MÜNSTER. Sprachförderung, die auch in heterogenen Klassen funktioniert. KI-Werkzeuge, die bei der Vorbereitung helfen. Mobbingprävention, die die ganze Klasse einbezieht: Die Grundschultage Münster verbinden aktuelle Fragen der Bildungsforschung mit konkreten Anregungen für den Unterricht. Lehrkräfte können sich über wichtige Entwicklungen informieren, Methoden kennenlernen und neue Ideen ausprobieren – am 5. und 6. Oktober 2026 im MCC Halle Münsterland.

Welche Förderung hilft Kindern, die beim Lesen zurückbleiben? Wie lässt sich selbstständiges Lernen schon in der Grundschule begleiten? Und welche digitalen Anwendungen lohnen einen genaueren Blick? Wer seinen Unterricht weiterentwickeln möchte, braucht Orientierung – und Beispiele, die zeigen, wie ein Ansatz im Klassenzimmer aussehen kann. Dafür bringt das Programm der Grundschultage Münster Bildungsforschung, Schulleitungen und Fachleute aus der Unterrichtspraxis zusammen.
Sprachförderung: Was wirkt – und wie lässt es sich umsetzen?
Einen wissenschaftlichen Schwerpunkt setzt das Panel „Sprechen, Lesen, Verstehen“. Angekündigt sind die Bildungsforscherin Prof. Dr. Petra Stanat, der Sprachdidaktiker Michael Becker-Mrotzek und die Schulleitung der Gebrüder-Grimm-Schule Hamm. Gemeinsam diskutieren sie, wie sprachliche Basiskompetenzen gestärkt werden können, welche Bedeutung frühe Förderung und Unterrichtsqualität haben und welche Rahmenbedingungen Schulen benötigen. Eine zentrale Frage formuliert das Programm ausdrücklich: „Und was wissen wir heute darüber, welche Maßnahmen tatsächlich wirken?“ Damit stehen die Wirksamkeit von Förderung und die Erfahrungen aus der Schulpraxis gleichermaßen im Mittelpunkt.
Wie Unterstützung im Unterricht konkret aussehen kann, zeigt Maximilian Jenal in seinem Praxisvortrag zur Sprachförderung in herausfordernden Klassen. Der Sonderpädagoge verbindet Hör- und Lautlesen mit auditiven Hilfen. Am Beispiel des Anybook Audiostifts erläutert er, wie Kinder Aufgabenstellungen, Wörter und Texte anhören und individuell wiederholen können. Lehrkräfte erhalten Anregungen, wie sich solche Angebote für Wortschatzarbeit, Sprachverständnis, Aussprache und Leseflüssigkeit einsetzen lassen.
Auch im Mathematikunterricht kann Sprache zur Hürde werden. Im Workshop „Sprichst du Mathe?“ zeigt Veronika Weißschuh, wie Lehrkräfte in den Klassen 1 und 2 das Sprechen über mathematische Inhalte unterstützen können. Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit unterschiedlichen Sprachebenen und erproben anhand von Beispielen und Anwendungsaufgaben, wie Sprache als Werkzeug für mathematisches Lernen genutzt werden kann.
KI: Fünf Anwendungen für den Schulalltag – und ein Einstieg ohne Bildschirm
Unterricht vorbereiten, Materialien differenzieren, Sprachförderung unterstützen, Elternkommunikation erleichtern und kreative Unterrichtsimpulse entwickeln: Diese fünf Einsatzfelder stehen im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Stephanie Kleta-Bohmann. Sie richtet sich ausdrücklich auch an Lehrkräfte, die KI bislang wenig oder gar nicht nutzen. Kurze Live-Einblicke zeigen, wie aus Eingaben beispielsweise differenzierte Lesetexte oder Bildimpulse entstehen können. Zugleich geht es um die Auswahl geeigneter Anwendungen sowie um Datenschutz, Qualität und pädagogische Verantwortung.
Einen anderen Zugang bietet Lena Otte: Kinder können sich auch ohne eigene Geräte mit KI beschäftigen. In ihrem Workshop bringt sie Roboterhund Lucy als Gesprächsanlass mit und untersucht mit den Teilnehmenden, was Technik leisten kann und wo ihre Grenzen liegen. Anschließend werden analoge KI-Spiele ausprobiert. Das praktische Versprechen der Programmbeschreibung: Die Spiele lassen sich „sofort ganz ohne Strom am nächsten Montag umsetzen“.
Mobbingprävention: Die Gruppe und die Schulkultur in den Blick nehmen
Bei Mobbing greift der Blick auf einzelne beteiligte Kinder häufig zu kurz. Die Vorstellung neuer Forschungsergebnisse zum Grundschulpräventionsprogramm „Tom Lehel’s WIR WOLLEN MOBBINGFREI!!“ setzt deshalb bei Gruppenprozessen und Schulkultur an. Die Programmbeschreibung bringt die Perspektive auf den Punkt: „Weg vom Täter-Opfer-Denken – der systemische Blick macht den Unterschied“.
Vorgestellt werden Ergebnisse einer mehrjährigen Evaluation. Laut Ankündigung wurden Veränderungen bei Wissen, Haltung und professioneller Handlungssicherheit festgestellt. Zugleich soll erläutert werden, warum nachhaltige Prävention eine Verankerung in der Schule und längerfristige Prozesse benötigt. Eine anschließende Podiumsdiskussion vertieft das Thema.
Konkrete Methoden zur Gewaltprävention stellen Kerstin Bender und Andreas Raude vor. Ihr Workshop zum Programm „Stark im MiteinanderN“ führt in zwei Bausteine ein: den Magic Circle, einen Gesprächskreis zur Stärkung von Beziehungen und Klassengemeinschaft, sowie Cool at School, mit dem Kinder Aktionen gegen Vandalismus entwickeln können. Dazu erhalten Lehrkräfte Einblicke in Materialien und Umsetzungsmöglichkeiten.
Selbstständiges Lernen: Planen, reflektieren und Rückmeldung geben
Wie lernen Grundschulkinder, ihren Lernprozess zunehmend selbst zu steuern? Myrle Dziak-Mahler, Geschäftsführerin der lernlog gGmbH, und Maria Kruse, Schulleiterin der Grundschule Wachtum, verbinden dazu konzeptionelle Überlegungen mit Erfahrungen aus der Schule.
Am Beispiel von lernlog kids zeigen sie, wie Kinder mit digitalen Lernplänen ihr Lernen planen, dokumentieren und reflektieren können. Für Lehrkräfte geht es darum, Lernprozesse nachvollziehen und individuelles Feedback geben zu können. Der Vortrag bietet damit einen konkreten Einblick in die Frage, wie digitale Lernbegleitung Selbstorganisation unterstützen kann.
Den größeren Rahmen öffnet Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis mit seinem Vortrag über zukunftsfähige Bildung. Ausgangspunkt ist eine doppelte Aufgabe: Schule soll grundlegende Fähigkeiten und Verlässlichkeit vermitteln und Kinder zugleich auf eine Zukunft vorbereiten, die sich durch KI, ökologische Krisen und gesellschaftliche Veränderungen wandelt. Die Programmbeschreibung spricht von Situationen, „deren Gestalt heute noch nicht vorhersehbar ist“. Fthenakis stellt dazu sein Modell einer sogenannten 10D-Metaarchitektur vor.
Neue Unterrichtsideen selbst ausprobieren
Zum Nutzwert des Programms gehören auch Angebote für Fächer und Lernorte, in denen Lehrkräfte ihr Repertoire erweitern möchten. Bettina Küntzel zeigt, wie Musikunterricht ohne umfangreiche musikalische Vorkenntnisse gestaltet werden kann. Gemeinsam werden Ideen ausprobiert, die Hören, Bewegung und Musizieren verbinden – darunter Anregungen rund um „Die Schule der magischen Tiere“.
Für das Lernen außerhalb des Klassenzimmers stellt Anatol Tiessen von der NABU-Münsterland gGmbH Spiele und Methoden zur Artenkenntnis und Biodiversität im Wald vor. Dazu gibt es Vorschläge, wie sich Naturerlebnisse fächerübergreifend mit Unterrichtsinhalten verbinden lassen. Das Ziel: Kinder sollen Zusammenhänge verstehen, ihre Bedeutung erkennen und selbst aktiv werden können.
Ob Basiskompetenzen, digitale Unterrichtshilfen oder das soziale Miteinander: Lehrkräfte können bei den Grundschultagen gezielt den Fragen nachgehen, die sie in ihrer eigenen Klasse beschäftigen – und zugleich neue Ansätze aus Wissenschaft und Praxis kennenlernen.
Die Grundschultage finden am 5. und 6. Oktober 2026 im MCC Halle Münsterland statt. Das Angebot richtet sich an Grundschullehrkräfte, Schulleitungen und pädagogische Fachkräfte.
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Dies ist eine Pressemeldung / ein Advertorial von 4teachers.








