AUBAGNE. Ein 14-jähriger Schüler hat am Montagvormittag an einer Schule im südfranzösischen Aubagne bei Marseille mit einem Jagdgewehr um sich geschossen. Dabei wurden der Schulleiter und eine Lehrerin verletzt. Beide mussten ins Krankenhaus gebracht werden, schweben nach Behördenangaben jedoch nicht in Lebensgefahr. Ein Mitarbeiter der Schule konnte den Jugendlichen überwältigen und entwaffnen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes.

Nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP hatte der Jugendliche das Gewehr in einem Gitarrenkoffer versteckt in das Collège Joseph-Lakanal gebracht. Gegen 9.25 Uhr eröffnete er im ersten Stock des Schulgebäudes das Feuer und traf den Schulleiter sowie eine Lehrerin. Anschließend begab er sich in den zweiten Stock, wo er weitere Schüsse abgab – unter anderem in einem besetzten Klassenzimmer. Ein Projektil traf die Tafel. Insgesamt feuerte der Schüler mindestens viermal.
Ein für Erziehungs- und Disziplinarfragen zuständiger Mitarbeiter der Schule konnte den Jugendlichen schließlich entwaffnen. Die Polizei nahm ihn fest. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist das Motiv bislang unbekannt. Auch einem möglichen Zusammenhang mit Mobbingvorfällen werde nachgegangen. Der Jugendliche sei zuvor weder durch Straftaten noch durch Radikalisierung aufgefallen.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron würdigte die besonnene Reaktion des Schulpersonals, durch die Schlimmeres verhindert worden sei. Bildungsminister Édouard Geffray und Innenminister Laurent Nuñez kündigten einen Besuch am Tatort an. Ein Zusammenhang mit den derzeitigen Schülerprotesten in Frankreich besteht nach bisherigen Erkenntnissen nicht. News4teachers









