
Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz fordern, dass unangekündigte Hausaufgabenkontrollen weiterhin abgeschafft bleiben. Diese Regelung habe viele Kinder und Jugendliche spürbar entlastet, erklärte Isabelle Seltenreich vom Landesvorstand der Landesschülerinnen- und Landesschülervertretung (LSV). Eine Wiedereinführung würde den Stress erhöhen, ohne nachhaltigen Lernerfolg zu fördern. Deshalb sollten stattdessen moderne, selbstbestimmte Lernformen gestärkt werden, sagte die LSV-Sprecherin in Richtung neuer CDU-geführter Landesregierung.
Seit dem Schuljahr 2025/2026 werden derzeit alle schriftlichen und mündlichen Hausaufgabenüberprüfungen in den Schulen im Land bereits bei der Erteilung der Hausaufgaben angekündigt. Somit sind unangekündigte Überprüfungen nach einem Beschluss von Bildungsminister Sven Teuber (SPD) nicht mehr zulässig.
Gegen pauschales Handyverbot
Die digitale Ausstattung in den Schulen auch mit flächendeckendem Zugang zu kostenlosem WLAN müsse verbessert, die Förderung der Medienkompetenz im Unterricht durch gezielte Fortbildungen für Lehrkräfte gestärkt und alternative Prüfungsformate mehr ermöglicht werden. «Ein pauschales Handyverbot lehnen wir ab», sagte Seltenreich.
Stark machen sich die Schülerinnen und Schüler auch für ein kostenloses Mittagessen für alle Kinder und Jugendlichen, eine umfassende Sanierung und Modernisierung von Schulgebäuden sowie kostenlose Menstruationsartikel in allen öffentlichen Bildungseinrichtungen.
Strengere Verfolgung sexueller Übergriffe durch Lehrkräfte
Gefordert wird vom künftigen CDU/SPD-Bündnis auch ein flächendeckender Ausbau schulpsychologischer Angebote sowie verpflichtende Erste-Hilfe-Kurse. Außerdem sollte es eine konsequente Aufarbeitung sowie eine strengere Verfolgung sexueller Übergriffe durch Lehrkräfte geben, berichtete die Sprecherin vor der am Freitag startenden Landesschülerinnen- und Landesschülerkonferenz.
Bei dem dreitägigen Treffen geht es darum, wie junge Menschen stärker in die Bildungspolitik eingebunden und in den Debatten besser gehört werden können. News4teachers / mit Material der dpa
Nach CDU-Wahlsieg fordern Philologen Taten: „In Sachen Bildung brennt die Hütte“









Selbstbestimmtes Lernen hätte bei mir so ausgesehen: Mit Super Mario durch alle Levels hüpfen und die Kader der Bundesligavereine auswendig lernen. Gut, hab ich privat trotzdem gemacht. Schulisch wären bei mir Mathematik und Naturwissenschaften jedoch auf der Strecke geblieben – ohne Druck von außen hätte ich mich wahrscheinlich nie mit Dreisatz, Prozentrechnen und chemischen Formeln befasst. All diese Dinge – plus die extrinisische Motivation, weil eben einfach was erwartet wurde – machten mich zu dem Menschen, der ich heute bin Ich lernte nicht nur Dinge wie logisches Denken durch Mathematik, ich lernte auch, mit Druck umzugehen. Ohne diese Basics könnte ich meinen jetzigen Beruf in der sozialen Arbeit wahrscheinlich gar nicht ausüben. Schule darf auch mal hart sein, denn das Leben danach wird garantiert nicht einfacher.
“Schulisch wären bei mir Mathematik und Naturwissenschaften jedoch auf der Strecke geblieben”
Dann können Sie sich ja wahrscheinlich denken, dass Selbstbestimmtes Lernen in der Umsetzung von Ihrer Vorstellung abweicht
Nach allem, was ich aus Schulen höre und mitbekomme, funktioniert dieses „selbstbestimmte Lernen“ nur bei intrinsisch motivierten Schülern. Der Rest dümpelt vor sich hin.
Nur zum Verständnis: Mit Hausaufgabenkontrolle ist eine benotete Kontrolle gemeint, nicht etwa, ob sie angefertigt wurden?
Gemeint ist alles, was benotet wird. Jede benotete Leistungsfeststellung muss angekündigt werden. Hoffentlich setzt die CDU sich durch und macht das rückgängig, denn in der Praxis funktioniert es so nicht. Die SuS machen nur etwas, wenn Tests, HÜ geschrieben werden (meist nicht mal dann). Außerdem nimmt das Fehlen bei Tests, Hausaufgabenkontrollen, Abgabeterminen inzwischen Formen an, dass man von vielen SuS faktisch keine Noten bekommt- vor allem im Sachfach, das donnerstags oder freitags liegt.
Danke für die Antwort. In NRW ist der Umgang mit HA „milder“.
Wenn es unserer Demokratie an etwas nicht mangelt, dann sind es Forderungen.
Ich bin ganz absolut für mehr selbstbestimmtes und insbesondere selbstorganisiertes Lernen. Die Schüler der nach diesen Prinzipien arbeitenden Schulen können ihre Fähigkeiten meist gut einschätzen, und es gibt wesentlich weniger SuS, die das Abitur anstreben, als an Regelschulen.
Ich bin soooooooo froh, dass meine Kinder aus der Schule raus sind…..diese Gedanken und Forderungen kann ich nicht nachvollziehen…..hat da jemand den Begriff „Bildung“ völlig missverstanden?
Sagt doch bitte gleich, wenn der Nachwuchs wirklich verdummen soll, dann wandern wir als Gesamtfamilie aus in ein Land (mal schauen welches), was sich noch der Bildung verschrieben hat……und wertschätzt, was wir an Bildung mitbringen….ich heule gleich…..es ist wirklich schlimm!
Forderungen des Landesvorstand der Landesschülerinnen- und Landesschülervertretung (LSV) haben nichts, aber auch gar nichts mit den allgemeinen Wünschen und Ansichten der Schülerschaft zu tun. Die meisten in den Schulen erfahren niemals, was in dieser kleinen Echokammer geredet wird (und andersrum augenscheinlich auch nicht). Beispiel: “Wahlrecht ab null Jahren”. Insofern sind die ersten Sätze des Artikels sehr, sehr irreführend.
Schülervertretungen sind demokratisch legitimiert – so, wie es Parlamente ebenfalls sind (die auch nie von allen Bürgerinnen und Bürgern gewählt werden). Wer das Prinzip der Repräsentativität nicht verstanden hat, dem fehlen Grundlagen im Verständnis unserer Demokratie.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Nur dass die Wahlbeteiligung sehr gering sein wird – abseits von Gymnasien in Wohlstandsvierteln noch viel geringer.
Womöglich deshalb, weil die Schülervertretung nicht viel Relevantes mitzuentscheiden hat. Dafür kann sie aber nichts und das mindert auch nicht ihre demokratische Legitimation. Herr Merz ist auch legitimer Bundeskanzler, obwohl nur 28 Prozent der Bürger die Union gewählt haben. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2024/07/mangelhafte-demokratiebildung-kmk-kommission-fordert-mehr-mitsprache-fuer-schueler-im-unterricht/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“Ein pauschales Handyverbot lehnen wir ab.”
Fordert meines Wissens niemand.
“Hausaufgabenüberprüfungen in den Schulen im Land bereits bei der Erteilung der Hausaufgaben [werden] angekündigt.”
Oha, Transparenz bei der Aufgabenstellung? Wie einzigartig ^^
Mal schauen, wer jetzt zugunsten von Druck, Belastungsstörung und stumpfer Bearbeitung durch KI wieder auf die weiterhin unbelegten Vorzüge des Exens pocht -__-
Sprechen Sie von Dingen, die SIe nicht kennen- den Gepflogenheiten in Bundesländern, die nicht das Ihre sind?
Und wer fordert selbstbestimmtes Lernen? Bestimmt nicht die Lernschwachen, die mit Defiziten, die die Zuhause keine Unterstützung bekommen, die die kein Deutsch sprechen usw. Es sind immer dieselben bildungsgewohnten Schüler, die in die SV gehen, die protestieren und etwas fordern. Aber das, was sie fordern ist nicht für alle Schüler der richtige Weg. Im Gegenteil. Lernschwachen und auch viele Jungen benötigen mehr Steuerung, Disziplin und Begleitung und definitiv nicht weniger
Das stimmt. Aber es sollte auch flächendeckend Schulen für “bildungsgewohnte” SuS geben, sodass jeder so lernen kann, wie er/sie es braucht.
Dann hätte man aber kaum noch eine soziale Mischung, sondern eine Verstärkung der eh schon zu unterschiedlichen sozialen “Blasen”.
“Spielt nicht mit den Schmuddelkindern …”
Gerne und sofort, aber vorher will ich notariell bestätigt haben, dass ich nicht für die Folgen verantwortlich bin … Eigenverantwortung halt.