Start Praxis Schweden unter Schock: 18-Jähriger greift Schüler mit Schwert an, 17-Jährige stirbt

Schweden unter Schock: 18-Jähriger greift Schüler mit Schwert an, 17-Jährige stirbt

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FAGERSTA. Kurz nach den Sommerferien erschüttert ein tödlicher Angriff an einer Schule Schweden: Ein 18-Jähriger soll in Fagersta, 170 Kilometer von Stockholm entfernt, mit einem Schwert Schülerinnen und Schüler attackiert haben. Eine 17-Jährige stirbt, drei weitere Jugendliche werden verletzt, zwei von ihnen schwer. Das Motiv des mutmaßlichen Täters ist bislang unklar. Regierungschef Ulf Kristersson erinnert an frühere Attacken auf Bildungseinrichtungen: „Was nicht geschehen darf, ist erneut geschehen.“

An den Abenden nach dem erschreckenden Angriff mit einem Schwert auf Schülerinnen und Schüler verwandelte sich die Wiese vor dem unscheinbaren Gebäude im schwedischen Fagersta in ein Lichtermeer. Mit Hunderten Kerzen und Blumen gedachten die Menschen in der Kleinstadt nordwestlich von Stockholm der Opfer. Bei der Tat am Freitag starb ein 17 Jahre altes Mädchen. Drei weitere Jugendliche wurden verletzt, zwei davon schwer.

„Unsere Gedanken sind bei all den Familien, die davon so schrecklich getroffen wurden“, sagte der schwedische Regierungschef Ulf Kristersson, nachdem auch er am Wochenende einen Blumenstrauß niedergelegt hatte. „Was nicht geschehen darf, ist erneut geschehen.“ Vergleichbare Angriffe auf Bildungseinrichtungen, 2025 in Örebro und 2015 in Trollhättan, hatten Schweden in einen Schockzustand versetzt.

Der mutmaßliche Täter wurde unmittelbar nach dem Angriff am Freitag festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft. Es ist ein 18-jähriger Mann; übereinstimmenden Medienberichten zufolge war er Schüler der weiterführenden Schule gewesen und habe über eine Zugangskarte für das Gebäude verfügt. Erste Berichte, denen zufolge der Täter angeschossen wurde, dementierte die Polizei. Ihm wird Mord und versuchter Mord vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft am Sonntag mitteilte. Es bestehe dringender Tatverdacht. Die Frage nach dem Motiv ist bislang unbeantwortet.

Das 17 Jahre alte Mädchen scheint ein Zufallsopfer gewesen zu sein, wie der örtliche Polizeichef Tommy Alriksson der Nachrichtenagentur TT zufolge sagte. Bislang werde nicht davon ausgegangen, dass bestimmte Personen gezielt angegriffen worden seien.

Zum Motiv ist noch nichts bekannt, doch erste Recherchen schwedischer Medien deuten auf einen rechtsradikalen Hintergrund hin. Die Zeitungen „Expressen“ und „Dagens Nyheter“ werteten die Social-Media-Profile des mutmaßlichen Täters aus. Dort teilte er selbst erstellte Clips, in denen er Amokläufern und Massenmördern huldigt, darunter auch dem Rechtsextremisten und Terroristen Anders Breivik. Auch habe der 18-Jährige Clips der populistischen Örebro-Partei, der Alternative für Schweden und mehrere Beiträge aus dem rechtsextremen Milieu auf TikTok geteilt.

Besonderen Raum nimmt demnach eine Tat ein, die eine Art Vorbild für den Angriff in Fagersta zu sein scheint: Anton Lundin Pettersson tötete 2015 in der Kronan-Schule in Trollhättan drei Schüler mit einem Schwert. Ein Lehrer verstarb später an seinen Verletzungen im Krankenhaus. Der Angreifer von Fagersta veröffentlichte mehrere Beiträge in einer Kleidung, die Lundin Pettersson zum Zeitpunkt seines Verbrechens trug: schwarze Maske, Helm, langer schwarzer Mantel und Schwert.

Der letzte Beitrag zeigte das Foto eines Schwertes – möglicherweise die Tatwaffe.

„Ich habe in der Schule mit niemandem so viel gelacht wie mit ihr. Ich war so glücklich. Es ist so ungerecht, dass es nie wieder so sein wird“

Der Alarm war am Freitag um 14.06 Uhr eingegangen. „Um 14.16 Uhr war der Täter überwältigt und konnte festgenommen werden. Dabei gab die Polizei Schüsse ab“, hieß es danach in einer Mitteilung. Das getötete Mädchen wurde gefunden, als die Polizei das Schulgebäude betrat, um es zu sichern. Die drei verletzten Jugendlichen, alle zwischen 12 und 17 Jahre alt, wurden ins Krankenhaus gebracht. Ein Junge musste notoperiert werden, ein anderer konnte frühzeitig wieder nach Hause.

„Es laufen intensive Ermittlungen, einschließlich Vernehmungen und der Sammlung von Informationen“, sagte Staatsanwältin Ann-Sofi Trossing. Polizeichef Alriksson sagte, das Bild zu dem Angriff vervollständige sich stetig, es sei aber noch zu früh, um konkrete Aussagen zum Motiv zu treffen. Die Menschen der Stadt mit nur knapp über 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern stehen unter Schock.

Der öffentlich-rechtliche Sender SVT berichtete am Sonntagmorgen über ein Gespräch mit einer Freundin des Todesopfers. Das Mädchen habe immer wieder angefangen zu weinen, schreibt der Sender. „Ich habe in der Schule mit niemandem so viel gelacht wie mit ihr. Ich war so glücklich. Es ist so ungerecht, dass es nie wieder so sein wird.“

„Wir haben ein Mädchen verloren, das ihre ganze Zukunft noch vor sich hatte“, sagte die Lehrerin des Todesopfers der Zeitung „Dagens Nyheter“. News4teachers / mit Material der dpa

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