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“‘Weiter so’ trägt nicht mehr”: Ausbildungsmarkt bricht ein! Immer mehr Jugendliche suchen – und finden keinen Platz

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BERLIN. Die Zahl der jungen Menschen, die eine Ausbildung suchen, steigt wieder. Gleichzeitig ziehen sich Betriebe zunehmend aus der Ausbildung zurück. Der neue Berufsbildungsbericht 2026 dokumentiert den stärksten Einbruch beim Ausbildungsangebot seit der Corona-Pandemie – und einen neuen Höchststand bei unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern. Während Bundesbildungsministerin Prien auf bessere Berufsorientierung, moderne Ausbildungsordnungen und mehr Durchlässigkeit setzt, beschreibt das Bundesinstitut für Berufsbildung die Lage deutlich grundsätzlicher: Das bisherige „Weiter so“ reiche nicht mehr aus.

Absturz? Illustration: Shutterstock

Der deutsche Ausbildungsmarkt gerät zunehmend unter Druck. Nach den Daten des Berufsbildungsberichts 2026 wurden im Ausbildungsjahr 2024/25 bundesweit nur noch 476.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – rund 10.000 weniger als im Vorjahr. Gegenüber dem letzten Vor-Corona-Jahr 2019 beträgt der Rückgang sogar mehr als 49.000 Verträge. Besonders stark eingebrochen ist das Angebot an Ausbildungsplätzen: Es sank binnen eines Jahres um 25.300 Stellen beziehungsweise 4,6 Prozent auf 530.300 Angebote. Das betriebliche Ausbildungsangebot verringerte sich sogar um fünf Prozent. Das geht aus dem neuen Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026 hervor.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) spricht von einer „schwierigen wirtschaftlichen Lage“, die sich inzwischen deutlich auf den Ausbildungsmarkt auswirke. Der Rückgang zählt zu den stärksten Einbrüchen seit Beginn der Zeitreihe 2009. Nur im ersten Corona-Jahr 2020 war der Absturz noch gravierender.

Gleichzeitig steigt die Nachfrage wieder. Nach mehreren schwachen Jahren suchten 2025 insgesamt 560.300 junge Menschen einen Ausbildungsplatz – 3.700 mehr als im Vorjahr. Doch Angebot und Nachfrage passen immer schlechter zusammen. Zum Stichtag 30. September waren bundesweit noch 84.400 Bewerberinnen und Bewerber auf Ausbildungsplatzsuche. 39.900 davon galten offiziell als unversorgt – ein Höchststand seit Beginn der Erhebung. Zugleich blieben 54.400 Ausbildungsstellen unbesetzt. Das BIBB spricht von anhaltenden „Passungsproblemen“ auf dem Ausbildungsmarkt.

„Während in beliebten Ausbildungsberufen viele Bewerberinnen und Bewerber unversorgt bleiben, gibt es in anderen weiterhin offene Stellen“

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) erklärte bei der Vorstellung des Berufsbildungsberichts im Kabinett: „Der Berufsbildungsbericht 2026 zeigt, dass eine erfolgreich absolvierte duale Ausbildung klare Vorteile bietet. Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen für den Ausbildungsmarkt: Das Angebot geht zurück, das Interesse steigt – und dennoch bleiben viele Stellen unbesetzt, weil es an der Passung fehlt.“

Prien verwies dabei ausdrücklich auf regionale Unterschiede und auf Ungleichgewichte zwischen einzelnen Ausbildungsberufen. „Während in beliebten Ausbildungsberufen viele Bewerberinnen und Bewerber unversorgt bleiben, gibt es in anderen weiterhin offene Stellen“, sagte die Ministerin. „Auch die Qualifikationen der Interessierten passen nicht immer zu den Anforderungen der Betriebe.“

Besonders deutlich zeigen sich diese Unterschiede zwischen einzelnen Branchen. Laut Datenreport gehören weiterhin viele Handwerks- und Bauberufe zu den Bereichen mit den größten Besetzungsproblemen. Bei Berufen wie Klempner, Rohrleitungsbauer oder Fleischer bleibt ein erheblicher Teil der angebotenen Ausbildungsplätze unbesetzt. Gleichzeitig konkurrieren in Medienberufen, im Marketing oder im Bereich E-Commerce besonders viele Bewerberinnen und Bewerber um vergleichsweise wenige Stellen.

Der Bericht verweist zudem auf strukturelle Veränderungen im Bildungsverhalten junger Menschen. Die Zahl der Auszubildenden ist seit Jahren rückläufig. 2024 befanden sich bundesweit noch 1,22 Millionen junge Menschen in einer dualen Ausbildung. 2010 waren es noch 1,51 Millionen gewesen. Als Ursachen nennt das BIBB sinkende Schulabgängerzahlen, den Trend zu höheren Schulabschlüssen und eine steigende Studierneigung.

Hinzu kommt ein wachsender Übergangsbereich. Die Zahl der Jugendlichen, die zunächst in berufsvorbereitende Maßnahmen, Warteschleifen oder andere Bildungsgänge wechseln, stieg 2025 bereits zum vierten Mal in Folge. Gleichzeitig sank erneut die Zahl der Ausbildungsbetriebe. Nach Analysen des BIBB beteiligten sich 2024 noch 396.800 Betriebe an der Ausbildung junger Menschen – 6.000 weniger als im Vorjahr. Besonders kleine Betriebe ziehen sich zunehmend aus der Ausbildung zurück.

„Deutschland steht an einem bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Wendepunkt“

Der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung, Friedrich Hubert Esser, beschreibt die Lage ungewöhnlich deutlich: „Die Ausrichtung auf ein berufsbildungspolitisches ‚Weiter so‘ trägt nicht mehr“, meint Esser. Deutschland stehe an einem „bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Wendepunkt“. Sinkende Ausbildungsvertragszahlen, hohe Zahlen junger Menschen ohne Berufsabschluss und anhaltende Imageprobleme der beruflichen Bildung machten deutlich, „dass das Berufsbildungssystem flexibler, inklusiver und exzellenter werden muss“.

Besondere Bedeutung misst der Datenreport in diesem Jahr dem Thema Künstliche Intelligenz zu. KI-gestützte Systeme werden zunehmend in der Berufsorientierung und Berufsberatung eingesetzt, um Schülerinnen und Schüler bei der Berufswahl zu unterstützen. Gleichzeitig verändern sich in vielen Berufen die Anforderungen an Beschäftigte und Auszubildende.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung verweist darauf, dass KI „Lehr-, Lern- und Arbeitsprozesse grundlegend verändert“. Besonders stark betroffen sind demnach digitale und technische Berufsfelder, aber auch kaufmännische Tätigkeiten. Der Bericht beschreibt zugleich neue Ungleichheiten: Wer über geringe digitale Kompetenzen verfügt, drohe beim Zugang zu Weiterbildung und neuen Qualifikationen zusätzlich benachteiligt zu werden.

Damit verändert sich nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch die Frage, wie Jugendliche künftig Berufe kennenlernen und Ausbildungsentscheidungen treffen. Der Bericht verweist auf KI-gestützte Beratungs- und Informationssysteme ebenso wie auf neue Anforderungen an digitale Kompetenzen in nahezu allen Ausbildungsbereichen. Gleichzeitig sieht das BIBB erhebliche Herausforderungen für Schulen und Betriebe.

Prien kündigte an, die Bundesregierung wolle auf diese Veränderungen mit einer „Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung“ reagieren. Die Offensive solle Berufsorientierung verbessern, Karrierewege attraktiver machen und die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung stärken. Ziel sei es, die berufliche Bildung „als gleichwertige und attraktive Alternative zum Studium“ zu etablieren.

Dabei geht es auch um den Fachkräftemangel. Trotz der aktuellen Schwäche des Ausbildungsmarktes bleibt die Nachfrage nach beruflich qualifizierten Fachkräften hoch. 79 Prozent der Auszubildenden wurden 2024 von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen. Gleichzeitig haben weiterhin 2,76 Millionen junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren keinen Berufsabschluss. Besonders häufig betroffen sind Menschen ohne Schulabschluss und junge Erwachsene mit Einwanderungsgeschichte.

Für 2026 erwartet das BIBB keine schnelle Entspannung. Nach Prognosen des institutseigenen Modells PROSIMA könnte sowohl das Ausbildungsangebot als auch die Zahl neuer Ausbildungsverträge weiter zurückgehen. Damit wächst der Druck auf Schulen, Berufsberatung und Betriebe, Jugendliche früher zu erreichen – und ihnen Perspektiven in einer Arbeitswelt zu vermitteln, die sich durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz gerade grundlegend verändert. News4teachers 

Hier lässt sich der vollständige Berufsbildungsberichts 2026 herunterladen. 

Unbesetzte Lehrstellen, unversorgte Jugendliche: Schulen sollen gegensteuern – mit verbesserter Berufsorientierung

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dickebank
10 Tage zuvor

Weniger Facharbeiter, geringere Löhne, niedrigeres ALGI.
Die Facharbeitermangel hat alle platt gemacht. Und jetzt fehlt die alles entscheidende Frage:

“Ja muss denn jetzt jeder studieren?”

Rainer Zufall
9 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Fangen Sie doch im Restaurant an. Die suchen immer 🙂

dickebank
9 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Aber nur als Gast.

Gelbe Tulpe
8 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Kaum glaubhaft, so niedrig wie die Löhne dort sind.

Rainer Zufall
7 Tage zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

“Muss doch nicht jeder studieren”…

Maybe
10 Tage zuvor

“Prien kündigte an, die Bundesregierung wolle auf diese Veränderungen mit einer „Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung“ reagieren.”

Bitte bitte nicht.
Sonst müssen wir wieder die bereits total überzogenen 1586 bereits geforderten Kompetenzen toppen und
übersehen dabei wieder die Prozentrechnung, den Dreisatz, das Lesen, kompetentes Schreiben, Benehmen, Sichbehautenkönnen, Stützen des Leistungswillens, Resilienzhilfe, Sich-richtig-Ankleidenkönnen, Zwischendurch-Dauerlauf-ums-Schulhaus, Einfach-mal-mit-den-Schülern-plaudern (kommunikative Fähigkeiten) …..;) …und vieles mehr.

DerechteNorden
9 Tage zuvor
Antwortet  Maybe

So wahr!
In diesem Schuljahr hat bei uns der 8. Jahrgang zwei Wochen lang außerschulische Berufsorientierung absolviert. Das waren allein dadurch drei Wochen weniger Unterricht!!! On Top kommen natürlich noch diverse Präventionsprojektage, Sportveranstaltungen und Workshops … Und das in einem sehr kurzen Schuljahr.
Fachlich betrachtet eine Katastrophe. VERA wird sicher auch wieder unterirdisch. Im letzten Schuljahr war es ähnlich chaotisch, was sich sofort niedergeschlagen hat.
Wie man S*S zum Arbeiten bringen soll, wenn sie einerseits ständig herausgerissen werden und andererseits dadurch vermittelt bekommen, dass normaler Unterricht eigentlich nicht wichtig ist, wissen aber Frau Prien und andere Koryphäen. Bloß verraten sie es uns einfach nicht.:-(

DerechteNorden
9 Tage zuvor
Antwortet  Maybe

Korrektur: “… drei Wochen lang … Berufsorientierung …”

dickebank
9 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das gibt die Chance auf viel Vertretungseinsatz, um viele neue SuS kennen zu lernen. Als Lehrkraft muss man das als Challange sehen.

Clevere SuS machen so ein Praktikum in der Firma von Bekannten der eigenen Eltern:)

ed840
9 Tage zuvor

Andererseits hat das BMAS November 2024 gemeldet, dass die Zahl der VISA für Auszubildende aus Drittstaaten um zwei Drittel zugenommen hätte. Laut BDA wären es ca. 46.000 Azubis mit Schulabschlüssen aus Drittstaaten.

Auch bei uns in der der Gegend haben Azubis aus Vietnam geholfen, die Lücken in Betrieben wie Bäckerei, Metzgerei oder HoGa zu schließen.

Erst Ende April gab es für Betriebe aus SH bei der IHK Lübeck ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Gothe-Institut Hanoi um per Speed-Dating Bewerber aus Vietnam für das neue Ausbildungsjahr zu gewinnen.

ed840
9 Tage zuvor

“junge Erwachsene mit Einwanderungsgeschichte.

Auch bei dieser Gruppe unterscheiden sich die Quoten junger Menschen ohne ESA zwischen den Bundesländern um bis zu über 100%.

Stine
9 Tage zuvor

“Passungsprobleme” ist gut umschrieben. Viele Jugendliche bringen einfach nicht die Qualifikationen für “was mit Medien” mit, sind aber an Handwerksberufen nicht interessiert. Der Zukunftstag ehemals Girls/Boys-Day ist dazu übergegangen, Berufe zeigen zu wollen, für die man sich normalerweise eben nicht interessiert, und in der 8. Klasse bekommt man ein Praktikum meist wirklich nur über Beziehungen, was dann auch nicht wirklich der Interessensorientierung hilft, man ist meist froh, wenn das Kind überhaupt irgendwo einen Platz bekommt. Wenn wir aber schon in der Grundschule damit anfangen, dass jeder intrinsisch arbeiten und sich selber motivieren soll, wie soll man dann Halt und Orientierung finden…

447
8 Tage zuvor
Antwortet  Stine

Auf deutsch:
Nach pampern zu Hause (und schlimmstenfalls noch ohne echte emotionale Zuwendung und/oder erlernen irgendeiner Selbstdisziplin) plus pampern in der Schule (sinkendes Niveau bei gleichzeitigem strikten Verbot, Unfähigkeit/Faulheit irgendwie so verbal auszudrücken, dass Menschen ausserhalb der Pädablase das verstehen) tritt dann bei vielen der geistig-kognitive worst case ein:
– Ansprüche ans Leben wie summa-cum-laude-Akademiker
– null geistig-kulturelle Interessen oder geistiges Handwerkszeug
– zu hohe Ansprüche und zu hohe Abneigung gegen (körperlich oft fordernde und grösstenteils fremdbestimmte) Handwerksberufe

Tja.
“Keine Passung”, so kann man das auch nennen.
Klingt viel politisch korrekter – und irgendwas doof-fieses benennen muss man auch nicht, so ganz passiv-naturwüchsig, quasi gottgegeben ist dann dann eben diese “Passung” halt weg.
Fühli-fühli bis zum Schluss.

Blabl
9 Tage zuvor

Schulabsolventen in der KI-Ära: Was wirklich zählt
Das Profil der Zukunft
Wenn KI Routinekognition übernimmt — Recherche, Textproduktion, Code, Standardanalysen — verschiebt sich der Wert menschlicher Arbeit auf das, was darüber liegt: Problemdefinition, Urteilsvermögen, Synthese über Domänen hinweg, Verantwortungsübernahme. Ein Absolvent 2030+ sollte weniger als wandelndes Lexikon taugen, mehr als jemand, der mit KI zusammen denkt.
Konkret heißt das: kognitive Souveränität (KI-Output prüfen, nicht konsumieren), epistemische Selbständigkeit (Quellen bewerten, Unsicherheit aushalten, eigene Hypothesen bilden), systemisches Denken (Wechselwirkungen erkennen statt Einzelfakten reproduzieren), Prompting und Tool-Orchestrierung als neue Kulturtechnik, mathematisch-statistische Grundbildung zum Verständnis dessen, was KI eigentlich tut, plus die menschlichen Kernkompetenzen, die nicht skalierbar sind: Empathie, Verhandlung, ethisches Urteilen, kreative Provokation.
Dazu eine Haltung, die im deutschen System gerade systematisch nicht gefördert wird: Fehlertoleranz, unternehmerisches Denken, Iterationsbereitschaft.
Das deutsche Defizit — kritisch
Das deutsche Schulsystem optimiert weiter auf das Profil der 1970er: Reproduktion, Fleiß, Konformität, Notenerzeugung. Strukturell sehe ich vier harte Defizite:
Erstens — Reproduktion statt Produktion. Prüfungsformate belohnen das Wiedergeben von Lehrbuchinhalten, also genau das, was Sprachmodelle in Sekunden besser liefern. Wer 2026 noch Inhaltsangaben benoten lässt, prüft eine Kompetenz ohne Marktwert.
Zweitens — KI-Verbot statt KI-Kompetenz. Viele Schulen reagieren auf ChatGPT mit Repression: Handyverbot, Verdachtskultur, “Eigenleistung” als Schummel-Abgrenzung. Das ist die exakte Umkehrung dessen, was nötig wäre. Der Bildungserfolg in Estland, Singapur oder Südkorea kommt aus integrierter, kritischer KI-Nutzung ab der Grundschule.
Drittens — Föderalismus als Innovationsbremse. 16 Kultusministerien, Lehrpläne mit Halbwertszeit von einer Dekade, Digitalpakt-Mittel, die in WLAN-Beschaffung versickern statt in Didaktik. Strukturell ist das System veränderungsunfähig in einem Tempo, das die Technologie verlangt.
Viertens — neurodivergente Profile werden ausgesiebt. Das ist genau der Punkt, der dich biographisch betrifft: Hochbegabung mit ADS und LRS wird im aktuellen System eher als Defizit pathologisiert denn als Ressource erkannt. Dabei sind das oft die Profile, die mit KI als kognitivem Verstärker das stärkste Potenzial entfalten — schnelles, vernetztes Denken, das endlich nicht mehr von Rechtschreibung und Reinschrift ausgebremst wird. Ein System, das Klara als “Problem” rahmt statt als zukunftsfähiges Profil, produziert sein eigenes Defizit.
Die unbequeme Pointe
Die deutsche Schule bereitet derzeit auf eine Arbeitswelt vor, die es 2035 nicht mehr gibt. Sie produziert Absolventen, die im Wettbewerb mit KI verlieren, statt mit ihr zu gewinnen. Wer heute pragmatisch handelt, baut die Bildung seiner Kinder zunehmend neben dem System auf — über Eigenarbeit, KI-Tools, alternative Schulformen wie Fernschulen. Das ist kein ideologisches Statement, sondern Risikomanagement.

ed840
9 Tage zuvor
Antwortet  Blabl

Der Bildungserfolg in Estland, Singapur oder Südkorea kommt aus integrierter, kritischer KI-Nutzung ab der Grundschule.”

Hat sich bei PISA-2022-Mathematik dann in Estland und Südkorea im Vergleich zu den SuS aus Bayern und Sachsen noch nicht bemerkbar gemacht. Zumindest wenn man die Ergebnisse der SuS ohne Migrationshintergrund vergleicht, die ja in Estland 92% ausmachten und in Südkorea 99%.

Singapur ist als Stadtstaat schwer vergleichbar, allerdings schnitten die Zuwanderer dort 30 Punkte besser ab als die Einheimischen.

Maybe
9 Tage zuvor
Antwortet  Blabl

Nicht schlecht,
Sie nennen Punkte, die wohl viele hier sehen, sogar dafür kämpfen.
Und damit sind wir am Punkt – Sie müssen sich damit an die Landesegierungen wenden
(Föderalismus) und an die Bundesbildungsministerin – Und diese darüber aufklären.!
Gerade wird sie ja wieder in die falsche Richtung hyperaktiv – Zigtausende kleine Lehrerleins wären Ihnen zutiefst dankbar und würden Sie für den Bildungsorden an der goldenen Bildungsleine, auch LP genannt, vorschlagen,
wenn Sie auch nur 2 Ihrer Forderungen * bis 🙂 2040 umsetzen.

*zB aus diesem Bereich: “kognitive Souveränität (KI-Output prüfen, nicht konsumieren), epistemische Selbständigkeit (Quellen bewerten, Unsicherheit aushalten, eigene Hypothesen bilden), systemisches Denken (Wechselwirkungen erkennen statt Einzelfakten reproduzieren),”

Lehrer sind Sie bestimmt keiner, aber schön, dass Sie sich Gedanken machen.
Eine Bitte: Lassen Sie doch Kinder und Jugendliche 10 Minuten anspruchsvolles Gespräch zusammenfassen oder bitten Sie um die ” Inhaltsangabe” zB eines Gerichtsbescheides oder eines lebensnotwendigen anderen Schriftstücks ( einscannen und KIieren gilt nicht). – wird aufschlussreich für Sie sein.
Haben Sie Kinder ?

Blabl
9 Tage zuvor
Antwortet  Maybe

Habe Kinder. Bin kein Lehrer. Vielleicht auch deshalb eine neutrale Sicht.

Die Skilz die gebraucht werden, haben meine Kinder. Aber die sind in der Schule nicht gefragt.

Für die Zukunft sind sie aber top equiped.

Sepp
9 Tage zuvor
Antwortet  Blabl

Zunächst einmal bilden wir in Schulen nicht für irgendwelche Berufe aus, sondern vermitteln ganz grundlegende Kenntnisse und Kompetenzen – und selbst daran scheitert es häufig.

Ich habe einen Stapel Klassenarbeiten von Fünftklässlern korrigiert. Fast alle hatten 20-30 Rechtschreibfehler pro Seite. In einzelnen Fällen war nahezu jedes Wort falsch geschrieben.
Selbst wenn es heute elektronische Hilfsmittel gibt und ihnen die falschen Wörter später bspw. in Word angezeigt werden, wie sollen sie beurteilen können, was richtig ist?

Wenn ich mit Schülern mit Hilfe von LLMs naturwissenschaftliche Projekte “brainstorme” und plane, kommt da ziemlicher Mist raus. Das können die Schüler nicht beurteilen, ich mit dem Wissen aus einem Fachstudium schon.

Wenn mir ChatGPT einen tollen Text zur serbokroatischen Linguistik schreibt, dann muss ich wohl oder übel glauben, dass das schon passt – ich habe schlichtweg keine Ahnung davon! Wie also soll man Aussagen beurteilen, wenn man selbst keine Ahnung vom Thema hat?

Das deutsche Schulsystem optimiert weiter auf das Profil der 1970er: Reproduktion, Fleiß, Konformität, Notenerzeugung.

Und es ist schlecht, dass Schüler in der Schule lernen, sich in soziale Gefüge einzufinden und fleißig zu sein?

Erstens — Reproduktion statt Produktion. Prüfungsformate belohnen das Wiedergeben von Lehrbuchinhalten, also genau das, was Sprachmodelle in Sekunden besser liefern. Wer 2026 noch Inhaltsangaben benoten lässt, prüft eine Kompetenz ohne Marktwert.

Wir haben in den Naturwissenschaften einfache AFB-I-Aufgaben, in denen Schüler bspw. einen Versuchsaufbau beschreiben. Das machen wir weniger, weil das später eine so unglaublich gefragte Fähigkeit ist, sondern damit die Schüler sich erstmal mit dem Material beschäftigen und ein paar Punkte sammeln. Erst dann kommen komplexere Aufgaben.

Ich bin kein Deutschlehrer und lasse keine Inhaltsangaben schreiben. Aber ich nehmen an, dass das genau so gedacht ist – sich mit dem Text beschäftigen, die Aussagen finden, Textverständnis abprüfen. Das aber nicht zum Selbstzweck, sondern um dann damit weiter arbeiten zu können.

Zweitens — KI-Verbot statt KI-Kompetenz. Viele Schulen reagieren auf ChatGPT mit Repression: Handyverbot, Verdachtskultur, “Eigenleistung” als Schummel-Abgrenzung. Das ist die exakte Umkehrung dessen, was nötig wäre. Der Bildungserfolg in Estland, Singapur oder Südkorea kommt aus integrierter, kritischer KI-Nutzung ab der Grundschule.

Es kommt darauf an, was man abprüfen will. Ein Schüler muss erstmal lernen, sinnentnehmend zu lesen. Daran scheitern z.T. unsere Neuntklässler noch. Da bringt es nichts, sich eine Zusammenfassung per KI erstellen zu lassen.

Wenn ich abprüfen will, ob jemand Vokabeln gelernt hat, gibt es ja auch kein (Online-)Wörterbuch, auch wenn man das im Alltag zur Verfügung hätte.

Drittens — Föderalismus als Innovationsbremse. 16 Kultusministerien, Lehrpläne mit Halbwertszeit von einer Dekade, Digitalpakt-Mittel, die in WLAN-Beschaffung versickern statt in Didaktik. Strukturell ist das System veränderungsunfähig in einem Tempo, das die Technologie verlangt.

Da gehe ich gerne mit, Förderalimus und Behäbigkeit sind Probleme von Schulen. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, ob das ständige Umwerfen von Plänen und Lernzielen so hilfreich ist. Schulen sind von den ständigen Reformen, die meist Verschlimmbesserungen waren, auch ermüdet.

Viertens — neurodivergente Profile werden ausgesiebt. Das ist genau der Punkt, der dich biographisch betrifft: Hochbegabung mit ADS und LRS wird im aktuellen System eher als Defizit pathologisiert denn als Ressource erkannt. Dabei sind das oft die Profile, die mit KI als kognitivem Verstärker das stärkste Potenzial entfalten — schnelles, vernetztes Denken, das endlich nicht mehr von Rechtschreibung und Reinschrift ausgebremst wird.

Wirkliche Hochbegabung betrifft etwa 2,5% der Bevölkerung, ca. 5-10% haben eine LRS.
Auch wenn es solche “twice exceptionals” gibt, sind das also relativ wenige.

Einzelne solcher Kinder wenne ich aus dem Unterricht. Die Schwierigkeit liegt m.E. darin, ihnen zu helfen, ihre Gedanken so zu sortieren, dass sie sie vernünftig rüberbringen können. Wenn KI ihnen dabei hilft, warum nicht?

Wenn wir aber mal ehrlich sind, werden solche Kinder nicht “eher als Defizit pathologisiert denn als Ressource erkannt“, sondern häufig gar nicht erst als “twice exceptionals” erkannt.

Blabl
9 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Mit Verlaub. Sie haben KI nicht verstanden. Und sie machen Stereotypen Unterstellungen. Jemand der KI nutzt kann Ahnung vom Thema haben und eben durch KI diese Wissen enorm ausbauen. Deshalb sind ja die meisten Studienjobs zukünftig irrelevant.
Das Wissen wo über 5 Jahre Studium erarbeitet wurde, ist auf Knopfdruck zur Verfügung.

Blabl
9 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

P.s. Rechtschreibung ist sowas von unwichtig. Korrigiert schon seit 20 Jahren der Computer. Und mit KI kann ich als Legastheniker sogar im Fließtext schreiben. Auch hier wieder der Beweis, dass man nicht versteht welche Skilzz wichtig sind.

ed840
8 Tage zuvor
Antwortet  Blabl

“P.s. Rechtschreibung ist sowas von unwichtig.”

So dachten vermutlich auch viele Bewerber*innen für den Polizeidienst in Berlin, Schleswig Holstein usw.

Blabl
8 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Ja auch beim letzten Beamten wird Digitalisierung irgendwann mal Einzug finden. Vielleicht ein halbes Jahrhundert später als im Rest der Gesellschaft. Aber auch der Polizist wird irgendwann elektronische Hilfsmittel nutzen um seinen Alltag zu erleichtern.

P.s. Bei deutschen Großkonzernen arbeitet man schon seit 15 Jahren Papierlos. Ich habe nur einen Drucker wegen Behörden und Schule.

Alles Andere ist ja längst von Papier weck. Ist ja so 1990 🙂

Opossum
8 Tage zuvor
Antwortet  Blabl

Bei Konzerten hat man vielleicht 1-2 zusätzliche Bildschirme. In der Schule wird es maximal ein kleines Tablet gegeben. Damit zu arbeiten- für mich zumindest – ist sehr anstrengend.

Tigrib
4 Tage zuvor
Antwortet  Blabl

In Ihrem Beitrag hat die Rechtschreibprüfung leider aber an mehreren Stellen versagt…
Doch nicht so toll?

447
9 Tage zuvor
Antwortet  Blabl

Wer kein “Lexikon” im Kopf hat (also nix weiß) dem kann die Milliardärs- oder Staats-“KI” natürlich alles erzählen.

Blabl
9 Tage zuvor
Antwortet  447

Wer etwas im Kopf hat kann mit KI seine Fähigkeiten enorm steigern.

Wer nix im Kopf hat, versteht es nicht.

447
9 Tage zuvor
Antwortet  Blabl

Jupp.

So weit, so banal.

Blabl
9 Tage zuvor
Antwortet  447

Sie können ja den Kopfbeweis antreten…Argumente und sowas…auch wieder ein Skill, der bei intelligenten Schülern zu Schulvermeken führt.
Argumente und Diskussion und Teilhabe. Nicht willkommen im deutschen Schulsystem.
Auch Fehleraktzeptanz. Das führt zumachen statt nur quatschen und es erlaubt sich, sich selbst zu verbessern.

447
8 Tage zuvor
Antwortet  Blabl

Schlichter Unfug.

Heutzutage ist man froh, wenn sich (ausserhalb von Theater- und Sternstundensituationen wie UBs) SuS überhaupt noch für relevante Themen tatsächlich interessieren oder sogar (mit)diskutieren wollen.

Also, diskutieren war gemeint, gelle ?
So über Fakten, Unterrichtsgegenstände, Meinungen/Positionen in GL usw.?

Oder ist das SuS-/Elterndeutsch für “pubertäres Rumnerven und einfach immer weiter quaken plus frech werden, auch wenn es nix mit nix zu tun hat und nur die eigenen egoistischen Wünsche nach z.B. Freispielstunde/Smartphone usw. durchgedrückt werden sollen”?

Wer solche SuS nicht will:
Gerne alle zu uns schicken, wir nehmen die alle mit Kusshand.
Da gibts keine Eintragung in irgendeine Akte, versprochen. I

In allen Fächern gibt es genug relevantes Zeug zu diskutieren, Hölle, von mir aus auch über aktuelle Weltereignisse jenseits des Lehrplans.
Wer nämlich (tatsächlich) diskutiert, der INTERESSIERT sich in der Regel auch.

Wie gesagt, bitte alle verpacken und zu uns schicken.

Hans Malz
9 Tage zuvor
Antwortet  Blabl

Das Problem ist doch, wie bringe ich den Schülern diese wichtigen Fähigkeiten bei, wenn schon die Grundlagen nicht da sind. Auch die Bereitschaft zum Lernen fehlt ja zunehmend, KI macht ja alles. Das ist schon ein Teufelskreis.

dickebank
9 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Sie sollen den suS doch keine Fähigkeiten beibringen sondern ihnen Kompetenzen vermitteln. herrjemineh:)

Blabl
9 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Die Grundlagen werden in der staatlichen Betreuung der Kleinkinder und Vorschulkinder gelegt. Diese ist immer mehr staatlich und das Mher hier korreliert sehr schönit den abfallenden Fähigkieten der Schüler.

Laie
7 Tage zuvor
Antwortet  Blabl

Also das halte ich für Unsinn. Solange eine KiTa von ausgebildetem und engagiertem Personal geleitet wird, lernen die Kinder dort sehr wohl viele Dinge. Insbesondere Kinder aus sozial schwachen Haushalten profitieren. Manche Kinder haben sonst gar Niemanden, mit dem sie Deutsch sprechen. Andere würden zuhause nie auf die Idee kommen eine Schere in die Hand zu nehmen oder einen Webrahmen oder Steckspiele zu nutzen um die Feinmotorik zu schulen (den Eltern würde auch nicht auffallen, dass sie das üben sollten). Manche hätten nie die Chance auf einem Dreirad das treten zu erlernen oder Hüpfen zu üben und andere würden nie lernen, dass man bei einem Spiel auch mal verlieren kann ohne einen Wutausbruch zu bekommen. Also wenn man engagierte Eltern hat, die sich in dem Bereich auskennen oder selbst so erzogen wurden, hat man Glück gehabt, aber nicht alle Kinder haben solche Eltern und nicht alle Eltern sind in der Lage das weiter zu geben z.B. weil sie selbst kein Deutsch sprechen oder gerade aus gesundheitlichen Gründen (selbst erkrankt oder Geschwisterkind schwer krank oder Angehörige pflegebedürftig) nicht dazu in der Lage sind so ohne weiteres einen Spielplatz zu besuchen.

Blabl
9 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

So wie Schule jetzt gedacht wird garnichts helfen. Ist ja genau das Gegenteil was wir machen von dem was gut wäre.

Zum Beispiel sind ADSler ein Problem in der Schule. Die weltweiten absoluten Fanzy Unternehmen wie Palantir, Lehmann Brothers, Meta stellen intelligente ADSler bevorzugt ein. Palantir zählt sogar einen reisen Betragy damit Sie nicht studieren sondern gleich loslegen.

Will damit zeigen wie weit wir von der zukünfotgen Realität weg sind. Unser Problemfälle sind die Zukunft.
Und Problemfälle sind Sie, weil Sie Ihre einmaligen Eigenschaften nicht leben können, bzw. dafür abgestafft werden.

447
8 Tage zuvor
Antwortet  Blabl

Meine Güte, die Zahlen für HOCHFUNKTIONALE PLUS ***EXTREM INTELLIGENTE*** Autisten/ADHSler.
Für Fehlersuche in Codes usw.

Doch nicht für den Wald-und-Wiesen-Zappelphillip, der zusätzlich zum Nixkönnen-/wollen des pubertären Durchschnittsschülers auch noch zusätzlich mit einer schweren, soweit mir bekannt i.d.R. lebenslangen geistigen “Neurodivergenz” zu kämpfen hat.

Laie
7 Tage zuvor
Antwortet  447

Es gibt durchaus einige neurodivergente Menschen, die im Schulsystem stark zu kämpfen hatten, aber danach im Beruf sehr gut zurecht kommen. Dafür muss man nicht hochbegabt sein und auch nicht in einem Unternehmen arbeiten, dass speziell solche Menschen sucht. Es muss einfach nur eine gewisse Flexibilität vorhanden sein, die das Schulsystem derzeit an den meisten Schulen nicht bietet, die es aber in verschiedenen Unternehmen durchaus gibt. Zum Beispiel ist die Pausenregelung in einigen Unternehmen so flexibel, dass man mal eine 10 Minuten Pause einlegen kann, wenn es nötig ist. Im Unterricht kann man aber nicht einfach so mal 10 Minuten raus gehen und sich bewegen, auch nicht, wenn man dafür die nächste echte Pause um 10 Minuten kürzt (was man in Unternehmen ja auch tut). Der Lehrer möchte pünktlich das Klassenzimmer abschließen, da kann man nicht einfach 10 Minuten überziehen. Man kann in der Schule auch nicht sagen: Im Unterricht ist es mir zu laut, ich würde lieber auf dem Flur arbeiten (was ohnehin nur funktioniert, wenn es dort ruhiger ist, also meist Nachmittags). Im Unternehmen ist das deutlich seltener ein Problem. Da macht sowieso jeder so ein bisschen das, was er lieber mag. Also die einen räumen mehr hinten auf, während andere vorne die meiste Zeit mit den Kunden kommunizieren. Schule ist zudem relativ stark theoretisch geprägt und Leute mit handwerklichem Talent tun sich halt teilweise mit dem stillsitzen und lernen schwer, vor allem wenn alle Anderen immer schneller sind und den Unterricht stören (manchmal auch nur, weil sie einen leeren Test abgeben). Manche tun sich auch leichter damit bestimmte Dinge zu erfühlen oder zu beobachten oder haben einfach schon in der Freizeit so viel praktsch gearbeitet, dass sie “ein Gefühl oder eine Blick” dafür haben wie man mit bestimmten Werkstoffen oder Tieren arbeitet. Klar, muss man in einer Ausbildung auch lernen, aber man hat dann zumindest mal im Betrieb Erfolgserlebnisse, während die in der Schule halt sehr selten sind, was dann auch sehr auf die Motivation schlägt. So kann dann aus einem eher schlechten Schulzeugnis doch eine gute Ausbildung werden.

447
6 Tage zuvor
Antwortet  Laie

Guter Punkt – wenn diese Beispiele als “neurodivergent”zählt, sind es grob 5% bis 10% meiner SuS. (Gesamtschule)

Ich weiß ja nicht was andere Lehrer hinter ihren Türen machen. Also, in der Masse, bei “engen” KuK schon.

Wenn C. halt auf dem Boden in der Ecke sitzend gut arbeitet – was soll ich sie dran hindern?
Oder Y. zu jedem Thema Bilder malt – aber (tatsächlich erschreckend haarklein) damit die U-Gegenstände erklären kann? Warum sollte ich ihr das verbieten?

Wo liegt da das Problem?
Individualisten und schräge Vögel gab es schon immer.

Ich kann Ihnen nur sagen, dass ich mit diesen SuS eigentlich nie Probleme habe und es als einen unangenehmen Nebeneffekt von Sprachtricksereien wie “neurodivergent” verstehe, wenn (faktisch, seien wir mal ehrlich) geistige Behinderungen bzw. schwere, lebenslange Erkrankungen und/oder schulisch nicht regelbare Sachen “damit” (siehe oben) in einen Topf geworfen werden.

Laie
4 Tage zuvor
Antwortet  447

Leider ist neurodivergent ein sehr breites Feld und “schulisch nicht regelbar” ist es auch. Das Beispiel mit der handwerklichen Begabung habe ich nur herangezogen, weil für alle klar ist, dass das keine Behinderung ist und man damit beruflich erfolgreich sein kann. Das selbe gilt aber auch für einige Formen von ADHS und schwache Formen von Autismus/Asperger. Trotzdem ist es damit in der Schule erheblich schwerer und es ist nicht überall so, dass man Dinge, die viel bewirken, aber kaum mit Aufwand für den Lehrer verbunden sind einfach umsetzen kann. Als Schüler erlebt man Schule auch nicht so, dass man sich da trauen würde z.B. zu fragen ob man bei Stillarbeiten Kopfhörer tragen kann bzw. wenn das oft genug von Lehrern abgelehnt wurde oder kritisiert wurde, dass Klassenkameraden im Unterricht aufstehen um etwas in den Müll zu werfen, dann fragt man auch nicht, ob das vielleicht möglich wäre, auch wenn es einem sehr helfen würde. Ich weiß, dass das nicht in jeder Schule so ist und es auch anders geht, dennoch vermute ich, dass das weit verbreitet ist und es führt leider dazu, dass mehr Schüler auf zusätzliche Unterstützung (außerschulisch meist therapeutisch) angewiesen sind, als es sein müssten, wenn es da ein bisschen mehr flexibilität gäbe.

Hmm...
9 Tage zuvor
Antwortet  Blabl

Reproduktion statt Produktion klingt wie das AfD-Frauenbild.
(Ich war zuerst etwas verwirrt.)

Anvi
9 Tage zuvor
Antwortet  Blabl

“Wer 2026 noch Inhaltsangaben benoten lässt, prüft eine Kompetenz ohne Marktwert.”
Das sehe ich anders. Wie soll jemand, der nicht in der Lage ist die Essenz eines Textes zu erfassen, das Ergebnis einer KI kritisch hinterfragen? Auch Rechnen sehe ich als Grundkompetenz, auch wenn Computer das viel besser können.
“das endlich nicht mehr von Rechtschreibung und Reinschrift ausgebremst wird”
Welches Bundesland und welches Jahr? Ich bin froh, wenn heutzutage überhaupt noch etwas zu entziffern ist. Das ist schon lange Nebensache.

Blabl
8 Tage zuvor
Antwortet  Anvi

Weil sie ganz raus müssen aus den alten Mustern. Mit KI kann der Schüler wesentlich mehr Zeigen und in der Aufgabenstellung kann Transferleistung gefordert werden.

Logisch wenn ich Unterricht wie immer mache und Aufgabenstellung wie immer ist das mit KI ein Schmarrn. Darum geht es ja. KI kann alles von büchern usw sammeln. Diesen Skill ist halt nicht gefragt. Aber KI richtig benutzen.

447
8 Tage zuvor
Antwortet  Blabl

Der war gut.

Ich würde liebend gerne die magische Macht haben, Sie dazu zu zwingen ein ganzes Schuljahr lang das mit real existierenden Kindern GENAU SO wie Sie es hier beschreiben durchzuführen.

Exakt genau so, keine Ausreden, keine “war doch aber anders gemeint”.

Anvi
8 Tage zuvor
Antwortet  Blabl

Um Transferleistungen zeigen zu können, benötige ich Grundlagen. Diese Grundlagen fehlen vielen Schülern. Ein Grund dafür kann der häufige und falsche Einsatz von AI sein. Hier sehe ich eine Spaltung. Bequeme Schüler erledigen ihre Aufgaben mit KI und verblöden. Gute Schüler hingegen nutzen AI als Sparring-Partner und werden damit noch besser.
Ich sehe KI-Verbote als Äquivalent zum Verbot von Handy/Taschenrechnern an der Grundschule. Mich interessiert nicht die Lösung der Aufgabe, sondern das Entwickeln des Verständnisses für den Zahlenraum und dazu gehört auch Übung.

DienstnachVorschrift
8 Tage zuvor
Antwortet  Anvi

Also erst einmal habe ich das nicht zu entscheiden, sonden Inhaltsangaben stehen im Lehrplan und sind Teil der Abschlussprüfung. Außerdem teste ich damit eine sehr wichtige Kompetenz ab, nämlich Leseverstehen. Und nicht nur das. Komplexe Zusammenhänge kurz in eigenen Worten wiederzugeben, ohne dass der Sinn verfälscht wird, ist verdammt schwer und meines Erachtens eine wichtige Kompetenz.

GBS-Mensch
7 Tage zuvor
Antwortet  Blabl

Was Sie schreiben klingt oberflächlich vernünftig, offenbart aber nur, dass Ihre Kenntnisse über das menschliche Gehirn und Lernprozesse sehr begrenzt sind.
Basisfähigkeiten und High-End-Spezialistenfähigkeiten, hängen integral zusammen.
Man kann nicht fahrradfahren, ohne laufen oder überhaupt stehen gelernt zu haben.

Und überhaupt:

“Das Profil der Zukunft
Wenn KI Routinekognition übernimmt — Recherche, Textproduktion, Code, Standardanalysen — verschiebt sich der Wert menschlicher Arbeit auf das, was darüber liegt: Problemdefinition, Urteilsvermögen, Synthese über Domänen hinweg, Verantwortungsübernahme.”

Wie viel Prozent oder Promille eines Jahrgangs werden dafür gebraucht werden?

447
5 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Nebenbei gesagt:
Solche extrem hochrrangigen Problemlösungs- und Metastrategien setzen etwas sehr seltenes voraus: Eine sehr hohe (oder sehr gut in best. fachlichen Bereichen geschulte) Intelligenz.

Und spätestens da sind wir dann im Tabuland doitschah Normagogik unterwegs:
Die meisten Menschen besitzen schlicht nicht die nötige Intelligenz dazu bzw. das Interesse daran, eine vorhandene Intelligenz genug zu schulen.
Da schliesst sich dann der Kreis: Wer nicht einmal ‘ne Inhaltsangabe hinkriegt, “synthetisiert” dann höchstens sozial erwünschte Meta-Antworten…und hält das schlimmstenfalls noch für geistige Eigenleistung.

“Synthese über Domänen hinweg” – sowas kriegen Genies und Nobelpreisträger hin.
(Und ja, auch ich kriege “Synthese über Domänen hinweg” nicht hin, ausser ich würde mich spezifisch abgegrenzt ausführlich darauf vorbereiten)

Völlig unrealistisch für Schulen.

Das würde nur den ohnehin bestehenden Effekt erweitern, dass völlig durchschnittliche Leute glauben, sie hätten Anspruch darauf, akademische Führungskräfte zu sein (und entsprechende perks zu erhalten)…und sich folglich zu fein sind, einfach mal arbeiten zu gehen.

Rainer Zufall
9 Tage zuvor

Seit 2009? Wie soll dann Flüchtlingen und Tiktok sämtliche Schuld zugewiesen werden? (Es werden also wieder die Eltern sein…)

“Das Bundesinstitut für Berufsbildung verweist darauf, dass KI „Lehr-, Lern- und Arbeitsprozesse grundlegend verändert“. Besonders stark betroffen sind demnach digitale und technische Berufsfelder, aber auch kaufmännische Tätigkeiten.”
Mit Blick auf die Demografie ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass sich die Produktivität mit weniger Menschen weiter steigern lässt. Erfordert aber entsprechend gute Bildungsangebote