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Özdemir: „Ich wollte die Schule vor allem überleben“

BAD URACH/BERLIN. Grünen-Bundeschef Cem Özdemir (46) hat sich den Start ins Schulleben selbst vermiest. «Meine erste Stunde verbrachte ich zur Strafe mit dem Gesicht zur Ecke stehend auf einem Bein. Da wusste ich: Das ist nix für mich», sagte er der Zeitung «Welt am Sonntag».

Hatte keinen guten Start in der Schule: Grünen-Bundeschef Cem Özdemir; Foto: gruenenrw/ flickr (CC BY-SA 2.0)

Hatte keinen guten Start in der Schule: Grünen-Bundeschef Cem Özdemir; Foto: gruenenrw/ flickr (CC BY-SA 2.0)

An den Auslöser der Strafe erinnere er sich zwar nicht mehr, «aber ich habe sicher einen Grund geliefert». Er hoffe, «dass Lehrer heute anders auf Schüler reagieren, wie ich einer war. Ich wollte die Schule vor allem überleben».

Auch das Ende seiner Grundschulkarriere in Bad Urach bei Tübingen ist ihm in Erinnerung geblieben: Als der Lehrer in der vierten Klasse fragte, auf welche Schule die Kinder wollen, habe er die Hand beim Gymnasium gehoben. «Darüber hat mein Lehrer schallend gelacht – und die ganze Klasse dann mit ihm.» Dies habe aber auch seinen Ehrgeiz angestachelt, sagte Özdemir. «Ich wollte zeigen, was in mir steckte.» dpa

(30.7.2012)

15 Kommentare

  1. Özdemir, da war doch ‚was! Genau, der Grünenpolitiker kann leider nicht die Vergleichswörter wie und als auseinander halten. Jetzt liefert er in dem Beitrag gleich ein weiteres Beispiel.:

    „Er hoffe, dass Lehrer heute anders auf Schüler reagieren, wie ich einer war. Ich wollte die Schule nur überleben.“
    Es muss aber heißen: “ … anders reagieren ALS ich … .“

    Was ist das übrigens für ein Satz. Es sollte wohl besser so heißen:
    Er hoffe, dass Lehrer heute anders auf Schüler reagieren als zu meiner Zeit.

    Peinlich, peinlich, kann ich nur sagen! Die dpa-Leute schreiben das auch noch so auf.
    Übrigens zeigt dieser Poltiker fast in jedem öffentlichen Auftritt oder in jeder Talkshow, wie „sicher“ er mit den beiden Vergleichswörtern umgehen kann.
    Bezüglich der sprachlichen Kompetenzen könnten so mancher Politikerin oder so manchem Politiker einige Nachhilfestunden in Deutsch nicht schaden.

  2. Es stimmt, dass viele deutsche Muttersprachler die Vergleiche mit -als- und -wie- verwechseln. Nicht selten hört man auch die „clevere“ Variante -als wie-. *schmunzel* Wenn man Sprache nicht als etwas Starres, Festes, Einmal-für-immer-Gültiges betrachtet, was sie ja auch nicht ist, kann man vielleicht eine Tendenz darin entdecken, die Unterscheidung zwischen -als- und -wie- aufzugeben. Bei den zweiteiligen Konjunktionen -als wenn- und -wie wenn- ist es ja schon heute standardsprachlich akzeptiert, keinen Unterschied mehr zu machen!
    Was ich mich aber auch frage, haben wir in dem kritisierten Satz wirklich einen Vergleich „anders … als“? Ich meine, nein. -anders- bezieht sich nicht auf -wie ich einer war- (ein Schüler, wie ich einer war). -anders- bezieht sich auf -reagieren-! Der Lehrer soll anders auf Schüler reagieren, die so sind, wie Herr Özedmir es früher war. D.h. hier liegt ja eine Gleichheit vor (Schüler heute – Herr Özdemir damals). Ich halte daher den Vergleich mit -wie- für korrekt. Glücklich formuliert finde ich den Satz auch nicht. Besser wäre vielleicht: „Er hoffe, dass Lehrer heute anders auf Schüler reagieren, die so sind, wie ich es war.“

  3. PS:
    “Er hoffe, dass Lehrer heute anders auf Schüler reagieren, wie ich einer war. Ich wollte die Schule nur überleben.” Was auch komisch ist an dem Satz, ist, dass erst in der dritten Person über Herrn Özdemir gesprochen wird (Konjunktiv I); dann aber mitten im Satz ein Wechsel stattfindet und Herr Özedmir selbst spricht (ich). Diesen Fehler bemerkte ich auch erst eben. Teilt nun jemand mit, was Herr Özdemir sagte oder spricht Herr Özdemir selbst??? Ist der Satz wirklich korrekt zitiert???

  4. PS 2:
    „Was ist das übrigens für ein Satz. Es sollte wohl besser so heißen: Er hoffe, dass Lehrer heute anders auf Schüler reagieren als zu meiner Zeit.“
    Abgesehen von den zwei unterschiedlichen Perspektiven in einem Satz (er hoffe, zu meiner Zeit), was so nicht geht (!), drückt -als- in diesem Satz keinen Vergleich aus, sondern einen Zeitbezug (damals … als). Es handelt sich hier um die Konjunktion -wenn- in temporaler Bedeutung, die in ganz bestimmten Situationen zu -als- wird.

  5. „Mist“, dass es noch keine Bearbeitungsfunktion gibt. Oben in dem Artikel sehe ich ja das Original. @pfiffikus hat es falsch zitiert. Unten überlege ich ehrlich gesagt doch wieder, ob dieses -als- einen Vergleich bezeichnet oder einen Zeitbezug. Es ist wohl doch ein Vergleich (=> heute anders reagieren als sie damals reagierten)?! In dem kritisierten Satz jedoch wird nicht das Reagieren vergleichen, sondern das „Schülersein“. Unterschiedliche Reaktionen also auf die gleiche Art von Schülern. Puh … Haben wir’s jetzt?!?

  6. Laut Duden wird „anders“ grundsätzlich mit „als“ gebildet, obwohl es aus meiner Sicht kein Adjektiv ist (es lässt sich nicht steigern). M.E, gehört es zu der Gruppe der Adverbien der Zeit (wie?).

    Adjektive im Komparativ wie „schneller“ oder „größer“ werden grundsätzlich mit „als“ gebildet. Vergleiche werden mit „wie“ gebildet: so groß wie oder ebenso groß wie. Noch gilt laut Duden diese Regelung.

    Der Fehler steckt im ersten zitierten Satz. Darauf kommt es an. In der Tat lautet der zweite Satz nicht „Ich wollte die Schule nur überleben, sondern „Ich wollte die Schule vor allem überleben.“ An dem Satz habe ich nichts auszusetzen.

    Leute, die „als-wie“ sagen, sind unsicher. Sie meinen wohl, eines der beiden Wörter wird sicher stimmen. In einem Aufsätz wäre das ein klarer Grammatikfehler.

    Bei Herrn Özdemir ist mir die Unsicherheit im Gebrauch der beiden Vergleichswörter vor allem in Talkshows aufgefallen. Einmal war es sogar so schlimm, dass ich anfing, eine Strichliste zu führen. Dabei geht es meistens um einfache Konstruktionen wie z.B. „besser als“. Er sagte aber regelmäßig „besser wie“.

  7. Noch ein Vorschlag:

    Er hoffe, „dass Lehrer heute anders auf Schüler reagieren als auf mich zur damaligen Zeit.“
    Stimmt, im ersten Satz habe ich fälschlicherweise bereits bei „Er hoffe“ mit dem Zitat begonnen.

  8. Korrektur!!

    Das Wörtchen „anders“ gehört zu den Adverbien der Art und Weise (Wie?). Adverb der Zeit stimmt also nicht.

    Evtl. hängt dieser Fehler mit dem späten Eintrag zusammen.

    Setze ich das Vergleichswort „als“ ein, folgt die 1. Steigerungsform oder der Komparativ: Peter läuft schneller als Paul.
    Setze ich das Vergleichswort „wie“ ein, bleibt es bei der Grundform: Marie ist so schlau wie Günther. Olaf springt genauso hoch wie Eva.

    Noch Fragen?

  9. @ pfiffikus, den gedanken, dass -als- in Ihrem (!) Beispielsatz nicht die Konjunktion (nicht Adverb!) -als- in temporaler Bedeutung (wenn/als) ist, habe ich schon gemacht. Ansonsten kommt es darauf an, was verglichen wird! Der Satz von Herrn Özdemir lautet bzw. die Textstelle lautet: „Er hoffe, «dass Lehrer heute anders auf Schüler reagieren, wie ich einer war.“ Schüler, wie ich einer war. Schüler, die so sind, wie ich früher war. Hier ist -wie- richtig, nicht -als-! -anders- bezieht sich gar nicht darauf.

  10. @ pfiffikus, den gedanken, dass -als- in Ihrem (!) Beispielsatz nicht die Konjunktion (nicht Adverb!) -als- in temporaler Bedeutung (wenn/als) ist, habe ich schon korrigiert. Ansonsten kommt es darauf an, was verglichen wird! Der Satz von Herrn Özdemir lautet bzw. die Textstelle lautet: „Er hoffe, «dass Lehrer heute anders auf Schüler reagieren, wie ich einer war.“ Schüler, wie ich einer war. Schüler, die so sind, wie ich früher war. Hier ist -wie- richtig, nicht -als-! -anders- bezieht sich gar nicht darauf.

  11. @ sofawolf
    Es kann sein, dass Sie richtig liegen. Dennoch bleibt festzuhalten, dass „anders“ lt. Duden mit „als“ verbunden wird. Zweitens ist das für mich kein gelungener Satz. Unsere Korrekturen gefallen mir deutlich besser. Drittens hat H. Özdemir große Probleme mit den beiden Vergleichswörtern. Achten Sie einmal darauf, wenn er wieder zu hören ist. Sie werden es nicht glauben, nach der erwähnten Talkshow, in der er immer wieder falsch lag, sprach mich sogar mein Frisör!! darauf an.

  12. @ pfiffikus
    Da sich der Vergleich ja nicht auf -anders- bezieht, sondern auf -Schüler- (Schüler, wie ich einer war), hilft uns die Dudenangabe, dass Vergleiche nach -anders- mit -als- verbunden werden nicht. Zum Deutsch von Herrn Özdemir kann ich nichts sagen, dazu ist mir das momentan zu wenig gegenwärtig und zumindest auch nicht derart aufgefallen, dass es mir in Erinnerung blieb, denn ich kenne ich ihn aus Funk und Fernsehen ganz gut. Ansonsten: Fehler machen wir ja alle. Das haben wir ja in dieser Diskussion an uns beiden merken können. *schmunzel*

  13. Warum formulierte H. Özedmir nicht so:

    Er hoffe, „dass Lehrer heute anders auf Schüler, wie ich einer war, reagieren.“

    Zumindest ist dieser Satzbau klar und die Aussage eindeutig und verständlich.

  14. ..und jetzt: Klugscheißermodus aus …

  15. @klexel
    Eine vollkommen unpassende und wenig hilfreiche Bemerkung!!!

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