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„Deutschlands gefährlichste Schule“: Lehrkraft schildert, wie über Jahre die Gewalt zunahm – und der Rückhalt verloren ging

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LUDWIGSHAFEN. Die „Bild“-Zeitung nennt die Karolina-Burger-Realschule plus inzwischen die „gefährlichste Schule Deutschlands“. Ein objektiv belastbares Ranking, das einen solchen Superlativ rechtfertigen würde, gibt es nicht. Doch die Liste gravierender Vorfälle an der Ludwigshafener Schule ist lang: Gewalt, Bedrohungen sowie wiederholte Polizei- und Feuerwehreinsätze – und ein Kollegium, das sich mit einem Brandbrief an die Öffentlichkeit wandte. Nun ziehen Bildungsministerium und Schulaufsicht personelle Konsequenzen: Die Schulleitung wird neu aufgestellt. Eine langjährige Lehrkraft schildert gegenüber News4teachers, wie sich die Situation aus ihrer Sicht über Jahre entwickeln konnte – und warum sie das Problem nicht allein bei gewalttätigen Jugendlichen sieht.

Es brennt (im übertragenen Sinn, Symbolbild). Illustration: News4teachers

Es gab eine Zeit, sagt die Lehrkraft, da war die Karolina-Burger-Realschule plus keineswegs eine einfache Schule. Aber sie war eine Schule, an der die Schwierigkeiten nach ihrer Wahrnehmung beherrschbar blieben. Auch damals gab es Jugendliche, die Grenzen überschritten, Lehrkräfte beleidigten oder sich aggressiv verhielten. Der Unterschied habe darin bestanden, wie die Schule darauf reagierte.

„Wir hatten immer schwierige Schülerinnen und Schüler. Das ist keine Entwicklung, die plötzlich vor zwei oder drei Jahren angefangen hat. Aber früher hatten wir das Gefühl: Wenn etwas passiert, steht die Schulleitung hinter uns. Man konnte einen Schüler zur Schulleitung schicken, es gab ein Elterngespräch, es gab Konsequenzen. Für uns war klar: Wir müssen damit nicht allein fertigwerden.“

Die damalige Schulleitung habe zugleich versucht, die Belastung des Kollegiums im Blick zu behalten. Unterrichtsorganisation sei auch danach ausgerichtet worden, Klassen möglichst klein zu halten. Im Zweifel seien zusätzliche Angebote gestrichen worden, um Ressourcen für den Pflichtunterricht freizuhalten. Der damalige Schulleiter habe zudem selbst unterrichtet.

Das klingt nach einem Detail. Für die Lehrkraft war es keines.

„Der kannte die Schülerinnen und Schüler und er kannte unseren Alltag. Natürlich kann ein Schulleiter bei einer Schule dieser Größe nicht 900 Kinder persönlich kennen. Aber es macht einen Unterschied, ob die Lehrkräfte merken: Der Chef weiß, was hier passiert, und er kümmert sich.“

Diese Erfahrung sei mit den Jahren verloren gegangen. Die Entwicklung, betont die Lehrkraft immer wieder, sei lang gewesen. Rund zehn Jahre habe sie beobachten können, wie einzelne Schülerinnen und Schüler aggressiver geworden seien und Grenzüberschreitungen zunahmen. Einen Einschnitt habe dann die Corona-Zeit gebracht. Die frühere Schulleitung ging, über längere Zeit fehlte eine reguläre Nachfolge. Zeitweise habe eine Konrektorin die Schule geführt.

Auch diese Übergangsphase beschreibt die Lehrkraft nicht als Zusammenbruch. Die kommissarische Leitung habe die Aufgabe eigentlich nicht übernehmen wollen, sei mit den besonders schwierigen Jugendlichen aber präsent umgegangen. „Sie hatte die harten Jungs im Auge“, erinnert sich die Lehrkraft. Die Probleme seien da gewesen – „aber es lief“.

Was danach aus Sicht der Lehrkraft zunehmend fehlte, lässt sich auf einen Begriff bringen: Rückendeckung.

„Wenn ein Schüler permanent den Unterricht sprengt, Lehrer beleidigt oder sich weigert, überhaupt am Unterricht teilzunehmen, dann brauchen wir irgendwann eine Instanz, die übernimmt“

Gerade an einer Realschule plus sei sie entscheidend. Schülerinnen und Schüler mit sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen treffen dort aufeinander; insbesondere in den höheren Klassen kämen Jugendliche hinzu, deren Schulbiografien bereits von Misserfolgen geprägt seien. Manche hätten Klassen mehrfach wiederholt, manche verfügten zu Hause nur über wenig Unterstützung. Konflikte könnten deshalb schnell eine Dimension erreichen, die eine einzelne Lehrkraft im Unterricht nicht mehr auffangen könne.

„Wenn ein Schüler permanent den Unterricht sprengt, Lehrer beleidigt oder sich weigert, überhaupt am Unterricht teilzunehmen, dann brauchen wir irgendwann eine Instanz, die übernimmt. Wir brauchen Gespräche mit den Eltern, wir brauchen klare Sanktionen, und wir müssen wissen: Wenn wir eine Grenze ziehen, wird diese Grenze auch durchgesetzt.“

Genau daran habe es zunehmend gefehlt.

Drastisch beschreibt die Lehrkraft den Fall eines Jugendlichen, der später im Zusammenhang mit Reizgasattacken auffiel. Schon lange zuvor sei er kaum noch regulär beschulbar gewesen. Nach ihrer Darstellung hielt er sich über Monate immer wieder außerhalb des Unterrichts auf, lief durch die Gänge, beleidigte Lehrkräfte und wurde von einer Stelle zur nächsten weitergegeben.

„Der Schüler war wie ein Wanderpokal. Jeder wusste, dass es so nicht weitergehen kann, aber niemand hat das Problem wirklich gelöst. Er war teilweise über sehr lange Zeit auf den Gängen unterwegs, statt im Unterricht zu sitzen. Und wir hatten das Gefühl: Egal, was wir melden, es verschwindet irgendwo.“

Ende Januar eskalierte die Situation öffentlich. An drei aufeinanderfolgenden Tagen wurde an der Schule Reizgas versprüht. Insgesamt wurden nach Polizeiangaben 41 Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler verletzt. Tatverdächtig waren zwei Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren sowie ein strafunmündiger 13-Jähriger. Nach Angaben der ADD wurden anschließend „Ordnungsmaßnahmen beschlossen und umgesetzt“ – die Schüler mussten die Schule verlassen. Konsequenzen seien allerdings erst erfolgt, nachdem die Vorgänge öffentliche Aufmerksamkeit erzeugt hätten, berichtet die Lehrkraft. „Plötzlich ging etwas, was vorher angeblich unglaublich schwierig war“, sagt sie.

Die Polizei zeigte danach regelmäßig Präsenz rund um die Schule. Das habe tatsächlich geholfen, berichtet die Lehrkraft. Die Situation sei spürbar ruhiger geworden. „Die Polizeipräsenz hat Respekt eingeflößt. Das hat man gemerkt.“

Doch die Reizgasattacken waren nur der sichtbarste Teil einer Entwicklung, die das Kollegium schon vorher dokumentiert hatte. Bereits 2025 hatten sich sämtliche Lehrkräfte in einem zehnseitigen Brandbrief an die Schulaufsicht gewandt. Darin schilderten sie Gewalt, Bedrohungen, Beleidigungen und massive Störungen des Schulbetriebs. Mehr als ein Dutzend Überlastungsanzeigen waren eingereicht worden. Zuvor hatte es Amokdrohungen gegeben, im Mai 2025 war eine Schülerin mit einem Messer in das Lehrerzimmer eingedrungen und hatte eine Lehrerin bedroht.

„Eine Kollegin wird mit einem Messer angegriffen, andere müssen die Schülerin im Lehrerzimmer festhalten – und danach wird von der Schulleitung praktisch nicht darüber gesprochen“

Was solche Ereignisse mit einer Schule machen, lässt sich nach Darstellung der Lehrkraft nicht allein an Polizeistatistiken ablesen. Entscheidend sei auch, was danach geschehe.

Oder eben nicht geschehe.

„Nach solchen Vorfällen brauchen Sie als Kollegium Informationen. Sie müssen wissen: Was ist passiert? Besteht noch eine Gefahr? Was sagen wir den Kindern? Was sagen wir den Eltern? Wo bekommen betroffene Kolleginnen und Kollegen Hilfe? Bei uns war das immer wieder das Problem: Es wurde nicht kommuniziert.“

Die Lehrkraft erinnert sich an eine Amoklage, bei der die Lehrkräfte nach einer Durchsage die Türen ihrer Klassenräume verriegeln und mit den Schülerinnen und Schülern darin bleiben mussten. Was genau geschehen war und wie die Lage sich entwickelte, hätten sie zunächst nicht erfahren. Auch nach dem Vorfall, der sich als Fehlalarm erwies, sei die Kommunikation aus ihrer Sicht unzureichend geblieben. Das habe sich besonders gezeigt, als Eltern sich mit Fragen an die Lehrkräfte wandten.

„Wir hatten selbst kaum Informationen darüber, was eigentlich passiert war. Danach kamen die Fragen der Eltern – und wir konnten ihnen vieles nicht beantworten, weil mit uns nicht ausreichend kommuniziert worden war. Nach so einer Situation brauchen Sie als Lehrkraft Klarheit darüber, was geschehen ist und wie es weitergeht.“ Nach Darstellung der Lehrkraft wirkten solche Erfahrungen bei einzelnen Kolleginnen und Kollegen lange nach. Manche hätten anschließend nicht mehr oder über längere Zeit nicht arbeiten können.

Auch einen Messerangriff im Mai 2025 beschreibt sie als Beispiel für eine aus ihrer Sicht fehlende institutionelle Nachsorge. Die Jugendliche war mit einem Messer ins Lehrerzimmer eingedrungen und hatte eine Lehrerin bedroht. Kolleginnen und Kollegen überwältigten und fixierten sie, bis die Polizei übernahm. Verletzt wurde niemand. Ein Gericht ordnete später die Unterbringung der Jugendlichen in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

„Eine Kollegin wird mit einem Messer angegriffen, andere müssen die Schülerin im Lehrerzimmer festhalten – und danach wird von der Schulleitung praktisch nicht darüber gesprochen. Die betroffene Kollegin war sogar am nächsten Tag wieder da. Aber so etwas ist doch nicht einfach vorbei, nur weil niemand körperlich verletzt wurde.“

Was das Kollegium gebraucht hätte, sagt die Lehrkraft, sei nicht nur eine Reaktion auf einzelne Täter gewesen. „Wir wollten Schutz. Und wir wollten, dass jemand wahrnimmt, was solche Situationen mit den Menschen machen, die hier jeden Tag arbeiten.“

„Wir haben geschrieben, wir haben gemeldet, wir haben Überlastungsanzeigen gestellt. Irgendwann entsteht das Gefühl: Egal, was wir machen, es verschwindet in den Tresoren der ADD“

Dabei richtet sich ihre Kritik nicht allein gegen die inzwischen abgelöste Schulleitung. Auch von der Schulaufsicht habe sich das Kollegium über lange Zeit nicht ausreichend unterstützt gefühlt. Brandbrief, Überlastungsanzeigen und Beschwerden hätten aus ihrer Sicht zu wenig konkrete Veränderungen im Schulalltag ausgelöst.

„Wir haben geschrieben, wir haben gemeldet, wir haben Überlastungsanzeigen gestellt. Irgendwann entsteht das Gefühl: Egal, was wir machen, es verschwindet in den Tresoren der ADD (also der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, d. Red.).“

Vor einfachen Erklärungen warnt die Lehrkraft ausdrücklich. Die Konflikte ließen sich nach ihrer Wahrnehmung nicht schlicht auf die Herkunft der Jugendlichen oder auf Migration zurückführen. Eine größere Rolle spielten nach ihrer persönlichen Beobachtung familiäre Situationen, in denen Eltern selbst kaum noch Möglichkeiten sähen, Grenzen durchzusetzen.

„So einfach ist es nicht. Schwierig wird es häufig dort, wo ein Elternteil allein ist, wo zu Hause niemand mehr durchdringt oder wo Eltern selbst völlig hilflos sind. Bis zur fünften oder sechsten Klasse funktioniert vieles noch. Dann werden Grenzen stärker ausgetestet – und manchmal merken die Jugendlichen sehr genau, dass weder die Mutter noch die Schule wirklich Macht über die Situation haben.“

Bei manchen Jungen fehle nach ihrer Beobachtung zudem eine stabile positive männliche Bezugsperson. Das könne eine Schule allein kaum kompensieren.

Wie schnell Konflikte im Schulalltag zu einem Sicherheitsproblem werden können, zeige sich bei Schlägereien. Wenn sich auf dem Schulhof zwei Jugendliche prügelten und innerhalb kürzester Zeit hundert oder mehr Schülerinnen und Schüler darum herumstünden, gerieten Lehrkräfte nach ihrer Darstellung in eine kaum lösbare Situation.

„Die Polizei sagt uns: Sie müssen dazwischengehen. Gleichzeitig wissen wir oft nicht, wie weit wir beim körperlichen Eingreifen gehen dürfen. Und wenn da hundert oder zweihundert Jugendliche drum herumstehen, müssen Sie erst einmal überhaupt an die Beteiligten herankommen. Das ist eine ganz schwierige Lage.“

Hinzu komme eine Kultur des Schweigens. Wer einen Konflikt ausgelöst habe, wer zugeschlagen oder etwas beobachtet habe, lasse sich oft nur schwer ermitteln. „Keiner sagt etwas. Wenn überhaupt, sind es manchmal Mädchen, die Namen nennen. Unter manchen Jugendlichen herrscht eine Loyalität, die ich nur als mafiös beschreiben kann.“

Umso schwerer wiegt aus ihrer Sicht, dass die personellen Ressourcen nicht stärker auf die Kernprobleme konzentriert wurden. Klassen mit mehr als 30 Schülerinnen und Schülern seien an einer Schule mit dieser sozialen Belastung kaum zu bewältigen. Früher habe die Schulleitung deshalb zusätzliche Arbeitsgemeinschaften notfalls gestrichen, um kleinere Klassen bilden zu können. Zuletzt habe die Schule nach Wahrnehmung der Lehrkraft dagegen zahlreiche AG-Angebote aufrechterhalten – bis hin zu Nachmittagsangeboten –, während gleichzeitig große Klassen bestanden. Nach Einschätzung der Lehrkraft seien damit Ressourcen gebunden worden, die früher zugunsten kleinerer Klassen eingesetzt worden seien.

Für ein Kollegium, in dem viele jüngere und unerfahrene Lehrkräfte arbeiten, erhöhe das den Druck zusätzlich.

„Wenn Sie neu im Beruf sind und in eine Klasse mit 30 oder 32 Schülerinnen und Schülern kommen, darunter mehrere Jugendliche mit massiven Verhaltensproblemen, dann brauchen Sie ein funktionierendes Team hinter sich. Sie brauchen erfahrene Kolleginnen und Kollegen, eine erreichbare Schulleitung und Unterstützungssysteme, die tatsächlich funktionieren. Wenn all das fehlt, werden die jungen Leute alleingelassen.“

Die Folgen reichen nach ihrer Darstellung inzwischen bis zur Personalgewinnung. Referendarinnen und Referendare hätten sich gegen Stellen an der Schule entschieden. Nachwuchs sei schwer zu gewinnen. Zum Beginn des neuen Schuljahres meldeten sich nach Angaben der Schulaufsicht 18 der insgesamt 56 Lehrkräfte krank.

Zu dem Konflikt gehört auch die geplante Versetzung zweier langjähriger Vollzeitkräfte an andere Schulen. Lehrkräfte sprechen gegenüber dem SWR von „Zwangsversetzungen“ und vermuten einen Zusammenhang mit Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die Schulleitung. Belegt ist das nicht. Die ADD weist bereits den Begriff zurück: „Der Begriff ‚Zwangsversetzung‘ ist in diesem Kontext nicht angebracht und wird von uns auch nicht verwendet.“ Zu den Gründen der konkreten Versetzungen äußerte sich die Behörde gegenüber dem SWR nicht.

Ministerium und ADD erklären gegenüber News4teachers, sie hätten die Entwicklung der Karolina-Burger-Realschule plus „über einen langen Zeitraum engmaschig unterstützt“. In zahlreichen Gesprächen, mit Moderations- und Supervisionsangeboten, schulaufsichtlicher Begleitung, Dienstgesprächen und verbindlichen Vereinbarungen sei daran gearbeitet worden, „Konflikte zu überwinden und tragfähige Strukturen der Zusammenarbeit zu entwickeln“.

Nach Einschätzung der Behörden ist das nicht gelungen. Zwar habe sich die Situation nach dem Polizeieinsatz im Frühjahr 2026 deutlich beruhigt. Die intensive Begleitung habe jedoch „nicht zu der notwendigen nachhaltigen inneren personellen Stabilisierung der Schule geführt“. Ministerium und ADD seien nach sorgfältiger Abwägung zu der Einschätzung gekommen, „dass die notwendigen Voraussetzungen für eine nachhaltige Zusammenarbeit innerhalb der bestehenden Strukturen nicht mehr erreicht werden können“ – die Schulleitung werde abgelöst.

Doch die Schule kommt nicht zur Ruhe: Zwei Tage nach Bekanntwerden der Entscheidung musste die Feuerwehr am Mittwoch gleich zweimal zur Schule ausrücken. Beide Male handelte es sich nach ihren Angaben um Fehlalarme. Gleichzeitig kam es nach SWR-Informationen zu einer Schlägerei zwischen einem 14 Jahre alten Schüler und einem gleichaltrigen ehemaligen Schüler. Ein Lehrer sei dazwischengegangen. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung. News4teachers 

„Ich schieße euch alle ab“ – Ganzes Kollegium schreibt Brandbrief: Realschule versinkt in Gewalt, Angst und Chaos

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52 Kommentare
Hansjoachim
18 Tage zuvor

Dass das, was im Artikel geschildert wird, überhaupt möglich war, ist ein Zeichen, dass etwas grundsätzlich aus dem Ruder läuft. Lehrer haben Angst vor bestimmten Schülern (früher war das mal umgekehrt). Bildungsrepublik Deutschland. 🙂
Man vergleiche dazu die vollmundigen Formulierungen in den Wahlprogrammen der Parteien und den Presseerklärungen der Schulministerien. Eine wachsende Kluft zwischen dem Reden und dem Handeln, zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Und die Bildungswissenschaft redet hauptsächlich von ihren Kompetenzstufen. Von „Disziplinstufen“ ist nie die Rede.

447
18 Tage zuvor
Antwortet  Hansjoachim

In dem Moment wo ich den Lehrerdronenchip aus- und den normalen Menschenverstand einschalte ist die Ursache doch völlig offensichtlich:

Ein über die Jahre (und mit immer mehr Ideologisierung sich zunehmend steigerndes und) selbstverstärkendes, krankhaftes negatives Verhältnis zu Ordnung, Disziplin und Durchsetzung.

„Krankhaft“ ist hier wörtlich gemeint – kein Zugriff, Durchgriff, Strafe – bis hin zur absehbaren und FORTGESETZTEN körperlichen Verletzung von sich selbst und/oder anderen Schutzbefohlenen.

Selbst in der (anonymen!) whistleblower-Situation wird AUCH NUR DAS MÖGLICHE INFRAGESTELLEN dieser (meiner Ansicht nach krankhaften) (Ideo-)Logik (die zu 41 verletzten Lehrern in nur einem Fall, zahllosen verletzten Schülern usw. usf. führte) noch sprachlich „gehedgt“/“eingehegt:
– Es läge ja nicht an der den Familien (na ja, halt doch, offensichtlicherweise, sowas ist kein Freidrehen mehr sondern Zivilisationsbruch und schlicht Gewalt, natürlich sind diese Familien schuld, wer denn sonst?)
– es war ja alles ein ganz langer Prozess (who cares, nun IST es aber so!), jeder hat ja so ein bisschen und hier und da – Verantwortungsdiffusion wie aus dem Lehrbuch
– die Verwaltung deckt (im faktischen Ergebnis vor Ort, nicht unbedingt aus Absicht) linientreu und konsequent-dogmatisch die Täter, bis es nicht mehr anders geht, weil es doch zu sehr auffällt („plötzlich“, „Öffentlichkeit“ usw.)

Was wird als wirksam beschrieben?
– klare Ansprache und identifizieren der Täter
– Straf….äähhhh, „erzieherische Maßnahmen“ gegen selbige, konsequenter Schulverweis für die Speerspitze des Chaos
– (bei Gewalthandlungen) Polizei
– konsequente Schulleitung, die (wie es sich gehört, wenn auch selten geworden) auf Lehrerseite steht

Das sind so unfassbar einfache Mittel…kann ich nur mit den Schultern zucken.
Wie man das NICHT sehen kann – kann ich weder emotional noch kognitiv nachvollziehen, ausser man ist eben in einem geistigen Paradigma gefangen, das als so DERART hochwertig bewertet wird, dass man selbst gröbste Rückmeldungen aus der Wirklichkeit (z.B. Reizgas ins Gesicht kriegen, mit Messern gestochen werden) weg-ignoriert.

Entsprechend wird auch die Diskussion verlaufen: Das übliche Kreiseldrehen.

Ich schalte daher den Chip wieder an und mache mich dienstbereit:
„Das sind wirklich erschreckende Ereignisse, die betroffen machen. Wie kann man den Kindern nur helfen? Hoffentlich können unterstützende Schulsozialarbeit und Empowerment dabei helfen, wieder zu einer Schulgemeinschaft zu finden. Populustische Rufe nach Strafe und Verantwortung lehne ich ab, es muss doch darum gehen Lösungen zu finden!“

dickebank
18 Tage zuvor
Antwortet  447

Vorsicht, Chemielehrkräfte könnten das mit den Lösungen vollkommen anders verstehen, um Problemfälle aufzulösen

Rainer Zufall
18 Tage zuvor
Antwortet  Hansjoachim

„Lehrer haben Angst vor bestimmten Schülern (früher war das mal umgekehrt).“
Gleiche Gedankenschule, nur jetzt passt es manchen nicht, am anderen Ende zu sitzen.

Na Hauptsache, den Kindern wurde kein Fühlifühli beigebracht (augenroll)

Hansjoachim
18 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

„Es passt manchen nicht, angegriffen zu werden?“ Wurden je Schüler von Lehrern mit Messern bedroht oder mit Reizgas traktiert?
Übrigens geben die Erwachsenen oft kein gutes Vorbild, nicht einmal beim Sport:
https://www.sportschau.de/regional/swr/swr-raketen-platzsturm-unterbrechung-eskalation-bei-waldhof-mannheim-gegen-den-fck-100.html

Rainer Zufall
17 Tage zuvor
Antwortet  Hansjoachim

Wenn Sie es nicht als vergleichbar empfinden, warum führen Sie dann an, dass es früher anders war? 😀
„Lehrer haben Angst vor bestimmten Schülern (früher war das mal umgekehrt)“

447
18 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

An dieser „Realschule plus“ (der Begriff schon, propagandalol) hat sich Fühlifühli so richtig ausgebreitet und ausgetobt…bis der Laden halt zusammengekracht ist.
Da „fühlt“ sich halt wer frustriert und kotet/uriniert ins Schulgebäude – „mehr Verständnis!“
Da „fühlt“ halt wer, dass Lehrer so richtig doof sind und haut die halt – „Strafen nützen nichts!!1!1 Das Kiiiiiind braucht Hiiilfe!“
Da „fühlen“ halt Personen, dass Kballer zünden lustig und Reizgas für alle die richtige Antwort ist – „Nicht vorverurteilen! Erstmal pädagogische Gründe aufklären!“
usw. usf.

Ein Musterbeispiel dafür, was passiert wenn man primitiven Bauchgefühlen, normativ hochgejubelter Antiautorität und -als Spiegelbild dazu- passiven, handlungsunwilligen „Erwachsenen“ das Ruder in die Hand gibt: Willkommen auf dem Randale-Partyboot, Fahrtrichtung „Pirates of the Karibik“.

Na ja, wie gesagt, das übliche Kreiseldrehen…da kann man eben nur individuell zusehen dass man wegkommt oder gute Ärzte hat.

Denn wenn das jetzt bekannt gewordene Zeug an realen Vorfällen so war, dann war es vorher (und zwar jahrelang, wie es bei den Aussagen durchschimmert) noch viel schlimmer.

Rainer Zufall
17 Tage zuvor
Antwortet  447

„An dieser „Realschule plus“ (der Begriff schon, propagandalol) hat sich Fühlifühli so richtig ausgebreitet und ausgetobt…bis der Laden halt zusammengekracht ist.“
Quellen dazu? Nein? Wer hätte es gedacht

447
16 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Quelle?
Siehe oben.

Rüdiger Vehrenkamp
18 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ich kenne keine Lehrkraft, die je mit Pfefferspray gegen Schüler agiert hat. Ihre Relativierungen hier sind wirklich schwer zu ertragen.

Rainer Zufall
17 Tage zuvor

Bin auch irritiert, warum das Thema angeschnitten wurde: „Lehrer haben Angst vor bestimmten Schülern (früher war das mal umgekehrt)“

meiomei
18 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Haben Sie ihre Versetzung an die Schule schon beantragt. Sie könnten hier doch ihr Potenzial voll ausspielen und es uns allen zeigen.

Rainer Zufall
17 Tage zuvor
Antwortet  meiomei

Spiele das derzeit an meiner Schule aus, aber Danke für das Kompliment 🙂

Susanne M.
18 Tage zuvor

Gab es nicht einmal eine Diskussion, warum Eltern ihre Kinder lieber aufs Gymnasium schicken, selbst wenn sie von den Noten her nicht geeignet sind? Dies hier nennt sich Realschule – und die Beschreibung gleicht einer Dystopie. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Schüler auf dieser Schule noch zum Lernen kommen, wenn sie von ihren völlig aus dem Ruder laufenden Klassenkameraden daran gehindert werden.
Ein Schüler geistert wochenlang durch die Gänge und unternimmt gefährliche Sachen – und keiner kann wirklich etwas dagegen tun?
Es wird so kommen müssen, wie an us- amerikanischen Schulen: Eine Sicherheitschleuse am Eingang, Kontrollen und sofortiges Eingreifen der Polizei.

447
18 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Der Begriff fiel mir auch gleich auf.
Googeln Sie mal „Realschule plus“ und lesen (ist man als Lehrkraft ja gewöhnt) zwischen den Zeilen.

Dann wissen Sie es.

dickebank
18 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Real – wie im wirklichen Leben eben. Wer ist denn so blöd anzuhehmen, dass sich die „Herzchen“ außerhalb der Bildungsanstalt anders verhalten würden?

447
17 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Im konsequenzfreien Raum Schule dann eben noch mit einem dicken „plus“…stimmt, hab ich übersehen, passt. 😀

unverzagte
18 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Wohin reine Symtombehandlung führt, zeigt die Schulmedizin. Diese Probleme werden mit Eingangskontrollen nur oberflächlich wirken – die Wurzel bleibt unberührt.

lehrer002
16 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Das ist keine Realschule, sondern eine Realschule plus. Das ist sowas wie eine Sekundarschule oder Oberschule in anderen Bundesländern.

Rainer Zufall
18 Tage zuvor

„Eine langjährige Lehrkraft schildert gegenüber News4teachers, wie sich die Situation aus ihrer Sicht über Jahre entwickeln konnte – und warum sie das Problem nicht allein bei gewalttätigen Jugendlichen sieht.“
Hätte sie das mal der Bild gesagt…

„[…] dann brauchen Sie ein funktionierendes Team hinter sich. Sie brauchen erfahrene Kolleginnen und Kollegen, eine erreichbare Schulleitung und Unterstützungssysteme, die tatsächlich funktionieren. Wenn all das fehlt, werden die jungen Leute alleingelassen.“
Da ist der Hund begraben. Wenn Kolleg*innen schon so viel mitmachen mussten, dass sie sich schützen, und Neue sich verloren fühlen, ist die Schulleitung – wenn nicht mehr – gefragt, dass Kollegium zu befähigen und sich handlungsmächtig zu fühlen!

unfassbar
18 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Die Schulleitung hat aber noch ein Dezernat über sich, das weder an schlechter Presse noch an echter Arbeit interessiert ist. Man könnte das auch als Ignoranz vor der Wahrheit bezeichnen.

dickebank
18 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Das Dezernat ist aber auch nur der Mittelbau. Es hat das Ministerium ja noch über sich. Die Sandwichlage macht die Beweglichkeit nicht unbedingt größer.

Rainer Zufall
17 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Wäre nicht das erste Mal, mit Blick auf Burg etc.

Jerunda
16 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

„Ignoranz vor der Wahrheit“ und/oder Informations“verluste“ auf dem Dienstweg, nach dem „stille Post Prinzip“?

Stille Post (auch bekannt als Flüsterpost oder Telefonspiel[1]) ist ein Kinderspiel[2] und eine Methode der Wahrnehmungserziehung.[3] Der Begriff wird auch in der Kommunikationswissenschaft, mit der Bezeichnung Stille-Post-Effekt, sinnbildlich für die Verfälschung von Nachrichten durch die mehrfache Weitergabe von Informationen verwendet (Quelle wikipedia)

Dazu noch ein Zitat aus dem Buch, welches ich gerade lese:
„Darum pflegen gerade jene (…) in die Irre zu gehen, die sich bei der Untersuchung der ihnen anvertrauten Fälle nicht selbst ausreichend mit diesen befassen, sondern sich vielmehr mit allzugroßer Vertrauensseligkeit auf das verlassen, was ihnen ihre Untergebenen zutragen.“
(Matwei Komarow in „Wanka Kain“)

Je länger der Dienstweg, desto größer die Informationsverluste!

Fräulein Rottenmeier
17 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Es steht dort ja zu lesen, wie die „alte“ Schulleitung gehandelt hat. Äußerst konsequent auch in der Anwendung von zur Verfügung stehenden Ordnungsmaßnahmen. Das würde Ihren pädagogischen Ansichten so dermaßen widersprechen……

Und die alte SL wanderte auch dermaßen im Graubereich des Rechts, wenn sie mal eben die Zügigkeit einer Schule selber festlegt….das sollte weder die Schulaufsicht noch der Schulträger wissen…..und in der Statistik sollte das auch besser nicht auftauchen.
Aber ja, auf jeden Fall war das ganz sicher ein probates Mittel……

Rainer Zufall
17 Tage zuvor

„Das würde Ihren pädagogischen Ansichten so dermaßen widersprechen……“
Kann sein, ja.

Fräulein Rottenmeier
16 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Dann sollten Sie niemals nienicht in die Verlegenheit kommen, an so einer Schule unterrichten zu müssen, denn es würde Ihr komplettes Weltbild auf links (im Wäschesinne) drehen…..

Jerunda
17 Tage zuvor

Ich muss, bei Berichten über Brandbriefe von Schulen, immer wieder an die Bergius-Schule in Berlin denken: Sie galt vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls als die schlimmste Schule, nachdem der konsequente SL ging (gehen musste?) -> unter der neuen SL kam es zu immer mehr Gewaltvorfällen bis zum Brandbrief -> neuer SL (Engin Catik) brachte die Schule wieder auf die Spur -> er verlässt jetzt die Schule nach recht kurzer Zeit -> nun wieder eine neue SL und Suche nach einem neuen Namen für die Schule …
Du hast nach Bergius Schule gesucht – News4teachers
Bergius-Schule – News aktuell auf Deutsch
Ich hoffe, die Schule hat dauerhaft die Kurve gekriegt. Aber mich wundert doch, dass man so wenig in den Medien hört.

Jerunda
16 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

Hier noch ein Artikel zu dem SL Engin Catik, welcher die Schule nach dem Brandbrief im Januar 2025 bis jetzt übernahm (im verlinkten Artikel steht fälschlicherweise er übernahm die Schule 2015, der Brandbrief war aber erst 2024 – also ein Druckfehler). Er leitete die Bergius-Schule nur eineinhalb Jahre und anscheinend gut. Warum nach so kurzer Zeit schon wieder eine neue SL übernimmt, erschließt sich mir nicht. Es heißt doch: „Never change a running system.“
Schulleiter Çatık verlässt Bergius-Schule – „Krise ist ausgestanden“

Rainer Zufall
17 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

„Was aber, wenn das nicht so ist?“
Dann irre ich mich 🙂

„Im Prinzip wissen wir alle, dass es nicht an diesen Jugendlichen liegt.“
HAHAHA! Sorry, aber für diesen Satz sind Sie zu lange in diesem Forum XD

„Wenn man den Bericht liest, kann man ganz klar sagen, dass die Schulaufsichtsorgane dermaßen versagt haben, dass das auf keine Kuhhaut mehr geht“
Durchaus, schließt aber meiner Meinung nach meine Ansicht nicht (komplett) aus.

„Was für Dilettanten müssen da bitte am Werk sein?!“
Oh, Vorsicht! Potschemuschka droht Ihnen gleich mit Beamtenbeleidigung 😉

447
17 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Moment mal, wieso „Diletanten“?

Das was da ausgesagt wurde entspricht zu einem geradezu vorbildlichem Grad dem ganz hochoffiziellen Wissenschaftsstand.

Es wurde quasi zu 120% exakt und genau das durchgeführt, was in der deutschen Schulpädagogik sowohl etablierter als auch durchgehend bestätigter Stand der Wissenschaft ist:
„unterstützen“, „Dialoge“, „engmaschig beraten“ usw. usf.

Man mag kritisieren – aber DEN Vorwurf kann man nicht machen!
Es wurde hochgradig konform und perfekt an pädagogische Leitsätze/Normen angepasst agiert.

Fräulein Rottenmeier
17 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Handlungsfähig ist ein Kollegium mit folgendem Ablauf: Tat – Wahlweise Ordnungsmaßnahme oder Polizei und Jugendamt, Ausschluss vom Unterricht oder Verweis oder Verweis von der Schule……und/oder Inobhutnahme des Kindes…..
Das schwebt Ihnen doch nicht vor, oder?
Aber genau das ist nötig!

Rainer Zufall
16 Tage zuvor

„Tat – Wahlweise Ordnungsmaßnahme oder Polizei und Jugendamt, Ausschluss vom Unterricht oder Verweis oder Verweis von der Schule……und/oder Inobhutnahme des Kindes…..“
Normalerweise geifern dann alle mit Schaum vorm Mund, warum Schulverweis und Obhutnahme nicht bei jedem Konflikt angewendet wird, sondern an einer pädagogischen Einrichtung MIT den Betroffenen gearbeitet wird („Fühlifühli“ für Nichtlehrkräfte)

Fräulein Rottenmeier
16 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Niemand geifert mit Schaum vorm Mund, niemand ruft nach solchen Maßnahmen, wenn sich Probleme anders lösen lassen. Aber in den Fällen wie im Artikel beschrieben, muss die Konsequenzkette angewendet werden, sonst passiert genau das, was oben beschrieben steht.
Der Paragraph zu den Ornungsmaßnahmen steht nicht aus Jux und Dollerei im Schulgesetz. Er darf, er muss angewendet we4en, wenn es angemessen und verhältnismäßig ist.

dickebank
15 Tage zuvor

und das mit aller Konsequenz und guter Vorbereitung. Das schließt die frühzeitige Einbindung des Deszernates und die Suche nach einer aufnehmenden Schule ein, auch im Wissen, dass das auf einen Austausch 1:1 hinausläuft. Tausche Evildoer A gegen Übeltäter B. That’s life.

447
16 Tage zuvor

Das wäre nötig und wirksam.

Aber es gibt dabei ein Problem:
Nämlich gerade DASS es wirken würde!

Warum wäre das so schlimm?
Weil es dem bunkerbrechersicher festbetonierten, rein normativen Setzungen der deutschen Pädagogikblase diametral entgegengesetzt wäre.

Da diese normative Setzung(en) das „höchste Gut“ sind (und nicht sowas schnödes wie pragmatische Funktion, saubere und halbwegs ruhuge/sichere Klassen usw.) – ist es AUS DIESER PERSPEKTIVE völlig berechtigt, für dieses „höchste Gut“ eben auch mal ’ne einzelne Schule (von einzelnen SuS oder LuL ganz abgesehen) über die Klinge springen zu lassen.

Gesinnungsethik halt:
Wenn das „falsche“ Mittel zum Erfolg führt – dann lieber Misserfolge bei „richtiger Haltung“.

Schotti
18 Tage zuvor

Und diese ADD ist über all die Jahre hinweg nicht ein einziges Mal auf die Idee gekommen, einen Wachschutz für die Schule zu beauftragen?

Vielleicht sollten die einfach mal fremde Leute random auf der Straße ansprechen und um Ratschläge bitten, da käme sicher sinnvolleres dabei herum.

dickebank
18 Tage zuvor
Antwortet  Schotti

ADD steht doch für „absolut diletantische Dienststelle“

447
17 Tage zuvor
Antwortet  Schotti

Haaaaalt stop!

Das geht mal garnicht, das ist „anekdotische Evidenz“ und ausserdem „Populismus“.

Es ist natürlich „Follow the science!“ anzuwenden, was hier ja auch erfolgte: Engmaschige Beratung, runde Tische, tragfähige Kommunikationsstrukturen aufbauen usw.

Rainer Zufall
16 Tage zuvor
Antwortet  447

„Es ist natürlich „Follow the science!“ anzuwenden“
Endlich haben Sie es verstanden und schreiben keinen wirren, wissenschaftlichen Unfug mehr – Weiter so! 😀

447
13 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Sag ich ja – und der/die Artikel bestätigen es:
Entscheidend ist nicht die Wirklichkeit, sondern die Anwendung der „richtigen™“ Methoden.

Rike
18 Tage zuvor

In Deutschland tut man sich aus überaus schwer damit auf Gewalt angemessen zu reagieren, wenn sie nicht ins Weltbild passt. Sonst gäbe es dort einen angemessenen Schutz in Form vom Sicherheitsdienst, der die Polizei verständigt.

Monika, BY
18 Tage zuvor

Interessant ist zu beobachten, wie viele Menschen immer noch nicht verstehen, dass das, was derzeit an Schulen passiert, nicht einfach nur mit Bildungspolitik, einem bestimmten Land, einer Nation, Hautfarbe oder Religion zu tun hat. Es geht vielmehr darum, dass sich Gesellschaften weltweit grundlegend verändern.

Wer geglaubt hat, dass die rasante technologische Entwicklung alles beim Alten lassen würde, hat sich getäuscht. Ihr Einfluss auf nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens ist enorm. Und bei den Kindern und Jugendlichen von heute wird sich erst noch zeigen, wie sie damit umgehen werden. Manche werden den richtigen Moment erwischen und von dieser Entwicklung profitieren, andere vielleicht nicht.

Tatsache ist aber auch, dass selbst viele ältere Generationen mit dem Tempo der Veränderungen kaum noch Schritt halten können.

Es ist zu einfach, heutige Entwicklungen mit Denkmustern von vor 50 Jahren beurteilen zu wollen. Diese Maßstäbe funktionieren heute leider nicht mehr.

Monika, BY
18 Tage zuvor

Allein aus unserem näheren Umfeld kann ich ein ziemlich deutliches Beispiel nennen. Es geht nur um eine Schule, ein paar Klassen, einige Schüler und deren Eltern.

Seit der 5. Klasse beobachte ich bei vielen Kindern das Thema Gaming, vor allem Minecraft. Gefühlt haben fast 80 % der Eltern diese Entwicklung einfach laufen lassen. Es entstanden Chatgruppen mit teilweise 20 Kindern, mehrere Chats parallel, irgendwann wurde das zu einer regelrechten Eigendynamik.

Anfangs war alles harmlos. Am Wochenende ein bisschen Minecraft spielen. Dann hieß es plötzlich mitten in der Nacht, der Server solle gestartet werden, immer mehr Kinder machten mit, und das Ganze wurde immer intensiver.

Diese Kinder haben jetzt die 7. Klasse beendet und kommen in die 8. Klasse. Die Klassenschnitte liegen bei 3,8, 4,3 oder noch schlechter. Manche Mädchen inszenieren sich auf ihren Profilen, als wären sie Mitte 20, obwohl sie gerade einmal 13 Jahre alt sind. Viele Jungen zocken dagegen stundenlang, teilweise bis spät in die Nacht.

Erst in diesem Jahr haben manche Eltern wirklich gemerkt, dass sie Grenzen setzen müssen ,nicht nur beim Computer, sondern auch bei YouTube und sogar beim Handy. Die Gruppen haben sich inzwischen teilweise aufgelöst, und immer weniger Kinder spielen so exzessiv.

Gleichzeitig nimmt bei manchen Mädchen diese stark sexualisierte Selbstdarstellung auf Social Media immer mehr zu. Und genau da sieht man das eigentliche Problem. Die Welt verändert sich schnell, die Eltern arbeiten den ganzen Tag, und oft merken sie erst spät, was sich im Hintergrund entwickelt. Dann kommt plötzlich Panik auf und alles wird auf einmal verboten.

In der Schule wird darüber kaum gesprochen. Sie verhält sich oft so, als wäre das nicht ihr Zuständigkeitsbereich. Ich bin mir da allerdings nicht so sicher. Schule ist schließlich ein Teil der Lebenswelt dieser Kinder.
Aber so ist die Situation momentan.

447
17 Tage zuvor
Antwortet  Monika, BY

Mag alles sein. Klingt absolut typisch.

In EINER Sache muss ich Ihnen allerdings wiedersprechen:

Tatsächlich kann kein Lehrer an diesen Dingen etwas ändern oder das beeinflussen, ohne sich strafbar zu machen und/oder ausgelacht zu werden.

Für die von Ihnen angesprochene Sache mit den Mädels gilt das gleich mal doppelt und dreifach.

Monika, BY
18 Tage zuvor

Ein großes Problem unserer Zeit ist, dass wir nicht verstehen wollen, dass die heutigen Kinder und Generationen ihre ganz eigene Dynamik haben, eine Dynamik, die wir selbst dann nicht vollständig kontrollieren könnten, wenn wir es wollten. Medien, Computer, Tablets und Smartphones sind überall.

Auf der einen Seite erwarten wir von Kindern eine Art „Pit-Stop-Prinzip“: Jetzt recherchieren wir in der Schule kurz im Internet oder bekommen eine Hausaufgabe, für die wir online etwas suchen sollen. Gleichzeitig erwarten wir aber, dass sie genau an einem bestimmten Punkt aufhören und bloß nicht weiterklicken oder weiterforschen. Das ist doch kindisch und irrational. Natürlich gehen Kinder weiter. Jeder neugierige Mensch würde wissen wollen, was sich hinter dem nächsten Zaun befindet.

Wir vergessen dabei, dass unsere Eltern und auch viele Generationen bis in die 1990er-Jahre dieses Problem überhaupt nicht kannten. Was hatten wir damals? Fernsehen, vielleicht Radio, vor oder nach der Schule und das war im Großen und Ganzen unsere Medienwelt. Eine sehr begrenzte Welt.

Das Internet dagegen ist ein Fenster zur ganzen Welt. mit all ihren Engeln und Dämonen. So etwas hatten weder unsere Eltern noch die Schulen und Bildungssysteme, in denen wir aufgewachsen sind.

Es wird heute sehr viel über Verbote von Internet und sozialen Medien gesprochen. Aber in unserer Zeit würde ein vollständiges Verbot fast bedeuten, Kindern die Augen zu verbinden, ihnen Mund und Ohren zu verschließen und gleichzeitig zu erwarten, dass sie ohne Widerrede gehorchen und einfach mitmachen.

Das ist eine Utopie.

Schotti
17 Tage zuvor
Antwortet  Monika, BY

Naja, es gab früher schon mehr. Wenn Sie sich mal wirklich zurück erinnern, wir hatten damals schon Atari, C64 und Amiga. Auch an diesen Systemen wurde tagelang gezockt, gehackt und programmiert. Dazu kam noch der CB Funk. Natürlich nicht vergleichbar zu heute, aber nur Fernsehen und Radio war es nicht.

447
16 Tage zuvor
Antwortet  Monika, BY

Erinnert noch wer „Killerspiele“ (deren haltlose Verteufelung schlagartig aus allen großen Medienhausprodukten verschwand, seit gaming ’ne Milliardenbranche ist und gamer sich das nicht mehr gefallen liessen) ?

Pepperridge Farm erinnert.

Gleiches Muster.

Realist
17 Tage zuvor

So etwas steht und fällt mit der Schulleitung und den Schulbehörden.

Wenn es da keine Rückendeckung gibt, bleibt der einzelnen Lehrkraft nur, dem Selbstschutz absolute Priorität einzuräumen, auch wenn das dazu führt, dass die Situation immer weiter eskaliert.

Zudem;: Die Aussagen der Polizei,

„Wenn sich auf dem Schulhof zwei Jugendliche prügelten und innerhalb kürzester Zeit hundert oder mehr Schülerinnen und Schüler darum herumstünden, gerieten Lehrkräfte nach ihrer Darstellung in eine kaum lösbare Situation.
„Die Polizei sagt uns: Sie müssen dazwischengehen.““…

ist ein Hohn. Gerade die Polizei setzt den Selbstschutz über alles und verteidigt diesen notfalls mit der Waffen, wie ein anderer Bericht hier auf N4T zeigt.

Und unausgebildete, unbewaffnete Lehrkraft sollen, notfalls alleine, „dazwischengehen“? In einer eskalierten Sitauttion???

447
13 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Diese angebliche Aussage der Polizei ist davon abgesehen völliger Unfug, falls das wirklich überhaupt SO tatsächlich gesagt wurde.

„Dazwischengehen“ MUSS tatsächlich nur die Polizei.

Eine tatsächlich „dazwischengehende“ Lehrkraft setzt sich blitzschnell dem Vorwurf der (mindestens einfachen) Körperverletzung und zu fast 100% einem dienstlichen Verfahren aus.
Und auf wessen Seite die Schulämter usw. stehen ist ja klar: „Kiiiiinnndaaaah von bösi Lehrerahhh angefaaaast!“.

Im Sinne des Eigenschutzes sollte man solche pauschalen, leichtfertigen und geradezu dummen Aussagen ignorieren.

Deutlich Abstand halten (min. 2 Meter) und immer wieder deutlich hörbar laut sagen, dass die sich nicht hauen sollen ist
a) sicher
und
b) reicht völlig aus.

Miss Marple
13 Tage zuvor
Antwortet  447

„b) reicht völlig aus.
…beendet aber erfahrungsgemäß nicht die gefährliche Situation!
Mann, bin ich froh, dass ich jetzt im Ruhestand bin und mein früheres „Dazwischengehen“ immer geholfen hat (auch mit Hilfe von Kollegen und anderen Schülern) und dass kein Elternteil am nächsten Tag mit dem Anwalt bei der SL stand. Zum Glück waren es auch nie mehr als 4-5 Schüler, die sich in der Wolle hatten.