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Frust schon vor Schuljahresbeginn: GEW warnt vor Abwanderung junger Lehrkräfte

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DRESDEN. Sachsens Schulen kämpfen mit Lehrkräftemangel und Unterrichtsausfall – nun sollen ausgerechnet angehende Lehrerinnen und Lehrer stärker zur Absicherung des Unterrichts herangezogen werden. Die GEW warnt, dass die Rechnung nach hinten losgehen könnte: Mehr Unterricht im Referendariat, gestrichene finanzielle Anreize und häufige Abordnungen sorgten für wachsenden Frust. Gewerkschaftschef Burkhard Naumann sieht bereits junge Lehrkräfte, die sich beruflich in den Nachbarländern orientieren.

… und tschüss. (Symbolbild.) Foto: Shutterstock

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht keine Voraussetzungen für einen guten Start ins neue Schuljahr. Gerade beim Lehrernachwuchs gebe es viel Frust, sagte GEW-Chef Burkhard Naumann im Gespräch. Referendare sollen künftig statt 12 Stunden pro Woche 14 Stunden im Unterricht zum Einsatz kommen. Das Kultusministerium verspricht sich davon eine Erhöhung der Kapazität um 150.000 Stunden und damit ein Mittel, den Unterrichtsausfall zu minimieren. Naumann rechnet durch die höhere Belastung im Referendariat mit mehr Abbrüchen.

«Landprämie» für Grundschul-Referendare gestrichen – Abwanderungen und hohe Unzufriedenheit

Bereits im Februar gab es Unmut bei den angehenden Lehrkräften. Das Ministerium hatte die sogenannte Landprämie für fast alle Referendare an Grundschulen gestrichen. Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst erhalten einen Grundbetrag von 1.795,10 Euro pro Monat (brutto). Wer außerhalb von Dresden und Leipzig ein Referendariat aufnahm, bekam einen Sonderzuschlag von monatlich 1.250 Euro brutto. Für Naumann ist die Streichung bei den Grundschulen ein Vertrauensbruch. Die Betroffenen hätten sich unter der Voraussetzung beworben, diesen Zuschlag zu bekommen.

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«Die Referendare werden zur Bedarfsdeckung genutzt, ohne dass sie eine angemessene Vergütung bekommen», sagte Naumann. Durch solche Entscheidungen in den vergangenen Jahren habe man die Leute verschreckt. Es sei kein Wunder, wenn sich gerade junge Lehrkräfte jetzt nach einem Job in Sachsen-Anhalt oder Thüringen umsehen. «Wir haben eine Abwanderungsbewegung aus Sachsen und eine hohe Unzufriedenheit an den Schulen. Das ist bei dem aktuellen Lehrkräftemangel hochriskant. Es ist nicht gut, wenn das neue Schuljahr mit Frust beginnt.»

GEW-Chef fordert Wertschätzung und Verlässlichkeit

Naumann zufolge sind Wertschätzung und Verlässlichkeit eine Grundvoraussetzung, um Lehrer im Schulsystem zu halten. Auch die hohe Zahl an Abordnungen an andere Schulen trage nicht dazu bei. «Das verursacht eine große Unruhe. Es fehlt die Zuverlässigkeit, ob ich morgen noch an meiner Schule unterrichte.» Das mangelnde Vertrauen schlage nicht zuletzt auf die Unterrichtsqualität durch. Keiner wisse so richtig, wie lange er vor einer Klasse steht. Bei manchen Klassen wechsele der Klassenleiter mehrmals pro Schuljahr.

«Es geht beim Unterrichtsausfall nicht allein um die Statistik. Es geht um Beziehungsarbeit, Verlässlichkeit, Planbarkeit. Das alles ist massiv beschädigt worden», sagte Naumann. Wenn das Ziel darin bestehe, vor jeder Klasse einen Lehrer zu haben, dann klinge das zwar schön. Entscheidend sei aber, dass es nicht irgendein Lehrer ist, sondern der gleiche Lehrer. «Lehrer sind nicht einfach austauschbar. Schülerinnen und Schüler bauen eine Beziehung zu ihren Lehrern auf.» News4teachers / mit Material der dpa

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