor
Antwortet  Maggie

Dann soll halt ein Vertreter des Schulamtes mitfahren. Oder das ganze Schulamt, damit die mal Einblick erhalten, wie eine Klassenfahrt so funktioniert.
Bei einer Grundschulkollegin war es in diesem SJ so, dass sie von der Rektorin „gezwungen“ wurde, ein völlig verzogenes, ständig regelbrechendes Kind (übrigens mein Nachbarskind, KATASTROPHE!) mitzunehmen, weil die Mutter sich beim RP beschwert hatte, dass die Lehrerin das Kind nicht mitnehmen wollte. Die Kollegin ist eingeknickt. Leider.
Da muss dann eben die Chefetage mit und die Verantwortung übernehmen. Ansonsten würde ich die Klassenabfahrt absagen. Mit allen Konsequenzen.
Solange ich verantwortlich bin, 24/5 ohne Überstundenausgleich den Kopf hinhalte, kein Konto gestellt bekomme und manchmal auch auf einem Teil der Reisekosten sitzenbleibe, solange ich Reiseunternehmen und -organisator mimen muss, können die von mir wollen, was sie wollen.
Bin nicht der Sklave!

mississippi
18 Tage zuvor
Antwortet  Jacky

Die Schulbegleitung darf sowieso maximal 10 Stunden am Tag arbeiten, hatte diesen Fall. Dann hat sie Feierabend, denn laut Lebenshilfe müsse sie sich erholen. Und die Lehrkräfte?

Heuwägelchen
18 Tage zuvor
Antwortet  mississippi

Und die Lehrkräfte?

…. arbeiten 24/7.

Da muss sich dringend was ändern.

So schlimm und tragisch (auch) dieser Fall ist – vielleicht ein Anlass zur Veränderung?!

Ulrika
18 Tage zuvor
Antwortet  Heuwägelchen

…und vor allem haften sie 24/7.

Riesenzwerg
17 Tage zuvor
Antwortet  Ulrika

Mit deutlich zu wenig Schlaf….

Ragnar Danneskjoeld
18 Tage zuvor
Antwortet  mississippi

Die sind die Deppen vom Dienst.

Classroommanager1978
18 Tage zuvor

Mein herzliches Beileid an alle, die den verstorbenen Schüler kannten und nun trauern.

Woran ich jetzt sofort denken muss, ist die personell sowieso auf jeder Klassenfahrt katastrophale Personalsituation. Das muss dringend überdacht werden, damit die Kapazitäten da sind, sich wirklich um die Mitfahrenden zu kümmern, auch wenn jemand krank wird.

Bei uns ist es üblich, dass wir mit zwei Lehrkräften pro Klasse (um die 30 Kinder) fahren.

Wenn ein Kind sich nicht gut fühlt, oder abgeholt werden möchte wegen Heimweh und sich einer der beiden Lehrkräfte dann um dieses Kind kümmert, dann ist der andere sofort mit der gesamten Gruppe alleine. Ich habe mich dann schon mehrfach damit konfrontiert gesehen, dass ich alleine mit der restlichen Lerngruppe zur Nachtwanderung mit dem gebuchten Leuchtturmwärter oder zu anderen gebuchten Aktivitäten musste. Kein schönes Gefühl, mit quasi der gesamten Klasse z.B. nachts im Dunkeln unterwegs zu sein. Aber die anderen Eltern haben ja dafür gezahlt und jetzt wegen eines Schülers absagen? Macht man ja auch nicht…
Aber eine dritte Lehrkraft wird natürlich nicht genehmigt, da sonst „noch mehr Unterricht in der Schule ausfällt“ und „das ja auch immer so funktioniert hat“. Ich finde es unverantwortlich, obwohl ich ein großer Befürworter von Klassenfahrten bin.
Aber ich sage es immer so: Wenn man einen Kindergeburtstag mit mehreren Übernachtung für 30 Kinder anbieten würde, wie viele Erziehungsberechtigte würde man dann für die Reise einplanen? Ich denke, mehr als zwei… Unter den gegebenen Bedingungen und dem erhöhten Begleitungs- und Betreuungsaufwand, den die Kinder heute oftmals mitbringen, muss der Personalschlüssel auf Klassenfahrten geändert werden. Dabei rede ich noch nicht von der dort grundsätzlich zu beobachtenden Missachtung der Arbeitszeitverordnungen, die ich aber in Kauf nehme aufgrund des pädagogischen Nutzens von Klassenfahrten…

Realist
18 Tage zuvor

Unter den gegebenen Bedingungen und dem erhöhten Begleitungs- und Betreuungsaufwand, den die Kinder heute oftmals mitbringen, muss der Personalschlüssel auf Klassenfahrten geändert werden.“

Ja, und zwar dringend. Mindestens eine Begleitperson für 10 Kinder „unter normalen Bedingungen“ ist mittlerweile angemessen und notwendig. Alles andere ist mittlerweile leichtsinnig.

Es gab ja vor einigen Jahren diesen Fall mit der Wandertour, wo sich eine Schülergruppe inkl. Lehrkräften per Hubschrauber retten lassen musste (keine „normalen Bedingungen“):
https://www.news4teachers.de/2022/06/dramatische-rettung-von-mehr-als-100-schuelern-und-lehrern-aus-bergnot/
In diesem Zusammenhang waren in der Presse Berichte zu lesen, dass professionelle Bergführer so eine Tour nur machen würden, wenn auf ca. 8 erwachsene(!) Personen zwei Bergführer kommen. Da sieht man, wie unrealistisch mittlerweile die Erwartungshaltung an Lehrkräfte geworden ist (Erwartung: maximal aufregend und spaßig, da TicToc und Instagramm kompatibel, gleichzeit minimale Kosten und minimale Anzahl an Begleitpersonen, darf ja kein Unterricht ausfallen..)

ginny92
18 Tage zuvor

Ich finde das sich hier auch die Schulleitungen mit stark machen müssen. Eine dritte Lehrkraft ist eigentlich die minimal Besetzung. Dazu müsste es einen klaren Schulterschluss geben so bald eine Lehrkraft aus objektiven Gründen die Mitnahme eines Schülers ablehnt.
Und bevor gemeckert wird ich gönne jedem Kind eine Klassenfahrt, nur nicht auf diese Kosten.

Lisa
18 Tage zuvor

Heutzutage ein Kind mit Grippe Symptomen irgendwo mitzuschicken, ist fahrlässig. Die Tests erkennen die neuen COVID Varianten immer weniger, und Komplikationen sind noch lange nicht gegessen, auch wenn ich mir immer wieder anhören muss “ Höhö, Corona ist doch vorbei“.

Ulrika
18 Tage zuvor
Antwortet  Lisa

Fragen Sie mal in einer Kindertagesstätte, in welchem Zustand Kinder dort abgegeben werden!
Die Kinder müssen betreut werden, in diesem Fall auch der 16-jährige. Eltern wollen nach einer aktuellen Umfrage pro Tag eine Stunde mehr Betreuung für unter 3-jährige. Die Mäuse in der GTS im Hochsommer sind auch zu bedauern. Hauptsache die Kinder sind kompatibel- für was und wen auch immer.

Enjoy your chicken Ted
18 Tage zuvor
Antwortet  Ulrika

Auch in der Kita gilt, wenn das Kind krank ist, muss es abgeholt werden.

Ulrika
18 Tage zuvor

Wie ich sagte- fragen Sie. Theorie! Die Praxis und unverschämte Eltern, die nicht erreichbar sind oder einen langen Arbeitsweg haben, sind etwas anderes.

Heuwägelchen
18 Tage zuvor
Antwortet  Ulrika

Es wird immer schlimmer und früher – das Abschieben der eigenen Kinder aus ??? Gründen.

Wozu Kids, wenn …. ?

Biene
12 Tage zuvor
Antwortet  Lisa

Husten ist kein Grund, dass das Kind zu Hause bleibt! – So eine Aussage gibt es auch heute noch. Die sehe ich kritisch, vor allem da momentan wieder sehr viele Atemwegserkrankungen unterwegs sind. Es gibt SuS, die sind seit mehreren Wochen krankgeschrieben wegen einer Erkrankung der Atemwege.

Heuwägelchen
18 Tage zuvor

Was mich hierbei irritiert ist die Tatsache, dass die Schulassistenz nicht mit auf der Klassenfahrt war!

Unsere fahren immer mit!

Lanayah
18 Tage zuvor

Mich lässt dieses tragische Ereignis an den Fall mit dem an Diabetes erkrankten Mädchen und der Englandfahrt denken. Nur hätte in diesem Fall ja nicht mal eine schriftliche Vorabfrage was gebracht. Der Jugendliche war so krank, dass die besorgten Eltern bereits auf der Hinfahrt Dauerkontakt gehalten haben. Wussten die Lehrkräfte das? Ich habe auch schon mit Antiobiotika und Fiebersaft gedopte Kinder auf Klassenfahrt mitbekommen, was erst vor Ort im Gespräch mit den Kindern rauskam. Ich bin aber da schon nur noch wohnortnah gefahren und habe sie dann abholen lassen.

Heuwägelchen
18 Tage zuvor
Antwortet  Lanayah

Das ist so unverantwortlich!

Müsste man nicht da eine Meldung an das Jugendamt machen?

Micky
16 Tage zuvor
Antwortet  Lanayah

Es scheint mir auch wahrscheinlich, dass der Junge nicht erst kurz vor der Klassenfahrt erkrankt ist, sondern morgens mit Medikamenten für die Abfahrt gezielt unauffällig gemacht wurde, die Eltern und die Schwester aber sehr wohl wussten, dass er richtig krank ist. Natürlich wollte das Kind gerne mitfahren. Verständlich wäre aber auch, wenn die Eltern sich auf eine Woche ohne die Betreuung ihres behindeten Jugendlichen gefreut hätten und etwas Ruhe dringend nötig gehabt hätten. Den Lehrerinnen, die von etwas Halskratzen oder auch etwas mimimi nach der langen Fahrt ausgehen mussten, nun die Verantwortung für die Fehlentscheidung der Eltern zuzuschieben, statt sich von den eigenen Schuldgefühlen überwältigen zu lassen, mag menschlich sein. Sollten aber auch diese Lehrerinnen angeklagt und verurteilt werden, bräuchte man sich wirklich nicht zu wundern, wenn Lehrer sich auf Klassenfahrten nicht mehr einlassen würden. Nein, man kann nicht wegen jedem Halskratzen den Notarzt rufen. Allerspätestens da hätte Ehrlichkeit in der Kommunikation Not getan.

AvL
18 Tage zuvor

Ein erkranktes Kind schickt man als Eltern nicht mit auf eine Klassenfahrt !

mississippi
18 Tage zuvor
Antwortet  AvL

Bin mir auch nicht sicher, ob die Lehrkräfte vor der Fahrt über die Krankheit informiert wurden. Unsere Eltern müssen vorher unterschreiben, dass sie kranke Kinder abholen. Wäre für die Eltern eine lange Fahrt geworden in diesem Fall. Ich frage mich allerdings, warum die Lehrkräfte nicht mit dem Jugendlichen ins Krankenhaus gingen, bzw. einen Arzt herbestellt haben. Sicher hätte man in der Unterkunft dahingehend helfen können.

Heuwägelchen
18 Tage zuvor
Antwortet  mississippi

Bungalow – außer Schülern und einer Lehrkraft (spricht die Italienisch?) war wohl niemand weiteres da.

Youth Hostels scheinen out zu sein.

AvL
18 Tage zuvor
Antwortet  mississippi

Wahrscheinlich wurden die Lehrer gar nicht über
den schlechten Zustand informiert, und es war
den Eltern gar nicht bewusst, dass die Tonsillitis
einem septischen Krankheitsverlauf nehmen kann.

Ohne eine antibiotische Behandlung unter einer
mehrstündigen Fahrt hat sich die Krankheit rasant
weiterentwickelt.
Hinzu kommen noch die warmen klimatischen Bedingungen.

Biene
16 Tage zuvor
Antwortet  mississippi

Unterschreiben ist gut, aber auch dann ist nicht sichergestellt, dass die Eltern nicht doch etwas verschwiegen haben.

Maggie
18 Tage zuvor

Zukünftig kommt bei mir der Passus in den zu unterschreibenden Teil, das kranke Kinder auf eigene Kosten abgeholt werden müssen, da weder eine adäquate Versorgung des kranken Kindes, wegen den Betreuungsschlüssels, noch es zumutbar ist, dass Lehrkräfte fachfremd eine Krankenbetreuung darstellen.

mississippi
18 Tage zuvor
Antwortet  Maggie

Sowieso.

Lanayah
18 Tage zuvor
Antwortet  Maggie

Bei mir kommt künftig dazu, dass die Eltern ein krankes Kind nicht mitschicken.

Realist
18 Tage zuvor
Antwortet  Maggie

Um sicher zu gehen, müsste man sich sogar AM TAG DER ABFAHRT die Gesundheit des Kindes schriftlich bestätigen lassen, und zwar von den PERSONENSORGEBERECHTIGTEN, die ja nicht immer die Erziehungsberechtigten sind!

Dazu muss man wohl zwingend in die die Einverständniserklärung zur Teilnahme an der Klassenfahrt aufnehmen, dass die begleitenden Lehrkräfte am Tag der Abfahrt das nicht-anfechtbare Recht haben, Kinder bei Anzeihen von Krankheit nicht auf die Fahrt mitzunehmen und dass die Erziehungsberechtigten in diesem Fall keine Kostenerstattung verlangen können bzw. eine Reiserücktrittsversicherung bei Krankheit zwingend abzuschließen ist.

447
18 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Klingt realistisch. Gute Anmerkungen.

Ale
16 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Wo ist die Auslandreiseversicherung mit ambulanter Behandlung, Rückfuhr wenn möglich und Dolmetscher? Die finde ich noch wichtiger.