DINSLAKEN. Drei Zwölfjährige waren in Dinslaken mit ihren Rädern wohl auf dem Weg zur Schule, als ein Auto auf sie zufuhr. Mindestens zwei von ihnen wurden tödlich verletzt. Gab es am Steuer einen medizinischen Notfall? Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Landesregierung zeigt sich bestürzt.
In Dinslaken am Niederrhein hat sich am Mittwochmorgen ein furchtbarer Unfall ereignet: Eine Autofahrerin verlor auf der schmalen Straße vor einer Schule die Kontrolle über ihr Fahrzeug und fuhr in eine Gruppe von drei Jungen auf ihren Fahrrädern. Sie waren wohl auf dem Weg zum Unterricht. Zwei der Zwölfjährigen wurden so schwer verletzt, dass sie später im Krankenhaus starben.
Der Dritte, ebenfalls ein zwölf Jahre alter Junge, kam mit leichten Verletzungen davon. Auch die Autofahrerin wurde schwer verletzt. Ob sie inzwischen vernommen werden konnte, dazu wollte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Duisburg zunächst keine Angaben machen.
Unfallursache bislang unklar
Der Unfall ereignete sich nach Polizeiangaben kurz vor Schulbeginn um 7.45 Uhr. Die Autofahrerin war ersten Erkenntnissen zufolge schnell unterwegs, als sie mit den Jungen kollidierte, bevor ihr Auto in drei geparkte Wagen hineinschleuderte. Die Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt, sagte ein Polizeisprecher.
Neben der Polizei schaltete sich schnell die Staatsanwaltschaft in die Ermittlungen ein. Ein spezialisiertes Unfall-Ermittlerteam untersuchte den Unfallort. Warum die 47-Jährige die Jungen erwischte, ist derzeit noch unklar. Nach derzeitigem Stand kam sie nach links von ihrer Fahrspur ab; es spreche aber nichts für eine absichtliche Tat, hieß es an der Unfallstelle. Nach dpa-Informationen könnte ein internistischer Notfall Ursache für den Unfall gewesen sein.
Viele Augenzeugen vor der Schule
Die Stadt am Niederrhein ist geschockt. Nahe der Unfallstelle an der Schule hätten Augenzeugen an einem Kiosk den Unfall mitansehen müssen. Sie würden psychologisch betreut, teilte die Polizei mit. Die Erstmeldung kam von einem Polizisten, der an der Kreuzung den Verkehr regelte.
»Das sind furchtbare Nachrichten aus Dinslaken. Zwei Kinder sind auf dem Weg zur Schule aus dem Leben gerissen worden«, teilte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) mit. »Nach unseren jetzigen Informationen durch einen tragischen Unfall. Für die Familien ist von einer Sekunde auf die andere nichts mehr, wie es war. Ihnen gilt mein tiefes Mitgefühl.«
Auch NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) zeigte sich betroffen. »Wir werden die Schulen mit allem unterstützen, was uns möglich ist«, sagte sie. Schulpsychologinnen und Schulpsychologen seien an den Schulen im Einsatz. »Was heute in Dinslaken passiert ist, ist furchtbar. Ein Kind zu verlieren, ist das Schlimmste für Eltern«, erklärte Feller. Sie trauere mit den Familien, den Freunden und Bekannten und allen Menschen an den betroffenen Schulen. News4teachers / mit Material der dpa
Zustand von einem Drittel der Schulwege “mangelhaft” oder sogar “gefährlich”








