Start Nachrichten Hammerattacke auf Schulhof: (Rechtsextremer?) Schüler wegen Mordversuchs vor Gericht

Hammerattacke auf Schulhof: (Rechtsextremer?) Schüler wegen Mordversuchs vor Gericht

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AUGSBURG. Mit Hammer, Helm und Uniform auf dem Pausenhof: Ein 15-Jähriger steht wegen des Verdachts des versuchten Mordes aus rassistischen Motiven vor Gericht. Was steckt hinter der brutalen Attacke?

Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen sind in den Schulgesetzen der Länder geregelt. Foto: Shutterstock
Das Gericht hat zu entscheiden (Symbolbild). Foto: Shutterstock

Wegen einer Hammerattacke auf zwei Schüler auf einem Schulhof muss sich von Dienstag an ein Jugendlicher vor dem Landgericht in Augsburg verantworten. Der Angeklagte soll aus rassistischen Gründen mit dem Hammer auf die Opfer eingeschlagen haben, beide wurden verletzt. Der damals 15 Jahre alte Schüler ist wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor der Jugendkammer angeklagt.

Wegen des Alters des Angeklagten ist das gesamte Verfahren aufgrund des Jugendgerichtsgesetzes nicht öffentlich und findet hinter verschlossenen Türen statt. Ein Urteil könnte es im Juni geben. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für den beschuldigten Jugendlichen die Unschuldsvermutung.

Angeklagter wollte laut Anklage Muslime töten

Der 15-Jährige soll am 2. Oktober 2025 morgens das Gelände der Mittelschule in Friedberg betreten haben, um dort Menschen mit islamischer Religionszugehörigkeit und mit ausländischer Herkunft zu töten (News4teachers berichtete). Der Jugendliche soll sich dafür mit einem uniformähnlichen Anzug und einem militärisch wirkenden Helm ausgestattet haben, neben dem Hammer soll er auch zwei erlaubnisfreie Soft-Air-Pistolen dabeigehabt haben.

Auf dem Pausenhof soll er dann einen irakisch-stämmigen Schüler und einen Schüler mit kosovarischen Wurzeln mit dem Hammer auf den Kopf beziehungsweise gegen den Körper geschlagen haben. Die 14 und 13 Jahre alten Schüler wurden leicht bis mittelschwer verletzt. Der 15-Jährige, der ehemals Schüler der Mittelschule war, wurde kurz darauf von der Polizei festgenommen. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Jugendkammer plant eine Reihe von Verhandlungstagen

Da die Ermittlungen Hinweise auf ein rechtsextremistisches Motiv ergaben, hatte die Generalstaatsanwaltschaft München das Verfahren bereits kurz nach der Tat übernommen. Die Ermittlungsbehörde in der Landeshauptstadt ist die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus.

Für den Gerichtsprozess wurden zunächst elf Verhandlungstage bis 23. Juni terminiert. Es könnte allerdings sein, dass das Verfahren etwas früher endet. Auch wenn das Urteil hinter verschlossenen Türen verkündet wird, will das Landgericht den Ausgang der Öffentlichkeit bekanntgeben. News4teachers / mit Material der dpa

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