
Kinder und Jugendliche, deren Eltern Grundsicherung beziehen, haben seit 15 Jahren Anspruch auf finanzielle Unterstützung für das Mitmachen bei Sport und Kultur oder für die Unterstützung in der Schule. Laut einer Analyse der Bertelsmann-Stiftung aber kommt ein Großteil der Gelder nicht an. So erhalten mehr als acht von zehn Anspruchsberechtigten den monatlichen Betrag von 15 Euro zur sozialen und kulturellen Teilhabe nicht, heißt es in einer Mitteilung der Stiftung aus Gütersloh.
Den Berechnungen zufolge nehmen von den 6- bis unter 15-Jährigen nur rund 18 Prozent die Leistung in Anspruch, den 15- bis unter 18-Jährigen sind es nur 12 Prozent. Bei jungen Menschen, die Sozialhilfe beziehen oder die unter das Asylbewerberleistungsgesetz fallen, sei der Abruf der Hilfen noch geringer. Die Autoren beklagen, dass wegen mangelnder Daten bei Kindern aus Familien, die Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen, nicht bekannt sei, wie viele von ihnen die Leistungen beziehen.
Den Zuschuss für Schulbedarf von 195 Euro pro Jahr erhalten laut der Analyse 78 Prozent der 6- bis unter 15-Jährigen, deren Eltern Grundsicherung erhalten. Damit, so die Stiftung, bleibt jedes fünfte Kind ohne Unterstützung für Hefte, Stifte oder andere Lernmittel. Das gemeinsame Mittagessen nutzen nur 37 Prozent.
Zu stark vom Wohnort abhängig
Die Autoren beklagen außerdem, dass der Abruf der Gelder zu stark vom Wohnort der Eltern abhängt. In Schleswig-Holstein nehmen 59 Prozent der Berechtigten die Leistungen in Anspruch, in Mecklenburg-Vorpommern 38 Prozent. In Berlin, Hamburg und Rheinland-Pfalz erreicht der Teilhabebetrag nur einen von zehn der anspruchsberechtigten jungen Menschen.
«Die geringe Nutzung liegt nicht daran, dass die Kinder keinen Bedarf hätten. Vielmehr ist der Betrag klein und der Weg dorthin sehr aufwendig», betont Antje Funcke, Expertin der Stiftung für Familienpolitik. Unterschiedliche Bewilligungs- und Antragsverfahren, komplexe Formulare und umfangreiche Nachweispflichten erschwerten es Funcke zufolge den Eltern, die Leistungen zu beantragen.
Die Stiftung fordert deshalb, den Zugang zu den Leistungen zu erleichtern. Gelder sollten ohne zusätzliche Anträge ausgezahlt und so auch Bürokratie abgebaut werden. Das würde auch die Kommunen in der Verwaltung entlasten.
Bildungs- und Teilhabepaket aus dem Jahr 2011
Die damalige Bundesregierung von CDU/CSU und FDP hatte 2011 das sogenannte Bildungs- und Teilhabepaket eingeführt, um bei Kindern und Jugendlichen den finanziellen Bildungs- und Teilhabebedarf zu decken. Dabei geht es unter anderem um die Teilnahme an Ausflügen in der Schule und in Kitas, Schülerbeförderung, gemeinsames Mittagessen, Lernförderung, Vereinssport, Musikunterricht oder Ferienfreizeiten. News4teachers / mit Material der dpa
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Hobby kostet zB 50 Euro monatlich.
15 Euro würden erstattet.
Kann man die restlichen 35 nicht selber regelmäßig aufbringen, kann man es auch lassen. Kann man sie aufbringen, dann meist die restlichen 15 auch.
Für diese 15 Euro Erstattung muss man sich beim Hobby als „Empfänger“ outen, denn man braucht eine schriftliche Bestätigung!
Den Unterschied zw Wohngeld Empfänger oder Bürgergeldempfänger ist dem Hobbyanbieter oft nicht einmal bekannt. Das sind oft private Laien ohne pädagogische Ausbildung oder sozialpolitische Bildung. Das ist der Handwerker oder die Krankenschwester von nebenan auf dem Dörfle, die da was anbieten. Oder die Sekretärin oder der Feuerwehrmann.
Und die alle haben ihren Stammtisch, wo Landauf, Land ab, bei jeder Grill feier und jedem Kaffeetisch über diese Empfänger gelästert wird.
Sie alle sind indoktriniert von Tiktok, Hetzmedien, Populismus – und den momentanen politischen Dauer Debatten um Totalverweigerer und Co.
Sie gucken alle regelmäßig Hartz und Herzlich und können ihre Wut kaum zügeln, feiern den Jobcenter Mitarbeiter am Puls im ZDF, der 40% Betrüger vermutet. Sie gehen nach Palmer von 7000 Euro Einkommen der Familien aus, oder zumindest von mehr als sie selber haben. Sie gehen davon aus, dass der „Empfänger“ alles umsonst hinterher geworfen bekommt, sich genüsslich zurück lehnt und die anderen nicht nur arbeiten, sondern für seine Sprößlinge auch noch Hobbys anbieten lässt. Sie gehen bei „Empfänger“, egal ob nun Wohngeld, Kinder Zuschlag, Grundsicherung 100% oder als Aufstocker, immer von Null Arbeit und den ganzen Tag Zeit aus.
Das die Leute, die knapp über Grundsicherung Bedarf verdienen und die immer benutzt werden, als die Armen, die leer ausgehen, um sie gegen die Grundsicherungsempfänger auszuspielen, genau diejenigen sind, die dann eben Wohngeld oder Kinderzuschlag bekommen und somit auch BuT, ist nicht bewusst. Das das die Frau in der Schulküche ist oder bei der Post, die nur von 9-12 auf dem Dorf geöffnet hat, oder auch die Schulbegleitung, oder der Musiklehrer bei den Nachmittags AGs.
Das sind offiziell die ehrenwerten, arbeitenden Leute, die einem Leid tun, weil die Anderen mit nichts tun genauso viel haben oder mehr.
Wer wäre auch so blöd als Schulküchenhilfe sich als irgendeine Art von „Empfänger“ zu outen? Die Arbeit, die man leistet, würde sofort nicht mehr ernst genommen, man würde als Mitglied auf Augenhöhe ausgeschlossen, käme für Freundschaft eh nicht in Frage.
Auch Schulleitungen wissen angeblich, dass sie 90% Sozialhilfeempfänger an ihrer Schule haben, wegen der „BuT Anträge, die sie bekommen“. Auch Schulleitungen, die sich so öffentlich äußern, wissen nicht einmal, dass das auch nur ein Empfänger von 100 Euro Wohngeld monatlich sein kann, der unter den exorbitanten Mietsteigerungen leidet.
Wie wir hier aus dem Forum wissen, beobachten manche Lehrer auch genau, ob Kinder von solchen „Empfängern“ auch demütig genug auftreten. Ob sie auch ihr Pausenbrot zu schätzen wissen und sich keine Chipstüte am Kiosk holen. Ob sie auch nicht mit Markenschuhen von günstig erworbener Kleinanzeige so tun, als könnten sie sich so etwas in neu leisten oder schlimmstenfalls das gleiche mit ihrem Handy suggerieren.
Wie wird also das Kind gesehen, wenn beim Hobby bekannt ist, dass es aus einer „Empfänger Familie“ kommt? Wie wird seine sportliche Leistung bewertet. Oder seine musikalische? Was, wenn es einen schöneren Gitarrenkoffer hat als die anderen, weil seine professionell spielende Tante ihm den geschenkt hat? Was, wenn es mal seine Meinung sagt? Was, wenn es mal ungerecht ist? Was, wenn es mal etwas zu gut oder zu schlecht kann? Was, wenn es einen charakterlichen Mangel aufweist, am Ende noch ein anderes Kind geärgert hat? Was, wenn es mal unpünktlich gebracht oder abgeholt wurde?
Das können sich „Empfänger Familien“ nicht erlauben, ohne sich ihr Etikett abzuholen. Siehste, so sind die!!!
Jede gute Mutter /jeder guter Vater würde ihrem/seinem Kind das für die 15 Euro nicht antun!
Jede gute Mutter /jeder guter Vater würde ihrem/seinem Kind das für die 15 Euro nicht antun!
Hallo Indra Rupp,
jaa, soooo traurig! 🙁 Und so gut beschrieben, die Zustände in unserer Gesellschaft! (seufz!)
Sorry, aber das finde ich komplett überzogen.
An meiner Schule haben wir viele Kinder, deren Eltern auf Unterstützung durch den Staat angewiesen sind, aber das ist bei uns echt kein Thema.
Da ist ihre Schule ein Vorbild. Ist leider nicht überall so
Das kommt bestimmt auf die Schule und ihr Umfeld an. Wenn viele Leistungen bekommen, ist das Normalität, wenn ein Kind aber auf einer Schule in einem gutbürgerlichen Viertel ist oder gar Arbeitslosigkeit “ versteckt “ wird, dann ist solch ein Antrag nur peinlich.
Ich bin nicht immer Ihrer Meinung und würde einigen Ihrer Ansichten widersprechen, aber in diesem Punkt gebe ich Ihnen unumwunden meine volle Zustimmung.
Warum nicht 15 Euro für alle Kinder, in deren Haushalten das Familieneinkommen einen bestimmten Betrag unterschreitet? Entweder sind die Eltern im Bezug von irgendetwas oder sie machen dafür eine Steuererklärung.
„Das gemeinsame Mittagessen nutzen nur 37 Prozent.„
Das finde ich erstaunlich.
Müsste so ein Antrag mehrmals pro Schuljahr gestellt werden oder reicht das einmalig zu Beginn des Schuljahrs?