
Kommunalaufsicht, Katastrophenschutzbehörde, Steuerstelle für die Flüchtlingsversorgung, oberste Schulaufsicht: Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) ist in Rheinland-Pfalz die zentrale Landesbehörde mit einer Vielzahl von öffentlichen Aufgaben. Ist die Mammutbehörde auch effektiv? Die neue schwarz-rote Landesregierung hat im Koalitionsvertrag eine Reform der ADD verankert. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion wird neu von Andreas Kruppert, bisher Landrat im Eifelkreis Bitburg-Prümm, geführt.
Die Schulabteilung der ADD trägt nach eigenen Angaben für knapp 1.600 Schulen die Verantwortung und betreut mehr als 41.000 Lehrkräfte in Rheinland-Pfalz. Die Behörde fungiert dabei als Ansprechstelle, ist für die Bewerbungen und Abschreibungen für die Lehrkräfte und das pädagogische Fachpersonal sowie die gesamte Schulorganisation zuständig. Das Startchancen-Programm zur Förderung sozial benachteiligter Kinder und Jugendliche wird über die ADD organisiert. Außerdem ist in dem Bereich die berufliche Ausbildung, Fortbildung und Weiterbildung angegliedert.
Kritik an der ADD von Kommunen und Bildungsgewerkschaft
Die Bildungsgewerkschaft GEW sieht die Behörde personell zu schwach aufgestellt. Die Schulabteilungen in Neustadt, Trier und Koblenz könnten dem breiten Anspruch der Schul- und Dienstaufsicht kaum gerecht werden, kritisiert Gewerkschaftsvorstand Stefan Jakobs. Es fehle an Zeit für die Schul- und Unterrichtsentwicklung. Das gelte gerade für Schwerpunktschulen sowie Förder- und Beratungszentren.
Die GEW fordert mehr Personal mit getrennten Zuständigkeiten für den Bereich der Schulaufsicht und die Dienstleistung für die Schulen. Außerdem sollte es ein neues Schulfachreferat Integrierte Gesamtschulen (IGS) geben, da derzeit die IGS von der Gymnasialabteilung mitverwaltet werden.
Im Koalitionsvertrag haben sich CDU und SPD auf eine Reform der wichtigen Behörde geeinigt. Ziel ist demnach, mehr Schulentwicklung und -beratung sowie schulbezogene Dienstleistungen zu ermöglichen. Das soll unter Berücksichtigung der Führungsstrukturen in den Schulen umgesetzt werden, schreiben die Koalitionäre. Konkrete Details zu den Vorhaben gibt es bislang nicht.
Die SPD hatte sich im Wahlkampf für eine stärkere Regionalisierung der Schulaufsicht unter dem Dach der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion starkgemacht. Neue Bildungsministerin ist Ute Eiling-Hütig (CDU), bisland Landtagsabgeordnete in Bayern. News4teachers / mit Material der dpa









Die Schulen sind nur so stark wie die Dezernate hinter den Schulen. Da die eher aufwandsoptimiert arbeiten, sind die Schulen zwangsläufig schwach, weil so ziemlich jedem Einspruch entsprochen wird.
Die stehen nur nicht dahinter, um den Lehrkräften den Rücken freizuhalten, eher um bei Bedarf anzuschieben vulgo zu schubsen.