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Immer mehr Kinder mit Sprachstörungen beim Schulstart

DRESDEN/ERFURT. Die Sommerferien sind vorbei – in Sachsen und Thüringen wird wieder die Schulbank gedrückt. Manche ABC-Schützen haben es schwer beim Start. Immer mehr Mädchen und Jungen haben Sprachstörungen.

Für 680.000 Mädchen und Jungen in Thüringen und Sachsen beginnt wieder der Alltag. Morgen startet das neue Schuljahr. Unter den Schülern sind 16 700 Erstklässler, die eingeschult wurden. Mit Zuckertüten und Blumen bepackt bevölkerten sie am Samstag zusammen mit Eltern, Geschwistern und anderen Familienangehörigen Schulhöfe und Festsäle. Nach Angaben des thüringischen Bildungsministeriums bewegt sich die Zahl der Schulanfänger etwa auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Von den 16 700 Erstklässlern lernen 15 700 an staatlichen Schulen. Viele der ABC-Schützen kommen jedoch mit Sprachstörungen in die Schule.

Der Anteil von Schulanfängern, die nicht richtig sprechen können, lag in den vergangenen beiden Jahren bei mehr als 23 Prozent, teilte das Sozialministerium in Erfurt auf Anfrage mit. Sprachstörungen seien die häufigste gesundheitliche Beeinträchtigung von Schulanfängern. Bei vielen Kindern diagnostizierten die Gesundheitsämter bei den Einschulungsuntersuchungen zudem Bewegungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten.

Etwa 12 von 100 Schulanfängern haben dem Ministerium zufolge Defizite in der Motorik. Experten machen dafür den zunehmenden Bewegungsmangel bei Kindern verantwortlich. Bei etwa 15 Prozent der Erstklässler wurden Verhaltensauffälligkeiten und psychische Probleme festgestellt. Entdecken die Gesundheitsämter bei den Einschulungsuntersuchungen gesundheitliche Störungen, erhalten die Eltern der Erstklässler eine schriftliche Empfehlung, ihre Kinder einem Arzt zur weiteren Diagnostik und Behandlung vorzustellen. Wie viele Eltern dieser Empfehlung nachgehen, ist laut Ministerium unbekannt.

Nach Angaben des thüringischen Bildungsministeriums werden in diesem Jahr erstmals seit vielen Jahren mehr Pädagogen eingestellt als aus dem Schuldienst ausscheiden. 350 Neueinstellungen ständen 320 freiwerdende Stellen gegenüber. Außerdem würden 205 Teilzeitstellen auf Vollzeit erhöht. Damit soll dem hohen Altersdurchschnitt der Lehrerschaft begegnet werden. Das Gros der Lehrer hat die 50 Jahre bereits überschritten. In Thüringen gibt es 857 staatliche und 165 freie Schulen. Das sind sechs Schulen weniger als vor einem Jahr. dpa
(1.9.2012, aktualisiert 2.9.2012)

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