FRANKFURT/MAIN. Das – erneute – frühe Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft wird die Diskussion über den Zustand des deutschen Fußballs neu entfachen. Der Turnierverlauf bestätigt eine Analyse, die seit einiger Zeit schon die Nachwuchsförderung prägt: Deutschland bildet zu wenige Spitzenfußballer aus. Mit neuen Trainings- und Spielformen soll deshalb die Talententwicklung verbessert werden. Seit knapp zwei Jahren ist die Reform in Kraft. Doch sie ruft nach wie vor Kritiker auf den Plan. Bis hinauf zum Bundeskanzler. Der Konflikt wächst sich zum Kulturkampf aus – was auffällig an die Debatte um die Bundesjugendspiele erinnert.

Unschwer vorauszusagen: Das Ausscheiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft, schon das dritte Scheitern bei Weltmeisterschaften hintereinander, wird erneut für Diskussionen über die Zukunft des deutschen Fußballs sorgen. Für den Deutschen Fußball-Bund dürfte die sportliche Krise nicht überraschend kommen. Seit Jahren weisen Verantwortliche darauf hin, dass Deutschland in der Talententwicklung international an Boden verloren hat. Die Spieler, die heute das Nationaltrikot tragen, wurden noch weitgehend nach den bisherigen Konzepten ausgebildet. Gerade deshalb versucht der Verband ja bereits, den Kinder- und Jugendfußball grundlegend zu verändern.
Deutschland bilde zu wenige Spitzenspieler aus, viele Kinder hörten früh mit dem Fußball auf, heißt es zur Begründung. Mit kleineren Spielformen und mehr Ballkontakten soll sich das nach Vorstellung des Verbandes ändern. Doch dafür wird er angegangen.
„Wenn du beim Training in der Schlange stehst oder am Wochenende kaum spielst, hören Kinder irgendwann auf“
Millionen Kinder und Jugendliche spielen zwar weiterhin hierzulande Fußball – mit rund 2,38 Millionen organisierten Spielerinnen und Spielern bleibt Fußball die mit Abstand größte Sportart Deutschlands. Gleichzeitig beobachtet der DFB jedoch einen deutlichen Wandel. Vor allem zwischen D- und B-Jugend hören viele Jugendliche auf. Mannschaften lösen sich auf, Vereine verlieren Spielerinnen und Spieler, insbesondere im ländlichen Raum kämpfen Klubs ums Überleben. Als Ursachen nennt der Verband unter anderem die Konkurrenz durch soziale Medien, Gaming und Streamingangebote sowie veränderte Freizeitgewohnheiten.
Für Hannes Wolf, Direktor für Nachwuchs, Training und Entwicklung beim DFB, beginnt das Problem auch schon auf dem Trainingsplatz. Kinder hätten zu wenig Ballkontakte, müssten zu lange warten und seien zu selten aktiv am Spiel beteiligt. „Wenn du beim Training in der Schlange stehst oder am Wochenende kaum spielst, hören Kinder irgendwann auf“, sagt Wolf im ZDF. Deshalb arbeitet er für den Verband an einer neuen Trainingsphilosophie. Kleinere Spielformen, kleinere Gruppen und mehr Spielsituationen sollen dafür sorgen, dass jedes Kind häufiger am Ball ist, mehr Entscheidungen trifft und stärker eingebunden wird. Denn vielen Kindern fehle vor allem eines: „das Gefühl, wichtig zu sein“, wie es in dem Bericht heißt.
Wolf weist den Eindruck zurück, die Reform richte sich gegen den Leistungsgedanken. „Wir waren in der Spielerentwicklung nicht gut genug. Da müssen wir uns deutlich steigern, denn wir wollen die Besten werden.“ Die Reform soll also dazu beitragen, den deutschen Fußball langfristig wieder erfolgreicher zu machen – mehr Leistung also, nicht weniger.
Was dieser Ansatz auf dem Platz verändert, zeigte sich im vergangenen Herbst (ein Jahr nach Einführung der Reform) zum Beispiel beim Kinderfußball-Spieltag in Südbaden, über den der SWR berichtet. Statt sieben gegen sieben spielen die jüngsten Kinder nun überwiegend drei gegen drei auf mehreren kleinen Spielfeldern. Teilweise kommen vier Minitore zum Einsatz.
Ziel ist es, jedes Kind möglichst häufig ins Spiel einzubeziehen. Tobias Barth, Leiter der Abteilung Kinderfußball beim Südbadischen Fußballverband, beschreibt den Unterschied anschaulich: „Wenn ich so an meine eigene F-Jugend-Zeit zurückdenke, wo wir sieben gegen sieben gespielt haben und vielleicht zwei Kinder eingebunden waren, die anderen haben Blumen gepflückt. Jetzt sind alle Kinder mittendrin und sind auch wirklich am Ball: megagut.“
Auch die ungewöhnliche Anordnung der Tore verfolgt einen pädagogischen Zweck. „Da passiert unheimlich viel im Kopf von den Kindern. Wir schaffen es früh, dass sie sich nach außen entwickeln. Wenn die Kinder wahrnehmen, ‚da ist ja noch ein Tor, das ist offen‘, dann passiert halt etwas“, erläutert Barth dem Bericht zufolge. Nach Darstellung des Verbandes sollen die Kinder dadurch häufiger Spielsituationen lösen, räumlich denken und eigenständig Entscheidungen treffen.
Bemerkenswert ist dabei, dass die Reform an der Basis offenbar deutlich weniger umstritten ist als in der politischen Debatte. Der SWR berichtet von Eltern, die vor allem die größere Beteiligung ihrer Kinder positiv bewerten. „Die Kinder spielen jetzt mehr, schießen mehr aufs Tor, haben mehr Erfolgserlebnisse. Ich glaube, das ist ganz wichtig“, sagt ein Vater. Eine Mutter erklärt: „Ich finde das wirklich gut. Ich glaube, dass der Wettbewerb auch Druck machen kann und die Kinder sind ja eh gerade erst dabei, sich zu finden.“ Trainerin Sara Wolz berichtet zugleich, den Kindern selbst seien viele der Diskussionen gleichgültig. „Denen ist es im Endeffekt auch egal, wie groß die Tore sind, ob es Stangentore sind, Hütle-Tore oder normale Tore.“ Für sie gelte schlicht: „Tor ist Tor.“
Nicht alle teilen die Sicht des DFB. Der damalige Zeit-Kolumnist, heute für die Bild schreibende Harald Martenstein sah in der Reform einen grundsätzlichen „Abschied vom Leistungsdenken“. Die Veränderungen erinnerten ihn an Reformen des Bildungssystems, bei denen der Leistungsgedanke ebenfalls an Bedeutung verloren habe. Ironisch zog er den Vergleich mit einem bedingungslosen Grundeinkommen: „Die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens an Einsatzzeiten und Toren für junge Fußballernde ist ein erster Schritt.“ Soll heißen: Wer Anfangshürden senkt, um den Einstieg zu erleichtern, erzieht damit Kinder zur Schwäche – der polemische Begriff „Kuschelpädagogik“ liegt in der Luft.
Tatsächlich entwickelte sich die Reform rasch zu einem politischen Symbolthema. CDU-Chef Friedrich Merz kündigte Anfang 2025 (also im damaligen Bundestagswahlkampf) an, er werde den Deutschen Fußball-Bund bitten, „in der E- und F-Jugend wieder Fußballspiele stattfinden zu lassen, wo Tore geschossen werden dürfen“. Dabei sieht die Reform keine Abschaffung von Toren vor. Verändert wurden Mannschaftsgrößen, Spielfelder und Wettbewerbsformen. Dennoch verlagerte sich die Diskussion schnell von sportpädagogischen Fragen auf eine grundsätzliche Debatte über Leistung, Wettbewerb und Erziehung.
„Die Debatte über die Teilnehmer- statt Siegerurkunden bei Bundesjugendspielen verlief ähnlich plump“
Der Sportjournalist Oliver Fritsch beschrieb diese Entwicklung in der Zeit als Ausdruck eines politischen Kulturkampfs. „Der Kulturkampf hat den Kinderfußball erreicht“, schreibt er. Merz‘ Aussage sei „ein Paradebeispiel für Populismus. Fakten vereinfachen und verdrehen, damit es ins Weltbild passt.“ Auffällig sei die Parallele: „Die Debatte über die Teilnehmer- statt Siegerurkunden bei Bundesjugendspielen verlief ähnlich plump.“ Meist führten sie Menschen, „die sich sonst nicht viel um das Thema Sport scheren“, ihn aber als Projektionsfläche für gesellschaftspolitische Auseinandersetzungen nutzten. Mittlerweile wurde die Reform der Bundesjugendspiele auf Drängen der CDU wieder teilweise gekippt (News4teachers berichtete).
Tatsächlich verbindet beide Reformen dieselbe Grundidee. Weder der DFB noch die Kultusministerkonferenz (einschließlich der beteiligten Spitzensportverbände) wollten Wettbewerb oder Leistung abschaffen. Beide Reformen entstanden aus der Diagnose, dass die bisherigen Konzepte den heutigen sportpädagogischen Erkenntnissen nicht mehr entsprechen. Die eigentliche Kernfrage dabei lautet nicht, ob Leistung wichtig ist. Sondern wie sie in der Breite entsteht. Doch diese entscheidende Frage rückt im politischen Kulturkampf völlig aus dem Fokus.
Dass der heutige Bundeskanzler Merz als Reformkritiker nicht viel Sachverstand mitbringt, machte er einmal mehr mit einem Post nach der tristen Niederlage der Nationalmannschaft deutlich. „Was für ein Spiel“, schrieb er begeistert auf Instagram – seitdem rätselt die Öffentlichkeit, welches Spiel er geguckt hat. News4teachers










„Wie wird Deutschland wieder spitze?“ „Seit Jahren weisen Verantwortliche darauf hin, dass Deutschland in der Talententwicklung international an Boden verloren hat.“ Ach nee! Das gilt für die Spieler im Nationaltrikot ebenso wie für die Abiturienten, die heute ihr Zeugnis bekommen – beide wurden „noch weitgehend nach den bisherigen Konzepten ausgebildet“ Na dann! Weiter so!
„Wenn du beim Training in der Schlange stehst oder am Wochenende kaum spielst, hören Kinder irgendwann auf.“ Übertragen auf Schule ergibt das eine erstaunlich klare Logik: Wenn du beim Üben tagtäglich ins Schwitzen kommen müsstest, und nicht nur am Wochenende kaum übst, sondern auch an Wochentagen jede Form von Anstrengung zuverlässig meidest, dann stellen deutsche Kinder den Betrieb ein. Nicht nur das Üben. Auch die geistige Bewegung und Beweglichkeit endet, bevor sie beginnt.
„Wir waren in der Spielerentwicklung nicht gut genug. Da müssen wir uns deutlich steigern, denn wir wollen die Besten werden.“ Der Satz könnte genauso gut aus einem politischen oder bildungsidealistischen Reformpapier stammen. Dort heißt es dann: Man müsse „besser erklären“. In der Schule. Im Sport. In der Politik. Immer „besser erklären“, „mehr motivieren“, „Impulse setzen“ und „besser abholen“.. Und je schlechter etwas läuft, desto mehr wird erklärt und von immer niedrigerem Ausgangsniveau „abgeholt“. Bis niemand mehr zuhört oder abgeholt werden möchte. Möchte Torben Malte Rüdiger eigentlich noch aus dem Bällchenbad oder Spieleparadies abgeholt werden? Keine Ahnung!
Nach der Niederlage der Nationalmannschaft wurde gepostet: Oh Schmerz lass nach. „Was für ein Spiel.“ Seitdem rätselt das Land, welches Spiel gemeint war. Vielleicht das Spiel, das Deutschland gern wieder spielen würde, aber nicht mehr spielt.
„Schland 2035“: ein Projekt, das viel verspricht. Es soll Kinder zum Üben bringen, Spieler zum Spielen, Politik zum Erklären und Reformen zum Reformieren. In der Theorie wird Deutschland damit spitze. In der Praxis bleibt es ein Land, das sich fragt, warum es nicht spitze ist, während es gleichzeitig alles tut, um bequem im Mittelmaß zu bleiben.
Gerne nochmal (steht auch schon so im Beitrag): Die bisherigen tradierten Konzepte haben Deutschland dorthin gebracht, wo es heute steht – andere Nationen (Frankreich, Spanien, eigentlich fast alle) sind weitermarschiert. Das Ergebnis kann man sich bei der Fußball-WM anschauen. Oder im PISA-Ranking.
Da macht das übliche „Früher-war-alles-besser“ keinen Sinn. Früher waren andere, gemütlichere Zeiten. Geboten sind sachliche Diskussionen darüber, welche Anpassung angesichts der heutigen Anforderungen notwendig ist. Ihr Beitrag macht anschaulich, wie zäh das in Deutschland ist, warum dieses Land geistig nicht von der Stelle kommt: Sofort wird’s polemisch, sofort wird eine aggressive ideologische Debatte daraus gemacht.
Pragmatismus, im Sport wie in der Bildung – das wäre unser Plädoyer: Klare Ziele benennen – und rational darauf schauen, wie sich diese Ziele erreichen lassen. Dannn klappt’s auch mit dem Fußball.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Die bisherigen tradierten Konzepte haben Deutschland dorthin gebracht, wo es heute steht“
Das ist erstmal nur eine sehr oft wiederholte Behauptung.
Finnland bietet Anlass, an dieser Erzählung zu zweifeln.
Exakt!
Hier ein paar O-Töne von Dr. Jari Salminen (Uni Helsinki): „Viele Konzepte, die in der Bildungsforschung entwickelt werden, sind in der Schule nur schwer umsetzbar. Solche Konzepte müssen sorgfältig entwickelt und ausgiebig erprobt werden. Das ist bei uns nicht geschehen. In den letzten 20 Jahren ist die Kluft zwischen Rhetorik und Realität immer größer geworden, die Lehrkräfte sind immer erschöpfter und die Ergebnisse immer schlechter.
Für ein durchschnittliches Kind ist es nicht einfach, selbstgesteuert zu lernen. In einer normalen finnischen Schulklasse mit 25 Kindern sind vielleicht fünf dazu in der Lage, der Rest nicht. Und es gibt vielleicht sechs oder sieben Kinder, die eine viel strukturiertere Umgebung brauchen. Sie brauchen Ruhe, um sich konzentrieren zu können. Sie brauchen ihren eigenen Platz zum Lernen, einen normalen Schreibtisch.
Wie sehen finnische Lehrkräfte diese Reformen?
Salminen: Viele Lehrkräfte sind wütend über die Entwicklung der letzten zehn Jahre. Sie geben ihr Bestes, und in der Vergangenheit waren Lehrkräfte in der finnischen Gesellschaft hoch angesehen. Viele Eltern unterstützen sie immer noch und freuen sich, wenn ihr Kind den Lehrerberuf ergreift. Ich gebe ihnen nicht die Schuld an den Problemen. Diese Ideen kommen von den pädagogischen Fakultäten der Universitäten, von den Behörden und von der Politik.
Historisch gesehen haben Lehrkräfte in Finnland das Bildungssystem oft unterstützt und Kritik für sich behalten. In den letzten fünf Jahren haben sich jedoch viele Lehrkräfte sehr kritisch in der Öffentlichkeit geäußert. Seit zwei Jahren veröffentlicht unsere führende nationale Zeitung Helsingin Sanomat fast jede Woche einen Artikel über Probleme in den Schulen. Und die Digitalisierung ist derzeit eines der am meisten kritisierten Themen. In Finnland wird sogar über ein Handyverbot an Schulen diskutiert, weil sich viele Schülerinnen und Schüler nicht mehr konzentrieren können. […] Zu viele Reformen wurden zu schnell eingeführt. Einige dieser Ideen kamen auch von außerhalb der Schule: zum Beispiel diese Schulen ohne Klassenzimmer – sie wurden ursprünglich von Architekten entwickelt. Nur sehr wenige Lehrkräfte unterstützten sie, und viele sagen jetzt öffentlich, dass ihre Bedenken ignoriert wurden. Zum ersten Mal in der Geschichte des finnischen Bildungssystems verlassen immer mehr Lehrerinnen und Lehrer ihren Beruf.“
https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/finnland-was-ist-fuer-den-pisa-absturz-verantwortlich/
Danke. Genau diesen Unsinn haben wir so oft als Vorbild vorgehalten bekommen und ich war immer skeptisch. Schade, dass Autoren nicht haften für die Folgen ihrer (falschen) Lobpreisungen.
Dummerweise sind die Autoren grundständig nicht selten auch Lehrerinnen.
Ich denke, die Meinungen hier sehen nur unterschiedlich aus und laufen aufs selbe hinaus:
Ein, ich nenns jetzt mal übertriebener Fortschrittswahn, auch digitaler Natur, ein Wir-können-es-besser -als-andere- Länder hat dazu geführt, dass nicht mehr ein BildungsICE sondern zu viel kleine Regionalzüge durch Streckenunfälle und olympianische Sperrbalken nicht mehr ans Ziel kommen.
Vor allem wurde nicht mehr auf SuS und deren veränderte Lebenswelt und Lehrerinnen mit ihren tagtäglichen sich enorm wandelnden Anforderungen gesehen. Schule wird so zu einer Parallelwelt , die versucht festzuhalten , zu bewahren und hat längst gegen die v.a. digitale Übermacht verloren.
Da Schule aber fürs Leben prägt ist es an der Zeit, bloß dann muss zuerst der Olymp die Toga ablegen, aus dem lavarium heraussteigen, die Augen aufmachen und nicht ala Prien an Lehrerpersönlichkeiten demokratische Gesinnungsfehler suchen……..
Der entscheidende Satz von Dr. Salminen lautet: „Viele Konzepte, die in der Bildungsforschung entwickelt werden, sind in der Schule nur schwer umsetzbar.“
Sehr interessant, danke.
„Die bisherigen tradierten Konzepte haben Deutschland dorthin gebracht, wo es heute steht“
An dieser Aussage hätte ich nichts auszusetzen.
Müsste man dann nur noch vergleichen wie sich die PISA-Ergebnisse in den Top-10 von PISA-2000 so entwickelt haben und dann überlegen woran das wohl liegen könnte.
Tabellen anschauen?
Vielleicht besser Schüler innen beobachten – hilft schon weiter
In den Niederlanden oder Italien?
Welche Konzepte halfen, Deutschland nach dem Krieg aufzubauen, und machten aus ihm ein Wirtschaftsland?
Der Marshall-Plan, die Friedensdividende, die besondere geostrategische Bedeutung im Kalten Krieg, die Einbindung in Europa – und eine soziale Marktwirtschaft, die Wettbewerb und sozialen Ausgleich zusammenbrachte. Ah, und eine Gesellschaft, die die ökologischen Kosten ihres Tuns in die Zukunft verlegte.
Von all dem ist nicht mehr viel übrig.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
@Redaktion
„Der Marshall-Plan, die Friedensdividende, die besondere geostrategische Bedeutung im Kalten Krieg, die Einbindung in Europa – und eine soziale Marktwirtschaft, die Wettbewerb und sozialen Ausgleich zusammenbrachte.“
So ein paar hingeknallte Stichworte beeindrucken sehr!
Und es geht noch schneller als aus einem Gesprächszusammenhang einzelne Satzteile zu zitieren – aber gut, kann man natürlich trotzdem machen.
Für alle, die sich ein wenig umfassender informieren möchten und mit dem Begriff „Mythos“ etwas anfangen können (sonst gerne selber googeln):
„Tüchtigkeit und Wunderglaube: die Säulen des westdeutschen Selbstverständnisses nach dem Krieg. Aber was davon ist wahr, was Mythos? Welche Rolle spielen glückliche Umstände?“
https://www.ardmediathek.de/video/history-deutschland/der-westen/zdf/Y3JpZDovL3pkZi5kZS9QUk9EMS9TQ01TXzdiNmZiMDIzLWUzMWQtNDAzZC05ZDQ3LWJjY2E0OTUzMDY5MQ
Und über Fußball (damals) wird auch informiert.
Auch diese Reihe ist eine sichere Adresse für sichere Informationen, braucht nicht so viel länger als eine Sammlung von Stichworten – sagt aber mehr aus:
https://www.youtube.com/watch?v=qj9941o7ySM
Der Marshall-Plan … war auch nicht ganz uneigennützig von den USA, bei Bedarf einfach mal die einschlägigen seriösen (vgl. oben z.B.) Quellen googlen.
Liebe @Redaktion,
was GENAU meint ihr denn DAMIT?
„Der Marshall-Plan, die Friedensdividende, die besondere geostrategische Bedeutung im Kalten Krieg, die Einbindung in Europa – und eine soziale Marktwirtschaft, die Wettbewerb und sozialen Ausgleich zusammenbrachte.“
Was wir damit meinen: Die Menschen in Deutschland sind ein ganz normales Volk, weder Dichter und Denker, noch geborene Fußballgötter. Sie können weder Flughäfen gut bauen (BER) noch Bahnhöfe (Stuttgart 21). Sie sind nicht mal sonderlich pünktlich, wie die Deutsche Bahn belegt. Das Wirtschaftswunder geschah auf der Grundlage besonders günstiger Umstände, die heute größtenteils nicht mehr gelten. Und übrigens auch mit dem bescheidenen Maßstab der Stunde Null: Alles war besser als vorher.
Deshalb können auch die Rezepte von damals nicht helfen, die heutigen Probleme zu lösen – es ist eine andere Welt. Statt immer nur im eigenen Saft zu schmoren und ein heiliges Früher zu beschwören, sollte Deutschland endlich mal anfangen, sich an erfolgreich(er)en Ländern zu orientieren. Ob im Fußball. Oder in der Bildung.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„sollte Deutschland endlich mal anfangen, sich an erfolgreich(er)en Ländern zu orientieren.“
Wobei es abgesehen von den Ländern in Fernost scheinbar Ansichtsache ist, welche Länder man beim Thema Bildung als „erfolgreichreicher“ betrachten möchten.
Reicht, sich in Europa zu orientieren. Herzliche Grüße Die Redaktion
Deutschland ist schon ein bisschen besonders. Wo noch wird Freiwilliges Engagement mit dem Wort Ehrenamt bezeichnet, was den gesellschaftlichen Wert einer Aufgabe, die man freiwillig und ohne Bezahlung für die Gemeinschaft übernimmt, betont?
Wie viel Geld Afghanistan oder Äthiopien bekamen, haben aber keinen Fortschritt gemacht, also ihre Chance nicht benutzt?
Dass viele Bereiche um Deutschland so ineffizient sind, könnte auch daran liegen, dass es zu viel Bürokratie gibt, zu viel Geld zur Verfügung steht (stand) und absolut keine Verantwortung gibt.
„Wie viel Geld Afghanistan oder Äthiopien bekamen“ – haben Sie sich schon mal mit den geografischen und sozialen Bedingungen dieser (auch noch) von Kriegen gebeutelten Länder beschäftigt?
Ehrenamt – gibt es selbstverständlich in anderen Ländern auch, heißt nur anders. Die USA zum Beispiel gehören weltweit zu den führenden Ländern bei Spendenbereitschaft und Ehrenamt. Jährlich werden schätzungsweise über 500 Milliarden Dollar gespendet, wobei der Großteil von Privatpersonen stammt. Die Kultur des „Giving Back“ ist tief in der Gesellschaft verwurzelt. Gerne hier nachlesen: https://chrismon.de/artikel/2011/12779/give-me-five
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Durch die steuerlichen Vorteile sind großzügige Spenden in Amerika besonders für Großverdiener attraktiv.“ Und „In Deutschland würde in einem solchen Fall das Sozialamt einspringen, hier tun es die Bürger. Wenige regen sich darüber auf. Sharon sagt nur schulterzuckend: „Honey, dafür zahlt ihr ja auch mehr Steuern als wir.“
Also – sollten Steuer in Deutschland reduziert werden, dann steigt vielleicht auch die Spendebereitschaft.
In Deutschland aber habe ich mich mit der Realität konfrontiert, dass ohne Ehrenamt keine oder kaum Schwimmkurse, Sportangebot, Frühstück Verkauf an Schulen, Sprachförderung für Flüchtlinge geben würde.
Gofundme Aktionen sind auch beliebter, weil Krankenkassen weniger und weniger übernehmen.
Mag ja sein – ist nur eben nichts Besonderes. Machen auch andere.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ja, USA ist ein Land in dem die individuelle Freiheit ein Hohes Gut ist – im Gegensatz zu Deutschland.
Durch niedrige Steuern wird finanziell erfolgreichen Menschen die Wahl überlassen, was sie mit ihrem Geld machen, also wofür sie nun spenden: Ob Umweltschutz, Kinderschutz, Gesundheitsschutz oder einfach die Uni unterstützen, bei der sie die Grundlage für ihren späteren Erfolgt erworben haben.
Bei uns will der Staat dies entscheiden und besteuert möglichst hoch um dann selbst Wohltaten zu verteilen: Ob Entwicklungshilfe, Flüchtlingshilfe, Bürgergeld etc.
Ich würde mich sehr freuen, wen man mir die Entscheidung überließe, was mit meinem erarbeiten Einkommen geschehen soll.
Deutschland versteht sich – im Gegensatz zu den USA – als Sozialstaat. In der Bundesrepublik ist der Sozialstaat ein verfassungsmäßiges Grundprinzip. Artikel 20 und 28 des Grundgesetzes (GG) verpflichten den Staat, in seiner Gesetzgebung und Verwaltung für sozialen Ausgleich zu sorgen. Ziele: Gewährleistung der Menschenwürde, Existenzminimumsicherung (z. B. durch Bürgergeld) und gesellschaftliche Teilhabe aller Bürger.
Wenn Ihnen das nicht gefällt – müssen Sie sich wohl einen anderen Staat aussuchen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Die Deutschen haben nur von glücklichen Umständen profitiert, während Erfolg in anderen Ländern an einem besser Können liegt? Habe ich das richtig zusammengefasst?
„Die“ (West-)Deutschen sind nicht besser und nicht schlechter als andere auch. Sie haben von den für sie guten Bedingungen nach dem Krieg profitiert und daraus Wohlstand gezogen. Andere Länder, die früher nicht so gute Bedingungen hatten, haben dabei mittlerweile aufgeholt (Polen, China, Indien) – und andere haben Deutschland in bestimmten Bereichen überholt. Technisch: USA, China… Bei der Bildung: Irland, Estland, Kanada, Japan, Großbritannien …
So geht die Story. Dummerweise glauben aber viele Deutsche, sie wären etwas Besonderes – und müssten nicht über den Tellerrand gucken. Das ist ein Fehler, der das Land den Wohlstand wieder kosten könnte.
Dass man von anderen Ländern längst nicht nur bei Schule lernen sollte, sehe ich zu ca. 799% genau so.
Was haben die „Überholer“ alle gemeinsam, und zwar je stärker der „Überholeffekt“ um so mehr?
„Das Wirtschaftswunder geschah auf der Grundlage besonders günstiger Umstände, die heute größtenteils nicht mehr gelten.“
Ach das meinte Fritze Merz, als er losschwadronierte, dass es ja viel leichter gewesen sei, ein in weiten Teilen in Trümmern liegendes Land (und damit meine ich nicht nur die Infrastruktur, sondern auch politische Grundüberzeugungen, Revanchismus, knapp 7 Mio Tote, massive Entnahme von Männern aus der Gesellschaft, Versorgungschaos, 12 bis 14 Mio. Flüchtlinge – die sog Ostvertriebenen, usw) wieder aufzubauen als in heutigen Zeiten den dtsch. Staat aus der Krise zu befreien.
Ich finde die Hochachtung, die der Sauerländer dort der Wiederaufbaugeneration entgegen bringt, wirklich atemberaubend. Da kann man sich ja nur wertgeschätzt fühlen….
Schön, dass die Red. sich da mit ihrer historisch-wirtschaftlichen Expertise nicht lumpen lässt und uns Dummis mal kurz darlegt, wie es mit den Entwicklungen der 50er und 60er Jahre so gelaufen ist.
Ich werde diese Position mal in meinem nächsten Oberstufenkurs Geschichte beurteilen und bewerten lassen…
Sehr gerne. Sie können dann die übliche Selbstbeweihräucherung der Altvorderen (einschließlich Boomer) dagegenstellen – waren alle ganz tolle Hechte, Deutsche halt: fleißig, pünktlich, hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder. Die üblichen Zuschreibungen halt, mit denen man sich stets selbst zum Weltmeister kürt. In allem.
Dann aber auch in der Bilanz die Hinterlassenschaft nicht unerwähnt lassen: ein Planet am ökologischen Abgrund, Alkoholkonsum in der Weltspitze, ein Lebensstil fernab von Nachhaltigkeit, ein verteidigungsunfähiges, instrastrukturell marodes Land, eine bröckelige Demokratie, die – in immer größer werdenden Teilen – nur auf den nächsten Führer zu warten scheint…
Es würde diesem Land guttun, endlich mal ein realistisches Selbstbild zu entwickeln: nicht schlechter, aber eben auch nicht besser als andere – ein ganz normales Volk eben. Ein bisschen mehr Demut statt Deutschtümelei, das würden wir uns wünschen. Dann klappt’s auch mit der Zukunft.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ihre Zusammenfassung ist weitestgehend richtig. Deutschland hat keinen Vorteil mehr Gegenüber anderen Teilen der Welt. Energietechnisch und bzgl. der Rohstoffe sind wir von anderen abhängig. Zum Teil vorhandenen KnowHow Vorsprung haben wir in allen Bereichen aus verschiedenen Gründen verloren. Als Investor gibt es viele andere Länder, die attraktiver erscheinen, nicht nur aufgrund von niedrigeren Kosten und weniger Bürokratie sondern auch aufgrund von Rechtssicherheit (in D. kann man gemäß der Rechtsprechung alles Richtig mache und dennoch können gewisse Investitionen aufgrund von Widerständen und Klagen über Jahre verzögert werden).
Was bedeutet das? Entweder wir finden uns damit ab, demnächst weltweit Durchschnitt zu sein und somit unseren jetzigen Wohlstand zu verlieren oder wir müssen uns anstrengen, besser zu sein als die anderen (attraktiver für Investoren, weniger Bürokratie, mehr Rechtssicherheit, etc.).
Oder wir fangen an, mal darüber nachzudenken, was „Wohlstand“ eigentlich ist – wir würden sagen: nicht nur Geld. Denn dann könnten wir mal damit anfangen, auch an anderen Faktoren zu arbeiten: Gesundheit, Bildung, soziale Kontakte, persönliche Freiheit, intakte Umwelt, Sicherheit, sozialer Frieden …
Dass Deutschland gut/besser lebt, wenn es immer nur dem Geld hinterherläuft, wagen wir zu bezweifeln – siehe USA.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Gesundheit, Bildung, Freiheit, eine intakte Umwelt, Sicherheit und sozialer Frieden werden durch Geld möglich.
Wie in den USA? Herzliche Grüße Die Redaktion
Der Punkt ist doch, dass man nicht bereit ist, das GELD in diese Dinge zu stecken.
In sehr armen Ländern müsste es Ihrer Theorie nach dann ja alles chico sein. Ist es aber auch nicht.
Es geht ja nicht um Geld an sich. Aber Geld ist nun mal nötig für Wohlstand (Gesundheit, Bildung, Umweltschutz, sozialer Frieden, etc.).
Länder die anderes behaupten, scheitern irgendwann, so wie es schon immer in der Vergangenheit war (DDR, Sowjetunion, Argentinien, Kuba, etc.).
Moral knippst keine Lichter an. Geld schon.
Geldgier knippst die Lichter am Ende wieder aus – dank Klimakatastrophe.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ob und wann die Klimakatastrophe kommt ist nicht sicher.
Sicher ist aber: Länder mit höherem Wohlstand werden diese besser meistern, als arme Länder.
Falsch: Menschen mit höherem Wohlstand werden diese besser überstehen (egal wo) – weshalb Klimaschutz den oberen zehn Prozent ziemlich schnuppe ist, wenn sie nicht sogar am fossilen, die Natur ausbeutenden Wirtschaftsmodell beteiligt sind.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Noch ein plakatives Gegenargument zu „Dass Deutschland gut/besser lebt, wenn es immer nur dem Geld hinterherläuft“.
Streichen wir doch mal eben alle „Geld-Transferleistungen“ und argumentieren, dass es dich wichtigeres gibt.
Oder führen stattdessen die im Grundgesetz verankerte Vermögenssteuer wieder ein… Mal nebenbei gefragt: Warum fallen Leuten wie Ihnen beim Stichwort Materialismus ausgerechnet die Ärmsten ein? Wir hätten da andere Bevölkerungsgruppen im Blick.
„Im Jahr 2021 hatten alle Privathaushalte in Deutschland zusammen ein Nettovermögen von rund 13,2 Billionen Euro, also 13.200.000.000.000 Euro. Eine derart riesige Summe kann sich wohl niemand vorstellen. Um die Größenordnung eher einschätzen zu können, hilft ein Rechenbeispiel: Wäre dieses Vermögen gleichmäßig verteilt, hätte jeder Haushalt in Deutschland ein Nettovermögen von gut 316.500 Euro. Eine solche vollkommene Gleichheit gibt es in keinem Staat. In Deutschland ist das Vermögen jedoch ungleicher verteilt als anderswo.“ Gerne hier nachlesen: https://www.bpb.de/themen/wirtschaft/wirtschaftspolitik/556709/wieso-ist-das-vermoegen-in-deutschland-so-ungleich-verteilt/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich bin ein Befürworter des Leistungsprinzips und daher u.a. auch der Erbschaftssteuer oder der Schenkungssteuer.
Allerdings halte ich nichts von hohem Einkommenssteuern und Lohnnebenkosten, weil diese gerade dazu beitragen, dass ein Vermögensaufbau für Menschen, die ganz unter starten, sehr schwierig ist.
Ganz nebenbei: Eine Nettovermögen von 300.000 bedeutet in Düsseldorf eine kleine Eigentumswohnung. Ist das viel?
Und vor allem: Wenig Regulierung Bürokratie: Fabriken konnten schnell gebaut werden, dort, wo es ökonomisch sinnvolle war. Alle anderen Aspekte waren nachrangig. Sechs Tage Woche wäre noch zu erwähnen und die Tatsache, dass die Arbeitskosten deutlich unter denen in UK oder USA lagen.
„Fabriken konnten schnell gebaut werden, dort, wo es ökonomisch sinnvolle war. Alle anderen Aspekte waren nachrangig.“
Wer braucht schon Umwelt? Oder Rücksicht auf Menschen in der Nachbarschaft? (Spaß)
Sechs Tage Woche – klaro. Freie Fahrt für freie Oligarchen. (Nochmal Spaß.)
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Umwelt ist natürlich relevant. Aber es darf nicht zum Argument gegen alles andere werden, wenn es einem gerade so passt.
Als Düsseldorfer kennen Die evtl. das Paradebeispiel aus Monheim am Rhein und dem dortigen Versuch, aus Umweltgründen einem Bundesligaverein den Bau von Trainingsplätzen zu untersagen (wohlgemerkt auf einer Fläche, die für den Bau von Fabriken vorgesehen ist)
Solange wir keine wichtigeren Sorgen haben als erfolgreich beim Profifußball zu sein (manche verdienen dort Millionengehälter, der Ronaldo angeblich 200 Mio $ pro Jahr), solange steht es ja noch gut um das Land. Aber war da nicht was mit nachlassenden „Kompetenzen“ selbst bei den „basics“ wie lesen, schreiben, rechnen?
NB: Der Strebervorwurf traf noch nie die Sportler, die trainieren oder sich sonst anstrengen, sondern immer nur die anderen. In Deutschland gehört es sich einfach nicht, irgendwas besser zu können als die anderen, ausgenommen beim Sport und hier besonders beim Fußball. Die Bildzeitung titelte irgendwann, dieser oder jener sei ein „Fußballgott“. Die Götter steigen offenbar wieder vom Olymp herab.
Wenn sie den Leistungs-Fußball mit der Bildung vergleichen, dann bitte auch richtig. Die Spielformen sind das eine.
Aber die Spitzenfußballer werden in der Zwischenzeit doch schon im Alter ab dem 8. Lebensjahr in den Leistungszentren der großen Vereine gesammelt.
Wer die Vorrausetzungen nicht erfüllt, wird gnadenlos aussortiert. Wer im Spitzensport vorne mit dabei sein möchte, opfert nicht nur 3 mal 90 Minuten Training in der Woche mit Anreisestrecken von 60-70km.
Auf die Struktur der Schule umgesetzt bedeutet das. Die am besten veranlagten Schüler werden zentral Elite-Schulen beschult. Wer den Vorstellungen der Lehrer nicht entspricht, kann (wird) dann wieder zurückgesandt. ….
Naja und ab 15 winkt dann der erste Profivertrag.
„Wer die Vorrausetzungen nicht erfüllt, wird gnadenlos aussortiert“ – genau hierin liegt ja das Problem: Durch Aussortieren wird eine Menge nicht besser, nur kleiner.
Das gilt im Fußball wie in der Bildung.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Während die angedachten Reformen im Breitensport, z.B. den Bundesjugendspielen, auf einem entspannteren Umgang mit Bewegung und Sport abzielen und den Konkurrenzgedanken herausnehmen möchten, ist der Profifußball, wie wir gerade eindrucksvoll sehen, der Inbegriff von Konkurrenz, Druck und (vermeintlichem) Versagen. Daher mutet es widersinnig an, wenn man durch eine Entspannung im Breitensport auf eine Leistungssteigerung im Spitzenfußball hofft, zumal die Leistungen im Spitzenfußball eine eh schon fast kranke Überbetonung in der Gesellschaft erfahren haben (sicherlich finanziell).
Bisher haben Sie, sehr geehrte Redaktion, die Parallelen zwischen Breiten- und Spitzenfußball auf der einen und der Bildung auf der anderen Seite nur vage angedeutet. Für eine Diskussion wäre eine Konkretisierung notwendig.
Kinderfußball ist nicht „Profifußball“ – das ist der Denkfehler. Der Profifußball setzt auf den Jugendfußball auf (und kann dann nur nehmen, was von dort kommt).
Es geht – übrigens auch in der Bildung – um eine Förderung von Kindern in der Breite. Die findet hier wie dort nicht ausreichend statt, weil man in Deutschland glaubt, schon mit Bestenauslese Leistung zu fördern.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ihr Argument ist doch, wenn ich es richtig verstanden habe, dass eine Entspannung im Breitensport (schon bei den Kindern) zu besseren Erfolgen im Profifußball führe.
Aber während Sie Konkurrenz und Druck im Kinder- und Jugendsport heraushalten wollen, sollen das dann in späteren Jahren ein Ziel in Form des Profisports für die (ehemaligen) Kinder sein? Dann lieber konsequent weitergehen und die Bedeutung des Leistungssports ebenfalls herunterfahren, dessen Vorbildfunktion wird meiner Meinung nach eh überschätzt, wie man an den aktuellen Geschehnissen sehen kann.
Mir erscheint der Bezug zur Bildung etwas weit hergeholt: In Deutschland bekommen alle (!) Kinder eine jahrelange, kostenlose, vielfältige Bildung. Eine „Auslese der Besten“ findet nur sehr begrenzt statt, wenn überhaupt, denn z.B. das dreigliedrige Schulsystem zielt auf äußere Differenzierung, also Kreisliga vs. Landesliga oder so. Bestenauslese gibt es dann vielleicht später in Form von Stipendien usw. Allerdings möchte ich die Diskussion über andere Strukturen und Änderungen gar nicht ausschließen, allerdings weniger mit dem Ziel, die Besten zu sein, sondern schlicht gut zu sein (andere Mannschaften können offensichtlich auch Fußball spielen).
„Aber während Sie Konkurrenz und Druck im Kinder- und Jugendsport heraushalten wollen, sollen das dann in späteren Jahren ein Ziel in Form des Profisports für die (ehemaligen) Kinder sein?“
Wer sagt das denn? Wir wollen nichts „heraushalten“ – wir wollen, dass Motivation und Leistungsbereitschaft alters- und entwicklungsgerecht entwickelt werden. Und das geht bei jüngeren Kindern nunmal über Spielfreude und nicht über „Konkurrenz und Druck“.
„Mir erscheint der Bezug zur Bildung etwas weit hergeholt.“ Uns nicht. Gerne hier nachlesen: https://ifp.ep.tu-dortmund.de/lehrbereiche/paedagogische-und-differentielle-psychologie/forschungsprojekte/motivationsentwicklung/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Dann habe ich Sie womöglich falsch verstanden. Sie wollen Druck und Konkurrenz nicht heraushalten, plädieren aber für Spielfreude ohne Druck und Konkurrenz?
Auch den Bezug des Inhalts Ihres Links verstehe ich (noch) nicht. Mein Argument war, dass man an deutschen Schulen nicht von einem Aussortieren wie beim Spitzensport sprechen kann, wie Sie nahegelegt haben, ihr Link berichtet davon, dass man nach den Faktoren, die Motivation beeinflussen, sucht. Selbst die bösen Noten sind da nicht als eindeutige Spielfreude-Killer ausgemacht.
Und nur der Vollständigkeit halber: Natürlich kann durch Aussieben eine Teilmenge im Schnitt besser werden, genau das tut man ja bei Nationalmannschaften. Dass die Gesamtmenge dadurch nicht besser werden muss, ist eine andere Frage.
„Natürlich kann durch Aussieben eine Teilmenge im Schnitt besser werden, genau das tut man ja bei Nationalmannschaften.“
Aus einem Haufen von Unsportlichen werden sie kein Spitzenteam aussieben können. Erstmal muss es genügend Menschen mit entsprechenden Qualifikationen geben, die müssen „produziert“ werden, dann kann man „aussieben“. Aussieben schafft keine Qualifikation.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„den Konkurrenzgedanken herausnehmen möchten„
Wäre es dann nicht ziemlich absurd, z.B. bei der Leichtathletik nicht mehr Zeit und Meter zu messen, sondern ausschließlich die Platzierungen innerhalb der Gruppe als Bewertungsmaßstab zu nehmen?
Wo wird denn in der Bildung aussortiert, wenn übertragen auf den Fußball die Hälfte aller Menschen in der Bundesliga spielen? Diesen Anteil haben wir beim Abitur.
Das Aussortieren findet bereits vor dem siegreichen Einzug aufs Gymnasium statt, dann bei einigen vor dem Abi….
Aber die kleinere Menge wird besser, weil man mit ihr intensiver an iherer Weiterentwicklung arbeiten kann.
Gerade an der Spitze im Leistungssport ist es wichtig neben dem Talent, viel Ausdauer, Training, Frusttoleranz und der regelmässige Vergleich mit den anderen Spitzenathleten notwendig.
Daher glaube ich, dass der Vergleich hinkt, weil sie unter Deutschland wird wieder spitze im Leistungssport etwas anderes verstehen.
Da immer der Vergleich mit den Bundesjugendspielen angeführt wird. Vielleicht verteilt die Fifa ja schöne Teilnehmerurkunden an die DFB-Spieler für die Teilnahme an der WM.
„verteilt die Fifa ja schöne Teilnehmerurkunden „
Die DFB-Spieler müssten dann allerdings Siegerurkunden erhalten, da ja genügend andere Teams noch schlechter abgeschnitten haben als die deutsche Mannschaft.
Ein Drittel der Teams ist ja schon nach der Gruppenphase ausgeschieden.
Doch, durch Sortieren wird eine Masse besser, denn diejenigen, die besser oder schlechter sind, können gezielt in ihren Gruppen gefördert und gefordert werden. Ein Mensch, der keine Begabung für Fußball hat, wird andere, die sehr talentiert sind, nicht besser machen. Auch umgekehrt funktioniert das nicht. Wer körperlich nicht geeignet ist, auf dem höchsten Niveau Fußball zu spielen, wird nicht dadurch gut, dass sie zusammen mit den Besten trainieren.
Was sinnvoll wäre, ist eine gezielte Förderung innerhalb der Gruppen, so dass sich spät entwickelnde Fußballer*innen/S*S die Gruppe wechseln können.
Es spricht nichts dagegen, mehr Kids spielen zu lassen in Miniturnieren, wie oben beschrieben, aber, machen wir uns doch nichts vor, das hilft dann nur dabei, besser sortieren zu können, weil man eben mehr Kids spielen sehen kann.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Aufteilung nach Leistungsniveau alle Kids besser macht, weil
Letzteres wird von den Befürworter*innen der Binnendifferenzierung immer vergessen.
Ich plädiere deshalb immer wieder für Schulen, in denen alle unter einem Dach, aber nicht ständig in einem Raum lernen.
Für mich ist wichtig, dass alle Kids zusammen kommen können (in bestimmten Fächern und Projekten), um den sozialen Zusammenhalt zu fördern und einen Übung auf ein höheres Niveau zu erleichtern.
Allgemein ist hier i Forum zu beobachten, dass es fast nur Vertreter*innen der Lager „Aufteilung auf verschiedene Orte“ oder eben Vertreter*innen von „alle immer gemeinsam“ gibt.
„Doch, durch Sortieren wird eine Masse besser, denn diejenigen, die besser oder schlechter sind, können gezielt in ihren Gruppen gefördert und gefordert werden.“
Der Beleg dafür steht aus – denn das werden sie offensichtlich nicht. Siehe Fußball. Siehe PISA.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ach, dann schneidet Schweden z.B. besser ab als Deutschland? Interessant. Komisch, dass es in Wirklichkeit nicht so ist.
Dann schlagen Sie doch den Sportfunktionären mal vor, sie sollen bitte umdenken und das Aussortieren abschaffen. 🙂
Und nur die besten finanziell zu fördern, das ist doch krass ungerecht. Die Schwachen müsste man fördern!
Aber wird man mit diesem „Programm“ eher Fußball-Weltmeister als jetzt?
„Dann schlagen Sie doch den Sportfunktionären mal vor, sie sollen bitte umdenken.“
Sie haben offenbar den Beitrag oben nicht gelesen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Meiner Meinung nach hat eher die Abkehr tradierter Konzepte Deutschland dahin gebracht, wo es heute steht. Ob wir allerdings dieselben Konzepte meinen, weiß ich nicht.
Das geht schon zeitlogisch nicht – weder im Fußball noch in der Bildung. Sie verwechseln Ursache und Wirkung. Ist aber ein gängiges Muster in Deutschland, siehe Corona. Und das ist unserer Meinung nach Teil des Problems.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Jau, Frauen werden wieder für die drei großen „K“ zuständig und die Tradwives zum Rolemodel.
Anno 2026 beziehen Sie sich sicherlich auf Kosmos, Kunst und Karriere.
Nee, da bin ich traditioneller, schließlich weiß ich sogar, woran es liegt, wenn Frauen die Küche verlassen.
Kochen geht überall, wer brauch denn Küchen .
Das Holz für den Herd ist alle?
Als ob da die Männer noch Bock drauf haben…
Och, wieder nix mit Fühli-Fühli ?
In der Tat!
Wieso, der Frauenfußball in Deutschland ist doch Spitze 😀
Die einen sagen so, die anderen so.
Aber besser als die Gurkentruppe der DFB-Männer ist ja auch nicht so schwer.
Die einen können offensichtlich nicht ertragen, dass ausgerechnet der Frauenfussball in der bis 1970 noch heilig zu geltenden Männerteamsportdomäne hier faktisch erfolgreicher ist, während die anderen eh prinzipiell Frauen abwerten müssen, weil sie sich generell minderwertig fühlen.
Na dann bitte ich um Beispiele für tradierte Konzepte, die heutzutage fehlen, um uns wieder zum Weltmeister zu machen ( von denen wir uns abgewehrt haben und v.a. die heute noch safe funktionieren würden ) So ohne Basisbeispiele gehts mir da wie @Pit2020 weiter oben. Sein Medienbeispiel ist eine Klasse Sache.
Weltmeisterin wäre vor allem hier allemal angemessener.
Abge K ehrt, sry
Eigentlich haben nicht nur im Bildungsbereich, sondern auch sonst das Abweichen von tradierten Konzepten Deutschland dahin gebracht, wo es nun steht. Ich erinnere mal an etwas außerhalb der Bildung: Die Abschaffung des Meisterzwangs 2004 im Handwerk. Der Qualität hat das nicht genützt.
Sie hätten nur noch deutlich mehr Schwierigkeiten, einen Handerker zu finden als ohnehin schon.
„Seitdem 2004 viele Handwerke vom Meisterzwang befreit wurden, erlebte das deregulierte Handwerk eine erfreuliche Gründungsdynamik.“ Gerne hier nachlesen: https://www.buhev.de/2018/12/pm_afd_will_meisterzwang_ausweiten.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Nur in welchen Gewerken wurde der Meisterzwang abgeschafft?
Bei Handwerk denken doch die meisten an an Bauberufe oder Lebensmittelverarbeitung. Die Palette der Handwerksberufe ist aber deutlich größer. Und in vielen dieser berufsfelder ist der Hauptschulabschluss zwar die formale Voraussetzung, aber der Azubi mit EESA muss sich der Konkurrenz von Realschulabsolventen, Fachoberschülern, Fachabiturienten, Abiturienten und Studienabbrechern stellen. Das passiert sicher nicht in allen Handwerksberufen, aber doch in ganz vielen.
Hinzukommt, dass zum Beispiel den staatlich geprüften Augenoptiker und den Bachelor of Sience (Augenoptik und Optometrie) in ihrer Ausbildung/Studium lediglich ein Semester trennt. Die Inhalte der Lehr-/Studienpläne sind weitestgehend identisch. Folglich gibt es große Überschneidungen bei beiden Ausbildungswegen. Und Augenoptik ist ja nicht der einzige klassische Handwerksberuf, bei dem das so ist. Um einige Beispiele zu nennen, Brauer, Landwirte, Heizungs-/Klimatechniker, Informatiker, Elektronierk usw. usf.
Selbst im klassischen Baubereich unterscheiden sich doch Schachtmeister und Poliere von den Bachelor of Engeneering lediglich durch ihr Alter und der gesammelten Berufserfahrung.
Da ich als Informatiker eine Ausbildung (Fachinformatiker) darin, das Studium und Berufsschullehrer dafür bin, kann ich ihnen sagen, dass das schlicht nicht so ist, wie sie sagen. Selbst ein Bachelorabsolvent in Informatik hat wesentlich andere Ausbildungsinhalte als ein Fachinformatiker und ja, es gibt auch Bereiche, wo die sich inhaltlich überschneiden, aber der Fachinformatiker niemals so tief reingehen wird, wie der Bachelor (ähnlich wird es auch bei der Krankenschwester vs Arzt, Rechtsanwaltsfachangestellten und dem Juristen ist).
Sorry, aber das passt vorne und hinten nicht, was das Niveau der Ausbildung betrifft.
Also nein, die Ausbildung und das Studium kann man, zumindest in dem von mir genannten Bereich, nicht miteinander vergleichen.
Und, meine Erfahrung, oft landen die in der Ausbildung zum Fachinformatiker, die das Informatikstudium nicht gepackt haben.
Es ist vielleicht ein Fehler, damit zu argumentieren, dass die Kinder sonst aufhören. Das klingt nach wenig Biss, wenig Durchhaltevermögen.
In Wirklichkeit verfolgt man mit der Anpassung ganz genaue Ziele.
Es ist sehr interessant, was in anderen Ländern Europas der Kinderfußball macht:
https://www.dfb.de/news/detail/im-vergleich-kinderfussball-in-europa-254660
Biss und Durchhaltevermögen muss ein Kind doch entwickeln – hier wird’s vorausgesetzt. Das ist das Problem.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Biss und Durchhaltevermögen entwickelt ein Kind aber nicht aus sich selbst heraus, da bedarf es auch mal Druck und Kontrolle von außen. Eher möchte man aktuell ja jede Hürde wegräumen, die dem Kind in die Quere kommen könnte.
Wer ist „man“?
Uns geht es darum, Kinder erstmal zu befähigen, Hürden zu nehmen – bevor man Hürden vor sie stellt (um sich dann darüber zu wundern, dass zu wenige Kinder auf der anderen Seite ankommen – und nach noch höheren Hürden zu verlangen).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
LKW-Produzent in Kleinschreibung.
Kürzel für „Murks aus Nürnberg“.
Oh, als Sportlehrer kann ich euch versichern, dass Kinder das Hürdenlaufen ohne Hürden gar nicht erlernen … man beginnt mit niedrigen Hürden (z.B. Bananenkartons) – aber es sind immerhin Hindernisse – und steigert dann die Höhe im Zusammenspiel mit der notwendigen Technikschulung.
Aus Erfahrung weiß ich aber, dass trotz aller kleinschrittigen Herangehensweise nicht alle SuS am Ende einen Standardhürdenlauf in einer angemessenen Zeit absolvieren können.
Bananenkartons – sind die nicht schon Kuschelpädagogik? Nach der Logik mancher Wortmeldungen hier muss doch von klein auf das Scheitern trainiert werden. Leben ist schließlich kein Ponyhof und bei Olympischen Spielen gibt’s auch keine Obstkisten.
Ihr zweiter Satz beruhigt uns aber. Wenn die Hürden schon nicht hoch genug sind – dann setzen wir halt ein Zeitlimit. Hauptsache, es gibt von Anfang an Verlierer. (Spaß.)
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Interessantes Bild, das Sie von mir haben.
Ich versuche bei Gelegenheit mal, Ähnlichkeiten mit mir zu entdecken.
Wir haben gar kein Bild von Ihnen – das hier ist ein anonymes Forum. Wir reagieren (lediglich) auf Ihren Post. Herzliche Grüße Die Redaktion
Das wäre dann eher das Thema „Sozialer UMGANG mit Scheitern“.
Nur weil jemand an etwas scheitert, ist die Person doch nicht überall anderswo und unter allen Umständen und für immer und ewig verteufelt.
Scheitern ist normal.
Und JA, Scheitern sollte trainiert werden.
Das (wenn auch stumpfe) Konditionierungsdenkmuster „second chances“/“comeback“ aus den USA mag z.B. zwar primitiv sein, ist aber z.B. scheinbar jahrzehntelang darin effektiv gewesen, Initiative und (neudeutsch) Resilienz zu fördern.
Und so stark, dass wir das Wort sogar kopiert haben.
Jeder von uns scheitert doch irgendwann an irgendwas, da brauchen wir nur die hier versammelten Fächer und Hobbies nehmen – garantiert wirdJEDER von uns (Sie, ich, alle) schon an den „Grundlagen“ der Mehrzahl von Aktivitäten scheitern, die nicht zufällig gerade der eigenen Person entsprechen.
Scheitern ist gut.
Ich denke, die von Hysterocan beschriebene Vorgehensweise ist goldrichtig und ohne Weiteres auf die meisten pädagogischen Situationen übertragbar: Anforderungen stellen, die die SuS bewältigen können und dann gleichzeitig sowohl Anforderungen als auch Fähigkeiten steigern. Im Grunde bedeutet Lehren immer ein gelindes Maß an Überforderung: Man mutet Kindern zu, sich mit etwas zu beschäftigen, was sie (noch) nicht können.
Zum Scheitern: Ich glaube, es gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Schule, Kindern beizubringen, wie man scheitert, wie man damit umgeht und vor allem, dass man Scheitern darf. Natürlich nicht dauernd und durch absichtlich herbeigeführte nicht leistbare Überforderung. Und natürlich sollten SuS weit öfter Erfolgserlebnisse haben.
Aber wer Kinder vor jedem Scheitern bewahren will, legt ihnen nahe, dass Scheitern etwas so Schlimmes ist, dass es nie passieren darf. Das erzeugt einen unmenschlichen Erfolgsdruck. Meiner Meinung nach ist das unglaublich grausam.
„Natürlich nicht dauernd und durch absichtlich herbeigeführte nicht leistbare Überforderung. Und natürlich sollten SuS weit öfter Erfolgserlebnisse haben.“
Eben. Womit wir bei den Bundesjugendspiele wären: Welchen pädagogischen Sinn macht es, ein übergewichtiges Kind vor seinen Klassenkameraden 800 oder 1.000 Meter um den Platz zu jagen, ohne es vorher gezielt darauf trainiert zu haben?
Wer Leistung verlangt, muss Schüler auch entsprechend fördern. Einfach nur Ansprüche stellen und die wegzusortieren, die diese Ansprüche nicht erfüllen, führt dazu, was wir regelmäßig sehen: 65.000 Schulabbrecher ohne Abschluss – jedes Jahr -, allesamt junge Menschen ohne berufliche Perspektive, die absehbar die Armee von Sozialleistungsempfängern verstärken. Leistungshuberei nennen wir das, was zu solchen Ergebnissen führt. Oder: Prinzipienreiterei ohne Substanz.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Volle Zustimmung zu den Bundesjungendspielen. Die sind vollkommener Käse und sollten bitte kein Vorbild für den Regelunterricht sein.
Nur Ihren zweiten Absatz verstehe ich nicht ganz: Es klingt fast so, als ob Schüler an Deutschen Schulen überhaupt nicht gefördert würden. Das stimmt so einfach nicht, obwohl natürlich (wie überall) noch deutlich Luft nach oben ist.
Und auch die Schulabbrecher kann das Schulsystem nicht zuverlässig und unilateral verhindern. Ein Förderplan ist eben kein Förderband, d. h. er bringt niemanden voran, der nicht auch seinen Teil beiträgt. Zu glauben, dass das Schulsystem jedem Kind helfen kann, dessen Eltern ihm schon von klein auf beibringen, dass Bildung vernachlässigbar sei, halte ich für eine schulische Allmachtsphantasie.
Ich habe vor einigen Jahren mal gelesen, dass die größte Gemeinsamkeit der Pisa-Gewinnerländer der hohe gesellschaftliche Stellenwert von Bildung ist. Uns in dieser Hinsicht zu verbessern kann aber nur eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein. Leider geht der Trend eher dahin, die Hälfte des Bildungssystems sich über das Bildungssystem beschwert, ohne zu kapieren, dass sie ein unverzichtbarer Teil davon ist: die Eltern.
„Es klingt fast so, als ob Schüler an Deutschen Schulen überhaupt nicht gefördert würden. Das stimmt so einfach nicht.“
Nein, das stimmt so nicht – 65.000 Schulabbrecher jedes Jahr (!) machen aber deutlich, wie dysfunktional das System mittlerweile ist. In manchen Bundesländern betrifft das zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/01/schulabbrecher-quote-von-zehn-prozent-bildungsminister-lehrermangel-ursaechlich/
Das hat nichts mit „gesellschaftlichem Stellenwert von Bildung“ zu tun – das ist ein systemisches Problem (genauso wie die Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn, die nichts mit dem Stellenwert von Pünktlichkeit in der Gesellschaft zu tun hat).
Der Witz eines öffentlichen Schulsystems ist es, dass Kinder dort unabhängig von ihren Eltern gefördert werden, die ja nunmal – ohne Verschulden der Kinder – krank, dumm, tot, drogensüchtig oder sonstwas sein können. Sonst bräuchte es das System ja gar nicht.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Der Vergleich mit der deutschen Bahn ist untauglich, es sei denn die Gesellschaft an sich hätte einen direkten Einfluss auf die Pünktlichkeit.
Und nein, auch in einem öffentlichen Schulsystem können die Kinder nicht vollkommen unabhängig von ihren Eltern gefördert werden und sollen es auch gar nicht. Vielmehr sollen Schule und Eltern gleichberechtigte Partner sein. Gerne in einem beliebigen Schulgesetz nachlesen.
Geht ja auch zeitlich gar nicht. In der Schule sind die meisten Kinder derzeit 5-8 Stunden am Tag. In diesem Zeitrahmen hat die Schule die Möglichkeit, Einfluss auf die Erziehung der Kinder zu nehmen. (Zur besseren Einordnung: das entspricht ziemlich genau der Bildschirmzeit vieler Jugendlicher.) Und wenn’s hoch kommt auch nur an 200 von 365 Tagen im Jahr Tagen im Jahr. Und wenn Kitas und Schulen die Kinder zum ersten mal sehen, liegen sie mit ihren Einflussmöglichkeiten oft schon 5-6 Jahre hinten. Ein großer Teil der Entwicklung ist zu diesem Zeitpunkt schon passiert.
Bitte nicht falsch verstehen: Schule hat definitiv einen Einfluss und kann in vielen Fällen sicherlich auch einen grundlegenden Unterschied machen. Und hier sollte auch weiter und noch viel mehr gearbeitet werden – schon allein deshalb weil Schule vermutlich der mit Abstand wirkungsvollste Hebel ist, den Staat und Gesellschaft haben, um Bildung und Erziehung junger Menschen zu beeinflussen.
Aber man sollte vorsichtig sein, wie viel Verantwortung man Schule und den Lehrern zuschreibt. In einem Nachbarartikel ging es auch um Selbstreflexion. Dazu gehört eben auch die Erkenntnis, dass man nur einen begrenzten Einfluss hat und nicht jedem Kind zum Bildungserfolg verhelfen kann.
Wenn einem die Schüler nicht vollkommen egal sind, muss man dringend derartige Wege finden, sich abzugrenzen, sonst geht man vor die Hunde, stumpft ab oder flüchtet sich in Zynismus.
Vom Prinzip her – wenn auch vielleicht weniger dramatisch – ist es wie bei Ärzten. Was meinen Sie: Welcher Onkologe übt seinen Beruf länger aus, wenn er sich für den Tod jedes Patienten verantwortlich macht / machen lässt, den er nicht retten konnte?
„Vielmehr sollen Schule und Eltern gleichberechtigte Partner sein.“
In der Bildung? Keineswegs. Gerne mal (zum Beispiel) im Schulgesetz NRW nachgucken, Paragraf zwei, Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule . Kernsatz: „Die Schule vermittelt die zur Erfüllung ihres Bildungs- und Erziehungsauftrags erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Werthaltungen und berücksichtigt dabei die individuellen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler.“
Es heißt zwar auch, dass Schule und Elternhaus dabei „partnerschaftlich zusammenwirken“ – davon, dass Eltern den Bildungsauftrag gleichermaßen übernehmen müssen, steht da aber nichts. Gerne hier nachlesen: https://bass.schule.nrw/6043.htm#1-1p2
Und was den Vergleich zu Ärzten angeht: Selbstverständlich können sie für fehlerhafte oder unterlassene Behandlungen haftbar gemacht werden. „Unter Arzthaftung versteht man in Deutschland die zivilrechtliche Verantwortlichkeit eines Arztes gegenüber einem Patienten bei Verletzung der ärztlichen Sorgfaltspflichten.“ Gerne hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Arzthaftung_(Deutschland)
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Das hat nichts mit „gesellschaftlichem Stellenwert von Bildung“ zu tun – das ist ein systemisches Problem (genauso wie die Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn, die nichts mit dem Stellenwert von Pünktlichkeit in der Gesellschaft zu tun hat).“
Funktioniert als Analogie.
Aber sonst sind da schon gewaltige Unterschiede.
Die Bahn ist einen technischen und logistischer Dienstleistungsapparat. Wenn die Weiche kaputt ist, ist sie kaputt – egal, wie sehr die Gesellschaft Pünktlichkeit schätzt. Falls Fahrzeiten unrealistisch sind auch.
Das Bildungssystem ist ein sozialer Prozess. Bildung findet zwischen Menschen statt. Der „gesellschaftliche Stellenwert“ von Bildung kann direkt beeinflussen, wie Eltern ihre Kinder unterstützen, wie Lehrkräfte ihren Beruf wahrnehmen und wie Bildungspolitik priorisiert wird. Wenn die Gesellschaft Bildung geringschätzt, wirkt sich das (über Wahlverhalten und kulturelle Erwartungshaltung) direkt auf das System aus.
Beispielsweise wenn man die Sozialisation in Taiwan, Japan usw. übertragen würde/“könnte“ … Dann wäre die politische Richtung wohl anders.
Wir haben viele ältere Menschen. Die Demographie ist eine andere. Die Sozialisierung ebenfalls. Der Stellenwert somit auch.
Bei der Bahn wurde kaputtgespart. Obwohl Pünktlichkeit einen hohen Stellenwert hat [nimmt aber wohl tendenziell ab …]. Welche Alternative hat man? Darauf wird ggf. zurück gegriffen nach Abwägung. Es gibt keinen direkten „Fahrzwang“.
Beim Bildungssystem ist der Stellenwert von Bildung selbst ein Teil des Systems. Ein Mangel an Wertschätzung im gesellschaftlichen Diskurs führt zu geringerer Attraktivität des Lehrberufs, zu schlechterer Bezahlung und/oder zu fehlender politischer Durchsetzungskraft gegenüber anderen Ressorts. Hier gibt es jedoch eine Schul-/Präsenzpflicht.
Also doch … So „bisschen“ was hat es schon auch mit dem Stellenwert zu tun. Nur anders gewertet als bei der Bahn.
Ist ja ein multikausaler Komplex das Ganze.
Und ja, viele sagen in Umfragen, dass die Bildung wichtig ist. Wer handelt und wählt auch so?
Sind wir wieder bei Theorie und Praxis … Wunsch und Wirklichkeit. Sagen und Machen.
„Bei der Bahn wurde kaputtgespart“ – die Bildung auch.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Dann warten wir bei der Bildung einmal auf die anstehenden „Korridorsanierungen“ und den einzurichtenden „Ersatzschuldienst“.
Genau dieser Biss scheint in anderen Ländern ersetzt zu werden durch effektivere, freiere Methoden.
Einen Zusammenhang zwischen den Ergebnissen der Fußball-WM und dem allgemeinen Zustand des Landes herstellen zu wollen…äh, ja…scheinbar läuft die „Bildungskrise“ schon länger und härter als gedacht.
Auf der anderen Seite sind tiefe Geburtenraten kein Wunder, ich habe seit Jahren keine Storche mehr einfliegen sehen.
Gäbe es mehr „Feuchtgebiete“, es würde sich ändern – also die Zahl der Störche.
Nun ja, wir haben seit Jahren wieder einen deutlichen Anstieg von Storchenpaaren in unserer Gegend. Ein Anstieg der Geburtenrate kann ich ab noch nicht erkennen.
Vielleicht sind ja ein paar Blackouts in der Winterzeit effizienter.
Wie Merz schon sagt, auch Störche müssen mehr und länger arbeiten.
Aber auf den Blackout können Sie dank Gas-Kathi länger warten und wenn Sie mutig sind sogar mit ihr.
Erstmal müssen die Gas-Kraftwerke noch gebaut werden.
Kraftwerke allein stehen nicht für mehr Sicherheit (siehe jüngste Ereignisse in Berlin.)
Und für den großen Blackout in Spanien war eine wesentlicher Faktor der Solarbereich.
Und der Bereich für die Netzsicherheit im Energiesektor ist sehr viel komplexer.
Aber vielleicht kommen die Störche ja drum herum, länger und mehr zu arbeiten.
Der nächste Blackout kommt bestimmt und dann können die Störche erstmal die Beine hochlegen.
Stimme Ihnen voll zu, wünschte mir, Sie würden es bei den Bundesjugendspielen nicht umgekehrt sehen und die Abschaffung von Noten herbeiphantasieren… (https://www.news4teachers.de/2026/06/wettkampf-wettbewerb-beides-wie-die-cdu-mit-ihrer-rolle-rueckwaerts-die-bundesjugendspiele-ins-chaos-stuerzt/#comment-813154)
Diese Drohne denkt mehrprozessural: Eigentlich (im Sinne von: theoretisch, fiktional, herbeigeträumterweise) wäre es das richtige, Leistung, Wettkampf und Noten in der Schule zu fördern.
Als kleiner (und auch dann sicherlich nicht allerwichtigster) Baustein würde sowas wie Bundesjugendspiele auch dazu gehören.
Das ist natürlich im heutigen Schul- und Gesellschaftsklima völlig unrealistisch. Dann lieber ein möglichst stressfreies Kuschelsportfest (wo die SuS einfach Spaß haben und gespielt wird was sie wollen) ohne Noten/Leistungsmessung oder ganz streichen, das macht weniger Arbeit.
Pseudobundesjugendspiele sind dann wieder der schlechtestmögliche Kompromiss, der doch wieder nur Unruhe/Arbeit reinbringt, aber nichts erreicht.
Es fehlt der letzte Biss, auch Mut und handeln und Ideen, die dann umgesetzt werden.
Wir müssen uns ums Digitale kümmern, wir müssen jedem ein tablet geben. Wir müssen denn Hybridarbeitstag einführen und wir brauchen definitiv kürzere Arbeitszeiten für Lehrer (35 Stunden) Es sollte einfach gerechter werden in der akademischen Welt. Ich gönne es ja VW und Mercedes, aber nein, wenn dann für alle, liebe Freunde der Sonne 🙂 !
Mit dem ‚letzten Biss‘ bin ich einverstanden. Aber dann sollten wir auch bei uns selbst anfangen. Wenn wir als Lehrkräfte glaubwürdig Leistung einfordern wollen, müssen wir auch zeigen, dass wir sie selbst leben. Dazu gehört für mich, bis zum letzten Schultag guten Unterricht anzubieten und nicht den Eindruck zu vermitteln, die letzten Wochen bestünden nur noch aus Filmen und Spielen ohne fachlichen Anspruch. Wer von Schülerinnen und Schülern Einsatz erwartet, sollte ihn auch selbst vorleben.
Ich möchte übrigens mit niemandem bei VW tauschen. Die erleben gerade Stellenabbau, Sparprogramme, Standortdiskussionen und die Sorge um ihren Arbeitsplatz. Das gehört zur Realität der Privatwirtschaft eben auch dazu. „Gerechtigkeit“ bedeutet nicht nur, Vorteile anderer zu übernehmen, sondern auch deren Risiken mitzudenken.
Vorallem sollten Lehrkräfte endlich nach Leistung und nicht nach Dienstalter und abgesessenen Stunden bezahlt werden. …und Beförderungsstellen sollten auch nach der Bewährungszeit wieder weggenommen werden können, wenn die Stelleninhaber*innen die geforderte Leistung nicht erbringen. Wer ständig eine – wie auch immer definierte – Leistung von Kindern einfordert und ständig bewertet, sollte das auch für sich selbst gelten lassen. Warum gibt es am Ende von Fortbildungen für Lehrkräfte eigentlich keine Leistungsüberprüfungen?
Wo leben Sie ? In Hamburg findet nicht eine einzige Beförderung losgelöst vom Leistungsvermögen statt,
„losgelöst vom Leistungsvermögen statt,“
Wie wird das bei Lehrkräften gemessen und warum spielt bei Beförderungen das Leistungsvermögen eine Rolle und nicht die tatsächlich erbrachte Leistung?
Zunächst sind für das Lehramt Hochschulabschlüsse relevant, weiter impliziert ein Leistungsvermögen hier die tatsächlich erbrachte Leistung innerhalb der Anstalten, andernfalls wäre Vermögen hier eine sinnentleerte Begriffsanwendung .
Wie messen Sie denn so Leistung ?
„Wie messen Sie denn so Leistung ?“
Ich messe keine Leistungen von Lehrkräften.
Die Behauptung stammt von Ihnen, deshalb ich ja gefragt. wie das in HH gemachtz wird.
„warum spielt bei Beförderungen das Leistungsvermögen eine Rolle und nicht die tatsächlich erbrachte Leistung“
Beides geht in die regelmäßige periodische Beurteilung durch SL und zuständige/n EsELin ein, ebenso bei außerordentlichen Beurteilungen (zB zur Adhoc-Besetzung einer Funktion) – in Bayern.
Also (um einige Arbeiten zu nennen) sowohl das Abschneiden von Klassen, der Bildungserfolg wie auch die Einsetzbarkeit in verschiedenen Bereichen, Klassenführung, Papierkram/ KLgeschäfte und nicht zuletzt die Kommunikationsfähigkeit/
Bereitschaft innen wie außen.
Das beantwortet aber nicht meine Fragen , wie in HH das Leistungsvermögen der Lehrkräfte gemessen wird.
„sowohl das Abschneiden von Klassen, der Bildungserfolg“
Soll-Ist-Vergleich?
Wie wird gemessen wie gut die Klassen hätten abschneiden können, wenn die Lehrkraft ihr persönliches Leistungsvermögen besser ausgeschöpft hätte?
Mit HH kann ich leider nicht dienen, wird doch eine/r hier rumkrabbeln ?
Das Abschneiden von Klassen, der Bildungserfolg wird bei uns an BS 2fach ersichtlich, durch Betriebliche Rückmeldung und schulische Feststellung – mehr geht eigentlich nicht. ( ob nur der Lehrabschluss oder das Schulabschlusszeugnis gesehen werden sollten, sei dahingestellt…..Betriebe fragen auch nach anderen sozialen, gesellschaftlichen Fähigkeiten – Schlüsselqualifikationen)
Wenn es an Ihrer BS zwei Klassen des gleichen Ausbildungsberufs mit unterschiedlichen Lehrkräften gibt und Klasse A 12 Punkte schlechter abschneidet als Klasse B, werden dann die Lehrkräfte, die in A unterrichtet haben, auch schlechter bewertet als die Lehrkräfte von Klasse B?
„Betriebe fragen auch nach anderen sozialen, gesellschaftlichen Fähigkeiten – Schlüsselqualifikationen)„
Sollten die Ausbildenden eigentlich selber mitbekommen, da die Azubis deutlich mehr Zeit im Ausbildungsbetrieb verbringen als in der BS.
Nach welchen Maßstäben sollte sowas bitte bemessen werden können, sicher haben Sie schon eine Idee oder nich ?
„Nach welchen Maßstäben sollte sowas bitte bemessen werden„
Deshalb würde es mich ja interessieren, wie das in HH gemacht wird. Ich kann mir als Laie halt keine objektive Messung vorstellen.
Da es sowas auch gar nicht geben k a n n , kriegen es nicht mal Hamburger*innen hin.
Es gibt keine Bewerber mehr für Beförderungsstellen. Falls Sie es noch nicht mitbekommen haben, verdienen Beförderungsämter mittlerweile genau so wenig wie die Berufseinsteiger. Dafür absolviert niemand mehr freiwillig eine Prüfung.
Nach einem VW Neuwagenkauf bin ich mir sicher, dass das V für Verbrechen steht.
Wer kauft als Privatkunde noch VW, am besten noch Neuwagen(preis)?
Meine Chipssätze sind mit brennendem Fremdschmerz erfüllt, aargh!
Jetzt wo Sie es schreiben, fällt mir als minderbemittelte (weibliche) Kundin endlich auch auf, dass ich in der Tat die einzige und letzte war.
Und das W steht für WEH.
VW hat gerade veröffentlicht, dass sie 100.000 Stellen abbauen wollen und eventuell 5Werke schließen werden…..leben Sie unter einem Stein, oder so?
Rotte , du suchst auch nur Aspekte dagegen?
Dir ist klar, dass die Leute da noch immer fürstlich verdienen mit 35 Stunden und Zusatz und Zulagen und Dienstwagen?
Die gehen auch viel eher in Rente als Lehrer! :/
Reisende soll man nicht aufhalten! Dann geh halt in die Wirtschaft und schau mal, ob die wirklich so ein chilliges Leben haben, tonny
@Tony
Abgesehen von der Ignoranz der Fakten („VW hat gerade veröffentlicht, dass sie 100.000 Stellen abbauen wollen und eventuell 5Werke schließen werden“):
„Rotte , du suchst auch nur Aspekte dagegen?“
Hilfe gibt es hier:
https://www.kidsgo.de/baby-kleinkind-erziehung-01/kinderknigge/
Darauf lässt sich aufbauen.
Und nicht mehr solange mit den anderen Bots chatten! 😉
Und der Stellenabbau wird durch seeeehr attraktive Abfindungen realisiert, denn gekündigt werden kann derzeit nicht, die haben eine Beschäftigungsgarantie.
Juhu, wir haben eine Beschäftigungsgarantie, auch wenn unsere Autos niemand kauft und wir keine Gewinne machen. Aufwachen!
Tony, du verklärst die Realität. Oder willst du behaupten, seinen Job verlieren ist was Schönes?
Und dass alle Zulagen und Dienstwagen haben ist eine Geschichte aus dem Paulanergarten.
Na 35 Std, Altersteilzeit, Prämie und hohe Gehälter haben da alle.
Dem Unternehmen gehts schlecht, nicht den Tarifmitarbeitern, Freunde
Sie wollen behaupten, dass es noch Unternehmen gibt, die ihr Geld verschenken?
Und dass es diesen AN besser geht als Lehrern?
Neid ist das eine, aber Neid auf schlechtere Bedingungen und Einkommen das ist beinahe schon eine Kunst.
Wenn die Beneideten die Neider beneiden ist das ein ziemlicher Treppenwitz.
Dann gibt es wieder mehr Metzger und Bäcker in ihren originären Berufsfeldern.
Habe das Spiel nicht gesehen, die Begeisterung fiel aber offenbar verhalten aus
https://www.der-postillon.com/2026/06/tah-elfmeter.html ^^
Aber immerhin wird mal über mehr Bewegung für Kinder gesprochen, gerne darf sich die Politik mit produktiven Vorschlägen zu übertrumpfen versuchen
Der große Unterschied zwischen dem Kulturkampf um Irgendwas-mit-Leistung in der Schule und um Irgendwas-mit-Leistung im Freizeitsport ist, dass er in der Schule zu Lasten der Kinder geht und in der Freizeit zu Lasten der Sportvereine. Die Irgendwas-mit-Markt-Ideologie sagt doch ganz klar, dass es überall um Angebot und Nachfrage geht. Wenn man als Sportverband kulturkämpferisch sein Angebot am Früher-war-alles-besser ausrichtet und darauf die Leute keinen Bock mehr haben, dann wird man eben untergehen. Darüber kann man jammern – es ist dann aber vielleicht auch besser so. Das „Ball-ins-Tor-Kicken“ ist ohnehin keine Leistung.
Dafür, dass es „keine Leistung“ ist wird es echt gut bezahlt und verdammt wenige können es.
Bin kein Fußballgucker, daher: Just sayin’…
@447
„Dafür, dass es „keine Leistung“ ist wird es echt gut bezahlt und verdammt wenige können es.“
Geht’s jetzt schon wieder um Politik oder um Bildungspolitik oder sind wir noch beim Thema Fußball? 😉
*piep-piep*
„Überschneidung detektiert!“ 😉
Spitze entsteht durch „klöppeln“.
Bundesregierung abschaffen. Allein die EU ergibt Brüsseler Spitze. Und altertümlicher als Merz sind Spitzendeckchen ja nun auch nicht:)
Da ist Ihnen doch wohl ein Tippfehler im Titel unterlaufen (fruchtlos). Fruchtlose Leistungsdebatte? Es müsste doch ganz anders heißen, meine ich, „r“ und „u“ tauschen einfach ihren Platz: fruchtlos => furchtlos. Oder irre ich mich? Bitte ersetzen Sie also: furchtlose Leistungsdebatte. 😉
Kleiner Scherzkeks!
DFB – die fußballerische Bedeutungslosigkeit
Ich habe an der Pädagogischen Hochschule im Studium eine Vorlesung besucht:
„Sport ist Spiegelbild unserer Gesellschaft“
Warum ausgerechnet Sport ?
Eine Antwort kommt noch?
Andernfalls sind Vorlesungen von z.B. Theater, Musik und Kunst als Spiegel unserer Gesellschaft ebenso denkbar.
Tja: kleine Spielformen, damit die Spieler öfter am Ball sind, also auch kleine Klassen, damit die SchülerInnen häufiger gefordert werden – unrealistisch. Aber auch im Fußball gilt: vormachen, Bewegungsabläufe korrigieren, wenn zu sehen ist, dass SpielerInnen mit den bisherigen, selbsentdeckten Mitteln nicht weiter kommen.
Und Spiele gegen ungefähr gleich starke Teams machen den Kindern am meisten Spaß.
Miteinander spielen macht sogar noch mehr Spaß.
?
Beim Fußball ist es in Deutschland wie in der Bildung: zu stolz, um erfolgreiche Konzepte aus anderen Ländern (z. B. England) zu übernehmen. Wir wissen ja alles besser.
„um erfolgreiche Konzepte aus anderen Ländern (z. B. England) zu übernehmen.“
Dürfte ziemlich schwierig werden, die Schülerschaft in DE so hinzubekommen wie in England.
Kinder hier – Kinder dort!? Herzliche Grüße Die Redaktion
Zu „Deutschland bilde zu wenige Spitzenspieler aus“ :
Vielleicht … ABER …
Berufssportler sollten wirklich nur diejenigen werden, die dieses Handwerk auch beherrschen – und den anderen sollte man empfehlen einen anderen Beruf zu ergreifen.
Und an der Stelle reiht sich diese Aussage, über zuwenig Spizenspieler, unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt in die Aussagen zum allgemeinen und speziellen Fachkräftemangel ein.
https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Dossier/fachkraeftesicherung.html
Sicherlich ist der Zulauf zu einigen politischen Parteien ein Ergebnis von „zuwenig“ und die Abwanderung von anderen Parteien ebenso ein Ergebnis von „zuwenig“.
Möglicherweise hilft die Betrachtung dessen, was wir zuviel oder genügend haben?
Wir müssen keine Fußball-Weltmeister werden: Das ist nice to have.
Wenn wir ständig alle Schulleitungen, Lehrer/innen, Professor/innen vor die Tür setzen würden, wenn irgendwer an einer Prüfung scheitert, was wäre das dann?
„Vor die Tür setzen“ ist nicht so einfach, aber LuL, die olympische Maßnahmen auch nur leise anzweifeln bis hin dazu, zu remonstrieren – kann man klein halten, laufbahnhindernd und kollegiumswirksam – das läuft auch.
Es gibt Schulen, die in 2 Jahren 4 Direktoren hatten – gewuppt hat das v.a. Das Kollegium.
Deutschland wird nie wieder „spitze“. Der Zug ist abgefahren, sowohl in der Wirtschaft, der Bildung als auch im Sport… aber man hat sich ja bewusst für diesen Weg entschieden, insofern ok.
^ dieses.
Muss halt jeder sehen wo er bleibt.
Tja, sehr schön zu sehen an der „Rentenreform“. Da wird eine ganze Bevölkerung wieder in Kollektivhaftung für ein System genommen, das nicht funktionieren kann. All die Selbstständigen, nicht mehr verbeamteten Lehrer usw., die in ein marodes System einzahlen und bis 70 arbeiten dürfen, die werden dann sehen, was sie davon haben: Nämlich genau nichts.
ps: Wo bleiben eigentlich die ganzen Freiberufler (Juristen, Ärzte, Journalisten, …) in dieser Diskussion. Über die Abschaffung der berufsständischen Versorgungswerke hört man nichts. Gar nichts.
Och da werden noch ganz andere Zeiten und Probleme auf uns zu kommen. Wir sehen ja, was da nachkommt und wie viele Kinder mittlerweile wochen-, oder monatelang zu Hause bleiben, weil sie sich in der Schule nicht „wohl fühlen“.
In jeder Klasse mittlerweile 2-8 Schüler, die keine ganze Woche (5 Tage am Stück mehr schaffen).
Die Probleme, die wir aktuell haben, sind harmlos gegen das, was da noch kommt, das Mindset wird ein ganz anderes sein.
Wer zu Hause bleibt prügelt sich nicht vor Raum B.23, vertickt keine Drogen und mobbt nicht
Immer das Gute sehen!
„Deutschland wie Flasche leer“, um es einmal mit den Worten eines früher bekannten Fußballers zu sagen
„Dass der heutige Bundeskanzler Merz als Reformkritiker nicht viel Sachverstand mitbringt,…“
Dieser Satz lässt sich auf beliebig viele Themenfelder anwenden … und bleibt immer wahr!
Wie wäre es mit einem T-Shirtaufdruck mit dieser Aussage. Das fände garantiert reißenden Absatz.