Beamtenstatus für Lehrkräfte abschaffen? CDU-Bundesparteitag soll über den Vorstoß abstimmen – „Bild“ heizt an: „Schlaraffenland“

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BERLIN. Der Vorstoß des sächsischen Kultusministers Conrad Clemens, die Lehrerverbeamtung bundesweit abzuschaffen, bekommt Rückendeckung aus der CDU. Die Mittelstandsunion der Partei fordert laut Medienbericht, neue Verbeamtungen weitgehend auszuschließen. Bildungspolitiker und Lehrerverbände warnen vor erneuten Systembrüchen – und vor Folgen für den ohnehin angespannten Arbeitsmarkt Schule. „Bild“ heizt die Debatte allerdings polemisch an – sie schreibt vom Schlaraffenland im Berufsbeamtentum“.

Im Lehrerzimmer. (Symbolbild.) Illustration: Shutterstoci

Der Vorstoß zur Abschaffung der Lehrerverbeamtung von Sachsens Kultusminister Clemens erweist sich als Teil einer breiter angelegten innerparteilichen Debatte in der CDU. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, will die CDU-Mittelstandsunion (MIT), dass Bund und Länder künftig nur noch in Ausnahmefällen verbeamten. In einem Antrag für den CDU-Bundesparteitag (am 20. und 21. Februar in Stuttgart) soll gefordert werden, neue Verbeamtungen außerhalb „klar definierter hoheitlicher Bereiche“ grundsätzlich auszuschließen.

Demnach plädiert die MIT dafür, das Berufsbeamtentum auf Aufgaben der Rechtsetzung, der Gefahrenabwehr, der inneren und äußeren Sicherheit sowie der Finanzverwaltung zu konzentrieren. Lehrerinnen und Lehrer werden in dem Papier ausdrücklich nicht zu diesen Kernbereichen gezählt. Ziel sei es, den Staat nicht zu einem attraktiveren Arbeitgeber zu machen als den Mittelstand.

Die Vorsitzende der Mittelstandsunion, Gitta Connemann, begründete die Position gegenüber der „Bild“-Zeitung mit langfristigen finanziellen Risiken. „Polizisten, Staatsanwälte und Vollstreckungsbeamte halten unseren Staat aufrecht und haben ein Anrecht auf Verbeamtung“, sagte sie dem Blatt. Für diese Gruppen müssten ausreichende Rückstellungen für Pensionen gebildet werden. Der Beamtenstatus insgesamt müsse jedoch wieder zur Ausnahme werden. „Wer heute leichtfertig verbeamtet, lädt der nächsten Generation milliardenschwere Pensionslasten auf.“ Gute Bezahlung, klare Karrierewege und Respekt vor Leistung seien auch ohne Beamtenstatus möglich.

Damit greift die Mittelstandsunion Argumentationslinien auf, die auch Kultusminister Clemens (CDU) öffentlich vertritt. Er hat – ebenfalls via  „Bild“-Zeitung – eine bundesweite Initiative zur Abschaffung der Lehrerverbeamtung angekündigt und dies mit explodierenden Kosten, demografischen Prognosen und einem aus seiner Sicht ruinösen Wettbewerb der Länder begründet (News4teachers berichtete). Sachsen selbst hatte erst 2019 begonnen, Lehrkräfte wieder zu verbeamten – nach Jahren des Lehrermangels und erheblicher Unterrichtsausfälle.

„Diese tote Sau durch’s föderale Dorf zu treiben, ist schon fast selbstgefährdend“

Der Vorstoß stößt jedoch auf deutlichen Widerspruch. Bremens Bildungssenator Mark Rackles (SPD) warnt vor erneuten bildungspolitischen Richtungswechseln. „Diese tote Sau durch’s föderale Dorf zu treiben, ist schon fast selbstgefährdend“, erklärt Rackles auf LinkedIn. „Falls der Bildungsföderalismus scheitert, dann an sich selbst: man kann so große soziale Systeme wie die Bildungssysteme nicht ständig in der Grundstruktur völlig umpolen: erst G8-Umstellung, dann doch wieder G9! Erst raus aus der Verbeamtung, dann wieder rein in die Verbeamtung! Und dann wieder raus?!“

Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin seien die letzten Länder gewesen, die auf Tarifbeschäftigung bei Lehrkräften gesetzt haben. „Und durch den föderalen Wettbewerbsdruck um Lehrkräfte sind sie in der Reihenfolge gekippt und auf Verbeamtung umgestiegen“, erklärt Rackles. Und betont: „Wenn Sachsen jetzt ernsthaft nach schlappen 6 Jahren Verbeamtung erneut die Rolle rückwärts antritt, dann ist das das Gegenteil von dem, was Schulen, Beschäftigte, Verwaltung (und am Ende die Kinder) brauchen: Verlässlichkeit! ‚Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln‘ ist kein gutes Leitprinzip in der Bildungspolitik.“

Auch aus Reihen der Lehrerschaft kommt Widerspruch zu der Argumentation, die Verbeamtung sei vor allem ein Kostenproblem. Immer wieder werde eine „Milchmädchenrechnung“ aufgemacht, kritisiert die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Simone Fleischmann. Bildung sei eine hoheitliche Aufgabe, das Berufsbeamtentum an Schulen unverzichtbar. „Wenn Lehrer keine hoheitlichen Aufgaben mehr für den Staat übernehmen, wird es gefährlich“, warnt Fleischmann.

Als Vorstandsmitglied im Bundesdachverband dbb stellt sie zudem klar: „Die Beschäftigten sind das Fundament unseres Bildungssystems. Es sind die Kolleginnen und Kollegen in den Kitas, Schulen und Hochschulen, die die Maßnahmen der Politik letztlich umsetzen müssen. Dafür braucht es gerade in Zeiten des Fachkräftemangels eine erstklassige Ausbildung und attraktive Arbeitsbedingungen, damit die Beschäftigten Qualität, Chancengerechtigkeit und Teilhabe sichern und in Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche ihrer zentralen Rolle in der Gesellschaft gerecht werden können. Der Beamtenstatus für Lehrkräfte ist unverzichtbar.“

„Wenn Lehrer keine Beamten mehr sind, dann verliert der Beruf an Attraktivität. Da sehe ich eine große Gefahr“

Ähnlich äußert sich Rainer Nachtigall, Vorsitzender des Bayerischen Beamtenbundes (BBB). „Das Berufsbeamtentum ist der Garant dafür, dass staatliche Leistungen verlässlich zur Verfügung gestellt werden und hoheitliche Aufgaben sachgerecht und unabhängig erfüllt werden“, sagte er. Die aktuelle Debatte sei „Wasser auf die Mühlen derjenigen, die den Staat ohnehin in Frage stellen“.

Über die grundsätzliche Statusfrage hinaus verweisen Verbände auf die Lage am Arbeitsmarkt. Der Lehrermangel gilt bundesweit weiterhin als strukturelles Problem, der Nachwuchs bleibt aus. Der Beamtenstatus gilt für viele junge Menschen als zentrales Attraktivitätsmerkmal des Berufs. „Die Sicherheit des Lehrerberufs ist es, was viele junge Leute heute suchen“, sagt Fleischmann. „Wenn Lehrer keine Beamten mehr sind, dann verliert der Beruf an Attraktivität. Da sehe ich eine große Gefahr.“

Unterdessen heizt die „Bild“-Zeitung die Stimmung gegen die Lehrerschaft weiter an. „Wenn dieser brisante Antrag beim CDU-Bundesparteitag durchgeht“, kommentiert sie, „könnte mit dem Schlaraffenland im Berufsbeamtentum Schluss sein.“ News4teachers

Schlaraffenland

Der Begriff „Schlaraffenland“ bezeichnet ein seit dem Mittelalter verbreitetes Fantasiereich des Überflusses, in dem Nahrung ohne Arbeit verfügbar ist und Müßiggang als Ideal gilt.

Literarisch taucht die Vorstellung unter anderem im 16. Jahrhundert bei Hans Sachs auf, später auch bei den Brüdern Grimm. Sprachlich geht der Begriff vermutlich auf das 14. Jahrhundert zurück: Er leitet sich aus dem Mittelhochdeutschen „slûr“ für Faulpelz und „affe“ im Sinne von Narr oder Tor ab. Daraus entstand das Schimpfwort „slûraffe“ für faule, gefräßige Menschen, aus dem sich über Lautverschiebungen „Schlauraffe“ und schließlich „Schlaraffe“ entwickelte. Das imaginierte Land dieser Faulenzer wurde ab etwa 1500 als „Schlaraffenland“ bezeichnet. Die Redewendung „wie im Schlaraffenland leben“ meint bis heute ein sorgenfreies Leben im Überfluss.

CDU-General Linnemann legt nach – assistiert von Wirtschaftsweisem: Lehrkräfte sollen nicht mehr verbeamtet werden

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Mattiasch
2 Stunden zuvor

Ich wäre dafür. Wie schon in der Nachbardiskussion erkennbar, gibt es eigentlich keine trifftigen Gründe für die Aufrechterhaltung des Beamtenstatusses für die Lehrer.
https://www.news4teachers.de/2026/01/kultusminister-will-beamtenstatus-fuer-lehrkraefte-streichen-und-kuendigt-via-bild-eine-bundesratsinitiative-an

Überall in Deutschland gibt es ja auch angestellte Lehrer. In Sachsen fast die Hälfte, in Berlin immer noch gut ein Viertel, in BaWü etwa 20.000, in NRW Zehntausende!!!! Die alle strafen ja die Verfechter des Beamtentums und ihrer Argumente “Lügen”, dass Lehrer verbeamtet sein müssen, “damit sie gute Arbeit” leisten. Als ob alle angestellten Lehrer per sé keine guten Lehrer seien. Das ist eigentlich eine Frechheit.

ed840
2 Stunden zuvor
Antwortet  Mattiasch

gibt es eigentlich keine trifftigen Gründe 

Wenn man 1 Mio € für jährliche Personalausgaben zur Verfügung hätte, wie viele Lehrkräfte könnte man wohl damit im Angestelltenverhältnis beschäftigen inkl. AG-Anteile zu RV/AV/KV/PV + Zusatzversorgung ÖD etc. , wie viele im Beamtenstatus inkl. Beihilfekosten ?

Realist
2 Stunden zuvor
Antwortet  Mattiasch

Es wird aber keiner auf Lehramt studieren, der bei klarem Verstand ist. Der typische verbeamtet Lehrer hat ein Lehramtsstudium absolviert: 5 Jahre Studum + 2 Jahre Referendariat. Mit dem Aufwand können Sie auch Arzt oder Jurist werden und ohne Verbeamtung das Doppelte verdienen. Bei deutlich mehr gesellschaftlichem Ansehen und (zumindest bei Juristen) deutlichen weniger Stress. Und Sie sind nicht mehr der “Sündenbock der Nation” und am Untergang von Gesellschaft und Wirtschaft schuld.

Ein Großteil der angestellten Lehrkräfte rekrutiert sich aus Seiten-/Quer-/Um-/Absteigern aus anderen Berufen. Wenn das die gewünschte Zukunft des Lehrerberufs ist, dann soll es so sein.

Gen Z wird einen weiten Bogen um das Lehramtsstudium ohne Verbeamtung machen. Nur noch Missionare, Märtyrer, Idealisten, Ideologen, Weltverbesserer und Klimakleber werden sich das dann antun…

Hochhaus
2 Stunden zuvor
Antwortet  Realist

Es haben doch aber Tausende auf Lehramt studiert in Ostdeutschland, als dort nicht mehr verbeamtet wurde. Sie sagen, die waren alle ohne Verstand?

Realist
2 Stunden zuvor
Antwortet  Hochhaus

Ja.

Götz
1 Stunde zuvor
Antwortet  Realist

Und mit dem einzig richtigen Parteibuch ausgestattet, sonst hätten sie nämlich nicht studiert.

Mario
2 Stunden zuvor
Antwortet  Realist

Die Schweden haben ne ganz schlechte Verwaltung, dafür sind die auch bekannt……

Realist
2 Stunden zuvor
Antwortet  Mario

Schweden ist auf dem Weg zum “failed state”… wahrscheinlich schneller als Deutschland

Mario
1 Stunde zuvor
Antwortet  Realist

Wohl eher wegen eines bestimmten Problems, welches nichts mit dem Status der Staatsbediensteten zu tun hat!

Chefdenker
1 Stunde zuvor
Antwortet  Realist

Wie meinen?

ed840
1 Stunde zuvor
Antwortet  Mario

Wegen des zuzunehmenden Lehrermangels dort?

The teacher shortage in Sweden: an unexplored area with various views on causes and solutions

Kabeljau
2 Stunden zuvor
Antwortet  Realist

Zitat: “Ein Großteil der angestellten Lehrkräfte rekrutiert sich aus Seiten-/Quer-/Um-/Absteigern aus anderen Berufen. Wenn das die gewünschte Zukunft des Lehrerberufs ist, dann soll es so sein.”

Ist das so ein hartnäckiges, gerne transportiertes Gerücht wie die berüchtigte “Muhlenberg-Legende”? Quer- und Seiteneinsteiger werden sogar verbeamtet, wenn sie die Lehrerausbildung berufsbegleitend nachgeholt haben! Viele machen es.

In den neuen Bundesländern studierten seit 1990 viele auf Lehramt mit der Aussicht, nicht verbeamtet zu werden. Ein kleiner Teil wanderte sicherlich auch ab, aber die meisten blieben. Damals gab es zu viele Lehrer.

Realist
2 Stunden zuvor
Antwortet  Kabeljau

Damals gab es auch keinen Fachkräftemangel und die Wirtschatf in Ostdeutschland lag am Boden.

Indra Rupp
1 Stunde zuvor
Antwortet  Realist

Nu ist es aber mal gut. Haben Sie alle einen NK von 1,1 um Arzt werden zu können? Und das es da keinen Stress gibt ü50h Woche, Unterbesetzung im KH wage ich mal zu bezweifeln.

JonasG
2 Stunden zuvor
Antwortet  Mattiasch

Naja natürlich kann man Lehrern das Beamtentum streichen. Spart langfristig sicher Geld. Aber vielleicht sollte man sich mal zurück erinnern warum Lehrer überhaupt verbeamtet wurden.

Dank Beamtentum wird gerade überhaupt noch der Unterricht in Brennpunktschulen im Ruhrgebiet gesichert. Denn es wurde von Feller ja fleißig aus Münster abgeordnet.
Dank Beamtentum wird Unterricht trotz Streik gesichert.
Die Schule als kritische Infrastruktur wird dank Beamtentum trotz Krisen abgesichert. Denn Beamte haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten.

Angeordnete, unbezahlte Mehrarbeit? Geht nur mit Beamten.
Versetzung an 3 Schulen parallel? Geht nur bei Beamten.

Thomas
2 Stunden zuvor

Lehrer arbeiten schon jetzt viel zu viel, wenn ich mir die 50-60 Stunden von uns anschaue.
Andere Gewerkschaften haben es geschafft, einen 7 Stunden Tag einzuführen (35h Woche) und bieten für Überstunden hohe Zuschläge.
Die neuen Geschenke wie Homeoffice, Gleitzeit, 4 Tage Woche, Zeitausgleich, Flexiurlaub & Co. sind richtig attraktiv. Leider stecken viele Lehrer in einer Blase, sehen das nicht, wollen das gar nicht sehen. Eine Kollegin sagte mir, der Schmerz darüber sei einfach zu groß.
Bei 2-3 Tagen Homeoffice würden sie auf ganze 27 Wochen zuhause kommen. Das muss man sich mal vorstellen.
Das Lehrergehalt erfährt seit Jahren Nullrunden und die Wertschätzung ist nicht mehr vorhanden!

Gisela
2 Stunden zuvor
Antwortet  Thomas

das wollen viele nicht hören 🙁
leider ist das so gekommen und die Arbeitszeit muss angepasst werden. 7 Stunden wären gerechtfertigt, weil es viele Gewerkschaften längst durchgesetzt haben.
Somit würden die Deputate geringer, sagen wir 18, und viele bekommen ihre 4 Tage Woche und die Entschädigung für fehlendes Homeoffice.
Der Freitag kann auch als reiner Homeofficetag für alle eingeführt werden.
Gleiches Recht für alle Arbeitnehmer im Ländle. Früher haben mal alle 40 Stunden und 5 Tage im Betrieb gearbeitet, heute ist das völlig aufgeweicht und ungerecht. Die Einen sind nur noch im Homeoffice, die Anderen stellen sich hinten an 🙁

ed840
2 Stunden zuvor
Antwortet  Thomas

Lehrer arbeiten schon jetzt viel zu viel”

Angestellte Lehrer arbeiten m.M. zu viel, weil die Gewerkschaften bisher keine Einwände hatten, dass Lehrkräfte im Angestelltenverhältnis das gleiche Stundendeputat leisten sollen wie Beamte, auch wenn die tarifliche Wochenarbeitszeit von Angestellten niedriger ist.

Ob das ewig so in Stein gemeißelt bleiben muss, läge dann an den Tarifparteien, die die Tarifverträge aushandeln.

Kabeljau
2 Stunden zuvor
Antwortet  ed840

Richtig. Die angestellten Lehrer müssten eigentlich ein geringeres Stundendeputat haben. Leider kümmern sich die Gewerkschaften lieber um ihre verbeamteten Mitglieder. Zu den Streiks rufen sie aber die verbliebenen angestellten Lehrer auf.

Vielleicht muss auch einfach mal jemand dagegen klagen?

Wären die Bedingungen für die Angestellten vergleichsweise gut, würden vermutlich nicht wenige auf den Beamtenstatus freiwillig verzichten. Das tun die ja nur nicht, weil die Beamten all diese Vorteile haben.

ed840
1 Stunde zuvor
Antwortet  Kabeljau

Wie hoch ist denn der Anteil von Angestellten und Beamten in der GEW?

Realist
2 Stunden zuvor
Antwortet  Thomas

Und man diskutiert schon vereinzelt die Wiedereinführung des Samstags-Unterrichts um den “Bildungsnotstand” zu beheben und die Kids von den Smartphones und Playstations wegzubekommen…

Petra OWL
2 Stunden zuvor
Antwortet  Realist

Nicht das, schlimmer kann es nicht mehr werden, Freunde
Hasi war die gesamte letzte Woche im Homeoffice und fragt nicht nach mir.
Im Grunde war ja Hasi der Realist, oder?
Er hat das schon früh erkannt und genießt die ganzen Vorteile der Branchen mit Gewerkschaften, die angenehme Arbeitsbedingungen erkämpfen.
Wenn wir nicht bald eine 4 Tage Woche haben und endlich den online Unterricht richtig hinbekommen – dann wird es noch mehr knirschen und kriseln.
Eine Bonuszahlung, wie Hasi, sie 2 Mal im Jahr erhält, wäre auch mal was.

Tanya
2 Stunden zuvor
Antwortet  Petra OWL

ist Miste, meine Frau auch!! Seit Homeoffice und diese ganzen tollen Neuerungen aufkamen, kann der Lehrberuf nicht mehr mithalten.
Und wenn uns Realist vorrechnet, wie hoch der Nettoverlust der letzten Jahre liegt und wie viele Abstriche wir hinnehmen bei gleichzeitiger Arbeitsverdichtung ist das nur noch traurig

Pit2020
1 Stunde zuvor
Antwortet  Petra OWL

@Petra OWL

“Hasi war die gesamte letzte Woche im Homeoffice und fragt nicht nach mir.”

Ja Peti, das ist schlimm wenn dein Hasi nicht nach dir fragt.
Hoffentlich sitzt da nicht ein anderes Hasi neben deinem Hasi auf der Terrasse oder am Kamin …
Das erklärt auch warum du so gerne Homeoffice hättest. 😉

Kabeljau
2 Stunden zuvor
Antwortet  Realist

Wann? Wo? Und wie soll das gehen bei Lehrermangel?

Es könnten ja vielleicht die verbeamteten Lehrer dazu verpflichtet werden? Wenn die Gewerkschaften die angestellten Lehrer davor wirksam schützen. 🙂

Realist
2 Stunden zuvor
Antwortet  Kabeljau

Wie das bei den Angestellten wäre? Keine Ahnung.

Verbeamtet Lehrer kann man zum Samstags-Unterricht zwingen. Ein “Vorteil” des Beamtenstatus…

dickebank
1 Stunde zuvor
Antwortet  Realist

PARAGRAPH 44 TV-L – alles klar?

Classenlehrerin
2 Stunden zuvor
Antwortet  Thomas

Ja, und jetzt wird es für Teilzeitkräfte auch eine Bagatellgrenze bei Mehrarbeit geben. Die Änderung gilt ab dem 1.1.2026 (§ 61 Absatz 1 LBG NRW). Die Politik tut aber auch alles, um den Lehrerberuf unattraktiv zu machen. Ich glaube, sie wollen alle Lehrer und Lehrerinnen loswerden, damit Roboter und KI den Unterricht übernehmen ;))

Muxi
1 Stunde zuvor
Antwortet  Thomas

Vorsicht mit solchen Vergleichen, Nachbars Kirschen glänzen immer besser als die eigenen.

Wenn die Schulferien als frei einteilbare Zeit plötzlich weg sind und man z.B. nicht weiß, ob man während der Schulsommerferien überhaupt frei bekommen kann, dann fühlt sich das Ganze schon sehr anders an.
Und wenn man für den (im Vergleich zur Pension) halben Rentenanspruch auch noch bezahlen muss, dann auch.
Und wenn man z.B. Korrekturzeiten nicht mehr selber beeinflussen kann, sondern ein Chef festlegt “bis Montag ist das fertig”, dann fühlt sich eine offizielle 35 Stundenwoche plötzlich auch anders an.
Und wenn ein Chef sich regelmäßig die Arbeitsergebnisse anschaut und beurteilt, ob die gut (genug) sind, auch dann wirkt das Ganze plötzlich sehr anders.

Natürlich gibt es einiges zu verbessern an den Arbeitsbedingungen, aber so eine “Schlaraffenland” Erzählung ist in beide Richtungen, auch in Ihre Richtung, falsch.

Realistin
1 Stunde zuvor
Antwortet  Muxi

Gerne her mit den Nachbarschaftsvergleichen.
Nehmen wir mal die Autobauer
35-Stunden Woche
Nehmen wir den Rundfunk
36-Stunden Woche
und dann die Zulagen Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld macht mindestens 13 Monatsgehälter.
Der Bonus bei 6000 netto.
die 2,3,4 Tage im Homeoffice
Dienstwagen, Tankkarte und der Renteneintritt ab 62.

Götz
2 Stunden zuvor

Die Illustration des Artikels ist köstlich! Man könnte sich noch ein paar adrette Schülerinnen und Schüler vorstellen, die den von ihnen verehrten Lehrpersonen Wind zufächeln und allerlei Erfrischungen reichen. Und aus dem Himmel lächelt der gütige Dienstherr herab und lässt Gold und Edelsteine auf seine Schützlinge regnen .. welch paradiesische Arbeitsumgebung!

mississippi
2 Stunden zuvor

Dann muss niemand mehr auf Klassenfahrten gehen, nach langen Abendterminen hat man ein Recht auf 11 Stunden Pause, Überstunden werden bezahlt oder nicht gemacht, man kann ohne Riesenverluste kündigen, Kündigungsfrist 3 Monate, muss nicht an einer unbeliebten Schule bleiben oder 80 km einfach fahren, Schule könnte mal komplett streiken, wenn dann noch ein an der Ausbildung angemessenes Gehalt übrig bliebe, wäre es doch super. Vergessen: Keine unnötigen ärztlichen Untersuchungen, die mit dem 2,8fachen Satz abgerechnet werden, weil man nicht mehr privat versichert sein muss, keine Arztrechnungen, die man auslegen muss. Bei meiner 1. Geburt wollte der Chefarzt ran, letztendlich hatte ich überhaupt keinen Arzt, weil dieser noch Golf spielen ging und keiner der Ärzte sich traute, ihm die Geburt abzunehmen. Abgerechnet wurde alles, obwohl er erst kam, als das Kind fertig angezogen in meinen Armen lag.

Realist
1 Stunde zuvor
Antwortet  mississippi

Das klingt dann aber nach Abrechnungsbetrug… Geburt ohne Arzt aber zum 2,3-fachen Satz abgerechnet?

AvL? Ich denke Ärzte machen so etwas nicht???

Karl Heinz
1 Stunde zuvor

wie in der anderen Diskussion schon angedeutet, finde ich die Idee gar nicht schlecht.

zumal sie nicht neu ist.
Überlegungen gab es schon 2018, oder 2009, oder 1996

Was spräche gegen das Beamtentum – speziell für Lehrkräfte?

Als Beamter ist man Staatsdiener – genießt gewisse Privilegien, hat aber auch besondere Verpflichtungen.
Theoretisch müsste es für Beamte selbstverständlich sein, bei Bedarf und Anordnung die Dienststelle zu wechseln.
Jetzt überlege mal jede Person hier, wie da die Praxis aussieht…

Wichtiges Argument – wohl auch für die konservative CDU – Keine lebenslangen Pensionslasten mehr. Die Länder könnten in ein kapitalgedecktes System wechseln und Haushalte langfristig entlasten.
Die ursprüngliche Begründung (staatstreue Lehrer als „Monopol“ des Staates) ist im demokratischen, pluralistischen Staat des 21. Jahrhunderts ohnehin obsolet.
Fast alle anderen europäischen Länder kommen erfolgreich ohne Beamtentum für Lehrer aus. Warum also an dem veralteten Relikt festhalten?

Kurz:
Der Beamtenstatus ist ein anachronistisches, unflexibles und kostenträchtiges System, das den Erfordernissen eines modernen, inklusiven und dynamischen Schulsystems im Wege steht.

Siehe hier