
Wegen der schlechten PISA-Ergebnisse fordert Bundeskanzler Friedrich Merz eine «große Kraftanstrengung» für bessere Bildung in Deutschland. «Die Ergebnisse, die wir dort gesehen haben, sind ernüchternd», sagte der CDU-Politiker im Bundestag. «Ich will den Ländern in Deutschland ausdrücklich anbieten, dass wir noch einmal gemeinsam zu einer großen Kraftanstrengung finden, um die Situation der Bildung in Deutschland zu verbessern.»
Zugleich betonte er, man könne Bildung und Erziehung nicht an den Staat «outsourcen». Auch die Familien hätten eine Verantwortung. «Wenn wir das gemeinsam wahrnehmen, dann können wir das Problem lösen», sagte Merz. «Ich biete es den Ländern ausdrücklich an und sage es auch für die Bundesregierung: Ja, wir wissen, dies ist eine der zentralen Aufgaben unseres Landes, dafür zu sorgen, dass Kinder und Jugendliche eine Chance haben.»
PISA-Ergebnisse so schwach wie nie
In der jüngsten Ausgabe der internationalen Vergleichsstudie Pisa hatten die Schülerinnen und Schüler in Deutschland 2025 so schwach abgeschnitten wie nie zuvor. Getestet wurden rund 6.700 15-Jährige vor allem auf Kompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Der Studie zufolge fehlt jedem dritten Jugendlichen grundlegende Kompetenz in Lesen und Mathematik, jedem vierten in Naturwissenschaften. Gut jeder Fünfte habe in keinem der drei Felder «ausreichende Basiskompetenzen», hieß es weiter.
Die Studie entfacht eine neue Debatte über weitere mögliche Bildungsreformen. Sowohl Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) als auch die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Anna Stolz aus Bayern, verwiesen aber auf bereits begonnene Veränderungen: mehr Geld für Schulen in sozialen Brennpunkten über das Startchancen-Programm von Bund und Ländern, frühe Sprachtests und Sprachförderung mit Hilfe eines neuen Kita-Gesetzes und verbesserte Unterrichtskonzepte.
Elternrat: Ins Handeln kommen
Der Bundeselternrat betonte, PISA habe keine neuen Erkenntnisse gebracht – die Schwächen seien längst bekannt. «Es kann nicht die Antwort auf sinkende Kompetenzen sein, noch eine Studie zu veröffentlichen und anschließend die nächste Arbeitsgruppe einzusetzen», erklärte der Bundeselternrat. «Wenn seit 25 Jahren bekannt ist, dass Kinder beim Lesen, Schreiben, Rechnen und in den Naturwissenschaften Unterstützung brauchen, muss die entscheidende Frage lauten: „Was benötigen wir, um schneller und wirksamer ins Handeln zu kommen?“»
Der Rat unterstützt die Ansätze von früher Sprachförderung, Sicherung von Basiskompetenzen und gezielter Unterstützung benachteiligter Schulen. Nötig seien ausreichend Personal und verlässliche Rahmenbedingungen. All dies werde «seit Jahren gefordert und jedoch nur mangelhaft umgesetzt», erklärte die Elternvertretung.
Schülerkonferenz beklagt Druck
Die Schülerinnen und Schüler fordern andere Lösungskonzepte. «Jetzt ein weiteres Mal den Fokus auf die Stärkung der Basiskompetenzen zu legen, wird uns langfristig nicht weiterhelfen», erklärte die Bundesschülerkonferenz. «Das Grundproblem liegt an anderer Stelle: Wer sich nicht wohlfühlen und nicht partizipieren kann, kann auch nicht lernen.»
Die Schülervertretung verwies auf Stress durch Faktoren wie Leistungsdruck, Mobbing und soziale Medien. Genau hier werde nicht angesetzt. «Kinder und Jugendliche müssen sich sicher im digitalen Raum bewegen», erklärte die Schülerkonferenz. Der Nachholbedarf an Schulen bei Grundlagen betreffe die digitale Ausstattung und Medienkompetenz. News4teachers / mit Material der dpa
PISA-Chef Schleicher: „Das deutsche Bildungssystem ist ambitionslos geworden“










„Der Bundeselternrat betonte, PISA habe keine neuen Erkenntnisse gebracht – die Schwächen seien längst bekannt.“
JA !
„Zugleich betonte er, man könne Bildung und Erziehung nicht an den Staat «outsourcen». Auch die Familien hätten eine Verantwortung.“
Auch JA, …
… aber ein alter Hut. Das hören und lesen wir alle paar Wochen, Monate, Jahre wieder. Ganz viele Eltern machen das ja auch !!! Und die es nicht wollen oder nicht können, die können wir nicht sich selbst überlassen und sagen: Aber ihr müsst! Bringt doch nichts.
Was wäre denn die Alternative? Nichts zu sagen?
Das würde dann vielleicht von noch mehr Eltern als „Ihr müsst nicht, wir übernehmen das“ verstanden.
Hier schreib neulich ein Kollege (?), dass wir als Lehrkräfte die Pflicht hätten, die Erziehung zu übernehmen, wenn die Eltern das nicht hinkriegen, da das unser Job sei.
Da kann ich nur sagen: Sorry, nö.
PS: Zweites Zitat von Friedrich Merz. Entschuldigung!
Es geht doch noch weiter, nicht nur schulische Kompetenzen schrumpfen.
Auch Dinge wie Schleife binden, Stifthaltung, allgemeine Motorik, mit Messer und Gabel essen.
Zuhören, Ausreden lassen.
Wie soll lesen und schreiben gelehrt werden, wenn die SuS die Aufmerksamkeitsspanne eines Tiktok Videos haben?
Wenn beide Eltern ganztags arbeiten und die Kinder nachmittags aus der Kita holen, haben beide Seiten keine freien Kapazitäten mehr für Nachhilfeunterricht.
„Arbeitet mehr, arbeitet länger für weniger Geld – und kümmert euch besser um eure Kinder.“
Für mehr und bessere Betreuungsangebote fehlt das Geld, Schulen sind sehr oft in miserablem Zustand, Lehrkräfte fehlen. Lehrkräfte schicken ihre eigenen Kinder auf Privatschulen.
Solange konservative Politiker:innen aus ideologischen Gründen bereits nach der vierten Klasse aussortieren und am Schulsystem von gestern festhalten, wird sich nichts ändern.
Und den Eltern, deren Kinder bei der Einschulung keinen deutschen Satz sprechen und nicht bis 10 zählen können, sollte man das Kindergeld kürzen.