
Das schleswig-holsteinische Bildungsministerium sucht Wege, die Anwesenheitsquote von Kindern und Jugendlichen in den Schulen zu verbessern. Fast jeder zweite Neuntklässler in Schleswig-Holstein fehlte im vergangenen Schuljahr einer Studie zufolge an mindestens elf Schultagen. Bei 23 Prozent der Schülerinnen und Schüler ergaben sich nach Angaben des Bildungsministeriums Fehlzeiten von 11 bis 20 Tagen, bei 17 Prozent gravierende Fehlzeiten von 21 bis 40 Tagen. 8 Prozent der Kinder versäumten sogar mehr als 40 Tage, was das Ministerium als massiv einstuft.
In den Zahlen sind sowohl die entschuldigten Fehlzeiten – etwa bei Krankheit – als auch unentschuldigte Abwesenheiten enthalten. Sieben Prozent der Kinder erreichten demnach den ersten allgemeinbildenden Schulabschluss nicht. Bei ihnen habe es zumeist massive oder gravierende Fehlzeiten gegeben. Ausgewertet wurden hierfür Daten für 16.222 Kinder an 186 Gemeinschaftsschulen und Gymnasien mit Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein, wie das Bildungsministerium mitteilte.
Über die gesamte Schülerschaft hinweg lasse sich ein Schwerpunkt des Problems in den Klassenstufen neun und elf erkennen. In den unteren Klassen sei das Problem des Absentismus geringer. Professor Heinrich Ricking von der an der Studie beteiligten Universität Leipzig sagte aber, Aversionen gegen die Schule entwickelten sich zum Teil bereits in der zweiten Klasse.
Land fördert Studie finanziell
Die Zahlen sind ein Ergebnis eines Forschungsprojekts zum Schulbesuch und Schulabbruch in Schleswig-Holstein, für das Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) und Wissenschaftler jetzt erste Zwischenergebnisse vorstellten. Das Land unterstützt die bundesweit einmalige Studie mit rund 691.000 Euro.
Die Studie, an der auch die Europauniversität Flensburg beteiligt ist, erforscht die Ursachen von Schulabwesenheit und soll eine Grundlage dafür liefern, das bestehende Unterstützungsangebot für Schulen weiterentwickeln zu können. Befragt wurden 5.500 Schülerinnen und Schüler sowie 513 Lehrkräfte an 54 Schulen. Vertreten sind unter anderem Grundschulen, Gemeinschaftsschulen mit und ohne Oberstufe, Gymnasien und Förderzentren verteilt über das ganze Land.
Die Zwischenergebnisse bestätigen nach Angaben des Bildungsministeriums die zentralen Leitlinien des Landeskonzepts. Dabei geht es darum, das Problem früh zu erkennen, die Kinder individuell zu unterstützen, klare Abläufe einzuhalten und Schulen mit Beratung und Vernetzung wirksam zu begleiten.
Studie läuft noch bis 2027
Schulabsentismus ist nach Stenkes Angaben ein bundesweites Phänomen. Das Forschungsprojekt schaffe erstmals eine datenbasierte Grundlage, um die Strukturen für eine noch wirksamere Unterstützung der betroffenen Schülerinnen und Schüler sowie der Schulen weiterzuentwickeln.
Insgesamt müssen nach Stenkes Angaben etwa 7.000 Kinder und Jugendliche im Land genauer betrachtet werden, das sind rund zwei Prozent der Schülerinnen und Schüler. «Wir haben da eine gewisse Dunkelziffer drin und wir haben natürlich einen Problemkreis, der noch etwas größer ist, nämlich die Schülerinnen und Schüler, die tatsächlich nicht die Mindeststandards erreichen.» Dabei gehe es um 15 bis 20 Prozent der Schüler. «Das ist eine Risikogruppe.»
Stenke: Auf Abwesenheiten müssen Lehrkräfte reagieren
Eine wichtige Erkenntnis ist nach Stenkes Angaben, ab dem ersten Tag zu erfassen: «Schülerinnen und Schüler sind nicht an Bord.» Das sei zunächst technisch, aber dahinter stecke die Notwendigkeit für die Lehrkräfte, Kontakt mit den Eltern aufzunehmen. Das sei wichtig, denn es zeige den Kindern, «ich werde gesehen», betonte die Ministerin. «Es macht einen Unterschied, ob ich komme oder nicht komme. Die Lehrkraft merkt das und sie kümmert sich anschließend um mich.» So werde das wichtige Zugehörigkeitsgefühl gestärkt. «Das ist ein ganz wichtiger Resilienzfaktor.»
Man müsse mit den Lehrerinnen und Lehrern in Schleswig-Holstein jetzt intensiv darüber sprechen, nicht beim Erfassen der Daten stehenzubleiben, sondern mit den Schülern zu reden, mit den Eltern zu sprechen, sagte Stenke.
Als eine wichtige Maßnahme, um Schulabsentismus zu reduzieren, nannte Ricking Gewaltprävention an den Schulen an. Außerdem müsse die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern gestärkt werden. Entscheidend sei auch zu verstehen, dass es oft um Emotionen gehe. «Wir verstehen Kinder zu oft in der Schule als sprechende Gehirne», kritisierte der Professor.
Die SSW-Landtagsabgeordnete Jette Waldinger-Thiering lobte die Initiative des Bildungsministeriums gegen Schulabsentismus, mahnte aber auch an, dass es eines ganz wichtigen Schlüssels bedürfe. «Das Mindset der Landesregierung, dass gute Schulen oberste Priorität haben. Und die Bereitschaft, auch in Zeiten knapper Kassen dafür Mittel bereitzustellen», teilte Waldinger-Thiering mit. Die FDP-Abgeordnete Anne Riecke forderte feste, praxistaugliche Abläufe vom ersten Fehltag bis zur Zusammenarbeit mit Jugendhilfe, Schulpsychologie und Ordnungsbehörden. News4teachers / mit Material der dpa
Wenn immer mehr Schüler in psychische Krisen stürzen – und Lehrkräfte hilflos zusehen müssen









Wenn Richter Straftäter laufen lassen, weil die Kapazitäten zur Bearbeitung der Fälle fehlen, dann hat die Öffentlichkeit Verständnis und fordert “mehr Richterstellen”.
Wenn Jugendämter auf Anfragen und Mitteilungen überhaupt nicht mehr reagieren, dann hat die Öffentlichkeit Verständnis und fordert “mehr Mitarbeiter in den Jugendämter”.
Wenn Lehrer aus Überlastung nicht jedem fehlenden Schüler hintertelefonieren, hinterherdokumentieren und hinterhererziehen können, dann jaulen alle auf: “F… S…”!
Ich würde es auch nicht machen, wenn ich nicht überlastet wäre …. es ist schlichtweg nicht meine Aufgabe, jeden Tag den nicht abgemeldeten Schülern hinterher zu telefonieren. Es ist meine Aufgabe festzustellen und weiterzuleiten.
Problem schnell erkennen – machbar
Intensiv um diese Kinder kümmern – hm…
Wenn die Ressourcen dafür fehlen, sollen dann weitere vom ‘Rest’ abgezogen werden? Zugunsten derer, die, aus welche Gründen auch immer, nicht erscheinen, beim Erscheinen oft den Unterricht aktiv stören, nicht nur desinteressiert herumsitzen? Unterstützung, Beratung und Vernetzung, klingt schön, frisst aber unendlich Zeit, auch noch für jeden Einzelfall neu. Aber hier ist das Zauberwörtchen, um ohne Mehraufwand alles entscheidend zu verbessern: ‘erstmals eine datenbasierte Grundlage’
‘nicht beim Erfassen der Daten stehenzubleiben, sondern mit den Schülern zu reden, mit den Eltern zu sprechen’ – wäre ich in diesem BL, innere Kündigung. ‘…Beziehung zwischen Lehrern und Schülern gestärkt werden’ – sicher, darum auch kein Wort zum Personalschlüssel, einfach mehr tun, diese faulen Säcke. ‘…Zusammenarbeit mit Jugendhilfe, Schulpsychologie und Ordnungsbehörden’ – die alle ebenso unterbesetzt sind.
Eigentlich ganz einfach:
Problem erkennen – sehr gut, der erste Schritt ist mit dieser Forschung getan
Ursachen angehen – hm…
Erstmal DA abwarten.
Dann genau lesen.
Dann weiterschauen.
Man kann auch KI-automatisiert Ordnungswidrigkeitsanzeigen schreiben. Wenn man das mal eingerichtet hat, dann geht das recht einfach, weil man nur die persönlichen Daten und die Fehlzeiten austauschen muss. Anrufen tue ich gar nicht mehr. Da hat man sonst auch immer Nachweisprobleme.
Die meisten Schulen führen ja elektronische Klassen- und Kursbücher: da wäre es soch möglich, über SCHILD eine Schnittstelle ins Ministerium oder in die BR anzulegen, damit die dort die Anwesenheiten nachhalten und bei eigenem Bedarf hinter den Eltern her telefonieren.
Ach nee, zu viel zu tun und der Datenschutz!
Die Idee ist prima.
Ich frage mich ohnehin, was die Leute im BiMi den ganzen Tag so machen……
Eine Stunde mehr die Woche, dürfte doch zum Wohle der Jugendlichen (Anwesenheit scheint zu reichen) locker drin sein….
Das wäre allerdings ein Träumchen. Dann würde da ja mal jemand Verantwortung übernehmen.
Ich gehe davon aus, dass die meisten weiterführenden Schulen Schulsozialarbeiter haben und genau hier würde ich die Aufgabe verorten.
Der Lehrer meldet Absenz, der Schulsozialarbeiter kümmert sich, denn das Problem liegt ja meist nicht beim Lehrer, sondern eher im System Schule oder in der Familie….
Woher sollen die im Bildungsministerium denn sowas wissen?
Welche Schulsozialarbeiter?
Joa, der/die mit der halben Stelle (mehr gibt es bei uns nicht), der/die erst um 09:15 Uhr Dienst hat. Juchuuuu!
Das kann bei uns aufgrund der Größe der Schule der Schulsozialarbeiter gar nicht leisten.
Wenn der Schulsozialarbeiter das aber nicht leisten kann, geht die Verantwortung nicht gleichzeitig auf die Lehrer über.
Oh doch! In Hessen sind die LK verpflichtet zu Beginn der 1. Stunde einem unentschuldigt abwesendem Kind sofort hinterher zu telefonieren, um festzustellen, wo es abgeblieben ist!
Unn nu?
Dann fällt der Unterricht in der 1. Stunde aus.
Echt jetzt? Mit welchem Telefon denn?
Schön wäre es. Es gibt leider noch genug Schulen ohne Schulsozialarbeiter*innen. Und die “Vertrauenslehrer*innen” müssten das ja auch neben dem Job machen….
Da wird man als SuS, Eltern und LuL ganz allein gelassen.
Wenn sich Vertrauenslehrer’innen dafür hergeben, haben die ihren Job nicht verstanden und von der SL instrumentualisieren lassen.
Warum sollte das nicht im Aufgabenbereich von Schulsozialarbeiter liegen? Wenn nicht da wo den sonst?
Vertrauenslehrer und Schulsozialarbeiter sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
Im Gegensatz zu den VL sind die meisten SozPäd an Schulen in NRW Kommunalbeschäftigte. Einige SozPäd in NRW sind Landesbedienstete, weil bei der Stellenzuweisung eine Lehrerstelle in eine SozPäd-Stelle umgewandelt worden ist.
Weil Vertrauenslehrer nicht von der SL eingesetzt, sondern von der Schülerschaft gewählt werden. Die Zahl der Vertrauenslehrer hängt von der Schülerzahl der Schule ab, maximal 3 bei mehr als 1000 SuS, unter 1000 sind es 2.
Ist der bzw. sind die Lehrer nicht Teil des Systems Schule? Ich würde sagen, es liegt schon manchmal an einzelnen Lehrern. Insbesondere wenn man feststellt das der Schüler/ die Schülerin immer an den selben Tagen fehlt!
Na klar die Lehrer. Wer auch sonst! Politiker, die endlich vernünftige Rahmenbedingungen inklusive Konsequenzen bei Nichteinhaltung aufstellen würden, natürlich nicht!
Schulabsentismus hat verschiedene Gründe. Da stecken auch oft Angst bzw. psych. Probleme hinter. https://kinderschutz-online.de/wp-content/uploads/2025/08/Handreichung_Schulabsentismus_2025_web.pdf
Wie würden denn da Ihre Konsequenzen aussehen? Es geht hier nicht nur um faule SuS, die einfach Schwänzen, denen man einfach per Druck auf die Eltern begegnen kann.
Diese Gründe stecken eben nicht „oft“ dahinter, sondern eher selten.
Das liest sich hier nicht so:
“Was weiß man über die Ursachen für das Fernbleiben von der Schule?
Internationale Studien zeigen, dass die Gruppe dieser Schülerinnen und Schüler sehr heterogen ist. Für Deutschland wurde aber nachgewiesen, dass etwa drei Viertel der Schüler, die länger der Schule fernbleiben, psychische Probleme ganz unterschiedlicher Art hat. Von Schulabsentismus hauptsächlich betroffen sind 14- bis 16-Jährige. Darunter gibt es Jugendliche, die Probleme in der Schule haben, die etwa Mobbing oder andere Stressoren erleben, mit denen sie nicht umgehen können. Die zweite große Gruppe sind Schüler mit einer familiären Problematik, also zum Beispiel bei einer Trennung der Eltern. Das betrifft oft jüngere Kinder, die manchmal sogar mit Billigung der Eltern nicht zur Schule gehen. Die dritte Gruppe schwänzt eher aufgrund von aggressiven und dissozialen Verhaltensweisen. Diese Schüler sagen oft: „Die Schule ist mir nicht wichtig. Ich möchte lieber andere Dinge tun“. Auch in diesen Fällen steckt aber oft eine familiäre Komponente dahinter, weil sich die Eltern aufgrund einer eigenen Erkrankung oder sozialen Problemen nicht um sie kümmern können.
Gibt es Einschätzungen zur mengenmäßigen Verteilung dieser verschiedenen Gruppen und Abwesenheitsgründe?
Das einzuschätzen ist schwer möglich, weil es häufig Mischkonstellationen gibt. Man kann aber sagen, dass die psychische Belastung der Kinder und Jugendlichen mit Schulabsentismus sehr groß ist. Viele leiden unter Schulangst, andere haben psychische Belastungen und Erkrankungen, darunter Depressionen, Verhaltensstörungen oder Substanzmissbrauch bis hin zur Suizidalität. ”
https://www.aerztliche-anzeigen.de/leitartikel/wenn-kinder-daheim-bleiben-wollen
“Über die gesamte Schülerschaft hinweg lasse sich ein Schwerpunkt des Problems in den Klassenstufen neun und elf erkennen.”
Ob da dann solche Maßnahmen hilfreich sind?
“Bildungskürzungen in Schleswig-Holstein: Weniger Lehrkräfte für mehr Schüler*innen”
“Weniger Unterricht an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen in SH”
Wobei rein rechnerisch durch Absenzen bei weniger Unterricht natürlich auch weniger versäumt wird.
Wenn Schüler fehlen, müssen sie ja irgendwo sein. In Luft haben sie sich bestimmt nicht aufgelöst.
Ach was. Und was sollen die Schulen dann tun? Einen Suchtrupp losschicken?
Ich glaube, dass S.B. die Eltern in die Verantwortung nehmen möchte. Wenn Schüler nicht in der Schule sind, sind sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Hause. Dann könnten ja auch die Eltern mal auf die Idee kommen, sich Hilfe zu suchen. Allerdings muss man heutzutage ja leider fast schon suizidal sein um einen Platz bei einem Therapeuten oder Psychologen zu bekommen. Davon gibt’s halt auch zu wenige…
Ganz genau. Was soll man als Eltern dann machen? Man wartet auf den Therapieplatz, das Kind klammert sich vor Angst morgens an die Bettdecke und weint und die Schule sitzt einem wegen der Fehlzeiten im Nacken. Läuft!
Genau. Da denkt jemand wenigstens gleich mit und versteht, was ich meine.
So, so – da hat wieder eine Bildungsministerin an unser neues Berufsbild erinnert: die Lehrkraft als allzeit konsequent einsatzbereite pädagogische eierlegende Wollmilchsicherheitsverwaltungssozialdetektivkraft. Fehlzeiten „ab dem ersten Tag konsequent angehen“ – das klingt nach entschlossenem Handeln, ist aber in Wahrheit die elegante Umschreibung für: Wir haben keine Werkzeuge, keine Sanktionierungsmaßnahmen, keine effektiven Strukturen, die wir Lehrkräften an die Hand geben könnten – aber die Lehrkräfte sollen’s irgendwie richten.
Wir sind die berühmten zahnlosen Tiger, die zwar brüllen sollen, aber weder Krallen noch Befugnisse haben. Ein Raubtier, das mit dem Klassenbuch (immerhin digital) wedelt und hofft, dass diese Drohgebärde Eindruck macht.
Unser eigentliches Kerngeschäft – Unterricht, Wissen, Können, Bildung – ist inzwischen nur noch ein Nebenschauplatz.
Wir sollen telefonieren, recherchieren, Ursachen klären, Vertrauen aufbauen, Gespräche führen, Prävention betreiben – kurz: alles außer dem, wofür wir eigentlich mal ausgebildet wurden. Wir sind (äh, sollen sein) Sozialarbeiter, Ordnungsamts-Außenstelle, Privatdetektive und Callcenter in Personalunion. Nur ohne Befugnisse, ohne Zeit und ohne die geringste Möglichkeit, irgendeine Konsequenz anzudrohen, die diesen Namen auch verdient.
Und als Animateure der Lernlandschaften sind wir natürlich immer im Einsatz. Schließlich muss die Show laufen. Wird’s langweilig – dem einen zu fad, dem anderen zu anstrengend – dann hat man eben keinen Bock mehr auf Schule. Bleibt man halt zuhause. Ist ja dann auch unsere Schuld.
Frage: Dürfen wir als pädagogische Hilfssheriffs wenigstens ein Diensthandy bekommen – oder sollen wir weiterhin mit dem Privattelefon nach schulabstinenten Jugendlichen fahnden?
Vielleicht wäre es an der Zeit, dass diejenigen, die solche Forderungen aufstellen, einmal selbst erleben, wie es ist, täglich ohne (bei Schulabsentismus) oder mit dem falschen (im Hinblick auf ernsthafte fachliche Bildung) Werkzeugkasten gesellschaftliche Reparaturen durchführen zu sollen.
Na, klar, weil ja alle schulabsenten SuS einfach nur keinen Bock auf Schule haben. Schön, wenn das Leben so einfach wäre…
Ich schränke ein – nicht alle, aber viele (und stetig steigend) – und verweise auf die erstgenannten Punkte des Sozialarbeiters @Rüdiger Vehrenkamp weiter unten.
Dann fragen wir doch mal Psycholog*innen (also Fachleute für psychische Erkrankungen): «Wir haben den Eindruck, dass psychische Auffälligkeiten in starkem Maße für Schulverweigerung mitverantwortlich sind.» Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2023/10/psychische-erkrankungen-moeglicher-hauptgrund-fuer-schulverweigerung-bei-kindern-und-jugendlichen/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Oder hier https://www.aerztliche-anzeigen.de/leitartikel/wenn-kinder-daheim-bleiben-wollen
„Wir haben den Eindruck…“
Ich habe einen anderen und bleibe dabei, dass die wirklich psychisch auffälligen Schulabstinenzler eine Minderheit darstellen.
Sie sind auch Psychologe? Herzliche Grüße Die Redaktion
Nein, aber wir sind mit einigen in Kontakt.
Und die haben Zeit, ihre Fälle zu diagnostizieren, um solche Aussagen treffen zu können? Wow. Wir kennen Jugendämter, die Schwierigkeiten haben, selbst offensichtlich suizidgefährdete Schülerinnen und Schüler in Psychiatrien unterzubringen – weil dort geeignetes Fachpersonal fehlt, um die hohe Zahl psychisch erkrankter Kinder und Jugendlicher versorgen zu können. Wartezeit für Diagnosetermine: mehrere Monate.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Eben, für diese Kinder braucht es die Zeit und die Plätze. Der Standard-Schulabstinenzler fällt hier nicht darunter, da ist die Ursache sehr oft “einfacher”, auch wenn sie das in Abrede stellen möchten. Natürlich, wenn wir die Nachts-am-Handy-Sitzer, Ausschlafliebhaber und Kein-Bock-auf-Schule-Jugendlichen noch psychologisch therapieren wollen, wirds wirklich eng.
Wir wundern uns sehr darüber, wie easypeasy sich die Problemlagen Ihrer Klientel darstellen – ist bei anderen Sozialarbeiter*innen (auch bei denen, die wir gut kennen) definitiv anders. Gerne hier nachlesen: https://www.swr.de/heimat/stuttgart/sozialarbeiter-wolfgang-ueber-erfolge-und-den-umgang-mit-schicksalen-100.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Naja, in dem link der Redaktion wird auch nur geschrieben: “psychische Erkrankungen sind ein möglicher Hauptgrund für Schulabstinenz” – also liegen da auch keine gesicherten Diagnosen vor. Es stehen sich also der Eindruck von R. Vehrenkamp und der, der Psychologen aus Ihrem link beide ungesichert und ohne genaue Diagnosen gegenüber.
Oder sehe ich da was falsch? Beide Aussagen beruhen auf Beobachtungen/ Eindrücken und nicht auf validen Zahlen/ Diagnosen.
Die Vorsitzende des Berufsverbandes der Schulpsychologen Sachsens, die zu einer Fachfrage für ihre Mitglieder spricht
vs.
ein Anonymus, der im Internet von sich sagt, dass er Sozialarbeiter sei.
Kleines Quiz zur Medienkompetenz: Was ist die validere Quelle?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das sagt die Vorsitzende des Berufsverbandes:
«Wir haben den Eindruck, dass psychische Auffälligkeiten in starkem Maße für Schulverweigerung mitverantwortlich sind», sagte die Vorsitzende des Berufsverbandes der Schulpsychologen Sachsens, Sabine Randow. Es gebe allerdings keine Daten, die das zuverlässig belegen.”
Das klingt für mich eher nicht nach einer sehr validen Quelle, eher nach Vermutung. Natürlich gibt es sicher zu viele Schüler mit psychischen Problemen. Aber was nützen Mutmaßungen/Eindrücke von Psychologen ohne gesicherte Daten, ohne Ursachenforschung (warum nehmen psychische Probleme möglicherweise zu), und vor allem, ohne Vorschläge von den Fachleuten für psychische Erkrankungen, wie den betroffenen Schülern in Schule geholfen werden kann!
Meine Güte. Dass hinter Schulabsentismus in der Regel mehr steckt als “der/die ist faul”, ist doch wohl Binse – und zigfach belegt. Gerne hier nachlesen: https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/kinder-jugendpsychiatrie-psychosomatik-und-psychotherapie/ratgeber-archiv/artikel/schulverweigerung-warnsignal-fuer-psychische-probleme/
Zahlen: “Nicht alle Schulabsentisten haben psychische Störungen, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, z.B. Kearney & Albano (2004), N = 143, Schulabsentisten 5 bis 17 Jahre – 67,1 % mindestens eine psychische Störung” Quelle: https://klinik-viersen.lvr.de/media/lvr_klinik_viersen/fachpublikum/fachbeitraege/fachtagung_schulabsentismus/Walter_Skript.pdf
Kultusministerium Hessen: “Schulabsentismus häufig multifaktoriell begründet und meist nur eines von vielen Symptomen in einem komplexen Geflecht von ernstzunehmenden Problemen.” Quelle: https://kultus.hessen.de/sites/kultus.hessen.de/files/2025-12/web_ds_broschure_schulabsentismus.pdf
Gern geschehen.
Die Redaktion
Zahlen: “Nicht alle Schulabsentisten haben psychische Störungen, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, z.B. Kearney & Albano (2004), N = 143, Schulabsentisten 5 bis 17 Jahre – 67,1 % mindestens eine psychische Störung”
Leider wird hier nicht die Frage nach Ursache und Folge beantwortet:
ist eine psychische Störung Grund für den Absentismus? Oder entwickeln die Absenten eine psychische Störung aufgrund der mit der Absenz einhergehenden Belastung? Ich denke da beispielsweise an die immer größer werdende Angst, nach einigen Tagen Absenz wieder in die Schule zu gehen und sich den Fragen nach dem Grund der Absenz stellen zu müssen.
Eine psychische Störung ist mehr als eine Angst vor Fragen. Gerne hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Psychische_St%C3%B6rung
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“ Eine psychische Störung ist mehr als eine Angst vor Fragen.”
Stimmt. Habe ich auch nicht behauptet. Aus Angst kann sich jedoch eine Angststörung entwickeln.
Das Problem ist nur, dass wir nicht die Ausbildung haben, um psychische Störungen zu diagnostizieren. Wir können mit Ärzten und Kinderpsychologen zusammenarbeiten, das aber auch nur, wenn die Eltern einverstanden sind. Und bis man Termine bekommt, gehen Monate ins Land.
Es ist schlicht nicht unsere Profession psychische Probleme zu diagnostizieren und zu therapieren.
Dafür gibt es Schulberatungsstellen.
Unsere Aufgabe ist es, Absentismus festzustellen, es an die Eltern rückzumelden und Unterstützungsangebote anzubieten (Z.B. Schulsozialarbeit, Schulberatungsstelle). Wird dies nicht in Anspruch genommen oder der Absentismus ignoriert, toleriert oder schlimmstenfalls von Eltern unterstützt, werden Bußgelder beantragt.
Gerade bei Absentismus aufgrund psychischer Probleme, muss dem Kind geholfen werden, aber das können Lehrer eben nicht (siehe oben)
Und auch hier … Es ist keine Bringschuld in einem Bildungsforum mit Anonyimitätsoption irgendwas “nachzuweisen an Qualifikation”.
Natürlich kann man hier dann einerseits auf Autoritätargument gehen und andererseits diese JEDEM hier absprechen.
Ist das nicht auch etwas Medienkompetenz dies zu verstehe und (bestenfalls Ihrerseits) bewusst nicht anzuwenden als Totschlagargument?
Einfach, weil das sowohl “unfair” ist, als auch unsittlich?
Ansonsten wird die Zeit das auch evtl. bei Schulpsychologen zeigen. Noch kann man relativ wenig dazu sagen.
“Gefühlt” steigert sich die Zahl der “Lustlosen/nicht Gewillten”. Dies wird dann entweder bei den Schulpsychologen mal ankommen oder nicht. Kann auch nur “mein Empfinden” sein. Fair.
Trotzdem haben einige offensichtlich ähnliche Erfahrungen die letzten 4-5 Jahre gemacht/machen müssen.
Wie sehr hat “die Schulpsychologie” [gibt ja mehrere im Prinzip .. alles Personen mit Vorgaben] dies auf dem Schirm? Haben Sie hier auch verlässliche Quellen und Daten?
Gehe ich ehrlicherweise erstmal nicht davon aus.
Im Nachhinein? Wusste das keiner? Kommt es “plötzlich”? Oder wie soll ich mir das vorstellen?
Diejenige, von welchen wir hier potentiell sprechen … Die “kommen erst noch”. Alleine wegen der Zeit bis zum Abschluss. Haben das Schulpsychologen auch auf dem Schirm? Bin ich ja mal gespannt.
Schauen wir mal, ob das “kurzfristiges Wirken” oder “Trend” wird. Das ist tatsächlich noch nicht ersichtlich, ob man hier die Kurve bekommt. Auch hier bin ich gespannt. Anzeichen gibt es. Meiner Meinung nach.
Für eine ungeschminkte Aussage: Der Anonymous aus dem Internet.
Für Kongress-Schnittchengespräche, Proseminar usw. natürlich ein Vorsitzender.
Welche konkreten Vorschläge haben die Psychologen, wie Schule damit umgehen soll? Sollen Lehrer und Sozialarbeiter die psychischen Erkrankungen der Schüler diagnostizieren und therapieren?
Fangfrage? Das dürfen Lehrkräfte rein rechtlich gar nicht.
Selbstverständlich darf ich jedoch in meinem Rahmen der pädagogischen Freiheit und Expertise beratend agieren.
Also beispielsweise einen “starken Verdacht” aussprechen.
Beispielsweise bei “Mutismus” kommt ein KJP oder Schulpsychologe oftmals nicht auf den Gedanken von “Mutismus”.
Warum? Weil dieser den Rahmen dazu (aktuell) gar nicht hat.
Als Lehrkraft hat man durchaus diesen Rahmen, wenn man das “Krankheitsbild” kennt. Und hier ist es meiner Meinung nach von bedeutendem Wert, dass wir dies auch tun. Wir erweitern somit den Rahmen des Agierens für den KJP/Schulpsychologen und den Eltern, sowie das Kind/den Jugendlichen.
Hier diagnostizieren und therapieren wir auch nicht. Wir legen Grundsteine, dass dies in dieser speziellen Situation überhaupt möglich ist und sein kann.
Das ist unsere Aufgabe diesbezüglich.
Richtig! Es war eine Fangfrage. Und richtig, gut ausgebildete Lehrer, die ein Interesse an ihren Schülern haben, diese länger als ein Schuljahr kennen und nicht nur 1-2 Stunden die Woche sehen, können im Vorfeld Anzeichen von psychischen Problemen evtl. erkennen, die Eltern entsprechend beraten und den Schulpsychologen zuarbeiten. Aber genau da verstecken sich auch die Probleme, die Schule:
Meine Erfahrungen mit Schulpsychologen waren diesbezüglich recht unterschiedlich, aber meistens gut. Es kostet allerdings sehr viel Zeit und Kraft, die man sich da ans Bein bindet. Auch die Erfahrungen mit Eltern waren sehr unterschiedlich. Es gab auch Eltern, die den Besuch beim Psychologen verweigerten. Und es gab auch eine Mutter, die sehr wütend auf mich war, weil ich ihr “meine persönliche Einschätzung” zu ihrem Sohn mitteilte und ihr empfahl den KJPD aufzusuchen und um Hilfe zu bitten. Monate später kam der Junge in die Psychatrie, weil er die Mutter tätlich angegriffen hatte. Nach der Klinik kam er in eine Internats-Schule für schwierige Kinder/Jugendliche. “Jahre später traf ich die Mutter zufällig und anstatt mir wie vorher mit bösem Blick aus dem Weg zu gehen, sprach sie mich an und meinte: “Sie hatten damals Recht mit Ihrer “Diagnose”.
Menschen sind unterschiedlich.
Einige reagieren mit Abwehrhaltung – andere sind froh. Klingt doof mit dem “froh”, aber Sie wissen wie ich das meine.
Sie erkennen ja häufig, dass “etwas anders ist”. Und wenn das “anders” [was vollkommen normal ist] jetzt einen Namen hat/bekommt, dann sind viele froh, dass sie dies einordnen können.
Ich denke oft kommt es auch drauf an, wie man “begleitet”. Die “Angst” was falsch zu machen/was falsch gemacht zu haben – haben einige. Und die ist häufig logisch – aber irrational. Menschen sind nunmal Menschen. Und diese sind verschieden. Und manche haben dann eben Förderbedarf und manche nicht.
Angst vor potentiellen Diagnosen? Nachvollziehbar. Sind sie “bei nicht Beachtung” auf einmal weg? Ne. Eher “spinnt” es im Kopf rum – oder man “verdrängt” es (als Koping). Beides macht es nicht “ehrlich”.
Aber diese Erkenntnis braucht bei vielen denke ich.
@Bla
Sie schreiben: “bei “Mutismus” kommt ein KJP oder Schulpsychologe oftmals nicht auf den Gedanken von “Mutismus”.
Warum? Weil dieser den Rahmen dazu (aktuell) gar nicht hat.
Das verstehe ich nicht. Mutismus gehört zu den psychischen/sozialen Störungen. aufgelistet in den ICD-Codes der WHO. Wie kann es dann sein, dass der KJPD das nicht auf dem Schirm hat? Mutismus war auch schon Thema meines Logopädie-Staatsexamens vor fast 50 Jahren. Da habe ich Sie sicherlich falsch verstanden. Was meinen Sie mit “nicht den Rahmen dazu hat”?
https://www.icd-code.de/icd/code/F94.0.html
Kommt auf den Mutismus an.
Beim absoluten Mutismus wird ein JKP recht fix normalerweise drauf kommen.
Beim selektiven Mutismus hat er massive Probleme meist.
Selektiver Mutismus ist sehr nahe [oft auch Komorbidität] an/mit A-S-S, ADHS/ADS und ESE. Dazu “Sozialphobie” und “sehr intrinsisch/’ist halt ruhig'”. Also wenn man “eine falsche (Beobachtungs-)Umgebung hat”.
Oftmals ist erst bei Einschulung [1. Klasse] der selektive Mutismus überhaupt “mehr vertreten”. Da oftmals ortsgebunden und personengebunden.
Im Jugendalter – wenn nicht erkannt – besteht dann die erhöhte Gefahr und Chance, dass daraus ein absoluter Mutismus/Chronifizierung/soziale Angststörug/Depressionen wird, weil man “gezielt genau gegenteilig fördert” – also bspw. in Richtung (reiner) ADHS.
Das Wissen ist also (theoretisch) bei den KJP da. Allerdings fehlt häufig der Rahmen der Diagnosesituation.
Dann kommt man “schnell” mal bei A-S-S, ADHS, Soziophobie usw. raus. Auch je mach Diagnosealter halt “tricky”.
Dazu wird häufiger das Verhalten als “Trotz”, statt als “Angst vor dem Sprechen an Ort/bei Person XY” gesehen.
Zuhause und mit Kumpels spricht es ja … Aber auf einmal. Nicht? Also schulischer Trotz?
Durch bspw. “Diagnose ADHS” wirkt man dann auf Meltdown-Kopings genau falsch als Schulbegleitung auf das Kind ein. Wenn ein Mutismus Kind den Kopf “ablegt”, dann ist das oft Überforderung. Es will – kann aber nicht.
Bei ADHS: Konzentrier dich – melde dich.
Bei Mutismus: Lass liegen.
Ansonsten kommt man sofort in “Freezings” oft rein.
Und wenn man hier falsch agiert, dann kann man schnell zu Meltdowns kommen – je nach Kind.
Also ja:
– ICD-10 Code inkludiert hier
– Mutismus ist vielen JKP bekannt
– Trotzdem wird es oft “falsch diagnostiziert”
-> Und hier kommen oft JKP auch wenig aus ohne die Schule und Eltern als Mithilfe und “Anregung”
Und hier liegt dann wieder das Problem, dass auch Lehrkräfte/Schulbegleitungen Mutismus kennen müssen/sollen. Ansonsten bleibt es halt ggf. bei “Unsichtbarkeit”.
“8 Prozent der Kinder versäumten sogar mehr als 40 Tage, was das Ministerium als massiv einstuft.”
Lustig…Bei uns wirde das neulich als Durchschnitt verkündet. Also was die Nichtkinder betrifft.
“Fast jeder zweite Neuntklässler in Schleswig-Holstein fehlte im vergangenen Schuljahr einer Studie zufolge an mindestens elf Schultagen.”
Das kriegt die Hälfte der Kolleginnen im Monat hin.
Ansonsten halte iche wie bei ganz vielen Themen mit Machiavelli:”Die notwendigen Grausamkeiten müssen zu Beginn erfolgen.”
Das spart nach hinten hinaus sehr viel Arbeit und Ärger.
“Fast jeder zweite Neuntklässler in Schleswig-Holstein fehlte im vergangenen Schuljahr einer Studie zufolge an mindestens elf Schultagen.”
Das kriegt die Hälfte der Kolleginnen im Monat hin.
Echt? Bei uns ist das definitiv nicht so – weit davon entfernt. Ganz, ganz weit.
Dann schätzen Sie sich glücklich.
Ihre Schule scheint ja doch eine große Ausnahme zu sein. Denn von etwa 100 Krankheitstagen im Jahr ist die Statistik weit entfernt.
Darf man fragen, wie viele Lehrkräfte an Ihrer Schule arbeiten?
Hmmm, ich bin mir nicht sicher, ob Cesare Borgia („Il Príncipe“) Beispiel für pädagogische Kontexte taugt … vllt doch noch mal nachlesen … oder – wenn eher visuell-auditiv orientiert – mal in die großartige Serie „Borgia“ reinschauen.
Dann würde ich von dergestalten Empfehlungen eher absehen.
Hervorragend, eine neue Studie!
Wo genau sollen fehlende Schüler denn befragt werden? Etwa in der Schule? (Wo sie nicht sind?) Oder per Online-Fragebogen, wo sie das ankreuzen, was jeder hören will?
Natürlich müssen wir unserer Pflicht nachkommen, unentschuldigte Kinder zu erfassen und die Eltern zu informieren. Aber das natürlich umgehend, weil die Information nachmittags um 14 Uhr zu spät kommt. Wie wir das anstellen sollen, sagt uns niemand. In der Regel verlassen wir den Klassenraum (30 Kinder unbeaufsichtigt) und telefonieren mit unserem privaten Handy vor der Tür.
Bei uns wird bei der (digitalen) Anwesenheitskontrolle im Falle von Abwesenheit ohne bekannten Grund eine automatische Benachrichtigung an die Eltern-App gesendet. Oft stehen die Schüler dann 30-40 Minuten später schlaftrunken in der Klassenzimmertüre. Was spätestens beim 3.Mal fehlt sind Konsequenzen, die wirklich weh tun (und zwar dem Schüler/den Eltern, und nicht der Lehrkraft).
Das kann diese Bildungsdrohne nicht machen.
Weil: Aufsichtspflicht.
Ansonsten:
An meiner vorherigen Schule gab es auch mal so ‘ne “Volkssturm-und-jetzt-aber-druff-da”-Peinlichkeitsinitiative zum kooooooohhhnnnseqqqquuuuääänten! “Vorgehen” (also: Quasseln und Labern) bei Fehlzeiten.
Am nächsten Tag tauchte ich mit 42 Elternbriefen auf, natürlich kopiert, für Versand an Eltern plus SuS-Akte…komisch, komisch, seitdem liess man mich damit in Ruhe…denn die angeblichen Kosten (für Amtspost, wers glaubt…) waren wohl wichtiger.
In Wirklichkeit haben die Sekretärinnen den Unfug dann gestoppt. Danke, Sekretärinnen!
Es lebe die Praxis!
Selber schuld. Mit meinem handy wird nicht dienstlich telefoniert.
Kann sie sich eine schriftliche Anweisung der SL geben, wie die Eltern informieren sollen.
Warum lassen so viele Lehrkräfte alles mit sich machen?
Sie haben sicher in der Sache recht. Ich hätte aber gern einen Vorschlag, wie ich die Eltern auf anderem Wege informieren kann. Erst mittags anrufen und dann feststellen, dass das Kind auf dem Schulweg entführt wurde, ist ja wohl keine Option.
Das Sekretariat anrufen lassen, da sollte doch ein Festnetztelefon vorhanden sein
Das setzt voraus, dass das Sekretariat durchgängig besetzt ist. Das ist nicht an allen Schulen der Fall.
Und wie soll ich wiederum das Sekretariat informieren? Da beißt sich die Katze in den Schwanz.
Kennen Sie das schöne Spiel
“Der Bauer schickt den Jockel aus”?
Schicken Sie einfach einen Schüler als Melder los. Ist der nach 15 Minuten nicht zurück, schicken Sie die nächsten Zwei als Fänger los, um den Ersten einzusammeln. Kommen die auch nicht wieder, neue Jäger abkommandieren.
Passt prima zum Profil bewegte Schule
…mal wieder: Genau mein Humor!
Ich liebe das Spiel!
….auch die SL wundert sich irgendwann, warum im 10min.Takt SuS an der Bürotür klopfen…
Besonders unterhaltsam wird das Ganze ja erst dann, wenn die lieben Kolleg*innen das Spiel ebenfalls kennen und mitmachen. Das gibt dann klassen- und jahrgangsübergreifende Treffen auf den Fluren und ggf. einem Flash-mob im Verwaltungstrakt.
@Ulla
Die Anwesenheitskontrolle gehört natürlich zu den Aufgaben der Lehrkraft.
Im Falle der Abwesenheit von SuS zeitnahe Telefonate – egal ob über privates Handy oder Diensthandy (Scherz, haha!) – gehören nicht dazu, denn die Lehrkraft kann ja nicht zeitgleich der Dienstpflicht “Unterricht” (oder war es “Betreuung”?!) nachkommen UND den Erziehungsberechtigten hinterhertelefonieren.
Wird ein digitales Klassenbuch genutzt und wenn bei Anklicken von “Abwesenheit” der “Grund nicht bekannt” erscheint, dann wurde das Kind vor Unterrichtsbeginn nicht telefonisch via Sekretariat (ggf. Anrufbeantworter dort) entschuldigt.
Ein digitales Klassenbuch kann es so eingestellt sein, dass bei “Abwesenheit” + “Grund nicht bekannt” sofort die Eltern informiert sind, quasi in Echtzeit.
Ab da ist dann die Zuständigkeit für das Ergreifen geeigneter Maßnahmen klar …
Wenn das digitale Klassenbuch (noch) nicht genutzt wird?
Theoretisch müsste dann jemand (Lehrkraft scheidet aus den o.g. Gründen aus) einen Zettel (im verschlossenen Umschlag, Datenschutz!!!) ins Sekretariat bringen.
Das würde realistischerweise ein vertrauenswürdiger Schüler (m/w/d) sein – und wenn es ganz die “Nummer sicher” sein darf, dann muss diesem Schülenden 😉 eine Empfangsbestätigung aus dem Sekretariat mitgegeben werden.
In jedem Fall können Lehrkräfte ihrer Dienstpflicht (s. o.) nachkommen.
„…und wenn es ganz die Nummer sicher sein darf, dann muss diesem Schülenden eine Empfangsbestätigung aus dem Sekretariat mitgegeben werden.“
Äh, kurze Rückfrage aus dem Referat 4.2 für terminologische Präzisionsoptimierung:
Was genau sind denn Schülende?
Ich frage nur für ’ne Kollegin, die gerade prüft, ob sie dafür ein neues Formular beantragen muss oder ob das im Zuständigkeitsbereich der Abteilung „Lernende, Lehrende und sonstige Anwesende“ liegt.
@Katze
Von wegen “Aschermittwoch – vorbei mit Rummstätääää” – ganzjährig närrische Grüße ans Referat 4.2 für terminologische Präzisionsoptimierung! 🙂
“Schülende”
Schülende hingegen sind Lernende (sic!, vgl. oben) nur dann, wenn sie
Grüße an die Tätigen (?) im Referat 4.2 für terminologische Präzisionsoptimierung! und auch an die Kollegin, die gerade prüft, ob sie dafür ein neues Formular beantragen muss:
Ja.
Selbstverständlich.
Ein neues Formular hat noch nie geschadet! 😉
…. Ein bisschen Spaß muss sein – dann geht der Stuss von ganz allein … oder auch nicht, tirallalalaaaa – ein bisschen Spaß muss sein ….!
@ Pit2020
Alaaf und ein dreifach donnerndes Helau aus dem Referat 4.2!
Auch außerhalb der fünften Jahreszeit bleibt’s närrisch, besonders, wenn es um die hochsensible Klassifikation der schulabsenten Schülenden geht. Jener bemerkenswerten Gruppe, die in Klassenlisten zuverlässig geführt wird, im Schulgebäude jedoch eher als theoretische Möglichkeit existiert.
Zur Definition:
Wir übernehmen gern die vorgeschlagene Fachterminologie:
Schülende sind listenbasierte Lernsubjekte mit ausgeprägter Neigung zur spontanen räumlichen Selbstverflüchtigung.
Kurz: vorhanden, aber nicht zwingend auffindbar.
Zum Aufenthaltskriterium:
Der Passus „am vorgesehenen Ort zur vorgesehenen Zeit“ ist mutig, aber wir passen ihn der gelebten Realität an:
„… oder zumindest nicht eindeutig an einem schulfernen Ort gesichtet.“
Damit steigt die Chance, überhaupt jemanden als schülend zu erfassen.
Zum Formularwesen:
Wie von Ihnen völlig zurecht angemerkt: Ein neues Formular schadet nie – und löst zwar nichts, aber strukturiert das Nichts immerhin sauber.
Geplant ist daher das F‑42b, Antrag auf Feststellung des Schülendenstatus, mit Anlage A zur Anwesenheitsvermutung (positiv, negativ oder quantenschwebend), Anlage B zum Listenabgleich mit Toleranzbereich für spontane Unsichtbarkeit und Anlage C zur Begründung, warum das alte Formular selbstverständlich nicht mehr tragfähig war.
Das F‑42c, Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars, befindet sich bereits in Bearbeitung, da eine Kollegin vorbildlich einen Antrag auf ein Antragsformular gestellt hat. Dieser bürokratische Weitblick wird ausdrücklich gewürdigt.
Das F‑42d, Meldung über überraschend anwesende Schülende, ist in Planung – für den Fall, dass die Realität uns eines Tages überraschen sollte.
Da simmer noch dabei – das ist nicht immer prima, aber trotz Verdruss ertragen wir den Stuss, wohl dem, der nicht mehr muss.
Nein danke, ich bleib bei Schüler.
Lieber Pit…you Made My day
Ich bin ja schon seit einigen Jahren im Schuldienst und weiß, dass jede Art von Anwesenheitskontrolle schwierig ist. Wir haben eine App. Die informiert aber nicht automatisch die Eltern. Außerdem fällt sie auch gerne mal aus.
@Ulla
Wie gesagt ist es eine Einstellungssache
Ja, ich bin auch schon seit einigen Jahren im Schuldienst und weiß, dass nicht nur Formulare (Gruß an die Katze 😉 ), sondern auch formvollendete Formulierungen ihren Stellenwert haben. 😉
Im Ernst:
Ich bin keine eierlegende Wollmilchsau – lediglich pädagogisches “Frontschwein” (Gruß an Andre, alter Racker aus OWL!) und wer auch immer mir einreden möchte, dass Schule “dieses jenes welches” muss … ach nö! So lange ich noch alleine atmen kann, wird mein biologisch intaktes Dachstübchen gut durchblutet und so kann ich auch einschätzen, was zu leisten möglich ist. Und ab da muss ich dann lüften – nämlich meinen Gehörgang.
Ich halte mich nicht für den Nabel der Welt.
Ich bin nicht allwissend. (Schade. 😉 )
Ich bin nicht für alles und jeden zuständig. (Gut so. 🙂 )
“Lizenz zum Programmieren” …ist das die berühmt-berüchtigte 4711, die diese Dinge tun darf… früher war mehr damit … seitb dieses 4711 nicht mehr so angesagt ist geht es mit dem ganzen Zirkus den Bach runter….
Lieber Pit,
…ich glaube, dass das genau der Grund ist, warum wir als „Pilotschule für digitales Lernen“ kein digitales Klassenbuch haben. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Sind Sie die Schulleiterin? Nein? Dann fragen Sie die. Für solche Entscheidungen bekommen die mehr Geld.
Falls doch müssen Sie sich was einfallen lassen, wenn Sie das von Ihren LK fordern.
Hatte gerade ziemlichen Stress mit einer meiner Schülerinnen, die sich im Berufspraktikum in Klasse sehr sehr rar gemacht hat … Anruf seitens der Mutter erbeten – keine Reaktion… mehrfache Anruf bei der Mutter – Mutter geht nicht ran… Auskunft der Mutter nach intensiver Nachverfolgung der Versäumnisse: „Sie können mich gerne anrufen – aber ich entscheide, ob ich mit Ihnen sprechen möchte … wenn ihre Nummer angezeigt wird, dann gehen ich gar nicht erst ran.“
Na, dann eben nicht… ZPs in Jg 10 stehen an…ich kümmere mich jetzt nicht mehr… machtˋs euch doch selber.
Hach, gerade an diesem Punkt würde ich zur Hochform auflaufen und einen gepfefferten Brief an die Erziehungsberechtigten schreiben….ganz ohne KI und schön dezidiert mit Paragraphen zur Schulpflicht und Mitwirkungspflicht der Erziehungsberechtigten….
Die Kolleginnen finden es immer sehr schön, wenn sie die Kopie in ihrem Fach finden….
Nicht ärgern lassen…. 🙂
Ja, als SL. Die 08/15-Lehrkraft darf zwar formulieren, muss sich aber das Plazet eines SL-Mitgliedes, an GE normalerweise der AL holen, bevor das Schreiben vom Sekretariat auf den Weg gebracht wird.
Das weiß ich, daher schreibe ich diese schönen Briefe….und weiß natürlich auch, dass eine LuL das nich von sich aus tun sollte….
Ich verstehe manche SL nicht, die sowas nicht auf den Weg bringen (könne das ja auch delegieren an Sekretariat, SVA)….ich mache es halt selber….weil kleine Schule….
Anordnung nicht verstanden.
Sie sollen die Erziehungsberechtigten anrufen. Das bedeutet doch nicht, dass sie mit denen sprechen müssen.
Also anrufen, ein- bis zweimal durchscheinend lassen und auflegen. Es geht doch nur darum, dass die Nummer unter ausgehende Anrufe gelistet ist, um den Nachweis zu haben.
… zweimal “durchschellen” und nicht schneien lassen:)
Er weiß wie es geht. 🙂
Bisschen zu schlicht. «Zu uns kommen Jugendliche, die aufgrund von psychischen Erkrankungen, Angststörungen, Schulangst, sozialen Phobien oder auch schweren Schicksalsschlägen chronisch keinen Schulbesuch schaffen.» Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2023/12/wenn-aengste-ueberhand-nehmen-schulabsentismus-betrifft-statistisch-ein-kind-pro-klasse/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Aber dann müsste man, in diesen Fällen, (Schul-)Psychologen und Psychotherapeuten in die Familien schicken! Das kann kein Lehrer und auch kein Sozialpädagoge “heilen”!
Das würde erstens Geld und Personal erfordern…und noch viel schlimmer: Man müsste sich mit ******** Eltern anlegen.
Und DAS, das geht keinesfalls.
Somit: Nicht durchführbar – wie bei grob der Hälfte der “Probleme”, über die wir hier diskutieren.
Da stellt sich doch die Frage, warum haben so viele Kinder Schulangst? Es gibt genügend die haben einfach Angst vor ihren „Mit“Schülern, Reizgas, persönliche Spießrutenläufe, Diebstahl, Dichtestress, Sauerstoffmangel in überheizten und ungeheizten Räumen, schlechtes Essen, kein Essen, Pubertät dass die Hormone ihre reine Freude haben und vor einen Haufen Lehrpersonal muss man sich als Schüly (Erfurt z.B. und vielerorts anderswo) wohl auch in Acht nehmen.
Da kann man auch als Elternteil Angst kriegen. Und der/die ein oder andere Lehry ebenfalls.
One-Lehry-Fits-All ist eine Illusion, genauso wie eine Schule für alle. Und manche Menschen macht man im StandardSystem einfach kaputt kaputt kaputt. Da gehen Gehirne einfach ins DOS- Modus.
Denen hilft es nicht, täglich auf dem Schulweg kotzend, sich darauf vorzubereiten, direkt nach der Prügel von 07:55h um 8:15h völlig gestresst und evtl. mit Schmerzen eine schlampig gebaute KI Klassenarbeit zu schreiben…
Schule kann schon was, aber nicht für alle und immer. Das wäre, nun ja, Bildungsbürgerdünkel.
Es tut mir leid, aber ich muss bei fast jedem Artikel das selbe schreiben.
Die Schule Muss zu einem freundlichen und liebenswerten Ort werden.
Gutes Essen, angenehme Temperaturen, Sauberkeit, ordentliche Toiletten, Belüftung, schöne Möbel, gute Akustik, Aufenthaltsräume…
Viele Probleme würden dadurch deutlich verbessert oder sogar gelöst.
Dafür stellen leider weder Kommunen noch das Land Geld zur Verfügung
Ich weiß, dann ist es halt so.
Bei uns wird es immer mehr zum Trend, dass einige SuS gezielt die gepflegten Toiletten und Waschbecken demolieren oder gezielt verstopfen. Offenbar wünscht sich ein wachsender Teil der SuS gerade keine sauberen Toiletten.
…und vor allem ohne Anstrengung zu verlangen, Forderungen zu stellen oder irgendetwas abzuverlangen.
Erziehen, um lebenstüchtig zu werden in unserer heutigen (und zukünftigen) Welt geht anders.
Ich kaufe ein Komma.
Wir erfassen Fehlzeiten korrekt und umfassend und haben einen ganz strikten PLan, wie mit denen umgegangen wird. Rückmeldung: Die Zahl der Ornungsmaßnehmenverfahren würde das Schulamt lahmlegen. Ich nehem nicht die Schule nund die Lehrer in die Pflicht, sondern DUmm-Laber-Prien. EInfach mal einmal nur Ahnung verlangen ist schon zuviel.
Bis zu 11 Tagen Fehlzeit in einem Schuljahr halte ich für normal. Das sind zwei bis drei Erkrankungen, die in Schulen umgehen. Da kann jemand auch bei 11 bis 21 Tagen landen, wenn noch irgendetwas sonst dazu kommt, Migräne, eine Verletzung, eine Operation.
Es ergibt für mich auch wenig Sinn entschuldigtes Fehlen und unentschuldigtes Fehlen nicht getrennt zu erfassen. Ein paar Schüler werden auch auf 41+ Krankheitstage kommen oder zumindest 21-41. Viel interessanter als die Krankentage finde ich wie viele Tage die Schüler unentschuldigt fehlen.
Das Problem was es dann natürlich gäbe, sind “Phantom-Krankschreibungen”.
Davon mal abgesehen – einmal Grippe & Co., einmal typische Kinder-/Jugendlichen-Erkrankungen…das sind doch locker 11 Tage (eine Woche voll plus z.B. 2 x 2 Tage o.ä.)
Ja eben
Wenn 11 Tage aber der Durchschnitt sind, dann ist die Frage nach der Standardabweichung interessant. Stochastik ist der mathe-teil, den die wenigsten anwenden können.
Ich habe mich strikt an den Text und die Zahlen im Artikel gehalten:)
Macht die Datenlage auch nicht besser.
Ich finde es erschreckend, dass eine solch hohe Fehlquote normal sein soll. Ich selbst habe als Schüler in keinem Schuljahr und auch nicht als Student in nur einem einzigen Jahr 11 Tage gefehlt. In den allermeisten Jahren lag die Zahl sogar bei 0.
Merz hat schon recht, wenn er den Deutschen arbeitsscheues Verhalten attestiert. Die Schule legt die Grundlage für die hohen Fehlzeiten bei den erwachsenen Arbeitnehmern.
Was vermutlich bedeutet, dass Sie sich, wie alle 70iger, 80iger und 90iger- Jahre- Kinder/ Jugendliche mit sämtlichen ansteckenden Erkrankungen in die Schule geschleppt haben, weil Sie (noch) kein Fieber hatten. Ich neige überhaupt nicht zu Fieber und war deshalb häufig als Keimschleuder in der Schule und später in der Ausbildung. Ich war dann zwar anwesend, aber überhaupt nicht leistungsfähig. Wir sind immer erst dann zu Hause geblieben, wenn wir es geschafft hatten, die Lehrkräfte anzustecken und diese nach ein paar selbst sehr erkälteten Schultagen mangels Stimme arbeitsunfähig waren. Damals wurden Randstunden nicht vertreten.
Das war doch auch irgendwie irre. Mich hat dann, als ich schon über 20 war, zu meiner Überraschung mein Chef nach Hause geschickt mit der Anweisung, erst wiederzukommen, wenn ich nicht mehr ansteckend war. Das hat mich von meinem eingeimpften Präsentismus geheilt. In unserer Abteilung fehlten wir einzeln bei Ausbruch einer Infektion nur wenige Tage und alle anderen blieben gesund. Niemand hatte wochenlang unter einer verschleppten Entzündung der Atemwege zu kämpfen. Wir wurden deshalb als sehr resistente Abteilung angesehen, weil die meisten von uns auch in Krankheitswellen gesund anwesend waren. Mein Chef war Ingenieur und da galt nicht, wie gut etwas nach Außen wirkt, sondern die Funktionalität.
Seitdem halte ich drei Tage zu Hause in der heftigsten Erkältungsphase für selbstverständlich, um durch rechtzeitige Schonung rasch wieder arbeitsfähig zu werden und um die anderen vor der Ansteckung zu schützen. Dasselbe gilt natürlich auch bei Durchfall und Erbrechen… zwei Tage nach den letzten Symptomen kann man wieder unter Menschen gehen. Es sei denn, man findet es gerecht, dass alle anderen genauso leiden müssen wie man es selbst gerade erleben musste.
Bei Fieber bleibe ich natürlich auch zu Hause, aber das hat man eher selten. Bei einer normalen Erkältung kann ich in der Regel immer arbeiten gehen. Ob meine Leistungsfähigkeit dann etwas geringer ist, spielt eigentlich keine Rolle.
Ihre Theorie zur Ansteckung der Kollegen halte ich für nicht schlüssig. Die Fehlzeiten STEIGEN in den Schulen langfristig an. Falls Sie recht hätten, müssten doch heute die anderen SuS gesund bleiben, wenn Sie präventiv zu Hause bleiben.
Ich denke, dass jeder von uns in der kalten Jahreszeit mindestens einmal an einer Erkältung Grippe erkrankt. Ob das gleich am Anfang der Welle passiert, weil sie ein kranker Schüler anhustet oder erst in der Mitte der Welle, weil es sie im Supermarkt erwischt, ist m. E. irrelevant.
Sie dokumentieren aber den Zeitgeist in Deutschland ganz gut. Wir sind übervorsichtig und meinen, dass es dadurch besser wird. Das Gegenteil ist aber der Fall, wie man z. B. auch bei Corona gesehen hat.
Ich finde es unmöglich, wenn ein hustender und schniefender Kollege in der Konferenz direkt neben mir sitzt. Punkt.
Warum setzen Sie sich dann nicht neben jemand anderen?
Weil das Aerosol mit den darin enthaltenen Viren des Kollegen im Raum nach einiger Zeit komplett verteilt ist.
Wo haltet ihr denn LeKos ab?
Maske an und gut. Ich bin da ja konsequent und bisher gesund geblieben.
Sie wissen aber schon, dass sich Erkältungsviren alleine durch Reden und Atmen, ganz besonders aber durch Husten und Niesen im Raum verteilen? Warum sollte man das wissentlich anderen Menschen zumuten? Warum nicht drei Tage zu Hause bleiben und andere bleiben gesund?
Es sind schließlich die Viren, die Krankheiten auslösen und nicht das Fieber. Auch wenn Sie selbst nicht zu Fieber neigen, können von Ihnen angesteckte Personen hohes Fieber entwickeln.
Weil die Opportunitätskosten deutlich höher sind. Unsere Jugendlichen beherrschen immer häufiger selbst die Grundrechenarten und die elementarste Rechtschreibung nicht. Zu sagen: Sollen doch hier mal drei Tage und dort mal drei Tage ersatzlos ausfallen, ist ein Teil dieses Problems.
Mein Vorschlag: Ab Tag 1 der Fehlzeit kein Gehalt mehr. Dafür steuerfreie Boni für Mitarbeiter mit keinen/wenigen Fehlzeiten.
Erklären Sie mir mal, warum in der Schweiz die Krankheitstage nur ca. halb so hoch wie in Deutschland sind. Nach Ihrer Vorstellung müssten dort doch schon längst alle an Erkältungen verstorben sein.
„ Mein Vorschlag: Ab Tag 1 der Fehlzeit kein Gehalt mehr. Dafür steuerfreie Boni für Mitarbeiter mit keinen/wenigen Fehlzeiten.“
Also Leute mit Erkrankungen bestrafen (wäre mir neu, dass man sich aussuchen kann, ob man krank ist – bin gespannt, wie Sie das dann Krebspatienten verklickern) und andere für ihre Gene belohnen? Dann haben wir es nicht mehr weit bis zur Eugenik.
Das klingt nach Pillen-Heini!
Für alles gibt’s ne Pille und dann geht es schon. Voll ungesund!
Unterlassen Sie bitte solche substanzlosen Beleidigungen.
@Redaktion: Seit wann darf man im Kommentarbereich eigentlich andere Nutzer beleidigen. Oder ist es hier in Ordnung, weil eine Frau einen Mann beleidigt?
Man kann einen Anonymus nicht beleidigen – wir wissen ja nicht mal, wer hier tatsächlich Mann und wer Frau ist. Herzliche Grüße Die Redaktion
Und Kaffee würde ich auch nicht trinken um Müdigkeit zu manipulieren.
Ich berichtete schon öfter darüber, dass wir im Rahmen der sozialen Arbeit auch Schulabstinentler betreuen. Und da braucht es keine groß angelegte Studie, um hinter die Ursachen zu kommen. 90% der Fälle lassen sich auf die folgenden Punkte herunterbrechen:
Diesen Fällen ist es im Grunde komplett egal, wenn Lehrer hinterher telefonieren oder wir morgens vor der Tür stehen, um die Kids in die Schule zu begleiten. Nicht selten kommt es vor, dass eben diese nach der ersten Stunde die Schule ohne Rücksprache wieder verlassen, um sich entweder mit der Peergroup irgendwo zu treffen oder um sich daheim wieder ins Bett zu legen. Wenn es hier an etwas fehlt, dann an einem wirksamen Maßnahmenkatalog mit strengen Bußgeldern oder anderweitigen Strafen. Doch die will niemand verhängen, das wäre ja rückständig und nicht mehr zeitgemäß. Wenn die Familie im Bürgergeld ist, muss ohnehin nicht bezahlt werden. “Schulpflicht” klingt auf dem Papier wunderbar, aber inzwischen haben die Dauerschwänzer ihre Schlupflöcher gefunden und gemerkt, dass es im Grund keine Konsequenzen gibt (außer schlechte Noten und womöglich keinen Abschluss – but so what?).
Dem gegenüber stehen etwa 10% mit wirklich psychischen Ursachen: Depressionen, Mobbing, Schulangst etc. Die freuen sich tatsächlich über die helfende Hand. Nur Lehrer können das in Gänze ebenso wenig leisten, wie Sozialarbeiter.
Deckt sich mit meinen Erfahrungen. Aber wer glaubt schon den Experten…
Und ich bin keine Ärztin- wie komme ich also dazu, ein Attest anzuzweifeln?!
Außerdem haben wir die ministerielle Weisung, nur im absoluten Ausnahmefall auf ärztliche Atteste zu bestehen, nachdem die Ärztelobby im Ministerium Druck gemacht hat.
Ich soll nun telefonieren, recherchieren usw.? Das kostet dann nichts, nur wieder mal meine Zeit. Forget it!
Völlig richtig.
Auch hier haben Fachleute (in diesem Fall Ärzte) eine Diagnose und Krankschreibung erstellt.
Was soll man sich da als Lehrer einmischen. Häkchen bei “Entschuldigt” machen und gut ist.
Fehlzeiten feststellen ist die eine Sache. Aber jedem einzeln hinterher zu telefonieren, der an einem Tag nicht kommt, ist definitiv nicht Aufgabe eines Lehrers.
Das ist in der Menge so auch garnicht möglich, da ja sowieso in der Regel keine Strafen drohen. Als Klassenlehrer müsste man so jeden Tag ca. 3-5 Eltern anrufen, die es nicht geschafft haben ihr Kind krank zu melden …. ich wiederhole: JEDEN TAG.
Fakt ist: Der Lehrer stellt Fehlzeiten fest und meldet dies der Schulleiung bei einer extremen Häufung. Aufgrund fehlender Möglichkeiten passiert dann meistens jahrelang nichts, bis das Problem noch schlimmer wird. Pädagogisch auf Eltern einwirken und abklären wäre übrigens eigentlich die Aufgabe eine Sozialarbeiters. Wenn es um Schulzuführung und Durchsetzung der Schulpflicht geht, ist das Ordnungsamt zuständig.
Völlig richtig. Nur weil es Aufgabe “der Schulen” ist, heißt das noch lange nicht, dass es Aufdgabe jeder einzelnen Lehrkraft ist (siehe Antwort auf “Walter Hasenbrot” etwas weiter unten).
Lehrkräfte sind nicht die eierlegenden Wollmichsäue, die jedes Problem im Schulsystem lösen müssen!
Spieltheorie sagt:
Ein System ist dafür da … was es tut.
Entschuldigung abheften, is der Käs’ gegessen.
Ich halte 11 Tage für völlig normal. Das sind zweimal grippaler Infekt, den man am besten zu Hause auskuriert. Wir Boomer damals sind oft nur zu Hause geblieben, wenn wir hohes Fieber hatten, doch seit COVID ist man hier sensibler, und das ist auch gut so.
Das es eher die Älteren sind, ist auch klar: Sie können nämlich problemlos alleine zu Hause bleiben.
Die Anzahl der Fehltage entspricht ziemlich dem Durchschnitt der Arbeitnehmer.
Eine Statistik, die das nicht von Absentismus abgrenzt, ist eh unsauber und unbrauchbar.
Die Empörung über die Anweisung des Ministeriums ist hier fehl am Platze.
Ich verstehe, dass sich viele Kollegen überlastet fühlen.
Aber es gehört zur Kernaufgabe von Lehrkräften auf das Wohlergehen der Schüler und die Einhaltung der Schulpflicht zu achten.
Nicht der Hinweis, dass Lehrkräfte erhöhten Fehlzeiten nachgehen sollen, ist dem Minsteriu anzulasten. Anzulasten ist ihm, dass es noch immer keine Arbeitszeiterfassung gibt und so die LEhrkräfte nicht vor Überlastung geschützt werden.
“Aber es gehört zur Kernaufgabe von Lehrkräften auf das Wohlergehen der Schüler und die Einhaltung der Schulpflicht zu achten.”
Da versteht einer die Verantwortlichkeiten nicht. Es mag “Kernaufgabe” des Bildungssystems und der Schulen sein, aber das heißt nicht unbedingt, dass es “Kenraufgabe” jeder einzelnen Lehrkraft ist.
Die Bahn ist auch für Sicherheit und Sauberkeit in den Zügen verantwortlich. Trotzdem ziehen die Triebwagenführer nicht los um Fahrscheine zu kontrollieren, randalierrnede Fahrgäste aus den Zügen zu entfernen oder die Abteile zu reinigen.
Dafür gibt es Fachpersonal.
Da versteht einer die Gesetzeslage nicht. Bei Kindeswohlgefährdung sind Sie auch jetzt schon verantwortlich.
Und das Nichtbesuchen der Schule ist ein Hinweis auf Kindeswohlgefährdung, dem Sie nachgehen müssen.
Tun wir.
Meine Meldungen dazu sind für alle Vorgesetzten in Echtzeit aus unserem System auslesbar.
Die Weitermeldung der Abwesenheit erfolgt also tatsächlich Sekundenbruchteile, nachdem ich dessen gewahr werde.
Drohne 447 ist also da ganz vorne dabei,gut gemacht, kleiner Schwebebot!
WebUntis erleichtert tatsächlich vieles. Bleiben nur noch die Ordnungswidrigkeitenanzeigen. Das Gute daran ist, dass man immer einen Nachweis hat.Telefongespräche lasse ich aus Nachweisgründen ganz weg. Weitere Kontakt zu den Eltern erfolgt ausschließlich per E-Mail (das übernimmt überwiegend die AI) während meiner Dienstzeit. In den meisten Fällen meldet sich aber niemand bei mir, dementsprechend hake ich dann auch nicht weiter nach. Fast immer ist es auch nicht dringend, sondern a) die Eltern sorgen dafür, dass der Schüler kommt oder b) den Eltern ist es egal bzw. sie sind überfordert und der Schüler kommt nicht. Kindeswohlgefährdung liegt hier aber in jedem Fall nicht vor.
Nun, die laufen bei uns über AL.
Insofern: Nicht meine Zuständigkeit.
Bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung wird das Jugendamt informiert.
Auch hierbei sollte man die Fachleute ranlassen und nicht meinen, den Universalexperten spielen zu müssen…
Das Einschalten des Jugendamtes ist erst derletzte Schritt. Das entbindet Sie nicht der Pflicht, nachzuhaken, wenn Schüler mit sehr hohen Fehlstundenzahlen auffallen.
Mich würde einmal interessieren, wo Sie die Grenze ziehen und warum?
Schüler fehlt eine Woche? Vielleicht ist er ins Ausland abgehauen?
Schüler fehlt einen Tag? Vielleicht wurde er entführt?
Schüler fehlt eine Stunde? Vielleicht hat er sich noch schnell vor Unterrichtsbeginn eine “Schultüte” zur Entspannung besorgt?
Schüler fehlt 10 Minuten? Vielleicht hat er sich vor der Schule geprügelt?
Wo ist Ihr persönlicher Trigger im Rahmen der “Fürsorgepflicht”?
Da warte ich mal gelassen DAs, Urteile usw. ab.
Ich denke nämlich, dass das ganz und garnicht meine Dienstpflicht ist, da unbegrenzt “nachzuhaken”, also bis zur Unendlichkeit zahnlose Laber- und Quasselaktionen anzustossen.
Nö, in Brandenburg ist sogar das Verhindern des Schulbesuchs durch die Eltern keine Kindeswohlgefährdung, da zählt nur „sauber, warm, satt“. Ist in den einzelnen Ländern unterschiedlich geregelt. Wir sind hier gegen Wände gelaufen beim Jugendamt, aber auch das MBJS bestätigt diese Rechtsauffassung.
PS: bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung muss ich Meldung an meinen Schulleiter machen – mehr nicht. Ich DARF den Hinweisen nicht auf eigene Faust nachgehen.
“Die Empörung über die Anweisung des Ministeriums ist hier fehl am Platze.”
Wenn das Ministerium und die anderen diesbezüglichen Instanzen die Rahmenbedingungen dazu schaffen (würden) … Dann wäre ich hier bei Ihnen. So? Gähn.
“«Das Mindset der Landesregierung, dass gute Schulen oberste Priorität haben. Und die Bereitschaft, auch in Zeiten knapper Kassen dafür Mittel bereitzustellen»”
Ist absolut richtig und wichtig – ich hierzu.
“Die FDP-Abgeordnete Anne Riecke forderte feste, praxistaugliche Abläufe vom ersten Fehltag bis zur Zusammenarbeit mit Jugendhilfe, Schulpsychologie und Ordnungsbehörden. ”
Auch das ist die Folgekonsequenz der Forderung. Diese muss man – realistisch – erstmal stellen. Davor auch hier … Gähn.
“Ich verstehe, dass sich viele Kollegen überlastet fühlen.”
Weil sie überlastet SIND. Das ist oft keine Gefühl mehr … Das ist leider ein IST-Zustand vieler. Manchmal sogar “drüber hinaus”.
“Aber es gehört zur Kernaufgabe von Lehrkräften auf das Wohlergehen der Schüler und die Einhaltung der Schulpflicht zu achten.”
Erstmal ist die Kernpflicht, dass man dies [Schulabstinenz] dokumentiert.
Dann, dass man den anwesenden SuS auch “im hier und jetzt” begegnet.
Da ist keine Zeit für “ich ruf mal bei 5 SuS zuhause an” für die Lehrkraft.
Und v. A. kann man das auch anders lösen.
Für erfassen die Fehlzeiten per Schulmanager – Sekretariat ruft dann zuhause an – wir schauen nach einiger Zeit nach, ob das passt. Ggf. kommunizieren wir kurz digitale/analog/schicken SuS kurz.
Was braucht es dazu?
Bestenfalls:
– Dienstgerät mit funktionierendem Internet und Wartung
(- Falls Wunsch: Diensthandy)
– Zeit dies zu erfassen [Fehlzeiten, Checkup, ggf. Klärung]
– Besetztes Sekretariat
– Abfolge und Klärung der Zuständigkeiten
– Elternmitwirkung [wie gesagt … Bestenfalls]
Erst wenn das klar gestellt wird, kommen wir in sinnvolles Handeln der Fehlzeiten überhaupt.
Von “Prävention” oder “Ursachenbekämpfung” sprechen wir hier bei weitem noch nicht.
Lediglich “Erfassung” und “Entgegnung” – bestenfalls “Symptombekämpfung.
Und sogar hierfür sind an einigen Schulen keine guten und sinnvollen Rahmenbedingungen da.
“Nicht der Hinweis, dass Lehrkräfte erhöhten Fehlzeiten nachgehen sollen, ist dem Minsteriu anzulasten.”
Ehrlich ist aber auch: Warum ist das denn so? Etwas “selbstgemacht”? Dann sollte man hier auch die Frage an sich selbst stellen: “Was können wir [AG/Politik/Ministerium] ändern, damit der Rahmen gegeben ist und das überhaupt KLAPPEN KANN?”
UND ERST DANN kann man auf
“Bildungsministerin nimmt Lehrer in die Pflicht ”
gehen und setzen.
Bis dahin ist “der Hinweis” durchaus kritisch zu sehen.
Warum? Es versetzt sowohl das Problem, als auch die Zuständigkeit, als auch die Lösungsinstanz.
Ist das “anzulasten”? Meiner Meinung nach schon. Sicherlich.
“Anzulasten ist ihm, dass es noch immer keine Arbeitszeiterfassung gibt und so die LEhrkräfte nicht vor Überlastung geschützt werden.”
– AZE
– Deputate
– Vollzeitpflicht
– Sanierungsstau
– Bürokratie für Förderetate [Digitalisierung usw.]
– Kein sinnvolles deckenflächendes Konzept zur “Prävention und Ursachenlösung”
– Ständige Forderungen (ohne hinreichende Förderungen)
– Profilaufgaben Rahmensetzung [oder eben nicht … Bis oben offen]
– Attraktivität des Berufes als “Verlauf” [auch hier sieht die “Konkurrenz” für eine durchaus immer attraktiver aus]
– Anreize für gute Arbeit bei gleichzeitiger tatsächlicher Entlastung
– Inklusionspolitik
– Migrations-/Flüchtlingspolitik
– usw. Usf.
Doch … Anzulasten und zu kritisieren ist da einiges. Auch beim Ministerium.
Oder sehen Sie das anders? Warum?
Wenn Sesselpupser sich etwas einfallen lassen …
Die Kinderärzte-Lobby verschickt an die Praxen in der Fläche seit Jahren zweifelhafteste Empfehlungen nebst krudesten Rechtsauffassungen.
Tenor: Attest nur auf schriftliche Anweisung der Schulleitung.
Begründung (neben den üblichen Nebelkerzen a la Kinder, Kinder, Liebe, Hoffnung):
Das wäre sonst zu viel Bürokratie.
Also für die Kinderärzte.
Zusammenarbeit mit dem System Schule? – Komplette Fehlanzeige, das grenzt eher an Sabotage.
Vielen Dank dafür, ihr seid ein gaaaaanz toller Verein.
Wir bekommen seit längerer Zeit bereits „Abmahnungen“ seitens der Kinderärzte, wenn wir Atteste einfordern.
Tenor: Es steht den Schulen nicht zu, solche Bescheinigungen einzufordern … was wir den Praxen damit aufbürden sei schlicht nicht zumutbar…. Zumutbar sind aber unendlich viele Nachschreibklausuren und -klassenarbeiten, die individuell erstellt werden müssen, weil SuS zunehmend glauben, dass sie einen Vorteil daraus generieren, wenn sie ihre Mitschüler fragen können, was denn drangekommen ist.
Und das ist ja nicht mit einer Runde abgetan, sondern es gibt immer wieder die Variante, dass Nachschreibtermine dann wirderum von einzelnen nicht wahrgenommen werden.
Meine Losung dafür lautet: Nachschreibtermine nur dann, wenn alle anwesend sind … fehlt eine(r), dann verschiebe ich die Arbeit nochmal ….
Kinderarztpraxen sind rar und häufig am Limit. Hier möchte fast niemand mehr neue Patienten aufnehmen. Daher ist das schon plausibel. Bei einer ernsthaften Erkrankung hingegen ist man auch in Behandlung und sollte das begründen können. Die Verantwortung liegt definitiv bei den Eltern…
In den meisten Fällen reicht es doch schon aus, eine Bescheinigung
(Vordruck: … war in der zeit von … bis … in der Praxis), um Fehlzeiten zu begründen.
Verhängt die Schule gegen einen Schüler eine Attestpflicht, so haben die Erziehungsberechtigten dem nachzukommen. Für Nachschreiber gibt es zentrale Nachschreibtermine, wer daran nicht teilnimmt, dessen “Arbeit” wird eben nicht gewertet. Erleichtert im Nachhinein auch die Mittelbildung. Im besten Fall läuft das als Zeugnisnotenmeintrag auf “NB” hinaus. Kann die Leistung eben nicht bewertet werden.
Lehrer sind Rad und häufig am Limit. Da ist es schon plausibel, dass sie ein Attest bei Fehlen eines Schülers wünschen, statt ewig den Eltern hinterhertelefonieren zu müssen.
PS: Ihr Kinderarzt stellt die Atteste persönlich und vollhandschriftlich aus? Bei uns macht das die Sprechstundenhilfe auf einem vorgedruckten Abrissblock – kostet den Arzt keine Sekunde.
„Lehrer sind rar“ sollte das heißen. Doofe Texterkennung… 😀
Ich hatte in den USA einmal vergessen ein krankes Kind abzumelden.
Gegen 9 Uhr kam ein automatischer Anruf. Mir wurde (vom Band) mitgeteilt, dass das Kind nicht erschienen ist und ich umgehend im Sekretariat anrufen soll.
Wohlgemerkt, das ist über 10 Jahre her.
Warum ist das hier nicht möglich?
Vielleicht haben Sie einfach vergessen Ihr Fax-Gerät einzuschalten?
🙂
An unserer Schule wird das so gemacht. Wir haben ein digitales Klassenbuch. DIe Eltern könne ihre Kinder digital krankmelden.
Wenn Kinder fehlen, die nicht abgemeldet sind, sagen die Lehrkräfte dem Sekretariat Beshceid und es erfolgt ein Anruf bei den Eltern.
So läuft das bei uns auch….und es klappt ganz gut…..solange die Sekretärin anwesend ist…..ist sie aber nicht immer und dann wird es schwierig…..
Wieso müssen Sie im Sekretariat Bescheid sagen? Bei uns läuft die Fehlmeldung dort automatisch auf.
Diskussion über Fehlzeiten von SuS.
Aber ich frage mich als ehemaliger Angestellter Lehrer allen Ernstes zu wie ein beamter Lehrer über Jahre hinaus, mit einer periodische Wiederkehr 2 Tage krank, 3 Tag in der Schule und dann in umkehrter Reihenfolge 3 Tage krank,2 Tage Schule vernünftigen Unterricht mach kann und will. Die Leidtragenden sind die SuS, mit einem solchen Vorbild, braucht man sich über die Fehlzeiten der SuS nicht wundern.
Aber das ist nur ein Punkt wo die Schule und die Gesellschaft versagt.
Sie schließen von EINEM Negativbeispiel auf “Schule und Gesellschaft” generell?
Weil dessen Vorgesetzte offensichtlich ihren Job nicht machten und alles versiffen liessen. Ein Verdacht ist ja naheliegend.
Oder (halt extrem unwahrscheinlich) es lagen ganz besondere, seltene Umstände vor.
“Das schleswig-holsteinische Bildungsministerium sucht Wege, die Anwesenheitsquote von Kindern und Jugendlichen in den Schulen zu verbessern.”
=> Weg von den zentralisierten Schulen.
Nicht nur die Kirche sollte im Dorf bleiben, auch die Bildungsinstitute.
Völlig neue Idee: Allgemeine Schulpflicht bis 18 Jahre in fußläufiger Umgebung.
Ab 18 Jahre gerne Berufskolleg oder Oberstufenkurse mit mehr als 2 Kilometer Entfernung.
Die können doch schon einmal Versuche zu geeigneten Maßnahmen bei Plenarsitzungen im Landtag testen.
Sie wollen echt die Dorfschule wieder? Bei uns wären das dann in der gesamten Schule (für die bis 18-Jährigen) 6 Kinder. Es sei denn, Sie meinen mit „fußläufig“ einfach nur die Möglichkeit, die Schule zu Fuß zu erreichen, auch unter Zurücklegen von Strecken von mehr als 5km.