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Literaturkritiker Scheck heizt Debatte um die „Kleine Hexe“ an

BERLIN. Der Fernsehmoderator Denis Scheck hat sich schwarz angemalt, um gegen die Streichung des Wortes «Negerlein» aus der «Kleinen Hexe» zu protestieren. Er spricht von «Tollheiten». Nun erzählt derjenige, der die Debatte ausgelöst hat, seine Geschichte.

Malte sich aus Protest schwarz an: Denis Scheck. Foto: Stadtbibliothek Heilbronn / flickr (CC BY-SA 2.0)

Malte sich aus Protest schwarz an: Denis Scheck. Foto: Stadtbibliothek Heilbronn / flickr (CC BY-SA 2.0)

Mekonnen Mesghena (47) kann sich noch genau erinnern, wie er abends am Bett seiner sieben Jahre alten Tochter Timnit saß und ihr «Die kleine Hexe» vorlas. Timnit liebte das Buch von Otfried Preußler und konnte kaum erwarten, dass es weiterging. Aber plötzlich kam ihr Vater ins Stocken. Denn im Faschingskapitel stieß er auf das Wort «Negerlein». An dieser Stelle sagte er zu seiner Tochter: «Hör mal, ich kann das Buch nicht mehr weiterlesen.» Timnit ist gebürtige Berlinerin, auch Mesghena hat seit 20 Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft – aber er stammt aus Eritrea in Ostafrika.

Timnit reagierte wütend und enttäuscht. Mesghena erklärte ihr, das hier sei so ähnlich wie damals, als ihre Freunde im Kindergarten von «Negerküssen» gesprochen hätten. Hier stehe das «N-Wort» nun wieder. «Sie hat es schließlich verstanden», erzählt er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Aber dann hat sie gesagt: „Wenn das so ist, dann sag den Buchmachern Bescheid, dass sie das ändern müssen. Dann können wir das Buch doch noch zuende lesen.“»

Mesghena setzte sich daraufhin noch am selben Abend hin und schrieb an den Thienemann-Verlag in Stuttgart. «Ich habe keine politische Analyse gemacht, ich habe nur die Situation bei uns zuhause beschrieben.» Der Verlag antwortete schnell: Das Buch stamme von 1957 – und damals habe man das Wort «Neger» eben noch ganz normal verwendet. Mesghena schrieb zurück, dass sich Kinder absolut nicht dafür interessierten, wann das Buch entstanden sei. Sie hätten einfach ein Recht darauf, das schöne Buch zu genießen – und niemand solle sich dabei ausgeschlossen fühlen.

Preußler stimmte Änderung selbst zu

Daraufhin nahm der Verlag Kontakt zu Preußlers Familie auf. Und siehe da: Am Ende beschloss der 89 Jahre alte Schriftsteller, dass das Wort gestrichen werden solle. Nun griffen Medien den Fall auf – und bald erhielt Mesghena heftige E-Mail-Anfeindungen und Drohanrufe. «Viele Menschen haben Probleme damit, wenn ein Schwarzer etwas anstößt», meint er. «Andere sagen: „Und jetzt sollen auch noch unsere schönen Kinderbücher drankommen!“» Dabei gehe es doch gerade darum, die Bücher auch den nächsten Generationen zu erhalten.

Nun trat der Literaturkritiker Denis Scheck in seiner ARD-Sendung «Druckfrisch» mit schwarz angemaltem Gesicht auf und protestierte gegen «Tollheiten einer auf die Kunst übergriffigen politischen Korrektheit». Empörte Reaktionen auf Twitter waren die Folge. Scheck hält dagegen, er wolle auf keinen Fall eine Blackface-Debatte anzetteln. «In Otfried Preußlers Kinderbuch „Die kleine Hexe“ verkleiden sich die Kinder an Karneval – und das hab‘ ich getan», sagt er der Nachrichtenagentur dpa. Kinderbücher seien Literatur, und die dürfe man nicht einfach umschreiben. Eltern könnten mit den Kindern ja über problematische Begriffe sprechen.

Mesghena überzeugt das nicht. «Das möchte ich sehen, dass Eltern abends auf der Bettkante hochpolitische Diskussionen mit ihren Kindern führen», sagt er. Dass sich Scheck das Gesicht bemalt hat, ist in seinen Augen eine reine Provokation. Deutsche verdrängten oft, dass auch ihr Land eine blutige Kolonialvergangenheit in Afrika habe. Genauso sei es mit dem Wort «Neger»: «In seinem kolonialen Ursprung und in Zusammenhang mit der Rassentheorie wurde das Wort zur Markierung von Menschen benutzt, die nicht zur „überlegenen“ weißen Rasse gehören. Heute verwenden viele Menschen in Deutschland das Wort unreflektiert.»

Mittlerweile hat Mesghena aber auch positive Reaktionen erhalten. «Manche Leute – Weiße wohlgemerkt – haben mir geschrieben, sie seien froh, dass sie ihren Kindern jetzt endlich ihr Lieblingsbuch vorlesen könnten.» Und Timnit? Die hat das Buch inzwischen auch zuende gehört. Und weiß, dass alles gut ausgeht. dpa
(31.1.2013)

Hier lässt sich der Auftritt von Denis Scheck noch einmal ansehen.

Zum Bericht: „Sprachreinigung bei Kinderbuchklassikern sorgt für Aufregung“

31 Kommentare

  1. Ich finde die Aufregung lächerlich. Für mich ist es in Ordnung, außer Gebrauch geratene / geratende Wörter durch die heute üblichen zu ersetzen, wenn man dabei Maß hält. Wir sagen auch nicht mehr „Zigeuner“, sondern Sinti und Roma; wir spielen auch (möglichst) nicht mehr „Zick-zack-Zigeunerpack“ (oder?), wir sagen auch nicht mehr „Nicki“, sondern „T-Shirt“. Dabei plädiere ich nicht dafür, alles Deutsche jetzt durch Englisches zu ersetzen (der Aufschrei darüber verhallt regelmäßig ungehört), sondern dort, wo es eine emotionale Seite gibt. „Negerküsse“ versuchen ich künftig auch „Schokoküsse“ zu nennen. Das braucht seine Zeit, aber das ist für mich ok. Meine Lebensqualität hängt nicht davon ab, dass wir weiterhin „Negerküsse“ sagen, zumal wenn ich weiß, dass ich Menschen dadurch beleidige oder verletze.

  2. Nicki und T-Shirt sind zwei total verschiedene Dinge. Nicki ist eine Stoffart, die sich anfühlt wie Samt, plüschig auf der Oberseite. Ein T-Shirt ist meistens aus mercerisierter Baumwolle. Der Name stammt von der T-Form des Teils.

  3. @ klexel, in Ostdeutschland nannte man in meiner Kindheit die T-Shirts „Nicki“. Später und noch zu DDR-Zeiten kam T-Shirt auf. In Sachsen soll der Begriff „Nicki“ für T-Shirt auch heute noch verbreitet sein (Googlen Sie mal nach dem „Atlas zu deutschen Alltagssprache“!). Übrigens war doch mit „Jeans“ zunächst auch nur der Stoff gemeint, oder?!

  4. Zitat “ wir sagen auch nicht mehr “Nicki”, sondern “T-Shirt”. Dabei plädiere ich nicht dafür, alles Deutsche jetzt durch Englisches zu ersetzen (der Aufschrei darüber verhallt regelmäßig ungehört)“ – Es geht in dieser ganzen Debatte, die man ja in sämtlichen Medien verfolgen kann, überhaupt nicht um T-Shirts oder Nickis, auch nicht darum, ob deutsche Ausdrücke durch englische ersetzt werden. Und es geht auch nicht um deine Lebensqualität. Es geht darum, inwieweit man Ausdrücke, die zu der Zeit der Entstehung des Werkes üblich waren, ohne jede negative Konnotation, die aber heute in einem anderen Kontext durchaus anders verstanden werden können, dabei für bestimmte Personengruppen beleidigend sein könnten oder nicht. Was hat das mit dem T-Shirt zu tun? Neger war zu Zeiten der Entstehung von „10 kleinen Negerlein“ kein Schimpfwort und keine Beleidigung, auch zu Zeiten von Otfried Preussler nicht. Und der Mohr war im „Fiesco zu Genua“ genausowenig ein Schimpfwort wie im Struwwelpeter.
    Ich halte dieses Glattbügeln älterer Literatur für absolut verfehlt. Erst wenn man Kindern beim Auftauchen dieser Ausdrücke erläutern kann, wie Sprache sich wandelt und welche Bedeutung sich früher und heute hinter einem Wort verbergen kann/konnte, kann man auch Kindern und Jugendlichen schon bewusst machen, welche Macht Sprache hat. Und erst dann verstehen sie, warum sie lieber keine Negerküsse essen sollten. Diese Verschlimmbesserung macht unsere Sprache arm und verhindert das Bewusstsein für Sprachfeinheiten und die unterschiedlichen Sprachebenen.

    Wie nennt man denn nun einen weißen Afrikaner? Germano-African? Oder einen schwarzen Deutschen? Afrikanischer Germane? Wie wäre es mit Italo-Türke oder Hispano-Däne? Und… wie nennt man die African-Americans, die zurück nach Liberia gegangen sind? African-American-Africans? Immer wenn man sich gerade an einen politisch-korrekten Begriff gewöhnt hat, kommt wieder jemand und ist beleidigt. Schon geht die Suche nach einem neuen Begriff los. Wie wär’s einfach mit: Deutscher“, „Amerikaner“ „Südafrikaner“ oder auch Europäer?

    Und ein bekanntes Hotel mit dem Namen :“Drei Mohren“ wird zum Hotel zu den drei Mitbürgern mit afrikanischem Migrationshintergrund ?

    Es ist alles deutsches Kulturgut und sollte als solches auch so gesehen werden – eben aus der entsprechenden Zeit.

    Und zum Thema Sinti und Roma kann sich jeder hier ein Bild machen:
    http://www.welt.de/kultur/history/article13811031/Wir-sind-Zigeuner-und-das-Wort-ist-gut.html

  5. Der Begriff „Krüppel“ (bei Krüppelwalmdach gerade noch akzeptiert?) wurde erst durch „Behinderter“ ersetzt, welches wiederum mittleweile als Schimpfwort empfunden durch „Person mit besonderen Fähigkeiten“ ersetzt werden soll. Mal sehen, was als nächstes kommt.

  6. @ klexel, es erstaunt mich jedes Mal wieder, wie Sie Zusammenhänge konstruieren, wo keine sind und andere wiederum nicht zu erkennen vermögen und das Ganze dann noch mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten und einem „Hier-ist-der-Beweis-Gestus“ zu belegen versuchen. Ich hatte gesagt, dass ich es in Ordnung finde, außer Gebrauch geratene bzw. geratende Wörter maßvoll (!) durch andere zu ersetzen und nannte dazu zwei Beispiele. Ich zeigte also, dass sowas andauernd und ständig in verschiedenen Lebensbereichen ohne große Aufregung passiert. Dass Wörter nicht nur ihre Bedeutung ändern können, sondern auch oder gar nur ihre „Bewertung“ (Konnotation), weiß ja eigentlich jeder, der mit Sprache (beruflich) zu tun hat. Das ist lediglich eine „Teilmenge“ möglicher lexikalischer Ver-Änderungen. Wir in Deutschland sprechen heute auch nicht mehr von „(Menschen-)Rassen“, obwohl das Wort vor dem Dritten Reich mal eine neutrale Bedeutung hatte. Wir sprechen auch nicht mehr vorurteilsfrei von den „Volksdeutschen“ oder vom „Blockwart“, in einer anderen Diskussion dieser Art wurde auch das Wort „Mischling“ als Nazi-Jargon gegeißelt (nicht von mir!). Auch ein „KZ“ ist für uns eben nicht mehr einfach nur ein „Konzentrationslager“. Es käme doch wohl niemand mehr auf die Idee, in einem Kinderbuch den Hausmeister Blockwart zu nennen oder ein Sammellager als Konzentrationslager zu bezeichnen und wenn die Bundeskanzlerin Vertreter deutscher Minderheiten im Ausland besucht, wird keine Zeitung von einem Treffen der Kanzlerin mit den Volksdeutschen berichten. Warum wohl, liebes klexel. Und dass ich mich wunderte, warum sich so viele darüber aufregen, dass wir das Wort „Neger“ nicht mehr benutzen, aber die gleichen Leute sich nicht darüber mokieren, wenn wir hunderte, tausende deutsche Wörter ohne Not durch englische ersetzen (was mir zuletzt auffiel: „häschträck“ statt „Stichwort“ oder so), hat für mich sehr wohl etwas mit diesem Thema zu tun. Hören Sie doch bitte mal auf damit, immer anderen vorschreiben zu wollen, was sie denken und sagen und meinen dürfen und alle für uneinsichtig und dumm hinzustellen, die Ihnen nicht zustimmen.

  7. Hm, jetzt haben wir schon wieder solche elendigen Schlagabtausche wie in anderen Foren. Ich beende das jetzt mal hier für meinen Teil. Mag sich zanken, wer sich zanken mag.

  8. 1)Das englische Wort für die Raute # ist hash. Da Twitter aus dem englischsprachigen Raum kommt und weltweit getwittert wird, benutzt man eben Hashtag. Raute würde niemand verstehen.

    2) „dass wir das Wort “Neger” nicht mehr benutzen, aber die gleichen Leute sich nicht darüber mokieren, wenn wir hunderte, tausende deutsche Wörter ohne Not durch englische ersetzen “ – Tut mir leid, aber wer so denkt, der hat wirklich nichts verstanden. Glaubst du wirklich, es gibt diese heiße Diskussionen in allen Medien, Talkshows im TV, Leitartikel in der ZEIT, dem Spiegel und wo sonst überall wegen ein paar deutschen Wörtern, die nun „verenglischt“ werden? So naiv kann man nicht sein. Unter einen Deutschaufsatz würde man jetzt schreiben: Thema verfehlt! – Auf das Niveau kann ich mich nicht begeben. Und die Beispiele oben (KZ, Blockwart etc.) gehen ja nun vollends daneben, weil sie überhaupt nicht zu diesem Thema passen. Komisch nur, dass alle anderen Beobachter dieses Themas sehr wohl verstanden haben, um was es geht. Peinlich.

  9. Nachtrag: Noch mal ganz deutlich: Hier geht es um (alte) deutsche Literatur! Nicht um Jeans, Hausmeister, KZ, Nickis oder hashtags.

  10. @ liebes klexel, Sie haben so einen furchtbar ungenehmen, sprich überheblichen Diskussionstil. Wer Ihnen nicht Recht gibt, ist eben einfach naiv, dumm und sonstwas. Aber wissen Sie, was ich über Sie denke … ?

  11. Nachtrag: Nein, ich werde Sie hier doch lieber nicht „alleine lassen“, damit Sie weiter Ihr Unwesen treiben können. 🙂

  12. Es ist sehr schwierig, mit jemandem zu diskutieren, der in jedem Beitrag deutlich macht, dass er offensichtlich die aktuelle brisante Diskussion in den Medien nicht verfolgt hat. Wie sonst soll ich solche unpassenden Vergleiche von T-Shirt und Blockwart verstehen? In keinem deiner Beiträge lässt du durchscheinen, dass du verstanden hast, dass es hier um eine Diskussion um deutsche Literatur geht – und nur um Literatur. Solange du das nicht verstanden hast, werden wir immer aneinander vorbeireden. Und damit treibe ich kein Unwesen sondern versuche, dich seit mehreren Beiträgen endlich zum Thema zu bringen, leider bisher ohne Erfolg.

  13. Liebes @klexel, ich kann Ihnen auch weiterhin nicht zustimmen und versuche es daher mal auf (Ihre Wortwahl benutzend) Ihrem Niveau: Sie haben leider immer noch überhaupt nichts verstanden. Sie sind (um in Ihrem Diskussionstil zu bleiben) wahrscheinlich so naiv, dass Sie es auch nicht können. Das macht eine Diskussion mit Ihnen sehr schwierig (um wieder Ihre Wortwahl zu benutzen). Meine bisherigen entsprechenden Erklärungsversuche verhallten daher erfolglos. Sie denken einfach zu eindimensional. Das Wort -Neger- hatte früher eine neutrale Bedeutung, heute hat es eine pejorative (abwertende). Deshalb benutzt man es kaum noch. Wenn man weiß, dass man dadurch andere Menschen beleidigt/verletzt, kann man die Größe haben, darauf zu verzichten – auch wenn man ansonsten vielleicht im Recht ist (oder sich fühlt). Aber das ist Ihnen fremd. Sie wollen das nicht verstehen oder Sie können es nicht. Mit mehreren anderen Beispielen für sprachliche Veränderungen habe ich versucht, Ihnen das klarzumachen. Leider bisher ohne Erfolg. Es ist ein normaler Prozess in einer Sprache, dass Wörter ihre denotative und/oder konnotative Bedeutung ändern. Ich sage mit Ihren Worten: So naiv kann man doch nicht sein, das nicht zu sehen und nicht wahrhaben zu wollen. Peinlich (wieder O-Ton Klexel). Sagen Sie bitte nicht mehr, dass Sie auch Lehrer sind. Im doppelten Sinne! Wenn Sie verstehen … (aber vermutlich ja eben nicht.)

  14. @sofawolf: Leider noch immer nicht verstanden!. Es geht nicht darum, dass ich unbedingt zu jemandem: du Neger! sagen will und es nun bedauere, dass ich das Wort nicht mehr benutzen darf. Das ist doch lächerlich und davon war niiiiiieee die Rede. Seit mehreren Beiträgen versuche ich dir klar zumachen, dass wir hier von Änderungen in der deutschen Literatur sprechen. Aber ich wiederhole mich nur, wenn ich sage, dass es um die 10 kleinen Negerlein geht, um den Mohren im Struwwelpeter und um den Mohren im Fiesco zu Genua. Aber darauf bist du in keinem meiner Beiträge eingegangen. Ständig kommst du mit irgendwelchen Ausdrücken als Beispiel, die damit überhaupt nichts zu tun haben. In deinem Beitrag weiter oben schreibst du: “ Wir sprechen auch nicht mehr vorurteilsfrei von den “Volksdeutschen” oder vom “Blockwart”..“ Natürlich nicht, das habe ich auch nie behauptet. Aber du wirst doch nicht allen Ernstes behaupten, wenn diese Ausdrücke in einem Stück Literatur vorkommen, dass du dann diese Bücher daraufhin durchsuchst und die Wörter auswechselst. Diese Wörter gehörten / gehörten in eine bestimmte Zeit, waren dort Sprachgebrauch und haben da ihren Platz. Mir geht es einfach und allein darum, dass alte bedeutende deutsche Literatur nicht nach unserem heutigen Gusto verfälscht wird. Wenn du die Diskussionen in den Medien verfolgt hättest, wüsstest du das längst, und wir hätten uns viel Schreiberei ersparen können. Aber du meinst ständig, mich belehren zu müssen, welche Ausdrücke ich nicht mehr benutzen sollte, weil sich die Zeiten, Bedeutungen und Konnotationen geändert haben. Das wollte ich nie und davon war in keinem meiner Beiträge die Rede. Jetzt überleg mal, wer hier was nicht verstanden hat… Wer lesen kann…

  15. @klexel, es tut mir leid, ich muss Ihnen in Ihrem Diskussionsstil sagen, dass Sie immer noch nichts begriffen haben und dass Ihre Ahnungslosigkeit von sprachlichen Entwicklungsprozessen schon frappierend ist. Oder wieder mit Ihren Worten: Einfach nur peinlich. Stände in einem Buch das Wort „Dirne“ und meinte einfach nur ein „Mädchen“, so würden wir heute „Dirne“ nicht stehen lassen, sondern austauschen mit z.B. „Mädchen“, weil Dirne heute eben anders verstanden werden würde. Informieren Sie sich mal über den Sprachwandel, ein Link dazu folgt noch, bevor Sie sich weiter (ich bleibe wieder bei Ihrem Diskussionsstil) mit Ihrer Inkompentenz, was Sprache anbelangt, blamieren. Und (in Ihrem Stile wieder) erst informieren und dann losplappern, z.B. hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Pejoration

  16. Ich kenne keine deutsche Literatur, in der das Wort „Dirne“ (im alten Sinne gebraucht) heute nach Jahrzehnten oder Jahrhunderten ausgetauscht wurde. Schon gar nicht kann ich mich an solche Kampagnen bzw. eine solche Vielzahl von Diskussionen in den Medien erinnern mit diesem Ziel, wie sie jetzt im Zusammenhang mit Neger oder Mohr vonstatten gehen. Sprachwandel schön und gut, und er ist mir im Gegensatz zu deiner Annahme durchaus bewusst, aber er rechtfertigt nicht, bestimmte Wörter aus alter Literatur zu tilgen, nur weil sie heute in anderem Zusammenhang zu sehen sind. Gerade diese Wörter sind Zeugnisse vom damaligen Sprachgebrauch. Wer gibt uns heute das Recht der Literaturverfälschung? – Danke – immerhin hast du es nach mehreren Kommentaren nun geschafft, dich endlich auf die Ebene Literatur einzulassen, das ist doch schon mal ein Gewinn. Übrigens: Ich weiß, was ich geschrieben habe. In jeden Satz ein Zitat von mir zu setzen macht einen Kommentar nicht gerade lesbarer. Und Nachhilfe per Links benötige ich auch nicht.

  17. @klexel (Ihrem Diskussionsstil treu bleibend, formuliere ich), Sie haben wieder gar nichts verstanden und nichts begriffen. Es ist lächerlich und peinlich, wie Sie sich an Einzelbeispielen hochziehen und das Allgemeine nicht zu erkennen vermögen. Von Sprache haben Sie keine Ahnung, das haben Sie bisher zur Genüge bewiesen. Nachfolgend eine Argumentation von einem der mehr Ahnung hat als Sie. Sicher wundern Sie sich nicht, dass ich dieser Argumentation voll zustimme. Für maßvolle Anpassungen älterer Texte (in Neuausgaben) an den heutigen Sprachgebrauch (außer es soll bewusst das Original neu aufgelegt werden) spreche ich mich die ganze Zeit auch aus. Aber Sie (in Ihrem Wortgebrauch bleibend) verstehen und begreifen ja nichts. Aber auch gar nichts. Und noch weniger.

    • @sofawolf: du störst dich an meinem Diskussionsstil?? Na toll. Ich habe dir 2x vorgeworfen, dass du mich nicht , bzw. nichts verstanden hast und ich ein paar deiner Äußerungen „peinlich“ finde. Du schießt hier jetzt zurück mit einer Salve von Beleidigungen, das ist ungeheuerlich. Du wirfst mir vor, mich an Einzelbeispielen hochzuziehen. ?? Das ist nicht zu glauben. Es hat vieler Kommentare bedurft, bis du überhaupt erst mal auf die Schiene „Literatur“ eingeschwenkt bist. Vorher kamst du mit Beispielen von englischen Wörtern in der deutschen Sprache, von Blockwart, Rassen und KZ, alles Dinge, die mit der ursprünglichen Diskussion um Literatur überhaupt nichts zu tun hatten. Nun endlich bist du da angekommen, wo ich schon von Anfang war. Und was tust du? Beleidigst mich unentwegt und wiederholst alles, was du im letzten Kommentar geschrieben hast, ohne wesentlich Neues zu bringen. Du bist auf meine Fragen und Argumente nie eingegangen, hast mich immer nur beschimpft. Und du beschwerst dich über meinen Diskussionsstil? Das einzig Neue und Interessante war dein Link, aber der Inhalt stammt ja nicht von dir. – Du wolltest schon vor Tagen aufhören, mir zu antworten, weil ich angeblich nicht verstehe, wovon du redest. Warum bist du zurückgekommen? Jetzt höre ich auf, aber einzig und allein, weil ich mich mehr von dir beleidigen lassen will.

  18. Plädoyer für eine sprachliche Anpassung mit Augenmaß
    Direktor des Instituts für Jugendbuchforschung Hans Heino Ewers zu der Debatte über diskriminierende Begriffe in Kinderbüchern
    (…)
    Ewers plädiert dafür, die aktuellen Leseausgaben an den heutigen Sprachgebrauch anzupassen, aktuell hochgradig belastete Wörter, die bereits jüngere Kinder als diskriminierend empfinden, sollten durch gleichbedeutende unbelastete Wendungen ersetzt werden. „Eingriffe dieser Art bedeuten keine Entstellung des Textes; sie dienen im Gegenteil dem aktuellen Verständnis seiner ursprünglichen Intention.“ Der Germanist nennt dafür ein nicht so geläufiges und weniger emotionalisiertes Beispiel: „Wenn in einem Märchen aus der Zeit von Klassik und Romantik von einem ‚blöden Kind‘ die Rede ist, dürfte kein kindlicher Leser von selbst die damalige Bedeutung von ‚blöde‘ herausfinden; in einer Leseausgabe von heute sollte es deshalb ‚schüchternes Kind‘ heißen.“
    (…)
    Ewers macht darauf aufmerksam, dass sprachliche Eingriffe sich nicht nur auf den Bereich der Kinderbücher beschränken: „Nahezu alle Leseausgaben älterer Werke der Allgemeinliteratur beruhen auf einer unterschiedlich weitreichenden Textbearbeitung. Dabei geht es nicht nur um eine Anpassung an die aktuelle Rechtschreibung und Zeichensetzung; oft werden auch heute nicht mehr verständliche altertümliche Wendungen ersetzt. Auskunft darüber wird, wenn überhaupt, nur im Kleingedruckten gegeben. Wirklich sakrosankt ist der ursprüngliche Text nur im Fall von historisch-kritischen Editionen.“ Es seien jedoch die jeweils aktuellen Leseausgaben, welche die Klassiker – dazu gehörten auch die aus anderen Sprachen – lebendig, zugänglich und verständlich hielten.
    (…)
    http://www.muk.uni-frankfurt.de/44877380/026

  19. @klexel, wie heißt es so schön:
    Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus. Oder: Wer austeilt, der muss auch einstecken können!!! Ja, ich habe Ihren Diskussionsstil nachgeahmt und des war mir wichtig, dies immer deutlich zu machen, weil es eben nicht mein Diskussionsstil ist, sondern Ihrer. Wie du mir, so ich dir (noch so ein Spruch). Ich habe nicht gezählt, wie oft Sie auf überhebliche Weise andere Meinungen niederzumachen versuchten, aber es war nicht nur mir gegenüber und nicht nur hier. Dass ich das erst nicht mitmachen wollte, stimmt, dass ich es mir gleich danach anders überlegt habe, haben Sie gelesen und sogar darauf geantwortet (Stichwort: Unwesen treiben). Es ist auch nicht richtig, dass ich erst am Schluss auch die Literatur meinte, ich meinte immer auch die Literatur. Was denn sonst?!? Jetzt kehre ich zu meinem Diskussionsstil zurück, aber wenn Sie wieder meinen, überheblich werden zu müssen, dann werde ich es auch sein. Das ist nicht schwer! Sich zu beherrschen und ruhig zu bleiben, ist viel schwerer. Das müssen Sie noch lernen – so wenige Jahre vor Ihrer Pensionierung.

  20. Martin Schuster

    @klexel
    Eigentlich sollte ich mich ja nicht einmischen, doch mich interessiert, warum Sie „sofawolf“ in den letzten Kommentaren einfach duzen, während er/sie sich eisern an die Anstandsregeln hält und Sie nach wie vor höflich siezt?

  21. @ Martin Schuster
    Ja, das ist sehr auffällig. Aber klexel scheint das überhaupt nicht peinlich zu sein. Mein ganz eindeutig formulierter Wunsch, mich bitte nicht zu duzen, hat sie/er einfach ignoriert. Das ist aus meiner Sicht ein sehr befremdliches und nicht zu akzeptierendes Verhalten. Im Forum 4teachers ist die Duzerei von „ganz oben“ abgesegnet. Sie/Er hat aber noch nicht begriffen, dass in diesem Forum andere Regeln gelten.
    Grundsätzlich möchte ich mir die Entscheidung vorbehalten, von wem ich geduzt werde.

    • Martin Schuster

      Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass in diesem Fall keine versehentliche Nachlässigkeit vorliegt, sondern die bewusste Anwendung eines Umgangsstils „von oben herab“.
      Sofawolf imponiert mir durch die stoische Beibehaltung seiner höflichen Anrede.

  22. @ Martin Schuster / mehrnachdenken: Ja und es fiel mir schwer, zumal klexels überheblicher Diskussionsstil, mit dem er/sie hier insgesamt aufgefallen ist, eben nicht meiner ist (meiner sein soll). Ein Deutschlehrer kann er/sie nicht sein, denn wie wollte so jemand Kindern Gesprächs- und Diskussionsregeln beibringen (und mit den Kenntnissen um die Sprache war es ja wirklich nicht weit her; dieser kleine Seitenhieb sei mir noch erlaubt)? Ältere Literatur muss in Neuauflagen immer an den heutigen Sprachgebrauch angepasst werden und wird es auch (es sei denn, es soll bewusst im Original sein). klexel hat sich gegen etwas gewettert, was gang und gäbe ist, nur merken wir es meistens nicht, weil wir die verschiedenen Ausgaben ja nicht miteinander vergleichen! Bestes Beispiel dafür ist ja auch die Bibel. Wir lesen sie natürlich nicht mehr in der Original-Übersetzung von Luther aus dem 16. Jahrhundert. Ich wollte nur darauf verweisen, dass die Aufregung wegen einem (wegen eines) Wort/es angesichts permanenter Änderungen/Anpassungen vieler Wörter und Wendungen ein bisschen absurd ist. Meiner Meinung nach. Und das möchte ich sagen können, ohne dass man mich naiv und lächerlich und dumm (= nichts verstanden) nennt, wie klexel es tat, aber selbst auch nicht beleidigt werden will. Wie du mir, so ich dir, liebes klexel!!! Die meisten Menschen sind zu Fairness bereit, sagt die Sozialpsychologie, aber nur so lange, wie sie auch fair behandelt werden.

  23. …und wenn ihr damit fertig seid, über meine Person zu spekulieren, könnt ihr ja hier weiter lesen:
    http://eltern.t-online.de/umfrage-grosse-mehrheit-lehnt-aenderungen-in-kinderbuechern-ab/id_62112282/index

  24. @ klexel, und? Die große Mehrheit ist auch für die Einführung der Todesstrafe. Die große Mehrheit war auch gegen die Eonführung der 5-stelligen Postleitzahlen. Ich vermute ja, dass die große Mehrheit wie Sie nicht weiß/wusste, dass sowieso und immer schon bei Neuauflagen älterer Bücher, sogar und gerade auch bei der klassischen Literatur, die Sprache dem aktuellen Sprachgebrauch angepasst wird. Nur so bleiben die Klassiker lebendig (siehe Zitat oben).

  25. Schon wieder Spekulatius!

  26. @klexel, schon wieder vom hohen Ross herab? Sie haben die „Volksmeinung“ zur Untermauerung Ihrer Ansichten eingebracht. Mit einer Gegenmeinung können Sie wieder nicht sachlich umgehen. Was bitte beweist „eine Mehrheit“? Wir haben hier nicht zu entscheiden, wir haben uns über das Für und Wider ausgetauscht. Mehrheiten sind dabei nicht relevant. Erfahrungsgemäß verweist man auch immer nur dann darauf, wenn man selber Teil der Mehrheit ist. Ist man es nicht, nennt man es „Stammtischparolen“, auf die man nicht achten könne/wolle. Kurz: Der Verweis darauf, dass eine Mehrheit der Bürger es in diesem Fall mal genauso sieht wie Sie, besagt und belegt gar nichts (für unsere Diskussion), in der es ja darum ging, ob Neubearbeitungen sinnvoll sind oder nicht. Wie lautet nun Ihre Schlussfolgerung: Weil eine Mehrheit es ablehnt, ist es auch nicht sinnvoll? Nein, dann irrt sich eben womöglich eine Mehrheit. Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte. Und wie gesagt, ich glaube, die meisten Leute sind sich eben nicht bewusst, dass es diese Neubearbeitungen immer schon gab und ständig gibt, nur meist gar nicht bemerkt werden. Alles ganz unspektakulär!

  27. ZITAT klexel: „Du wolltest schon vor Tagen aufhören, mir zu antworten, weil ich angeblich nicht verstehe, wovon du redest. Warum bist du zurückgekommen? Jetzt höre ich auf, aber einzig und allein, weil ich mich mehr von dir beleidigen lassen will.“

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