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Legasthenie: Im Schnitt sind zwei Schüler pro Klasse betroffen – aber das Bildungssystem beachtet sie kaum

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BERLIN. Millionen Menschen in Deutschland sind von Legasthenie betroffen, doch im Schulalltag fehlt oft eine verlässliche Förderung. Wissenschaft, Verbände und Betroffene beschreiben übereinstimmend strukturelle Defizite – mit Folgen für Bildungschancen, psychische Gesundheit und berufliche Perspektiven.

Wimmelbild. (Symbolbild.) Illustration: News4teachers

Kirsten erinnert sich noch genau an ihre Schulzeit. „Ich hatte in meiner ganzen Schulzeit das Gefühl, dass ich den Anforderungen nicht gewachsen bin, da es meinen Mitschülerinnen und Mitschülern deutlich einfacher fiel, die Aufgabenstellungen zu bewältigen. Das hat dann dazu geführt, dass ich unter starken Ängsten vor Prüfungen litt und oftmals in den Prüfungen versagt habe, da ich wie blockiert war, etwas aufzuschreiben“, erzählt sie. Heute arbeitet sie als Erzieherin, doch die Erfahrungen aus der Schule wirken nach.

Solche Biografien sind nach Einschätzung der Berliner Professorin Katrin Böttcher kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines systematischen Problems. „Das System lässt sie im Stich“, sagt die Wissenschaftlerin, die sich mit Neurodiversität am Arbeitsplatz beschäftigt. Gemeinsam mit der Erziehungswissenschaftlerin Alexandra Merkert hat sie einen Sammelband zu Legasthenie in Bildung und Beruf vorgelegt. Darin wird beschrieben, wie Bildungswege trotz Schwierigkeiten gelingen können – zugleich aber auch, wie häufig strukturelle Hürden bestehen bleiben. Böttcher spricht in diesem Zusammenhang von einem „strukturellen Systemversagen“. Das deutsche Bildungssystem könne mit Legasthenie „kaum umgehen“ und verbaue damit Chancen.

Die Dimension des Problems ist erheblich. Schätzungen zufolge sind in Deutschland zwischen drei und zehn Millionen Menschen betroffen, im Schnitt zwei Kinder pro Schulklasse. Legasthenie hat dabei nichts mit Intelligenz zu tun und tritt auch bei Hochbegabten auf. Entscheidend ist vielmehr, dass Betroffene deutlich mehr Zeit und Anstrengung benötigen, um Lesen und Schreiben zu erlernen – und dass sie häufig dauerhaft mit den Folgen konfrontiert bleiben.

Unterstützung für diese Schülerinnen und Schüler hängt häufig vom Zufall ab. Zum Tag der Legasthenie und Dyskalkulie am 30. September 2025 erneuerten mehrere Verbände ihre Kritik (News4teachers berichtete). Der Verband Bildung und Erziehung (VBE), der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) sowie die Deutsche Kinderhilfe fordern deutlich mehr Engagement von Politik und Gesellschaft. Sie verweisen darauf, dass etwa jedes siebte Kind betroffen ist, die Förderung aber oft nicht systematisch organisiert wird.

Der baden-württembergische VBE-Landesvorsitzende (und frühere Bundesvorsitzende des Verbands) Gerhard Brand beschreibt die Situation so: „Schülerinnen und Schüler mit Legasthenie und Dyskalkulie stehen in ihrer Schullaufbahn vor enormen Herausforderungen. Was dem Rest der Klasse leicht von der Hand geht, fordert von ihnen Höchstleistungen.“ Es sei nicht länger hinnehmbar, dass notwendige Unterstützung vom Einzelfall abhänge. Brand fordert strukturelle Veränderungen und betont: „Wir müssen endlich alles daransetzen, echte Bildungsgerechtigkeit zu schaffen. Es braucht massive Investitionen, um die Rahmenbedingungen so zu verändern, dass jedes Kind die Förderung bekommt, die es benötigt – unabhängig von Herkunft, sozialem Status oder individuellen Schwierigkeiten.“

Ein zentrales Problem liegt aus Sicht der Verbände in der rechtlichen Einordnung. Legasthenie gilt häufig lediglich als Teilleistungsstörung. Zusätzliche Ressourcen für Schulen werden daraus in der Regel nicht abgeleitet. Brand warnt deshalb: „Das hohe Maß an individueller Förderung kann nebenbei im normalen Schulalltag oftmals nicht gelingen.“ Gleichzeitig verschärft der Fachkräftemangel die Situation. „Damit werden gerade diejenigen Kinder im Stich gelassen, die schon vor ihrem Schuleintritt auf besondere Unterstützung angewiesen wären.“

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Besonders im Schulalltag zeigt der Reader seine Stärke: Schülerinnen und Schüler können Aufgaben und sogar Prüfungen eigenständig bewältigen – ohne zusätzliche Unterstützung. Da der Stift offline arbeitet und keine Daten speichert, ist er datenschutzkonform und ideal für den Einsatz in Schulen geeignet. Für den gemeinsamen Einsatz ist auch ein Klassenset mit 10 Geräten in robuster Transporttasche erhältlich.

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Auch der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) verweist auf konkrete Defizite im Schulalltag. Typische Anzeichen einer Legasthenie zeigen sich beim Lesen etwa in einer niedrigen Geschwindigkeit, häufigem Stocken oder dem Vertauschen von Buchstaben und Wörtern. Beim Schreiben treten unter anderem anhaltend hohe Fehlerquoten, Probleme bei der Lautzuordnung sowie Schwierigkeiten in Grammatik und Zeichensetzung auf. Diese Probleme bleiben über längere Zeit bestehen und betreffen alle Fächer, in denen Lesen und Schreiben vorausgesetzt werden.

Was Legasthenie im Kern ausmacht, beschreibt die medizinische S3-Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung von Lese-Rechtschreibstörungen präzise. Demnach liegt eine Störung vor, wenn die Lese- und Rechtschreibleistungen „deutlich unter dem Niveau“ liegen, das aufgrund von Alter, Klassenstufe oder Intelligenz zu erwarten wäre, und wenn dadurch die Bewältigung schulischer und alltäglicher Anforderungen beeinträchtigt ist. Entscheidend ist dabei die sogenannte Diskrepanz: Die Schwierigkeiten stehen nicht im Verhältnis zu den übrigen Fähigkeiten des Kindes.

Die Leitlinie betont zugleich, dass die Ursachen sorgfältig abgegrenzt werden müssen. So ist auszuschließen, dass die Probleme etwa auf eine allgemeine Entwicklungsverzögerung, mangelnde Beschulung oder Sinnesbeeinträchtigungen zurückzuführen sind. Die Diagnose soll sich auf standardisierte Tests stützen, die Lesegeschwindigkeit, Textverständnis und Rechtschreibleistungen erfassen. Darüber hinaus fordert die Leitlinie ausdrücklich eine umfassende Perspektive: „Die Diagnostik […] muss daher interdisziplinär von Fachleuten durchgeführt werden“, wobei auch die psychische und soziale Entwicklung sowie die familiäre und schulische Situation einzubeziehen sind.

Auffällig ist, dass die Leitlinie damit einen hohen fachlichen Standard formuliert, der eine enge Zusammenarbeit verschiedener Professionen voraussetzt. Genau diese strukturellen Voraussetzungen fehlen nach Einschätzung vieler Praktiker jedoch häufig im Schulalltag.

„Für uns ist es nicht länger tragbar, dass Schülerinnen und Schüler mit Legasthenie und Dyskalkulie in den Schulen weiterhin so stark benachteiligt werden“

Der Verband Bildung und Erziehung sieht deshalb insbesondere die Politik in der Verantwortung. Neben zusätzlichen Lehrkräften fordert er multiprofessionelle Teams, in denen auch Schulpsychologen, Sozialarbeiter und therapeutische Fachkräfte zusammenarbeiten. Nur so könnten sowohl Lernprobleme als auch psychische Belastungen frühzeitig aufgefangen werden.

Dass es dabei nicht allein um individuelle Bildungswege geht, betonen die Verbände übereinstimmend. Rund 15 Prozent der Bevölkerung seien von Legasthenie oder Dyskalkulie betroffen. Wenn deren Potenziale nicht genutzt werden, habe das auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen. Entsprechend fordert der VBE, das Thema stärker in den Mittelpunkt bildungspolitischer Entscheidungen zu rücken und strukturell abzusichern.

In die gleiche Kerbe schlägt Tanja Scherle, Bundesvorsitzende des BVL. Sie betont: „Für uns ist es nicht länger tragbar, dass Schülerinnen und Schüler mit Legasthenie und Dyskalkulie in den Schulen weiterhin so stark benachteiligt werden.“ Notwendige Maßnahmen wie ein konsequenter Nachteilsausgleich könnten sofort umgesetzt werden, „ohne Mehrkosten oder erhöhten personellen Aufwand“. Sie fordert zudem externe Förderkräfte, die Basisfertigkeiten im Lesen, Rechtschreiben und Rechnen gezielt stärken. Lehrkräfte allein seien mit der Situation überfordert. News4teachers 

Das Buch “Neurodiversität und Legasthenie in Bildung und Beruf” von Katrin Böttcher und Alexandra Merkert lässt sich hier gratis herunterladen. 

Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats „Sprache bilden“. 

“Streng dich doch mal an!” Legasthenie-Betroffene vermissen bei Lehrern häufig Geduld – und Expertise zum Thema

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Stine
19 Tage zuvor

Da sehe ich bei uns das Problem im “Fühli fühli” und “jeder lernt in seinem Tempo”. Die Aussage ist häufig gewesen, Ihr Kind kann noch nicht lesen, geben Sie ihm Zeit, das kommt noch. Das verunsichert uns Eltern – müssen wir also nichts tun, ist alles ganz normal? Nun können aber einige immer noch nicht richtig lesen und jetzt will man schauen – besteht eventuell eine Legasthenie? Ich glaube, da muss viel früher etwas passieren. Man verpasst wichtige Zeiträume, um zu fördern oder weitere Maßnahmen zu besprechen und auch dem Kind dann wieder etwas Ruhe zu geben, was ja selber das Gefühl hat, es kann nicht das, was andere können. Gleichzeitig wirkt sich dieses Warten auf das Niveau der ganzen Klasse aus. Das ist für alle Kinder unbefriedigend. Und später wird das dann häufig damit “erschlagen”, dass man für Arbeiten einfach 15 Minuten länger Zeit hat – während man andernorts auch mal eine schriftliche in eine mündliche Prüfung umwandeln kann. Es ist gut, wenn das Thema mehr Aufmerksamkeit bekommt!

Feli
19 Tage zuvor
Antwortet  Stine

Das Thema ist zweifellos wichtig und hat immerhin etwas mit den Kernaufgaben der Schulen zu tun. Wer gar nicht oder nur ansatzweise lesen und schreiben kann, ist im Leben wirklich benachteiligt und gilt nicht nur so wegen klassenkämpferischer Kriterien.
Ich stimme Ihnen zu: “Es ist gut, wenn das Thema mehr Aufmerksamkeit bekommt!” Haupthindernis dafür sehe ich allerdings in der Angewohnheit, den Schulen immer neue Erziehungs- und Betreuungsaufgaben zuzuschieben – je nachdem, was gerade in Mode ist und als gesellschaftspolitisch wichtig gilt.
Ob Kinder dabei noch Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, ist zweit- oder drittrangig. Dass sie in diesen ideologiefreien Techniken immer mehr Leistungsschwächen aufweisen, wird zwar regelmäßig festgestellt, hat aber kaum Auswirkungen auf die Prioritätenliste.
Einen Schulpreis gewinnt jedenfalls keine Schule, die sich „Lesen, Schreiben und Rechnen“ auf die Fahne geschrieben hat. Da müssen andere Aushängeschilder her wie „Schule für Demokratie“ – „Schule gegen Rassismus“ oder „Schule für Vielfalt“.

Rainer Zufall
19 Tage zuvor
Antwortet  Stine

“Die Aussage ist häufig gewesen, Ihr Kind kann noch nicht lesen, geben Sie ihm Zeit, das kommt noch.”
Es nennt sich Growth Mindset, dass das Kind beim Prozess bestärkt wird und nicht (auf Defezite) bewertet und festgenagelt wird. Daher das “noch”.
Da ist es manchmal einfach kontraproduktiv, Druck aufzubauen, dem das Kind nicht gerecht werden kann, besonders bei Beispielen woe LRS im Artikel oben.

Wenn Ihr Kind damals beim Laufenlernen umfiel, warfen Sie das Handtuch und sagten, es könne nicht laufen?
Oder ermunterten Sie Ihr Kind, aufzustehen und weiter zu üben, bis es gelingt – Also Ihr sogenanntes “Fühli fühli”? 😉

Aber selbst wenn Ihr Kind eine LRS hat, kann es noch Lesen und Schreiben erlernen – wegtherapieren lässt sich es nicht.

DerechteNorden
19 Tage zuvor

Welches Bildungssystem?
An den GemS in SH ist das ein sehr großes Thema. Ich habe während meiner langjährigen Dienstzeit so viele Legastheniker*innen auch sehr gut durchs Abi und andere Prüfungen gebracht, dass ich diese Schlagzeile in Ihrer Pauschalität so nicht stehen lassen kann.

Gummibärchen
19 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Dem schließe ich mich uneingeschränkt an – auch GemS SH 🙂

mississippi
19 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Dem schließe ich mich auch an.

Rainer Zufall
19 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Es wurde ja nie behauptet, LRS sei am Gymnasium keine Sache.
Bei Ihnen sitzen Bildungsgewinner*innen, ggf. auch welche mit LRS, die um ihre Schwierigkeiten wissen und über die Skills verfügen, sich durchzubeißen.

Wenn Sie bei sich keinen Unterstützungsbedarf sehen, freut mich dies für Sie unironisch und ernsthaff, aber ich weiß nicht, ob Sie da für alle Gymnasien sprechen :/

Küstenfuchs
18 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

DerechteNornden ist nicht Lehrkranft an einem Gymnasium, sondern an einer Gemeinschaftsschule. Akkerdings liegt die recht gute Förderung auch am Bundesland.

Steißtrommler
19 Tage zuvor

Zwei Legastheniker pro Klasse wären etwa acht Prozent. Wenn tatsächlich 15% an Legasthenie oder Dyskalkulie litten, kämen noch einmal zwei Kinder mit Dyskalkulie dazu.
Nun, das widerspricht meinen Erfahrungen aus über zwei Jahrzehnten Mathematikunterricht.
Es sei denn, in den Nicht-Gymnasien säßen deutlich mehr Schüler mit den genannten Schwächen.

DerechteNorden
19 Tage zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Tatsächlich weiß ich von der Elternschaft meiner Schule, dass sie ihre Legastenie-Kinder mit Gym-Empfehlung lieber an GemS schicken.

Palim
19 Tage zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Davon ist auszugehen, da man es mit LRS/Dyskalkulie häufig nicht auf eine gute Note in D/Ma schafft, entsprechend erfolgt nach der Grundschule die Beschulung an einer anderen Schulform als dem Gym.

Man müsste rechtzeitig diagnostizieren (schwierig) und therapieren (noch schwieriger) oder das Kompensieren der Schwäche als aussichtsreich ansehen, weil das Kind in anderen Belangen die gymnasialen Anforderungen erbringen kann.

Die Vorgaben in den BL sind sehr verschieden, in NDS kann man nur bis Ende Klasse 4 auf Dyskalkulie Maßnahmen setzen, danach gilt es (laut Erlass) als nicht mehr existent (Lahme gehen, Blinde sehen … quasi ein Wunder).

Küstenfuchs
17 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Das ist doch Unsinn. An meinem Gymnasium haben wir sicher einen Schnitt von etwa 2 LRS-Kindern. Die bekommen dann Förderung und einen Nachteilsausgleich auch z.B. in Mathearbeiten in Form von mehr Zeit.

Dyskalkulie ist da etwas schwieriger, weil dies im Grunde das ganze Fach Mathematik betrifft und nicht wie bei Legasthenie nur einen Teilaspekt. Da wird es dann schwierig, eine allgemeine Hochschulreife im Wortsinn zu erwerben.

nurmalso
19 Tage zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Das tun sie!

TaMu
19 Tage zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Mit ihrer hart erarbeiteten Grundschul- Mathe-4 kommen Kinder mit Dyskalkulie gar nicht auf ein Gymnasium, es sei denn, ein aufmerksamer Mensch hat das Problem schon in der Grundschule erkannt und wurde nicht abgewimmelt.

vhh
19 Tage zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Ja….

Heinz
19 Tage zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Bei uns sind ca. 1/3 bis 1/4 der Kinder mit LRS Diagnostiziert. RS.

Delfinchen
19 Tage zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Bei uns sitzen inzwischen 50% Legastheniker in den Klassen…. Haha… kann ich nicht glauben, dass das valide getestet ist.

Bla
19 Tage zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Ich habe bei mir bei 20-25 Kinder 11 Kinder mit Lega/LRS/iso. RS/iso. LS Diagnose in meiner Klasse. Manche Testung durch Schulpsychologen. Manche durch KJP. Manche durch beides.
Also etwa 50% meiner Klasse.
Dazu kommen einige mit Dyskalkulie und anderen Komorbiditäten. Dazu zusätzliche (relativ eindeutige) Verdachtsfälle. Hier liegt es noch bei fehlenden Testungen und ggf. IQ-Faktor.

In Bayern [MS] wurde die LRS Stunde zusätzlich die Jahre oftmals gestrichen. Begründung mitunter Ressourcen- und Fachmangel.
Auf meiner letzten Schulung durch amtliche/staatliche Schulpsychologen … War das Ergebnis der Schulen, welche aktuell (noch) LRS-Förderunterricht anbieten bei … 2 Schulen der teilnehmenden Fobi-Lehrkräfte. Die Schulpsychologen waren begeistert, dass überhaupt noch jemand die nicht mehr verpflichtenden LRS-Stunden im Rahmenplan haben. Eine Schule davon waren wir.
Und auch wir reduzieren hier aktuell bzw. wägen es ab. Dazu arbeiten wir zusätzlich mit (internen/externen) Therapeuten zusammen.

Auch das gehört meiner Meinung nach zum Diskurs bei solchen Forderungen wieder mal. Hausgemachtes Problem über Jahre der Ressourcen-Vernachlässigung.
Dazu fehlen eben oft die Therapeuten. Insbesondere bei Legasthenie.

Viele Testungen testen auch “nur noch” auf LRS. Sie differenzieren nicht mehr. Was ebenfalls ein massives Problem ist. Aber auch hier … Pragmatismus und Ressourcenschonung.
Legasthenie ist primär erbbedingt. Hier braucht es unbedingt eine therapeutische Förderung. Also insbesondere Gedächtnis-, Struktur- und Logiktraining.
Bei iso. RS/LS und LRS kommt man noch einigermaßen mit “Übung” und Lern- und Fachstrategien [RS-Strategien usw.] weiter. Hier ist eine Differenzierung dann auch “einfacher”/”leichter”.

Dann kommt dazu, dass viele Bundesländer Dykalkulie immer noch nicht sonderlich (offiziell) anerkennen. Zumindest was Fördermaßnahmen und Ausgleichsmöglichkeiten anbelangt. Hat sich etwas gebessert die letzten Jahre. Manche Ausgleichsmöglichkeiten kann man “indirekt” bekommen. Aber wäre schon mal “cool”, wenn man hier eine offizielle Anerkennung dann auch hätte. Erleichtert den Umgang und die Fördermöglichkeiten als potentiellen Anspruch.

Und wenn man dann ganz viel Lust hat … Dann kommt man mal auf die Idee, dass das nur die häufigsten “beiden” Varianten von Neurodivergenzen sind.
Dazu kommen eben andere, welche ebenfalls “anderen Zugang zu Lernen” brauchen bzw. eigentlich bräuchten.
Wozu allerdings oftmals sowohl Fachexperten, Wissen, Ressourcen als auch Rahmenbedingungen fehlen.
Beispielsweise sind schätzungsweise 95% Neurologisch. Dementsprechend geht man von etwa 5% Neurodivergenten aus.
– LRS/Lega/Isos. Bekannt
– Dyskalkulie wird bekannter. Bei LuL und co. bekannt
– A-S-S [oft rein auf Asperger “gedacht”]. Eingeschränkt oft bekannt
– Dyspraxie -> Schon unbekannter für viele
– Mutismus -> Schon unbekannter für viele
– Anauralie -> Noch unbekannter für viele
-> Aphantasie -> Noch unbekannter für viele
Und schon sieht man ein Teilproblem des Ganzen denke ich?

– Wer soll das “leisten”?
– In welchem Rahmen?
– Wie konkret?
– Mit welchen Mitteln/Geldern/Ressourcen?

Und schon sind die Zuständigen für Rahmenbedingungen [Staat/Land/Kommune] raus. Zuständigkeitsherumgeschiebe. Begründung auf Mangel von XY.

Den Lehrkräften auflasten? Keine Chance. Sonderpädagogen? Auch hier mangelt es. Therapeuten? Mangelware. Dazu ebenfalls “Kampf um jede Stunde”. Ständige Anträge und Verlängerungen.
Bin ständig an Diagnosesachen auszufüllen usw. usf.
So ganz nebenbei. On Top.
Es ist teilweise ein Trauerspiel.

Rainer Zufall
18 Tage zuvor
Antwortet  Bla

“. Die Schulpsychologen waren begeistert, dass überhaupt noch jemand die nicht mehr verpflichtenden LRS-Stunden im Rahmenplan haben. Eine Schule davon waren wir.”
Sie wollen jetzt Lob, dass Ihre PRIVATSCHULE die eigene Schülerschaft mit LRS fördert? Wofür blechen die Eltern dieser Kinder sonst das gute Geld bei Ihnen?

Bla
18 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Die Elterngelder gleichen immernoch lediglich die Differenz/Lücke des Staates bei uns aus.
2/3 staatliche Zuschüsse.
1/3 Elterngeldbeitrag.
Zudem verdienen wir Lehrkräfte dort (deutlich) weniger.
Wir haben – wie ich Ihnen bestimmt schon 3-5 Mal erklärt habe – nicht mehr Geld je SuS im Schnitt zur Verfügung.
Dementsprechend ist das durchaus eine Abwägung und Haushaltsplanung. Was Privatschulen eben machen müssen. Sonst kommt da (schnell) mal die Insolvenz.
Aber das wissen Sie natürlich nicht, weil Sie:
1. Absolut keine Ahnung haben
2. Sich zu nahezu keinen Thema informieren
3. Sie die Informationen anderer hier im Forum komplett ignorieren, nicht verstehen oder anscheinend schnell vergessen
Daher habe ich weiterhin inzwischen wenig bis keine Hoffnung, dass Sie dies machen werden. Auch hier … Sie können mir “glauben”. Oder recherchieren. Oder Anfragen verschicken. Oder was auch immer. Gibt viele Möglichkeiten.
Sie können aber auch weiterhin einen kompletten Bullsh…. verzapfen und “in’s Nichts” rumstochern und weiterhin auch Unterstellungen machen. Sie machen sich zum Affen. Aber gut … Es nimmt Sie sowieso noch kaum jemand ernst – und das oft zurecht.

Aber Sie brauchen sich nicht benachteiligt fühlen. Auch wir gleichen das wohl noch an. Dementsprechend wird wohl auch bei uns – wie an einigen Schulen (auch Privatschulen) – diese Förderstunde gestrichen.
Toll, oder? Wenn das Sie jetzt glücklich macht. Auch okay.

Gerne können Sie auch hierzu dann noch fragen, warum Eltern Schulgeld zahlen. Meine Antwort wird gleich bleiben … Das ist den Eltern überlassen. Ich bin kein Verkäufer.
Ich verdiene deutlich weniger. Ich muss nicht “umwerben” – das ist nicht meine Aufgabe.
Und wenn Sie ständig bei uns als integrative Privatschule schon fragen … Dann Mahlzeit für alle Regelschulen mit noch weniger Rahmenbedingungen. Dann geben Sie hiermit zumindest mal offiziell zu, dass Inklusion weitestgehend gescheitert ist.
Willkommen zumindest dann in der Realität. Danke.

Rainer Zufall
17 Tage zuvor
Antwortet  Bla

“Ich muss nicht “umwerben” – das ist nicht meine Aufgabe.”
Stimmt, ich wundere mich nur, WARUM Eltern diese Beiträge zahlen, wenn Sie sich jedes (!) Mal äußern, dass es bei Ihnen so schlecht laufe wie am den öffentlichen Schulen.
Warum Geld dafür ausgeben, dass zu wenige Ressourcen da sind. Die Kommunikation Ihrer Schule wird mit Blick auf eine mögliche Insolvenz wohl massiv von Ihren Aussagen abweichen… 🙁

Bla
16 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

“Stimmt”

Zumindest das verstehen Sie anscheinend. Gut.

“ich wundere mich nur, WARUM Eltern diese Beiträge zahlen, wenn Sie sich jedes (!) Mal äußern, dass es bei Ihnen so schlecht laufe wie am den öffentlichen Schulen.”

Wo habe ich das jemals so geschrieben? Hier dürfen Sie mich sehr gerne zitieren. Gerne alles, was Sie dazu finden. Muss ja wohl Ihrer Ansicht nach unglaublich oft gewesen sein.

Was Sie bitte “differenzieren” müssen … Weil ich jetzt gerade auf den Gedanken komme, dass Sie evtl. denken, dass ich ALLE meine Beiträge auf mich/meine Privatschule beziehen würde/könnte … Neee, meine Kommentare sind meistens eher allgemein. Je nach Thema spezifisch.
Wenn ich beispielsweise das zu hohe Deputat kritisiere. Dann für Regelschulen. [Im Prinzip auch für mich, da unsere Schule das 1 zu 1 natürlich angleicht …]
Wenn ich kleinere Klassen fordere. Dann für das gesamte System. Insbesondere (!) für Regelschulen. [Indirekt eben auch “für mich”, da wir hier “in ‘Konkurrenz’ mit Regelschulen” stehen. Logische Sache: 30 SuS an einer Regelschule – 20-25 bei einigen Privatschulen. 20-25 SuS an Regelschulen – 15-22 an Privatschulen. Nur als Beispielzahlen.]
Wenn ich für Inklusionsbedingungen fordere – aber eben nicht für Inklusion ohne dessen … Dann ebenfalls für “beide Systeme”.
Warum? Weil Inklusion wichtig ist. Aber sinnvoll nur tauglich. Und da sah und sieht es sehr schlecht aus. Bessere Rahmenbedingungen diesbezüglich an Regelschulen sind generell sinnvoll + “Konkurrenz” – beleben “die Rahmenbedingungen” auch hier. Weil dann eben “Alternativen” überhaupt mal da sind. Momentan haben wir viel Inklusion und unsere Grundrahmenbedingungen sind besser als an sehr vielen Regelschulen. Da gebe ich Ihnen ja recht. Trotzdem finde ich persönlich (und viele Kollegen und Kolleginnen usw.), dass man auch bei uns noch einiges verbessern kann und sollte. Ist dann eben eine Sache des Geldes [leider]. Auch bei uns. Geht es einigen/vielen I-Kindern trotzdem besser bei uns? Ja.
“Müssen/Muss” man das “ausgleichen”? Ich finde nicht. Wir sind eine Privatschule und hätten die Möglichkeit der Ablehnung, wenn zu viele. Und das soll echt nichts gegen Inklusion sein. Sonst wär ich schon lange nicht mehr an einer integrativen Privatschule. Aber die Kritik bleibt leider – auch meiner Privatschule gegenüber. Vielleicht habe ich (und viele KuK) auch einfach zu hohe Erwartungen. Mag sein.

“Warum Geld dafür ausgeben, dass zu wenige Ressourcen da sind.”

Das müssen eben die Eltern und Kinder selbst für sich entscheiden. Wir bekommen eben vergleichweise lediglich 2/3 der Gelder von Regelschulen als Fördergelder. Das können Sie auch schnell nachsehen, wenn sie bei staatlich genehmigt schauen [NICHT staatlich anerkannt – die sind oft höher 75-100% teilweise].
Dafür zahlen die Eltern Schulgeld im Bereich der ca. 1/3 Differenz.
Zudem verdienen wir Lehrkräfte (deutlich) weniger als vergleichsweise an Regelschulen. Wird hier auch nochmal durch das Gesetz begrenzt. Eben damit “nicht zu viele vom Staatsdienst ausbrechen würden” … Öhm keine Konkurrenzsituation beim Geldbetrag besteht … Öhm wir Privilegien haben … Ja genau, weil wir Privilegien haben spart der Staat Gelder. Beispielsweise dürfen wir keine Noten in den unteren Klassenstufen machen. Das ist rechtlich nicht erlaubt. Ich darf Tests schreiben und diese bepunkten. Aber keine Note drauf schreiben und nicht geltend machen. Zudem muss ich keine Tests schreiben. Das ist die pädagogische Freiheit/Privilge von staatlich genehmigten Privatschulen (und dessen Lehrkräfte). Abschluss sieht anders aus… Da Kooperation mit Regelschul-Partner.

Also, warum entscheiden sich viele Eltern trotzdem dafür?
Weil wir die Gelder effektiver und sinnvoller einsetzen können. Direktere Wege. Weniger Bürokratie. Unsere Abschlüsse sind durchaus – nennen wir es akzeptabel? Trotz starker Inklusion und hoher Streuung der Niveau der SuS [Inklusion, ESE, schwaches Förderschulniveau bis hin zum Gymnasium]. Wir bestehen seit >> 10 Jahre. Genaue Zahl will ich nicht nennen … Aber man kann durchaus davon ausgehen, dass wir unseren Job machen. Sonst gäbe es uns nicht so lange.
Insolvenzgedanke haben Sie allerdings angeführt. Und klar. Das kann sein und kommen. Wenn nicht genug SuS da wären [zu hohe Gelder, wenig Interesse an Konzept, Personalrotation zu hoch oder sonst was] dann kann das “recht fix gehen”. Siehe andere Privatschulen.
Den Haushaltsplan und Bilanz müssen wir darlegen. Haben hier Rechenschaftspflicht. Daher kann man das durchaus einsehen. Ist kein Geheimnis. Wir schwimmen nicht im Geld – wir halten uns aber. Und man sieht eben auch welche Ausgaben wohin gehen laut Bilanzierung. Daher sieht man auch, dass man “Gelder in Qualität übertragt”. Man könnte auch massiv sparen – klar. Aber davon hätte keiner was. Bringt auch nichts als gemeinnützige Organisation/Verein. Wir dürfen sowieso uns “daran nicht bereichern”. Also ist die Investition und “knappe Mittel” durchaus sinnvoller als hier einzusparen denke und finde ich.
Sehen Sie das anders?

Also … Aber warum entscheiden sich dann Eltern trotzdem dafür, auch wenn wir nicht in Geld schwimmen und was ist so mitunter unser “Clientel”?

– Weil wir keine Noten haben. [Clientel Prüfungsangst]

– Weil wir pädagogisch bei Schulabstinenz vorgehen -> keine Stigmatisierung, Kooperation und Austausch, Einforderung der Arbeit mit Therapeuten (bei Trauma/wechsel wegen Schulangst von Regelschule zu uns – beides eher der Fall bei uns), Beratung und Wiedereingliederung [Clientel Trauma/Schulabstinenz/Schulangst]
-> Schulabsentismus hingegen haben wir eher weniger. Warum sollte man “dafür” zahlen, wenn das Kind sowieso nicht kommen will oder kommt? Bei “Kein Bock” haben wir das Privileg diese zu kündigen. Also die “Differenzierung” ist schnell gemacht.

– Wir eine Montessori-Schule sind. Montessori-Material und Montessori-Diplom [viele DMG-Qualität und Standard]. Also ein anderes Konzept haben. [Clientel Montessori-Pädagogik]

– Bei uns jede/-r SuS Deutsch als Sprache beherrscht – oft dazu noch weitere Muttersprachen oder Deutsch als Zweitsprache recht gut beherrscht. [Clientel “wir wollen, dass Deutsch gesprochen und gefördert wird] [Anmerkung: Hatte ich tatsächlich noch nie als Begründung gehört … Aber denke das ist durchaus ein Grund und realistisch. Würde jedoch auch niemand so angeben. Ist mir auch klar.]

– Wir Eltern und Kinder mit einbinden. Eben durch EMA, Eltern-AKs, Beratung, oft engere Kommunikation etc. [Clientel “Familiärer(er) Umgang/Einbindung/Mitentscheidung]
-> Dazu hospitieren viele Eltern und Kinder bei uns. Ist zumindest von unserer Seite aus erwünscht bis voraussetzung. Wir wollen die Kinder (und Eltern) ja kennenlernen und andersrum. Ebenfalls einschätzen und schauen, ob es passt. [Transparenz/Schaut euch die Schulen genau an … Ich kanns nur immer wieder empfehlen und betonen]

– Wir im Bereich der “Freien Wahl der Arbeit” normalerweise eine Doppelbesetzung haben. Zudem wir normalerweise dazu jeweils Klassenzimmer + Nebenraum haben. Daher bessere Förderung möglich. [Clientel Hoffnung auf Förderwünsche/Differenzierung]
-> + unsere “Location” ist auch nicht ganz ohne …

– Eventuell. weil wir Kooperationen haben? Hatte ich als Grund nie gehört, aber schaden wird das nicht. Gehört ja auch zur Attraktivität.

– Es “Mundpropaganda” gibt. Also sich das sehr schnell rumspricht, ob Eltern (und Kinder) zufrieden sind oder nicht. Wir dazu schon etwas über dem bundesweiten/regionalen Durchschnitt bei Abschlüssen dastehen. Zudem wir … Sehr weitreichend anbieten. [Clientel “Anscheinend funktioniert es ja irgendwie – trotz Inklusion- und “keiner Noten”-Skepsis]

– Viele I-Kinder und dessen Eltern sich anscheinend recht wohl fühlen bei uns. Wir haben eine relativ hohe Inklusionszahl. Und dementsprechend aber auch hier recht hohe Anfragen. [Clientel Inklusion, Hoffnung auf guter/sinnvoller Inklusion (falls kein I-Kind, aber trotzdem moralisch dafür), Förderung/Kooperationen, Stigmata Inklusion – “bloß keine Förderschule”, “geschützter Rahmen”]

– Wir (begrenzte) Fördermöglichkeiten/-gelder für “sozial schwache Familien” haben/anbieten. Bzw. das über die Eltern und den Förderverein/-bereich (glaube ich) geht. Wie ganz genau … Keine Ahnung. Das machen die Eltern. Ich bekomme davon auch tatsächlich nur was mit, wenn Eltern das erwähnen. Ich weiß lediglich immer auf Nutzung und Anfrage dessen hin.

– Einige “Wechsler” durch andere Privatschulen und Regelschulen
-> Unzufriedenheit der alten/aktuellen Privatschule [aber Konzeptwille]
-> Unzufriedenheit mit Regelschulsystem
-> Probleme an aktueller Schule [mit LuL/Klassenkameraden … Mobbing usw.]
-> Sprengelschulalternativen [Bedenken vor Sprengelschule oder ggf. schlechter Bezirksruf dessen]
-> Hoffnung auf “mehr Förderung (nach oben)” – trotz “Empfehlung” für Förderschule/Mittelschule. [Auch hier ggf. Stigmata – Privatschule klingt da oft besser nehme ich an]

– Unser Kollegium tatsächlich recht funktional und besser aufgestellt ist als an vielen Regelschulen. Also wir decken deutlich mehr “Vertretungsfälle” ab. Zudem ist das Sekretariat, Hausmeister und die Verwaltung wesentlich besser belegt als an einigen Regelschulen. [Clientel Unterrichtsabdeckung – eher ein Zusatzfaktor aber]

– Wir freier und direkter arbeiten können. Rein systemisch bedingt schon. Also können die SuS auch “Zeit haben” und “weniger Druck”. Das ist tatsächlich auch ein sehr oft genannter Grund. “Das Kind in seinem/ihrem Tempo”. [Clientel “zu viel Regelschuldruck”/Stress/Perfektionismus/Schulangst/Notendruck/…]

– Bestimmt noch weitere individuelle Gründe. [Freundeskreis, gemeinnütziger Verein (man weiß, dass das Geld genutzt wird und keiner sich davon bereichert), usw.]

Also ja, gibt schon paar Gründe, warum man sich für uns entscheiden kann und offensichtlich auch macht.
Dazu haben die Eltern ja auch ein Kündigungsrecht, wenn sie nicht zufrieden sind. Daher könnten sie rein theoretisch “reinschnuppern”, da wir zudem eine Probezeit haben. Hier können sie bei Unzufriedenheit auch recht schnell kündigen – jedoch noch keinen Fall mitbekommen, wo Eltern dies gemacht hätten. Auch wir können das machen, falls es “zu harte Konflikte” gäbe. Was einige Eltern durchaus wertschätzen, dass wir hier bei Problemen auch die Möglichkeit auf Handlungslösungen haben/hätten. Denke auch das “schadet nicht”.

Grundlegend müssen es aber die Eltern und Kinder wissen, ob sie zu uns kommen. Das ist ja freiwillig – keiner zwingt hier jemanden in einen Vertrag Ist eben ihnen überlassen die Entscheidung.
Es ist oft eine Abwägung.

Zudem wir als Schule/Verein/Kollegium/Vorstand/SL. Einschätzung, was machbar ist und was nicht. Welche Kinder zu uns passen. Wo zu hohes Konfliktpotential. Usw.

“Die Kommunikation Ihrer Schule wird mit Blick auf eine mögliche Insolvenz wohl massiv von Ihren Aussagen abweichen… ”

Insolvenz haben Sie eingebracht.
Insolvenz geht potentiell mal für viele Privatschulen. Ist wie bei einigen Unternehmen.
Sieht anders bei “reichen Privatschulen” [Geldgeber, Eliteschulen mit immensen Schulgeldern, usw.] aus. Aber das sind wir halt nicht. Wenn das die Erwartungen sind oder wären – dann sind die Kinder/Eltern halt ehrlicherweise falsch bei uns. Wir decken weniger “die reiche Masse” ab. Ist eventuell oft eine Abwägung aus und von verschiedenen Bereichen und Perspektiven.

Man könnte beispielsweise auch weniger Schulgelder “verlangen”, dann müsste man aber auf “staatliche Anerkennung” gehen. Könnte man machen. Somit hätten wir eine massive Einschränkung unseres Konzepts und wären verpflichtet Noten zu machen/geben. Dann würden wir auch mehr staatliche Fördergelder bekommen und die Schulgelder wären als Ausgleich diesbezüglich geringer.
Das würde für die Schule jedoch bedeuten, dass viele LuL/Fachkräfte hier kündigen würden. Inklusive mir.
Dazu will weder Vorstand, noch Schulleitung soweit “weg gehen”.
Und die Eltern meines Wissens nach auch nicht als “harter Kompromiss”. Sonst wären sie eben an Regelschulen.

Aber ja, auch das wäre ein potentieller “Kompromiss” gegen Insolvenz. Meiner Meinung nach wäre das aber zugleich das pädagogische Aus und ein massives Risiko durch/wegen Kündigungen/Wechsel.
Und zum Glück sind wir nicht in dieser Position. Anfragen und Warteliste haben wir.
Steigende Tendenz aktuell sogar.
Investitionen sind gut.

Rainer Zufall
14 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Sehr treffend formuliert, besonders der Schluss

Bla
14 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Danke. Auch mit besten Wissen und Gewissen so gemeint.
Ich verstehe Ihre Skepsis. Hatte ich auch. Habe ich auch an manchen Stellen.

Und ja, Privatschulen sind auch kritisch zu sehen. Kein System ist (aktuell) perfekt.
Ehrlicherweise haben wir Privilegien. Aber ehrlicherweise hahen wir auch Nachteile.
Und natürlich kann, darf und sollte man einige Sachen hinterfragen. Also beispielsweise “warum wir keine Nicht-Deutschsprachigen” haben. Absolut valider Punkt. Wir haben Kinder (und Lehrer) mit Migrationshintergrund. Alle sprechen (verständlich) Deutsch.

Jedoch sollte man auch bedenken, dass ich ständig dies an Regelschulen kritisiere. Also “den Stuhl dazu” ohne Deutschkenntnisse. Nicht, weil ich die Kids nicht gerne in der Klasse hätte, sondern weil das meiner Erfahrung nach einfach nicht sinnvoll und effektiv ist.
Hier gehört der Fokus auf ggf. Traumatherapie, Deutsch als starke Förderung und ggf. Fachförderung durch KI/Übersetzer/usw. in der eigenen Sprache. Parallel.
Und das können wir – und auch hier muss ich (leider) ehrlich sein – einfach auch als Privatschule gar nicht gewissenhaft stellen und geben. Den Rahmen haben wir (aktuell) schlichtweg nicht.

An meiner alten Regelschule hatte ich einige Kinder in meinen Klassen, die wirklich kaum bis gar kein Deutsch sprechen und verstehen konnten. Ich musste mir “das Leid” nahezu jeden Tag ansehen. Und die leideten mit. Sie versuchten alles … Wörterbuch damals. Sie waren gewillt. Aber sie konnten gar nicht. Und die Erkenntnis hat mich vielleicht durchaus “etwas” geprägt diesbezüglich.
Ich hatte NIE negative Erfahrungen mit diesen Kindern und Eltern gemacht. Rein auf systemischer Ebene. Ich wollte auch “helfen” – aber auch hier … Ich konnte nicht. Die knallharte Realität musste ich erfahren [und insb. die Kids/Eltern] und war auch für mich Teil meines Alltags.

Also zur Kritik: Privatschulen sollten diese auch “aufnehmen müssen”. Ja… Gedanke ich valide. Auch hier würde jedoch nur der Stuhl dann stehen. Ehrlichste Antwort die ich geben kann.

Als Lösung? Nicht die Privatschulen. Sondern eben Fokus und Rahmenbedingungen der Integration. Und das geht nur mit multiprofessionellen Teams und gezielterer Förderung als jetzt. Da sind auch wir aktuell einfach “nicht richtig”. Sorry.

Rainer Zufall
19 Tage zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Naja, die LRS wirkt sich ja auch auf die Nebenfächer aus. Da wird vielleicht mit wohlmeinenden Vorausblick versucht, viele Kinder vorm Scheitern zu bewahren…

An anderen Schulen gehen Kinder mit LRS, ans Gymnasium gehen Kinder trotz LRS :/
Aber ich spekuliere diesbezüglich nur

Unfassbar
19 Tage zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Ich hatte in 20 Jahren nicht einmal eine Handvoll dyskalkologen im Unterricht, die als therapiert geltenden dyskalkologen eingerechnet. Ich begründe das mit der im vergleich zur lrs viel schwerer zu erhaltenden Diagnose oder der viel zu einfachen Diagnose für lrs. Ob bei letzterer zwischen Schwäche und Störung getrennt wird, weiß ich nicht. Ob generell zwischen nicht gekonnt, weil nicht gelernt, und nicht gekonnt, weil aus Krankheit nicht möglich, unterschieden wird, weiß ich nicht. Die Diagnose lrs macht das lehrerleben aber stressfreier. Ich persönlich muss Schüler aber viele Monate im Unterricht gesehen haben, bis ich die Aussage „Mathe kann ich nicht“ wirklich glaube – unabhängig von dyskalkulie oder nicht.

Palim
19 Tage zuvor

„Die Leitlinie betont zugleich, dass die Ursachen sorgfältig abgegrenzt werden müssen. So ist auszuschließen, dass die Probleme etwa auf eine allgemeine Entwicklungsverzögerung, mangelnde Beschulung oder Sinnesbeeinträchtigungen zurückzuführen sind. Die Diagnose soll sich auf standardisierte Tests stützen, die Lesegeschwindigkeit, Textverständnis und Rechtschreibleistungen erfassen. Darüber hinaus fordert die Leitlinie ausdrücklich eine umfassende Perspektive: „Die Diagnostik […] muss daher interdisziplinär von Fachleuten durchgeführt werden“, wobei auch die psychische und soziale Entwicklung sowie die familiäre und schulische Situation einzubeziehen sind.„

Die Leitlinie gilt für den medizinischen Bereich, nicht für den schulischen.
Es müsste also im medizinischen Bereich auch entsprechende Therapien geben, auf die man Anspruch hat, nachdem die Legasthenie/Dyskalkulie diagnostiziert wurde.
In Wirklichkeit dauert eine Diagnostik 2-3 Jahre, da man zunächst viel Wartezeit hat, danach an mehreren Terminen die Tests erfolgen. Dann ist das Kind durch die Grundschule hindurch, hatte aber noch keine Therapie.
Therapieplätze gibt es an vielen Orten gar nicht.
Selbst wenn die Eltern sich kümmern, stehen sie danach meist ohne Versorgung da.

Innerhalb der Schule gelten die Bestimmungen der Erlasse, die je nach Land verschieden sind.
Es gibt Länder, in denen man von einer außerschulischen Diagnose abhängig ist, um Maßnahmen (z.B. Nachteilsausgleich) einsetzen zu dürfen.
Förderstunden werden nicht ausgewiesen/ zugesprochen und den Schulen nicht als Personal zugewiesen. Dann sind also keine Stunden für die Förderung da.
Es gibt ggf. allgemeine Förderstunden, diese teilen sich aber alle Schüler:innen mit allen zusätzlichen Bedürfnissen.
Alles andere erfolgt über die Differenzierung im Pflichtunterricht, Maßnahmen, die innerhalb des Unterrichts umgesetzt werden können, die die jeweilige Lehrkraft vorbereiten und stützen muss. Das kann eine Unterstützung oder Hilfestellung sein, eine Therapie ist das nicht.

Ein Kind, das kurzsichtig ist, kann ggf. einen Platz weiter vorne im Raum erhalten, die Versorgung mit einer Brille ersetzt es nicht, diese muss aber außerschulisch erfolgen.
Ist die (Seh-)Beeinträchtigung anderer Art, muss man gemeinsam weitere Lösungen suchen, ein Lesegerät o.a.
Immer aber bleiben die Probleme:
a) die Schule erhält kein zusätzliches Personal,
b) Diagnosen werden nahezu immer außerschulisch getroffen und Therapien außerschulisch verordnet.

Bei allen Beeinträchtigungen muss man entscheiden, was schulisch und was außerschulisch erfolgen kann.
Es kann doch aber nicht sein, dass man alles der Schule anlastet und dann zu dem Ergebnis kommt, Schule würde die Kinder nicht beachten.

Eine andere Lösung wäre, therapeutische Möglichkeiten ohne außerschulische Diagnosen in der Schule zu verankern, also Ergotherapeuten:innen, Logopäd:innen, LRS/Dyskalkulie-Therapeut:innen (welche Ausbildung?). Physiotherapeut:innen in den Schulen anzustellen, damit sie mit Kindern, die im Unterricht Auffälligkeiten zeigen, Förderung vornehmen können.
Man würde sich Wartezeiten sparen, würde auch Kinder erreichen, deren Eltern sich nicht kümmern (können), müsste aber die Schulen entsprechend personell und räumlich versorgen.

Cornelia
19 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Therapien in Schulen zu verankern hat einen Nachteil: Im Wechsel verlassen Schüler den Klassenraum und versäumen evtl. wesentlichen Unterrichtstoff, der nachgeholt werden muss. Auch stiftet es Unruhe.
In Sonderschulen wird das oft so gehandhabt. Manchmal wollen die Kinder gar nicht mitten aus dem Unterricht geholt werden.
Zu Überlegen wäre, ob man Therapien auf den Nachmittag verlegt.

nurmalso
18 Tage zuvor
Antwortet  Cornelia

Das ist einer der Gründe, warum diese Kinder lieber auf Schulen des gemeinsamen Lernens gehen. An der Gesamtschule gibt es Lernzeiten, zu denen parallel solche Förderungen laufen. Die entsprechenden SuS hatten dann den Nachteil, dass sie ihre Lernzeitaufgaben dann evtl. zu Hause erledigen mussten.
Habe es aber auch hier erlebt, dass Eltern nicht wolltrn, dass ihr Kind an der Förderung teilnimmt, weil das “stigmatisiert”…

Cornelia
18 Tage zuvor
Antwortet  nurmalso

Schade,dass manche Eltern so reagieren. Wenn man Lernprobleme vertuscht , sind sie trotzdem da, und unbehandelt werden sie auch wahrgenommen und führen umso eher zum Stigma.

Bla
19 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Absolut richtig.

Dazu kommt dann meines Erachtens nach der ehrliche Diskurs, ob man nicht grundlegend alle Kinder ab/bei einem bestimmten Alter eine verpflichtende Grundtestung auf häufigsten Bereiche als Standardvorgehen macht. Einiges kann man bei manchen relativ schnell abdecken. Das wäre schon mal ein Schritt.

Aber … Elternwillen. Angst vor Stigmata. Unkenntnisse. Angst vor “könnte etwas haben”.
Auf der einen Seite.

Und: Massivste Ressourcen- und Rahmenprobleme auf der anderen Seite.

Ergo [keine Ergotherapie – Verwechslungsgefahr]: Wird nicht gemacht.

Was bleibt sind die ständigen Beantragungen und Versuche der Verlängerungen auf Förderungen [insb. externe FachexpertInnen/Therapeuten usw.]. Wo man ohne Kindeswohlgefährdung/massive Alltagseinschränkung sowieso keinen Antrag mit sonderlich Erfolg durchbekommt … Da Gelder und Personalmangel.
Ohne schulische Einschätzung [was hier rein rechtlich ja gar keine Pflicht meines Wissens nach ist für Lehrkräfte … Also das auszufüllen – auch wenn das verbreitet ist als Gedanke – jedoch im Prinzip als moralische Pflicht de facto besteht] kannst du das sowieso als Elternteil vergessen. Und somit … Wieder stark der Schule/Lehrkraft “anbelastet”.

Dann kommen noch weitere Faktoren dazu, welche man beachten und wissen sollte beim Diskurs …
– Doppeltes Diskrepanzkriterium
-> Bei Schulpsychologen Pflicht. Bei JKP hier nicht.
– Neubeantragungen / “Übernahme”
-> Hier bei JEDEM Übertritt eigentlich Pflicht/vorgeschrieben. Beachten auch viele nicht.
Was ich an “Alttestungen” bekomme … Welche eigentlich so gar nicht “Standardvorgehen” wäre …
-> Wurde mir allerdings auch weder im Studium beigebracht, noch war es sonderlich Thema im Ref.
-> Daher wissen das auch viele nicht … “Schere” [sagt man so, oder? Zumindest einige meiner Kids …]
– (Nicht-) Anwendung bei Menschen mit “weniger Spracherwartung” [Migrationshintergrund, DaZ – Schule, DaF – Erwachsenenbildung]
-> Da hier Anwendung und Begründung auf “Erwartbarer Faktor” – “keine Abweichung des Erwartbaren” – “gezieltere andere Förderungen nötig” [wozu auch oft kein Rahmen …]
-> Das “gegenseitige Ausschließen” von Förderungen … Bei einigen ist LRS dann als “erwartbar” [Minderbegabung] und daher eine speziellere Lerntherapie effizienter und sinnvoller. Und daher keine Anerkennung auf LRS, da man den spezielleren Förderrahmen sich in dem Moment nicht “verbauen will”. Und letztendlich gibt’s dann häufig leider auch diese nicht … Wegen Mangel an Personal, Therapiestunden, Örtlichkeit usw. usf.

Es ist ein reines Trauerspiel.

Rainer Zufall
18 Tage zuvor
Antwortet  Bla

“Einiges kann man bei manchen relativ schnell abdecken. Das wäre schon mal ein Schritt.”
Aber das hat nichts mit der LRS-Diagnose gemein.

“Massivste Ressourcen- und Rahmenprobleme auf der anderen Seite.”
Ja, BEI ANDEREN. Bekommt die PRIVATSCHULE, an der Sie arbeiten das ernsthaft nicht auf die Kette? Sie scheinen die Beitrittsgelder nicht wert zu seien. Vielleicht Ihre (gescheiterte?) Privatschule schließen, bevor Sie noch mehr Beitragsgelder veschwenden? Andere Privatschulen bekommen es hin 😉

Bla
18 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

““Einiges kann man bei manchen relativ schnell abdecken. Das wäre schon mal ein Schritt.”
Aber das hat nichts mit der LRS-Diagnose gemein.”

Natürlich. Sie haben nur anscheinend keine Ahnung von Ihrem Studiumsbereich habe ich so langsam den Eindruck. Ist ja echt putzig mit Ihren 5 I-Kindern, 1:1 Teiler und über 10 Deputatsstunden dafür. Da brauchen Sie mir nicht sonderlich kommen. Haha.
Beraten Sie mal schön die LuL an Ihrer Schule. Die glauben Ihnen vielleicht nehmen Ihnen Ihre “Expertise” ab. Hier kristallisiert sich immer mehr raus, dass Sie eigentlich nur planlos sind.

““Massivste Ressourcen- und Rahmenprobleme auf der anderen Seite.”
Ja, BEI ANDEREN. ”

Ne, generell. Da sieht man wieder, dass Sie entweder an kaum einer anderen Schule als Ihrer jetzigen waren. Oder sie absolut null peil wieder mal haben. Sorry, dazu war ich an zu vielen Schulen … Brennpunkt. Verschiedene Bezirke. Privatschulen. Schwerpunkt.
Sie zeigen immer wieder und wieder, dass Sie kein Ausblick haben.

“Bekommt die PRIVATSCHULE, an der Sie arbeiten das ernsthaft nicht auf die Kette?”

Besser als viele Regelschulen. Als “sehr gut” würde ich es nicht bezeichnen. Ist aber auch “nur” meine Meinung. Wer zuviel “inkludiert”, der hat eben massive Mehrarbeit. Könnte man als Privatschule natürlich ändern. Vielleicht wäre das ja das Ziel. Aber dann würden Sie auch das wieder als Selektion kritisieren. Keine Ahnung, was Sie eigentlich wollen. Informieren Sie sich doch einfach, statt hier im Forum durchgängig Stuss und Unfug zu schreiben. Sie haben einfach absolut keine Ahnung. Ist ja Wahnsinn.

“Sie scheinen die Beitrittsgelder nicht wert zu seien.”

Welche Beitrittsgelder? Wir sind kein Club.
Wir unterstehen einem gemeinnützigen Verein. Mit Rechenschaftsdarlegung logischerweise. Hier gäbe es die freiwillige Möglichkeit beizutreten. Aber ich bin auch nicht “im Verein Mitglied”. So wie viele Eltern auch nicht.
Was Sie meinen … Ist Schulgeld.
Zeigt aber wieder nur Ihre Planlosigkeit und Unkenntnis.

Das müssen die Eltern entscheiden. Anscheinend sind die meisten zufrieden. Sonst hätten wir nicht lange Wartelisten. Ist ja auch kein Problem. Überlassen Sie das den Eltern doch?
Und auch hier … Wir haben je SuS nicht mehr Geld. Natürlich können wir keine “unbegrenzten Rahmenbedingungen” stellen. Wir sind nicht Schloss Salem oder eine andere der Eliteschulen oder -internate. Die können das. Die zahlen jedoch auch mehr Schulgeld als ich überhaupt verdiene. Ich könnte kein Kind dort hinschicken …
Ist bei uns eben anders. Wir sind staatlich genehmigt und gemeinnützig. Bei uns regnet es keine Gelder.
Wenn Eltern zu hohe Erwartungen haben … Dann sollen sie kündigen. Ist dann halt so. Schulsprengel muss sowieso auffangen. Oder sie wechseln halt an eine andere Privatschule, wenn sie denken, dass sie dort “mehr Rahmenbedingungen haben/bekommen”. Auch das ist deren Entscheidung.
Was hieße das “für mich”? Es würde sofort jemand nachrücken. Weil unsere Warteliste tatsächlich recht lang ist. Wir haben hier durchaus noch Wahl.
Und “falls nicht”? Dann auch kein Problem für mich. Weniger SuS in der Klasse heißt für mich deutlich bessere Rahmenbedingungen. Go for it.

“Und wenn die Schule pleite/insolvent geht”?
Oder Ihre Wortwahl:
“Vielleicht Ihre (gescheiterte?) Privatschule schließen, bevor Sie noch mehr Beitragsgelder veschwenden? ‘

Dann hätten Sie ja Ihren Willen anscheinend. Wäre wohl gut Ihrer Meinung nach. Regelschulen müssten das auffangen oder der Staat subventioniert. Das muss der Staat dann abschätzen. Liegt weder in meiner Entscheidung noch sonst was. Dann wäre das so. Kann passieren bei gemeinnützigen Privatschulen mit gleichen Geldern je SuS wie Regelschulen. Klar.
Aber was soll ich hier ehrlicherweise denn sagen?
Dann wechsel ich halt eben zu einer anderen Schule, Hort, Jugendarbeit oder lege mehr Fokus auf Selbständigkeit/Unternehmen usw.
Wir arbeiten beide [und die meisten wohl hier] in einem absolut harten Mangelbereich. Gesucht wird überall. Zudem bin ich mehrfach in privilegierten Situationen. Ich bin nicht auf meine Arbeitsstelle angewiesen. Rein zwecks dem Geld würde ich dort auch nicht arbeiten. Da würde ich anderswo besser abschneiden.

Zudem: Ich könnte sofort “morgen” -> Beim Hort anfangen [seit 2023 Anrechnung als Fachkraft möglich – hier wird massivst gesucht und beworben regional], Kita [sucht hier ebenfalls + wollte ich 2020 schon mal – auch hier seit 2023 Anrechnung – damals leider nicht], Schulbegleitung [hatte mir damals ein Angebot gemacht und mich “offen” und meinte, dass ich jederzeit wechseln kann – die nehmen mich sofort – allerdings sparen sie aktuell zugleich massiv, da auch hier der Staat Fördergelder reduziert und Druck macht. Würde ich “den Maximalbetrag als Anrechnung” bekommen bei ihnen], Schwerpunktschule ESE [ginge nur 1 Jahr ohne Sonderpädagoge zu sein als LK – aber meinten ebenfalls, dass sie permanent suchen – war die Abwägung nur, dass ich kein zusätzliches 2. StEx Umschulung SoPäd. machen will/wollte – 1 Jahr würden sie mich dementsprechend aber nehmen und soll mich melden, wenn ich “wieder frei bin”], 2 (andere) Montessorischulen [Fobis, Hospitationen, Kooperationen und bereits Anfragen – Wechsel auch hier ggf. möglich, da “im Ausbau”].
Zudem gibt es hier noch viele viele weitere Privatschulen.
Regelschule schließe ich aktuell aus. Aber logischerweise ginge auch das. Die “Qualifikationen” habe ich ja noch.
Wenn ich vor einer Sache wirklich gar keine Angst habe, ist es mein Arbeitsplatz und “Arbeitslosigkeit”.

Also klar … Wenn die Eltern nicht zufrieden sind oder “nicht genug” Gelder reinkommen – dann ginge die Schule logischerweise pleite. Der Staat muss auffangen – so oder so. Oder sie versuchen an eine andere Privatschule zu wechseln. Die mir bekannten Montessorischulen hier regional haben allerdings alle recht lange Wartelisten bspw. Und könnten unsere Schule gar nicht auffangen. Also wäre dann ein massives Problem hier denke ich. Aber letztendlich nicht sonderlich “mein persönliches Problem”.

So ist das halt mit “staatlich gestützten Privatunternehmen” im Prinzip. Und wenn man dann noch zur reinen Kostenabdeckung angewiesen ist auf:
– 2/3 Staat
– 1/3 Schulgeld
– Einsparung bei Personalkosten
– Enger Haushaltsplan
Dann ist das gar nicht mal so unrealistisch, dass man mal insolvent gehen kann. Kann man nie ganz ausschließen.

“Andere Privatschulen bekommen es hin ”

Sie haben gar keinen Plan einfach. Informieren Sie sich doch ein einziges Mal, bevor Sie immer irgendwelchen Quatsch schreiben. Schauen Sie wieviele Privatschulen sich die ersten 2-3 Jahre überhaupt halten können. Hier fallen schon “viele ab”. Da keine Fördergelder/Subventionen während der Gründungszeit. “Man muss sich beweisen”. Zudem sind wir seit … Puh wie schreibe ich das ohne Doxxgefahr. Wir sind länger beständig als Privatschule, als Sie Ihren Job ausüben. Darauf würde ich mal recht sicher wetten zumindest. Dementsprechend sieht es … Relativ gut aus. Warteliste ist hoch. Zufriedenheit überlasse ich den Eltern.
Gegen kleinere Klassen hätte ich persönlich jedoch auch nichts.

Und Sie haben wahrscheinlich noch nie eine Privatschule “von innen gesehen” nehme ich an? [Mehrdeutig gemeint]
Da habe ich Ihnen so … Einige … Wohl voraus. Selbstverständlich bin ich in Kooperation mit anderen Regelschulen UND Privatschulen. Und natürlich beschäftigte ich mich relativ ausführlich mit Privatschulen und Reformpädagogik dessen. Egal ob Jena-Plan, Waldorf, Montessori, Sudbury, Falco Peschel “offener Unterricht”, Salem, konfessionelle Privatschulen [nichts für mich … Wie Sie sich vorstellen können, aber stellen eben über 50% der PS dar], Musikinternat, Pestalozzi, Freinet, SWISS International, private Wirtschaftsschule usw.
Zu Reggio-Pädagogik wollte ich mich mal etwas genauer einlesen.

Informieren Sie sich … V. A. bevor Sie immer wieder peinlichen Quatsch schreiben. Ist ja nur noch albern, wie Sie hier auftreten.
Und v. A. echt unfassbar traurig so langsam.

Rainer Zufall
17 Tage zuvor
Antwortet  Bla

“Natürlich. Sie haben nur anscheinend keine Ahnung von Ihrem Studiumsbereich habe ich so langsam den Eindruck.”
Interessant, wer stellt da Ihrer Meinung nach mal eben schnell die Diagnose?

“Ist ja echt putzig mit Ihren 5 I-Kindern, 1:1 Teiler und über 10 Deputatsstunden dafür.”
Das muss ja fabelhaft in Ihrem Bundesland laufen, quasi beneidenswert – warum beschweren Sie sich bei solchen Rahmenbedingungen immer? 😀

Bla
17 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

““Natürlich. Sie haben nur anscheinend keine Ahnung von Ihrem Studiumsbereich habe ich so langsam den Eindruck.”
Interessant, wer stellt da Ihrer Meinung nach mal eben schnell die Diagnose?”

Das ist keine “Diagnose” [in welchen Bereich denn? Wenn dann wäre es ja eine Analyse/Profiling oder etwas in die Richtung], das ist ein Eindruck. Und “anscheinend” bedeutet ebenfalls nicht “gesichert”/”sehr wahrscheinlich” – sondern eben “anscheinend” [also was Sie hier so von sich geben zumindest].
Uff … Sie bestätigen diesen allerdings immer mehr, indem Sie solche Sachen anscheinend nicht wissen oder zumindest als Begrifflichkeiten ständig falsch verwenden. Eben auch hiermit wieder ….

“Das muss ja fabelhaft in Ihrem Bundesland laufen, quasi beneidenswert – warum beschweren Sie sich bei solchen Rahmenbedingungen immer? ”

Meinen Sie sich damit? Das ist ja – laut anderem Kommentar – anscheinend Ihr Profil. Daher … Ja, das wären schon deutlich bessere Rahmenbedingungen, als meist anderswo. Glückwunsch wie gesagt dazu. Sollte überall mindestens so gut aufgestellt sein/werden. Meine ich ernst.
Aber hier sitzen Sie eben selbst an privilegierter Stelle. Kann man Sie beglückwünschen.
Genießen Sie ihre Rahmenbedingungen.

Rainer Zufall
16 Tage zuvor
Antwortet  Bla

“Das ist keine “Diagnose””
Doch, eine LRS muss diagnostiziert werden. Ich bezog mich auf Ihre Aussagen zum Artikel nicht Ihr Gepöbel: “Einiges kann man bei manchen relativ schnell abdecken. Das wäre schon mal ein Schritt.”
Wer macht das realtiv schnell? 🙂

Bla
15 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Als Diagnose? Ja eben keiner. Das ist durchaus eine Sache der Diagnostik und Bürokratie. Klar. Man will ja auch logischerweise keine falschen Diagnosen ausstellen.

Aber beispielsweise Aphantasie kann man ggf. recht fix erfassen. Nicht immer – aber durchaus.

Zudem merkt man ja “bei/als Verdacht” durchaus häufig SuS, welche einfach keine Frühdiagnose machten und dementsprechend bei späterer Prüfung doch … Recht sicher die Diagnose bekommen.

Ob das jetzt sonderlich “effizient” ist? Muss jeder selbst überlegen.

Rainer Zufall
14 Tage zuvor
Antwortet  Bla

“Klar. Man will ja auch logischerweise keine falschen Diagnosen ausstellen.”
Warum dann schreiben, es wäre eine schnelle Sache?
“Einiges kann man bei manchen relativ schnell abdecken. Das wäre schon mal ein Schritt”, ABER nicht bei LRS! – haben Sie bei Ihrer Antowort zum Artikel über LRS schreiben vergesen :/

Aber ja, versuchen Sie bei Gelegenheit, einen Nachteilsausgleich auf Verdacht zu bewirken – Daumendrück!

Bla
14 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Da gebe ich Ihnen Recht. Nicht bei LRS. Weil auch diese “Instanz” Mangelware ist. Das Fachpersonal fehlt in der Breite, wie es gut wäre.

Richtig, nicht bei LRS als (potentielle) Diagnose. Würde jedoch schon etwas “sinnvoller und fortschrittlicher” sein, wenn man das etwas ausweitet und bei schnelleren Sachen evtl. auch prüft.
Aber verstehe natürlich das Mangelproblem: Wissen, Fachpersonal und Zeit.
Dazu “Sorgen”.

“Aber ja, versuchen Sie bei Gelegenheit, einen Nachteilsausgleich auf Verdacht zu bewirken – Daumendrück!”

Hier bin ich zum Glück in der Position, dass ich bis zur Abschlussklasse/-prüfung keine Noten (mit)machen muss. Sogar gar nicht darf.
Daher ist der Druck auch bei “Prüfungen” geringer.

Ist sowieso schon “witzig”, dass das System darauf basiert, dass jemand in einer Machtposition [Lehrkräfte] unterrichten und zugleich die eigenen Tests/Prüfungen schreiben. Und dann man sich wundert, warum man hier “aneckt” und oft als “systemischer Feind” gesehen wird für manche Eltern und Kinder.
Naja… Ist ja rein logisch systemisch schon so. Braucht man sich doch nicht wundern.
Ich werde nicht als “Feind” gesehen an meiner Privatschule ohne Noten. Die Kids lernen wegen mir oder aus Eigenantrieb oder gar nicht. Aber der Feind bin ich nie.
Sie sagen wenn dann “bitte weniger nächste Woche”. Oder “hast du vielleicht hier noch was als Zusatz für mich?”. Oder “warum muss ich das können/lernen/machen?”. Aber so wirklich “die Feindesrolle”? Ne.
Ich begleite sie bestenfalls zum Abschluss und Wissen. Und so werde ich auch meistens wahrgenommen.
Beim Regelschulsystem war ich für manche “die Wand” bzw. “der Böse” bzw. “das Hindernis zum Abschluss”. Macht psychologisch und sozialpädagogisch so einiges als Unterschied.

Daher ist unser Verdacht:
– Ich spreche den Verdacht vor allem aus, damit Kenntnis da ist. Das können Eltern/Kinder annehmen – müssen sie aber nicht. [Man weiß woran man ist oder es ist einem egal]
– Bei Abschlussklassen ggf. als Hinweis auf Nachteilsausgleich zur Prüfung. [Bis dahin sind allerdings normalerweise alle Eltern und Kinder sowieso informiert und müssen halt selbst überlegen …]
– Für mich selbst? Ist das eigentlich relativ egal. Wenn ich einen recht eindeutigen und für mich relativ sicheren Verdacht habe, dann kann ich ja sowieso gezielter fördern. Ob Diagnose da ist oder nicht … Spielt hier absolut keine Rolle. Nur auf dem Papier und der “sicheren Erkenntnis”. Die Fehler sind ja dann da. Und hier kann man ggf. fördern.

Daher sehe ich es – wegen Privilegien – hier etwas “gelassener” vielleicht?
Ich mache meinen Job, indem ich den Verdacht ausspreche und begründe.
Die Eltern und Kinder können dann überlegen, ob sie dem nachgehen.
Ich selbst kenne die Fehler ja dann schon, sonst gäbe es keinen Verdacht. Und hier kann ich mit oder ohne Diagnose pädagogisch gleich arbeiten.

Aktuell wäre der einzige Unterschied systemisch als Schule bei uns:
– Abschlussklassen bei Abschlussprüfung
– LRS-Förderstunde bei Diagnose

Da diese Förderstunde aber eventuell gestrichen wird die kommenden Jahre … Fällt auch das weg.

Was Sie hier bedenken müssen:
– Auch ohne Diagnose kann ich in meinem pädagogischen Rahmen ja fördern. Ist nicht verboten. Und bei Verdacht ist das bei mir schon begründet. Und liegt dann mitunter an mir, ob ich hier handeln will. Rest ist wiederum strukturell, ob ich überhaupt “Zeit” und “Nerven” dazu habe.
Alleine unser Rahmen “ohne Notendruck” ist schon ein Ausgleich. Für alle.

Und ich hoffe wirklich, dass dieser pädagogische Rahmen auch vielleicht mal für Regelschulen zumindest ernsthafter überlegt wird – zumindest optional. Einfach, weil ich sehe, dass viele damit besser fahren – nicht alle. Paar “brauchen” den Notendruck.

Simone L.
19 Tage zuvor

Bei uns in Berlin gibt es immer die Pflicht zu Fördermaßnahmen, wenn bei einem Kind eine LRS festgestellt wird. Aber es stimmt, viele delegieren das Fördern nach zu Hause.

Ich würde sagen, wir haben 3-5 Kinder pro Klasse mit LRS. Ich möchte aber auch sagen, hinter dieser LRS, die nicht unbedingt eine Legasthenie ist, verstecken sich auch lange Fehlzeiten, Faulheit und falsche/schlechte Methodik.

Bla
19 Tage zuvor
Antwortet  Simone L.

Hat das Berlin noch? Bayern hat das die letzten Jahre abgeschafft. Die Pflicht-LRS-Förderstunde ist gestrichen.
Wurde ja sowieso häufig zwecks Personalmangel als “permanente Ausfallstunde” eher im Rahmenplan (indirekt) schon eingedacht. Auch hier sah man die Priorisierungen.

Und somit ist es hier tatsächlich dann auch “primär Privatsache”. Zumindest die Förderung. Also wie im Artikel steht … “Zufall” [wobei der Begriff Zufall schon … unzutreffend ist meiner Meinung nach. Aber gut.].

Der Rahmen gilt ja auch auf Freiwilligkeit und Elternwillen hier. Daher der Anspruch auf häufig rein auf “Kapazitäten” und “Diagnosestatus”.
Bringt mir nur relativ wenig, wenn ein Kind ohne Diagnose dann den Stand von “2. Klasse” in der 6. Klasse hat. Diagnose hin oder her. Der “harte Faktor” ist ja das Ausschlaggebende. Was ist tatsächlich in der Berufsrealität da und beeinflusst wie genau.

Rainer Zufall
19 Tage zuvor
Antwortet  Simone L.

“Ich möchte aber auch sagen, hinter dieser LRS, die nicht unbedingt eine Legasthenie ist, verstecken sich auch lange Fehlzeiten, Faulheit und falsche/schlechte Methodik”
Dann sollten Sie das unbedingt melden, denn die unten angeführten Beobachtungen von Ihnen haben NICHTS mit einer LRS-Diagnose zu tun, im Gegenteil.

Was die Lese-Rechtschreibschwäche betrifft handelt es sich aber durchaus um Legasthenie. Der Begriff der LRS ergänzt aber, dass es nicht nur ums Lesen geht.
Für diese Diagnose müssen die Lese- und Rechtschreibleistungen gravierend (und ausschließlich) von den anderen schulischen Leistungen und der Grundingelligenz abweichen. Die Diagnose beugt also genau Ihren Beschreibungen vor, dass es sich um Faulheit handelt.

Wenn das Kind oft fehlt oder wenig Schulzeit hatte, hat es keine LRS und wird zum Scheitern in seine Altersstufe geschickt, bis es plötzlich als “lernbehindert” bezeichnet wird…
Wenn die anderen Noten auch schlecht sind, kann das Kind “nur” schlecht lesen – und kann endlich fallen gelassen werden in der achso “homogenen Klasse”…
Wenn alle Leistungen global sehr schwach sind, kann es keine Teilleistungsschwäche sein (keine Mediziner*innen dazu befragen 😛 ) und wird an die Förderschule vergrault… 🙁

potschemutschka
18 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

“Was die Lese-Rechtschreibschwäche betrifft handelt es sich aber durchaus um Legasthenie. Der Begriff der LRS ergänzt aber, dass es nicht nur ums Lesen geht.”

LRS ist eine Form der Legasthenie? Zur Zeit meines Sonderpädagogik-Studiums lernte ich noch etwas anderes. Ist allerdings schon sehr lange her. Können Sie bitte eine aktuelle Studie verlinken, die das begründet? Da wäre ich Ihnen sehr verbunden – habe nämlich einen LRS-Fall in der Verwandtschaft. Danke!

Bla
18 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

“Zur Zeit meines Sonderpädagogik-Studiums lernte ich noch etwas anderes.”

Ist immer noch so. Nur Rainer hat eben absolut keine Ahnung von seinem vermeintlichen Fachbereich [sorry … Das muss ich hier einfach so hart schreiben. So “langsam” fällt für mich das Kartenhaus zusammen. Keine Ahnung ob er seinen Abschluss irgendwie “gewonnen hat”.].

“LRS ist eine Form der Legasthenie?”

Legasthenie, iso. RS, iso. LS und LRS werden leider (!) aufgrund von Pragmatismus und Ressourcenmangel/-einsparung inzwischen oftmals “in einen Topf” geworfen. Das machen sogar (teilweise) SchulpsycholgInnen inzwischen in manchen Bezirken.
Sollte man das meiner Meinung nach so machen? Nein.
Ist das Realität und wird aktuell so gemacht? Ja. Oft.
Das weiß man auch, wenn man sich hier schult und mit den Strukturen sich beschäftigt. Zudem Kooperationen pflegt. Ist jetzt eigentlich gar kein Geheimnis …

“Ist allerdings schon sehr lange her.”

Das spielt keine Rolle.

Sie werden gelernt haben -Unterscheidung in:
– Anlagebedingter Legasthenie als Spezifikation
– Erworbene LRS [iso. LS/RS] als allgemeiner Faktor. Aufgrund Methodik [Lesen durch Schreiben], Fehlzeiten, (mangelnde Übung) und Sehschwäche [was häufig nicht als Faktor Beachtung findet … Leider]

Daher werden Sie auch die potentiellen Förderempfehlungen gelernt haben:
– Legasthenie
-> Gedächtnistraining, Struktur, Verknüpfung von Lernankern
-> Ggf. dazu Lernstrategien und spezifische Sprachstrategien
-> Differenzierung bei Texten [Schriftart und Größe]
-> Also: Therapiebereich

– LRS / Isos
-> RS-Strategien
-> Übung, Übung, Übung
-> Wörterbuchanwendung und Umgang
-> Selbstkorrektur [mit Verbesserung und bestenfalls Transfer mit (Selbst-)Erklärungen
-> Also: Förderunterricht und Differenzierung im Unterricht [ins. Deutsch, bestenfalls überall]
[Beispielsweise größere Texte, Verdana als Schriftart]

Aber … Rainer hat auch hier offensichtlich keine Ahnung. Und das ist ein Bereich, den jeder Sonderpädagoge eigentlich absolut intensiv und fachlich einwandfrei abdecken sollte/müsste.
Dazu jeder Therapeut diesbezüglich.
Jede Förderlehrkraft.
Jede Deutschlehrkräfte (mit Clientel diesbezüglich).
Bestenfalls alle LuL.

Ich bin wirklich fassungslos, wenn Rainer hier schon so einen Quatsch wieder schreibt.
Da will ich im spezifischeren Fachbereichen und komplexeren Krankheitsbildern wirklich keinen Rat von ihm. Sorry, wenn das jetzt hart klingt … Ist gerade nur meine Meinung, wenn ich so den Kommentar lese und er das wirklich so “gelernt hat”. Das ist schon fast fahrlässig für mich.

“Können Sie bitte eine aktuelle Studie verlinken, die das begründet? ”

Da kann er sich jetzt auf Bereiche beziehen, wo das tatsächlich einfach “ignoriert wird”. Eben wegen Pragmatismus und Ressourceneinsparung. Hach. Schön.
Aber eine aktuelle intensive Studie mit Darlegung und Klärung dessen und “Begründung SEINER Aussage” … Wird er nicht finden. Wäre ja auch super unprofessionell und faktisch einfach falsch.

“Da wäre ich Ihnen sehr verbunden – habe nämlich einen LRS-Fall in der Verwandtschaft. Danke!”

Dann sollten Sie auf Ihre eigene Expertise setzen. Rainer scheint hier fachlich einfach das falsch gelernt zu haben, gar nicht gelernt zu haben oder nicht zu wissen. Zudem … Fehlen ihm offensichtlich/vermeintlich so einige Fortbildungen. Könnte man ja auch mal machen. Ist eigentlich sogar “sein Job” … Vielleicht mal statt irgendwelche Schulabsinenzanträge außerhalb seines Aufgabenprofils zu schreiben. *Auge zuck*

Rainer Zufall
17 Tage zuvor
Antwortet  Bla

“Zudem Kooperationen pflegt. ”
Vorsicht, Kolleg*innen im Forum saufen sich noch zu Tode, wenn Sie auf multiprofessionelle Teams hinweisen 😉
Und jetzt führen Sie Therapeut*innen an? Dafür haben Sie bei sich also die Ressourcen, die Sie sonst beklagten? Da machen die Beiträge wohl doch einen unterschied, gut für Sie.
Nicht, dass Sie versehentlich Verbesserungen einfordern, astatt den Status Quo zu verteidigen…

Aber Sie erhalten heute noch Diagnosen von “Legastenie”, also wortwörtlich und ausdrücklich in Abgrenzung zur LRS? Spannend, da habe ich in BW tatsächlich anderes gelernt.

Und da wenden Sie nur “spezifische Sprachstrategien” an, RS-Strategien sind unnötig?
“Differenzierung bei Texten [Schriftart und Größe]” und nicht bspw. “Beispielsweise größere Texte, Verdana als Schriftart”?
“Lernstrategien”, aber ohne RS-Strategien, Selbstkorrektur und Üben, üben, üben?

Da ich das nach Ihnen ja nicht gelernt habe, wo kann ich das nochmal nachschlagen?
Ich gebe den Therapeut*innen dann bescheid, sobald die Inklusion außerhalb Ihrer Privatschule mal ernsthaft angegangen wird 🙂

Bla
17 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

““Zudem Kooperationen pflegt. ”
Vorsicht, Kolleg*innen im Forum saufen sich noch zu Tode, wenn Sie auf multiprofessionelle Teams hinweisen ”

Ist nicht meine Entscheidung dann. Ja ich sehe Multiprofessionelle Teams – wenn und wo gut gemacht – als absolut richtig und sinnvoll.

“Und jetzt führen Sie Therapeut*innen an? Dafür haben Sie bei sich also die Ressourcen, die Sie sonst beklagten? Da machen die Beiträge wohl doch einen unterschied, gut für Sie.”

Wir haben Lehrkräfte, welche TherapeutInnen sind. Hat nichts mit “Beiträgen” [Schulgeld … immer noch] zu tun. Das hat mit Fortbildungen zu tun. Eine/r ist beispielsweise studierte Sonderpädagoge/Sonderpädagogin und zugleich TherapeutIn. Kann man machen … Leitet aber als Klassenleitung – wie viele andere – eine Klasse.
Zudem haben wir andere Anrechnungsmöglichkeiten. Beispielsweise ginge eine Freiarbeitslehrkraft als Therapeutin/Logopädin natürlich als Anrechnung – ohne Lehramtsstudium – da Zweitkraft.
Und zusätzlich arbeiten halt noch “externe TherapeutInnen/Logo” hier. Das sind jedoch externe. Daher staatliche Fördergelder oder private Bezahlung. Eben … Kooperationsangebote. Hat mit der Schule selbst nur indirekt zu tun. Win-Win-Situation. Muss man ja auch nicht annehmen.
Das gleiche gilt hier für Musikunterricht. Auch hier gibt es zusätzlich private Möglichkeiten für Musikinstrumente. Als Kooperation.
Ansonsten kooperieren wir natürlich noch mit anderen externen Therapeuten und Logos, wenn wir bzw. diese eben durch die Eltern die Kooperation bewilligen und rechtkräftig bestätigen. Klar. Macht ja auch Sinn.
Mit den “Beiträgen” hat das allerdings wenig zu tun.
Man schaut eben, wer was anbietet will/kann und fragt diese Instanzen an.
Wir haben auch einen Förderbereich Schwerpunkt einer Sportart. Die macht bspw. ein Verein. Im Gegenzug gibt es Win-Win-Vorteile. Also sie dürfen die Halle mit nutzen.
Warum denn auch nicht?
Ist nichts, was “der Schule direkt Geld kostet”. Außer halt Platz/Zeit/Miete/Pacht ggf. Bevor es leer steht … Macht vllt. Sinn?
Ist das “unmöglich” für andere Schulen?

Dass Privatschulen einen anderen Rahmen in Personalplanung haben … Ja. Haben sie. Ist das ein Vorteil oder Nachteil? Müssen Sie für sich überlegen. Ich finde schon. Müsste man halt an Regelschulen anpassen. Das ginge ja.

Ansonsten bleibt: Ca. gleich viel Geld/SuS durch staatlicher Anteil + Schulgeld. Da können Sie noch so viel reininterpretieren.
Wir müssen das auch durch Prüfung und Transparenzdarlegung genau nachweisen. Da ist “nichts geheim” dran. Aber das habe ich Ihnen ja bereits erklärt. Glaube Sie es. Recherchieren Sie gerne selbst nach. Das Ergebnis bleibt gleich. Sorry Sie auch hier “enttäuschen” zu müssen. Wir schwimmen nicht im Geld. Es wird einfach effektiver, unbürokratischer, gezielter und direkter verwendet.

Aber eines zeigt es ja … Man könnte an manchen Regelschulen systemisch deutlich mehr rausholen. Wenn Sie das als Systemkritik sehen – ja. Würde ich mitgehen.

“Nicht, dass Sie versehentlich Verbesserungen einfordern, astatt den Status Quo zu verteidigen…”

Wo fordere ich denn den Status Quo?
Das staatliche Schulsystem ist so besc…., dass ich meine Verbeamtung aufgelöst hatte. Haha. Keine Ahnung, wo Sie hier Status Quo sehen.
Ich kritisiere durchweg den Wert von “Schule und Bildung” vs. “Aufbewahrung [Hort]”. Nicht, weil die Hortfachkräfte schlechte Leistung erbringen würde oder des Profils halber – überhaupt nicht. Sondern, weil die Bildungspolitik eindeutig Richtung “Priorisierung von (reiner) Betreuung” aktuell geht.
Ich kritisiere ebenfalls, dass wir – wenn wir so weiterfahren – in 10-15 Jahren etwa ein Systemkollaps haben. Und insbesondere, dass wir ggf. gar keinen “Fahrplan” dann haben werden. Und beides “zusammen” ist schon sehr dumm. Sorry.
Systemkollaps und planmäßiger Aufbau … Kann man drüber sprechen.
Bildungsreform und gewaltiger Geldeinsatz bevor dies passt – wäre ich dabei als Forderung.
Aber beides “zu ignorieren” und vollenden Wissens gegen die Wand zu fahren … Naja, macht nur.
Ich schreibe immer wieder von den Grundrahmenbedingungen, welche – egal welches System – immer “effort” bringen. Das sind absolute No-Brainer.
Bspw.
– Mehr Personal
– Multiprofessionelle Teams und gezielter – sinnvoller Einsatz (!)
– Kleinere Klassenteiler
– Geringeres Deputat
– Genug Platz
– Zeit für individuellen Rahmen und spezialisierten Rahmen [Anrechnungsstunden im Deputat]

Das hilft tatsächlich bei und in jedem Konzept. An jeder Schule. Allen.
Und so lange das nicht gemacht wird … Gähne ich inzwischen nur noch müde über Scheindiskussionen [Pilotprojekte, Konzepte, Inklusionsforderung, usw.]. Und das nicht, weil diese falsch oder schlecht wären. Das ist alles sinnvoll.
– Inklusionsforderung generell – eben mit der Bildung des vorherigen Rahmens dazu. [Siehe Punkt oben … Auch hier die Pfeiler]
– Pilotprojekte und Konzepte [für nach den Kollaps]
Aber es bleibt aktuell eben mehr Schein – als Sein.

Sie verstehen eine Sache immer noch nicht … Je mehr Gelder der Staat pro SuS ausgibt/eingesteht, desto mehr Fördergelder kommen auch zu uns. Da eben weiterhin die 2/3 staatliche Subvention gilt. Also macht es absolut keinen Sinn hier “nicht ebenfalls für Regelschulen zu fordern”. Zudem wäre eine wirklich gut gemachte staatliche Regelschule für mich persönlich ja nur eine weitere Berufsmöglichkeit. Welchen Grund hätte ich denn bitte hier dagegen zu sein? Konkurrenz belebt das eigene Business. Selbstverständlich bin ich für “stärkere Konkurrenz” als AN an einer Privatschule. Sie haben wohl Wirtschaft und Arbeitsmarkt nicht gehabt oder verstanden.

“Aber Sie erhalten heute noch Diagnosen von “Legastenie”, also wortwörtlich und ausdrücklich in Abgrenzung zur LRS? Spannend, da habe ich in BW tatsächlich anderes gelernt.”

… Legasthenie.
Ich habe oben doch recht ausführlich geschrieben, dass das inzwischen alles “zusammengeworfen” wird und warum das mitunter so gemacht wird? Wäre schon “cool”, wenn Sie auch mal Beiträge aufmerksam lesen würden(/könnten?).
Was aktuell gemacht wird [und meiner Meinung nach massiv zu kritisieren ist] und was wissenschaftlich und medizinisch richtig ist … Sind doch zwei paar Schuhe.
Das sollten Sie doch als Sonderpädagoge selbst wissen und v. A. nachvollziehen können …
Wann und wo haben Sie das [Lega = LRS?] denn bitte gelernt? Würde so einiges an meine Zweifel zur Fachexpertise allerdings ggf. bestätigen.
Ja gibt durchaus “ExpertInnen”, welche das in einen Topf werfen. Eher mit Begründungen wie “keine Kategorisierung in Ursachen (sondern Unterstützungsbedarf)” [Ironie … Wer sie findet], “funktionale Einschränkung”, “Multifaktorielle Ursachen”, “Auflockerung des Intelligenz-Diskrepanz-Modells” [JKP Begründungen – Schulpsychologen müssen dieses als KMK Bestimmung hier verpflichtend anwenden], “identische Symptome und Förderwege” [was nicht so ganz stimmt… bzw. kritisch zu sehen ist].

Und wenn man dann genauer hinsieht… Ist es oft eben Pragmatismus und Ressourcenmangel. Nur das klingt eben nicht so … Schön.

Also ja: Es wird durchaus zusammengeworfen. Und ja … Das ist meines Erachtens nach zu kritisieren und zu diskutieren. Wie einige ExpertInnen ebenfalls machen.
Genetisches Merkmal ja oder nein spielt eben in der Neurobiologie, Neuropsychologie und Neurologie eine Rolle hier.
Schwieriger zu Unterscheiden? Ja. Sinnvoll? Meiner Meinung nach: Ja.

Aber gut … Dann wundern wir uns wann genau, dass man diesen Unterschied nicht mehr macht?

Ich differenziere ja auch A-S-S. Und das ist auch wichtig. Hier gehen wir tatsächlich medizinisch und psychologisch Schritte nach vorne.
Und gleichzeitig bei LRS/Lega gehen wir (vermeintlich) Schritte zurück?
Puh. Weiß ja nicht, ob das so sinnvoll ist.
Aber gut … Vielleicht ist es ja “das Gleiche” und man muss “nur” Üben… Schön wär’s.

“Und da wenden Sie nur “spezifische Sprachstrategien” an, RS-Strategien sind unnötig?”

Bei LRS? RS-Strategien immens wichtig. Und Übung … Mehr Übung. Und noch mehr Übung.
Bei Legasthenie? RS-Strategien wichtig. Das spielt hier jedoch eine andere Rolle. Dazu ist es nicht “so einfach” für einige mit Neurodivergenz diese anzuwenden.
Menschen ohne Lega/LRS/iso. RS? Guess what? Auch hier sind RS-Strategien sinnvoll und wichtig.

Verblüffend für Sie?
Nur bei Lega spielen die neuronalen Zusammenhänge eben eine bedeutend andere Rolle. Rein mit RS-Strategien werden Sie normalerweise nicht immer weiter kommen. Daher sind auch einige LRS-Förderstunden jetzt “nett”, aber nicht sonderlich effektiv bei vielen. Hier fehlt dann eben der therapeutische Ansatz und das Gedächtnistraining.
Manche Schulpsychologen fahren auch den Ansatz: Im Deutschunterricht reicht RS-Strategien – bevor man gar nichts macht und sich überfordert sieht. Daher werben diese auch für RS-Strategien. Sind gut. Machen “nichts falsch”. Aber eben auch hier Pragmatismus und Ressourcenmangel + Kenntnismangel “Angst was falsch zu machen als LuL” oft als begründeter Ansatz. Ist auch okay.

Ist etwa so bisschen wie bei Erster Hilfe … Hier gibt es auch pragmatische Ansätze, welche sinnvoll und gut sind. Psychologisch auch wirken. Und es gibt eben geschultes Personal … Die machen das dann i. d. R. auch effizienter/effektiver. Ich denke den Vergleich kann man eventuell nachvollziehen als Transfer?

Und das will ich Ihnen jetzt gar nicht mal komplett “anlasten”. Ich denke nicht, dass das Ihr Schwerpunktbereich war.
Ich denke bei Ihnen eher an ESE?
Ist ja auch okay und auch wichtig.
Aber sehen Sie wirklich keinen Unterschied zwischen LRS und Legasthenie?

“Da ich das nach Ihnen ja nicht gelernt habe, wo kann ich das nochmal nachschlagen?”

Also das war eigentlich in nahezu allen Fobis hier zum Thema Thema oder wurde “angerissen”. Schriftarten usw.
Dazu gibt es auch Studien. Nahezu jede Lega/LRS Seite wird das wohl als Thema habe und empfehlen, dass man darauf etwas achtet nehme ich an…?
Also eine der Schriftarten: Arial, Verdana, Comic Sans MS, Trebuchet normalerweise. Das sind so die gängisten im Bereich. Dann noch für manche Courier etc.
Je nach “Vorlieben der Kinder” oder eben als “Standard” [Verdana].
Dazu eben auch Abwägungen von Vor- und Nachteilen. Bei Verdana eben das “d/b-Spiegelungsproblem” [was gedoch als klare Ausprägung zumindest hier reduziert wird] als Kritik. Aber das hat man bei den meisten Schriften + zusätzlich weitere Nachteile. Als Abwägung wird oft Verdana empfohlen. Manchmal Comic Sans [wegen besserem d/b – allerdings anderer Nachteile].
Bei Verdana ist die “Schnittmenge” sehr groß meistens. Also wie es bei Studien wirkt und bei Kindern “priorisiert wird”.
Daher macht man mit Verdana “als Standard” (normalerweise) wenig falsch. [Auch für andere Kinder]
Zu den beiden “LRS-Schriftarten” konnte man kaum positivere Ergebnisse meines Wissens nach bekommen. Es gibt zwar mind. eine Studie, aber dort wird es durch die andere Größe und den Buchstabenabstand begründet. Und das kann man ja anpassen.

https://gehirngerecht.digital/barrierefreie-schriftarten-die-richtige-typografie-waehlen/

https://legasthenie-schule.at/wie-ein-legasthener-mensch-einen-text-wahrnimmt/

https://www.extensis.com/de-de/blog/welche-schrift-eignet-sich-am-besten-f%C3%BCr-menschen-mit-legasthenie

https://www.legasthenie.at/Fonts_Broschuere.pdf

https://stolperfrei.digital/barrierefreie-schriftarten/#:~:text=Barrierefreie%20Schriftarten%20%2D%20Typografie%20und%20Lesbarkeit%20%E2%80%93%20stolperfrei.%20digital.

“Ich gebe den Therapeut*innen dann bescheid, sobald die Inklusion außerhalb Ihrer Privatschule mal ernsthaft angegangen wird ”

Ich denke nicht, dass Sie hier den TherapeutInnen bescheid geben müssen. Mir wurde hier auch von mehrfacher Therapeutenseite zumindest bestätigt, dass man mit Verdana schon gut bedient ist normalerweise.
Aber gut. Können ja auch einfach alle keine Ahnung gehabt haben.
Sie wissen das bestimmt besser …

Haben Sie vielleicht Ihr Studium vor “Schriftarten” gemacht? Kann das sein? Würde es etwas erklären, warum Sie hier nach Quellen fragen.

Mich würde wirklich interessieren, wo und wann Sie studiert haben. Aber verstehe natürlich, wenn Sie das nicht preisgeben wollen.

Rainer Zufall
16 Tage zuvor
Antwortet  Bla

“Ist nicht meine Entscheidung dann. Ja ich sehe Multiprofessionelle Teams – wenn und wo gut gemacht – als absolut richtig und sinnvoll.”
Das sollten Sie bei Gelegenheit mal den Kolleg*innen im Forum entgegnen, wenn die sich gegen multiprofessionelle Teams auskotzen. 😀
(https://www.news4teachers.de/2026/03/legasthenie-in-deutschland-betroffene-schueler-bekommen-das-strukturelle-versagen-des-bildungssystems-zu-spueren/#comment-792721)

Aber im Ernst, es wäre doch förderlich, wenn Sie da ein Wort einlegen, meinen Sie nicht? Immerhin sehen Sie die ja als “absolut sinnvoll und richtig”

potschemutschka
16 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Danke für die ausführliche Antwort. Mich hätte allerdings Rainers Meinung interessiert. Er scheint ja vieles “anders” zu sehen, als Sie und ich. 🙂

Rainer Zufall
14 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Wenn Bla sich die Mühe macht, seine Textwand auf den Kern zu kürzen, antworte ich gerne.
Wie ich jahrelang Papo erklärte, nehme ich mir nicht die Zeit, den Bewusstseinsstrom von Lehrkäften zu lesen, welche ihrerseits kein Interesse haben, ihre Argumente zu verdichten 🙂

Was sehen Sie da anders? Oder schrieben Sie versehentlich unter dem falschen Namen?

Fräulein Rottenmeier
14 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Cool, wie Sie mit Ihrer immerwährenden Pöbelei überhaupt noch Antworten bekommen…..
Glücklicherweise schaffe ich es inzwischen, Ihre Querschläger, Unterstellungen und oft ziemlichen schrägen Einwürfe zu überlesen aka zu ignorieren….!

Bla
14 Tage zuvor

Nehme ich normalerweise nicht persönlich von ihm.
Dazu triggert es meine Aphantasie, wenn er so viel Quatsch und unlogischen Krams schreibt.
Das zu “korrigieren” ist für mich bzw. meinen Kopf wie eine Belohnung.
Manchmal ignoriere ich es auch. Trainiert meinen “lass dich nicht triggern Kopf” dann weiter.

Also ich kann damit recht gut umgehen denke ich. Und daher antworte ich persönlich auch “gerne”.

potschemutschka
14 Tage zuvor

Dito!

Bla
14 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

“Wenn Bla sich die Mühe macht, seine Textwand auf den Kern zu kürzen, antworte ich gerne.”

Ich finde es – wie Papo damals [wo ist er eigentlich hin?] – durchaus zumutbar für bildungsaffine Menschen auch etwas längere Texte bei Interesse zu lesen. Gerade in einem Bildungsforum.

Aber müssen Sie natürlich nicht. Dann stellen Sie bitte eben keine Fragen an mich etc.

“Wie ich jahrelang Papo erklärte, nehme ich mir nicht die Zeit, den Bewusstseinsstrom von Lehrkäften zu lesen, welche ihrerseits kein Interesse haben, ihre Argumente zu verdichten ”

Ich verdichte meine Argumente etc. gerne für Kindern. Aber doch nicht in einem Bildungsforum für einen studierten Sonderpädagogen. Da sehe ich es kognitiv zumutbar, dass Sie das ebenfalls anpassen könnten und etwas mehr lesen – falls Sie Interesse haben.

“Was sehen Sie da anders? Oder schrieben Sie versehentlich unter dem falschen Namen?”

Nur Sie haben anscheinend ein Problem damit. Andere beschwerten sich bisher kein einziges Mal soweit ich mich erinnern kann. Über Wochen, Monate, Jahre. Nur Sie.

Wenn “alle” das Problem haben oder hätten … Kann ich mich gerne anpassen.

Bis dahin gilt oberes: Sie haben studiert. Einen sehr anspruchsvollen Studiengang (eigentlich). Das ist erwartbar.

Ich bin mitunter zwecks Diskursen hier. Ich will meine Argumente weit und ausführlich ausbauen. Weil ich das auch kann denke ich. Ich lese auch sehr gerne von Ihnen längere Texte und mehr “Herausforderung/Denkströme”. Sehr sehr gerne. Das ist “meine Welle”.

Wie ich schon sagte … Ich bin Aphantast mit Anauralie. Das ist sicher. Dazu (wohl) Hyperphantasie beim Schlafen.
Sehr wahrscheinlich in einem (weiteren) Spektrum. Das ist jedoch bisher nicht diagnostiziert [Danke bei > 2 Jahren Wartezeit auf Ersttermin …].

Lesen Sie sich kurz/etwas ein zu Aphantasie und Anauralie und Sie werden verstehen, warum ich hier im Bildungsforum “solche Schinken” schreibe.
Sorry. Ich reduziere das sehr gerne im Berufsalltag. Weil es dort nötig und sinnvoll ist. Das ist auch mein Job. Dafür liege ich dann ständig “flach/platt” danach.
Das Forum ist ein Teil meines Copings. Weil ich hier eben nicht so stark didaktisch reduzieren muss/kann/(darf?).

Im Gegensatz zu Papo versuche ich jedoch meine Sprache anzupassen und nicht lediglich mit Fachausdrücken jenseits von gut und böse um mich zu werfen.
Darin sehe ich keinen Sinn. Ich will ja, dass jeder und jede mich lesen kann, der/die möchte.
Ansonsten kann man mich gerne fragen, falls ich mal was verwende, was nicht gleich “klack” macht.

Also man kann vllt. sagen:
So wie Sie häufig einfach absoluten Quatsch von sich geben …und das offensichtlich nicht abstellen können … So ist die “ausführliche Art zu schreiben und erklären” meiner Aphantasie eventuell geschuldet.
Und das kann ich einschränken. Will ich aber nicht.
Damit werden wir beide leben müssen.
Aber extra für Sie könnte ich es bei Ihnen anpassen und ich spreche dann mit Ihnen in Schlüsselbegriffen und Aufzählungen. Würde Ihnen das entgegenkommen?
Habe nur massige Bedenken, dass Sie das aus dem Kontext dann ziehen.
Aber können wir versuchen … Das schaffen Sie [Sachen aus dem Kontext ziehen] ja sowieso – egal wie ausführlich man es Ihnen schreibt und erklärt. Daher: Versuch ist’s Wert.

Achja … Falls Sie sich [oder andere] wundern, warum ich “teilweise komisch” schreibe [so wie ein innerer Monolog] … Jap. “Ausgeprägter/Starker innerer Monolog” als neuronale Ausprägung. Ich denke mitunter in Strukturen und Monologen.
Sorry, ich weiß das es [ich] anstrengend [auch für andere] sein kann.

Und jetzt mal schauen, ob Sie diesen “Wall of Text” gewillt waren zu lesen. Ich nehme Wetten entgegen.

potschemutschka
13 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

“Wenn Bla sich die Mühe macht, seine Textwand auf den Kern zu kürzen, antworte ich gerne.”

q. e. d.
“Es ist besser, die Leute vermuten nur, dass man ein Narr ist, als wenn man den Mund aufmacht und alle Zweifel zerstört.”
(Mark Twain)

Sorry, wieder ein Zitat eines Toten. Die Redaktion erlaubte mir aber, Zitate jederzeit zu verwenden. 🙂

Bla
13 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Die Anwendung und Verwendung von Zitaten toter Menschen beleben diese in der Wahrnehmung der Gegenwart.

Verwenden Sie bitte weiter Zitate toter Menschen.

potschemutschka
13 Tage zuvor
Antwortet  Bla

🙂

Rainer Zufall
17 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

“Zur Zeit meines Sonderpädagogik-Studiums lernte ich noch etwas anderes.”
Interessant, wenn dem so war, wo unterschied sich das bei Ihnen?
Ich kann ja schlecht eine abweichende Definition gegen, da es sich um das gleiche handelt (im Namen ergänzend um den Bereich Schreiben).

Oder meinen Sie die Abgrenzung zur “Lese-Rechtschreib-Störung”?

potschemutschka
17 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Beantworten Sie doch ein einziges Mal, die Ihnen gestellten Fragen!

Rainer Zufall
16 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Beschrieb ich doch längst mit verweis auf den Artikel: https://www.bvl-legasthenie.de/images/static/pdfs/Leitlinien/LF_Leitlinie.pdf
Auch hier wird von “LRS” geschrieben.
Eine abweichende Definition habe ich nicht zurhand, da, wie beschrieben, diese meiner Meinung nach gleichbedeutend sind.

Da Sie ja eine voneinander abweichende Definitionen zu haben vorgeben, wollte ich wissen, wo Sie da einen Unterschied machen, den ich – so ja auch Ihre Meinung – nicht sehe.
Da Sie sich dermaßen verkrümeln bezweifel ich allerdings, dass Sie – mal wieder – nichts an den Tisch zu bringen haben. Bewahre, Sie hätten mir etwas erklären können 🙁

Rainer Zufall
17 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Also in der Quelle des Artikels wird von einer LRS geschrieben.
Aber da ist es die Störung, keine Schwierigkeit. Wenn ich mich richtig ans Studium erinnere, kursierten da verschiedene Definitionen.

Bla
16 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

LRS wurde eine zeitlang als “Lese-Rechtschreib-Schwierigkeit” benannt.
Aktuell sind wir (wieder) bei LRS als “Lese-Rechtschreib-Störung”.
Das ist “das selbe/das gleiche”. Nur die Begrifflichkeit wurde angepasst.
Das ist eine Sache des Umgang, der Wirkung und der Anerkennung. Man erkennt es als “Störung” an. Also etwas, was jemanden einschränkt/”stört”.
Es gliedert sich auch wie A-S-S [also Autismus-Spektrum-STÖRUNG] den Neurodivergenzen ein. Was auch ein guter Schritt ist, dies als “andersdenkend” bei Legasthenie bspw. zu definieren und zu betrachten.
Und dann kommt man auch drauf, dass eine Differenzierung von LRS und Legasthenie (wieder/immer noch) Sinn macht [meiner Meinung nach].
Denn dann kann man auch sinnvoller im Umgang fördern und es gezielter einordnen.
Beispielsweise haben einige Menschen mit Aphantasie und Anauralie (und Lega) durchaus Schwierigkeiten im Verständis von “Wörter schwingen” oder “stelle dir die Schwingbögen bildlich im Kopf vor” oder “höre die Schwingung”. Weil “wir” Aphantasten und Menschen mit Anauralie keine “Begriffe/Bilder im Kopf sehen/uns vorstellen können” und keine “Töne im Kopf haben/hören”. Ebenfalls ist der Zugang zu “Merkwörtern” ein anderer – eben weil wir das Wort nicht im Kopf als Bild haben und auch nicht bilden können. Wir lernen es “auswendig”, nach Struktur ggf., nach Verknüpfungen und über Transfers etc. Reines “schau es dir an und stelle es dir dann vor” geht bei uns nicht.
Aber auch darauf wird hoffentlich mal noch mehr Fokus gelegt und das hoffentlich ergänzt bzw. angepasst für Neurodivergenz.
“Wir” lernen bspw. auch Instrumente anders. Klavier nach Muster, Mathematik und Struktur, sowie motorisch durch Abstände. Nicht durch “Bild” und “Ton”. Das ist nicht (wirklich) möglich.
Aber gut … Die Forschung ist seit 2015 einiges in dem Feld vorangegangen. Einiges wird mit Sicherheit noch kommen. Und das ist wahnsinnig wichtig und sinnvoll. Dann versteht man auch, warum manche Kinder sich mit Vokabeln und Aussprache deutlich schwerer tun. Ohne “Bildabgleich” [Kärtchen] und “Tonabgleich” [innere Stimme] lernt man nunmal anders effektiver. Beispielsweise über Wortverknüpfungen, Wortfamilien, Ethymologie usw. Warum? Weil “wir” so denken. Wir sind eben nicht neurotypisch, sondern neurodivers. Und die Welt/Alltag, Schule (und leider einige Förderbereiche …) sind stark neurotypisch “aufgebaut”.
Das sieht erkennt man auch an Redewendungen sehr gut … “Tagträume haben” gibt es bei Aphantasie nicht als “ich sehe ein Bild/habe eine Vorstellung/sehe eine Art Film”, sondern als “abgelenkt sein/inneren Monolog haben/nicht aufpassen”. Das musste ich auch erst lernen und erkennen, dass solche Redewendungen eben auf neurotypischen Ansätzen basiert. Weil die “Tagträumen” als Art Träumen. Oder Menschen die sagen “einen Ohrwurm haben” wirklich eine Art Lied oder Töne oder Formen/Prägungen davon haben. Mit (totaler) Anauralie hast du das nicht. Du hörst nichts. Dann ist das wie “ich denke an das Lied/den Titel/den Sänger-die Sängerin/eine Zeile des Liedes”. Mehr ist da nicht.
Vielleicht verstehen Sie jetzt (und können es zumindest etwas … nachvollziehen?), warum ich so vehement für eine saubere Einordnung solcher Sachen bin.
Pragmatismus und Ressourcenmangel hin oder her. Das sind Gründe – machen den Umgang aber nicht “richtiger”, “sinnvoller” oder “ehrlicher”.
Dass man hier noch sehr sehr weit von entfernt ist … Verstehe ich.

Und ja … Die verschiedenen “Definitionen” [eher Begrifflichkeiten] kursieren. Sind jedoch als Synonyme meistens da. Ab und an wird eine “Differenzierung” vorgeschlagen. Diese wurde meines Wissens nach nie so definiert und gemacht. [Gerne korrigieren, falls doch]

Rainer Zufall
14 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Sehr treffend formuliert, besonders der Schluss.
Warten wir ab, was Potschemuschka zu schreiben hat, die schafft es schon ohne Sie 😉

potschemutschka
14 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Bla schrieb bereits alles, was es dazu zu schreiben gibt. Sie sollten seine Texte einfach mal vollständig und sinnerfassend lesen. I h werde es nicht für Sie in einfacher Sprache zusammenfassen.

potschemutschka
13 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

@Rainer Zufall
Ergänzung: Vielleicht sollten Sie auch noch einmal den folgenden n4t-Artikel und die Kommentare und links dazu im Forum lesen. Dort habe ich Ihnen schon sehr viel zum Thema geschrieben, was Sie allerdings schon damals nicht gelesen und/oder verstanden haben. Sie können oder wollen einfach nicht Ihr schwaches Fachwissen (nicht nur in diesem Bereich) erweitern.
“Streng dich doch mal an!” Legasthenie-Betroffene vermissen bei Lehrern häufig Geduld – und Expertise zum Thema – News4teachers

Harzer
18 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Das ist für Berlin falsch. Für andere Bundesländer kann ich nicht sprechen. Unten schrieb es schon jemand. LRS ist nicht gleich Legasthenie! LRS bedeutet nur, man ist deutlich schlechter als altersspezifisch “normal” wäre. DAS ermittelt der HSP. Er ermittelt keine Legasthenie!!!

Für welches Bundesland sprechen Sie?

unfassbar
17 Tage zuvor
Antwortet  Harzer

Die Hamburger Schreibprobe wird dennoch gerne als ausreichend für die Gewährung von Nachteilsausgleichen genommen. Förderung im Anschluss gibt es nur wenig.

Bla
17 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Weil die verpflichtenden Förderungen zumindest in Bayern gestrichen wurden. Und nur noch als freiwillige (bei Kapazität) Anwendung findet.
Bei einer besuchten Fobi von mir [SchulpsychologInnen geführt] meinte eine Schulpsychologin zu uns, dass sie gerne selbst LRS an ihrer Schule als Förderstunde anbieten würde. Sie ist (oder war?) dort nur sehr wenige Deputatsstunden im Einsatz/zugeteilt. Und musste “Werken” abdecken glaube ich. Aber auch hier … Mangel an Lehrkräften etc.
Schade eigentlich. Hat man schon Vollprofis zugeteilt. Die wollen auch. Und dann kann man sie wegen “Pflichtabdeckung” nicht einsetzen. Zeigte mir allerdings auch irgendwo … Den Umgang (auch und insb. des Staates).

Ansonsten unterscheidet man hier ja bei Testungen zwischen Schulpsychologen und bspw. JKP. Die Schulpsychologen unterliegen wesentlich engeren und strengeren Vorgaben. Die JKP nicht.
Die Schulleitung entscheidet letztendlich welche Testung/Diagnose sie anerkennt bei Schulpsychologe + JKP. Also dann dürfte bspw. die SL die LRS-Diagnose des JKP anerkennen, obwohl “die Empfehlung des Schulpsychologen” dann keine LRS-Diagnose wäre. Dann fungiert der Schulpsychologe im Prinzip als “beratende Instanz”.
Huch ist das schön, wenn man auch solche Sachen an die Schule (indirekt) weitergeben kann. Toll.

Bla
17 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

KJP* … Werde den Dreher wohl gar nicht mehr rausbekommen beim Schreiben.

Rainer Zufall
17 Tage zuvor
Antwortet  Harzer

Bin in Baden-Württemberg. Da haben wir meines Wissens die LRS (https://www.bvl-legasthenie.de/images/static/pdfs/Leitlinien/LF_Leitlinie.pdf)

Ich glaube, hier habe ich unsauber die Schwierigkeit mit der Störung in einen Topf geworfen – es ging mir dort darum, auch das Schreiben ins Auge und so in den Begriff zu nehmen.

Bla
16 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Siehe oben …
Egal ob Baden-Württemberg …
ALLE haben “die Störung” meines Wissens nach. Weil das so aktuell definiert ist. Die/Als “Schwierigkeit” war es mal definiert.
Ist und sollte auch keine “Ländersache” als Definition sein. Ist ja schließlich eine neurologische/-biologische, psychologische und medizinische Sache.

Aktuell wird auch ALLES oft in einen Topf geworfen. Legasthenie … LRS [als Störung – “veraltet” als Schwierigkeit] … Teilweise sogar iso. LS/RS.
Das ist ja gerade meine Kritik.
Iso. LS, iso. RS und LRS trennen noch viele. [Ist auch einfacher zu trennen]
Legasthenie hingegen hat man komplett in den Topf zu LRS geworfen.
Und wenn jemand “gar nichts trennt”, dann ist das schon fragwürdig.
Bisschen so, als ob jemand sagt: “Alle Autisten sind gleich”.
Nene. Kennst du einen Menschen mit A-S-S … Kennst du einen Menschen mit A-S-S. Deshalb ist es ja ein Spektrum und zwar ein sehr breites.
Und bei Legasthenie machen wir das nicht mehr? Ja cool.

Und hier will ich Ihnen noch nichtmal “an’s Bein pissen”. Ich glaube zum einen immernoch, dass Sie ihren Schwerpunkt wahrscheinlich im Bereich ESE/Geistige Entwicklung hatten. Und zum anderen ist das Ganze auch sau verwirrend durch die Änderungen und Begründungen.
Und im Alltag ist es “vielen sowieso egal”. Da “nur Begrifflichkeit”. “Man weiß ja, was man meint”. Usw.

Aber im Fachdiskurs finde ich die Trennungen und v. A. Einordnungen sehr wichtig. Auch wenn es (leider) teilweise wohl Rückschritte diesbezüglich gibt bei LRS. Aber das lässt sich weiterhin streiten. Ist ja auch bei ExpertInnen tatsächlich “nicht eindeutig” [Studien, Ansichten, Erfahrungen, Blickwinkel] und ein starkes Streitthema.
Gerade was die Effizienz von “Gedächtnistraining” anbelangt. Hier ist man sich nicht ganz so einig aktuell.

Rainer Zufall
14 Tage zuvor
Antwortet  Bla

“Ich glaube zum einen immernoch, dass Sie ihren Schwerpunkt wahrscheinlich im Bereich ESE/Geistige Entwicklung hatten.”
Sie meinen, LRS fällt in den Bereich Lernen? Es ist eine Teilleistungsstörung, was wollen die Regelschulen noch alles als “Lernbehinderung” verkaufen, um sich nicht reformieren zu müssen? 😀

Bla
14 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Habe ich doch nicht geschrieben?

Ich schrieb, dass ich glaube, dass IHR Schwerpunkt im Bereich ESE/Geistige Entwicklung war.

Von LRS haben Sie grundlegend mal gehört. Aber anscheinend sind Sie hier zu unsicher im Bereich Fachtermini (und praxisorientierter Förderung?).
Also haben Sie zumindest den Schwerpunkt nicht “in dieser Richtung”. Sprich “Sprache” und “Lernen”. Auch wenn LRS nicht zugeordnet wird, sondern als Basiswissen im Studium gilt, haben die Bereiche “Sprache” und “Lernen” (wohl oft) schon im Studium einen erweiterten Bereich. Spätestens jedoch … In der Praxis.
Daher schließe ich von der Logik her einfach mal “Lernen” und “Sprache” aus. Dann wären Sie normalerweise hier deutlich fitter. Alleine schon durch Praxisanwendung und -bezug.
Dazu ist das Wissen, welches Sie hier diesbezüglich zeigen “eingerostet”. Also “bisschen was ist da – aber liegt irgendwo in der Kiste”.
Daher gehe ich persönlich auch davon aus, dass Ihr Studium schon paar Tage her ist. Zum anderen, dass Sie nicht sonderlich im Bereich LRS und co. sich fortbilden [und wohl auch nicht fortbilden müssen für Ihren Alltag]. Also: Sie arbeiten nicht in diesem “Umfeld” und Bereich.
Sonst wäre das auch ein Armutszeugnis.

Bei ESE und/oder GE würde ich Sie auch mehr sehen ehrlicherweise. Auch von “Ihrem Profil”.

Daher … Alles gut. Wenn sie da nicht mehr so fit sind.

vhh
19 Tage zuvor

Ob Legasthenie, Dyskalkulie, ESE, FS Lernen, DaZ, Autismusspektrum, chronische Krankheiten, Hochbegabung, was auch immer, “aber das Bildungssystem beachtet sie kaum” kann man über alle sagen. Halt, beachten schon, es gibt Tests und Listen für alles, nur Ressourcen gibt es keine. Inzwischen scheitert es am Platz und der so positiven Heterogenität: Ich kenne einige Klassen, in denen von den o.a. acht Möglichkeiten sechs, oft mehrfach, vertreten sind. Angenommen, jedes dieser Kinder würde speziell bezogen auf sein Problem betreut, dann haben wir Lehrkraft und weitere sechs Erwachsene mit 28 Kindern im Raum. Bei Einzelarbeit redet jeder dieser Erwachsenen mit seinem Schützling… In der ‘Restklasse’ differenziertes Material auf minimal zwei Niveaus, dazu noch Fördermaterial. Das könnte man noch weiter ausmalen, aber es ist absurd. Die Wahrheit ist nicht ‘hohes Maß an Förderung bei Legasthenie kann im Schulalltag nebenbei nicht gelingen’, im Schulalltag gelingt keine Förderung, die den Namen verdient hätte, egal welche ‘Besonderheit’. Die Idee, in einem Klassenraum alles gleichzeitig zu leisten, unter Beibehaltung der Fachlehrpläne, mit zusätzlichem Schwerpunkt auf -zig verschiedenen Kompetenzzielen bringt mich nur noch zum Lachen (die Alternative wäre Weinen). Das ist eine höhere Komplexität als in der alten Dorfschule mit Klasse 1-4 in einem Raum und die haben wir abgeschafft.Rechtliche Bewertung und mehr multiprofessionelle Teams ändern das? Sicher, wenn die Teams aus Zauberern bestehen…

Alese20
19 Tage zuvor
Antwortet  vhh

“Die Idee, in einem Klassenraum alles gleichzeitig zu leisten, unter Beibehaltung der Fachlehrpläne, mit zusätzlichem Schwerpunkt auf -zig verschiedenen Kompetenzzielen bringt mich nur noch zum Lachen (die Alternative wäre Weinen).”

Das sehe ich ganz genauso. Bin gespannt, wann die Erkenntnis auch “Oben” ankommt und man endlich dieses Klassensystem abschafft, so dass alle in ihrem Tempo, in der für sie passenden Umgebung mit ggf. der entsprechenden Förderung lernen können…seufz…wann wird ja noch träumen dürfen.

Bla
19 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Glauben Sie mir … Auch dazu braucht es wiederum genug Ressourcen/Rahmenbedingungen, Wissen und Personal. Raumlichkeiten nicht unterschätzen.
Dazu die Zeit.
Dazu ggf. Elternwillen.

Wir haben “Freiarbeit/Freie Wahl der Arbeit”/Montessori-Konzept.
Dazu Doppelbesetzungen in der FA-Zeit.
Dazu keine Noten.
Klassenzimmer + Nebenzimmer.
Zugriff auf digitale Endgeräte und “Infrastruktur dazu”.
Und trotzdem ist das – bei weitem – kein Selbstläufer. Es ist (viel) besser als an (meinen alten) Regelschulen.
Jedoch auch hier … Erwartungshaltungen [Eltern, Schule, Lehrkraft selbst] muss man ständig reflektieren, überdenken und anpassen. Ggf. besprechen. Ansonsten ist der Weg in den Burnout für viele definitiv “vorprogrammiert”.
Man erkennt sämtliche Förderbedarfe. Kennt die Fördermöglichkeiten. Aber es fehlt trotzdem am Personal, Geld und v. A. der Zeit. Leider.

Ist aktuell so mein (Haupt-)Problem im Umgang. Weil man ständig an Grenzen gerät. Man will – man kann aber nicht. Nicht ohne sich komplett “aufzuopfern” und dann im Burnout zu landen. Frustrierend. Realität jedoch meiner Meinung und Erfahrung nach.
Mehr geht ja bei dem Thema immer … Auch damit muss man lernen umzugehen.

Rainer Zufall
18 Tage zuvor
Antwortet  Bla

“Glauben Sie mir … Auch dazu braucht es wiederum genug Ressourcen/Rahmenbedingungen, Wissen und Personal.”
Warum führen Sie das an? Bekommen Sie das an einer Privatschule echt nicht auf die Kette?
Warum sollten Eltern ihre Kinder an Ihrer Schule anmelden? 😀

Bla
16 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Weil es “immernoch (deutlich) besser” als an vielen Regelschulen ist? Alleine eben wegen dem Grundgerüst?
Wenn es nach mir ginge … Dürften Regelschulen diesen Rahmen sehr gerne übernehmen. Wir haben pro SuS ca. die gleiche Höhe an Geld zur Verfügung.
Also “machbar” sollte es sein an/für Regelschulen. Sogar aktuell.
Dann müsste man eben das Regelschulsystem umändern. Mal weg mit/von der massiven Ineffizienz der Strukturen und Bürokratie. Gelder sinnvoll und gezielt einsetzen.
Dazu bei LuL-Gehältern usw. sparen. Das ist “der zusätzliche Kompromiss” eben.

Daher melden auch Eltern ihre I-Kinder bei uns an, wenn wir keine “Luftschlösser” bauen können und sogar wenn wir das genau so auch kommunizieren.
Weil lieber … “Das als Kompromiss” [alle keine Noten, weniger Stigmata, keine Förderschule, Schulbegleitung als Bedingung bei stärkerer Inklusion, FA Doppelbesetzung, doppelte Räumlichkeiten, engeren Kontakt/Beratung, Montessori-Materialien, …] als oft lediglich der Stuhl dazu.

Kann man das “so machen”? Ja, wenn sich das Regelbildungssystem mal etwas ändern würde … Wie gesagt. Wir haben wirklich nicht mehr Geld/SuS zur Verfügung als “den Gehaltsunterschied”.
Beamte kosten eben viel. Bürokratie ebenfalls. Schlechter Geldeinsatz auch.
Könnte man aber alles rein theoretisch ändern. Systemisches Problem.

Da können Sie noch so sauer auf Privatschule (oder mich?) sein.
Da können Sie noch so sehr denken, dass die Eltern unmengen an Geld unserer Privatschule geben und wir alle dadurch als LuL reich werden oder soo viel Geld mehr zu Verfügung hätten …
Informieren Sie sich:
– Gemeinnütziger Verein
– Staatliche Genehmigung
– Durchschnittsgehalt eines Privatschullehrers [und Gesetzliche Regelung … Sollte man auch mal aus Neugierde dann gelesen haben bzw. sich informiert haben]
– Transparenzdarlegung/Bilanzen usw.

Und Sie werden schnell feststellen … Oh. Das geht? Warum denn an Regelschulen nicht?
Weil das System total ineffizienz arbeitet. Die Gehälter (deutlich) höher sind zudem.
Aber halt nicht, weil “die Schulgelder dazu kommen”. Das ist absoluter Quatsch (in der Konstellation). Die Schulgelder gleichen “den Staat” lediglich aus im Vergleich zu den Geldern an Regelschulen. Mehr ist das bei uns nicht.

Und warum habe ich denn kein Problem das so zu benennen und Sie denken vielleicht “aber dann sind die Rahmenbedingungen gar nicht so viel besser”? Doch. Sie sind zumindest anders. Weil man anders mit den Geldern arbeiten kann [effektiver]. Die Strukturen andere sind [Raum/Freiheiten]. Und vor allem … Weil ich keinen Sinn darin sehe, dass ich jemanden (bewusst) anlügen müsste.
Auch in Bezug auf “meiner Privatschule” und dem “Werben” … Ich würde mir selbst keinen Gefallen machen, wenn ich hier “die Erwartungen ins Unermessliche” lobe(n würde). Die kann ich leider gar nicht bringen dann. Weder als LuL, noch als Schule. Und mit “realistischeren/geerdigteren” Eltern lässt sich meiner Erfahrung nach wirklich besser und effektiver zusammenarbeiten. Auch ehrlicher und ggf. wertschätzender.
Und dann muss eben jede Familie für sich wissen, ob sie ihr Kind bei uns anmeldet/versucht einen Platz zu bekommen.
Ist ein Privileg, wenn man Wahl (+Wartelisten) hat. Auch als Schule.
Ich habe doch absolut kein Interesse an “Eltern mit Ihrem Gedankengang” bei gleichzeitig (massiven) Gehaltseinbußen meinerseits? Ich bin weder deren “Diener”, noch bin ich “Verkäufer/PR-Manager”.
Entweder sie entscheiden sich für die anderen Rahmenbedingungen und gleichen die Differenz des Geldes [welches der Staat nicht zahlt/nicht zahlen will] aus oder sie lassen es halt. Der Gedanke “aber wir bezahlen, deshalb habt ihr mehr” ist ein Mythos. Den will ich auch gar nicht haben. Die sollen ruhig wissen, wofür sie zahlen und wie das systemisch so ist – wenn sie Interesse haben.
Bisher … Sehr gut gefahren mit.

Wie gesagt … Die Politiker/AG/Staat könnte auch einfach mal anfangen die Gelder sinnvoller zu nutzen. Wenn “ihr” dann noch Abstriche bei Verbeamtung/Gehalt macht [siehe Durchschnittsgehalt Lehrer an Privatschulen] … Dann könnte man auch an Regelschulen noch so manches “pushen”.

Alese20
16 Tage zuvor
Antwortet  Bla

“Glauben Sie mir … Auch dazu braucht es wiederum genug Ressourcen/Rahmenbedingungen”

Das ist doch genau Teil meines Traums.

Rainer Zufall
16 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Sie missverstehen, viele im Forum sehen dies als GEGENARGUMENT, Veränderung zu fordern XD

DerechteNorden
19 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Als Klassenlehrerin (Diese Aufgabe nehme ich seit fast 30 Jahren sehr gerne wahr!) möchte ich dem widersprechen.
Menschen scheinen irgendwie soziale Wesen zu sein, die sich gern in Gruppen zusammentun. Und auch wenn das in Schulen nicht im Entscheidungsbereich der Kids liegt und innerhalb einer Klasse nicht immer alle miteinander gut Freund*in sind, so gibt es doch ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das wichtig ist.
Ich unterhalte mich oft mit Schülys darüber, dass ich gern meinen eigenen Raum hätte, den ich für die Bedürfnisse meiner Lerngruppen ausgestalten würde. Als Reaktion kommt immer, dass sie das nicht wollen würden, weil sie dann ja keinen eigenen Raum für ihre Klasse hätten. Es scheint ein Bedürfnis von Menschen zu sein, zu einer fest definierten Gruppe zu gehören.
Tatsächlich denke ich, dass Schulen sehr klein sein müssten, damit man so arbeiten könnte, wie Sie es vorschlagen. Die “alte” Dorfschule mit 50 Kids funktionierte wahrscheinlich u.a. deshalb, weil sie für alle noch übersichtlich war.

Schräg ist irgendwie auch, dass dieselben Leute einerseits die totale Inklusion fordern, andererseits aber dieses offene System mit “alle in ihrem Tempo” in der für sie passenden Umgebung usw. befürworten.
Was meinen Sie, was mit I-Kids in solch offenen Systemen passiert?

ed840
18 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Was meinen Sie, was mit I-Kids in solch offenen Systemen passiert?”

Kann man vermutlich nicht ausschließen, dass bei dieser Gruppe zu ähnlichen Entwicklungen kommen könnte wie z.B. bei Jungs und SuS mit Migrationshintergrund in den letzten Jahren in Finnland.

Rainer Zufall
14 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Wie kommen Sie zu dieser Einschätzung? Fordern Sie Ihrer Annahme folgend etwa eine bessere Versorgung der Inklusion anstelle einer Stärkung der Förderschulen? 😀

Küstenfuchs
17 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich würde Ihnen da unbedingt zustimmen. Wir dürfen bei den ganzen Freilern-Konzepten nicht das soziale Gefüge und die soziale Interaktion verlieren. Beispielsweise müssen unsere Schüler auch lernen, mit Kindern punktuell (d.h. mal in einer Gruppenarbeit) zusammenzuarbeiten, die sie überhaupt nicht leider können. Genau das brauchen sie im echten Leben nachher auch und das muss man lernen.

Zudem sollte man den Anspruch, jedes Kind mit genau seinen Bedürfnissen optimal fördern zu wollen, einfach aufgeben bzw. dies nicht als Maßstab nehmen. Das wird ein Bildungssystem nie leisten können. Das bedeutet natürlich nicht, dass man jegliche Förderung einstellen sollte.

Steißtrommler
19 Tage zuvor
Antwortet  vhh

Schulen sind eben keine Therapie- und Rehazentren!

Rainer Zufall
16 Tage zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Aber Ihnen ist schon klar, dass Kinder TROTZ “Legasthenie, Dyskalkulie, ESE, FS Lernen, DaZ, Autismusspektrum, chronische Krankheiten, Hochbegabung” in die Schule gehen?
Wenn Sie diesbezüglich nichts verbessern wollen, drehen Sie doch den Lautstärkeregler Ihrer Beschwerden auf Null 😉

blau
19 Tage zuvor
Antwortet  vhh

Allein der Vorbereitungsaufwand bei do virlen Besonderheiten übersteigt jegliche zeitliche Möglichkeit einer Lehrkraft

Rainer Zufall
19 Tage zuvor
Antwortet  vhh

“Inzwischen scheitert es am Platz und der so positiven Heterogenität”
Nur bei Ihnen, oder haben Sie da Quellen zu?

Hans Malz
18 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Augen auf und hinsehen.

Rainer Zufall
18 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Ich dachte schon, Sie beziehen sich auf die Studie, welche bessere Abschlüsse von Schüler*innen mit sonderpädagogischen Förderbedarf festhielten, “Sorgen” um schlechtere Leistungen der Stärksten der Klasse als unbelegt zurückließen und positive Entwicklungen bezüglich des Sozialverhaltens beobachteten.

Oder vielleicht eher den Blick auf die Vergangenheit, wo Unzulänglichkeiten des Schulsystems durch unbezahlte Ausbeutung (Mütter), Herauskaufen der Besserverdienenden (Privatschule/ Nachhilfe) und konsequentes, jahrzehntelanges Fallenlassen TAUSENDER Schüler*innen ohne Abschluss als gesellschaftliches Problem ausgeblendet wurde?

Oder schauen Sie da lieber auf Ihren eigenen Bauchnabel? Obacht, wenn Sie aufschauen, könnten Sie versehentlich Ihre “homogene” Klasse anschauen, wo manche sich langweilen, weil sie den Stoff längst durchdrangen, manche erst genug Motovation/ Aktivierung aufbauen müssen, bevor sie loslegen können, andere eine weitere Erklärung (in zeitgemäßer Sprache – vielleicht sogar deren Muttersprache?) benötigen, oder solche mit LRS/ Dyskalkulie das Thema zwar durchdringen, aber auf kleinschrittiges Vorgehen mit vielen Wiederholungsmöglichkeiten angewiesen sind?

Die typische “homogene Klasse” eben 😉

vhh
16 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Schüler plus diverse Lernbegleiter, Klassen in Jahrgang 9 generell 30+, da wird es tatsächlich etwas eng. 30+ weil, Weisheit des Ministeriums, Kinder in der Sprachlernphase nicht mehr gezählt werden und in Jahrgang 9 alle, die mit fünf Defiziten seit Jahren dabei sind, zum ersten Mal an einer Versetzung scheitern. Dreimal FS Lernen, E- und G-Kurse, die nicht ausreichen, sinnvoll zu differenzieren. Leistungsniveau von problemlos Gymnasium bis vermutlich kein HS10 Abschluss, ist das heterogen genug? Dann nehmen wir noch familiäre Probleme und ADHS dazu, oft genug noch psychiatrische Behandlung. Das Ganze an einer Gesamtschule fern aller Großstädte, Sozialindex 1, da ist die Vermutung, woanders sei es nicht viel besser, recht naheliegend. Das ist der Grund, diese ‘nur eigenen Erfahrungen’ vielleicht nicht mit einem ‘ empirisch nicht belegbar’ abzutun, wie es leider immer häufiger im Bildungssystem passiert. Lehrkräfte werden weder gefragt, noch werden ihre Berichte ernst genommen, die Politik spricht lieber mit Wissenschaftlern. Zufällig fragt auch niemand systematisch in den Schulen nach den persönlichen Erfahrungen der Lehrkräfte und ihrer Meinung zu Defiziten, aber gibt es diese deshalb nicht? Alles nur Meinungen, keine Fakten? Wenn mir jemand sagt, objektiv ließen sich unmögliche Anforderungen nicht nachweisen, ändert das nichts an meiner Wahrnehmung und meiner Fähigkeit, das zu leisten, was für mich noch Unterricht und Pädagogik ist. Ministerien und Wissenschaft ‘beweisen’, dass mit den richtigen Unterrichtsansätzen heterogene Klassen ein Gewinn für alle sind. Richtig, das trifft teilweise zu, ich bewundere die Menschen, die das real schaffen, ich kann es nicht. 10-11 Lerngruppen, vor jeder Stunde alle besonderen Anforderungen bedenken, in jeder Gruppe eine andere Konstellation… Diese Superhelden findet man aber jenseits der vierzig oft als Coaches und Berater, die ihre Ideen weitergeben, ‘um Schule neu zu denken’. Ich kann das leisten, wenn es um zufriedene Schüler und soziales Lernen als Hauptaspekt geht. Alle paar Jahre erinnert sich aber das gleiche Ministerium, wie schlecht die letzte IQB-Studie ausgefallen ist beklagt Fachwissen und Kompetenzentwicklung.
Nein, keine Quellen, aber Erfahrungen, tägliche Beobachtung und Reflexion der eigenen Arbeit.

Rainer Zufall
16 Tage zuvor
Antwortet  vhh

“ist das heterogen genug?”
https://www.news4teachers.de/2026/03/legasthenie-in-deutschland-betroffene-schueler-bekommen-das-strukturelle-versagen-des-bildungssystems-zu-spueren/#comment-793035

Ich zweifel an der Illusion “homogener Klassen” – die meiner Meinung nach eher auf der homogenen Leistung von (früheren?) Lehrkräfen fußen.

“Alles nur Meinungen, keine Fakten?”
Ausgezeichnete Frage! WARUM wünschen sich in diesem Forum so viele Lehrkäfte homogene Klassen? Die haben wohl nicht mitbekommen, wie es bspw. bei Ihnen läuft.
Oder die phantasieren davon, sich bestimmte Schüler*innen wegwünschen zu können? Viel Glück dabei! 🙁

Die Balkon
19 Tage zuvor

Dass diese zwei Schüler pro Klasse vom Bildungssystem nicht beachtet werden, ist eine Lüge. Der Großteil dieser zwei wird vom Bildungssystem produziert.

DerechteNorden
19 Tage zuvor
Antwortet  Die Balkon

Nichts für ungut, aber das ist so nicht wahr.
Was Legasthenie ist, ist klar definiert. Das hat nur bedingt etwas mit einer schlechten Lese-Rechtschreibleistung zu tun.
Wer viel mit Legastheniker*innen zu tun hat, weiß das auch.

HarneEinrichson
19 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Wenn man nicht nur auf die Symptome schaut, sondern auch auf die Ursachen einer Legasthenie, dann kommt man auch darauf, dass sie gar nicht vom Schulsystem produziert werden kann.
Ähnliche Symptome kann das Schulsystem sicherlich produzieren.

DerechteNorden
18 Tage zuvor
Antwortet  HarneEinrichson

Dem stimme ich zu.

Rainer Zufall
19 Tage zuvor
Antwortet  Die Balkon

Die LRS ist eine echte Diagnose. Dass diese Schüler*innen mehr Förderung oder Nachteilsausgleich erhalten als bspw. “nur” schlechte Leser*innen lässt sich durchaus kritisieren, aber ich habe so ein Gefühl dass es Ihnen nicht darum geht 😉

potschemutschka
18 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Die LRS” (genauer Legasthenie) gibt es nicht! Es gibt verschiedene Formen mit verschiedenen Ursachen und die benötigen auch unterschiedliche Fördermaßnahmen. Das sollten Sie als Sonderpädagoge eigentlich wissen!

Rainer Zufall
18 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Welche LRS/ Legasthenie unterscheiden Sie da, auf deren Unterscheidung im Artikel verzichtet wurde?

Würde mich sehr wundern, wenn die LRS-Förderstunden da nochmals aufgeteilt werden, aber es ist ja nachweislich Ihr Schwerpunkt, würde da also gerne etwas dazulernen.

potschemutschka
18 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Netter Versuch! Sie sind doch viel moderner als Sonderpädagoge ausgebildet worden. Also los, zählen Sie doch mal ein paar Formen der Legasthenie auf und welche speziellen Fördermöglichkeiten Sie jeweils empfehlen würden, und welche Spezialisten außerhalb der Schule evtl. notwendig sein könnten. Spoiler:
“One size fits all!” funktioniert nur begrenzt.

Rainer Zufall
17 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Sie schreiben von den vielen Formen der Legastenie und machen dann bei einer einfachen Nachfrage den Rückzieher.
Ich denke, hier entsteht kein Austausch mehr :/

potschemutschka
18 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Welche Formen von Legasthenie/ LRS werden denn im obigen Artikel unterschieden? Helfen Sie mir, muss ich wohl überlesen haben.

Rainer Zufall
17 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Gute Frage.
Jemand schrieb: “Es gibt verschiedene Formen mit verschiedenen Ursachen und die benötigen auch unterschiedliche Fördermaßnahmen.”
Dazu schreiben Sie: “Welche Formen von Legasthenie/ LRS werden denn im obigen Artikel unterschieden? Helfen Sie mir, muss ich wohl überlesen haben.”

Wie beschrieben, sehe ich da (schulisch) keinen Unterschied zwischen LRS und Legastenie, auch wenn, wie bei ALLEN Störungen es diverse Ursachen und verschiedene Lösungsansätze geben kann – wo in der Schule ist das nicht so?
https://www.bvl-legasthenie.de/images/static/pdfs/Leitlinien/LF_Leitlinie.pdf

Rainer Zufall
14 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

War es nicht genug Hilfe?

Haben Sie immer noch keine Meinung zu IHREN zwei gegensätzlichen Beiträgen zum selben Artikel?
Wo ist das Problem? In jedem Fall szimmen Sie sich selbsz zu 🙂

Rüdiger Vehrenkamp
19 Tage zuvor

Ich sollte mir nie angewöhnen, jedesmal einen Kurzen zu trinken, wenn ich den Begriff “multiprofessionelle Teams” zu lesen kriege. Ich läge wohl sehr flott unterm Tisch. Wie gehabt kann man diese gerne fordern, nur sind sie in der Realität im notwendigen Umfang einfach nicht existent.

Meine Erfahrung ist leider, dass sich viele Eltern (und Kinder) auf ihren Diagnosen ausruhen. Gerade gestern brachte ich das Beispiel mit dem ADHS-Jungen, bei dem die Eltern weder Medikamente geben möchten, noch eine Therapie einleiten wollen. LRS und Legasthenie brauchen natürlich spezielle Therapien, wie auch bei Dyskalkulie, Depressionen, Autismus usw. Doch wie soll Schule das leisten? Vor allem dann, wenn die Eltern sich nicht aktiv um eine Verbesserung der Lage kümmern? Wenn dies in der Schule stattfinden soll, ist die Frage: Wann genau? Während des Unterrichts? Neben dem Unterricht? Nachmittags nach dem Unterricht? Selbst an Gemeinschaftsschulen bedeutet dies, aktuelle Lerninhalte in den Hintergrund zu rücken, um jedwede Diagnose zu therapieren. Sind Schulen folglich noch Bildungseinrichtungen oder der neuerliche Name für Therapiezentren?

Canishine
19 Tage zuvor

Multifunktionelles Kinder-Betreuungszentrum sucht multifunktionelle Begleitende für die Leitung mehrerer multifunktioneller Ein-Frau-Teams, bevorzugt ohne Verbeamtung.
(Prost!)

Mika BB
19 Tage zuvor
Antwortet  Canishine

Leider…

Rainer Zufall
18 Tage zuvor
Antwortet  Canishine

Sie wollen also keine Schulsozialarbeit und keine/ weniger Unterstützung durch Sonderpädagog* und Schulbegleiter*innen? Bloß keine Schulosychologie oder pädagogische Assistenz?

Muss ja Hammer bei Ihnen laufen! Kann kaum erwarten, wie Sie die anderen im Forum zusammenstoßen, wenn die sich – meiner Meinung nach zurecht – über aus der Zeit gefallene Rahmenbedingungen und unzureichende Ressourcen beschweren.
Canishine rockt das, stellt Euch nicht an! 😀

Alese20
19 Tage zuvor

LRS, Dyskalkulie und Autismus brauchen keine Therapie, sondern nur die richtigen Lernbedingungen.

Rainer Zufall
18 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Vorsicht! Bin ganz bei Ihnen, aber wenn wir uns plötzlich (nach über 15 Jahren) auf die Lernvoraussetzungen der Schüler*innen komzentrieren, hocken wir nachher knietief in der Inklusion und fordern mehr Resourcen, anstatt das eigene Nichtstun mit dem derzeitig gewollten Mangel zu entschuldigen 😀

Alese20
18 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Und genau da müssen wir hin, wenn wir nicht weiterhin so viele SuS verlieren wollen. Ich bin für Schülerzentrierung. Und ich erwarte, dass die Politik das endlich erkennt und wirklich für multiprofessionelle Teams sorgt. Dafür müssen Gelder umgeschifftet werden; vielleicht von unsäglichen Subventionen wie z.B. Firmenwagen etc. verabschieden, Steuerhinterziehung im großen Stil ahnden, Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer. Wäre einiges möglich.

unfassbar
17 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Bei vernünftigen Lernvoraussetzungen braucht es bezogen auf LRS kaum noch Therapie. An die dafür notwendigen Bedingungen, sprich Lernen, Üben, kooperative Eltern, Handy & co erst nach den erledigten Hausaufgaben, Lernen, dazu passende Arbeitsatmosphäre in der Schule, Üben usw., traut sich aber niemand heran.

Rainer Zufall
17 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

“Bei vernünftigen Lernvoraussetzungen braucht es bezogen auf LRS kaum noch Therapie.”
LRS oder auch Legastenie gab es schon Jahrzehnte bevor die Schuld auf Migration und Eltern geschoben werden konnte – und wird es voraussichtlich auch immer geben.

Aber ja, heute werden Mütter nicht mehr in dem Maße ausgebeutet bzw. können diese nicht die Kompensation leisten – wäre nett, wenn der Staat sich mal ganz langsam Gedanken über Demografie, Bildung und HEUTIGE Lernvoraussetzungen macht 🙁

potschemutschka
18 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

… die da wären?
Wie ich oben schon schrieb – mit “One size fits all!” kommt man da nicht weit. Ursachen und Symptome können sehr unterschiedlich sein und benötigen oft unterschiedliche Förderbedingungen und manchmal auch spezielle Therapien durch Profis.

Alese20
18 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Es braucht Experten (von extern oder extra angestellt) in der Schule, die in Kleingruppen die Kids zusätzlich fördern. Das kann nicht in einer 30er Klasse nebenher passieren.

potschemutschka
18 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Richtig! Nur woher kommen diese Experten? Und läuft das dann im Klassenunterricht nebenbei, oder werden diese Schüler zeitweise aus dem Klassenverband genommen, oder … also, wie genau werden die richtigen Lernbedingungen für diese unterschiedlichen Schüler (und da geht es nicht nur um Legasthenie, ASS, Dyskalkulie) geschaffen, um wirklich jedem mit seinem speziellen Problem zu helfen – angenommen, es gäbe dafür genügend externe Experten – wie sähe der ideale Schulalltag, die ideale Umgebung ….aus? Wie kann man sich das vorstellen? Ich gebe zu, da fehlt mir die Fantasie.

Alese20
18 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich glaube nicht, dass das richtig gut in unserem Klassen mit Gleichschritt System geht. Aber man könnte es verbessern, indem man nachmittags Förderung anbietet für SuS mit LRS oder Dyskalkulie. ASS SuS benötigen dringend weniger Reize, daher müssten kleinere und somit leiser Klassen her. Standardisiert Kopfhörer oder die Möglichkeit in den Pausen oder während des Unterrichts in einen Stilleraum zu gehen. Außerdem könnten diese auch nachmittags von Experten lernen, wie sie ihr Nervensystem wieder regulieren können. In schlimmen Phasen der Pubertät (Hormonschwankungen machen alles schlimmer) sollte es die Möglichkeit zu tageweise Homeschooling geben. Reicht ja, wenn man in der Zeit, Aufgaben erledigt ohne Unterricht. Das System muss flexibler werden.

potschemutschka
17 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Also bekommt/ wählt jeder Schüler seinen individuellen Zeit- und Lehrplan und die entsprechenden Räumlichkeiten. Die Lehrer richten sich nach diesen Plänen. Sind dann nicht Schüler ohne “Besonderheiten” benachteiligt?

Alese20
17 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

So weit bin ich doch gar nicht gegangen. Nachmittags Förderunterricht für Legasthenie und Dyskalkulie und für ASS nachmittags Training zur Regulierung des Nervensystems. Außerdem Ausweichmöglichkeiten, um mehr Ruhe zu bekommen. Wieso sollten darunter die anderen leiden?

Auch, wenn alle selbst ihren Zeitplan und die Räumlichkeiten selbst bestimmen könnten, wäre die anderen auch nicht benachteiligt. Man könnte sogar ein Lernatelier für alle einrichten, in dem nur geflüstert werden dürfte. Hätten alle was davon. Auch Nicht-Neurodivergente empfinden Schule oft als zu laut zum Lernen.

Rainer Zufall
17 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka
Rainer Zufall
17 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Merken Sie, wie sich der Wind dreht, wo Sie sich für konkrete Verbesserungen aussprechen?
FYI: Nicht glauben, sich konstruktiv mit Potschemuschka auszutauschen. Halten Sie es lieber wie Dickebank und belassen Sie es beim Herumscherzen 😉

Alese20
16 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

So schnell gebe ich nicht auf 😉

Rainer Zufall
17 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Es sollte keine Klassen von 30 Schüler*innen geben.
Am Ende wird es Sie überraschen, wie viele “speziellen” Übungen sich auf “nur” schlechte Leser*innen anwenden lassen 😉

Aber ja, es gibt keine Komplettlösung für alle Kinder – Niemand würde sowas ernsthaft in den Raum stellen.

HarneEinrichson
19 Tage zuvor

Bei manchen Kinder/Eltern scheitert es ja schon am Gang zum Augenarzt, damit das Kind auch mal wieder was sehen kann

potschemutschka
18 Tage zuvor
Antwortet  HarneEinrichson

Bei manchen könnte auch der HNO-Arzt evtl. schon helfen.

potschemutschka
18 Tage zuvor
Antwortet  HarneEinrichson

Zu meiner Schulzeit fanden reihenärztliche Untersuchungen, auch augenärztliche, regelmäßig in den Schulen statt. Danach hatte dann plötzlich so manche(r) eine Brille. (z. B. mein Bruder – war vorher niemandem aufgefallen, dass sich seine Sehhkraft zwischen zwei Untersuchungen verschlechtert hatte).

Rainer Zufall
18 Tage zuvor

“Wie gehabt kann man diese gerne fordern, nur sind sie in der Realität im notwendigen Umfang einfach nicht existent.”
Darum werden sie gefordert…

“LRS und Legasthenie brauchen natürlich spezielle Therapien, wie auch bei Dyskalkulie, Depressionen, Autismus usw.”
Aha.. Wie sieht eine LRS- oder Dyskalkulie-Therapie Ihrer Meinung nach aus, dass die nicht an die Schule passt?

“Vor allem dann, wenn die Eltern sich nicht aktiv um eine Verbesserung der Lage kümmern?”
Wie bei allen anderen Kindern, wo sich Eltern nicht “aktiv” um eine Verbesserung der Lage (wtf?) kümmern: die Schule macht ein Angebot, anstatt so faul im Nichtstun zu versinken, wie Sie es gerne Eltern ankreiden, die LRS haben – und die Sie natürlich auch alle kennen. Vielleicht möchten Sie sich bezeiten mal etwas aus dem Elfenbeinturm bezüglich Bias reinziehen. Habe so ein Gefühl, dass die meisten Kinder bei Ihnen Schwierigkeiten haben, die von Zuhause aus nicht kompensiert wurden/ werden 😉

laromir
19 Tage zuvor

Also bei uns wird viel gemacht. Allerdings nehmen nicht alle Eltern das Angebot wahr. Und leider kommen bei uns Kinder in der 5 an und in der Grundschule will keiner was bemerkt haben. Das macht mich dann irgendwie stutzig. Je später die Förderung, desto schwieriger. Trotzdem gibt es bei uns Beratung und auch Förderung bei LRS

blau
19 Tage zuvor

Dank Aussortieren landen viel mehr außerhalb vom Gym. In meiner Klasse habe ich daher 6.

Salamander
19 Tage zuvor

Legasthenie (fachärztlich diagnostiziert) und LRS (mit standardisierten Tests wie dem HSP festgestellt) sind einfach nicht das Gleiche!!!

Nicht jeder mit LRS hat auch Legasthenie!

Das wird einfach ständig durcheinander geworfen und deshalb reden wir da auch oft aneinander vorbei!

Delfinchen
19 Tage zuvor
Antwortet  Salamander

Seh ich genau so … früher wurde das auch unterschieden, heute hat halt einfach jeder Legasthenie….

vhh
19 Tage zuvor
Antwortet  Salamander

Das ist richtig, nur “Legasthenie bzw. Lese-und/oder Rechtschreibstörung bezeichnet gravierende Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und/oder Schreibens.”, das stammt von der Homepage des BVL, der im weiteren Verlauf den Begriff LRS synonym verwendet. Die medizinische Diagnose Legasthenie richtet sich nach F81.0 in der ICD-10, darin wird wiederum von Lese-Rechtschreibstörung gesprochen, sieht nicht nach klarer Abgrenzung aus. Eine Diagnose bezieht sich hier auf Symptome, unabhängig ob genetisch bedingt oder aus anderen Ursachen. Auch die Hilfen sind ähnlich langfristig angelegt. Natürlich ist Legasthenie als neurologische Entwicklungsstörung eingestuft, natürlich ist mit Üben und Routine bei LRS mehr zu erreichen, aber “Was dem Rest der Klasse leicht von der Hand geht, fordert von ihnen Höchstleistungen.” gilt für beide. Aus schulischer Sicht sind es sehr ähnliche Probleme mit ähnlichen Maßnahmen. Wollen wir jetzt noch zwischen schlechte Karten und ganz schlechte Karten unterscheiden? Ist es so dramatisch, wenn hier aus der Praxis eher über die viel häufigeren LRS-Diagnosen gesprochen wird und Legasthenie implizit mit gemeint ist? Wenn Kinder nach einigen Jahren trotz Förderung und Bemühen keine Fortschritte machen, denkt auch irgendeine der dummen Lehrkräfte ab und zu an Legasthenie statt LRS.

DienstnachVorschrift
19 Tage zuvor
Antwortet  Salamander

Bei uns an der berufsbildenden Schule wird das von Seiten der Lehrkräfte kaum beachtet. Es gibt einfach mehr Zeit und das war es. Richtig damit umgehen kann sowieso kaum jemand, es ist ja auch niemand geschult/ausgebildet.

Bla
19 Tage zuvor
Antwortet  Salamander

Weil auch Fachpersonal oft keine Differenzierung mehr machen. Pragmatismus und Ressourceneinsparung.

Und das zeigt schon das Lösungsproblem … Es mangelt. Und wenn es hierbei schon mangelt … Wie dann eine Lösung überhaupt möglich?
Der Bereich in dem es bereits mangelt ist ja lediglich “die Ausgangsbasis”. Und hier sind wir noch nichtmal “losgegangen”.
Auch das gehört zum realistischen und ehrlichen Diskurs dazu.

Harzer
18 Tage zuvor
Antwortet  Salamander

Ganz genau. Oben schrieb daher auch jemand, wer faul ist oder war, hat keine LRS. Das sei etwas anderes. Aber das stimmt eben nicht. Wer faul war, kann dadurch eine LRS ausbilden/entwickeln. Und das ist keine Legasthenie!!!

Heinz
19 Tage zuvor

Zitat:
Demnach liegt eine Störung vor, wenn die Lese- und Rechtschreibleistungen „deutlich unter dem Niveau“ liegen, das aufgrund von Alter, Klassenstufe oder Intelligenz zu erwarten wäre.

Das Gleiche gilt im Grunde auch für Dyskalkulie, da hier die Tests der Psychiater in die gleiche Richtung testen.

Das Problem dabei ist, dass diese Tests keinerlei Aussage dazu geben, ob die Kinder wirklich Schwierigkeiten dabei haben, die Dinge zu lernen, sondern lediglich feststellen, dass das aktuelle Leistungsniveau nicht passt. An meiner Schulform hat mittlerweile 1/3 der Kinder eine diagnostizierte LRS pro Klasse und man könnte bei mindestens genauso vielen Dyskalkulie diagnostizieren, wenn die Eltern sich davon einen Vorteil anstatt eines Nachteilsausgleichs versprechen würden.

Und genau hier ist das Problem. Nicht falsch verstehen, es gibt keiner mit LRS und Dyskalkulie und ich als Lehrer merke das auch relativ offensichtlich woran es liegt. Dummerweise werden von den Tests nicht die Kinder und die Eltern ausgesiebt, die sich einfach nur verweigern. Ich habe so viele Schüler, die einfach für kein einziges Fach lernen, sie müssten es dann aber für Mathe oder Deutsch und verweigern sich. Die Tests verlaufen dann, wenn sich das Kind ne zeitlang verweigert hat, immer positiv.

Ich möchte damit nicht in die Kerbe springen, das Kinder mit Dyskalkulie und LSR faul sind! Weil, die Kinder mit einer echten LRS und Dyskalkulie es definitiv nicht sind. Ich möchte damit aber die unsinnigen Tests der Psychiater in Frage stellen, die offensichtlich nicht funktionieren und dafür sorgen, dass diverse Kinder ohne die eigentliche Erkrankung, diese Diagnosen bekommen.

Und bevor sich jetzt alle empören, wie ich es wagen kann, die heiligen Ärzte in Frage zu stellen … das Recht nehme ich mir jetzt einfach mal raus, weil sie es bei uns auch ständig machen, obwohl sie keine Ahnung von unserem Job haben.

Heinz
17 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

ein Tippfehler von mir: „… Nicht falsch verstehen, es gibt KINDER mit…“

Küstenfuchs
17 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

Ich bin nicht so ganz in dem Thema drin, aber bei uns (in SH) müssen meiner Meinung nach für eine anerkannte LRS mit Notenschutz und Nachteilsausgleich die Leistungen im Lesen/Schreiben deutlich unter dem IQ-Test liegen, der zudem eine mindestens durchschnittliche Intelligenz bescheinigen muss (als Mathematiker vermute ich mindestens IQ 85). Und dann muss die Klassenkonferenz diesen Notenschutz beschließen.

Wenn als Kinder einfach nicht mitmachen bei den Tests oder auch die Noten in Mathe oder Geschichte mangelhaft sind, wird die Konferenz kaum einen Notenschutz beschließen, da es kaum Anzeichen oder Nachweise für mindestens durchschnittliche Intelligenz gibt.

Heinz
19 Tage zuvor

Die wirkliche Frage ist halt einfach, was wollen die Politiker? Es macht durchaus Sinn, dass ein Fachidiot in seinem Bereich studieren kann und dann einen exzellenten Job macht. Dann ist es aber kein allgemeinbildender Schulabschluss mehr.
Das ist halt möglich, dann muss die Politik aber das Schulsystem, die Übergänge und die Bedingungen, die man später braucht anpassen. Ein Schulsystem mit strikter Jahrgangsstufeneinteilung und theoretisch mit bis zu 34!!!! Schülern + Schulbegleitern + DAZ Kindern in einer Klasse macht halt dafür einfach kein Sinn.

Dann muss die Einteilung in Jahrgangsstufen auf Fachebene stattfinden und ein deutlich besserer Lehrer-Schüler-Schlüssel stattfinden. Für die Abschlusszeugnisse muss man sich dann überlegen, wie es handhabt, dass ein Schüler in Mathematik z.B. lediglich das Niveau der 6. Klasse erreicht hat zum Ende seiner Schullaufbahn. Dann müssen alle auch damit klarkommen, wenn das dann hinterher auf dem Zeugnis steht ….. Dann und nur dann, mit diesen Bedingungen ist es möglich, wirklich jedes Kind individuell zu betrachten und alle Potentiale auszuschöpfen. In einem kaputten Schulsystem kann ich nicht verlangen, dass aus Mist Gold gemacht werden soll.

Ich_bin_neu_hier
19 Tage zuvor

“Legasthenie gilt häufig lediglich als Teilleistungsstörung. Zusätzliche Ressourcen für Schulen werden daraus in der Regel nicht abgeleitet.”

Kern des Problems: Keine Ressourcen – keine Förderung (außer auf dem Papier; Papier ist geduldig…).

Rainer Zufall
19 Tage zuvor

“Die Diagnose soll sich auf standardisierte Tests stützen, die Lesegeschwindigkeit, Textverständnis und Rechtschreibleistungen erfassen.”
Sowie eine Überprüfung der Grundintelligenz. Ist definitiv ein Ettikitierungsdilemma, soll wohl der Sorge vorbeugen, dass nicht “versehentlich” auch schwache Schüler*innen gefördert werden :/

Ach gebe es doch bloß einen Ansatz, der sich auf alle Schüler*innen und deren jeweilige Lernvoraussetzungen bezieht, aber dass passt wohl nicht in die völlig veraltete und falsche Phantasie von “homogenen” Klassen -__-

Burnoutkandidat
5 Tage zuvor

Burnoutgefahr: Im Schnitt ist jede zweite Lehrkraft der Schule betroffen – aber das Bildungssystem beachtet sie kaum.
Wir sind im freien Fall, die Erwartungen sind kaum mehr zu schaffen und da tuen auch die Forderungen dieser Seite, was man alles noch beachten soll, ihr übriges… Ich kann bald nicht mehr…