DÜSSELDORF. Seit Anfang August verdienen Lehrkräfte im Eingangsamt an Grund-, Haupt- und Realschulen in Nordrhein-Westfalen nach A13 – genauso viel wie Kolleginnen und Kollegen im bisherigen ersten Beförderungsamt. Zwei Lehrerverbände wollen sich mit dieser Konsequenz der lange geforderten A13-Reform nicht mehr abfinden. Der VBE NRW und lehrer nrw haben Betroffene für Musterverfahren gewonnen, eine Kanzlei eingeschaltet und wollen die Kosten der Verfahren übernehmen. Damit wird aus dem politischen Streit um fehlende Aufstiegsperspektiven nun auch ein rechtlicher.

Der Verband Bildung und Erziehung Nordrhein-Westfalen (VBE NRW) und lehrer nrw ziehen im Streit um die Besoldung von Beförderungsämtern an Grund-, Haupt- und Realschulen vor Gericht. Zum Beginn des neuen Schuljahres haben die beiden Verbände nach eigenen Angaben betroffene Lehrkräfte für Musterverfahren gewonnen und eine Kanzlei mit deren rechtlicher Vertretung beauftragt. Die Verfahren sollen von den Rechtsabteilungen der Verbände begleitet werden; VBE NRW und lehrer nrw übernehmen die entstehenden Kosten.
Damit verschärfen die beiden Organisationen einen Konflikt, der sich ausgerechnet aus einer Reform ergibt, für die Lehrerverbände lange gekämpft haben. Seit dem 1. August 2026 ist die schrittweise Überführung der Eingangsbesoldung von Lehrkräften der Primarstufe und Sekundarstufe I nach A13 abgeschlossen. Das bisherige erste Beförderungsamt wurde jedoch nicht entsprechend angehoben. Eingangsamt und erstes Beförderungsamt liegen damit in derselben Besoldungsgruppe.
Über diese Konsequenz hatte lehrer nrw bereits zum Schuljahresbeginn geklagt. Der Verband warnte davor, dass Lehrkräfte kaum noch einen Anreiz hätten, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen, wenn eine damit verbundene Beförderung nicht mehr zu einer höheren Besoldungsgruppe führt. Besonders für kleinere Haupt- und Realschulen könne damit ein wichtiges Instrument der Personalentwicklung an Bedeutung verlieren. Auch mögliche Auswirkungen auf die Gewinnung von Lehrkräften hatte der Verband geltend gemacht.
Nun wird aus dieser politischen Kritik ein juristisches Verfahren. Dabei geht es zunächst nicht darum, die Anhebung der Eingangsbesoldung infrage zu stellen. VBE NRW und lehrer nrw bezeichnen A13 ausdrücklich als wichtiges Ziel, für das sie selbst lange eingetreten seien. Streitpunkt ist vielmehr, ob mit der Aufwertung des Eingangsamts auch die darüberliegenden Beförderungsämter hätten angepasst werden müssen.
Die Verbände hatten die Landesregierung nach eigenen Angaben bereits im ersten Quartal 2026 gemeinsam zum Handeln aufgefordert. In einem offenen Brief an Schulministerin Dorothee Feller verlangten sie, aus der höheren Eingangsbesoldung Konsequenzen für die gesamte Besoldungs- und Laufbahnstruktur zu ziehen. Eine Lösung für die Beförderungsämter an Grund-, Haupt- und Realschulen sei bislang jedoch ausgeblieben.
Dass sie den Rechtsweg einschlagen, verstehen VBE NRW und lehrer nrw offenbar auch als Druckmittel in einer weiterhin politischen Auseinandersetzung. Denn nach Darstellung der Verbände hat die Landesregierung inzwischen bei anderen Funktionen auf Folgewirkungen der A13-Reform reagiert: Verbesserungen seien für bestimmte Schulleitungen sowie für Fachleitungen angekündigt worden. Dies bewerten die Verbände als Schritt in die richtige Richtung. Die Beförderungsämter an Grund-, Haupt- und Realschulen blieben davon jedoch unberührt.
„Wer zusätzliche Verantwortung übernimmt und dafür befördert wird, muss diese Verantwortung auch in seiner Besoldung wiederfinden“
Für Sven Christoffer, Vorsitzender von lehrer nrw, geht es deshalb um die grundsätzliche Frage, welchen Stellenwert zusätzliche Verantwortung innerhalb einer Schule haben soll. „Wir haben frühzeitig auf diese Entwicklung hingewiesen und immer wieder das Gespräch gesucht. Wer zusätzliche Verantwortung übernimmt und dafür befördert wird, muss diese Verantwortung auch in seiner Besoldung wiederfinden. Seit dem 1. August ist genau das bei den betroffenen Beförderungsämtern nicht mehr gewährleistet. Wenn die Politik hier bislang keine Lösung findet, müssen wir andere Wege nutzen, um Klarheit für unsere Kolleginnen und Kollegen zu schaffen.“
Der Konflikt reicht damit über die unmittelbar betroffenen Lehrkräfte hinaus. Beförderungsämter sind Teil der Laufbahnstruktur und eröffnen Möglichkeiten, innerhalb einer Schule zusätzliche Funktionen und Verantwortung zu übernehmen, ohne unmittelbar in die Schulleitung wechseln zu müssen. Fällt die höhere Besoldungsgruppe als sichtbarer Bestandteil einer solchen Beförderung weg, stellt sich die Frage nach der Attraktivität dieser Funktionen.
Gerade diesen Zusammenhang stellen die beiden Verbände in den Mittelpunkt. Schulen seien darauf angewiesen, dass Beschäftigte bereit sind, besondere Aufgaben zu übernehmen – in Beförderungsämtern und Schulleitungen ebenso wie in anderen Funktionen oder als Fachleitungen in der Lehrkräfteausbildung. Eine Laufbahnstruktur müsse deshalb nicht nur den Einstieg in den Beruf attraktiv gestalten, sondern auch Entwicklung nach dem Einstieg ermöglichen.
VBE-Landesvorsitzender Stefan Behlau warnt deshalb davor, die A13-Reform isoliert zu betrachten. „A13 war ein wichtiger und richtiger Schritt. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass daraus eine stimmige Entwicklung für das gesamte System entsteht. Verantwortung muss sich weiterhin lohnen – für alle Kolleginnen und Kollegen in Schulleitung, in Beförderungsämtern und bei den Fachleitungen. Und wir brauchen insgesamt mehr Weiterentwicklungsmöglichkeiten für die Menschen, die unsere Schulen pädagogisch gestalten. Wer Verantwortung übernehmen will, muss darin eine Perspektive sehen können.“ News4teachers
A13 erreicht: Warum sich Beförderungen für viele Lehrkräfte nicht mehr lohnen










Zu klagen ist aktuell der einzig sinnvolle Weg. Das Ergebnis muss sein:
Weiterhin muss die Besoldung bei Grundschulen und SekI-Schulen bei den Beöfrderungen mindestens angepasst werden wie folgt:
Wissen Sie wie viele Grundschulen es im Lande gibt? Niemals ist das finanzierbar. Gerade in der heutigen Zeit. Waren in der Grundschule die Beförderungen nicht sowieso funktionslos?
Ich wette die Regierung arbeitet eher an Entbindungen als an finanziellen Besserstellungen. So gerne ich es den Leuten auch gönne, aber auch in Anbetracht wirtschaftlicher Probleme, wären solche teuren Abhebungen der Bevölkerung schwer vermittelbar
Ich bin Gymnasiallehrerin in Bayern und empfinde die Gleichstellung von Grundschul- und Mittelschul-Lehrkräften als Sauerei. Schon die Studienzugangsvoraussetzungen sind nicht vergleichbar (Fachabi vs. Allgemeines Abitur inkl. Latinum), ganz zu schweigen von der Studiendauer und dem Anspruch. Folgt man dieser Logik, müssten auch Bachelor- und Masterabsolventen gleichgestellt werden. Sowas kann doch nicht richtig sein. Diejenigen, die eine Abkürzung wählen, werden auch noch dafür belohnt und lachen sich heimlich ins Fäustchen.
… och, warum sollen es die StR denn besser haben als M. Eng., verstehe ich nicht.
Oder A13Z wird das erste Beförderungsamt
Tja, wäre schön…..im nächsten Leben vielleicht…. 😉
Beamte können den Hals einfach nicht voll genug bekommen trotz luxuriöser Bezahlung und Zuschlägen und privater Krankenversicherung. Von den Pensionen fangen wir gar nicht erst an….
Aber nur, wenn dann alle Besoldungsklassen 15-25% weniger bekommen. Dieses zyklische „teurer klagen“ dieser absolut überpriviligierten Berufssparte kann sich dieses Land nicht mehr leisten. Beamte und Bauern waren schon Adenauer zu laut und teuer.. Was hier auch an unkündbaren Problemfällen mitgeschleppt wird, wäre in der freien Wirtschaft schon lange korrekterweise“ weg-evolutioniert“ worden… Vielleicht wird KI diesen Missstand via remote homeschooling korrigieren
Als ausländischer Lehrer im deutschen Schulsystem bin ich immer wieder schockiert, wie angestellte LehrerInnen als Sparschweine der Nation herhalten müssen und keiner kümmert’s… Da gäbe es ein viel größerer Reformbedarf.
Geliefert wie bestellt.
Es gab genug warnende Stimmen, die auf genau diese Problematik hingewiesen haben. Auch die Verbände haben es nicht hören wollen.
Wenn immer nur am unteren Ende gepampert wird, werden Beförderungen und Leistung entwertet.
Ein Aufstieg auf A14 wären für mich ~120€ im Monat. Entschuldigung, nein, ich bin nicht bescheuert.
Danke. Und während jetzt darüber diskutiert und geklagt wird, dass A13 als Beförderungsamt „entwertet“ wurde, bleiben Fachlehrer:innen weiterhin bei A9.
Dabei übernehmen wir im Schulalltag Verantwortung, unterrichten, fördern, planen Unterricht, führen Elterngespräche, arbeiten in multiprofessionellen Teams und tragen gerade an Förderschulen ganz selbstverständlich einen erheblichen Teil des Systems mit.
A13 für Lehrkräfte ist richtig. Ebenso richtig ist es, Funktions- und Beförderungsämter entsprechend anzuheben. Aber wer über eine gerechte Besoldungsstruktur spricht, darf diejenigen am unteren Ende dieser Struktur nicht einfach vergessen.
Für Fachlehrer:innen bedeutet die große Besoldungsreform bislang vor allem eines: Nullrunde.
Gleiche bzw. vergleichbare Arbeit und Verantwortung, aber weiterhin ein Abstand von mehreren Besoldungsgruppen. Ausgerechnet diejenigen, die vielerorts unverzichtbar dafür sind, dass Unterricht und Förderung überhaupt funktionieren, bleiben außen vor.
Eine Reform des Besoldungssystems sollte deshalb nicht bei A13 beginnen und dort enden. Fachlehrer:innen gehören endlich mit auf die Tagesordnung.
Fachlehrkräfte mit A9 gibt’s aber nur in ganz wenigen BL.
Am Gymnasium ist es Standard, dass Studienräte umfangreiche Aufgaben ohne Beförderung übernehmen und ggf. dies nur mit Stundenentlastung „bezahlt“ wird. Vielleicht sollte man den Grundschullehrkräften die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte mit A13 an einem Gymnasium mit Unterricht bis 15:45 mal vor Augen führen.
Gut, dass es an anderen Schulen bzw. Schulformen keine umfangreichen Arbeiten arbeiten gibt, die ebenfalls ohne Höhergruppierung erledigt werden müssen.
Warum bekommen Fachlehrer bei einer Wochenstunde mehr nur A10 in bw? Gleiche Schule, gleiche Kinder wie die A13 Kollegen.
Selbe Arbeit selber Lohn!
Das ist immer noch die größte Sauerei!
Lehrer haben den Vorteil, dass ihre ersten Verwendungen bereits sehr hoch eingestuft sind. Auf Bundesebene rechtfertigt ein Studium (Diplom/Master) die Einstufung ab A9 – je nach Studium bis A13 (z.B. Jura, Medizin).
Mangelnde Aufstiegsmöglichkeiten könnte man auch mit einer niedrigeren Ersteinstufung erreichen. Will natürlich niemand, weil schlechter als der Status Quo. Wäre trotzem die Regel im öffentlichen Dienst – nicht die Ausnahme. Immer gut die eigenen Privilegien auch zu kennen.
Quark, mit bestandenem Assessorenexamen erfolgt bei Übernahme die Eingruppierung zu A13. Die Eingruppierung in A9 liegt ein Bachelor Degree sowie eine erfolgreich abgeschlossene Anwärterzeit zugrunde.
Lustig, dass CB auch gerade die StEx-Abschlüsse aufzählt … In Bayern haben wir diese ja noch … Dass man das nicht selbst dann checkt.
Bei A14 mit halber Stelle bekomme ich für 8 Stunden Mehrarbeit im Monat ca. 70€ netto obendrauf. Ich finde nicht wirklich, dass sich das finanziell lohnt.
Die Klage halte ich substanziell für richtig, da sonst die Perspektive für verantwortungsvolle Aufgaben fehlt.
Allerdings finde ich die Besoldung A13 für das Einstiegsamt für viel zu hoch bemessen, wenn ich das mit anderen Beamtenberufen wie Polizei und Feuerwehr vergleiche. Der Leiter einer Polizeidienststelle zB, der etwa 80 Mitarbeiter führen muss, verdient das gleiche wie ein Grundschullehrer. Das halte ich für ungerecht. Dazu kommen noch die Arbeitszeiten dazu. Oder sind Lehrer dafür bekannt, auch spät abends oder sogar nachts oder am Wochenende zu arbeiten?
Und von den zusätzlichen Urlaubstagen , ach ne, das heißt ja unterrichtsfreie Zeit, wollen wir mal gar nicht sprechen.
Polizeibeamte
„Oder sind Lehrer dafür bekannt, auch spät abends oder sogar nachts oder am Wochenende zu arbeiten?“
o.O
Wenn ich richtig nachgelesen habe, beträgt eine A13-Besoldung zwischen 4.850 und bis zu 5.400 Euro. Und da wird sich drüber beschwert? Armes Deutschland, kann ich da nur sagen. Selbst unter der Berücksichtigung, daß man für diese Ausbildung viel unbezahlte Zeit investieren muß, ist das ein schönes Stück Geld, daß Millionen andere nicht bekommen.
Einzig sinnvolle Entscheidung:
– Keine Lehrer mehr verbeamten, denn es ist eine sehr wichtige, aber keine hoheitliche Aufgabe (sonst müssten auch alle Ärzte, Pflegekräfte und Müllabfuhr verbeamtet werden).
– Beamte in die Rentenkassen und GKV intigrieren (damit wird auch das 2 Klassen Gesundheitssystem abgeschafft, weil PKV ohne Beamte nicht überlebt)
Und, rühren sich die „Lehrerverbände“ auch mal bezüglich der eklatanten Gehaltsunterschiede zwischen angestellten und verbeamteten Lehrkräften? Irgendwie ist da „still ruht der See“.
Sind Sie denn zumindest ein stilles Mitglied in einem der Verbände?
ich bin der selben meinung wie nico, 1.september geschrieben. Wer mit kindern arbeitet sollte es mit innerer einstellung und der liebe zu seinen beruf tätigen. Jedoch geht es nur ums geld und um das eigene ich. Lehrkräfte sind ein teil der arbeitenden gesellschafft, nicht mehr oder weniger. Den ihr studium wurde zum allergrößten teil vom steuerzahler finanziert. Also sollen sie nicht immer von dem hohen pferd jammern. Sie sind keine götter, wenn sich auch viele so aufspielen. Unser schulniveau sprich PISA spricht eine sprache des unqualifizierten und ignoranten lehrer/in. Hohe bezahlung, oft verbeamtung und viel mehr urlaub als der normalo. Diese jammerer können ja auch mal etwas anderes arbeiten. Körperlich, viel weniger bezahlung, weniger urlaub und dann noch mit 67 statt mit 58 jahren in rente gehen und die halbe rente erwarten. Mal sehen wie sie reagieren.
Ist in allen akademischen Berufen so, dass die Allgemeinheit und nicht der spätere AG die Kosten des Hochstudiums trägt.
Haben die Betroffenen ernsthaft gedacht, dass sich die Erhöhung der Eingangsämter bis zur Endstufe auswirkt und faktisch sämtliche Lehrkräfte befördert werden, nur um den Abstand zu den Eingangsämtern zu wahren? Ein Abstandsgebot gibt es nur in der untersten Stufe im ö.D. zur Sozialhilfe und keinesfalls in höheren Ämtern. Sie sollen mal die Kirche im Dorf lassen. Besondere Leistungen könnten durch Zulagen abgedeckt werden.
Ein weiterer Schlag ins Gesicht für alle Lehrer und Fachlehrer die an einem SBBZ arbeiten.
Von A/E 13 leider weit entfernt. Ausnahmen die Sonderschullehrer, aber allerdings auch die Grund-Hauptschul- Real- und Gymnasiallehrer die inzwischen an einem SBBZ arbeiten, fern einer sonderpädagogischer Ausbildung ihre bisherige Besoldung natürlich behalten.
Auch fachfremde Quereinsteiger deren einstige akademische Ausbildung anerkannt wird. werden in 13 eingestellt. Sind dann z.B. Praktikant bei einem sonderpädagogischen Fachlehrer/Klassenlehrer der zwischen A9 und teilweise A11 ist.
Weiter so.