FRANKFURT/MAIN. Das – erneute – frühe Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft wird die Diskussion über den Zustand des deutschen Fußballs neu entfachen. Der Turnierverlauf bestätigt eine Analyse, die seit einiger Zeit schon die Nachwuchsförderung prägt: Deutschland bildet zu wenige Spitzenfußballer aus. Mit neuen Trainings- und Spielformen soll deshalb die Talententwicklung verbessert werden. Seit knapp zwei Jahren ist die Reform in Kraft. Doch sie ruft nach wie vor Kritiker auf den Plan. Bis hinauf zum Bundeskanzler. Der Konflikt wächst sich zum Kulturkampf aus – was auffällig an die Debatte um die Bundesjugendspiele erinnert.

Unschwer vorauszusagen: Das Ausscheiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft, schon das dritte Scheitern bei Weltmeisterschaften hintereinander, wird erneut für Diskussionen über die Zukunft des deutschen Fußballs sorgen. Für den Deutschen Fußball-Bund dürfte die sportliche Krise nicht überraschend kommen. Seit Jahren weisen Verantwortliche darauf hin, dass Deutschland in der Talententwicklung international an Boden verloren hat. Die Spieler, die heute das Nationaltrikot tragen, wurden noch weitgehend nach den bisherigen Konzepten ausgebildet. Gerade deshalb versucht der Verband ja bereits, den Kinder- und Jugendfußball grundlegend zu verändern.
Deutschland bilde zu wenige Spitzenspieler aus, viele Kinder hörten früh mit dem Fußball auf, heißt es zur Begründung. Mit kleineren Spielformen und mehr Ballkontakten soll sich das nach Vorstellung des Verbandes ändern. Doch dafür wird er angegangen.
„Wenn du beim Training in der Schlange stehst oder am Wochenende kaum spielst, hören Kinder irgendwann auf“
Millionen Kinder und Jugendliche spielen zwar weiterhin hierzulande Fußball – mit rund 2,38 Millionen organisierten Spielerinnen und Spielern bleibt Fußball nach Angaben die mit Abstand größte Sportart Deutschlands. Gleichzeitig beobachtet der Verband jedoch einen deutlichen Wandel. Vor allem zwischen D- und B-Jugend hören viele Jugendliche auf. Mannschaften lösen sich auf, Vereine verlieren Spielerinnen und Spieler, insbesondere im ländlichen Raum kämpfen Klubs ums Überleben. Als Ursachen nennt der DFB unter anderem die Konkurrenz durch soziale Medien, Gaming und Streamingangebote sowie veränderte Freizeitgewohnheiten.
Für Hannes Wolf, Direktor für Nachwuchs, Training und Entwicklung beim DFB, beginnt das Problem auch schon auf dem Trainingsplatz. Kinder hätten zu wenig Ballkontakte, müssten zu lange warten und seien zu selten aktiv am Spiel beteiligt. „Wenn du beim Training in der Schlange stehst oder am Wochenende kaum spielst, hören Kinder irgendwann auf“, sagt Wolf im ZDF. Deshalb arbeitet der Verband an einer neuen Trainingsphilosophie. Kleinere Spielformen, kleinere Gruppen und mehr Spielsituationen sollen dafür sorgen, dass jedes Kind häufiger am Ball ist, mehr Entscheidungen trifft und stärker eingebunden wird. Denn vielen Kindern fehle vor allem eines: „das Gefühl, wichtig zu sein“, wie es in dem Bericht heißt.
Wolf weist den Eindruck zurück, die Reform richte sich gegen den Leistungsgedanken. „Wir waren in der Spielerentwicklung nicht gut genug. Da müssen wir uns deutlich steigern, denn wir wollen die Besten werden.“ Die Reform soll also dazu beitragen, den deutschen Fußball langfristig wieder erfolgreicher zu machen – mehr Leistung also, nicht weniger.
Was dieser Ansatz auf dem Platz verändert, zeigte sich im vergangenen Herbst (ein Jahr nach Einführung der Reform) zum Beispiel beim Kinderfußball-Spieltag in Südbaden, über den der SWR berichtet. Statt sieben gegen sieben spielen die jüngsten Kinder nun überwiegend drei gegen drei auf mehreren kleinen Spielfeldern. Teilweise kommen vier Minitore zum Einsatz.
Ziel ist es, jedes Kind möglichst häufig ins Spiel einzubeziehen. Tobias Barth, Leiter der Abteilung Kinderfußball beim Südbadischen Fußballverband, beschreibt den Unterschied anschaulich: „Wenn ich so an meine eigene F-Jugend-Zeit zurückdenke, wo wir sieben gegen sieben gespielt haben und vielleicht zwei Kinder eingebunden waren, die anderen haben Blumen gepflückt. Jetzt sind alle Kinder mittendrin und sind auch wirklich am Ball: megagut.“
Auch die ungewöhnliche Anordnung der Tore verfolgt einen pädagogischen Zweck. „Da passiert unheimlich viel im Kopf von den Kindern. Wir schaffen es früh, dass sie sich nach außen entwickeln. Wenn die Kinder wahrnehmen, ‚da ist ja noch ein Tor, das ist offen‘, dann passiert halt etwas“, erläutert Barth dem Bericht zufolge. Nach Darstellung des Verbandes sollen die Kinder dadurch häufiger Spielsituationen lösen, räumlich denken und eigenständig Entscheidungen treffen.
Bemerkenswert ist dabei, dass die Reform an der Basis offenbar deutlich weniger umstritten ist als in der politischen Debatte. Der SWR berichtet von Eltern, die vor allem die größere Beteiligung ihrer Kinder positiv bewerten. „Die Kinder spielen jetzt mehr, schießen mehr aufs Tor, haben mehr Erfolgserlebnisse. Ich glaube, das ist ganz wichtig“, sagt ein Vater. Eine Mutter erklärt: „Ich finde das wirklich gut. Ich glaube, dass der Wettbewerb auch Druck machen kann und die Kinder sind ja eh gerade erst dabei, sich zu finden.“ Trainerin Sara Wolz berichtet zugleich, den Kindern selbst seien viele der Diskussionen gleichgültig. „Denen ist es im Endeffekt auch egal, wie groß die Tore sind, ob es Stangentore sind, Hütle-Tore oder normale Tore.“ Für sie gelte schlicht: „Tor ist Tor.“
Nicht alle teilen die Sicht des DFB. Der damalige Zeit-Kolumnist, heute für die Bild schreibende Harald Martenstein sah in der Reform einen grundsätzlichen „Abschied vom Leistungsdenken“. Die Veränderungen erinnerten ihn an Reformen des Bildungssystems, bei denen der Leistungsgedanke ebenfalls an Bedeutung verloren habe. Ironisch zog er den Vergleich mit einem bedingungslosen Grundeinkommen: „Die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens an Einsatzzeiten und Toren für junge Fußballernde ist ein erster Schritt.“ Soll heißen: Wer Anfangshürden senkt, um den Einstieg zu erleichtern, erzieht damit Kinder zur Schwäche – der polemische Begriff „Kuschelpädagogik“ liegt in der Luft.
Tatsächlich entwickelte sich die Reform rasch zu einem politischen Symbolthema. CDU-Chef Friedrich Merz kündigte Anfang 2025 (also im damaligen Bundestagswahlkampf) an, er werde den Deutschen Fußball-Bund bitten, „in der E- und F-Jugend wieder Fußballspiele stattfinden zu lassen, wo Tore geschossen werden dürfen“. Dabei sieht die Reform keine Abschaffung von Toren vor. Verändert wurden Mannschaftsgrößen, Spielfelder und Wettbewerbsformen. Dennoch verlagerte sich die Diskussion schnell von sportpädagogischen Fragen auf eine grundsätzliche Debatte über Leistung, Wettbewerb und Erziehung.
„Die Debatte über die Teilnehmer- statt Siegerurkunden bei Bundesjugendspielen verlief ähnlich plump“
Der Sportjournalist Oliver Fritsch beschrieb diese Entwicklung in der Zeit als Ausdruck eines politischen Kulturkampfs. „Der Kulturkampf hat den Kinderfußball erreicht“, schreibt er. Merz‘ Aussage sei „ein Paradebeispiel für Populismus. Fakten vereinfachen und verdrehen, damit es ins Weltbild passt.“ Auffällig sei die Parallele: „Die Debatte über die Teilnehmer- statt Siegerurkunden bei Bundesjugendspielen verlief ähnlich plump.“ Meist führten sie Menschen, „die sich sonst nicht viel um das Thema Sport scheren“, ihn aber als Projektionsfläche für gesellschaftspolitische Auseinandersetzungen nutzten. Mittlerweile wurde die Reform der Bundesjugendspiele auf Drängen der CDU wieder teilweise gekippt (News4teachers berichtete).
Tatsächlich verbindet beide Reformen dieselbe Grundidee. Weder der DFB noch die Kultusministerkonferenz (einschließlich der beteiligten Spitzensportverbände) wollten Wettbewerb oder Leistung abschaffen. Beide Reformen entstanden aus der Diagnose, dass die bisherigen Konzepte den heutigen sportpädagogischen Erkenntnissen nicht mehr entsprechen. Die eigentliche Kernfrage dabei lautet nicht, ob Leistung wichtig ist. Sondern wie sie in der Breite entsteht. Doch diese entscheidende Frage rückt im politischen Kulturkampf völlig aus dem Fokus.
Dass der heutige Bundeskanzler Merz als Reformkritiker nicht viel Sachverstand mitbringt, machte er einmal mehr mit einem Post nach der tristen Niederlage der Nationalmannschaft deutlich. „Was für ein Spiel“, schrieb er begeistert auf Instagram – seitdem rätselt die Öffentlichkeit, welches Spiel er geguckt hat. News4teachers










„Wie wird Deutschland wieder spitze?“ „Seit Jahren weisen Verantwortliche darauf hin, dass Deutschland in der Talententwicklung international an Boden verloren hat.“ Ach nee! Das gilt für die Spieler im Nationaltrikot ebenso wie für die Abiturienten, die heute ihr Zeugnis bekommen – beide wurden „noch weitgehend nach den bisherigen Konzepten ausgebildet“ Na dann! Weiter so!
„Wenn du beim Training in der Schlange stehst oder am Wochenende kaum spielst, hören Kinder irgendwann auf.“ Übertragen auf Schule ergibt das eine erstaunlich klare Logik: Wenn du beim Üben tagtäglich ins Schwitzen kommen müsstest, und nicht nur am Wochenende kaum übst, sondern auch an Wochentagen jede Form von Anstrengung zuverlässig meidest, dann stellen deutsche Kinder den Betrieb ein. Nicht nur das Üben. Auch die geistige Bewegung und Beweglichkeit endet, bevor sie beginnt.
„Wir waren in der Spielerentwicklung nicht gut genug. Da müssen wir uns deutlich steigern, denn wir wollen die Besten werden.“ Der Satz könnte genauso gut aus einem politischen oder bildungsidealistischen Reformpapier stammen. Dort heißt es dann: Man müsse „besser erklären“. In der Schule. Im Sport. In der Politik. Immer „besser erklären“, „mehr motivieren“, „Impulse setzen“ und „besser abholen“.. Und je schlechter etwas läuft, desto mehr wird erklärt und von immer niedrigerem Ausgangsniveau „abgeholt“. Bis niemand mehr zuhört oder abgeholt werden möchte. Möchte Torben Malte Rüdiger eigentlich noch aus dem Bällchenbad oder Spieleparadies abgeholt werden? Keine Ahnung!
Nach der Niederlage der Nationalmannschaft wurde gepostet: Oh Schmerz lass nach. „Was für ein Spiel.“ Seitdem rätselt das Land, welches Spiel gemeint war. Vielleicht das Spiel, das Deutschland gern wieder spielen würde, aber nicht mehr spielt.
„Schland 2035“: ein Projekt, das viel verspricht. Es soll Kinder zum Üben bringen, Spieler zum Spielen, Politik zum Erklären und Reformen zum Reformieren. In der Theorie wird Deutschland damit spitze. In der Praxis bleibt es ein Land, das sich fragt, warum es nicht spitze ist, während es gleichzeitig alles tut, um bequem im Mittelmaß zu bleiben.
Gerne nochmal (steht auch schon so im Beitrag): Die bisherigen tradierten Konzepte haben Deutschland dorthin gebracht, wo es heute steht – andere Nationen (Frankreich, Spanien, eigentlich fast alle) sind weitermarschiert. Das Ergebnis kann man sich bei der Fußball-WM anschauen. Oder im PISA-Ranking.
Da macht das übliche „Früher-war-alles-besser“ keinen Sinn. Früher waren andere, gemütlichere Zeiten. Geboten sind sachliche Diskussionen darüber, welche Anpassung angesichts der heutigen Anforderungen notwendig ist. Ihr Beitrag macht anschaulich, wie zäh das in Deutschland ist, warum dieses Land geistig nicht von der Stelle kommt: Sofort wird’s polemisch, sofort wird eine aggressive ideologische Debatte daraus gemacht.
Pragmatismus, im Sport wie in der Bildung – das wäre unser Plädoyer: Klare Ziele benennen – und rational darauf schauen, wie sich diese Ziele erreichen lassen. Dannn klappt’s auch mit dem Fußball.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Die bisherigen tradierten Konzepte haben Deutschland dorthin gebracht, wo es heute steht“
Das ist erstmal nur eine sehr oft wiederholte Behauptung.
Finnland bietet Anlass, an dieser Erzählung zu zweifeln.
Exakt!
Hier ein paar O-Töne von Dr. Jari Salminen (Uni Helsinki): „Viele Konzepte, die in der Bildungsforschung entwickelt werden, sind in der Schule nur schwer umsetzbar. Solche Konzepte müssen sorgfältig entwickelt und ausgiebig erprobt werden. Das ist bei uns nicht geschehen. In den letzten 20 Jahren ist die Kluft zwischen Rhetorik und Realität immer größer geworden, die Lehrkräfte sind immer erschöpfter und die Ergebnisse immer schlechter.
Für ein durchschnittliches Kind ist es nicht einfach, selbstgesteuert zu lernen. In einer normalen finnischen Schulklasse mit 25 Kindern sind vielleicht fünf dazu in der Lage, der Rest nicht. Und es gibt vielleicht sechs oder sieben Kinder, die eine viel strukturiertere Umgebung brauchen. Sie brauchen Ruhe, um sich konzentrieren zu können. Sie brauchen ihren eigenen Platz zum Lernen, einen normalen Schreibtisch.
Wie sehen finnische Lehrkräfte diese Reformen?
Salminen: Viele Lehrkräfte sind wütend über die Entwicklung der letzten zehn Jahre. Sie geben ihr Bestes, und in der Vergangenheit waren Lehrkräfte in der finnischen Gesellschaft hoch angesehen. Viele Eltern unterstützen sie immer noch und freuen sich, wenn ihr Kind den Lehrerberuf ergreift. Ich gebe ihnen nicht die Schuld an den Problemen. Diese Ideen kommen von den pädagogischen Fakultäten der Universitäten, von den Behörden und von der Politik.
Historisch gesehen haben Lehrkräfte in Finnland das Bildungssystem oft unterstützt und Kritik für sich behalten. In den letzten fünf Jahren haben sich jedoch viele Lehrkräfte sehr kritisch in der Öffentlichkeit geäußert. Seit zwei Jahren veröffentlicht unsere führende nationale Zeitung Helsingin Sanomat fast jede Woche einen Artikel über Probleme in den Schulen. Und die Digitalisierung ist derzeit eines der am meisten kritisierten Themen. In Finnland wird sogar über ein Handyverbot an Schulen diskutiert, weil sich viele Schülerinnen und Schüler nicht mehr konzentrieren können. […] Zu viele Reformen wurden zu schnell eingeführt. Einige dieser Ideen kamen auch von außerhalb der Schule: zum Beispiel diese Schulen ohne Klassenzimmer – sie wurden ursprünglich von Architekten entwickelt. Nur sehr wenige Lehrkräfte unterstützten sie, und viele sagen jetzt öffentlich, dass ihre Bedenken ignoriert wurden. Zum ersten Mal in der Geschichte des finnischen Bildungssystems verlassen immer mehr Lehrerinnen und Lehrer ihren Beruf.“
https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/finnland-was-ist-fuer-den-pisa-absturz-verantwortlich/
Danke. Genau diesen Unsinn haben wir so oft als Vorbild vorgehalten bekommen und ich war immer skeptisch. Schade, dass Autoren nicht haften für die Folgen ihrer (falschen) Lobpreisungen.
„Die bisherigen tradierten Konzepte haben Deutschland dorthin gebracht, wo es heute steht“
An dieser Aussage hätte ich nichts auszusetzen.
Müsste man dann nur noch vergleichen wie sich die PISA-Ergebnisse in den Top-10 von PISA-2000 so entwickelt haben und dann überlegen woran das wohl liegen könnte.
In den Niederlanden oder Italien?
Welche Konzepte halfen, Deutschland nach dem Krieg aufzubauen, und machten aus ihm ein Wirtschaftsland?
Der Marshall-Plan, die Friedensdividende, die besondere geostrategische Bedeutung im Kalten Krieg, die Einbindung in Europa – und eine soziale Marktwirtschaft, die Wettbewerb und sozialen Ausgleich zusammenbrachte. Ah, und eine Gesellschaft, die die ökologischen Kosten ihres Tuns in die Zukunft verlegte.
Von all dem ist nicht mehr viel übrig.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Solange wir keine wichtigeren Sorgen haben als erfolgreich beim Profifußball zu sein (manche verdienen dort Millionengehälter, der Ronaldo angeblich 200 Mio $ pro Jahr), solange steht es ja noch gut um das Land. Aber war da nicht was mit nachlassenden „Kompetenzen“ selbst bei den „basics“ wie lesen, schreiben, rechnen?
NB: Der Strebervorwurf traf noch nie die Sportler, die trainieren oder sich sonst anstrengen, sondern immer nur die anderen. In Deutschland gehört es sich einfach nicht, irgendwas besser zu können als die anderen, ausgenommen beim Sport und hier besonders beim Fußball. Die Bildzeitung titelte irgendwann, dieser oder jener sei ein „Fußballgott“. Die Götter steigen offenbar wieder vom Olymp herab.
Wenn sie den Leistungs-Fußball mit der Bildung vergleichen, dann bitte auch richtig. Die Spielformen sind das eine.
Aber die Spitzenfußballer werden in der Zwischenzeit doch schon im Alter ab dem 8. Lebensjahr in den Leistungszentren der großen Vereine gesammelt.
Wer die Vorrausetzungen nicht erfüllt, wird gnadenlos aussortiert. Wer im Spitzensport vorne mit dabei sein möchte, opfert nicht nur 3 mal 90 Minuten Training in der Woche mit Anreisestrecken von 60-70km.
Auf die Struktur der Schule umgesetzt bedeutet das. Die am besten veranlagten Schüler werden zentral Elite-Schulen beschult. Wer den Vorstellungen der Lehrer nicht entspricht, kann (wird) dann wieder zurückgesandt. ….
Naja und ab 15 winkt dann der erste Profivertrag.
„Wer die Vorrausetzungen nicht erfüllt, wird gnadenlos aussortiert“ – genau hierin liegt ja das Problem: Durch Aussortieren wird eine Menge nicht besser, nur kleiner.
Das gilt im Fußball wie in der Bildung.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Meiner Meinung nach hat eher die Abkehr tradierter Konzepte Deutschland dahin gebracht, wo es heute steht. Ob wir allerdings dieselben Konzepte meinen, weiß ich nicht.
Das geht schon zeitlogisch nicht – weder im Fußball noch in der Bildung. Sie verwechseln Ursache und Wirkung. Ist aber ein gängiges Muster in Deutschland, siehe Corona. Und das ist unserer Meinung nach Teil des Problems.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Jau, Frauen werden wieder für die drei großen „K“ zuständig und die Tradwives zum Rolemodel.
Anno 2026 beziehen Sie sich sicherlich auf Kosmos, Kunst und Karriere.
Nee, da bin ich traditioneller, schließlich weiß ich sogar, woran es liegt, wenn Frauen die Küche verlassen.
Eigentlich haben nicht nur im Bildungsbereich, sondern auch sonst das Abweichen von tradierten Konzepten Deutschland dahin gebracht, wo es nun steht. Ich erinnere mal an etwas außerhalb der Bildung: Die Abschaffung des Meisterzwangs 2004 im Handwerk. Der Qualität hat das nicht genützt.
Sie hätten nur noch deutlich mehr Schwierigkeiten, einen Handerker zu finden als ohnehin schon.
„Seitdem 2004 viele Handwerke vom Meisterzwang befreit wurden, erlebte das deregulierte Handwerk eine erfreuliche Gründungsdynamik.“ Gerne hier nachlesen: https://www.buhev.de/2018/12/pm_afd_will_meisterzwang_ausweiten.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Einen Zusammenhang zwischen den Ergebnissen der Fußball-WM und dem allgemeinen Zustand des Landes herstellen zu wollen…äh, ja…scheinbar läuft die „Bildungskrise“ schon länger und härter als gedacht.
Auf der anderen Seite sind tiefe Geburtenraten kein Wunder, ich habe seit Jahren keine Storche mehr einfliegen sehen.
Gäbe es mehr „Feuchtgebiete“, es würde sich ändern – also die Zahl der Störche.
Nun ja, wir haben seit Jahren wieder einen deutlichen Anstieg von Storchenpaaren in unserer Gegend. Ein Anstieg der Geburtenrate kann ich ab noch nicht erkennen.
Vielleicht sind ja ein paar Blackouts in der Winterzeit effizienter.
Wie Merz schon sagt, auch Störche müssen mehr und länger arbeiten.
Aber auf den Blackout können Sie dank Gas-Kathi länger warten und wenn Sie mutig sind sogar mit ihr.
Stimme Ihnen voll zu, wünschte mir, Sie würden es bei den Bundesjugendspielen nicht umgekehrt sehen und die Abschaffung von Noten herbeiphantasieren… (https://www.news4teachers.de/2026/06/wettkampf-wettbewerb-beides-wie-die-cdu-mit-ihrer-rolle-rueckwaerts-die-bundesjugendspiele-ins-chaos-stuerzt/#comment-813154)
Es fehlt der letzte Biss, auch Mut und handeln und Ideen, die dann umgesetzt werden.
Wir müssen uns ums Digitale kümmern, wir müssen jedem ein tablet geben. Wir müssen denn Hybridarbeitstag einführen und wir brauchen definitiv kürzere Arbeitszeiten für Lehrer (35 Stunden) Es sollte einfach gerechter werden in der akademischen Welt. Ich gönne es ja VW und Mercedes, aber nein, wenn dann für alle, liebe Freunde der Sonne 🙂 !
Mit dem ‚letzten Biss‘ bin ich einverstanden. Aber dann sollten wir auch bei uns selbst anfangen. Wenn wir als Lehrkräfte glaubwürdig Leistung einfordern wollen, müssen wir auch zeigen, dass wir sie selbst leben. Dazu gehört für mich, bis zum letzten Schultag guten Unterricht anzubieten und nicht den Eindruck zu vermitteln, die letzten Wochen bestünden nur noch aus Filmen und Spielen ohne fachlichen Anspruch. Wer von Schülerinnen und Schülern Einsatz erwartet, sollte ihn auch selbst vorleben.
Ich möchte übrigens mit niemandem bei VW tauschen. Die erleben gerade Stellenabbau, Sparprogramme, Standortdiskussionen und die Sorge um ihren Arbeitsplatz. Das gehört zur Realität der Privatwirtschaft eben auch dazu. „Gerechtigkeit“ bedeutet nicht nur, Vorteile anderer zu übernehmen, sondern auch deren Risiken mitzudenken.
Vorallem sollten Lehrkräfte endlich nach Leistung und nicht nach Dienstalter und abgesessenen Stunden bezahlt werden. …und Beförderungsstellen sollten auch nach der Bewährungszeit wieder weggenommen werden können, wenn die Stelleninhaber*innen die geforderte Leistung nicht erbringen. Wer ständig eine – wie auch immer definierte – Leistung von Kindern einfordert und ständig bewertet, sollte das auch für sich selbst gelten lassen. Warum gibt es am Ende von Fortbildungen für Lehrkräfte eigentlich keine Leistungsüberprüfungen?
Wo leben Sie ? In Hamburg findet nicht eine einzige Beförderung losgelöst vom Leistungsvermögen statt,
„losgelöst vom Leistungsvermögen statt,“
Wie wird das bei Lehrkräften gemessen und warum spielt bei Beförderungen das Leistungsvermögen eine Rolle und nicht die tatsächlich erbrachte Leistung?
Nach einem VW Neuwagenkauf bin ich mir sicher, dass das V für Verbrechen steht.
VW hat gerade veröffentlicht, dass sie 100.000 Stellen abbauen wollen und eventuell 5Werke schließen werden…..leben Sie unter einem Stein, oder so?
Rotte , du suchst auch nur Aspekte dagegen?
Dir ist klar, dass die Leute da noch immer fürstlich verdienen mit 35 Stunden und Zusatz und Zulagen und Dienstwagen?
Die gehen auch viel eher in Rente als Lehrer! :/
Dann gibt es wieder mehr Metzger und Bäcker in ihren originären Berufsfeldern.
Habe das Spiel nicht gesehen, die Begeisterung fiel aber offenbar verhalten aus
https://www.der-postillon.com/2026/06/tah-elfmeter.html ^^
Aber immerhin wird mal über mehr Bewegung für Kinder gesprochen, gerne darf sich die Politik mit produktiven Vorschlägen zu übertrumpfen versuchen
Der große Unterschied zwischen dem Kulturkampf um Irgendwas-mit-Leistung in der Schule und um Irgendwas-mit-Leistung im Freizeitsport ist, dass er in der Schule zu Lasten der Kinder geht und in der Freizeit zu Lasten der Sportvereine. Die Irgendwas-mit-Markt-Ideologie sagt doch ganz klar, dass es überall um Angebot und Nachfrage geht. Wenn man als Sportverband kulturkämpferisch sein Angebot am Früher-war-alles-besser ausrichtet und darauf die Leute keinen Bock mehr haben, dann wird man eben untergehen. Darüber kann man jammern – es ist dann aber vielleicht auch besser so. Das „Ball-ins-Tor-Kicken“ ist ohnehin keine Leistung.
Spitze entsteht durch „klöppeln“.
Bundesregierung abschaffen. Allein die EU ergibt Brüsseler Spitze. Und altertümlicher als Merz sind Spitzendeckchen ja nun auch nicht:)
Da ist Ihnen doch wohl ein Tippfehler im Titel unterlaufen (fruchtlos). Fruchtlose Leistungsdebatte? Es müsste doch ganz anders heißen, meine ich, „r“ und „u“ tauschen einfach ihren Platz: fruchtlos => furchtlos. Oder irre ich mich? Bitte ersetzen Sie also: furchtlose Leistungsdebatte. 😉