BERLIN. Der Vorstoß des sächsischen Kultusministers Conrad Clemens, die Lehrerverbeamtung bundesweit abzuschaffen, bekommt Rückendeckung aus der CDU. Die Mittelstandsunion der Partei fordert laut Medienbericht, neue Verbeamtungen weitgehend auszuschließen. Bildungspolitiker und Lehrerverbände warnen vor erneuten Systembrüchen – und vor Folgen für den ohnehin angespannten Arbeitsmarkt Schule. „Bild“ heizt die Debatte allerdings polemisch an – sie schreibt vom „Schlaraffenland im Berufsbeamtentum“.

Der Vorstoß zur Abschaffung der Lehrerverbeamtung von Sachsens Kultusminister Clemens erweist sich als Teil einer breiter angelegten innerparteilichen Debatte in der CDU. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, will die CDU-Mittelstandsunion (MIT), dass Bund und Länder künftig nur noch in Ausnahmefällen verbeamten. In einem Antrag für den CDU-Bundesparteitag (am 20. und 21. Februar in Stuttgart) soll gefordert werden, neue Verbeamtungen außerhalb „klar definierter hoheitlicher Bereiche“ grundsätzlich auszuschließen.
Demnach plädiert die MIT dafür, das Berufsbeamtentum auf Aufgaben der Rechtsetzung, der Gefahrenabwehr, der inneren und äußeren Sicherheit sowie der Finanzverwaltung zu konzentrieren. Lehrerinnen und Lehrer werden in dem Papier ausdrücklich nicht zu diesen Kernbereichen gezählt. Ziel sei es, den Staat nicht zu einem attraktiveren Arbeitgeber zu machen als den Mittelstand.
Die Vorsitzende der Mittelstandsunion, Gitta Connemann, begründete die Position gegenüber der „Bild“-Zeitung mit langfristigen finanziellen Risiken. „Polizisten, Staatsanwälte und Vollstreckungsbeamte halten unseren Staat aufrecht und haben ein Anrecht auf Verbeamtung“, sagte sie dem Blatt. Für diese Gruppen müssten ausreichende Rückstellungen für Pensionen gebildet werden. Der Beamtenstatus insgesamt müsse jedoch wieder zur Ausnahme werden. „Wer heute leichtfertig verbeamtet, lädt der nächsten Generation milliardenschwere Pensionslasten auf.“ Gute Bezahlung, klare Karrierewege und Respekt vor Leistung seien auch ohne Beamtenstatus möglich.
Damit greift die Mittelstandsunion Argumentationslinien auf, die auch Kultusminister Clemens (CDU) öffentlich vertritt. Er hat – ebenfalls via „Bild“-Zeitung – eine bundesweite Initiative zur Abschaffung der Lehrerverbeamtung angekündigt und dies mit explodierenden Kosten, demografischen Prognosen und einem aus seiner Sicht ruinösen Wettbewerb der Länder begründet (News4teachers berichtete). Sachsen selbst hatte erst 2019 begonnen, Lehrkräfte wieder zu verbeamten – nach Jahren des Lehrermangels und erheblicher Unterrichtsausfälle.
„Diese tote Sau durch’s föderale Dorf zu treiben, ist schon fast selbstgefährdend“
Der Vorstoß stößt jedoch auf deutlichen Widerspruch. Bremens Bildungssenator Mark Rackles (SPD) warnt vor erneuten bildungspolitischen Richtungswechseln. „Diese tote Sau durch’s föderale Dorf zu treiben, ist schon fast selbstgefährdend“, erklärt Rackles auf LinkedIn. „Falls der Bildungsföderalismus scheitert, dann an sich selbst: man kann so große soziale Systeme wie die Bildungssysteme nicht ständig in der Grundstruktur völlig umpolen: erst G8-Umstellung, dann doch wieder G9! Erst raus aus der Verbeamtung, dann wieder rein in die Verbeamtung! Und dann wieder raus?!“
Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin seien die letzten Länder gewesen, die auf Tarifbeschäftigung bei Lehrkräften gesetzt haben. „Und durch den föderalen Wettbewerbsdruck um Lehrkräfte sind sie in der Reihenfolge gekippt und auf Verbeamtung umgestiegen“, erklärt Rackles. Und betont: „Wenn Sachsen jetzt ernsthaft nach schlappen 6 Jahren Verbeamtung erneut die Rolle rückwärts antritt, dann ist das das Gegenteil von dem, was Schulen, Beschäftigte, Verwaltung (und am Ende die Kinder) brauchen: Verlässlichkeit! ‚Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln‘ ist kein gutes Leitprinzip in der Bildungspolitik.“
Auch aus Reihen der Lehrerschaft kommt Widerspruch zu der Argumentation, die Verbeamtung sei vor allem ein Kostenproblem. Immer wieder werde eine „Milchmädchenrechnung“ aufgemacht, kritisiert die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Simone Fleischmann. Bildung sei eine hoheitliche Aufgabe, das Berufsbeamtentum an Schulen unverzichtbar. „Wenn Lehrer keine hoheitlichen Aufgaben mehr für den Staat übernehmen, wird es gefährlich“, warnt Fleischmann.
Als Vorstandsmitglied im Bundesdachverband dbb stellt sie zudem klar: „Die Beschäftigten sind das Fundament unseres Bildungssystems. Es sind die Kolleginnen und Kollegen in den Kitas, Schulen und Hochschulen, die die Maßnahmen der Politik letztlich umsetzen müssen. Dafür braucht es gerade in Zeiten des Fachkräftemangels eine erstklassige Ausbildung und attraktive Arbeitsbedingungen, damit die Beschäftigten Qualität, Chancengerechtigkeit und Teilhabe sichern und in Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche ihrer zentralen Rolle in der Gesellschaft gerecht werden können. Der Beamtenstatus für Lehrkräfte ist unverzichtbar.“
„Wenn Lehrer keine Beamten mehr sind, dann verliert der Beruf an Attraktivität. Da sehe ich eine große Gefahr“
Ähnlich äußert sich Rainer Nachtigall, Vorsitzender des Bayerischen Beamtenbundes (BBB). „Das Berufsbeamtentum ist der Garant dafür, dass staatliche Leistungen verlässlich zur Verfügung gestellt werden und hoheitliche Aufgaben sachgerecht und unabhängig erfüllt werden“, sagte er. Die aktuelle Debatte sei „Wasser auf die Mühlen derjenigen, die den Staat ohnehin in Frage stellen“.
Über die grundsätzliche Statusfrage hinaus verweisen Verbände auf die Lage am Arbeitsmarkt. Der Lehrermangel gilt bundesweit weiterhin als strukturelles Problem, der Nachwuchs bleibt aus. Der Beamtenstatus gilt für viele junge Menschen als zentrales Attraktivitätsmerkmal des Berufs. „Die Sicherheit des Lehrerberufs ist es, was viele junge Leute heute suchen“, sagt Fleischmann. „Wenn Lehrer keine Beamten mehr sind, dann verliert der Beruf an Attraktivität. Da sehe ich eine große Gefahr.“
Unterdessen heizt die „Bild“-Zeitung die Stimmung gegen die Lehrerschaft weiter an. „Wenn dieser brisante Antrag beim CDU-Bundesparteitag durchgeht“, kommentiert sie, „könnte mit dem Schlaraffenland im Berufsbeamtentum Schluss sein.“ News4teachers
Der Begriff „Schlaraffenland“ bezeichnet ein seit dem Mittelalter verbreitetes Fantasiereich des Überflusses, in dem Nahrung ohne Arbeit verfügbar ist und Müßiggang als Ideal gilt.
Literarisch taucht die Vorstellung unter anderem im 16. Jahrhundert bei Hans Sachs auf, später auch bei den Brüdern Grimm. Sprachlich geht der Begriff vermutlich auf das 14. Jahrhundert zurück: Er leitet sich aus dem Mittelhochdeutschen „slûr“ für Faulpelz und „affe“ im Sinne von Narr oder Tor ab. Daraus entstand das Schimpfwort „slûraffe“ für faule, gefräßige Menschen, aus dem sich über Lautverschiebungen „Schlauraffe“ und schließlich „Schlaraffe“ entwickelte. Das imaginierte Land dieser Faulenzer wurde ab etwa 1500 als „Schlaraffenland“ bezeichnet. Die Redewendung „wie im Schlaraffenland leben“ meint bis heute ein sorgenfreies Leben im Überfluss.









Ich wäre dafür. Wie schon in der Nachbardiskussion erkennbar, gibt es eigentlich keine trifftigen Gründe für die Aufrechterhaltung des Beamtenstatusses für die Lehrer.
https://www.news4teachers.de/2026/01/kultusminister-will-beamtenstatus-fuer-lehrkraefte-streichen-und-kuendigt-via-bild-eine-bundesratsinitiative-an
Überall in Deutschland gibt es ja auch angestellte Lehrer. In Sachsen fast die Hälfte, in Berlin immer noch gut ein Viertel, in BaWü etwa 20.000, in NRW Zehntausende!!!! Die alle strafen ja die Verfechter des Beamtentums und ihrer Argumente “Lügen”, dass Lehrer verbeamtet sein müssen, “damit sie gute Arbeit” leisten. Als ob alle angestellten Lehrer per sé keine guten Lehrer seien. Das ist eigentlich eine Frechheit.
“gibt es eigentlich keine trifftigen Gründe “
Wenn man 1 Mio € für jährliche Personalausgaben zur Verfügung hätte, wie viele Lehrkräfte könnte man wohl damit im Angestelltenverhältnis beschäftigen inkl. AG-Anteile zu RV/AV/KV/PV + Zusatzversorgung ÖD etc. , wie viele im Beamtenstatus inkl. Beihilfekosten ?
Bei den Beamten haben Sie die auflaufenden Pensionskosten vergessen in die Rechnung einzubeziehen – so, als ob Sie einen Kredit aufnehmen und die spätere Tilgung ignorieren…
Wird wohl niemand bestreiten, dass Angestellte für den Arbeitgeber dann kostengünstiger würden, wenn sie in etwa 45 Jahren in den Ruhestand eintreten und wenn von den bis dahin eingesparten Beträgen bei Beamten kein Pensionsfonds aufgebaut worden wäre, sondern das Geld einfach ausgegeben würde.
Allerdings müssten bis zu diesem Zeitpunkt entweder weniger Lehrkräfte beschäftigt werden oder für die gleiche Anzahl höhere Personalkosten aufwendet werden.
Inzwischen ist bekannt, dass Beamte in der Gesamtsumme teurer sind als Angestellte.
Das ist aber nur eine Seite der Medaille.
Die Frage ist meiner Ansicht eine andere: wenn das Beamtentum zwingende Voraussetzung für den Lehrerjob ist, wie es hier kolportiert wird, erklärt sich mir nicht, wieso die Länder überhaupt Angestelltenverhältnisse für Lehrkräfte zulassen dürfen.
Entweder braucht es zwingend das Beamtenverhältnis – dann darf es keine angestellten Lehrkräfte geben – oder die Arbeit kann genauso gut von angestellten Lehrkräften erledigt werden: dann muss die Verbeamtung von Lehrkräften abgeschafft werden.
Dieses Zwitterwesen, in welchem Angestellte zwar dieselben Pflichten, aber weder dieselben Rechte noch dieselbe Vergütung erhalten wie Beamte, ist jedoch unerträglich.
Von daher sollte jetzt tatsächlich mal eine Vereinheitlichung (egal in welche Richtung) erfolgen.
Für bestimmte Bereiche sind natürlich Beamte von Vorteil für den Arbeitgeber STAAT, kann er sich da doch auf die 100 prozentige Pflichterfüllung, ohne Streik, verlassen. Da der Staat aber willkürlich den Beamtenstatus vergibt, werden die Angestellten Lehrkräfte sowohl bei der Bezahlung (Netto-Entgelt) als auch später bei der Rente/Pension geprellt.
Dazu haben Sie ebenfalls die Zuschüsse nicht benannt …
Also v. A. langfristig geht sich die Rechnung gar nicht auf.
Zumindest im Vergleich “angestellter LuL aktuell” und “beamter LuL aktuell”. In Bezug auf Gesamtkosten.
Und wir haben halt die “45 Jahre” inzwischen/bald …
Die Verlagerung war absehbar. Absolut klar. Das ist und war ein klares Versäumnis der Politik. Ebenfalls die “Entwendungen” des Pensionsbeutels. Richtig. Ändert aber nichts an der Milchmädchenrechnung.
“Ändert aber nichts an der Milchmädchenrechnung.”
Das müssen Sie wohl mit den Rechnungshöfen abklären
z.B. hier
https://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl16/umdrucke/1200/umdruck-16-1299.pdf
Umdruck 16/1299.
Ja … Den gibt es. Der ist auch relativ valide im Punkt “aktuelle Kosten” [damals] im Vergleich des Staates.
Rechnet meines Wissens nach die Pensionen allerdings “nur bedingt” auf. D. H. man ging von der Prämisse aus, dass die Kosteneinsparungen die Pensionen ausgleichen werden. Sogar langfristig.
Sowohl der Rechnungshof, als auch einige Experten kritisierten und kritisieren das als “kurzfristig und eher unterkomplex gedacht”.
Beispielsweise werden die Familien- und Kinderzuschüsse gerne … Gutgerechnet – oder gar nicht berücksichtigt.
Dazu ist die Pensionslast eine Zukunftslast. Was politisch zu damaliger Zeit “gut” war. Jetzt merkt man jedoch, dass es … Ja siehe Kritik. Doch nur in die Zukunft verlagert wurde und weiterhin wird.
Die Beihilfe rechnet(e) man auch etwas … Sehr optimistisch.
Der Umdruck 16/1299 ist per se nicht falsch, da haben Sie recht. Es war jedoch der “Sofort-Effekt” als Nutzen und beinhaltete eben einige versteckte Kosten nicht so wirklich.
Die Entlastung gab es ja tatsächlich. Der Sofort-Effekt … War sofort weitestgehend da. Absolut richtig.
Wie sieht es denn mit neueren Studien und wissenschaftlichen Diskursen diesbezüglich aus?
IFO Institut beispielsweise?
Bund der Steuerzahler beispielsweise?
Diese kritisieren durchaus die ([stark] reduzierten) Rechnungen des Umdruck 16/1299.
Daher … Klar … Wenn Sie sich hier auf (das veraltete) Umdruck beziehen. Haben Sie recht: Es sparte (!) Geld dem Staat. Jetzt kommt und merkt man jedoch die versteckten Kosten und “den tatsächlichen Langzeiteffekt”. Zudem den Wirkhebel von Zuschlägen und Beihilfe. Zusätzlich auch die erhöhte Lebenzeit. Und hier wird “Verbeamtung” als Wirkmechanismus der Pensionslast deutlich höher je älter “wir” werden.
Also: Meines Wissens mach kritisiert(e) der Rechnungshof dies sogar. Schauen Sie diesbezüglich vielleicht aktuellere Lagen an?
Wie gesagt, wenn die eingesparten Personalkosten einfach verjubelt werden, statt zumindest einen größeren Teil in einem Fonds anzulegen, dann schlägt das Pendel einige Jahre nach dem Ruhestandseintritt in die andere Richtung um.
Dann könnten die staatlichen Arbeitgeber in ca 45 – 50 Jahren wieder Geld einsparen, weil die Kosten für die Rentner nicht die Landhaushalte belasten, sondern den Bundeshaushalt und die SV.
Ja, das sind so die einen Seiten.
Wie siehts mit anderen aus?
Jemand der nie von ALG I gebrauch machen musste, trotzdem “lebenslang” einzahlt? Warum ist das denn so? Wegen Sozialstaat. Stützen Beamte demnach den Sozialstaat nicht? Oder besser gesagt der Staat selbst, indem er diese Beteilungen “erlässt”. Und klar … Beamte – “Kündigungssicher”. Auch nicht “ohne Limit” und zusätzlich kann man die Verbeamtung ja aufheben. Warum gibt es denn hier kein “Fonds”, welcher die Ausgleichzahlung bei “Nicht-Beanspruchung” leistet? Und wie geht sich das logisch mit dem Sozialstaat als Staatsdiener und “Staatsgeber” einher?
Das sind halt so Punkte … Welche man “overall” auch zumindest etwas “sehen” kann?
Wäre man etwas bei sozial-gesellschaftlichen Punkten.
Und ja … Natürlich ist und wäre das eine Umverteilung. Aber das würde den “Nennbetrag” ja auch nochmal etwas ändern … Rein der Rechnung halber, v. A. wenn man auf Umdruck 16/1299 sich bezieht?
“ Es sparte (!) Geld dem Staat. “
Dem Bundesland. Wenn die BL das eingesparte Geld einfach verjubeln, kommt das dicke Ende irgendwann nach.
Würde man allerdings von den eingesparten monatlichen Personalkosten zur aktiven Zeit z.B. jeden Monat 500€ in einen Pensionsfonds mit 5% Rendite p.a. einzahlen ergäbe das bei 2% Dynamisierung nach 40 Jahren einen Kapitalstock von ca. 1 Mio € für die Pensionskosten. .
Ich meine, weder Rente noch Pension funktionieren so, dass das Geld angespart und später wieder ausgezahlt wird. Es zahlen immer die jetzt Berufstätigen für die jetzigen Rentner und Pensionäre – nur kommt das Geld für die Renten von den Rentenbeiträgen der aktuell Arbeitenden und das Geld für die Pensionen aus Steuermitteln.
Das Problem ist, die Renten werden also nur von den gegenwärtigen Arbeitern und Angestellten finanziert; die Pensionen hingegen aus den Steuerzahlungen aller. Und die Pensionen sind im Schnitt fast um die Hälfte höher als die vergleichbare Rente. DIESES finanzielle Problem wird durch die Verbeamtung in die Zukunft verlagert.
Oder irre ich mich?
Sie haben schon recht.
Angstellte würden die finanziellen Problerme in der Gegenwart der nächsten 40 Jahre verursachen, Beamte dann erst in der Zukunft so ab ca. 40 Jahren.
Je nachdem wie die eingesparten Personalkosten bis dahin verwendet würden, schlägt dann das Pendel aus.
Übrigens belasten auch Rentner die Steuerzahler und zusätzlich auch die Beitragszahler in RV und GKV.
Ist doch alles Jacke wie Hose. Egal über welches System, es sind Menschen, die andere Menschen finanzieren. Beamte kriegen mehr Geld und haben mehr Privilegien und sind somit teurer als andere Lehrer, so einfach ist das.
“so einfach ist das”
Das sahen Rechnungshöfe in Bund und Land bisher anders.
“Studie: Beamte billiger als Angestellte”
oder
https://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl16/umdrucke/1200/umdruck-16-1299.pdf
Es wird aber keiner auf Lehramt studieren, der bei klarem Verstand ist. Der typische verbeamtet Lehrer hat ein Lehramtsstudium absolviert: 5 Jahre Studum + 2 Jahre Referendariat. Mit dem Aufwand können Sie auch Arzt oder Jurist werden und ohne Verbeamtung das Doppelte verdienen. Bei deutlich mehr gesellschaftlichem Ansehen und (zumindest bei Juristen) deutlichen weniger Stress. Und Sie sind nicht mehr der “Sündenbock der Nation” und am Untergang von Gesellschaft und Wirtschaft schuld.
Ein Großteil der angestellten Lehrkräfte rekrutiert sich aus Seiten-/Quer-/Um-/Absteigern aus anderen Berufen. Wenn das die gewünschte Zukunft des Lehrerberufs ist, dann soll es so sein.
Gen Z wird einen weiten Bogen um das Lehramtsstudium ohne Verbeamtung machen. Nur noch Missionare, Märtyrer, Idealisten, Ideologen, Weltverbesserer und Klimakleber werden sich das dann antun…
Es haben doch aber Tausende auf Lehramt studiert in Ostdeutschland, als dort nicht mehr verbeamtet wurde. Sie sagen, die waren alle ohne Verstand?
Ja.
Und mit dem einzig richtigen Parteibuch ausgestattet, sonst hätten sie nämlich nicht studiert.
Ab 1990? Sie meinen CDU oder SPD oder Sie haben keine Ahnung?
Vor oder nach der Wende?
Ich studierte vor der Wende und die meisten meiner Mitstudenten waren nicht in der SED und auch in keiner anderen Blockflöten-Partei.
Das mag bei denen, die Stabü-Lehrer werden wollten anders gewesen sein.
Auch bei Stabü-Studenten nicht. Habe an einer Einrichtung studiert, wo es auch das Fach gab. Definitiv waren auch da nicht alle Studenten in der Partei.
So ein Schwachsinn…
Quatsch.
“Sehr schön”. Sie befeuern gerade mächtig Ost-West-Klischees. Als ob damals alle Studenten Mitglied der SED gewesen wären. Ist das das Ergebnis Ihres Geschichtsunterrichts?
Was ist das für Blödsinn mit dem Parteibuch? Ich zum Beispiel nicht!!!! Ich weiß ja nicht, ob Sie im Osten leben, aber nicht alle waren in der Partei. Es gab auch nach der Wende Lehramtsstudenten, die nicht verbeamtet worden sind.
Wenn die damals schon gewusst hätten, wie es heute in den Schulen zugeht, hätten sie es bleiben lassen.
Jede Menge von denen fehlt jedenfalls schonmal grundlegender Minimalehrgeiz und ökonomische, allereinfachste Grundbildung.
Wer sich für (manipulativ ausgenutzte) Gefühle und Parolen (“leuchtende Kinderaugen”) freiwillig selbst die Kniesehnen durchtrennt und solche Verträge unterschreibt…gehört oft eben zumindest nicht zur Speerspitze.
Sie müssen es ja wissen. Tatsächlich soll es Menschen geben in dem Beruf, denen Geld nicht das Wichtigste ist.
Bin ich froh, dass es Sie gibt. Wenigstens einer, der zur Speerspitze gehört. Ironie off.
Andere Zeit – andere Gesellschaft – anderer Rahmen.
Es gibt eben jede Menge Studienfächer für Lehramt die in der freien Wirtschaft eben nicht einträglich sind.
Deutsch, Geschichte, Fremdsprachen, Sozialkunde, Sport, Musik, Religion…
Da ist ein Angestelltenverhältnis besser als Taxifahrer.
Bei Mathe, Physik, Chemie oder beruflichen Lehrämtern die ganz nahe am Ingenieur oder Architekt sind sieht das schon ganz anders aus.
Für diese Lehramtsstudenten sind die Sicherheit und die Pension des Beamtenverhältnisses das einzige Argument für das Lehramtsstudium
“Es gibt eben jede Menge Studienfächer für Lehramt die in der freien Wirtschaft eben nicht einträglich sind.
Deutsch, Geschichte, Fremdsprachen, Sozialkunde, Sport, Musik, Religion…”
Wenn man das weiss, dann fängt man halt erst gar nicht das Studium an.
Den verbeamteten Lehrern können Sie schon mal nichts mehr und der Rest wird halt nicht mehr Lehrer – Was haben Sie also gewonnen?
Äh, ganz so einfach ist es eben nicht:
Sie sehen, so wie sagen, ist es überhaupt nicht.
Die Schweden haben ne ganz schlechte Verwaltung, dafür sind die auch bekannt……
Schweden ist auf dem Weg zum “failed state”… wahrscheinlich schneller als Deutschland
Wohl eher wegen eines bestimmten Problems, welches nichts mit dem Status der Staatsbediensteten zu tun hat!
Das auch – allerdings wird in Schweden und Norwegen da gerade umgesteuert.
Deutlich sichtbar.
Gut, dass Sie das Problem verstanden habe und ich meine nicht urschwedische Arbeitslose
Wie meinen?
Wer die letzten Jahre bei Länder besucht hat und mit den Menschen dort redet weiß auch ohne fürsorgliche “Einordnung” bescheid.
Wegen des zuzunehmenden Lehrermangels dort?
“The teacher shortage in Sweden: an unexplored area with various views on causes and solutions“
Knapp daneben, meinte eher, wird hier aber nicht erwünscht
Zitat: “Ein Großteil der angestellten Lehrkräfte rekrutiert sich aus Seiten-/Quer-/Um-/Absteigern aus anderen Berufen. Wenn das die gewünschte Zukunft des Lehrerberufs ist, dann soll es so sein.”
Ist das so ein hartnäckiges, gerne transportiertes Gerücht wie die berüchtigte “Muhlenberg-Legende”? Quer- und Seiteneinsteiger werden sogar verbeamtet, wenn sie die Lehrerausbildung berufsbegleitend nachgeholt haben! Viele machen es.
In den neuen Bundesländern studierten seit 1990 viele auf Lehramt mit der Aussicht, nicht verbeamtet zu werden. Ein kleiner Teil wanderte sicherlich auch ab, aber die meisten blieben. Damals gab es zu viele Lehrer.
Damals gab es auch keinen Fachkräftemangel und die Wirtschatf in Ostdeutschland lag am Boden.
Das soll bedeuten, es gab damals keinen Lehrermangel, weil die Wirtschaft in Ostdeutschland am Boden lag? Hören Sie sich eigentlich selber zu?
Wie soll man das verstehen? Weil es keinen Fachkräftemangel gab und die Wirtschaft der DDR am Boden lag, studierten in den 1990er Jahren zu viele junge Leute auf Lehramt, wohl wissend, dass keine Verbeamtung winkt?
1990- das sind 35 Jahre her! Da war die (Arbeits-) Welt eine völlig andere!
“In den neuen Bundesländern studierten seit 1990 viele auf Lehramt mit der Aussicht, nicht verbeamtet zu werden.”
Das ist schlicht unwahr.
1992 gab es in Ostdeutschland (also im zeitlichen Zusammenhang mit der DDR) ca. 30.000 Lehramtsstudenten.
Bis 2003 sank dieser Wert auf 23.000.
Das ist eine Abnahme von über 23% und da sind noch nicht einmal diejenigen einbezogen, die nach dem Studium in den Westen rübergemacht haben.
Nu ist es aber mal gut. Haben Sie alle einen NK von 1,1 um Arzt werden zu können? Und das es da keinen Stress gibt ü50h Woche, Unterbesetzung im KH wage ich mal zu bezweifeln.
Der clsusus schreibt sich mit c.
… und mit ‘a’.
Ich hatte 1,1. Ich denke als Ärztin mit maximal 3 Personen im Raum hätte ich ein wesentlich entspannteres Leben.
Auch im Ärztestand gibt es Leute, die “alles” mit sich machen lassen.
Die Norm ist das nicht und es wird durchgehend gut, sehr gut verdient.
So mancher absolviert die (in der BRD ausbeuterische) KH-Phase GLEICH WOANDERS.
Und vor allem würden die Altgedienten, die Ü50 sofort!!! was anderes machen- was sie auch fänden. Niemand, der heute die Faust in der Tasche macht und durchhält, um sich die erdienten (!!!) Pensionsansprüche zu erhalten, würde bleiben.
Und die im Alter zwischen 40 und 50 Jahren wären sowieso längst wieder weg.
Vor 3 Jahren wäre ich dann auf meiner Stelle im Universitätsdienst geblieben und nach Ablauf einer Abordnung nicht mehr zurückgekehrt.
Pension ruft schon ganz laut!
Ihre Kenntnisse über angestellte Lehrer entbehrt jeglicher Grundlage, in Bayern, z.B. wurden sehr viele Lehrer zu Zeiten des Lehrerüberschusses auf die Straße gesetzt, die dann als später als Wiedereinsteiger größtenteils nicht verbeamtet wurden, aber dennoch ihren Wunschberuf haben wollten. Nix mit dem abschätzigen “Seiten-, Quer-, Um- und Absteiger”, das sind oft sehr engagierte und motivierte Kollegen, die wissen, wie es in anderen Berufen aussieht. Aber das habe ich schon x-mal erklärt, ich habe es langsam satt, diese Ignoranz zu ertragen.
“…ihren Wunschberuf haben wollten…” –> exakt da liegt das Langohr im Gewürz:
Die Leuten haben also freiwillig, ohne Existenznot oder staatlichen Zwang, die Hand die sie:
– nicht gefüttert (Arbeit)
– geschlagen hat (erst in ein Einbahnstraßenstudium locken, dann abservieren)
…noch angeschnurrt und sind der Führung dieser Hand gefolgt.
Weil ihnen das WICHTIGER war, als Stolz, Selbstrespekt und Einstehen für ihre völlig berechtigten ökonomischen Interessen.
Vielleicht verlangen Sie auch etwas zuviel vom “Staat”?
Was sollen das denn für Zauberer sein, die jede Art von demographischen Wandel mit links wuppen, hellsehen und jederzeit Top Bedingungen aus dem Ärmel schütteln können?
Vielleicht sind diese damals arbeitslosen Lehrer auch weniger weltfremd und wollten anschließend die Möglichkeiten nutzen, die es zuvor nicht für alle gab?
Wie sähe denn eine Gesellschaft mit lauter 447’s aus? Glauben Sie, dann würde alles top laufen, weil sich keiner etwas gefallen ließe und jeder an sich selbst zuerst denkt? Glauben Sie, dann würde der “Staat” top funktionieren, weil die Politik aus “Angst” vor streikenden 447’s nur optimale Bedingungen herrichten würde?
Ich denke, entweder würde alles mit einem Knall zusammen brechen vor lauter Ego’s oder es gäbe eine sehr menschenfeindliche Selektion.
Denn man kann Privilegierten, die die Macht haben, sich nichts gefallen zu lassen dann auch entsprechend nur bedienen, indem man Andere völlig hinten rüber fallen ließe.
Das heißt, top Bedingungen für 447’s schaffen, indem man nur Topschüler in kleiner Anzahl in die Schule lässt und bei Lehrerüberschuß wie in den 80ern alle gut finanziert in Anstellung bringen, indem man… ZB die medizinische Versorgung der gesamten Unterschicht einstellt bei weiter laufenden Beiträgen, um das zu finanzieren?
Warum wird das nicht gemacht? Wegen Frieden in der Gesellschaft und so.. Sonst gibt es nämlich irgendwann ne Racherevolte, also der Knall käme auf jeden Fall.
Also ich denke schon, dass vieles in diesem Staat besser laufen würde, wenn die Deutschen nicht solche guten Untertanen wären.
Ihnen ist scheinbar die Macht- und Handlungsfähigkeit des Staates null bewusst.
Nur mal als Beispiele (können Sie alles recherchieren):
– der Staat weiß zu JEDEM Zeitpunkt, wie viele Kinder WANN und WO schulpflichtig oder volljährig sind/werden
– wo diese leben
– was deren Eltern verdienen
– auf (wörtlich) Knopfdruck in welchen Häusern mit (auf Knopfdruck) welchem Bauplan, Unternet, Telefonanschluss
– wie viele Lehrer/Schulen, ja sogar wie viele Hausmeister es wo genau bis wann gibt
Der Staat (=die Politiker=die Wähler) WILL nicht.
Was das andere betrifft:
Würden “alle” handeln wie ich würden jedenfalls schonmal alle Gesetze eingehalten, keine Straftaten begangen, niemand hungern/frieren/obdachlos sein, keine Kinder verprügelt/misshandelt und es wäre vor allem kein zur lastkraftwagen großen Blutsauger-Zecke aufgeblähter Versorgungsapparat für Millionen Menschen nötig, bei gleichzeitiger Vernichtung der Industriebasis, maximaler Besteuerungsorgie und sinkender Kaufkraft.
Also ja, das wäre kein (echtes) Problem.
Was passiert eigentlich, wenn alle als Puppenspieler/Reitlehrkraft im Bauwagen leben ?
Vielleicht kann man durchaus Existenznot erkennen, wenn man nach 5 Jahren Studium und 2 Jahren Referendarzeit vor dem Nichts steht, weil der Dienstherr fast alle fallen lässt oder mit ausbeuterischen unterhälftigen Zeitvertreib abspeisen mit der Aussicht, vielleicht in 10 Jahren die Möglichkeit einer Planstelle zu sichten, wenn man schön brav macht was der Staat so vorgibt.
Sie kennen das sicher nicht, sonst würden Sie nicht so abfällig urteilen. Es gibt Lehrer, die haben einfach nicht die Ausbildung für einen angemessenen Job außerhalb der Schule. Kommen Sie raus aus Ihrer bequemen Blase.
Das sagen Sie zu jemanden, der aus einem (ganz offiziell) “unterprivilegierten” Hausstand (und Herkunftsland) kommt und seit seinem 16. Lebensjahr durchgehend legal arbeitet.
Ganz, ganz falsche Adresse.
Dürfte ich ma fragen, echtes Interesse einer zur Hälfte selbst betroffenen Person, was Sie unter einem „unterprivilegierten“ Herkunftsland verstehen? Da es hier auch und gerade um Politik gehen soll, würde mich sehr interessieren!
Man geht der Diskutieren oder nur Erklärung aus dem Weg!
@Realist. Ich bin ein angestellter Lehrer in Sachsen. Ich habe 5 Jahre Studium und 2 Jahre Referendariat absolviert. Durfte danach als angestellter Lehrer arbeiten, weil es keine Verbeamtung im Freistaat gab. Und als sie dann eingeführt wurde, war ich zu alt, um in diesen Genuss zu kommen.
Es hat also nix mit Quereinsteiger oder so zu tun, sondern liegt einfach an der Bildungspolitik in Sachsen. Und damit bin ich nicht allein.
Richtig, hätten Sie rechnen gelernt, wären Sie vermutlich erst einmal in ein anderes Bundesland wechseln können.
Aber gut, hat sicher auch etwas mit Selbstachtung zu tun – der Eine hats, der Andere nicht.
Und sie haben scheinbar keinen Respekt
Die Anforderungen “Lehrer” zu spielen wird sinken.
Damit lassen sich sehr viele Probleme lösen.
Absteiger? Macht man damit denn Lehrerberuf nicht schlecht?
Was sicherlich gilt, ist das die Seiteneinsteiger sich in der Regel die Schule aussuchen bzw. In einem lokalen Bereich ihre Stelle suchen. Das “Verschicken ” innerhalb der Grenzen eines Bundelslandes wird hier eher nciht funktionieren.
Sollte es mit einer Schule nicht passen, sind sie halt schneller wieder weg.
Vermutlich wird schon darauf spekuliert, dass zunehmend studierte Berufseinsteiger anderer Fachrichtungen dem Lehrerarbeitsmarkt zur Verfügung stehen werden, weil die Einstiegspositionen gerade gestrichen werden. Es werden ja heute schon Vertretungskräfte eingestellt, um die Verbeamtung junger Lehrkräfte zu vermeiden. Die haben oft keinerlei Ausbildung, vielleicht grade mal Abitur, sind nichtmal Studenten (irgendeiner Fachrichtung). Wer braucht schon Lehrer? Mit einer siebenjährigen Lehrerausbildung in Vorleistung zu gehen ist maximal dumm.
Unsinn. Nachweise bitte.
“Gen Z wird einen weiten Bogen um das Lehramtsstudium ohne Verbeamtung machen. ”
Ne, die Verbeamtung “juckt” anscheinend/wohl die Gen Z eher weniger.
Es sind die generellen Rahmenbedingungen, welche das Problem sind.
Ursache – Wirkung da vielleicht nicht ganz verzerren wäre gut?
Der Wille war eben da durch Seiten- und Quereinstieg. Die Bedingungen und der Rahmen allerdings so schlecht, dass viele “einfach” wieder gingen und gehen. Komisch … Hat allerdings eher weniger mit Verbeamtung zu tun. Teilweise “trotz” Verbeamtung.
Das Zweiklassensystem kann man ebenfalls TROTZ Verbeamtung nicht erklären, oder? Das gäbe es ja Ihrer Logik nach dann gar nicht. Gibt es allerdings. Mal genau nachdenken … Warum. Es das leider gibt.
Naja natürlich kann man Lehrern das Beamtentum streichen. Spart langfristig sicher Geld. Aber vielleicht sollte man sich mal zurück erinnern warum Lehrer überhaupt verbeamtet wurden.
Dank Beamtentum wird gerade überhaupt noch der Unterricht in Brennpunktschulen im Ruhrgebiet gesichert. Denn es wurde von Feller ja fleißig aus Münster abgeordnet.
Dank Beamtentum wird Unterricht trotz Streik gesichert.
Die Schule als kritische Infrastruktur wird dank Beamtentum trotz Krisen abgesichert. Denn Beamte haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten.
Angeordnete, unbezahlte Mehrarbeit? Geht nur mit Beamten.
Versetzung an 3 Schulen parallel? Geht nur bei Beamten.
Nee, geht leider auch mit Angestellten oder glauben Sie, die weigern sich und kündigen alle? Woher kommt so ein Aberglaube?
Irgendwie möchten alle diese Dinge aber viele nicht hören.
„ Angeordnete, unbezahlte Mehrarbeit? Geht nur mit Beamten.
Versetzung an 3 Schulen parallel? Geht nur bei Beamten.“
Leider falsch: Läuft schon lange auch bei Angestellten.
Wenn man es mit sich machen läßt?!
Meiner Erfahrung nach sind angestellte Lehrer charakterlich eher nicht so stark und deren Beziehung zu ihrem Landesherrn gleicht dem der verprügelten Ehefrau, die es nicht schafft sich von ihrem gewalttätigen Mann zu lösen.
Ich sagte es schon irgendwann einmal, diese ganzen Geschichten haben auch mit Selbstachtung zu tun.
Oh, man…oder Sie sind stärker. Sie urteilen ohne zu wissen. Verbeamtete kuschen viel mehr, sind häufiger und länger krank.
Versetzung an 3 Schulen parallel? Geht nur bei Beamten.
Stimmt nicht ganz. Wir hatten eine angestellte Kollegin, die war an drei Schulen tätigt mit den entsprechenden Verträgen! Ist zwar keine Versetzung im Sinne der Beamten, aber wenn sie halt Vollzeit arbeiten will, musste sie das akzeptieren.
Alterntive?
Man kann auch Angestellte abordnen/umsetzen. Was soll ein angestellter Lehrer dagegen tun? Er kann kündigen, ok, dann ist er arbeitslos, ok, weil er selbst gekündigt hat, ist er erst einmal 3 Monate ohne ALG. Er bewirbt sich dann wieder im Schuldienst und kommt dann an seine Wunschschule?????? Wo ist das je so geschehen? Oder er wird dann Blumenverkäufer und ist glücklich?
So isses.
Als Tipp: Die Wunschschule ist oft eine Privatschule. “Wissen” nur viele (noch) nicht. Allerdings geht auch dies eben mit “Nachteilen” einher. Dafür oft Vorteile, welche der Staat selbst den Privatschulen gibt und gesetzlich sogar geben MUSS. Es auch will [Win-Win-Win-Situation des Staates]. Allerdings ist der Vergleich zu den Nachteilen im “Zweiklassensystem” doch oft annehmbarer. Gerade für die eigene Psyche.
Pflichten werden und wurden (weitestgehend) auf angestellte LuL angeglichen/übernommen.
Der Entzug des Streikrechts schwächt “beide ‘Stände’ “.
Eine der Pflichten ist die Remonstrationspflicht. Habe ich bisher relativ selten mitbekommen… Das ist eine PFLICHT, welche meist einfach “ignoriert/nicht gemacht” wird. Und da schließe ich mich nicht aus. Ich hatte das damals auch nicht “beherzigt”. Leider.
Und hier kann ich mich nicht “rausziehen”. Ich war damals einfach “nicht soweit”. Also Hopp … Remonstrieren. Das ist nämlich “ihr Machtapparat” als Masse der Beamten.
“Naja natürlich kann man Lehrern das Beamtentum streichen. Spart langfristig sicher Geld.”
Oder es wird gerade teuer…
In der Schweiz können Sek.2-Lehrer bis zu 200658,38 € (185.000 CHF) pro Jahr verdienen. Es gibt ein 13. Monatrsgehalt..
Am Besten gefällt mir diese Stelle: “Es herrscht ein gewisser Lohnwettbewerb: Wenn ein Kanton (wie Zürich) die Löhne erhöht, müssen die Nachbarkantone oft nachziehen, damit die Lehrer nicht abwandern.”
Lehrkräfte wurden, frei nach Dr Mangold verbeamtet, weil es immer so war! Brennpunktschulen in dem Sinne Resultat einer immer diverseren modernen Gesellschaft! Ganz früher hätte es was um die Ohren gegeben, da wäre eine Brennpunktschule nicht möglich gewesen! Auch keine Lösung, geschenkt
Beamte müssen streikende Angestellte nicht vertreten. Es fällt also der Unterricht aus.
Volle Zustimmung.
Die angestellten Lehrer haben in Sachsen jahrzehntelang den Schulbetrieb getragen, fachlich sattelfest, didaktisch erfahren, belastbar bis zur Selbstaufgabe. Sie haben die MINT‑Spitzenplätze erarbeitet, während ihnen gleichzeitig eingeredet wurde, ohne Beamtenstatus könne man ja gar keine „gute Arbeit“ leisten. Eine Realitätsverweigerung, wie sie nur die Bildungspolitik hinbekommt.
Dann kam die große Verbeamtungswelle – und mit ihr die Zweiklassengesellschaft im Lehrerzimmer. Auf der einen Seite die alten Hasen: fachlich stark, methodisch sicher, Unterricht tragfähig. Auf der anderen Seite die frisch verbeamtete Generation, die fachlich oft noch im Rohzustand war, aber dafür pädagogisch glänzte – zumindest im Sinne der aktuellen Modewörter.
Denn plötzlich war sie da – die Lapbook‑Leporello‑Teamarbeits‑Trullala‑Generation. Fachliche Tiefe? Zweitrangig. Hauptsache, es wird gebastelt, geklebt, „kollaboriert“ und „reflektiert“. Während die angestellten Kollegen weiter solide Inhalte vermittelten, wurde ihnen von oben erklärt, sie seien „nicht modern genug“. Ironischerweise waren es genau diese „Unmodernen“, die die Leistungsstatistiken des Landes über Jahre hinweg getragen haben.
Und dann begann das große Familienplanungs‑Ballett: Kind 1, Kind 2, Kind 3 – alles fein choreografiert. Vom letzten Erziehungsurlaub fast nahtlos in den Mutterschutz des nächsten. Und das System applaudiert begeistert, denn für Beamte lohnt sich das Kinderkriegen finanziell enorm.
Unsere Kinder sind dem Staat eben nicht genauso wichtig – ein Beamter kassiert für drei Kinder fast 1.000 € Familienzuschlag im Monat, ein angestellter Lehrer bekommt dafür exakt 0. Gesetzlich verankerte Zweiklassengesellschaft, schwarz auf weiß.
Im Lehrerzimmer standen sich also ab 2019 also zwei Welten gegenüber:
Die einen diskutierten über die nächste Elternzeit und das nächste Bastelprojekt.
Die anderen darüber, wie sie die dadurch entstehenden Lücken wieder einmal fachlich solide füllen sollen.
Aber gut – wer nie ins Schlaraffenland durfte, kann wenigstens nicht hinausgeworfen werden. Ein bitterer Treppenwitz der Bildungspolitik.
Sind das die, die schon in der DDR Lehrer waren?!
Nein – das sind viele wie ich, welche z.B. 1990 ihr Studium begannen und als Lehrer *Neuen Rechts* mit zwei Staatsexamen abgeschlossen haben. Auch wir waren 2019, als Sachsen begann Lehrer zu verbeamten, schon zu alt.
Wäre das ein Problem für Sie, ein DDR-Lehrer?
Da würde mich mal Ihre Quelle zum Thema “angestellte Lehrer in BW” interessieren. Laut GEW-Infobroschüre (Stand 2024) waren es 10.000 und somit über neunzig Prozent. Leider wird da nicht erwähnt, wie viele der angestellten KuK sich als pädagogische Wanderhuren (Krankheitsvertretung) verdingen dürfen.
Den Begriff “Wander…” finde ich eine Frechheit.
Entspricht aber der Realität. “Te huur” bedeutet “zu kaufen”. Also genau das, was der AG macht, er kauft sich die Dienstleistung der “Eanderhuren” ein.
Da Sie eben keinen konkreten Einblick haben, verrennen Sie sich in Nebelwand aus “N”GO-Studien, “Berichten”, “Expertenmeinungen”.
Für den klaren Blick auf (völlig unverbeamtete UND auch mit ähnlicher Pflichtmenge überladenen) Schulen empfehle ich Ihnen einen
– unangekündigten (!) Besuch
– an einer normalen (!!)
– britischen oder amerikanischen Schule
– die NICHT in religiöser oder privatwirtschaftlicher Hand ist (auch nicht teilweise, also wirklich “echt” öffentlich)
– bevorzugt in der Großstadt
Wenn Sie DAS gesehen haben, was da als “Unterricht”, “Lernen” usw. heisst (NICHT die tausend pompösen, kognitiv jedoch nutzlosen Betreu- und Verwahrgeschichten ohne geistigen Mehrwert)…dann sind sie geheilt.
Vermutlich ein- für allemal.
Oder in Afrika? Keine Verbeamtung. Keine Stühle.
Ich weiß ehrlicherweisennicht, wo Ihr Vergleich so “hin will”.
Es liegt eben primär an den Rahmenbedingungen. Eine Zweiklassengesellschaft “heizt” diese zusätzlich an. Gut für den AG erstmal … Langfristig schwer tragbar.
Demnach müsste man eben entweder allen die Option der Verbeamtung zumindest tatsächlich anbieten, oder eben keinem/keiner.
Ein “ich stelle wegen XY als Angestellen ein” mit “gleichen Berufsprofil” macht hingegen rational erstmal keinen Sinn. Außer man schaut rein auf die eigenen Vorteile als AG und betreibt “Cherry-Picking”.
Wie Sie darauf kommen, GB oder USA (beides reiche, hoch entwickelte Länder; im direkten Vergleich zur USA sind wir ein Witz) mit “Afrika” zu vergleichen…bleibt wohl ihr Geheimnis.
Verbeamtete Lehrer schwören, sich für unsere aktuelle Staatsform einzusetzen, das müssen meines Wissens nach angestellte Lehrkräfte nicht.
In jeder Staatsform geht es auch darum, dass über die Schulen (und oft auch über die Bildung), die Staatsform so gelehrt wird, dass sie bestehen bleibt.
In unserem Fall ist das zum Glück die Demokratie, aber das findet in jeder anderen Staatsform auch statt. Verbeamtete Lehrer sind halt gleichzeitig systemtreue Lehrer.
So ein Quatsch!
Auch angestellte Lehrer müssen einen Amtseid auf die Verfassung leisten.
In NRW müssen Sie bei der Anstellung nur geloben und die entsprechende Verpflichtungserklärung unterschreiben.
Ja, Sie müssen ein Treuegelöbnis gegenüber dem Dienstherrn und ein Bekenntnis zur FDGO ablegen. Was ist daran jetzt „nur“?
Hier wurde behauptet, dass nur Beamte sich zur FDGO bekennen müssen: das ist falsch. Im ÖD unterliegen Angestellte mit hoheitlichen Aufgaben ebenso der Wohlverhaltenspflicht wie Beamte.
Ändert was konkret in der Realität?
Aha, wie kommt es dann zu nicht so wenigen Beamten-Lehrern mit AfD-Parteibuch? (Und es wären sicherlich noch mehr, wenn die keine Sanktionen fürchten würden.)
Eigentlich sagt man mit so einem Vorstoß genau das Gegenteil, nämlich dass verbeamtete Lehrer ihr Geld, also dass was sie kosten, nicht wert sind. Denn wie die Redaktion dankenswerterweise als Information ergänzt hat, ist das Schlaraffenland der Aufenthaltsort von dummen Faulpelzen. Auch wenn die Wortwahl von der Bild kommt, weiß ein Minister genau, in welches Horn er da tutet, wenn er seinen Plan der Bild gegenüber kundtut.
Lehrer arbeiten schon jetzt viel zu viel, wenn ich mir die 50-60 Stunden von uns anschaue.
Andere Gewerkschaften haben es geschafft, einen 7 Stunden Tag einzuführen (35h Woche) und bieten für Überstunden hohe Zuschläge.
Die neuen Geschenke wie Homeoffice, Gleitzeit, 4 Tage Woche, Zeitausgleich, Flexiurlaub & Co. sind richtig attraktiv. Leider stecken viele Lehrer in einer Blase, sehen das nicht, wollen das gar nicht sehen. Eine Kollegin sagte mir, der Schmerz darüber sei einfach zu groß.
Bei 2-3 Tagen Homeoffice würden sie auf ganze 27 Wochen zuhause kommen. Das muss man sich mal vorstellen.
Das Lehrergehalt erfährt seit Jahren Nullrunden und die Wertschätzung ist nicht mehr vorhanden!
das wollen viele nicht hören 🙁
leider ist das so gekommen und die Arbeitszeit muss angepasst werden. 7 Stunden wären gerechtfertigt, weil es viele Gewerkschaften längst durchgesetzt haben.
Somit würden die Deputate geringer, sagen wir 18, und viele bekommen ihre 4 Tage Woche und die Entschädigung für fehlendes Homeoffice.
Der Freitag kann auch als reiner Homeofficetag für alle eingeführt werden.
Gleiches Recht für alle Arbeitnehmer im Ländle. Früher haben mal alle 40 Stunden und 5 Tage im Betrieb gearbeitet, heute ist das völlig aufgeweicht und ungerecht. Die Einen sind nur noch im Homeoffice, die Anderen stellen sich hinten an 🙁
“Lehrer arbeiten schon jetzt viel zu viel”
Angestellte Lehrer arbeiten m.M. zu viel, weil die Gewerkschaften bisher keine Einwände hatten, dass Lehrkräfte im Angestelltenverhältnis das gleiche Stundendeputat leisten sollen wie Beamte, auch wenn die tarifliche Wochenarbeitszeit von Angestellten niedriger ist.
Ob das ewig so in Stein gemeißelt bleiben muss, läge dann an den Tarifparteien, die die Tarifverträge aushandeln.
Richtig. Die angestellten Lehrer müssten eigentlich ein geringeres Stundendeputat haben. Leider kümmern sich die Gewerkschaften lieber um ihre verbeamteten Mitglieder. Zu den Streiks rufen sie aber die verbliebenen angestellten Lehrer auf.
Vielleicht muss auch einfach mal jemand dagegen klagen?
Wären die Bedingungen für die Angestellten vergleichsweise gut, würden vermutlich nicht wenige auf den Beamtenstatus freiwillig verzichten. Das tun die ja nur nicht, weil die Beamten all diese Vorteile haben.
Wie hoch ist denn der Anteil von Angestellten und Beamten in der GEW?
Wenn es generell weniger angestellte als verbeamtete Lehrkräfte gibt, ist logischerweise der Anteil angestellter Lehrkräfte in der GEW erwartbar kleiner. Die Frage wäre: wie viel Prozent der verbeamteten Lehrkräfte sind in der GEW und wie viel Prozent der angestellten Lehrkräfte. Allerdings geht auch die GEW nicht an den Par. 44 des TVL ran, so dass ich mich schon frage, warum ich in einer Gewerkschaft sein soll, die nichts für meine Interessen tut.
Ach im Fall der GEW würde ich schon fast behaupten, dass die sich generell nicht für Lehrer einsetzt, egal ob verbeamtet oder nicht. Die Macht viel lieber Dinge, die nicht ihre Aufgabe sind …. Bildungspolitik.
Sagen wir GERING… was schließt man daraus?
Sehr viele Angestellte haben befristete Verträge.
Die Abhängigkeit ist groß. Man möchte nicht negativ auffallen.
Aber das ändert nicht das vorhandene Problem?!
Angestellte müssen in Hessen, die nicht das zweite Staatsexamen haben, müssen eine Stunde MEHR arbeiten, als die anderen Kollegen..
Also wir reden hier noch nicht mal von Gleichstellung…
Juckt aber absolut niemanden?
Danke danke danke…
Macht mich glücklich, sowas von Dritten zu hören.
Warum sind Angestellte nicht untereinander organisiert?
In NRW gibt es das. Warum nur dort?
“Schall” …. und leider ne Menge Rauch.
“Leider kümmern sich die Gewerkschaften lieber um ihre verbeamteten Mitglieder. Zu den Streiks rufen sie aber die verbliebenen angestellten Lehrer auf.”
Wenn es so wäre, warum arbeiten dann die verbeamteten Lehrer nicht weniger?
Die Antwort ist ganz einfach: weil ihre Aussage falsch ist.
Wie es besser geht, aus Arbeitnehmersicht sind z.B. die Bahngewerkschaft. Solange sich aber an 1 und 2 nichts ändert, wird sich halt nichts verbessern, egal, ob angestellt oder verbeamtet.
Angestellte Lehrer brauchen eine eigene Gewerkschaft, welches ihre Interessen vertritt. Ich setze mich die ganze Zeit dafür ein!
Die Gewerkschaften sind voll mit Beamten, die genau dieses Problem völlig ignorieren und nicht anpacken!
Absolut richtig. Auch das gehört zum ehrlichen Diskurs. Ist jedoch etwas komplexer …
Viele der GEW Mitglieder und co. sind Beamte. Daher will man auch hier nicht unbedingt diese komplett angehen. Logisch.
Dazu haben einige GEWerkschaften halt Clientel-Verhalten. Und das Clientel sind nicht primär Lehrkräfte.
Ein “soziales Leben” wird dann als Kompromiss der eigenen Missstände des eigentlichen Clientels zumindest geduldet. Teilweise angeheizt [schlechte Inklusion, Migration als Kompromiss der Ideologie].
Und man diskutiert schon vereinzelt die Wiedereinführung des Samstags-Unterrichts um den “Bildungsnotstand” zu beheben und die Kids von den Smartphones und Playstations wegzubekommen…
Nicht das, schlimmer kann es nicht mehr werden, Freunde
Hasi war die gesamte letzte Woche im Homeoffice und fragt nicht nach mir.
Im Grunde war ja Hasi der Realist, oder?
Er hat das schon früh erkannt und genießt die ganzen Vorteile der Branchen mit Gewerkschaften, die angenehme Arbeitsbedingungen erkämpfen.
Wenn wir nicht bald eine 4 Tage Woche haben und endlich den online Unterricht richtig hinbekommen – dann wird es noch mehr knirschen und kriseln.
Eine Bonuszahlung, wie Hasi, sie 2 Mal im Jahr erhält, wäre auch mal was.
ist Miste, meine Frau auch!! Seit Homeoffice und diese ganzen tollen Neuerungen aufkamen, kann der Lehrberuf nicht mehr mithalten.
Und wenn uns Realist vorrechnet, wie hoch der Nettoverlust der letzten Jahre liegt und wie viele Abstriche wir hinnehmen bei gleichzeitiger Arbeitsverdichtung ist das nur noch traurig
@Petra OWL
“Hasi war die gesamte letzte Woche im Homeoffice und fragt nicht nach mir.”
Ja Peti, das ist schlimm wenn dein Hasi nicht nach dir fragt.
Hoffentlich sitzt da nicht ein anderes Hasi neben deinem Hasi auf der Terrasse oder am Kamin …
Das erklärt auch warum du so gerne Homeoffice hättest. 😉
Dann mal hoppel hoppel.
Wann? Wo? Und wie soll das gehen bei Lehrermangel?
Es könnten ja vielleicht die verbeamteten Lehrer dazu verpflichtet werden? Wenn die Gewerkschaften die angestellten Lehrer davor wirksam schützen. 🙂
Wie das bei den Angestellten wäre? Keine Ahnung.
Verbeamtet Lehrer kann man zum Samstags-Unterricht zwingen. Ein “Vorteil” des Beamtenstatus…
PARAGRAPH 44 TV-L – alles klar?
Ein Verrat der vertretenden Gewerkschaften gegenüber Angestellten!
Auf welcher Grundlage könnten sich angestellte Lehrer weigern??? Bitte zitieren Sie das mal. Vielleicht brauche ich es bald.
Samstag 7nterrocht, manche haben wohl kein Leben
Ja, und jetzt wird es für Teilzeitkräfte auch eine Bagatellgrenze bei Mehrarbeit geben. Die Änderung gilt ab dem 1.1.2026 (§ 61 Absatz 1 LBG NRW). Die Politik tut aber auch alles, um den Lehrerberuf unattraktiv zu machen. Ich glaube, sie wollen alle Lehrer und Lehrerinnen loswerden, damit Roboter und KI den Unterricht übernehmen ;))
für Mütter wurde es schon viel unattraktiver. Aber keine Angst, Sie werden gebraucht. Lehrermangel und Gen Z macht den Bogen um die Präsenzjobs 😀
Das ist die die größte Frechheit überhaupt, übrigens auch bei den Vollzeitlehrkräften.
Und was bedeutet diese Begatellgrenze bei Mehrarbeit?
Ich lese das, aber das ist nicht neu, aber vielleicht neu in NRW?
“in NRW hat der Gesetzgeber das Landesbeamtengesetz zum 1.1.26 geändert und damit die Bagatellgrenze auch für Beamte in Teilzeit eingeführt. Das heißt, wer nun Mehrarbeit leistet, kriegt diese nicht bis zur Stundenzahl einer Vollzeitkraft vollständig vergütet, sondern erst, wenn er die Bagatellgrenze überschreitet. Die Bagatellgrenze ist für Teilzeitkräfte anteilig zu kürzen (§ 61 Abs. 1 Satz 3 LBG).”
Gilt “schon immer” in Berlin.
Ja, bei uns in NRW nicht. Was ich besonders hinterhältig finde, ist, dass es stillschweigend geändert wurde. Wer weiß, wie die weiteren Änderungen kommuniziert werden. Wahrscheinlich gar nicht und dann heißt es, ab morgen gilt Präsenzpflicht in der Schule …
Sie schreiben das mit einem Smiley, aber ich wette, davon träumen nicht Wenige tatsächlich.
Dann soll die Politik doch Roboter einstellen. Roboter haen doch nur Vorteile: Sie müssen nicht schlafen, werden nicht krank, bleiben in der Schule, sind objektiv, erklären Sachverhalte 1000-mal etc. In der Pflege sollen sie doch auch bald eingesetzt werden. Haltet noch ein wenig durch, Elon will Roboter bis 2027 auf den Massenmarkt bringen und die Armut parallel mit besiegen: https://www.businessinsider.de/wirtschaft/elon-musk-teslas-optimus-roboter-wird-die-armut-beseitigen/ Das bisschen Menschlichkeit, was eine Lehrkraft mitbringt, ist doch zu vernachlässigen.
…und die vielen überflüssigen Fresser und Ressourcenverschwender werden dann eingeschläfert und man macht “soylent green” aus ihnen, oder wie stellen crazy Elon und sein Epigonen sich das vor?
Ein Sozialdarwinist reinster Güte – knapp an der Grenze zum Faschismus — oder vllt auch schon drüber weg.
Vorsicht mit solchen Vergleichen, Nachbars Kirschen glänzen immer besser als die eigenen.
Wenn die Schulferien als frei einteilbare Zeit plötzlich weg sind und man z.B. nicht weiß, ob man während der Schulsommerferien überhaupt frei bekommen kann, dann fühlt sich das Ganze schon sehr anders an.
Und wenn man für den (im Vergleich zur Pension) halben Rentenanspruch auch noch bezahlen muss, dann auch.
Und wenn man z.B. Korrekturzeiten nicht mehr selber beeinflussen kann, sondern ein Chef festlegt “bis Montag ist das fertig”, dann fühlt sich eine offizielle 35 Stundenwoche plötzlich auch anders an.
Und wenn ein Chef sich regelmäßig die Arbeitsergebnisse anschaut und beurteilt, ob die gut (genug) sind, auch dann wirkt das Ganze plötzlich sehr anders.
Natürlich gibt es einiges zu verbessern an den Arbeitsbedingungen, aber so eine “Schlaraffenland” Erzählung ist in beide Richtungen, auch in Ihre Richtung, falsch.
Gerne her mit den Nachbarschaftsvergleichen.
Nehmen wir mal die Autobauer
35-Stunden Woche
Nehmen wir den Rundfunk
36-Stunden Woche
und dann die Zulagen Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld macht mindestens 13 Monatsgehälter.
Der Bonus bei 6000 netto.
die 2,3,4 Tage im Homeoffice
Dienstwagen, Tankkarte und der Renteneintritt ab 62.
Wenn was machen Sie, wenn die Produktion nach Rumänien verlegt wird? Dahin ziehen?
Oder wenn mit 58 die Kündigung kommt? Oder wenn Sie einen schlecht bezahlten Job haben, die es ja auch geben soll?
Abfindung aushandeln, Sozialplan, 2 Jahre stempeln, dann ggf. mit ein paar Maßnahmen über die die Zeit retten, dann passt das schon.
Ob Beamter oder Angestellter ist mir schnuppe. Aber das Wehklagen einiger Kolleg/innen nervt inzwischen. Die o.g. genannten haben 6 Wochen Jahresurlaub, selbst bei 1-2 Wochen Klausur-Korrektur in Ferien übers Jahr und 1 Woche früher antreten im Sommer, kommen Lehrer auf 10 Wochen. 10 Wochen a 36 Stunden, die die Arbeitnehmer schon mal mehr arbeitet… Dann noch Privilegien wie private Krankenversicherung, Betreuung der eigenen Kinder in Ferien…
Zulagen und Weihnachtsgeld gibt es längst nicht mehr in allen Betrieben und Branchen. In der Industrie gibt es auch mal kurzerhand Kurzarbeit, vom Jobverlust ganz zu schweigen.
Lehrern sei wirklich nicht abgesprochen, dass sie viel arbeiten und einen Job mit Verantwortung tragen in einem völlig heruntergewirtschafteten Bildungssystem. Aber der Blick auf andere Arbeitnehmer scheint wirklich verklärt.
Ich würde den Blick eher auf Arbeitsbedingungen legen. Lohn und Arbeitszeit sind vielleicht nicht unser dringendstes Problem.
Mich befremdet das Klagen auf hohem Niveau sehr. Viele Familien können sich nicht einen einzigen Urlaub in Jahre leisten. Und im Kollegium geht’s darum, wo Karneval Ski gefahren wird, bei 60-80€ für den Tages-Skipass.
Ärzte in Krankenhäusern mit Opt-Out-Regelung haben eine 56 Stunden Woche.
Und davon wird jede der Überstunden bezahlt, JEDE.
Und Nachts und am Wochenende gibts sogar noch etwas oben drauf.
Und: Massagen am Arbeitsplatz -umsonst!
Warum wechseln sie dann nicht? Die wenigsten haben diese Privilegien. Fragen Sie mal Krankenschwestern, Altenpfleger, Handwerker, Verkäufer, Erzieher, usw. Sie picken sich nur die Rosinen raus und merken selbst nicht wie priveligiert sie als Beamter sind:unkündbar, automatische Gehaltserhöhung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Familienzuschläge usw.
Dann zählen Sie diese Privilegien einmal auf. Vor allem die, von denen die tarifbeschäftigten Lehrkräfte so wunderbar bevorzugt werden.
Alle die von ihnen genannten Berufsgruppen haben weniger Pflichtstunden von unter 41 h pro Woche. Sollten Sie mehr arbeiten müssen wird das sogar bezahlt und nachts und am Wochenende sogar noch mehr.
Und bei den Handwerkern wird hier in der Region sogar mit einer Viertagewoche geworben… wer pickt sich also die Rosinen heraus?
PS: und vonwegen unkündbar: wenn ich Leute nach Strich und Faden ausnutzen und unbezahlte Überstunden anordnen, Nachtdienste bei Klassenfahrten, ElternABENDE nicht ausgleichen muss und nicht einmal rechtliche Grundlagen zu Arbeitszeit und Entlohnung einhalten muss, für die andere Arbeitgeber Besuch vom Zoll und eine Anklage bekommen, wenn sie das Gleiche tun, dann würde ich die Trottel, die sich so behandeln lassen, auch nicht rausschmeissen wollen, vor allem, weil es davon ja eh viel zu wenige gibt (Stichwort Lehrermangel).
mach dich mal schlau Muxi. Natürlich gibt es 35 Stundenwoche mit Homeofficetagen und auch tollen Renten. Lehrer bekommen 1 Jahresgehalt, andere 1 Jahresgehalt + die ganzen Extrazuschläge mit 13. Gehalt
Und diese 35Stundenwochler mit Homeoffice haben jedes Jahr planbar 14 Wochen Zeit, in denen es absolut keine festen Termine von der Arbeit gibt? In dene sie also vollkommen frei über die Zeit verfügen können und sich Arbeit und Freizeit komplett frei einteilen können?
Wenn nicht, haben Sie meinen Kommentar anscheinend nicht verstanden.
Der Chef kann festlegen, was er will: wenn die Arbeit nicht innerhalb der Regelarbeitszeit zu schaffen ist und er keine vergüteten/abzubummelnden Überstunden anordnet, wird die Arbeit ggf. nicht fertig.
Mein Chef ist froh und dankbar, dass es mich an der Schule gibt, meine dienstliche Beurteilung lupenrein.
Wollen Sie hier eine Drohkulisse aufbauen? Das ist ja so 1930ger…
Gehen Sie außerhalb des Staatsdienstes in einen akademischen Home-Office-Job, in dem Sie eigenverantwortilch arbeiten und schaffen Sie dann die Arbeit nicht, weil ihre Regelarbeitszeit zu kurz ist.
Danach dürften Sie die Vorzüge des Staatsdienstes sehr zu schätzen wissen.
Nennen Sie doch ein paar Beispiele!
Es gibt einige in meinem Bekanntenkreis, aber die kann ich hier kaum nennen.
Schauen Sie sich einfach mal um ohne die übliche Rosinenpickerrei.
Fragen Sie einfach, wie bei anderen Leuten mit Termindruck umgegangen wird, wie es mit Überstunden aussieht und wie oft sie ihre Wunschtermine für den Urlaub bekommen.
Also einfach nur “trust me, Bro”…
“trust me, Bro” trifft hier eigentlich auf nahezu sämtliche Berichte im Kommentarbereich zu.
Sie merken das vielleicht nicht, weil Sie “glaub ich” mit “ist belegt” verwechseln.
Naja, bei den Korrekturen gibt es zwei Optionen. Entweder man korrigiert ordentlich und braucht länger oder man korrigiert unsauber/schlecht und braucht weniger Zeit. Man muss dem Schulleiter einfach kommunizieren, was er haben will. Wenn bis Tag XYZ die Korrektur fertig sein muss, dann kann man das machen, aber die Qualität der Korrektur wird minderwertig sein. Das ist dann so hinzunehmen. Aufgrund von schlechter Qualität der Arbeit kann man immer noch sehr schlecht gekündigt werden. Und wenn die Zeit offensichtlich zu knapp bemessen ist, dann wird die Kündigung vor dem Arbeitsgericht ganz sicher nicht durchgehen.
Wenn die Schulferien als frei einteilbare Zeit plötzlich weg sind und man z.B. nicht weiß, ob man während der Schulsommerferien überhaupt frei bekommen kann, dann fühlt sich das Ganze schon sehr anders an.
Die Argumentation verstehe ich nicht:
Wenn man in den Schulferien keinen Urlaub bekommt, dann fällt der Urlaub eben in die Unterrichtszeit. Da muss der Arbeitgeber sich überlegen, wie er den Unterricht dann abdecken kann.
Mit Ausnahme der Sommerferien nimmt man auch in alle Ferien irgendwelche Klausuren zum Korrigieren. In der Woche vor Weihnachten musste ich vier Klausuren schreiben lassen – und entsprechend für die Halbjahreszeugnisse korrigieren. Wäre dumm, wenn man in den Sommerferien keinen Urlaub bekommt, den Urlaub dann bspw. über Weihnachten legt und dann eben die Halbjahreszeugnisse nicht erstellt werden können…
Bei frühen Abi-Terminen müssen die Klausuren über Ostern korrigiert werden. Oder eben nicht, dann werden die Noten aber auch hier nicht rechtzeitig fertig…
Und wenn man z.B. Korrekturzeiten nicht mehr selber beeinflussen kann, sondern ein Chef festlegt “bis Montag ist das fertig”, dann fühlt sich eine offizielle 35 Stundenwoche plötzlich auch anders an.
Es gibt an Schulen Fristen, innerhalb derer eine Arbeit korrigiert und zurückgegeben werden muss, nicht nur beim Abitur. Meist sind das 2-3 Wochen, egal, was sonst ansteht.
Da kann man im Abi mit einer Belastungsanzeige ggf. noch einen Korrekturtag bekommen. Ansonsten muss man wie gehabt sehen, wie man durchkommt.
Wenn man bei feste Wochenarbeitszeit neben vielen anderen Aufgaben seine Korrekturen nicht fertig bekommt, werden die Arbeiten entsprechend später zurückgegeben. Wie soll es sonst gehen?
Und was wird in anderen Berufen gemacht? Arbeiten die Mitarbeiter in der Gemeinde ihre Aufträge nach Feierabend ab, oder bleiben die Sachen eben länger liegen?
Wenn eine Arztpraxis ihre Termine aus irgendwelchen Gründen nicht abarbeiten kann, dann muss man eben zu einem anderen Zeitpunkt wiederkommen…
Und wenn ein Chef sich regelmäßig die Arbeitsergebnisse anschaut und beurteilt, ob die gut (genug) sind, auch dann wirkt das Ganze plötzlich sehr anders.
Bei uns werden alle (!) Klassenarbeiten vor dem Schreiben den Fachbereichsleitern zur Durchsicht gegeben und nach der Korrektur zunächst bei der Schulleitung (SL, Sek I- bzw Sek II-Leitung oder Did. Leitung) abgegeben und durchgesehen, bevor wir sie (ggf. nach Überarbeitung) an die Kids zurückgeben. Das passiert doch schon.
Im Unterricht sind wir permanent der Evaluation der Schüler ausgesetzt. In fast allen Klassen sitzen Schulbegleitungen, die eine Menge über Lehrkräfte und deren Unterricht wissen (und z.T. erzählen). Ansonsten haben wir eine Politik der offenen Türen, es kommt immer mal jemand vorbei, mal setzt sich die Fachbereichsleitung mit in den Raum, mal kommt die Schulleitung unangekündigt mit Gästen vorbei, die “mal reinschauen” wollen.
Und bspw. vor dem Abitur geht unsere SL stundenweise in alle Kurse, um sich “die Schüler anzusehen“. Auch wenn es darum offiziell nicht geht, wird natürlich auch der Unterricht und die Lehrkraft evaluiert.
Nur eine kurze Erwiderung:
“Wenn man bei feste Wochenarbeitszeit neben vielen anderen Aufgaben seine Korrekturen nicht fertig bekommt, werden die Arbeiten entsprechend später zurückgegeben. Wie soll es sonst gehen?”
Versuchen Sie das mal bei einem akademischen “Home-Office”-Job außerhalb des Staatsdienstes, z.B. bei einer Versicherung. Da bekommen Sie ganz schnell Probleme wenn der Betrieb stockt, weil Sie ihre Arbeit nicht rechtzeitig fertig bekommen.
Versuchen Sie das mal bei einem akademischen “Home-Office”-Job außerhalb des Staatsdienstes, z.B. bei einer Versicherung. Da bekommen Sie ganz schnell Probleme wenn der Betrieb stockt, weil Sie ihre Arbeit nicht rechtzeitig fertig bekommen.
In anderen Bereichen sind mehrere Mitarbeiter eingesetzt und man plant, wie man den Laden am Laufen halten kann.
Ich habe Familie und Freunde im IT-Bereich. Wenn bestimmte, notwendige Dinge nicht laufen, dann bleibt eben alles Andere liegen, es wird eben priorisiert.
Aber es gibt eben auch als solche bezahlte Bereitschaftsdienste, wenn man sich einloggen muss, wird extra bezahlt und wenn man sogar in die Firma fahren muss, dann eben noch mehr.
Auch wir priorisieren derzeit unsere Aufgaben. In Hoch-Zeiten wird viel mehr gearbeitet, in anderen Zeiten eben weniger. Wenn eine Frau Feller nun will, dass man bspw. in den Ferien in der Schule sitzt und dafür jede Woche z.B. 35 Stunden arbeitet, dann wir es aber eben die Zusatz-Arbeit nicht mehr “on top” geben. Warum auch?
Wünschen kann man sich als Arbeitgeber ja viel. Aber wenn ich im Sommer meine Ferien nicht nehmen kann und sie zwischen den Jahren nehmen muss, dann kann man nicht erwarten, dass ich bspw. die vier Korrekturstapel noch schnell an zweiten Tagen im Januar korrigiere, neben Unterricht und Konferenzen.
Ich hab ebenfalls Familie und Freunde in entsprechenden Berufen und da ist Mehrarbeit völlig normal weil die Arbeit halt fertig werden muss. Da ist nichts mit “dann entsprechend später”, sondern dann wird halt am Samstag gearbeitet.
“Wenn die Schulferien als frei einteilbare Zeit plötzlich weg sind und man z.B. nicht weiß, ob man während der Schulsommerferien überhaupt frei bekommen kann”
Gut, dann macht man den Urlaub halt während der Schulzeit… als ob kein gesetzliches Anrecht auf Urlaub hätte…
Was soll das Gaslightning? Kommen Sie aus dem Kultusministerium?
Ein Beruf, der von 75 % weiblich ist und ganz viel durch TZ getragen wird, geht das ganze an seine Grenzen. Mit der 4 Tage Woche können wir es abmildern.
Warum die ganzen Konferenzen noch nicht hybrid sind, wundert mich. Jede kleine Firma bekommt das hin. Und wer in TZ geht, verdient auch viel viel weniger. Klar, lockt dann Homeoffice auch für Mütter 😉
Die Illustration des Artikels ist köstlich! Man könnte sich noch ein paar adrette Schülerinnen und Schüler vorstellen, die den von ihnen verehrten Lehrpersonen Wind zufächeln und allerlei Erfrischungen reichen. Und aus dem Himmel lächelt der gütige Dienstherr herab und lässt Gold und Edelsteine auf seine Schützlinge regnen .. welch paradiesische Arbeitsumgebung!
Ein kleines Detail möchte ich doch anmerken: In unserem Lehrerzimmer teilen sich mehrere Kollegen und Kolleginnen eine Liegefläche, aber wenn man das im Bild dargestellt hätte, wäre es wohl nicht mehr jugendfrei …
Liegefläche? …bei uns gibt es nicht mal für alle KuK Sitzplätze!
Solange die Liegeflächen gemischtgeschlechtlich gemeinsam belegt werden, besteht doch weiterhin die nicht unbegründete Hoffnung auf potentiellen Lehrkräftenachwuchs. Wobei nur liegen vermutlich nicht ausreichen wird.
Im Frauen-Ruheraum?
Dann muss niemand mehr auf Klassenfahrten gehen, nach langen Abendterminen hat man ein Recht auf 11 Stunden Pause, Überstunden werden bezahlt oder nicht gemacht, man kann ohne Riesenverluste kündigen, Kündigungsfrist 3 Monate, muss nicht an einer unbeliebten Schule bleiben oder 80 km einfach fahren, Schule könnte mal komplett streiken, wenn dann noch ein an der Ausbildung angemessenes Gehalt übrig bliebe, wäre es doch super. Vergessen: Keine unnötigen ärztlichen Untersuchungen, die mit dem 2,8fachen Satz abgerechnet werden, weil man nicht mehr privat versichert sein muss, keine Arztrechnungen, die man auslegen muss. Bei meiner 1. Geburt wollte der Chefarzt ran, letztendlich hatte ich überhaupt keinen Arzt, weil dieser noch Golf spielen ging und keiner der Ärzte sich traute, ihm die Geburt abzunehmen. Abgerechnet wurde alles, obwohl er erst kam, als das Kind fertig angezogen in meinen Armen lag.
Das klingt dann aber nach Abrechnungsbetrug… Geburt ohne Arzt aber zum 2,3-fachen Satz abgerechnet?
AvL? Ich denke Ärzte machen so etwas nicht???
Die angestellten leitenden Ärzte in Krankenhäusern erhalten von den Rechnungen der Privatpatienten heutzutage entweder gar kein Tantiemen oder maximal 15 %.
Wäre in diesem Fall doch aber trotzdem Abrechnungsbetrug?
Und die Hebamme war nicht anwesend, ohne die keine Geburt stattfinden darf ? Die die Geburt begleitende Leistung wurde doch wohl erbracht.
…worüber die Schweiz, Norwegen & Co. sich (indirekt) freuen.
Das ist doch Unsinn. Auch angestellte Lehrer müssen unbezahlte Mehrarbeit leisten wie die verbeamteten Kollegen.
Und die Pflicht zur Durchführung oder Teilnahme an einer Klassenfahrt hat nichts mit der Anstellungsart zu tun. Brandenburger Lehrer z.B. müssen, Berliner Lehrer müssen nicht.
Sie können auch immer freiwillig gesetzlich versichert sein!
Bitte keine Gerüchte verbreiten. So viel Unwissenheit auf einen Haufen…!!!
Hallo Hochhaus,
bisher ist es aber so, dass die Angestellten in der Minderheit sind. Vielen der jungen KuK wird die Verbeamtung in Aussicht gestellt. Und deswegen schwingen die Angestellten im Beamtenmodus mit. Die Frage ist aber, wie sich das verändert, wenn das ganze Kollegium angestellt ist. Und da gehe ich davon aus, dass sich die Sicht auf Belastungen, zB. bei Klassenfahrten und bei Teilzeitkräften verändert.
“Sie können auch immer freiwillig gesetzlich versichert sein!”
Klar, wenn man die AG-Anteile übernimmt… schöne Freiwilligkeit.
Hmm ja die Lehrer hätten viel mehr Macht, wenn keiner verbeamtet wäre. Aber wenn nur ein paar nicht verbeamtet sind – und so würde es ja sehr lange bleiben auch bei Anschaffung – wird es nicht anders laufen als jetzt. Und angestellte Lehrkräfte fahren auch auf Klassenfahrt, können sich ihre Schule auch nicht aussuchen, bekommen Überstunden auch nicht bezahlt, streiken großteils nicht und bekommen schon gar kein angemessenes Gehalt
Kaum zu glauben, Sie jammern nun noch über die Vorzugsbehandlung als Privatversicherte. Als ob Sie selbst den 2,8-fachen Satz aus eigener Tasche bezahlen würden.
Ich glaube, Sie wissen gar nicht, wie es den “Normalbürgern” geht, die monatelang auf einen Termin warten müssen. Selbst bei schlimmsten medizinischen Verdachtsfällen.
…und diese “Normalbürger” schwimmen Jahr für Jahr, Wahl für Wahl, immer brav mit.
Lernen durch Schmerz.
In dem Fall: Wortwörtlich.
Diesen Beitrag möchte ich noch einmal unterstreichen, da von Presse und Politik die PKV häufig als irgendein Vorteil des Beamten genannt wird. Der Dienstherr beteiligt sich nicht an den Kosten der PKV, was oft fälschlicherweise behauptet wird, sondern lediglich an den Behandlungskosten. Das ist finanziell ein gravierender Unterschied. Auch in der Teilzeit bleibt die Höhe der Beiträge gleich. Alle meine jungen Kolleginnen sind völlig unzufrieden mit ihren Versicherungen. Sie sind zu teuer, weigern sich ständig Kosten zu übernehmen, es muss dauernd viel Geld vorgestreckt werden und Ärzte schreiben immerzu falsche Abrechnungen mit Behandlungen, welche so gar nicht stattgefunden haben, Stichwort telefonische Beratung. Viele wollen die Versicherung wechseln und das ist viel zu schwierig und mit viel zu vielen Nachteilen verbunden.
Die Weigerung des Dienstherren, den Arbeitgeberanteil für eine GKV beizusteuern, ist ein großer Nachteil der Verbeamtung.
„Der Dienstherr beteiligt sich nicht an den Kosten der PKV, was oft fälschlicherweise behauptet wird, sondern lediglich an den Behandlungskosten.“
Der Dienstherr übernimmt während des Arbeitslebens 50% der Behandlungskosten, folglich müssen Sie lediglich die restlichen 50% versichern. Das ist in der PKV deutlich billiger als in der GKV. Während der Pensionsphase übernimmt der Dienstherr sogar 70% – anders als bei Rentnern, die weiterhin ihre 50% zahlen und auf Betriebsrenten sogar 100% Beitragssatz. Selbst im Alter ist der PKV – Beitragssatz aufgrund der Reduzierung auf 30% des Krankheitsrisikos günstiger als der Anteil des Rentners in der GKV, ganz abzusehen von der Höhe der Pension…
Machen Sie sich gern mal kundig.
Mit freundlichen Grüßen,
Mika
Ist ja genau das, was ich geschrieben habe. Der Dienstherr beteiligt sich nicht an den Beiträgen der PKV, sondern lediglich an den Behandlungskosten. Und das ist für ihn nun mal deutlich billiger und für den Beamten schlecht, ansonsten würde er es nicht tun. Der Dienstherr rechnet nämlich immer zu seinen Gunsten. Es hat seine Gründe, weshalb die Länder sich so gegen die pauschale Beihilfe wehren.
Und die Höhe der Pensionen im Alter unterscheidet sich doch gravierend. Da gibt es Unterschiede von tausend Euro und mehr. Manche Leute zahlen auch 400 Euro für die PKV und andere 900 Euro. Wer Teilzeit arbeitet hat dann mal eben die Hälfte des Geldes weg. Pauschale Aussagen sind also völlig irrelevant.
Und nicht zu vergessen, dass dann auch niemand mehr bis zu einem halben Jahr länger arbeiten muss, denn je nach Geburtsdatum dürfen verbeamtete Lehrkräfte mal eben bis 67,5 Jahre arbeiten, das interessiert die Bild Zeitung natürlich nicht.
Angestellte Lehrkräfte ganz genauso: in Rente gehen darf man erst mit Ende des Schulhalbjahres, in welchem der 67. Geburtstag ist.
Das stimmt so nicht.
Hab ich sogar schriftlich von der SL. bezüglich des Rentenbeginns sind angestellte lehrkräfte den Beamten gleichgestellt. Während der Plus-zeit entfallen allerdings die beiträge zur RV und zur AV. Je Monat über den Zeitpunkt des Eintritts in die gesetzliche Rente gibt es 0,5% Rentenerhöhung für die betreffenden zusätzlichen Beitragsmonate.
Öhm, doch… Par. 44 TV-L.
Bremen hat’s noch mal klargestellt, für BB finden sich analoge Formulierungen.
https://personalrat.schule.bremen.de/informationen/rente-und-pension/rente-14929
Angestellte auch bis 67.
Das kann man als Angestellter aber abkürzen. Wer also im Februar oder März geboren worden ist und 67 Jahre alt ist, kündigt unter Beachtung der Kündigungsfrist zum Ende des Quartals. Danach geht er/sie in Rente. Muss die Schule halt gucken, wie sie den Unterricht bis zu den Sommerferien organisiert.
Ach dickebank… Angestellte dürfen zum 31.1. oder 31.7. kündigen, unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 3 Monaten. Nix mit „Quartal“…
Mag in Ihrem Bundesland so sein, bei uns definitiv nicht. Machen Sie sich mal kundig.
Nicht in NRW. Ich habe doch den Scheixx durch. Ich wollte in Absprache mit der SL zum 31.1. – also zum Ende des Schulhalbjahres kündigen. Mit Verweis auf meinen Angestelltenstatus hat die Bez.-Reg. DT klar gemacht, dass ich lediglich zum Quartalsende kündigen könne. Aus organisatorischen Gründen kam aber eine Kündigung zum 31.12. nicht in Betracht. Wegen einer bevorstehenden OP und anschließender Reha sowie dem Termin der Herbstferien kam eine Beendigung zum 30.9. auch nicht in Frage. Mit dem wissen, dass ich bei meinem “exorbitant” hohen Alter Anspruch auf 24 Monate ALG I gehabt habe, habe ich dann beschlossen zum 30.6. auszuscheiden und für 10 Monate der Nahles auf der Tasche zu liegen. Mein Irrtum war, dass ich davon ausgegangen bin, ich würde während der ersten 12 Wochen (84 Tage) für die Zeit im Krankenhaus Krankengeld beziehen können, genauso wie die Transferleistungen während der Reha, da hierfür ja andere Leistungsträger zuständig sind. War also ein Irrglaube. Ich hätte, um die Feller zu ärgern, doch zum 30.9. den Abgang machen sollen.
Das ALG I lag dann in etwa bei 60% einer Vollzeitstelle, günstig in Hinblick auf die besteuerung des Jahreseinkommens und gleichzeitig Eionsparpotential wegen der fehlenden Fahrten zum Arbeitsplatz.
Als Verlustgeschäft würde ich die Summe für die 10 Monate bis zur Rente jetzt nicht bezeichnen, selbst wenn man die 7 Teilbeträge auf den gesamten Zeitraum inkl. der Sperre umgelegt.
Und Beamte lachen sich ins Fäustchen!
Wobei es bei Eigenkündigung ja auch kein ALG gibt
Für Beamte nicht, für Angestellte nach 12 Wochen.
Laut Arbeitsvertrag (BB) ist die Kündigung nur zum 31.1. oder zum 31.7. möglich. Man kann natürlich im gegenseitigen Einverständnis was anderes aushandeln, logisch. Und vielleicht macht auch jedes Bundesland sein eigenes Süppchen…
Weicht aber von den gesetzlichen Kündigungsfristen ab.
Warum kündigen, wenn man auch einen Krankenschein bekommen kann?
Muss er halt nur mal öfter eine Woche zwischenschieben.
Übertragen auf den Lehrerberuf bedeutet das, wenn der Chef die Klassenfahrt macht, wird sie teurer, weil zum x-fache Satz abgerechnet.
Wie kommen Sie auf solche Sachen? Auch Vollzeit-Angestellte müssen in Berlin bis zu 3 Unterrichtsstunden Mehrarbeit ohne Bezahlung leisten. Klassenfahrten sind für verbeamtete und angestellte Lehrer in Berlin nur freiwillig. An Streiks nehmen/nahmen auch die angestellten Kollegen minimal teil. Ihr Ärztebeispiel hat “anekdotische Evidenz”. Das Gegenbeispiel ist die Kollegin, bei der es einen Verdacht auf Krebs gab und die sofort einen OP-Termin bekam, dank dessen sie noch lebt. Der gesetzlich versicherte Kollege hätte einen Termin erst in einem halben Jahr bekommen. Da hätten die Angehörigen dann womöglich mitteilen müssen, er braucht ihn nun nicht mehr. Sie jammern auf hohem Niveau!!!
wie in der anderen Diskussion schon angedeutet, finde ich die Idee gar nicht schlecht.
zumal sie nicht neu ist.
Überlegungen gab es schon 2018, oder 2009, oder 1996…
Was spräche gegen das Beamtentum – speziell für Lehrkräfte?
Als Beamter ist man Staatsdiener – genießt gewisse Privilegien, hat aber auch besondere Verpflichtungen.
Theoretisch müsste es für Beamte selbstverständlich sein, bei Bedarf und Anordnung die Dienststelle zu wechseln.
Jetzt überlege mal jede Person hier, wie da die Praxis aussieht…
Wichtiges Argument – wohl auch für die konservative CDU – Keine lebenslangen Pensionslasten mehr. Die Länder könnten in ein kapitalgedecktes System wechseln und Haushalte langfristig entlasten.
Die ursprüngliche Begründung (staatstreue Lehrer als „Monopol“ des Staates) ist im demokratischen, pluralistischen Staat des 21. Jahrhunderts ohnehin obsolet.
Fast alle anderen europäischen Länder kommen erfolgreich ohne Beamtentum für Lehrer aus. Warum also an dem veralteten Relikt festhalten?
Kurz:
Der Beamtenstatus ist ein anachronistisches, unflexibles und kostenträchtiges System, das den Erfordernissen eines modernen, inklusiven und dynamischen Schulsystems im Wege steht.
Siehe hier
oder – noch besser hier
Der Beamtenstatus ist letztlich egal. Der Kern der CDU/Bild/Springer-Kampagne ist doch die Lohnsenkung für die überbezahlten Lehrkräfte (Nettolohn und schlechtere Altersversorgung).
Jetzt kann man mal überlegen, was dies für den Bildungsstandort Deutschland bedeuten würde. Wir haben heute einen großen Mangel, so dass teilweise Bachelor-Absolventen ohne Lehramtsausbildung eingestellt werden müssen. In den Ländern liegt die Quereinsteigerquote bei den Neueinsteigern teilweise fast bei 50 %. Mit schlechterer Bezahlung wird dieser Mangel dann noch größer.
Frankreich hat viele Brennpunktschulen und bezahlt den Lehrkräften dort über 5000 EUR jährliche Gehaltszulage. Dennoch grassiert ein Lehrkräftemangel. Glauben Sie, dass man in Berlin, Duisburg oder Bremerhaven zukünftig jedem Lehrer 10k EUR Zuschlag pro Jahr bezahlt, um die Unterrichtsversorgung zu gewährleisten? Ich glaube das nicht. Die Bildungschanchen der sozial benachteiligten werden sich im Vergleich zu heute spürbar verschlechtern.
Ich selbst wäre ohne Verbeamtung nicht in Deutschland Lehrer geworden. Entweder wäre ich in die Schweiz gegangen, oder ich hätte für E13 an der Uni promoviert/gearbeitet und hätte versucht zum Statischen Landesamt oder zu einem Wirtschaftsforschungsinstitut zu kommen. Dann gäbe es heute einen gut ausgebildeten MINT-Lehrer weniger. Ich bin sicherlich nicht der einzige, der so denkt.
Es gibt leider viele Kollegen, die nicht aus Überzeugung, sondern aus anderen als pädagogischen Überlegungen heraus Lehrer geworden sind. Leider.
Die Doofen werden halt nicht weniger!
Fragen Sie mal die Kollegen, die von Münsteraner Schulen nach Gelsenkirchen abgeordnet wurden…
Jaja, das Mantra der magischen Geldvermehrung eines “kapitalgedeckten Systems”.
Was heißt das eigentlich in der Realität? Der Staat zahlt keine Pensionen mehr, sondern investiert das Geld auf dem Kapitalmarkt, beispielsweise in Klinikkonzerne. Dort schuften Pflegekräfte (meist Frauen) zu vergleichsweise niedrigen Löhnen. Desto schlechte die Pflegekräfte bezahlt werden, desto höher ist die Rendite des Unternehmens – und desto höher die Rente der Lehrkräfte. Wenn dann die Groko die angeblich faulen Bürgergeldempfänger in schlecht bezahlte Hilfstätigkeiten in der Pflege zwingt, dann erhöht sich die Rendite und damit die Rente zusätzlich. Dann schuften die angeblich faulen Bürgergeldempfänger für die Rente der angeblich faulen Lehrkräfte. Das nennt man wohl Win-Win-Situation.
Das ist allemal bequemer, als für ein gerechtes Steuersystem zu kämpfen und Renten/Pensionen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe direkt daraus zu zahlen. Wenn der Staat von den Entwicklungen am Kapitalmarkt profitieren möchte, dann könnte er Kaptialerträge auch einfach höher (und damit im Vergleich zu Steuern auf Arbeitseinkommen fairer) besteuern …nur mal so als abwegige Anregung.
Viel Spaß beim Finanzieren des Umbaus.
Diese Länder verzichten generell bei bestimmten nicht ausufernd hoheitlichen Tätigkeiten auf die Verbeamtung, keine Sonderregel für Lehrkräfte!
So lange eine Änderung sich frühestens in ca. 35 Jahren monetär günstig auswirkt- weil man Pension spare- aber sofort viele Kosten verursacht (SV- Beiträge neuer LuL), dazu eine dann bestehende Doppelstruktur- die Zehntausende ‘laufender’ Lehrkräfte und Versorgungsempfänger sind ja bereits im System- kann und wird kein Politiker ernsthaft was machen.
Das ist alles Wahlkampfgetöse- orchestriert von BLÖD und goutiert vom gesunden Volksempfinden.
Btw. auch die Versicherungswirtschaft sowie die Ärztelobby werden sämtliche Geschütze auffahren.
Keep calm.
Ins kapitalgedeckte System könnten die Bundesländer jederzeit wechseln, wenn sie wollten. Sie müssen nur die entsprechenden Rückstellungen machen. Der Wechsel ins gesetzliche Rentensystem ist hingegen genau das Gegenteil eines kapitalgedeckten Systems.
Aber leider hapert es mal wieder an der komplexen Denkweise, diesen Vorstoß umzusetzen, ohne dass allzu negative Folgeerscheinungen entstehen. Wie oft haben wir das, gerade bei KuMi Entscheidungen, schon erlebt. Es reicht. Die Bildung gehört endlich in konstante Expertenhand und nicht alle vier Jahre auf Gedeih und Verderb einem pöstchensuchenden Minister ausgesetzt, dem es egal ist, was er nach vier Jahren hinterlässt und zur Not schon eher die Fliege macht. Das ist alles andere als zielführend.
Mit einem richtigen Expertenstamm aus den Reihen der BASIS mit Berufserfahrung kann man sicher auch die Beamten-Angestellten-Problematik lösen, aber sicher nicht in 4 Jahren und hopplahopp.
Eigentlich bin ich heilfroh, bald in Rente zu gehen. Es wird langsam unerträglich.
Naja, also „Fast alle andere europäischen Länder“ als erfolgreich zu bezeichnen ist dann doch schon ein wenig überzogen. Das deutsche Bildungssystem ist nicht gut, aber immer noch besser als in vielen europäischen Ländern.
“Fast alle anderen europäischen Länder kommen erfolgreich ohne Beamtentum für Lehrer aus.”
Ja, weil die anderen europäischen Länder überhaupt nicht das Beamtentum kennen, weil es das dort nie gab.
Soll man gerne machen. Es braucht nicht viel Phantasie um sich vorzustellen was passiert, wenn Lehrer plötzlich nicht mehr unter den besonderen Bedingungen des Beamtenstandes stehen:
Man kann plötzlich viel freier reden, was die eigene Meinung über den Arbeitgeber angeht.
Man kann Streiken, wenn die Ministerien zu viel Unsinn machen.
Man kann kündigen, ohne die Altersbezüge zu halbieren.
Das reicht schon um zu erahnen, dass das für den Staat in einem Desaster enden würde.
Der Beamtenstand hat durchaus Privilegien (die ich schätze), aber er ist in gewisser Weise auch ein Käfig, den man nur schwer (mit sehr hohen Verlusten) verlassen kann. Damit wird ein hohes Maß an Abhängigkeit, und damit Duldsamkeit) erzeugt. Wenn diese Abhängigkeit weg ist, dann könnten manche Bildungspolitiker eine unangenehme Überraschung erleben.
So langsam reicht es einfach, dann macht es doch. Aber Pakt vorher alle verdammten Fakten auf den Tisch. Es wird teurer werden und gleichzeitig weniger Lehrkräfte geben. Erklärt euren Wählern, dass sie ein verdammtes fettes Problem mit der Bildung und der Betreuung kriegen werden, währenddessen sie Druck auf ihre eigenen Wähler ausüben werden. Lehrkräfte sind schon der Arsch der Nation, macht den Sack einfach zu. Vielleicht kracht das System dann zusammen und wir können endlich mal richtig darüber reden vernünftige gute Bildung, mit vernünftigen Bedingungen für alle zu machen.
Was spricht dagegen:
Das wird den Bundesländern und der Gesellschaft alles große Probleme bereiten.
Ist nur alles Quatsch.
Angestellte streiken auch kaum.
Angestellte an Privatschulen haben Klauseln im Arbeitsvertrag, dass sie nur zum Schuljahresende kündigen dürfen.
Angestellte haben jetzt auch keine besseren Arbeitszeitregelungen.
Angestellte können auch versetzt werden.
Der angestellte langjährige Lehrer kündigt auch nicht mal eben so.
Die Rente der Angestellten wird auch nicht angespart, sondern von den in der Zukunft Arbeitenden erbracht werden.
Warum wissen Sie so wenig?
Sind Sie Beamter?
vielleicht will er es nicht wissen
oder absichtlich andere blenden
ich weise nochmals auf diese sehr gute Erklärung hin
Warum rechnet niemand mit der deutschen Beamtenpension ab?
Sehr treffend, öffnet einigen nochmal mehr die Augen.
HERRLICH!!!
Gibt es sowas auch für die anderen Bereiche der (“angeblichen”) Privilegien?
Bisher schwingen die Angestellten im Beamtenmodus mit, weil sie eine Minderheit sind. Vielen wird auch die Verbeamtung in Aussicht gestellt.Ich denke aber, dass sich das verändert, wenn das ganze Kollegium angestellt ist. Und selbst, wenn KuK erst zum Schuljahresende kündigen können: Viel Freude bei der Suche nach Ersatz.
Weil der 44er ihnen die gleichen Pflichten oktroyiert wie den Beamten.
Ich denke, dass das Problem psychologisch tiefer sitzt.
Diejenigen, die, sagen wir mal so, nicht so mental stark sind, lassen das halt mit sich machen und die Anderen zeigen den Mittelfinger und würden zu den Bedingungen gar nicht erst anfangen.
Ich konfrontiere Sie jetzt mal mit der Realität, welche angestellte Lehrkräfte bereits erleben:
Arbeitszeitregelungen gelten für sie derzeit nicht, eine Arbeitszeiterfassung mit Ausgleichsregelungen gibt es nicht.
Kündigen kann man mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum 31.1. oder 31.7. jedes Kalenderjahres.
Zwangsversetzungen/Abordnungen treffen Angestellte und Beamte derzeit gleichermaßen. Der Angestellte kann dann kündigen (kann der Beamte übrigens auch), hat dann aber eine Sperrfrist von drei Monaten und ist dann erst mal arbeitslos.
Von welchen in der Zukunft zu zahlenden Sozialabgaben für Beamte sprechen Sie?
Was meinen Sie mit LockIn? Ich kenn das nur als Krankheitsbild.
“Diese tote Sau durch’s föderale Dorf zu treiben, ist schon fast selbstgefährdend”
Danke, Herr Rackles XD
Aber schön, dass die Bild genau die Werbung macht, vor der doch angeblich gewarnt wird. Nichts Besseres zu erwarten von dem Laden.
Bei aller Ungerechtigkeit zwischen verbeamteten und angestellten Lehrer, was jetzt hier gegen die Beamten abgeht ist unterste Schublade. Dass der Vorstoß von Clemens zu solchen überzogenen Auslassungen führt, ist einfach nur schäbig und dient keiner gesunden Diskussionsbasis. Und in einer Zeit des Lehrermangels absolut kontraindiziert. Manchmal weiß man echt nicht, was die Politiker so reitet, ob die überhaupt mal ihr Gehirn für nachhaltiges Denken einsetzen. Permanent diese Vorstöße ohne probate Lösungs- und Umsetzungsansätze. Die Politiker sind momentan diejenigen, die die Gesellschaft am meisten spalten, man sollte da verdammt aufpassen.
Ein Lehrer muss nicht verbeamtet sein, um gute Arbeit zu leisten. Das stellen die vielen angestellten Lehrkräfte täglich unter Beweis. In den ostdeutschen Bumdesländern sind das (noch) besonders viele..
Ein Blick in unser Lehrerzimmer zeigt, der Krankenstand unter den Beamten ist wesentlich höher als bei den Angestellten.
Richtig. Die fehlen ungeniert so lange sie wollen, denn die bekommen 100 Prozent Gehaltsfortzahlung unbegrenzt. Eine sogar 16 Jahre lang!!!
Mich würde interessieren, woher Ihre ablehnende Haltung gegenüber Beamten kommt. In Ihren Kommentaren ist ein gewisser reflexhafter Angriffston kaum zu übersehen.
Und sie schließen von der einen auch auf alle anderen.
Seien sie froh, das sie gesund sind.
Fällt mit beim Blick in unser Lehrerzimmer auch auf.
Könnte aber darin liegen, dass wir keine Angestellten haben.
Mein Kompromissvorschlag ist ein eigenes berufsständisches Versorgungswerk für Beamte, an dessen Finanzierung sich die Arbeitgeber und die neue zu Beamtenden beteiligen.
Das könnte sogar funktionieren…so lange unbrechbar garantiert ist, dass das Geld auch NUR dafür verwendet wird.
Das wäre wie den berufständischen Versorgungswerken bereits verfahren wird.
Das wird nur der Arbeitgeber nicht so lustig finden. Denn jetzt gerade sind aktive Beamte so schön billig.
Die Entscheidung einiger Länder, wieder zur Verbeamtung zurückzukehren war rein pragmatisch, um genug Personal zu bekommen. Anders herum wäre es eine grundsätzliche Systementscheidung, die vermutlich auch andere Bereiche des ÖD betreffen müsste. Das soll also nach Wunsch von Bild und CDU-Mittelstand der Parteitag einer 30%-Partei entscheiden? Abzusegnen von einer Koalition, die entsprechend unter Druck gesetzt wird oder an anderer Stelle irgendeine Zusage bekommt? Die stärkste Regierungspartei schnitzt sich ein neues System, denn ‘der Staat’ ist ja ihre Beute? Gleich noch etwas Populismus gegen ‘überprivilegierte’ Gruppen mitnehmen, es könnte noch zwei Prozent mehr bringen.
Zitat: „Ziel sei es, den Staat nicht zu einem attraktiveren Arbeitgeber zu machen als den Mittelstand.“
Achso… weiß ich jetzt nicht, aber es gibt definitiv klügere Ideen in Zeiten von Fachkräftemangel.
Was genau macht den Lehrerjob denn so attraktiv, dass junge Menschen sagen:
-Ich gehe gerne in einen Job, in dem ich täglich in den Medien lesen muss, dass ich eine faule Sau bin und für die Bildungsmisere in diesem Land verantwortlich bin.
-Ich gehe gerne in einen Job, in dem Politiker wöchentlich sagen, dass ich eine faule Sau bin.
-Ich gehe gerne in einen Job, in dem ich von meinem Arbeitgeber so wenig Rückhalt habe, dass bei Problemen in der Regel immer die anderen Recht bekommen.
-Ich gehe gerne in einen Job, in dem Kinder und Eltern machen können, was sie wollen und ich auf jedes kleine Wort achte muss.
-Ich gehe gerne in einen Job, in dem ich much beleidigen und bedrohen lassen muss.
-Ich gehe gerne in einen Job, in dem ich nach einem Studium und einer zweijährigen Ausbildung nach ein paar Jahren deutlich weniger verdiene als andere Menschen die studiert haben (sozialer Bereich ausgeschlossen).
-Ich gehe gerne in einen Job, in dem mein Arbeitsplatz einer Müllkippe gleicht, wo man aufpassen muss, nicht von Bauteilen des Gebäudes erschlagen zu werden oder in irgendwelche Lichtschächte zu fallen.
Ich weiß ja nicht.
Aber sehen wir es mal positiv. Wenn die Verbeamtung abgeschafft wird, ist es natürlich doof für alle kommenden Generationen an Lehrern, gleichzeitig müsste man aber an dem Job wirklich etwas ändern, weil es sonst bald keine Lehrer mehr geben würde, und weil viele Angestellte nicht so mit sich umgehen lassen, wie es Beamte machen lassen. Heisst die Bedingungen müssten sich deutlich verbessern und das dürfte kurzfristig extrem viel Geld kosten.
Wir alle, die schon verbeamtet sind, sind mit der Nummer eh durch.
Wer Lehrer wegen der Verbeamtung sein möchte, soll bitte nicht Lehrer werden. Danke!
Genau. Diese schielen nur aufs Geld und die Privilegien!
Dienstwagen und attraktive Boni haben Sie vergessen, in BY zum Beispiel 300 Euro nach 25 Dienstjahren (zu versteuern).
Und wo kommen dann die ganzen intrinsisch motivierten Lehrkräfte her, die Sie als Ersatz bräuchten?
Da fehlt mir ein wichtiges Wort: “nur“.
Wer „nur“ wegen der Verbeamtung Lehrer werden will, sollte es tatsächlich lassen. Das ist ein Job, der intrinsische Motivation braucht.
Aber zu sagen, die Verbeamtung dürfe überhaupt keine Rolle spielen, geht an der Realität vorbei: Für viele ist sie ein legitimer Faktor, weil sie Planbarkeit und Stabilität schafft, gerade in einem Beruf mit hoher Verantwortung und langfristiger Belastung.
Genau, mit der Begründung sollten die Millionengagen auch von den Fussballern zusammengestrichen werden… Wie, ihr versucht das Meiste für euch rauszuschlagen.. hier Messi und Ronaldo, ihr seid echt miese Fussballer, weil ihr nicht für lau bei der SG Wattenscheid kickt…
Ach nee, das betrifft ja nur Lehrer… die sollen schön billig sein, egal ob sie Mathematik, Informatik oder Physik studiert haben und obwohl es dort einen totalen Mangel gibt. Angebot und Nachfrage soll dann bitte nicht mehr gelten.
Schon klar, ich hoffe, viele junge Menschen vor ihrer Studienentscheidung lesen das.
Das Problem ist nicht die Abschaffung sondern der Übergang vom Berufsbeamtentum alter Prägung zu reinen Angestelltenverhältnissen.
Den Ländern steht ja jetzt schon die Möglichkeit offen, den §44 des TV-L zu schleifen bzw. abzuschaffen.
Der „goldene Käfig Beamtenstatus“ ist doch gar nicht mehr golden – viele Lehrkräfte erleben ihn nur noch als eine Art Gefängnis, aus dem sie keinen Ausweg sehen und in dem sie deshalb krank und kränker werden. Warum sie keinen Ausweg finden? Nun, das System ist darauf angelegt, den Ausstieg schwer zu machen – aber das wird den meisten Beamten erst bewusst, wenn sie wirklich ernsthaft beginnen, nach realen Möglichkeiten eines Ausstiegs zu suchen! Die wirksamsten Fußfesseln, die das System gegen einen Ausstieg aus dem Beamtenstatus eingebaut hat, habe ich schon in der Paralleldiskussion erwähnt und in der Realität der meisten ausstiegswilligen Beamten beginnen sie meist damit, dass der – oftmals schon erkrankte – ausstiegwillige Beamte merkt, dass das System für ihn/sie als Beamt/innen auch im Krankheitsfall keine Möglichkeiten einer Umschulung vorsieht – stattdessen sieht das System vor, dass der gesundheitlich angeschlagene Beamte sich solange zusammenreißt, bis es, oftmals nach vielen Jahren, irgendwann gar nicht mehr geht und er – natürlich unter bestimmten Auflagen – in die Dienstunfähigkeit geschickt wird. Beschließt der ausstiegswillige Beamte mutig, dass er diesen vom System vorgesehenen Weg des Jahre oder Jahrzehnte andauernden Ausharrens im krankmachenden Beruf nicht hinnehmen will und kündigt, dann stößt er auf die nächste Fußfessel: Statt mit einer satten Abfindung, wie sie in vielen Firmen üblich ist, in die Überbrückung zu gehen, muss er nun auch das letzte Beamtengehalt zurückzahlen (weil die Bezüge immer zu Anfang des Monats gezahlt werden und bei Kündigung der letzte Bezug zurückzuzahlen ist). Arbeitsamt und Rentenversicherungsträger fühlen sich auch nicht zuständig für Umschulung- oder Überbrückungsmaßnahmen: Wieso auch, man hat ja niemals eingezahlt in die Arbeitslosen- und Rentenversicherung. Ergo, anders als der Angestellte, dem die Sozialversicherungsleistungen, für die er ja auch vorher bezahlt hat, zustehen, fällt der ausgestiegene Beamte, wenn es ihm nicht noch während seines Beamtenverhältnisses gelungen ist, ein tragfähiges zweites Standbein auszubauen, ohne Netz und doppelten Boden direkt ins Bürgergeld/Grundsicherung. Ist es ihm stattdessen gelungen, noch während seines Dienstverhältnisses als Beamter einen Anschluss in ein neues Arbeitsverhältnis zu finden, stellt sich nun die Frage der Krankenkasse: Die Private wird ohne Beihilfe sehr teuer – aber die Gesetzliche nimmt ihn als ehemals privat Versicherten nur auf, wenn er noch unter 55 Jahre alt ist! Ist er älter, muss er in den sauren Apfel beißen und zahlt jetzt 100 Prozent für seine Privatversicherung. Ist er noch unter 55, kann er nun in die Gesetzliche wechseln. Rente? Nicht alle Länder zahlen Altersgeld, so dass eine Nachversicherung einen Großteil der erworbenen Ansprüche vernichtet. Und spätestens nach dem Eintritt in die Rente muss der ausgestiegene Beamte einen noch größeren Frosch schlucken: Obwohl er nach seinem Ausstieg aus dem Beamtenverhältnis jahrelang, vielleicht jahrzehntelang, in die Gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung eingezahlt, kommt er nun nicht in den Genuss der Krankenversicherung für Rentner, bei der der Versicherte die eine, die Rentenversicherung die andere Hälfte der Krankenversicherung bezahlt: Stattdessen muss er bei den Eintritt in die Rente nun beide Anteile zur Krankenversicherung selbst zahlen, und zwar, weil er aufgrund seiner jahrelangen Privatversicherung die 9:10 Regel nicht erfüllt, die für die Aufnahme in die Krankenversicherung für Rentner Voraussetzung ist. Die Liste der Nachteile des „goldenen“ Käfigs könnte ich noch weiter ausführen. Aber zurück zur These am Anfang des Textes: Der „goldene Käfig“ ist doch inzwischen alles andere als golden – und, rein statistisch gesehen, würden ihm ein Viertel bis ein Drittel aller Lehrer gerne entfliehen – wenn sie denn könnten. Insofern verstehe ich die Aufregung nicht. Die Aufregung um die Abschaffung des Käfigs. Denn golden ist er nicht mehr, so viel steht fest.
Warum soll das Land die Rentenabgabe zahlen, wenn ein Beamter ausscheidet? Es hatte ihm dieses Geld doch bereits als Netto ausgezahlt.
Sie werden es nicht glauben, der Staat zahlt sogar ein Bruttogehalt.
Wenn der “Käfig Beamtenstatus” – der, wie gesagt, keineswegs mehr golden ist! – erst abgeschafft ist und die derzeitigen Beamten zu Angestellten werden, dann können diejenigen Kolleg/innen, die unglücklich in ihrem Beruf und mit ihren Arbeitsbedingungen sind, viel leichter Alternativen finden. Anstatt sich jahre- und jahrzehntelang mit Burnout-Symptomen und Depressionen herumzuquälen und irgendwann in die – oftmals übrigens keineswegs als erstrebenswert, sondern vielmehr als außerordentlich unehrenhaft empfundene! – Dienstunfähigkeit zu gehen (oder gegangen zu werden), können sie – möglicherweise nach einer Umschulung oder Überbrückung – in einem anderen Beruf wieder Selbstvertrauen und Zuversicht gewinnen und zu gesunden und glücklichen Menschen werden. In meinen Augen wäre das erstrebenswert, sowohl für die betroffenen Kolleg/-innen als auch für die Schüler/-innen, die ja dann von Kolleg/innen unterrichtet würden, die sich der Sache (noch) irgendwie gewachsen fühlen, trotz der derzeit zum Teil unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Erstrebenswert wäre das aber auch für die Gesellschaft als Ganzes, denn ein dienstunfähiger Beamter kostet viel Geld, im Gegensatz zu einem ausgeschiedenen Beamten, der, umgeschult und gesundheitlich wieder fit, in seinem neuen Beruf glücklich und gesund und möglicherweise bis zum regulären Renteneintrittsalter arbeiten kann. Wenn ich das ganze Leid der betroffenen Kolleg/innen sehe, das der Käfig Beamtenstatus schon immer, aber ganz besonders in den letzten zehn Jahren verursacht, dann verstehe ich nicht, warum nicht viel mehr Kolleg/innen, so wie ich, sagen: Schafft diesen entsetzlichen, weil menschenunwürdigen Status endlich ab! Befreit die betroffenen Kolleg/innen von ihren Fesseln und ihrer gefühlten Auswegslosigkeit und befreit damit die Schulen von Lehrer/innen, die sich jahre- und jahrzehntelang mit – durch ihren Berufsalltag verursachten! – psychischen Erkrankungen durch ihren Dienst quälen müssen, in dem sie nur deshalb noch jeden Tag antreten, weil sie aufgrund der Beamtenstatus-Fußfesseln (siehe oben) aus dem Käfig keinen Ausweg finden!
Befreit das System Schule von den Zwängen, die das besondere Gewaltverhältnis (ja, das ist der ursprüngliche Name für “Sonderrechtsverhältnis”!) den Kolleg/innen auferlegt, allem voran dem verwehrten Streikrecht! Dann wird der Arbeitsmarkt selbst dazu führen, dass die Arbeitsbedingungen an den Schulen wieder menschenwürdiger werden!
Ich würde sagen, wenn es eine vernünftige und Fakten basierte Diskussion mit anständigen Vorschlägen zur Auflösung des Beamtenstatus geben würde, so würde es eine Anständige Diskussion mit deutlich weniger Widerstand geben. So wie diese Diskussion aber gehandhabt wird, ist die Aussage aber hauptsächlich „ Lasst uns den Lehrkräften ihre unverschämten Privilegien nehmen, Hauptsache denen geht es danach schlechter“. Die Lehrkräfte wehren sich verständlicherweise mit Fakten und einem „ Habt ihr sie noch alle als ob wir hier nur im Luxus baden.“. Und der Dienstherr lacht sich mal wieder ins Fäustchen, weil er die nächste Waffe in der Hand hat um sie gegen die Angestellten und Beamten Lehrkräfte verwenden kann, während der Rest des Landes „ Hurra“ brüllt. Währenddessen wird das System Schule und Bildung für alle Schlechter.
Genau deshalb ist es unbedingt an der Zeit, den – wie Sie es sagen – “vernünftigen und Fakten basierten Diskurs” zu eröffnen! Tatsächlich ist es so, dass dann endlich einmal zur Sprache käme, dass die ursprüngliche – und richtigere! – Bezeichnung für “Sonderrechtsverhältnis” das “besondere Gewaltverhältnis” ist: Diese Umbenennung aber hat System, denn während “Sonderrechtsverhältnis” ein privilegiertes Verhältnis des Beamten gegenüber seinem Dienstherrn suggeriert, steckt im ursprünglichen Begriff “besonderes Gewaltverhältnis” die wahre Bedeutung des grausamen Dilemmas: Nämlich dass der Beamte mit seiner Ernennung einen beträchtlichen Teil seiner Grundrechte abgibt! Es mag Zeiten gegeben haben, als die Beamt/innen sich darum wenig scherten, einfach, weil die Zeiten anders waren und die Konflikte mit dem Dienstherrn nicht so zahlreich und offenkundig zutage traten. Aber mittlerweile sieht das anders aus und der Dienstherr nutzt seine erweiterte Verfügungsgewalt gegenüber seinen Beamt/innen auf oftmals grausame Weise aus – der Mensch zählt nichts mehr, stimmen müssen nur die Statistiken, die den Wählern – meist auch noch gefälscht – präsentiert werden. Dass dabei das (Schul-)System vor die Hunde geht, stört auch keinen, länger als eine Wahlperiode denkt ja sowieso keiner der Verantwortlichen mehr! Ja, es ist dringend an der Zeit, einen vernünftigen und faktenbasierten Diskurs zu beginnen – und dazu muss das Kind eindlich beim Namen genannt werden, der da heißt “besonderes Gewaltverhältnis”! Es ist dringend an der Zeit, dass endlich einmal die ganzen Kröten genannt werden, die die Beamten jeden Tag schlucken müssen – weil sie aufgrund eben dieser Kröten (siehe oben) keinen Ausweg mehr finden, ein System zu verlassen, auf das sie sich, vielleicht in jungen und unbedarften Jahren, einmal eingelassen haben – ohne absehen zu können, was es einmal für sie bedeuten würde, wenn Kraft und Gesundheit – auch und gerade aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit – nachlassen. Ja, der vernünftige und faktenbasierte Diskurs ist unbedingt notwendig, denn das System “Beamtenstatus” muss endlich einmal entmystifiziert werden! Deshalb verstehe und verstehe ich einfach nicht, dass die Kolleg/innen nicht selbst endlich darauf drängen, hier mal die ganzen giftigen Kröten, die im System lauern, ans Tageslicht zu ziehen!
Der Beamte bekommt die Abgaben für Arbeitsamt, Rente, Krankenkasse ausgezahlt, da dies für ihn nicht dort eingezahlt wird. Deshalb ist sein Netto ja höher.
Steigt er aus, sind Rentenkasse, Arbeitsamt nicht zuständig für ihn logischerweise.
Welche Auflagen hat der dienstunfähige Beamte, der dann frühpensioniert wird? Für die Mindestpension der Beamten müssen durchschnittliche Arbeiter und Angestellte gut 20 Jahre arbeiten, las ich dieser Tage wieder.
… las ich dieser Tage! Bei Bild, nicht wahr?
Dann schauen sie sich das Thema “Nachversicherung” an, sollte der Beamte aussteigen.
“Beamte, wenn es ihm nicht noch während seines Beamtenverhältnisses gelungen ist, ein tragfähiges zweites Standbein auszubauen”
Und selbst da hat ja der Dienstherr viele Hürden aufgebaut, um das zu verhindern oder zumindest zu erschweren. Man mache sich nur einmal darüber schlau, dass der Dienstherr das 1. erlauben und 2. einfach wieder verbieten kann und dass das relativ willkürlich entschieden werden kann und sowieso nicht einmal viel hinzuverdient werden darf.
„Ziel sei es, den Staat nicht zu einem attraktiveren Arbeitgeber zu machen als den Mittelstand.“
Heißt also: Wenn die attraktive Konkurrenz wegfällt, dann müssen wir auch nicht mehr so attraktiv sein. Die Abschaffung des ach so attraktiven Beamtentum hätte also auch Auswirkungen auf die Attraktivität anderer Berufe.
Oder man hofft darauf, potentielle Lehrer für Berufe im Mittelstand zu gewinnen, dann nimmt man halt in Kauf, dass sie in der Bildung fehlen.
“Gute Bezahlung, klare Karrierewege und Respekt vor Leistung seien auch ohne Beamtenstatus möglich.“
Also doch attraktiv? Aber gute Bezahlung kostet auch Geld, das man doch sparen möchte?
Teilzeit will die CDU auch möglichst abschaffen, also zumindest Teilzeit in eigener Entscheidung ohne besondere Gründe. In Zeiten von Ganztagsschulen dürfte dann auch die Kinderbetreuung bald kein ausreichender Grund mehr sein.
https://www.n-tv.de/politik/CDU-Wirtschaftsfluegel-will-Rechtsanspruch-auf-Teilzeit-abschaffen-id30281169.html
Überraschung! In NRW ist genau das schon passiert. Zumindest bei LK und nicht in der gesamten freien Wirtschaft, wie im verlinkten Artikel gefordert.
Haben Sie Details?
Die sogenannte „voraussetzungslose Teilzeit“, also ohne Kinder oder Pflege, wird seit letztem Schuljahr rigoros abgelehnt. An unserer Schule führte das übrigens dazu, dass es inzwischen 3 Kollegen gibt, denen der Amtsarzt nur noch eine bedingte Dienstfähigkeit attestiert hat, und zwar mit weniger Stunden, als sie ursprünglich als TZ beantragt hatten.
Und das finde ich auch gut so, wenn denn der Dienstherr der eigentlich verpflichtet ist mit für die Gesundheit seiner Arbeitnehmer zu sorgen, interessiert es einen Dreck.
Die freie Wirtschaft definiert sich meines Wissens nach durch das krasse erstrebenswerte Privileg “frei verhandelbar”. Wieso sollte der Staat einem Unternehmen pauschal vorschreiben, wie die Personaldecke zu gestalten ist, ohne die Erfordernisse zu kennen?
Das kann der Staat mit den Beamten machen. Aber nicht mit Angestellten.
Den Treueeid haben andere geschworen.
“Ziel sei es, den Staat nicht zu einem attraktiverem Arbeitgeber zu machen als den Mittelstand.”
Das ist wohl der Kern der Kampagne: Lohndumping für Lehrkräfte.
Das ist aus mehreren Gründen dumm: Einerseits steht der Mittelstand nicht in Konkurrenz mit dem Staat um Lehrkräfte als Arbeitnehmer. Ausgebildet sind Lehrkräfte nun einmal für ihre Tätigkeit an Schulen. Dieses Tätigkeitsprofil kann der Mittelstand gar nicht anbieten.
Zweitens sieht es angesichts des Lehrkräftemangels doch gar nicht so aus, als wäre der Staat ein besonders attraktiver Arbeitgeber.
Drittens will wohl kein Politiker Streiks während der Abschlussarbeiten, des Abiturs oder der Zeugniskonferenzen. Wenn man Lehrkräfte nicht mehr verbeamtet, ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis sich eine Gewerkschaft bildet, die vorgeht wie die Lokführergewerkschaft GDL. Angesichts der schlechten Arbeitsbedingungen und des jahrelang fortgeführt Rechtsbruchs bei der Arbeitszeiterfassung durch die Länder wäre das nur angemessen.
Die GDL war und ist sauer, dass die Lokis nicht mehr im Beamtenverhältnis eingestellt werden! Strengere Regeln bei Streiks in der Daseinsvorsorge sind notwendig und international selbst in streikfreudigen Ländern üblich! Es tritt auch die Frage auf, ob ein rein auf Lokis beschränkter Streik ohne Solidarität im gesamten Betrieb nicht eh die gesellschaftliche Ordnung gefährdet
Wundern muss man sich nicht über Artikel wie “Wut auf die Beamten” und “Schluss mit dem Schlaraffenland”. Man muss das nur einfach mal aus der Perspektive der normalen Arbeiter und Angestellten sehen! Es gibt da so viele unverdiente Privilegien und Beamte sind ja nun eigentlich nicht dafür bekannt, immer die beste und effizienteste Arbeit zu leisten. Das Klischee sagt er das Gegenteil. Und das hat ja seinen Grund. Dem Beamten kann wegen der Unkündbarkeit kaum noch was passieren, egal, wie er arbeitet! Ganz zu schweigen von den üppigen Pensionen und Zuzahlungen und Beihilfen etc.
Wundern muss man sich nicht über die Artikel, aber anscheinend auch nicht darüber, wie viele in der Debatte Ross und Reiter verwechseln.
Ich verstehe die Perspektive von „normalen“ Angestellten total, gerade, wenn man das Gefühl hat, dass im öffentlichen Dienst Dinge weniger dynamisch laufen. Was mir aber wichtig ist: Beim Beamtentum ist vieles kein „Schlaraffenland“, sondern ein Tauschgeschäft mit klaren Nachteilen, die oft untergehen.
1) Unkündbarkeit = weniger Flexibilität
Zur „Unkündbarkeit“ gehört eben auch die Kehrseite: weniger Flexibilität im eigenen Leben. Beamtenstatus bedeutet nicht nur Sicherheit, sondern auch Bindung. Wer einmal drin ist, entscheidet sich oft nicht einfach „frei“ jedes Jahr neu, ob der Job noch passt, weil ein Wechsel deutlich teurer sein kann als bei Angestellten.
Früher war das für viele weniger ein Thema, weil Lebensläufe oft geradliniger waren und man „bis zur Rente/Pension“ blieb. Heute mit häufigeren Umbrüchen, Standortwechseln, neuen Lebensmodellen und dem Wunsch nach beruflicher Neuorientierung kann das schnell bedeuten: Man fühlt sich festgefahren, weil der Ausstieg finanziell und biografisch unattraktiv wird.
Und genau deshalb ist „Unkündbarkeit“ nicht einfach ein Luxus, sondern auch ein Preis, den man zahlt: Sicherheit gegen Beweglichkeit.
2) Gute vs. schlechte Wirtschaftslage
Beamte haben Stabilität, aber weniger Upside. In wirtschaftlich guten Zeiten profitieren viele in der Privatwirtschaft von schnelleren Gehaltssteigerungen, Boni, Wechselmöglichkeiten, Karriere-Sprüngen. Beamte haben typischerweise weniger Verhandlungsspielraum, weniger variable Vergütung und oft eher „gleichmäßige“ Anpassungen.
In Krisen dreht sich das Bild: Dann ist die Jobsicherheit im Beamtentum ein realer Vorteil. Aber das ist eben genau der Deal: Stabilität statt Markt-Chancen.
3) „Beamte arbeiten ineffizient“
Das ist als Pauschalurteil zu grob. Es gibt, wie überall, sehr gute und sehr schwache Leistung. Was oft wie „Faulheit“ wirkt, ist aber auch häufig Systemlogik: Rechtssicherheit, Dokumentationspflichten, Personalengpässe, komplizierte Verfahren, politische Vorgaben. Das kann frustrieren, aber es erklärt, warum man nicht jedes Problem auf „die Beamten“ als Personengruppe schieben sollte.
Danke für den ausgewogenen Beitrag!
Ich freue mich über die positive Rückmeldung. Vielen Dank.
Ist gar nicht so ausgewogen. Die Unkündbarkeit ist doch kein Zwang, Beamter zu bleiben. Es ist eine (nahezu) Unmündigkeit durch den Dienstherrn. Es ist keine Unkündbarkeit seitens des Beamten.
Das Problem ist der Verlust der Pension. Verliert man die überhaupt ganz? Man kann in die Rente umsteigen und muss dann den Arbeitgeberanteil nachzahlen, den man ausgezahlt bekommen hatte. Das ist doch nicht unfair, sondern gerecht.
Man bekommt kein Arbeitslosengeld, denn dafür hätte man auch nicht eingezahlt. Auch gerecht! Aber wer gleich in eine neue Beschäftigung wechselt, braucht auch kein Arbeitslosengeld.
Der Teacher hat auch nie behauptet, dass Unkündbarkeit ein Zwang darstellt. Aber Unkündbarkeit und Sicherheit des Arbeitsplatzes tauscht man gegen Flexibilität (Arbeitgeberwechsel) ein.
Und natürlich verliert man seine Pensionsansprüche und der Arbeitgeber zahlt die bisherigen erworbenen Ansprüche aus, leider fehlen dabei dann die Arbeitnehmeranteile, die man dann aus eigener Tasche bezahlen muss. Das kann man machen, aber bestimmt nicht nach 20 oder 30 Jahren im Beamtenstatus…..
Das Arbeitslosengeld spielt nur eine nachrangige Rolle….
Eine Betriebswirtin, 1992 nach dem FH-Studium bei der Telekom als Beamtin eingestellt (zwei Jahre vor der Privatisierung), schnell befördert, dann in die Arbeitsvermittlung gewechselt, heute mit Ende 50 als Bundesbeamtin auf der letzten Stufe, welche Nachteile hat diese Dame im Vergleich zur DurchschnittsbürgerIn?
Merke, Bürokratie ist Folge der Legislative, nicht in erster Linie Folge der Exekutivkräfte, die ja nur die gesetzlichen Vorgaben umsetzen müssen. Das führt zwangsläufig zu Konfrontationen mit dem Wahlvolk, das umgehend die Judikative auf den Plan ruft. Somit wird der Handlungsspielraum der Exekutive noch weiter beschränkt wird. So eingelagert wird sie dann von der vierten Stastsgewalt als unbeweglich, unflexibel, nicht eintscheidungsfreudig, behäbig, träge, faul usw. geziehen.
Als demonstratives Beispiel fällt mir dann immer der Fließenboden in Fleischereien ein, wo sich die Anforderungen von Arbeitssicherheit und Hygiene diametral gegenüber stehen.
@Tausendsassa
“Das Klischee sagt er das Gegenteil.”
Das “er” ist nicht der einzige Fehler in dem Satz. 😉
Sie glauben also dem (jedem?) Klischee?
“Und das hat ja seinen Grund.”
Sie arbeiten bei der BILD-Zeitung?
Oder sind Sie der “typische” BILD-Leser? … DAS wäre dann wieder ein Klischee und wie Sie oben meinten “Und das hat ja seinen Grund.” … Wirklich? 😉
Da haben Sie Millionen von BILD-Lesern aber wirklich keinen Gefallen getan!
Btw:
Im “Großen und Ganzen” wird Ihr Gedankengang nicht weniger wirr:
“Es gibt da so viele unverdiente Privilegien und Beamte sind ja nun eigentlich nicht dafür bekannt, immer die beste und effizienteste Arbeit zu leisten. Das Klischee sagt er das Gegenteil. Und das hat ja seinen Grund.”
…
Ich glaube, dass Sie tatsächlich bei der BILD arbeiten … 🙂
“Es gibt da so viele unverdiente Privilegien und Beamte sind ja nun eigentlich nicht dafür bekannt, immer die beste und effizienteste Arbeit zu leisten”
Nun, zumindest haben sie die weiteren Voraussetzungen erfüllt, um überhaupt verbeamtet zu werden: können zwei Staatsexamen nachweisen und verfügen über eine ausreichend gute Gesundheit…
Ich bin dafür! Die Attraktivität für den Beruf muss unter anderem über das Gehalt gestaltet werden. Ich bin selbst Lehrerin und total genervt wie leichtfertig sich Kollegen krank melden und langfristig krank sind und alles an denen “hängenbleibt”, die ihren Job GERN machen. Auf dem Beamtentum wird sich manchmal einfach nur ausgeruht.
Ja, das stimmt. An die unbegrenzte Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall sollte man unbedingt herangehen, dann dürfte sich das relativ flott ändern.
Deutliche Kritik an den Beamtenprivilegien. Hier:
https://www.focus.de/die-debatte/bedauern-fuer-die-pensionaere-und-beamte-haelt-sich-in-grenzen_00a18bde-f572-440c-9e1d-b4007d977173.html
..und was ist dann mit den Angestellten Lehrkräften. Überflüssige Notlösung ?
Es gibt ANGESTELLTE Schulleitungen.
Bitte um Antwort.
Im Osten, speziell Sachsen, hat das Verbeamten bis vor wenigen Jahren keinen interessiert. Es wurde gewartet, bis alle DDR-Lehrkräfte über die Altersgrenze hinaus waren. Es ging also auch ohne Beamte (siehe auch frühere Pisa-Ergebnisse) ganz gut.
Eigentlich war es ja ein politisches Verbeamtungsverbot und auch die Angleichung an Westgehälter hat und damit spätere höhere Renten wurde lange CDU-gesteuert verhindert.
Wenn ich den Elan junger Beamter sehe, dann kann ich oft nur lachen … hält meistens nur bis zum Ende der Probezeit
Ich war selbst Lehrerin im Schuldienst an einer kooperativen Gesamtschule.
Ich danke für diesen Beitrag. Es sind Gedanken, die mir teilweise auch schon durch den Kopf gegangen sind.
Manch einem Kritiker/ einer Kritikerin möchte ich ein schulbegleitendes Praktikum empfehlen, inkl. Unterrichtsvorbereitung, Konferenzen, Klassenkonferenzen und den vielen, vielen Gesprächen zwischen kolleg/innen und natürlich mit Eltern und Schüler/innen.
Auch außerhalb des Unterrichts bist du nicht nur”Privatperson.” Der Beruf ist nicht einer, wo man nach getaner Arbeit einfach alles beiseiteschiebt.
Es gibt zuviel zu bedenken. Verantwortung lässt sich nicht ablegen wie eine Aktentasche.
Selten habe ich mich über den Kommentar so amüsiert, wenngleich in sarkastischer Weise! Als angestellter Schulleiter erfülle ich seit mittlerweile 33 Jahren die beschriebenen Aufgaben. Und das bei mehreren 100 Euro Netto weniger als meine verbeamteten Lehrkräfte!!!
Sehr gerne teile ich meinen Humor und verweise auf folgenden Link:
https://www.google.de/search?q=heuteshow+lehrer+beamte#fpstate=ive&vld=cid:e3ebe9cd,vid:q3MtvIh7hZ8,st:0
Viel Vergnügen!
ich arbeite als Angestellt Seiteneinsteigerin im Schuldienst. Meine verbeamteten Kollegen befinden sich in meinem Alter größtenteils schon in der Frühpension (80 Prozent im verfrühten Ruhegehalt, oft schon mit unter 60 Jahre). Es ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, dass es im Lehrerzimmer ein Kastenwesen gibt. Auf der einen Seite die Beamten, die sich die besten und ruhigsten Schulen aussuchen, wegen fehlenden Konsequenzen auch gerne mal lange krank feiern, oder Stunden ausfallen lassen oder Sabatical nehmen und auf der anderen Seite Angestellte, die an eher schwierigen Schulen sind und sich teilweise 10 Jahre lang von einer Nebenabrede zur nächsten hangeln.
Der Beruf ist schwierig, aber es muss gelten, gleiches Geld für gleiche Arbeit.
Zweitens finde ich es schwierig, wenn Menschen in einem Beruf gehalten werden, die eigentlich darauf keine Lust und Eignung haben. Das hilft den Schülern nicht. Natürlich ist es unschön, wenn sich Kinder alle paar Tage auf neue Lehrkräfte einlassen müssen, aber noch schlimmer ist, wenn Kinder sich auf Lehrkräfte einlassen müssen, die sich hemmungslos ihrer Privilegien bedienen. Es gibt viele engagierte beamtete Lehrer, aber Steuergeschenke werden natürlich nicht abgelehnt, während die Steuerzahler und Staatskassen gemolken werden und die schulische Infrastruktur verrottet.Als Angestellter fällt der Weggang natürlich leichter, weil man ja keine Privilegien aufgibt und wer bleibt, dann weil er den Beruf ausüben kann und will. Als jemand, der auch schon in anderen Berufen gearbeitet hat, würde ich jetzt nicht bestätigen, dass der Lehrerberuf paradiesisch ist, aber mit dem Beamtenstatus ist weder Schülern, noch der Schule geholfen.
Es ist ja nicht gleiche Arbeit: Sie sind eine Seiteneinsteigerin und das bedeutet, dass sie nicht die geforderten Abschlüsse haben, weder das Lehramtsstudium noch das Zweite Staatsexamen, auch keine dreijährige Probezeit und mehrere Gesundheitschecks mussten Sie auch nicht bestehen.
Sie reden schlicht Unfug, wenn Sie behaupten, dass (Sie als) angestellte(r) Lehrer die gleiche Arbeit geleistet hätten und es daher ungerecht wäre unterschiedlich bezahlt zu werden.
Ihnen fehlt die gleiche Eignung, denn sonst wären Sie verbeamtet worden und würden jetzt mehr verdienen.
Und wer als angestellter Lehrer, mit Lehramtsstudium und Referendariat, das mit sich machen lässt, der tat das aus freier Entscheidung.
Seien wir doch gnadenlos und hammerhart ehrlich: Sie (die sich in mehreren Berufen nicht durchsetzen konnte) sind nur da, weil die geforderte Qualifikation, die bei verbeamteten Lehrern vorausgesetzt wird, einfach von immer weniger Menschen erfüllt wird.
“ Sie reden schlicht Unfug, wenn Sie behaupten, dass (Sie als) angestellte(r) Lehrer die gleiche Arbeit geleistet hätten und es daher ungerecht wäre unterschiedlich bezahlt zu werden.”
Meine Seiteneinsteiger- Kollegen müssen genauso ran wie ich als grundständig ausgebildete Lehrkraft. Der einzige Unterschied in der Arbeit ist, dass sie nur in der SEK 1 bis maximal Klasse 9 eingesetzt werden, während ich aufgrund des Mangels an grundständig ausgebildeten Lehrenden fast ausschließlich in der SEK 2 bin, was schon eine deutlich höhere Belastung ist.
„ Und wer als angestellter Lehrer, mit Lehramtsstudium und Referendariat, das mit sich machen lässt, der tat das aus freier Entscheidung.“
Nö, gab Bundesländer, die nicht verbeamtet haben. Bei mir wars die Altersgrenze. Und wenn man familiär gebunden ist und auch der Partner hier nen Job hat, dann wechselt man nicht einfach mal so ein paar hundert Kilometer weiter.
Bisschen weniger Arroganz gepaart mit mehr Information stünde so manchem hier gut zu Gesicht.
Vorsicht, als Anerkenner bin ich ebenfalls Seiteneinsteiger gewesen.
Als solcher wurde mein Hochschulabschluss nach Prüfung durch die zuständige Bezirksregierung in MS für zwei Fächer anerkannt und ich für den Vorbereitungsdienst als nicht grundständige Lehrkraft zugelassen, das ich mit Prüfung abgeschlossen habe. Eine Beschäftigung im unbefristeten Sngestelltenverhältnis erfolgte, weil es die Altersgrenze für eine Verbeamtung nicht zuließ. Also keine Folge des Seiteneinstieges.
Auf welchem Platz liegt die deutsche Bildung in Europa?
Auf welchem Platz liegt die deutsche Bildung Weltweit?
Lehrernot ist das Eine; -schlecht ausgebildete Lehrer das Andere!
Der Bildungsauftrag läuft wegen mancherlei Ursachen aus dem Ruder. Zu viele Freiheiten der Schüler während dem Untericht, permanente Störer, die man sich als Lehrkraft nicht traut zu entfernen.
Andere schwerwiegender Grüne sind, dass Lehrer sich in vielen Fällen vor ihren Schülern nicht behaupten können auch, weil man Sie während ihrem Studium, weder darauf vorbereitet noch dahingehend ausgebildet hat, so wie in früheren Epochen, wo Lehrer sich nicht haben beirren lassen.
Sehr viele wollen darum am liebsten nur noch Grundschulunterricht geben, weil
Sie mit der Verrohung und Agressionen von jugendlichen Schülern nicht mehr
klar kommen und nicht selten auch bedroht fühlen.
George Orwell 1984