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Zu billig, Frau Schröder

Ein Kommentar von NINA BRAUN.

Die Bildungsjournalistin Nina Braun. Foto: www.bildungsjournalisten.de

Die Bildungsjournalistin Nina Braun. Foto: www.bildungsjournalisten.de

Die einen wollen einen „Rauschkunde“-Unterricht, die anderen das Fach Wirtschaft. Hier sollen in der Schule grundlegende Kenntnisse in gesunder Ernährung vermittelt werden, dort weitreichende Kompetenzen im Umgang mit dem Internet. Die Schule soll Kinder aus eingewanderten Familien integrieren, sie soll für Chancengleichheit zwischen Arm und Reich sorgen. Wann immer Politiker und politisch Engagierte ein gesellschaftliches Problem ausmachen, sollen es die Lehrer richten.

Jetzt soll die Schule – so lautet der Vorstoß von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder – Jugendliche durch Aufklärung vor dem Schicksal einer Zwangsehe bewahren. Wohlgemerkt: Das Ziel ist hehr. Selbstverständlich muss der Staat handeln, wenn Tausende von jungen Menschen alljährlich zu Opfern werden. Die Lösung des Problems aber fix an die Lehrer zu delegieren, ohne Antwort auf die Frage zu geben, woher die Mittel dafür kommen sollen, das ist zu billig. Es reicht eben nicht, das Thema Zwangsehe mal kurz im Ethikunterricht anzusprechen. Um Bedrohten und Betroffenen wirklich helfen zu können, bedarf es intensiver persönlicher Beratung und Unterstützung. Und die können Lehrer im real existierenden Mangelbetrieb Schule kaum leisten. Frau Schröder sollte sich für mehr Sozialpädagogen an den Schulen einsetzen. Dann könnte ihr Vorschlag ernst genommen werden.

Zum Beitrag „Schulen sollen besser über Zwangsehen aufklären“

 

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